Commenting Media, Netzfunde

We fight not with bullets, but with wide open arms

Auf Twitter sah ich heute morgen das:

Hier ist der Link, den Screenshot hab ich gemacht, falls das aus welchen Gründen auch immer gelöscht wird, denn in dem Gedicht steckt für mich alles, was den christlichen Glauben ausmacht:

Spray us with bullets or blast us with bombs,
We’ll walk into heaven, singing our psalms.
Kill two, kill four, or even kill more,
And we will surely love you, more than before.
Let us remain faithful until our spirit calms
For we fight not with bullets, but with wide open arms.

Ich versuche mal eine freie Übertragung:

Zerreißt uns mit Kugeln und Bomben die Glieder,
Auf dem Weg in den Himmel sing’n wir unsre Lieder.
Tötet zwei, tötet vier oder tötet noch mehr,
Und wir werden Euch lieben, mehr als vorher.
Lasst gläubig uns ausharrn, beherrschen die Triebe
Uns treibt nicht der Hass an, sondern die Liebe.

Und nochmal etwas wörtlicher:

Besprüht uns mit Kugeln oder zersprengt uns mit Bomben,
Wir werden in den Himmel gehen, unsere Psalmen singend.
Tötet zwei, tötet vier, or tötet sogar mehr,
Und wir werden Euch sicher lieben, mehr als vorher.Lasst uns gläubig bleiben bis unser Geist sich beruhigt
Denn wir kämpfen nicht mit Kugeln, sondern mit weit geöffneten Armen.

So reagieren also ägyptische Christen auf den Bombenanschlag auf eine Kirche in Kairo. Echte Christen, die glauben, und den Glauben nicht für bloße Kulturkulisse halten.

Man vergleiche dem gegenüber Pegida und die AfD, die wohl zu großen Teilen keine Kirchenmitglieder sind, aber meinen, das Christentum verteidigen zu müssen, indem sie auf ihren „Spaziergängen“ Weihnachtslieder singen (ich frag mich ja, welche LIeder da gesungen wurden, eher „Jingle Bells“ oder eher „Vom Himmel hoch“, aber das ist ein anderes Thema).

Die „Verteidigerdes christlichen Abendlandes“ wären sicher die letzten, die der Logik des Gedichtes folgen würden. Sie kämpfen nicht mit offenen Armen, nicht mit Liebe, sondern eben mit Haß, wie ihre vermeindlichen Gegner, die Islamisten. „Vermeindlich“ deshalb, weil sowohl die Islamisten und Terroristen als auch Pegida und AfD an der gleichen Strippe ziehen. Man könnte noch die Nazis hinzunehmen, die Anschläge auf Asylunterkünfte verüben, oder sonst den Geflüchteten zusetzen, physisch oder durch Propaganda. Denn das Ziel all jener ist gleich: Den Frieden stören, um in dem folgenden Chaos ihre Vorstellung von Ordnung durchzusetzen. Haß eben, der sich zuerst gegen die Liebe wendet und sich verlacht, um sich dann selbst zu zerfleischen und alle, die übrig geblieben sind.

Es fällt doch auf, daß sich die Bilder von Berlin 1945 und Kabul 2002 sehr ähneln…

Gesellschaft

Terror – Ihr Urteil

DieAllianz Arena – ein mögliches Ziel

By Tobias Kage (selbst aufgenommen, Canon Powershot A200) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons


Gestern abend kam in der ARD eine Gerichtsverhandlung, an deren Ende die Zuschauer als quasi-Schöffen dazu aufgerufen waren, über Schuld oder Unschuld des Angeklagten zu entscheiden.

Ich war gespannt auf die Sendung, konnte sie aber nur am Rande verfolgen. Dies vorab, falls ich hier irgend etwas vergesse, was gesagt worden ist.

Der Fall sah so aus, daß ein Luftwaffenoffizier einen Airbus abschoß, der von einem Terroristen entführt worden war und womöglich in ein voll besetztes Fußballstadion gesteuert wurde.

Die große Mehrheit der Zuschauer stimmte am Ende für den Freispruch des Piloten – ich halte das für grundfalsch.

Ich will gar nicht groß darauf eingehen, wie unsympathisch und anmaßend der Pilot dargestellt wurde. Hier saß ein Soldat, eingebunden in eine klare Befehlsstruktur, der einen Eid abgelegt hatte, die freiheitlich demokratische Grundordnung tapfer zu verteidigen, der als Begründung für seinen Abschuß unter anderem angab, daß das Bundesverfassungsgericht (mithin einer der wichtigsten Teile der FDGO) falsch entschieden hätte. Der Soldat wurde nicht zum Dienst gezwungen, er hat den Beruf freiwillig gewählt. Er ist kein kleiner Befehlsempfänger, sondern Stabsoffizier. Und er ist keiner, der die Folgen seines Tuns nicht überblicken konnte: Seine Schulzeugnisse und sonstigen Leistungen sind ausgezeichnet. Er nimmt sich ja gerade heraus, die Situation besser einschätzen zu können als seine Vorgesetzten oder das Bundesverfassungsgericht.

Und ein Argument, daß ich später auch bei Plasberg wieder hörte, war: Der Staat macht sich angreifbar, wenn er hier von vorne herein auschließt, das Flugzeug abzuschießen. Auf diese Weise würden Terroristen Tür und Tor geöffnet, weil hier ein klarer Weg aufgezeigt wird, auf dem es keinen wirksamen Widerstand der Staatsmacht geben wird.

Dem stimme ich zu: Der Staat gibt sich hier eine Blöße, und wie jede Blöße kann sie ausgenutzt werden von den Feinden des Staates.

Aber ist das ein Problem? Und ist die daraus folgende Angst, daß jemand die Blöße ausnutzen wird, ein guter Ratgeber bei der Beurteilung der Schuldfrage in Bezug auf den Major?

Als ich dieses Argument gestern abend hörte, mußte ich an Margot Käßmann denken. Wenn ich sie richtig verstehe, will sie ja in ähnlicher Weise eine Blöße in Kauf nehmen, wenn sie Terroristen mit Liebe begegnet – und sie wird eben auch genau dafür kritisiert.

Womöglich ist dieses Aushalten einer Blöße auch ein Erbe unserer christlichen Kultur, auch wenn gerade diejenigen, die dauernd von Leitkultur reden meist diejenigen sind, die Angst vor der Blöße haben.

Exkurs – Bibel

Tatsächlich kennt die Bibel ja Feindesliebegebot und die Forderung, die andere Wange hinzuhalten.

