Theologie

Gleichheit und Unterdrückung

lenin-unterdrückungWeder kann existieren, noch existiert, noch wird jemals existieren eine „Gleichheit“ zwischen Unterdrückern und Unterdrückten, zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten.

Dieses Bild und dieser Satz, alles schön in rot gehalten. Ein Kampfspruch der politischen Linken, die mit solchen Aussagen ihren Kampf für eine bessere Welt legitimiert. Eine Welt, in der diese Gleichheit Wirklichkeit wird, in der es eben keine Unterdrückung und keine Ausbeutung mehr geben soll.

Wenn man das Bild von Lenin sieht und weiß, was aus der Sowjetunion geworden ist, wie eben auch dort keine Gleichheit erreicht wurde, wie eben auch dort Unterdrückung und Ausbeutung vorkam, vielleicht sogar mehr als im Westen, dann widerlegt das nicht den Satz, der da im Bild steht, nein, es bstätigt ihn nur für den Bereich des Sozialismus/Kommunismus.

Ich denke, der Satz ist korrekt, wie er so da steht. Und ich würde noch einen drauf setzen:

Ausbeutung und Unterdrückung werden wir nicht abschaffen können.

Befreien kann uns kein Lenin, kein Kaiser noch Tribun, oder wie die Bibel es ausdrückt: „alle haben gesündigt“ (Röm 3,23), „denn das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an“ (1. Mose 8, 21).

Die Situation ist verfahren, darauf kann man sich vielleicht auch einigen, wenn man nicht an die Ursünde („Erbsünde“ ist ne schlechte Übersetzung für Augustins „peccatum originale originans„) glaubt, die auf diesen und anderen Bibelstellen beruht.

Alle Versuche, an der Unterdrückung und der Ausbeutung etwas zu ändern müssen scheitern, weil der Mensch einfach so ist, daß er auf seinen Vorteil bedacht ist. Das gilt für mich, Dich und alle anderen.

Man will das nicht so gerne wahr haben, denn eigentlich erlebt man sich ja nicht als so schlecht. Meistens sind es ja die anderen: Die Banker, die Kapitalisten, die Nazis, die Radikalen, die Gutmenschen, die Mörder, die Reichen, die Ossis, die Wessis, die Türken…

Kurz: Die sind schuld, nicht ich, nicht wir (diese Sicht der Dinge begegnet einem außer im Bereich der großen Gesellschaftlichen Probleme auch im Kindergarten, nur geht es da um anderes).

Ja gut, mag manch einer sagen, mal nen Vorteil mitgenommen, wo es keine Opfer gibt, das ist ja nicht so schlimm. Die Kirche mit ihrem Moralismus übertreibt es da ja auch immer! Diese Denke spielgelt sich auch in den „Zehn Angeboten“ der Neoatheisten wieder, deren Nr. 4 lautet:

Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen!

Durchsetzung der Ideale der Humanität durch Lüge, Betrug, Stehlen und Mord! Und in Nr. 5 ist dann die Rede davon, daß man nicht moralisieren soll und der homo sapiens gut wäre und keine „Bestie“.

Ich halte die christliche Anschauung vom Menschen als Sünder da für realistischer. So läßt sich erklären, woher Unterdrückung und Ausbeutung kommt. Mit dem anderen Denken, das wohl sowohl von Lenin als auch von den Neoatheisten geteilt wird, ist der Mensch aber an sich gut und leidet unter wenigen Individuen, die aus welchem Grund auch immer böse sind und zumindest bei Lenin mit Gewalt entmachtet werden müssen, damit alles besser wird (wobei die Neoatheisten ja im Zweifel auch mit Mord die „Ideale des Humanismus“ durchsetzen wollen).

Daß die Gewalt an sich und die Bereitschaft, zur Durchsetzung der eigenen Überzeugung (etwa der Durchsetzung der Ziele des Humanismus) mit Gewalt auch schon ein Problem ist, auch schon mit Unterdrückung zu tun hat, das wird dabei übersehen.

So wie immer übersehen wird, daß die eigenen Mittel im Zweifel genau so schlimm sind wie die der Unterdrücker, die man beseitigen möchte. So löst eine Gewalt die andere ab. Mal wird sie mit Gewehren ausgeübt, mal mit Kapital und Wirtschaft, mal sind die Gewinner des Systems eine bestimmte „Ethnie“, manchmal ist es eine bestimmte „Klasse“. Was aber immer bleibt ist:

Wir gegen die, die sind Unterdrücker, wir sind Befreier.

Die gegnersiche Seite versteht sich selbst dann als Verteidigerin der Freiheit, während sie die selbst ernannten Befreier als Terroristen tituliert. Wie gesagt, es ist wie im Kindergarten: Ich hab recht und die anderen haben Unrecht und deshalb hau ich die jetzt.

So ist dem Grundübel, der Unterdrückung und der Ausbeutung nicht beizukommen! Wie ich eingangs schrieb: Unterdrückung und Ausbeutung sind nicht zu ändern. Das gibt es, weil der Mensch so ist. Nicht nur besondere, böse Menschen, sondern wir alle, Dich und mich eingenommen.