Sie kennt aber auch die Talionsformel, nach der Gleiches mit Gleichem vergolten wird. Doch welches Gleiche wird vergolten, wenn unschuldige Passagiere in den Tod geschickt werden?

Und dann kennt die Bibel noch die Erzählungen vom Bann.

Wir verabscheuen heute solche Bibelstellen zu Recht und schon in der Bibel sind apologetische Anstrengungen bemerkbar bis der Begriff des Banns kaum mehr benutzt wird – offenbar hatten die Autoren damals auch schon Probleme damit.

Die Bibel hat also eine klare Richtung für die Entwicklung vorgegeben, in der die eigene Deckung immer mehr fallen gelassen wird um dem feindlichen Gegenüber mit immer weniger Feindschaft und mehr Liebe zu begegnen.

Mir fällt es schwer nachvollziehen zu können, falls sich jemand sonst auf eine christliche-abendländische Leitkultur zu stützen vorgibt und dann mit der Blöße argumentiert, die der Staat sich gibt, wenn er keine Verkehrsflugzeuge abschießen will.

Die wirkliche Blöße

Der Staat gibt sich doch eine viel größere Blöße, wenn er die Prinzipien aufgibt, auf den er sich gründet. Die Gefahr, die sich daraus ergibt, daß Flugzeuge nicht abgeschossen werden ist die eine Sache, aber was ist mit der Gefahr, die sich daraus ergibt, daß die Prinzipien unseres Rechtsstaates, ja des Grundgesetzes nicht mehr gelten?

Wenn ein „übergesetzlicher Notstand“ dazu führen kann, daß Artikel 1 des GG ausgehebelt wird, welchen Wert hat dann noch Art. 1 GG? Müßte es dann nicht heißen: Die Würde des Menschen ist unantastbar, so lange nichts dazwischen kommt?

Für wie wertvoll erachten wir die Menschenwürde? Wir halten uns dran, wenn 10 Menschen in Gefahr sind, aber bei 100 Gefährdeten machen wir einen Unterschied? Oder bei 1000? Bei 10000? Wo fangen wir an, zu handeln?

Ich meine handeln im wirtschaftlichen Sinn. Denn darum geht es doch im Grunde: Kann man Menschen gegeneinander aufwiegen, kann man mit ihnen Arithmetik betreiben?

Dann könnte man einen Markt eröffnen: In unseren von der Ökonomie (vielleicht eine alternative Leitkultur unserer Tage?) geprägten Denkweise könnten wir dann überlegen, ob wir bestimmte Menschen töten, um ihre Organe anderen einzupflanzen, die dann länger leben können. Ein Mensch stirbt, mehrere überleben. Arithmetisch-ökonomisch eine Gewinnrechnung.

Aber ist es Zweck unseres Staates, daß möglichst viele Menschen überleben, oder ist es der Zweck unseres Staates, daß die Menschen friedlich zusammenleben?

Ökonomisches Denken ist immer auf Transaktion fixiert, will handeln, will Gewinn einfahren. Das Ziel ist wichtig, mag der Weg auch unschön sein. Der Abschluß, der Gewinn, darum geht es letztendlich.

Sicher ist es kaum auszuhalten, in solchen Dilemmasituationen zu stecken, und wir wollen eine Lösung, um uns wohler zu fühlen. Und diese Lösung, die wir dann durchaus nicht einfach machen, verteidigen wir. Denn es ist ebenso schwer auszuhalten, daß man Schuld auf sich geladen haben könnte. Man versucht, sich vor sich selbst zu rechtfertigen.

Aber dieser psychische Mechanismus im Menschen drin, der die Menschen dann eben doch zu Objekten seiner Berechnungen macht – weil er irgend etwas entscheiden muß – dieser psychische Mechanismus ist nicht, weil er existiert, eine gute Sache. Und schon gar nicht sollte er zur Handlungsmaxime erhoben werden, denn wie gesagt: Eine derartige Durchökonomisierung der Gesellschaft würde Menschen grundsätzlich zu Objekten machen, sie als Handelsobjekte, als Verfügungsmasse definieren.

Das wäre das Ende unserer Freiheitsrechte. Das wäre das Ende unserer Grundrechte. Damit wäre ein so elementares Recht wie das Recht auf Leben oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit abgeschafft. Damit wäre unsere freiheitlich demokratische Grundordnung aufgegeben, abgeschafft, Geschichte.

Plot Twist

Der Major im Film sagte, seine Aufgabe als Soldate sei es, Deutschland zu verteidigen. Sein Diensteid aber sagt etwas anderes:

Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.

Er soll Deutschland dienen, es nicht verteidigen. Zu verteidigen hat er das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes, mit anderen Worten die freiheitlich demokratische Grundordnung. Und ja, als Soldat ist es seine Aufgabe, dafür im Zweifel sein Leben einzusetzen.

Deshalb ist die eigentliche Frage für mich nicht, was er in der Situation in der Luft tut. Menschlich-moralisch ist alles, was er tun kann, falsch. Er kann in der Situation nicht gewinnen. Moralisch ist beides verwerflich. Man kann höchstens versuchen, etwas zu rechtfertigen, um sich besser zu fühlen. Grundsätzlich ist aber der Tod Unschuldiger – ob nun im Stadion, im Flugzeug, oder wo auch immer, eine schlimme Sache und nicht zu rechtfertigen.

Er schießt das Verkehrsflugzeug also ab.

Wichtig ist, was dann kommt. Wie geht er mit seiner Tat um? Bereut er sie? Zieht er Konsequenzen?

Er hat Recht und Freiheit zu verteidigen und Deutschland zu dienen, wie ist das zu tun nach einer solchen Dilemmasituation?

Wie dient man Deutschland, wie verteidigt man Recht und Freiheit, wenn man eine Verkehrsmaschine abgeschossen hat?

Meines Erachtens kann dies nur funktionieren, indem er sich dafür einsetzt, daß seine Tat kein Präzedenzfall wird. Meines Erachtens muß er hinterher klar sagen können, daß das, was er tat, falsch war. Nicht falscher als die Alternative, aber falsch. Und daß eine Rechtfertigung dieses falschen Handelns die Rechtsordnung beschädigt, daß sie Recht und Freiheit des deutschen Volkes verletzt, und daß eien solche Rechtfertigung kein Dienst an Deutschland wäre.