Die meisten Lösungsansätze bestehen darin, ungeachtet der Propaganda, daß die eigene Gruppierung sich eben gegen die anderen, notfalls mit Gewalt, durchsetzen muß, damit alles besser wird. Wird es auch: Für diejenigen, die hier ihre eigenen Herrschaft durchsetzen.

Wieso schreibe cih dann aber so lange davon? Auf was will ich hinaus?

Nun, es gibt einen Weg des Umgangs, der jedoch von den meisten Menschen nicht als solcher angesehen wird, ja vielleicht sogar belacht wird. Und das ist der Weg des (christlichen) Glaubens. Jesus spricht zu denjengen, die Ihm nachfolgen wollen:

Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.(Mt 16, 24; Mk 8, 34; Lk 9,23)

Ich meine tatsächlich, die Lösung liegt in der Selbstverleugnung. Wenn ich mich als unterdrückt erkenne, dann kann ich mich bedauern, oder ich kann mich selbst verleugnen und meinen Drang, immer nur mein Bestes zu suchen, und kann die Situation annehmen.

Die erste Option führt dazu, daß ich im Zweifel enorme Energie aufbringe, den Zustand der Unterdrückung zu bekämpfen. Dieser Kampf kann mich gefangen nehmen, indem ich meine Freiheit über alles setze, ordne ich dem Kampf alles unter, ud es kommt in immer mehr Feldern zur Alternativlosigkeit: Wenn ich in dem Kampf vorwärts kommen will, muß ich dies oder jenes tun und kann auf anderes keine (oder kaum) Rücksicht nehmen. Ich bin Gefangener meines Freiheitskampfes und all mein Tun ist festgelegt. Ich bin vielleicht nicht mehr von äußeren Umständen unterdrückt, dafür nehmen mich innere Umstände, nämlich der Kampf um die Freiehti, gefangen. Ich unterdrücke mich quasi selbst, habe nichts von meiner Freiheit.

Im zweiten Fall würde ich den Freiheitskampf nicht antreten, was schmerzhaft ist. Ich würde vielleicht sogar zusehen, daß ich mich möglichst gut ausbeuten lasse, daß ich ein guter Sklave des Systems bin. Das bedeutet extreme Selbstverleugnung und nach dem eigenen Vorteil braucht man dabei nicht lange suchen. Der ist hin.Wenn man es aber schafft, die Kraft dazu aufzubringen, daß man sich selbst derart zurücknimmt, gewinnt man damit auch eine gewisse innere Freiheit, die für den Freiheitskämpfer unerreichbar ist. Man hat nichts zu verlieren, man gibt, was man hat demjenigen, der einen unterdrückt. Aber alles, was der Unterdrücker von einem nicht will, hat man für sich und kann damit tun, was man will, ohne sich überlegen zu müssen, inwieweit man damit den eigenen Freiheitskampf gefährdet. Das ist eine sicherlich kleine Freiheit, aber eine größere, als sie der in der Alternativlosigkeit gefangene Freiheitskämpfer hat.

Ich glaube, der Weg ist nur im Glauben wirklich zu gehen, weil einem sonst die Kraft dazu fehlt. Aber ich glaube auch, daß dieser Weg tatsächlich etwas verändern kann, im Gegensatz zu all den Revolutionen, die sonst als Rettung angesehen werden, die aber meist nur viele Tote und Zerstörung und eine neue (und nicht zwingend bessere) Regierung bringen.

Dieser Weg ist im besten Sinne unmenschlich, insofern der menschliche Weg der der Gewalt ist. Dieser Weg kann auch ansteckend sein, indem er die Unterdrücker, die ja selbst in den Alternativlosigkeiten dieser Welt gefangen sind, zum Umdenken bringt. Indem sie Menschen erleben, die sich offen ihnen gegenüber verhalten und nicht nur ihre Position gefährden, können auch sie offener werden und gewinnen Alternativen im handeln dazu. Sie werden so auch ein wenig freier.

Meiner Meinung nach sollten Revolutionen nur so, und nicht mit Gewehren verlaufen. Dieses Ideal steht auch hinter dem Kampf der Bürgerrechtsbewegung in den USA um die Aufhebung der Rassentrennung. Man hat sich lieber von der Polizei mißhandeln lassen, als selbst zur Gewalt zu greifen. Leute wie Malcolm X haben das wie ich oben schrieb belächelt und verurteilt. Nach menschlichem Denken verständlich: Wie sollte man im Freiheitskampf gewinnen, wenn man sich in die Unfreiheit begibt, nicht zurückschlägt, wie früher die Sklaven?

Trotzdem war die Bürgerrechtsbewegung erfolgreich, auch wenn icht alles durchgesetzt wurde. Die USA haben einen schwarzen Präsidenten, schon in der zweiten Amtsperiode, während die Bewaffnung und die Gewalt, die vonLeuten wie Malcolm X propagiert wurde, wohl mit ein Grund dafür ist, daß weiße Cops meinen, sie könnten einfach so schwrze Jugendliche niederschießen, weil die hätten ja schließlich alle Waffen und seien gefährlich…

Eine Sache noch:

Ich bitte zu beachten, daß ich hier nur von der eigenen Person aus argumntiert habe, nur die eigene Unterdrückung betrachtet habe, nicht die Unterdrückung anderer. Ich finde dies wichtig, weil ich eben für mich am ehesten sprechen kann, weniger für eine Gruppe, ein Millieu, dem ich vielleicht nicht einmal angehöre. Lenin wollte die Arbeiter befreien und war selbst keiner, die RAF wollte die deutschen Arbeiter befreien, die großteils BILD lasen und nicht viel von der RAF hielten. Und hätte Guevara in Bolivien mehr Unterstützung von den dortigen Bauern, die er befreien wollte, gehabt, wäre er vielleicht nicht gefangen und erschossen worden.

Man könnte nun meinen, ich spreche mich hier dafür aus, daß die Unterdrückten eben unterdrückt sein und dabei glücklich sein sollen, da ich als Angehöriger einer priviligierten Schicht mich dafür ausgesprochen habe, das Kreuz auf sich zu nehmen und zu dienen um so eine innere Freiheit zu erlangen, die schließlich auch andere befreit.

Dem ist nicht so! Was ich ausdrücken wollte ist, daß keine gewaltsame Befreiung weder der eigenen Person noch anderer etwas am grundsätzlichen Problem ändern wird, man tausht höchstens die Rollen. Das bedeutet jedoch nicht, daß man angesichts der Unterdrückung anderer nichts machen solle. Wo man kann sollte man auf eine Veränderung hinwirken, indem man die Dinge beim Namen nennt und zusieht, daß man sich selbst nicht – vielelicht aus Alternativlosigkeit – in solche Unterdrückungsmechanismen verstrickt (und wir sind alle darin verstrickt!). Kurz: Wenn Du jemanden siehst, der Hilfe braucht, dann hilf ihm, hilf ihm nachhaltig, aber versuche nicht, ihm zu helfen, indem Du mit Gewalt etwas am System ändern willst. Denn das System änderst Du nicht mit Gewalt, da es selbst auf Gewalt baut. Mit Gewalt stützt Du das System nur, Du tauschst höchstens ein paar Rollen aus un der Hilfsbedürftige von heute wird zum Unterdrücker von morgen.

Fazit

Gleichheit läßt sich nur über den Weg des freiwilligen Dienstes erreichen. Denn wenn ich freiwillig das tue, was mein Unterdrücker verlangt, dann begebe ich mit damit mit ihm auf Augenhöhe. Damit unterlaufe ich die Unterdrückung, denn wo ich freiwillig arbeite, werde ich weder unterdrückt noch ausgebeutet. So komme ch auf Augenhöhe mit denen, die mich unterdrücken.

Darüber hinus kann ich alle mir zur Verfügung stehenden Kräfte nutzen, um anderen Unterdrückten das Leben so leicht wie möglich zu machen, wobei Gewalt keine Optionist, weil sie das System stärkt und nicht schwächt.

Gesellschaft

Che ohne Knarre

Vom der Erwähnung eines Artikels über Kennzeichenspeicherung in Bayern bei diaspora* kam es in den Kommentaren bald zur Diskussion über die Notwendigkeit einer Revolution. Ja, diaspora* (oder zumindest viele der Leute, mti denen ich verbunden bin) ist sehr revolutionär geprägt.

Wie dem auch sei: Ich wandte ein, daß ich auf ne Revolution wenig Bock hätte, weil das ja auch immer Leid bedeutet. Und wenn man Leid in Kauf nimmt, um ein anderes Leid abzuschaffen, dann sollte man ne Kosten-Nutzen Aufstellung (schon wieder so ein kapitalistischer Begriff ;)) machen und sich das Ganze nochmal überlegen, denk ich.

„Rasier Klinge“ hat daraufhin einen Kommentar geschrieben, in dem sie auch Bezug auf Jesus nimmt und auf den ich hier etwas ausführlicher reagieren will. Doch zuerst nochmal Rasier Klinge’s Kommentar:

Nun, mir wären unblutige Revolutionen auch lieber. Trotzdem nützen nur Worte nichts. Egal wie gehaltvoll sie auch sind. Mächtige sind höchst ungern ohne Macht. Dann sind sie sinnentleert. Die Erkenntnis, ohne Macht nichts zu sein, ist unangenehm. Sogar Jesus hatte göttlichen Beistand, sogar er musste was tun, heilen, Wasser in Wein, spektakulär sterben,was auch immer..nur predigen beeindruckt selten die Massen. Es spaltet sie höchstens. Und da das Bodenpersonal der diversen Götter nichts taugt, sieht man daran, dass sie nicht heilen, sondern Waffen segnen. Wenn ich also keinen Gott zur Hand habe, und auch sonst meinen Lebenssinn in etwas anderem sehe als in Macht ausüben, bis nur noch die Macht da ist, ich dafür verschwunden…was soll und kann ich tun um den gegenwärtigen Zustand zu ändern?
(Hervorhebungen von mir)

Das erinnerte mich an eine Bezeichnugn für Che Guevara, ich weiß gar nicht, wo ich sie zuerst gehört hatte:

Jesus mit ner Knarre.