Als Soldat muß er damit rechnen, seine ganze Person einbringen zu müssen in Krisensituationen. Das ist den meisten Soldaten klar, davon bin ich überzeugt. Und kein Soldat käme auf die Idee anzunehmen, daß der Beruf nicht am Ende das Leben kosten kann. Im Feuergefecht würde jeder damit rechnen, selbst erschossen werden zu können.

Eine Gefängnisstrafe ist gegenüber dem Tod ein deutlich geringeres Übel, so schlimm es auch ist. Trotzdem denke ich, der Soldat müßte aus eigenem Antrieb schon, um seinem Eid nachzukommen, die Gefängnisstrafe anstreben, um Recht und Freiheit zu verteidigen. Womöglich ist eine Gefängnisstrafe ehrenrühriger als der Heldentod, da gilt es dann – und ich meine das mit vollem Ernst und nicht als Häme – tapfer zu sein.

Dilemmata gibt es immer wieder, und wir kommen aus ihnen nicht raus. Wir können aber hinterher selbst entscheiden, wie wir damit umgehen, ob wir uns unserer Schuld stellen und die Gemeinschaft stärken, oder ob wir zusehen, daß wir mit heiler Haut davonkommen und uns nicht weiter um die Gemeinschaft kümmern.

Gesetze können nicht alles regeln, deshalb müssen Menschen in die Bresche springen, wenn es brenzlig wird. Christlich gesehen, haben wir die Aufgabe, uns selbst aufzuopfern für andere, für die Gemeinschaft.

Womöglich ist das zu viel verlangt, wo eine Gesellschaft nicht christlich ist. Aber ich befürchte, dann wird die Gesellschaft keinen Bestand haben können (aus den vorgetragenen Gründen). Deckt sich irgendwie mit der historischen Erfahrung.

Der letzte Artikel war überschrieben mit „Liebe überwindet alles“. Diesen möchte ich schließen mit:

Alles wird überwunden werden, was keine Liebe hat.

Allgemein

Gewalt erzeugt Gegengewalt

… hat man Dir das nicht erklärt? Oder hast Du einfach, wie so oft, einfach nicht genau zugehört?

So dichteten die Ärtze Anfang der 90er.

Ein neuer Anschlag, Trauer, Verzweiflung, und Rufe danach, den Terror zu bekämpfen.

Ich hab das Gefühl, wir befinden uns in einer Gewaltspirale und finden den Ausgang nicht. Wahrscheinlich haben wir aufgrund des Drehens dieser Spirale die Orientierung verloren.

Wie bekämpft man Terror? Mit Druck? Mit Gewalt? Rechnen die Terroristen nicht damit? Spielt man ihnen damit nicht in die Hände? Mittlerweile fast 15 Jahre von „Krieg gegen den Terror“ sprechen da eine eindeutige Sprache.

Ich denke, wenn wir uns auf das Spiel der Terroristen einlassen, wie wir es seit Jahrzehnten tun, dann gewinnen sie.

Durch Gewalt spielen wir ihnen in die Hände. Die Gewalt ist doch ihr Spiel! Durch sie versuchen sie, den Rechtsruck in unseren Ländern zu verstärken. Und wenn man sich das ansieht, die Rechtspopulisten um 2000 und die Rechtspopulisten heute, dann denke ich, war der Terrorismus sehr erfolgreich.

Wie wird es erst, wenn diejenigen, die keine Skrupel mehr kennen, an die Macht kommen? Noch mehr Druck, noch mehr Gewalt? Und noch mehr Terrorismus?

Gewalt ist keine Lösung, sondern macht die Probleme schlimmer. Wie bekämpft man also Gewalt, wenn man selbst keine Gewalt anwenden darf?

Nun, wie wäre es mit Gewaltlosigkeit? Klar, wennGefahr im Verzug ist, muß die Polizei handeln, das meine ich nicht. Aber tut es Not, etwa den Ausnahmezustand in Frankreich zu verlängern? Hat er die Ereignisse von gestern Nacht verhindert? Wir können nicht alles kontrollieren – das ist Wunschdenken.

Terroranschläge werden immer geschehen. Das können wir nicht verhindern, so furchtbar das ist. Aber indem wir nicht mehr mitspielen, können wir mittelfristig die Zahl der Anschläge reduzieren. Wieso sollte jemand sein Leben opfern, wenn er sein Ziel, die Radikalisierung, nicht erreicht?

So viele Islamhasser betonen immer wieder, der Islam sei keine Religion des Friedens sondern des Krieges – und rufen gleichzeitig zum Krieg gegen den Islam auf. Man meint, sie gehören selbst diesem „Islam“ an, von dem sie da reden, wenn sie das fordern, was sie grad noch kritisiert haben.

Legen wir die Waffen nieder und gehen aufeinander zu. Manche werden es nicht tun und uns verletzen. Aber das tun sie so und so. Wenn sie merken, daß wir das durchschaut haben, verlieren sie ihre Motivation.

So könnte man den Terrorismus wirklich bekämpfen.

Netzfunde

Netzfunde Mittwoch, den 30. März 2016

Wir hatten schon lange keine Netzfunde mehr, ich hatte auch insgesamt wenig Zeit. So ein Vikariat ist schon fordernd.

Nun hab ich aber ein paar Tage Urlaub (was bitter nötig war) und bin beim Surfen heute über zwei Dinge gestolpert, die ich einfach mal festhalten will:

Das erste wäre ein Ausschnitt aus der NDR Talkshow. Bernhard Hoecker erklärt darin, wie die Flüchtlinge Deutschland überfluten und wie gefährlich das ist.

Das andere ist ein Interview der Stuttgarter Zeitung mit Professor Jürgen Moltmann, und ich kann nicht umhin, einige seiner Statements, die mir aus der Seele sprechen, zu zitieren.

Zum Kampf gegen Daesh sagt er:

Der IS ist in den Köpfen und in den Herzen von Menschen entstanden und kann auch nur in den Köpfen und Herzen von Menschen bekämpft werden. Es arbeiten viele Christen und Muslime in Deutschland und anderswo daran, dass junge Menschen nicht auf falsche Heilsversprechen reinfallen. Das ist der einzige Weg, den ich sehe.

Das erklärt vielleicht, wieso Käßmann doch Recht hat, wenn sie Terroristen mit Beten und Liebe begegnen will.

Auf die Frage, ob es im Sorgen bereite, daß derzeit so viele Muslime nach Deutschland kämen, antwortet Moltmann:

Christus ist nicht gegen die Muslime, sondern für sie gestorben. Das muss die Haltung von gläubigen Christen gegenüber den Muslimen prägen.