Die Parallele zwischen Jesus und Guevara, die hier aufgemacht wird, liegt wohl darin, daß über beide von den jeweiligen Anhängern berichtet wird, daß es ihnen um eine Befreiung ging, nur daß Guevara eben so konsequent gewesen sei, zur Waffe zu greifen und den Versuch unternommen hat, etwas zu ändern, während Jesus lediglich die andere Wange hingehalten habe. Gestorben sind dann beide: Guevara, weil er an nen Stärkeren kam, und Jesus, weil Er einmal zu oft die Wange hingehalten hatte, statt sich zu wehren.

Doch während für Guevara sein Tod die ultimative Niederlage war – die Revolution in Bolivien blieb aus, er war tot und wurde am Ende noch kapitalistisch vermarktet – war der Tod Jesu Sein großer Triumph. Denn im Gegensatz zu Guevara hatte Er damit Seinen Feind besiegt, indem Er dessen Bösartigkeit offensichtlich machte. Damit war das Kreuz Jesu ein sichtbares Zeichen für die Gewalt des Systems (oder des Bösen, wenn man es mythologischer ausdrücken will). Guevaras Tod war höchstens ein Zeichen dafür, daß seine Gewalt der seiner Gegner unterlegen war. Er offenbarte in seinem Tod kein Unrecht, denn er selbst griff zur Waffe und hat sich damit moralisch auf die Ebene seiner Gegner begeben.

Nun sagt Rasier Klinge einerseits, nur predigen helfe nichts und auch Jesus habe das nicht getan. Stimmt. Aber wenn jemand etwas Gutes tut, dann wird das nicht unkommentiert bleiben, also hier oder da wird immer „gepredigt“ werden, oder „verkündigt“ oder wie man vielleicht moderner sagt: berichtet, gedeutet, erklärt.

Wenn ich Rasier Klinge richtig verstehe, wäre ihr die gewaltlose Alternative lieber, aber sie sieht diese nicht und fragt deshalb am Ende, was sie tun kann. Ich denke, eine Antwort könnte durchaus bei Jesus zu finden sein. Und zwar ganz ohne dabei an Gott glauben zu müssen (oder doch? ich wäre hierzu an Rückmeldungen interessiert).

Und zwar ganz einfach, indem man Jesu Beispiel folgt: Gutes tun, und die Retourkutschen des Systems wegstecken. Damit ändert man nicht den Gesamtzustand. Aber den kriegen wir wahrscheinlich eh nie in den Griff (der Christ kann hier auf die Hoffnugn auf Gott zurückgreifen, aber Gott wollten wir hier ja rauslassen).

Das System lebt ja davon, daß wir alle in einer wie auch immer gearteten Ordnung stecken und uns dementsprechend verhalten. Jeder von uns steht unter Druck von oben, gibt aber auf irgend eine Weise auch Druck nach unten ab. Und den haben wir im Griff, das ist unsere Macht. Und wenn wir hier den Druck rausnehmen und gleichzeitig den von oben aushalten, schaffen wir in unserem Machtbereich ein Stückchen Freiheit.

Das ist verdammt schwer, kaum zu 100% durchzuhalten und wird auch nicht das ganze System ändern. Denn selbst wenn es Nachahmer finden wird, ist und bleibt es ein Kampf gegen Windmühlen.

Bei diaspora* liest man dann häufig, daß eben nicht nur einzelne den Konsumismus ablegen sollten, sondern am Besten alle im Kollektiv. Mit dem Kollektivismus haben wir nicht wirklich bessere Erfahrungen gemacht als mit dem Kapitalismus, nur so nebenbei. Die Welt ist nun einmal so, daß die Leute nicht so sind, wie wir sie uns wünschen, und daß jeder Druck, den wir auf sie ausüben, um sie so zu machen, wie wir sie haben wollen

  1. nur dann ausgeübt werden kann, wenn wir die Macht haben, Druck aufzubauen
  2. dazu  führt, daß bei diesen Menschen dann neue Unfreiheiten entstehen, die der Keim für die nächste Revolution sind.

Wobei dann wieder neue Freiheiten erkämpft und andere unterdrückt werden. Die Welt ist so, wie sie ist, und deshalb werden wir das absolut gerechte System nicht erschaffen.

Schlußendlich bedeutet das, daß wir den Druck, den wir von oben kriegen, nur unter der Prämisse abschaffen können, daß wir neuen Druck anderswo aufbauen. Oder anders ausgedrückt: Wir können nicht uns selbst befreien, sondern immer nur die, deren Freiheit in unserer Hand liegt, weil wir nach dem gängigen System die Macht über sie haben.

Das ist es mehr oder weniger, was Jesus tat. Er heilte die Kranken udn siechen und scherte sich einen Kehrricht um die Machtstrukturen des Systems, indem er den Randsiedlern (Zöllner, Huren, Sünder im Allgemeinen) auf Augenhöhe begegnete, also nicht Macht über die ausübte, die nach den Regeln des Systems unter Ihm standen. Das reizte die über Ihm stehenden im System, den Druck zu erhören bis zu Seiner Hinrichtung. In Mt 12 etwa lesen wir erst, wie Jesus den Phrisäern aus der Schrift darlegt, wieso die Regeln, die sie zur Stützung ihres Systems herangezogen haben, bei Ihm nicht ziehen. Und zwar in Bezug aufs Ährenrauffen am Sabbath. Und dann ist die Geschichte vom Heilen am Sabbath, wo Jesus dann auch noch sagt, sie würden nicht anders handeln als Er. Er beugte sich nicht der Macht, mit der sie über Ihn auf die von Ihm Abhängigen „durchregieren“ wollten. Und Er machte sich damit zum Ziel. In Vers 14 steht dann:

Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat über ihn, wie sie ihn umbrächten.

Sprich: Man kann etwas tun. Aber das bedeutet, Opfer bringen. Und in der Konsequenz wie Jesus, ist kaum einer dazu bereit. Auch Guevara war es nicht, er suchte nach dem großen Wurf, die absolute Freiheit zu erreichen (als ob wir mit dem Absolutismus gute Erfahrungen gemacht hätten!) und schuf damit neue Unfreiheiten und mit den Kriegen, in denen er kämpfte, auch jede Menge Leid.

Und Jesus? Er schuf vor allem sich selbst Leid. Er änderte auch das System nicht, aber ermöglichte im Rahmen Seiner Möglichkeiten als Mensch, was möglich war, indem Er denen Freiheit gab, denen Er sie als Mensch geben konnte.

Der große Systemumsturtz wird von den Christen erst am Ende der Zeit erwartet, und darauf liegt unsere Hoffnung. Bis dahin geht es uns, wie auch den Nichtchristen: Freiheit können wir nur denen schaffen, die unter unserer Macht stehen. Und es ist ein entbehrungsreicher Kampf gegen Windmühlen, ohne Aussicht darauf, je einen Sieg in der Weise zu erringen, daß wir die absolute Freiheit umgesetzt hätten und der Kampf zu Ende wäre.

Aber, wir haben gute Voraussetzungen für diesen Kampf. Wir leben in einer Demokratie, wodurch unsere Macht auf die gesamte Gesellschaft so groß ist wie selten zuvor. Die immer noch recht freie Kommunikation übers Internet spielt da auch noch rein. Ebenso, daß wir in einem der reichsten Länder der Erde wohnen. Alles das sind Machtfaktoren oder Faktoren, die unsere je individuelle Macht sehr hoch ansetzen. Wir können vielleicht nicht das ganze System ändern (weil sich nur die Leidtragenden ändern würden), aber wir können dadurch vielen Menschen mehr Freiheit geben. Wir selbst aber werden mit den Konsequenzen daraus leben müssen, denn uns selbst können wir nur Freiheit verschaffen, indem wir andere unterjochen.

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Waffenexport

Jetzt werden also 200 Panzer nach Saudi Arabien geliefert, um dort die Revolution zu verhindern die Region zu stabilisieren. Toll! Gut für den Industriestandort, gut für die Arbeitsplätze, gut für die Regierung, die ja ach etwas Steuern einnehmen sollte bei der ganzen Sache.

Sicher, es ist nicht schön, wenn mit deutschen Waffen Menschen ermordet werden, vor allem wenn es sich vielleicht nicht um böse Diktatoren und deren Handlanger, sondern um demonstrierende Jugendliche aus dem unterdrückten Volk handelt. Aber das war bisher kein Hinerungsgrund, etwa Libyen und Irak auszurüsten, wieso also bei Saudi Arabien?

Irgendwo hab ich mal gehört, daß Deutschland sehr strikte Ausfuhrgesetze hat. Die haben auch schon bei der Türkei, immerhin NATO Partner dazu geführt, daß ne geplante Panzerlieferng lange in den Schlagzeilen war. Ist schon ne Weile her.

Aber irgendwie habe ich das Gefühl, daß weniger die Frage eine Rolle spielt, ob es sich m eine Krisenregion handelt, sondern vielmehr, wer unter Umständen mit den Waffen in Schach gehalten werden könnte, Kollateralschäden werden hingenommen. Vielleicht passt hier auch das Lieblingswort der Regierenden: „alternativlos“. Paßt sonst recht häufig.

Ich denke aber, daß es eben nicht darum geht, wer in Schach gehalten werden kann, mit den Waffen, sondern eben genau um die zu befürchtenden „Kollateralschäden“, etwa beim unterdrückten eigenen Volk oder von benachbarten Inselvölkern (nein, nicht England, Bahrain).

Und ich frage mich, ob es nicht Zeit wäre, sich einmal Gedanken zu machen, ob man nicht Waffenexporte af die Länder beschränkt, die Mitglied der EU sind. Die haben jedenfalls (soweit ich das sehe) keine schwelenden Konflikte, und auch wenn allenorts auch und gerade in der EU die Freiheit eingeschränkt wird, so ist doch noch relativ viel davon vorhanden.