Zur Frage, ob er keine Angst habe, daß sich die Menschheit vernichte:

Angst ist eine Vorwegnahme des Terrors, Hoffnung ist eine Vorwegnahme der Freude. Ich bevorzuge die Hoffnung. Die Angst vor einem wie auch immer gearteten Weltuntergang lähmt uns, nichts befördert einen Weltuntergang so sehr wie die Angst vor ihm. Man muss die Angst in sich überwinden, und das geht nur über die Kraft der Hoffnung. […] Nichts zu hoffen bedeutet nicht zu leben.

Genug der Vorrede, hier der Link zum Interview.

Theologie

Predigt Ostermontag – 1. Kor 15, 12-20

Liebe Gemeinde,

an Ostern hat Christus den Tod überwunden. Der Teufel und seine Macht wurden gebrochen – entgültig. Seitdem befindet er sich auf dem Rückzug. Immer mehr Menschen glaubten an die Auferstehung.

Immer mehr Menschen wurden frei durch die Gewissheit: Was mir hier an Leid widerfährt, ist nicht das letzte Wort. Wir werden auferstehen.

Manchmal sagt man ja zu Kindern, wenn sie etwas für sie Unschönes erleben:

In ein paar Jahren lachst Du darüber.“

Als ich Kind war, fand ich diese Aussage furchtbar.

Es mochte zwar sein, daß sie stimmte – rückblickend war das zumindest in den meisten Fällen so – aber in dem Moment war ich im Leid, in dem Moment brauchte ich Trost, kein „Heile heile Gänsje“. Mein Leid als Kind war für mich echtes Leid, auch wenn die Erwachsenen schmunzelten. Und manchmal hätte ich mir gewünscht, ernster genommen zu werden in meinem Leid.

Deshalb widerstrebt es mir auch zu sagen:

Angesichts der Auferstehung, werden wir über unser heutiges Leid einmal lachen. Das wäre zynisch.

Wenn ich mein früheres Leid bedenke mag es stimmen – was hat mich damals als Kind und Jugendlicher nicht alles bedrückt, was habe ich mir Sorgen gemacht über Noten, die Versetzung… Liebeskummer… und tausend andere Dinge.

Und trotzdem, auch wenn wir später, wenn wir uns in Gottes Reich wiedersehen, nicht lachen werden: wir werden es ins Verhältnis zu unserem Glück dort setzen. Und dann wird es uns nicht mehr bedrücken, dann wird es überwunden sein.

Der Teufel ist besiegt, die Tod überwunden, und er befindet sich auf dem Rückzug. Aber er ist noch nicht ganz weg. Er versucht immer noch, unser Glück zu zerstören, unsere Freiheit einzuschränken, abzuschaffen. Er versucht, uns wieder gefangen zu nehmen, mit allerlei Leiderfahrungen, die er uns beifügt.

Gestern gab es wieder einen großen Sprengstoffanschlag in Pakistan. In einem Park in der Stadt Lahore ging eine Bombe hoch. Unter den dutzenden Todesopfern und hunderten Verletzten waren besonders viele Frauen und Kinder – und besonders viele Christen, die im Park das Osterfest feiern wollten. Wie jäh hat der Haß die Freude zerrissen!

Ziel des Anschlags war es, so habe ich gelesen, besondern viele Christen zu erwischen. Und spätestens diese Nachricht läßt den Zorn in mir kochen, auf diese elenden Terroristen, diese verdammten Menschenhasser, die ihre Ideologie durchzusetzen versuchen, indem sie unschuldige Familien terrorisieren und ermorden, die ein Freudenfest – das höchste Fest im Jahr – feiern wollen!

Was für ein Abgrund von Verachtung, Haß und Niedertracht!

Und ich bin froh, bevor ich in meiner Wut soweit gehe, den ganzen Islam verantwortlich zu machen, stellt sich mir eine Frage:

Was ist das für eine Ideologie?

Und wie ich so nachdenke, kommt mir die Antwort in den Sinn: Es ist die Ideologie von Sünde, Tod und Teufel. Die Besiegten konnten die Feier des Sieges nicht ertragen, und schlugen zu.

Die Ideologie des Todes ist die Hoffnungslosigkeit, die Isolierung der Menschen, das Leid. Das soll erreicht werden. Das versuchen auch alle Terroristen und alle Diktaturen zu erreichen: Die Menschen kontrollieren, indem man sie voneinander trennt, Mißtrauen sät, und möglichst alle Hoffnung auf eine Besserung nimmt.

Wo diese Ideologie erfolgreich ist, muckt keiner mehr auf, weil er gar nicht die Hoffnung hat, daß sich irgend etwas bessern könnte.

Wo diese Ideologie erfolgreich ist, werden Menschen zu Mitläufern, die selbst Zwietracht säen, die selbst versuchen, andere zu kontrollieren und ihnen die Hoffnung zu nehmen.

Sie meinen, so hätten sie Macht, so hätten sie die Kontrolle und damit ein wenig Freiheit. Doch in Wirklichkeit sind auch sie Gefangene.

So wie die Terroristen von Daesh und Al Qaida. Sie meinen, sie würden Gott einen Gefallen tun, indem sie Haß und Leid verbreiten. Und diesen Gott, der ihrer Meinung nach sich über Terror und Gewalt freut, nennen sie dann noch barmherzig! Sie sind Gefangene ihrer eigenen Ideologie. Wie groß ihre Freiheit ist können sie selbst in dem Moment erkennen, wo sie sagen: Nein, ich werde mich nicht in die Luft sprengen. Ich will lieber mit meiner Familie heute mittag picknicken, oder wandern gehen. Ich will lieber nach meinen alten Eltern sehen. Ich will lieber im Garten arbeiten, damit wir im Sommer mit Freunden und Verwandten seine Früchte genießen können.

Wer als Terrorist sich so äußert wird schnell merken, welche Kontrolle, welche Macht, welche Freiheit er wirklich hat. Nicht einmal Bin Laden hätte sich so äußern können. Ihm hätte das Schicksal gedroht wie jedem Aussteiger aus organisierter Kriminalität und anderen Haßgruppen. Solche Menschen müssen damit rechnen, ermordet zu werden. Und oft gelangen auch ihre Familien ins Kreuzfeuern.

Wahre Freiheit ist das nicht.

Doch welche Macht hat diese Ideologie von Sünde, Tod und Teufel, wenn es eine Auferstehung gibt? Welchen Druck kann man mit Morddrohungen auf jemanden auswirken, der daran glaubt, daß er wieder aufstehen wird?