Vielleicht würde das Arbeitsplätze kosten, in der Waffenindustrie. Aber andererseits: Wir haben ja auch gerade mal wieder den Ausstieg aus der Kernenergie vollführt, und man wird ja nicht müde ns z erklären, daß noch nicht klar ist, woher der ganze Strom in Zukunft kommen soll. Das wäre doch zum Beispiel ein veritables Betätigungsfeld für arbeitslose Waffeningenieure und Panzerrohrpolierer. Der Export von ökologischen Kraftwerken ist auch meines Wissens nicht beschränkt, man dürfte wohl auch Iran Windräder liefern (und wenn die die Finger dann von der Kernkraft lassen, umso besser).

Vielleicht wäre hier ja auch ein neues Betätigungsfeld für die Grünen, nachdem der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie durch ist und auch fast niemand mehr vom Waldsterben redet. Getreu dem Motto Frieden schaffen ohne Waffen könnten sie sich gezielt für den „ohne Waffen“ Part einsetzen, nachdem in der letzten Regierungsperiode der Grünen das Frieden schaffen (damals aber noch mit Waffen im Kosovo und in Afghanistan) den Hauptaugenmerkt bekam.

Oder die Piratenpartei nimmt sich des Themas an und pusht das ein bißchen: Es geht ja auch um Transparenz, wobei ich sowieso nicht verstehe, wieso Deutschland die Geschäfte anderer Länder geheim hält. Aber ich verstehe so einiges nicht, das wäre aber ein neues Thema.

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Interview with Wael Ghonim

Wael Ghonim (twitter: @ghonim), who was detained by the Egyptian regime and spent 12 days in jail, was released yesterday. He immediately gave an interview to Mona al Shazly (spelled right?) Dream TV, which was very emotional. This interview has been brought to youtube including English subtitles. For reasons of documentation I post the 3 videos here:

Part 1:

http://www.youtube.com/watch?v=SjimpQPQDuU&feature=iv&annotation_id=annotation_914368

Part 2:

http://www.youtube.com/watch?v=yW59LZsjE_g&feature=iv&annotation_id=annotation_573074

Part 3:

http://www.youtube.com/watch?v=V690GO7YzgA&annotation_id=annotation_8208&feature=iv

Shokran to all who made this available to non Arab speakers. I just read on twitter that the guys of @AliveinEgypt made this possible. Thank you so very much!

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Tahrir Youth Statement

I found this one here. It says to spread, so with this I do:

A Statement from the protesters at Cairo’s Tahrir square‬‪to the Egyptian people‬

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‪The President’s promises and the bloody events of Wednesday February 2‬

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‪We the protesters who are currently on sit-in at Tahrir (liberation) square in Cairo since January 25, 2011 strongly condemn the brutal attack carried out by the governing National Democratic Party’s (NDP) mercenaries at our location on Wednesday February 2, under the guise of “rally” in support of President Mubarak. This attack continues on Thursday February 3. We regret that some young people have joined these thugs and criminals, whom the NDP is accustomed to hire during elections, to march them off after spreading several falsehoods circulated by the regime media about us and our goals. These goals that aim at changing the political system to a one that guarantees freedom, dignity and social justice to all citizens are also the goals of the youth. Therefore we want to clarify the following.‬

‪ ‬

Firstly, we are a group of Muslim and Christian Egyptians; the overwhelming majority of us does not belong to political parties and have no previous political activism. Our movement involves elderly and children, peasants, workers, professionals, students and pensioners. Our movement cannot be classified as “paid for” or “directed by” a limited few because it attracted millions who responded to its emblem of removing the regime. People joined us last Tuesday in Cairo and other governorates in a scene that witnessed no one case of violence, property assault or harassment to anyone.‬

‪ ‬

Secondly, our movement is accused of being funded from abroad, supported by the United States, as being instigated by Hamas, as under the leadership of the president of the National Assembly for change (Mohamed El-Baradie) and last but not least, as directed by the Muslim Brotherhood. Many accusations like these prove to be false. Protesters are all Egyptians who have clear and specific national objectives. Protesters have no weapons or foreign equipment as claimed by instigators. The broad positive response by the people to our movement’s goals reveals that these are the goals of the Egyptian masses in general, not any internal or external faction or entity.‬

‪ ‬

Thirdly, the regime and its paid media falsely blame us, demonstrators, for the tension and instability in the streets of Egypt in recent days and therefore for damaging our nation’s interests and security. Our answer to them is: It is not the peaceful protesters who released the criminal offenders from prison to the unguarded streets to practice looting and plundering. It is not the peaceful protesters who have imposed a curfew starting at 3 o’clock PM. It is not the peaceful protesters who have stopped the work in banks, bakeries and gas stations. When protesters organized its one-million demonstration it came up in the most magnificent and organized form and ended peacefully. It is not the protestors who killed 300 people some with live ammunition, and wounding more than 2,000 people in the last few days.‬

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Fourthly, President Mubarak came out on Tuesday to announce that he will not be nominated in the upcoming presidential election and that he will modify two articles in the Constitution, and engage in dialogue with the opposition. However the State media has attacked us when we refused his “concession” and decided to go on with our movement. Our demand that Mubark steps down immediately is not a personal matter, but we have clear reasons for it which include:‬