Der Glaube an die Auferstehung ist das Subversivste, was es gibt. Dieser Glaube reißt letztendlich alle Macht- und Kontrollsysteme ein, weil sie ihre Druckmittel verlieren. Wer den Tod nicht zu fürchten braucht, weil er weiß, daß er überwunden ist, der ist nicht mehr zu kontrollieren. Der ist frei.

Frei Gutes zu tun, weil ihn keiner hindern kann. Frei Gutes zu tun, weil er es kann und keinen Grund mehr hat, Böses zu tun. Wieso niederträchtig sein und Menschen bedrücken, wenn man ihnen auch eine Freude tun kann?

Um das zu verhindern, versucht der Teufel – oder das Böse, wenn man nicht so altmodisch vom Teufel sprechen will, immer, die Hoffnung auf die Auferstehung zu nehmen. Sie zu erschüttern, mit welchen Mitteln auch immer.

Dann wäre es das für die Menschen, deren Leiber in Lahore zerfetzt wurden, gewesen. Dann würde das Leid gewinnen.

Aber Christus ist auferstanden! Lassen wir uns da nicht beirren.

Im Predigttext gestern wurde die Liste der Zeugen genannt: Petrus, Jakobus, die Jünger und Apostel und viele viele mehr, sie alle hatten den Auferstandenen gesehen!

Und dieses Ereignis hat die Welt verändert! So weit, daß es heute rund 2 Milliarden Christen gibt auf der Welt – und die Zahl steigt! Hätten die ersten Christen den Glauben so verbreiten können, wenn sie nicht voll und ganz selbst überzeugt gewesen wären, daß das, was sie erzählten, auch stimmt? Auch ihnen drohte Folter und Tod!

Trotzdem haben sie die Nachricht verbreitet. Auch Paulus. Und der hat in unserem Predigttext heute noch einmal vehement klar gemacht, daß ohne die Auferstehung alles umsonst ist. Wenn es keine Auferstehung gibt, wie einige der Korinther meinten – und so weit weg sind sie da ja nicht vom modernen Denekn unserer Zeit – dann ist alles umsonst, dann ist der Glaube umsonst, dann ist keiner gerettet.

Unser Glaube steht und fällt mit dem Glauben an die Auferstehung. Aber Christus ist auferstanden, deshalb steht der Glaube – und fällt nicht!

Und das gibt Hoffnung, ganz konkret hier und jetzt. Das gibt Kraft zur Subversion, gegen die Mächte des Bösen.
Jesus ist für seine Verfolger und Mörder ans Kreuz gegangen. Und wie gehen wir mit unseren Feinden um?
Gewalt läßt sich nicht mit Gewalt überwinden. Nur Liebe, in der Hoffnung auf die Auferstehung zum Äußersten bereite Liebe, überwindet den Haß.
Die zerfetzten Leiber von Lahore sind nich der Endpunkt. Sie sind nur ein Tiefpunkt, wie das Kreuz im Leben Jesu. Nach dem Tod kommt die Auferstehung.

So bin ich auch irgendwann über meine Wut hinweggekommen. Und ich bekam nun auch Mitleid mit den Terroristen.

Was sind die Terroristen doch für arme Menschen! Die ermordeten Christen auch, doch die haben Ostern gefeiert. Die wußten – und in den Bedrängten Kirchen des Mittleren Ostens ist das Bewußtsein der Auferstehung aufgrund der Bedrohung präsenter als bei uns – daß sie auferstehen würden. Daß die Gewalt der Terroristen nur eine zeitliche Trennung bedeuten kann, so schmerzlich diese auch ist.

Aber die Terroristen? Auch sie glauben an eine Ewigkeit bei Gott, von dem sie in ihrer Verblendung meinen, er würde gut heißen, was sie tun. Und trotzdem müssen sie ihre Familien zurücklassen, und kann sich einer von Ihnen vorstellen, daß eine Mutter oder ein Vater bei ihren Kindern solche terroristischen Handlungen gutheißen könnte? Die Terroristen wissen das, und sie wissen um den Schmerz, den sie ihren Lieben zufügen – zufügen müssen, weil sie gefangen sind.

Was sind das doch für arme Menschen! Und wenn es ganz schlimm kommt, dann kennen sie nicht nur die haßerfüllte Propaganda ihrer Führer, sondern auch den Koranvers, nach dem jeder, der einen Menschen tötet so ist, als hätte er die ganze Menschheit getötet. Und dann können sie sich denken, was in dieser Ewigkeit, an die auch sie glauben, auf sie wartet.

Was sind das doch für arme, bemitleidenswerte Menschen, die die Ewigkeit verbringen müssen mit dem Wissen um all das Leid, das sie den Menschen zugefügt haben!

Meine Hoffnung ist, daß sie in der Ewigkeit Christus treffen, und er sie wie alle Menschen mit Gott versöhnt und mit ihren Opfern. Und daß der Heilige Geist den Angehörigen der Opfer wie der Täter beisteht in ihrem Schmerz, damit alle Kinder Gottes, auch die verlorenen, mit ihm die Ewigkeit in inträchtiger Liebe zusammen verbringen können.

Amen.

Gesellschaft, Politik

Nützliche Idioten?

Nützliche Idioten?
blu-news.org [CC BY-SA 2.0], via Wikimedia Commons
Ein gewisser Alexander Gauland, der offenbar bei der AfD in Brandenburg ein wichtiger Mensch ist, hat offenbar die Flüchtlingshelfer „nützliche Idioten“ genannt, angesichts der Anschläge am 13.11. in Paris.

Ich frag mich ja, wenn man wirklich von „nützlichen Idioten“ sprechen will (ich find den Begriff eigentlich Mist, weil er Menschen abwertet), ob das nicht viel besser auf die ganzen „kritischen Stimmen“ paßt, auf AfD, Pegida, Orban, Le Pen, Seehofer & Söder und wie sie alle heißen.

Denn nützlich für die Terroristen (egal ob Daesh oder Al Quaida) ist doch vor allem eins: Die Spaltung der Gesellschaft in Europa. Die haben doch von Ressentiments gegen Muslime hierzulande am Meisten: Die Muslime spüren Nachteile, werden ausgegrenzt und suchen ihr Heil dann bei den Terroristen, ähnlich wie die Neonazis, die ja auch vor allem dort erfolgreich Nachwuchs finden, wo die Arbeitslosigkeit hoch ist.

Wenn nun also mehr Druck ausgeübt wird auf Flüchtlinge und Muslime allgemein hierzulande, dann ist das genau das, was die Terroristen wollen. Dann sind diejenigen, die für den größeren Druck werben (also Seehofer, Orban, le Pen etc.) die wirklichen „nützlichen Idioten“.

Diejenigen aber, die helfen, Flüchtlinge zu integireren, die ihnen das Ankommen und das Zurechtfinden in unserer Gesellschaft erleichtern wollen sind diejenigen, die Daesh, Al Quaida und wie sie alle heißen entwaffnen.

So wird ganz konkret, was schon die Bibel lehrt, daß Liebe den Haß überwindet. Deshalb helfen keine Kriege gegen den Terror, auch keine Grenzschließungen und keine Obergrenzen.

Die Lösung ist die Liebe, die Lösung ist, sich um die Menschen zu kümmern, und aller Haß wird über kurz oder lange vertrocknen. So kann sich kein Terrorismus halten – übrigens auch kein rechter Terrorismus à la NSU.

Gesellschaft, Politik

Das RL darf kein rechtsfreier Raum sein!

In den letzten Jahren gab es immer wieder Bestrebungen, den Datenverkehr im Internet zu reglementieren und zu überwachen, um Rechtsverletzungen nachvollziehen und bestrafen zu können. Ob Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner oder Störerhaftung: Gesetze müssen sein und Recht und Ordnung müssen im Internet durchgesetzt werden!

Aber wieso eigentlich nur das Internet? Nachdem Regierung und Parlament nun seit Jahren daran gearbeitet haben, das Internet sicherer zu machen, ist es nun auch Zeit, im RL (real life = richtiges Leben/Kohlenstoffleben) nachzubessern.

Das RL darf kein rechtsfreier Raum sein!!!!!11!!!1!!!11!!!!einself!!!!!!!!!

Leider gibtes im RL keine Provider, die jegliche Kommunikation protokollieren können. Daher möchte ich anregen, daß in jedem Geschäft und in jeder Wohnung eineListe geführt wirdvon den Leuten, die dort hin kommen: Ankunftszeit, Aufenthaltsdauer und Persokopie sollte vorerst reichen. Im Zweifel kann man um weitere Angaben erweitern, etwa eine kurze Zusammenfassung etwaiger Gespräche oder eine Liste der Einkäufe… Da dies zu einem Wust an Dokumenten führen dürfte, wäre es vielleicht auch nachdenkenswert, die Bürger einfach mit Fußfesseln auszustatten. So kann leicht nachvollzogen werden, wer sich wann wo wie lange aufhielt. Durch Abgleich aller Daten kann man dann auch nachvollziehen, wer sich wo traf und womöglich gar terroristische Anschläge geplant hat. Ob nun analog per Papier oder digital per Fußfessel: Manipulationen solltenempfindlich bestraft werden, immerhin geht es um den Schutz vor Terrorismus (ist das überhaupt noch der aktuelle Grund für Einschränkungen der Freiheitsrechte, oder ist das nicht schon zu abgelutscht?).

So könnte man die Segnungen der Vorratsdatenspeicherung auf das Kohlenstoffleben übertragen. Ich bin mir sicher, daß so auch die Effizienz der Ermittlung von Verbrechern mittels Vorratsdatenspeicherung enorm gesteigert werden kann. Bisher soll die ja nicht so toll gewesen sein.

Sobald diese Maßnahme europaweit durchgesetzt ist, kann man sich an die Durchsetzung der Störerhaftung machen. Wieviele Straftäter werden bei ihren Taten durch unachtsame Mitbrürger tatkräftig unterstützt? Damit muß Schluß sein: Wer Strukturen zur Verfügung stellt, die Straftaten ermöglichen, muß auch im Kohlenstoffleben mit Konsequenzen rechnen. So waren im letzten Jahr weit über 99% der Straftäter bekleidet. Wer Kleidung an potentielle Straftäter verkauft, darf nciht ungeschoren davonkommen. Die wenigsten Bankräuber würden die Bank nackt ausrauben. Auch Wirtschaftskriminelle würden nicht nackt ins Büro gehen. Auf diese Weise könnten viele Straftaten schon alleine durch die Scham der potentiellen Täter gemindert werden.

Oder man denke an das Fluchtauto! Autokonzerne oder Autohäuser (aber auch Privatpersonen), die Automobile oder andere Fortbewegungsmittel an spätere Straftäter verkauft haben, dürfen nicht straffrei davon kommen! Auch Besitzer von Fortbewegungsmitteln müssen geeignete Maßnahmen ergreifen, die den Diebstahl der Fahrzeuge verhindern, sonst machen sie sich mit strafbar – so wie diejenigen, die ihr WLAN nicht verschlüsseln.

Dies wird anfangs vielleicht für etwas Unmut sorgen, doch sollte im Autoland Deutschland eine entsprechende Umrüstung der Autos etc. durchführbar sein. Auch bei Kleidung und anderen Konsumgütern (100% der Straftäter essen und trinken, um am Leben zu bleiben) dürfte sich letztendlich die Vernunft durchsetzen, daß Straftätern kein Freifahrtschein gegeben werden darf und daß diese Regelung schließlich dem Schutz aller dient.

Am heikelsten dürfte es sein, die Bundestrojaner auf die Kohlenstoffwelt zu übertragen. Das Anbringen von Mikrophonen und Kameras in den Privatwohungen der Bürger könnte bei historisch interessierten Personen Erinnerungen an schlimme Zeiten wecken. Daher sollte diese Maßnahme begleitet werden durch eine vorurteilsfreie Neubewertung der „schlimmen Zeit“. Hatte die Überwachung der Bürger durch das Ministerium für Staatssicherheit nich auch Vorteile? Immerhin konnten so auch Verbrechen aufgeklärt werden. In manchen Fällen führten diese Überwachungen sogar zur Ausbürgerung: Die Überwachten durften schließlich in den Westen auswandern! Viele DDR Bürger hätten sehr viel dafür gegeben…

Bei der Neubewertung ist auch unbedingt darauf zu achten und auch herauszuheben, daß die DDR ein Unrechtsregime war und alles Unrecht seine Wurzel darin – und nicht in den Methoden des Staates – hatte. Wenn eine lupenreine Demokratie wie die BRD dieselben Methoden anwendet bedeutet das deshalb kein Unrecht, weil die BRD im Gegensatz zur DDR eben kein Unrechtsstaat ist, sondern ein Rechtsstaat. Und wer nichts zu verbergen hat, muß auch nichts befürchten.