‪• His promise of not to run again is not new. He has promised when he came to power in 1981 that he will not run for more than two periods but he continued for more than 30 years.‬‪• His speech did not put any collateral for not nominating his son “Gamal”, who remains until the moment a member of the ruling party, and can stand for election that will not be under judicial supervision since he ignored any referring to the amendment of article 88 of the Constitution.‬‪• He also considered our movement a “plot directed by a force” that works against the interests of the nation as if responding to the demands of the public is a “shame” or “humiliation”.‬‪• As regards to his promise of conducting a dialogue with the opposition, we know how many times over the past years the regime claimed this and ended up with enforcing the narrow interests of the Mubarak State and the few people who control it. ‬
‪ ‬

‪And the events of Wednesday proved our stand is vindicated. While the President was giving his promises, the leaders of his regime were organizing (along with paid thugs and wanted criminals equipped with swords, knives and Molotov bombs) a brutal attack plot against us in Tahrir square. Those thugs and criminals were accompanied by the NDP members who fired machine guns on unarmed protesters who were trapped on the square ground, killing at least 7 and wounding hundreds of us critically. This was done in order to end our peaceful national popular movement and preserve the status quo.

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‪Our movement is Egyptian – Our movement is legitimate- Our movement is continuing‬

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‪The youth of Tahrir Square sit-in‬

‪February 3, 2011 at 11:30am‬

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‫بيان للشعب من معتصمين بالتحرير – الرجاء النشر والتوزيع‬

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‫بيان للشعب‬

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‫أول القصيد: وعود الرئيس وأحداث الأربعاء 2 فبراير‬

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‫نحن محتجون منذ 25 يناير الماضي، ومعتصمون في ميدان التحرير، ندين

بشدة الاعتداء الغاشم الذي نفذته مرتزقة الحزب الوطني علينا في مقر اعتصامنا يوم الأربعاء

2 فبراير تحت غطاء المظاهرة المؤيدة للرئيس لمبارك ويستمر العدوان يوم الخميس 3 فبراير. ونأسف لدخول البعض من شباب مصر مع البلطجية والمجرمين ممن اعتاد الوطني تأجيرهم في الانتخابات، وساقوهم علينا بعد أن أشاعوا اكاذيب عديدة يروجها النظام وإعلامه بخصوصنا وبخصوص اهدافنا المنادية بتغيير للنظام السياسي يكفل لنا ولجموع المواطنين الحرية وكرامة العيش والعدالة الاجتماعية، والتي هي ايضا من اهداف هذا الشباب، ولذلك نريد توضيح الاتي:‬

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‫أولا، نحن مجموعة من شباب مصر مسلمين ومسيحيين، أغلبيتنا الكاسحة لا تنتمي لأحزاب سياسية ولا لها نشاط سياسي من قبل. حركتنا ضمت شيوخا وأطفالا، فلاحين وعمال ومهنيين، طلبة وموظفين على المعاش. حركتنا لا يمكن تصنيفها على أنها مدفوعة أو محركة من قلة بحكم الملايين الذين استجابوا لشعاراتها باسقاط النظام، وانضموا اليها يوم الثلاثاء الماضي في القاهرة والمحافظات، في حدث لم يشهد حالة عنف واحدة أو اعتداء على الممتلكات أو تحرش من أحد بأحد.‬

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‫ثانيا، حركتنا متهمة بأنها ممولة من الخارج، وتمدها الولايات المتحدة، وأنها قامت بتحريض من حماس، وبأنها تحت قيادة وبتنظيم رئيس الجمعية الوطنية للتغيير محمد البرادعي، وأخيرا وليس آخرا، بأنها موجهة من قبل الاخوان المسلمين. وتعدد الاتهامات بهذا الشكل في حد ذاته يثبت زيفها. المحتجون كلهم مصريون أهدافهم أهدافا وطنية واضحة ومحددة. المحتجون ليس لديهم لا سلاح ولا معدات أجنبية كما يدعي المحرضين. واستجابة الناس الواسعة لها تكشف أنها هي ذاتها أهداف جموع المصريين عموما، وليس أي فصيل أو كيان داخلي وخارجي.‬

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‫ثالثا، يلقي النظام وإعلامه المأجور زورا وبهتانا بالمسئولية عن التوتر وعدم الاستقرار الذي شهدته شوارع مصر في الأيام الماضية، وبالتالي عما يسببه ذلك من أضرار لمصالحنا ومصالح أمتنا ولأمننا جميعا، على الشباب المتظاهر. فليس المتظاهرون سلميا هم الذين أخرجوا المجرمين من السجون ليخلقوا حالة السلب والنهب في شوارع المحروسة. ليس المتظاهرون هم الذين فرضوا حظر تجول يبدأ من الثالثة وأوقفوا العمل في البنوك والمخابز ومحطات الوقود. وحين نظم المتظاهرون مظاهرتهم المليونية خرجت في أحلى حلة وأفضل تنظيم، وانتهت سلميا. المتظاهرون ليسوا هم من قتلوا 300 شخص بعضهم بالرصاص الحي، وجرحوا أكثر من ألفي شخص في الأيام الماضية.‬