Diese drei Maßnahmen würden nach meiner Einschätzung massiv dazu beitragen, die Sicherheit hierzuland und in ganz Europa erheblich zu steigern. Sicher gehen damit ein paar „Freiheiten“ verloren, aber es kann nicht immer alles frei sein und unverbindlich. Unsere Gesellschaft braucht mehr Verbindlichkeit, mehr Freiheit geht nur auf Kosten der Sicherheit. Wenn mansich das bewußt macht, sollte doch jedem vernünftigen Bürger klar sein, wo er die Prioritäten setzt!

Gesellschaft

Der gemeine Deutsche

Denk ich an Deutschland in der Nacht…

In der Nacht bin ich aufgewacht, naja, es war halt noch dunkel draußen, aber um 7 kann man schon aufstehen, und da der Wecker ein Radiowecker ist, kamen auch gleich die Nachrichten. Die tägliche Demotivation vorm Aufstehen oder so…

Jedenfalls wurde ich darüber informiert, daß der Deutschen wichtigestes Problem zur Zeit die Zuwanderung ist (nachzulesen ist dat Janze auch hier nochmal, das ZDF verlink ich jetzt nicht, weil die müssen ja irgendwann depublizieren).

Die ganze Problemlage um Datenschutz und Sammellust der Geheimdienste ist weniger ein Problem (und das, obwohl doch das Handy der lieben Angie abgehört wurde! Ist das der Anfang vom Ende der Beliebtheit? Es wird wohl ein langes Ende sein – beliebteste Politikerin ist sie immer noch, die Zustimmung ist sogar gestiegen).

Ganz ehrlich: Ich verstehe meine Landsleute nicht. Ich mein das mit der Zustimmung zu Angie schon gar nicht. Hat die in den letzten 9 Jahren was produktiv gemacht? Also außer hohle Phrasen gedroschen? Bei Schröder war wenigstns alles Chefsache und man wußte: Hartz IV, da ist der Gerd schuld dran. Auch wenn es nicht gut war, er hat wenigstens was getan! Bei Angie könnte ich da nichts benennen, was ihr (und nicht irgend einem Fachminister) zugesprochen werden könnte. Außer vielleicht die klare Zustimmung zu Stuttgart 21, aber das ist ja auch schon wieder vergessen, und das mit der Gewalt gegen die Demonstranten, das waren wieder andere…

Darum geht es mir gar nicht.

Mir geht es um die Zuwanderung. Ich meine: Echt jetzt? Wir sind das so ziemlich reichste Land der EU, das dank Niedriglohnsektor und Zurückhaltung der Gewerkschaften etc im europäischen Vergleich recht gut dasteht, und da wundert man sich, daß da Leute kommen? Und dann soll das auch noch ein Problem sein? Ich mein, gut, wenn die Städter zu uns aufs Dorf ziehen und erst mal Gerichtsverfahren anstrengen um Nachbars Hahn vorzuschreiben, ab wann in Deutschland gekräht werden darf, dann würd ich die Grenzen auch gerne dicht machen, aber es geht denen ja nicht um Zuwanderung aus der Nachbarstadt…

Mal im Ernst: Gab es nicht ne wahnsinnige Panikmache damals, Anno 2004 bei der großen Osterweiterung der EU? Hieß es nicht, wenn die Freizüggigkeit kommt, werden uns Polen, Tschechen und wie sie alle heißen überfluten, uns die Jobs nehmen und was uns sonst noch bleibt, klauen? Ist das eingetreten? Ich aknn jedenfalls nichts davon erkennen, aber es ist ja auch schon 10 Jahre her und an die Panikmache erinnert sich auch keiner mehr. Aber jetzt ist alles noch viel schlimmer, weil Bulgaren und Rumänen, das ist ja noch viel schlimmer als Polen und Tschechen! Warum? Das weiß ich auch nicht, ist aber sicher so, weil es ist ja ein großes Problem, wenn die hierher ziehen.

Komisch finde ich ja, daß diejenigen, die diese Ängste haben, meist überhaupt nicht die Ängste eben jener Polen oder sonstigen östlichen Mitbürger verstehen können, was den Grundstückserwerb von Deutschen in ihren Ländern angeht… jaaa, vor uns Deutschen muß man ja keine Angst haben! Wann haben wir schon mal Probleme gemacht in der Welt…? Ach so… da war doch was…

Derweil die Geheimdienste, was ist dabei schon das Problem? Wer nix zu verbergen hat, muß doch keine Angst haben, nicht wahr? Außerdem sind die ja nur hinter den Terroristen her. Und Terroristen, das sind ja die Bösen. Oder nicht?

Nun ja, mag man einwenden, wer Böse ist, liegt im Auge des Betrachters. Nur weil wir in Deutschland die Angie mögen (also nicht alle, ich nicht, aber mehrheitlich halt) mögen die Griechen (also auch mehrheitlich, glaub ich, zumindest das, was man in den Medien so mitkriegt, aber wer weiß schon wie repräsentativ das ist?) sie noch lange nicht. Ist sie nun eine Terroristin? Das würde vielleicht erklären, wieso ihr Handy abgehört…? Arbeiten bei der NSA eigentlich auch griechischstämmige Amerikaner?

Was tun wir eigentlich, wenn wir morgen die Terroristen sind? Jetzt im Ernst? Ich mein, ich hab ja nicht vor, irgendwelche Bomben zu legen, wieso auch? Mir geht es vergleichsweise gut, also etwa verglichen mit einem Angehörigen der Roma-Minderheit (vulgo „Zigeuner“) in Rumänien. Der will aber auch keine Bomben legen, sondern vielleicht nur in Deutschland nach ner Arbeit suchen, Steuern zahlen, sich integrieren… das was Zuwanderer halt so machen.

Aber was weiß ich, vielleicht findet irgend ein Geheimdienst ja mal „Hinweise“ darauf, daß ich Bomben bauen gewollt hätte – oder so. Und dann geht das ganz schnell, mit der nationalen Sicherheit, ich mein, sicher ist sicher, und die haben ja die Beweise, nur müssen sie sie nicht unbedingt rausrücken, weil nationale Sicherheit (oder hab ich zu viele amerikanische Filme gesehen? Nein, nur zu viel Westenhagen gehört, aber der ist ja auch Zuwanderer. Nach England. Ist der jetzt auch ein Terrorist?)…

Was also lernen wir aus dem Ganzen? Der gemeine Deutsche hat mehr Angst vor Zigeunern als davor, daß seine Bürgerrechte untergraben werden.