‫ ‬

‫رابعا، خرج الرئيس مبارك علينا مساء الثلاثاء ليعلن عدم ترشحه في الانتخابات الرئاسية المقبلة وتعديله لمادتين في الدستور، وخوض حوار مع المعارضة. وقد هاجمنا الاعلام الرسمي عندما رفضنا “تنازلاته” وقررنا المضي في حركتنا. إن مطلب التنحي الفوري لمبارك ليس مسألة شخصية. لكننا نستند في ذلك على أسباب واضحة من بينها:‬

‫ ‬

‫الوعد بعدم الترشح ليس جديدا. فقد وعد مبارك عندما جاء رئيسا في 1981 بعدم الترشح لأكثر من فترتين، ليستمر بعدها لأكثر من 30 عاما. كما أن الخطاب لم يضع أي ضمانات لعدم ترشح ابنه جمال، الذي يظل حتى هذه اللحظة عضوا في الحزب الحاكم، ويستطيع ترشيح نفسه في انتخابات لن تتم تحت اشراف قضائي، إذ تجاهل الخطاب الاشارة الى تعديل المادة 88 في الدستور. كما اعتبر الخطاب حركتنا مؤامرة من قوى تعمل ضد مصالح الوطن، وكأن الاستجابة لمطالب الجماهير عار وعيب. وأما فيما يتعلق بالحوار مع المعارضة فكم من حوارات ادعى النظام انه سيقوم بها خلال السنوات الماضية وانتهت بمضي دولة مبارك في طريق المصالح الضيقة لمن يسيطرون عليها.‬

‫ ‬

‫وجاءت أحداث الأربعاء لتثبت صحة موقفنا. فبينما كان خطاب الرئيس يوعد، كانت قيادات نظامه ترتب مع البلطجية والمسجلين خطر من المأجورين مؤامرة الاعتداء الوحشي في التحرير بالسنج والمطاوي وقنابل المولوتوف، يصاحبهم أعضاء الحزب الوطني بإطلاق الأعيرة النارية بالبنادق الآلية على المتظاهرين العزل المحاصرين في الميدان، الذي أدى إلى مقتل سبعة على الأقل وإصابة المئات، منهم بإصابات بالغة، وذلك لإنهاء حركتنا الشعبية الوطنية والتمهيد لبقاء الحال على ماهو عليه.‬

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‫حركتنا مصرية – حركتنا مشروعة – حركتنا مستمرة‬

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‫شباب معتصم بالتحرير‬

I presume the Arabic says the same as the English.

Allgemein

Free like an Egyptian

Now for decades the Egyptians live under a dictatorship

Mubarak is the man o-eh-o who’s ruling the land and his might is big

he’s sending police to those guys who want to be free or dare to talk

they’re tortured and killed o-eh-o so no one dares hoping he could be free

 

And anger’s growing in the hearts of the people

eh-o-eh-o-eh-o-eh-o

tought to be an Egyptian

 

now one fine day a dictator’s kicked out country – I speak of Tunesia

Egypt’s hearts flow over o-eh-o with hope and desire to be free at last

they go out on the street demand their rights and stay there despite murder ’n police attacks

whole world is watching o-eh-o the Brave standing up for liberty

 

And Muslims, Christians, Jews and Atheists stand together

e-oh-eh-o-eh-o-eh-o

rise like an Egyptian

 

The regime is broke, Mubarak leaves it’s over, freedom prevailed at last

and the foreign lands o-eh-o stood aside this is the victory of Egyptians

they’d suffered hard, stand through fear and been accused of all kind of things

but thugs and violence o-eh-o couldn’t keep Egypt away from her destiny

 

and all the peoples round the world wish that they as well could be

e-oh-eh-o-eh-o-eh-o

free like an Egyptian

 

The protests in Egypt inspired me trying to write those lines, I had The Bangles‘ „Walk like an Egyptian“ in mind. I am not a poet, so this means something when the things happening inspire me to at least retext a pop song.

God bless the Egyptian Revolution!

Allgemein

Egypt Revolution

Usually I write this blog in German, but this time, I want to use the English tungue to possibly reach a broader audience. And actually I do not have very much to say at this time. All I can say is that I am praying for the Revolution on the Nile to be successful soon, and that there will not be more casulties, and I think I am not alone with this thought in the western world. Of course we are afraid of the idea a new (islamisitc fundamentalist) regime wold be the replacement for the Mubarak regime, but I personally see a low possibility for this. So if there is any Egyptian reading this, know that I am with you, that I wish you all the best and God’s blessing of freedom.

That said, I have one question that is puzzeling me for some while now. I keep reading about Egyptians asking for support by western governments, before all the USA. I might be dead wrong, but I think this would be the worst thing that could happen to the revolution, because it would be water to the propaganda mills of Mubarak, so he could back his claims that the whole thing is pushed by foreign powers. I deeply hope this is the reason of the US administration and my own German government for not using a more direct language, and I do hope that western countries will offer all kind of support for the new democratic government that is to be put in place after Mubarak and his gang is kicked out of Egypt.

God be with you!

Update: Seeing pictures like this, I have problems believing the protesters would bring up a system that would oppress Christians.

Update: And a video: http://www.youtube.com/watch?v=ThvBJMzmSZI