Sollte eigentlich nicht überraschen, Geschichte wiederholt sich ja angeblich. Allerdings stellt sich mir ne andere Frage:

 

Angenommen, ich hätte damals gelebt, was hätte ich gemacht?

Und was mach ich heute?

Politik

Warum tut die Regierung eigentlich nichts gegen PRISM und Tempora?

Oder tut sie doch was, oder tut sie so, als ob sie was tut? Wohl am Ehesten letzteres. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, und ich trau da auch keinem mehr. Sicherlich, in der Presse erfährt man dies und das, und immer wieder wird die Frage laut, wieso eigentlich die Piraten nichts tun. Ist doch ihr Thema, die ganze, PRISM, Tempora und Snowden Sache. Und Manning wurde ja auch grad erst verurteilt, und Wikileaks und Assange ist ja auch so ein Piratenthema. Und Whistleblowing (hab ich was vergessen? Sicher, aber es dürfte klar sein, was ich meine).

Zu all diesen Themen hab ich von den etablierten Parteien recht wenig gehört – gut, ich würd ihnen aufgrund der aktuellen Lage sowieso kaum glauben. Man schiebt sich nur einander die Schuld zu, wo man doch gemeinsam an der Ausspitzelung der eigenen Bürger gearbeitet hat, wo man Daten schon immer weitergibt und sich jetzt nicht wundern muß, wenn aufgrund dieser Daten Menschen von Drohnen ermordet werden. Ja, ermordet: Denn es sind keine Kombattanten, und es gibt auch kein ordentliches Gerichtsverfahren (auch hierzu haben die Piraten sich geäußert). Würden die Taliban ne Liste mit zu tötenden Politikern im Westen führen, dann würden wir völlig zu Recht von Terrorismus sprechen, wenn dann mal wrklich einer umgebracht wird. Also ermordet wird. Wieso nicht gleiches Recht für alle? Weil „wir“ (also unsere Regierungen, nicht wir selbst) eben stärker sind. Und damit das auch so bleibt, horchen „wir“ (also unsere Regierungen) uns (ja, das sind nun wirklich wir) aus und leiten Daten weiter an andere Stellen. Was damit passiert wisen wir (also wirklich wir) nicht, weil geheim und so.

Eine Veränderung wird wohl auch nicht gewünscht, also von uns vieleicht schon, aber nicht von „unserer“ Regierung. Das sind die Leute, die mal gewählt wurden, weil es hinreichend viele Leute für gut befunden haben, daß diese Leute an die Regierung kommen, bei der letzten Wahl. Die Informationen dazu hatten sie wohl weitestgehend aus den Medien. Also jene Institutionen, die uns sagen, was eigentlich so passiert und wer was tut. Also diejenigen, denen ich nicht mehr so ganz glaube. Weil, so muß ich im Netz lesen, die Piraten schon ziemlich viel tun (guckstu hier), aber niemand das berichtet und die Etablierten eigentlich nichts tun (haben die denn kein Programm?) und trotzem irgendwie vorkommen mit ihrem Kindergarten (sorry, aber ist doch so!). Wenn man dann och liest, daß die Medienvertreter vor den Reden der Piraten in den Parlamenten regelmäßig die Kameras ausstellen (kommt ja eh nur heiße Luft oder wie?), dann fragt man sich schon, ob es vielleicht doch nicht die Wahlen sind, die darüber entscheiden, wer uns regiert, sondern wenn auch indirekt die Medien, die uns mit dem Wissen versorgen sollen, das wir zur verantwortungsbewußten Wahlentscheidung brauchen. Dann wäre es so, daß der, der die Medien kontrolliert, auch die Republik kontroliert…

Wär jetzt nicht so dolle…

Ich bin nicht politikverdrossen, ich bin medienverdrossen!

Netzfunde

Netzfunde vom Montag, den 15. Juli 2013

Ich hab lange nichts mehr von mir hören lassen, weil: Genau. Es ist Examenszeit. Deshalb wird von mir wahrscheinlich bis zum September hier auch nicht so viel kommen, wenn überhaupt. In den letzten Tagen gab es aber einige Artikel, die ich für so gut halte, daß ich sie hier nicht unverlinkt lassen möchte.

Aber erst einmal etwas anderes: Church Sign Epic Fails zum ichweißnichtwievielten (mich wundert, daß der immer noch was neues findet, vielleicht sollten wie diese Church Signs auch in Deutschland einführen). Ist jetzt nicht so der herausragende Artikel, aber ein bißchen Humor zur Auflockerung dürfte nicht verkehrt sein.

Dann hab ich noch was, was kein Blogartikel ist, und zwar Toms Endzeit-Forum. Viel ist dort (noch) nicht los, aber Tom hängt sich deutlich mehr rein als ich mit meinem Forum. Wir stehen zwar theologisch meilenweit auseinander, er läßt aber auch abweichende Meinungen zu, was recht selten und schon deshalb erwähnens- und lobenswert ist. Vielleicht trifft man sich ja mal dort…

Dann wäre da angesichts der ganzen Überwachung die Frage, ob „anständige Bürger“ davon etwas zu befürchten hätten. Ja, meint einer dieser anständigen Bürger in einem sehr deutlichen Plädoyer. Das ist der Artikel, den man verinken kann, wenn irgendwer mal behaupten sollte, niemand hätte was zu befürchten, der nix ausgefressen hat. Eben doch!

Und wo wir gerade bei der Überwachung sind: Die dient ja nur dazu, Terrorakte abzuwehren, da kann ja keiner etwas dagegen haben. Von 45 Stück war die Tage die Rede. Thomas hat das mal in Relationen gesetzt.

Derek Flood at wohl ein neues Buchprojekt in der Röhre, bei dem es um Gewalt im Namen Gottes geht. In diesem Zusammenhang ist gerade eine Artikelserie am entstehen (Teil 1, Teil 2), die sich mit der Autorität der Schrift befasst.

Und dann war da dieser Artikel über bedingungslose Liebe und daß das kein besonders Friede-Freude-Eierkuchenmßiges Konzept ist. Sie bringt vielmehr so ziemlich alles an Üblem an den Tag, was man sich so vorstellen kann. Bedingungslose Liebe ist demnach nichts für Weicheier, sondern nur für die ganz harten. 😉

Und dann war da noch der Gedanke über den ersten Impuls beim Begegnen mit Menschen und Tieren, dem Unterschied dazwischen und den Gründen dafür.