Gesellschaft

Religion is like a Penis

Dieses Mem dürftendie meisten von Euch schon kennen:

Ich habe mich unterdessen gefragt, ob diese Aussage denn wirklich stimmt, oder ob der Vergleich nicht falsch ist. Mit diesem Artikel will ich mal den Anfang machen und versuchen, etwas zutreffendere (und vielleicht auch intelligentere) Sprüche nach dem selben Muster zu verbreiten. Zwei fallen mir ein:

Religion is like a Penis.
It’s nice to have one.
It’s nice to be proud of it.
But be responsible with the way you use it, because you wouldn’t like it if someone used it in a violent way on you.

Religion is like a vagina.
It’s nice to have one.
It’s nice to be proud of it.
But please don’t stuff it with things you’d like to see in there.
And PLEASE don’t teach my children to rape it likewise.

Sind jetzt vielleicht nicht die besten Sprüche, aber dafür gibt es ja Euch: Also los, ran an die Kommentarfunktion und teilt Eure Abwandlungen mit. Wenn ich demnächst mal Zeit habe, bring ich die Sprüche in Grafikform zum Weiterverbreiten und Gegenmemen.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde vom Mittwoch, den 11. Juli 2012

Christian hat noch weitere neun Klischees aufgeschrieben. Außerdem gibt es 10 Gegenmittel gegen christliche Clichés. (Wie schreibt man das jetzt eigentlich?)

Eric Djebe hat nen sehr guten Artikel über heiligen Zorn geschrieben.

Der Autor von Jesus und Mo hat heute Probleme, den Unterschied zwischen unmündigen Kindern und mündigen Erwachsenen zu verstehen. Oder ärgert er sich in ähnlicher Weise darüber, daß Eltern für ihre Kinder die Haarfrisur, die Kleider, die angemessenen Spielsachen, den angemessenen Freundeskreis aussuchen? Aber sobald es Religion ist, handelt es sich um schlimmste Unterdrückung, wie man sie selbst in der Steinzeit nie hatte…

Bei humanicum geht es heute um ESM/Fiskalpakt und um Zwangsarbeit. Außerdem geht es um die Abschaffung der Residenzpflicht für Asylanten und in welcher Weise der entsprechenden Petition „entsprochen“ wurde.

Auch Erik Schüler schreibt von ESM und Fiskalpakt. Das scheint sowieso ein interessantes Thema zu sein, so ganz begriffen um was es da geht, hab ich nicht, aber ich informier mich auch immer seltener über sowas. Es gibt anderes zu tun nd wenn das Geld kaptt geht? Nun, ich hab eh kaum welches. Verlieren können nur die Großkopferten und diejenigen, die sich dahinsparen wollten…

Ein weiterer Artikel zum Thema Beschneidung hat Stephanie geschrieben. Ich glaub aber ich versteh nicht, auf was sie hinaus will.

Gerd Häfner äußert sich zur Berichterstattung bezüglich des neuen Jobs von Bischof Müller, der ja bekanntlich Nachnachfolger des aktuellen Papstes als „Oberinquisitor“ wurde.

Peter schreibt zu Sexualethik, Bischof Woelki und die „Therapierng homosexeller Neigungen“ in den USA.

Die Titanic hatte mal wieder ein böses Cover und diesmal war der Papst das Ziel. Das hat viele Reaktionen hervorgerufen. Zum Beispiel vom Herrn Alipius. Oder von Thomas, dessen Reaktion eher in die gegengesetzte Richtung neigt.

Warum die Redefreiheit nicht für Christen gilt, kann man bei Jason Hess nachlesen und Trevor Scott Barton hat nen Artikel über Heldentum geschrieben.

Stöckchen

Das Besondere an der Bibel

Ich sortier das mal unter „Stöckchen“ ein, weil es af ne Frage auf nem anderen Blog zurückgeht, die ich hier beantworten will. Die Fragen, es sind eigentlich mehrere, lauten:

  1. Wieso hält ein Christ die Bibel für heilig?
  2. Wieso glaubt ein Christ, daß die Bibel irgend etwas über den wahren Gott aussagt?
  3. Warum gerade die Bibel und nicht ein anderes Buch?

Die einfache Antwort wäre nun etwa so:

  1. Weil sie Gottes Wort ist.
  2. Weil es in der Bibel steht.
  3. Weil kein anderes Buch heilig ist, kein anderes Buch von Gott ist.

Die Antworten sind vielleicht nicht mal falsch – leider Gottes. Es gibt Richtungen im Christentum, wo die Bibel als von Gott diktiert, unfehlbar und über jeden Zweifel erhaben gilt. Wenn man nachhakt, kommt nicht mehr als „ist halt so“. Jedenfalls hab ich noch keine darüber hinausgehende Antwort gehört. Aus gewissen Kreisen.

Und solche Antworten sind natürlich nicht überzeugend, weil es keine wirklichen Antworten sind. Ich denke, daß hier auch ein Grund dafür liegt, wenn sehr konservative Christen direkt Atheisten werden, eher noch, als daß sie ihr Bibelverständnis hinterfragen. Mir ist es oft passiert, daß ich im Gespräch mit Atheisten dort auf Bibelverständnisse gestoßen bin, die dem Bibelverständnis eben jener konservativen Kreise entsprechen. Entweder, Gott hat die Erde in 7 Tagen erschaffen, oder das sind alles Lügen und sie sind unglaubhaft. Entweder, Mose und David haben wirklich existiert nd die Geschichten über sie sind wahr, oder es ist alles erstnken und erlogen, und die Bibel muß als Lügenwerk entsorgt werden. Entweder die Bibel ist unfehlbar, oder ien einziger Fehler. Entweder sie ist wie Gott, oder vom Teufel.

Bei diesem Bibelverständnis ist es kein Wunder, wenn einige Atheisten jeden historischen Fehler, jede Ungenauigkeit, jeder innerbiblische Widerspruch frenetisch gefeiert wird.

Ich möchte einen anderen Vorschlag machen. Das hat zwei Konsequenzen: Erstens kann man damit immer noch gut und gerne Christ sein, ohne daß die Bibel historisch korrekt sein muß. Außerdem nimmt es besagten Atheisten ein wenig die Freude, weil die Widersprüche eben nciht mehr gefeiert werden können. Aus Erfahrung kann ich aber sagen: Sie tun es trotzdem, während sie gleichzeitig behapten, man wäre kein richtiger Christ. So wie es auch die konservativen Christen gerne mal tun, wenn man nicht ihr Bibelverständnis teilt.

Also, die anderen Antworten, die ich anbieten möchte, sind:

  1. Heiligkeit der Bibel
    Die Bibel ist heilig, weil „heilig“ ihrem Gebrauch entspricht. Die Bibel ist kein profanes Buch, das aus profanen Gründen gelesen wird, etwa zur Unterhaltung. Sie wird auch meist nicht als Fachbuch gelesen, um irgendwelche neuartigen Fachkenntnisse zu erwerben. Die Bibel ist abgesondert vom profanen, also gewöhnlichen Gebrauch. nd „heilig sein“ bedeutet nichts anderes als eben das: Abgesondert sein. Man liest die Bibel zur Erbauung, wenn man sich selbst in den abgesonderten Bereich des Göttlichen begibt. Auch wenn man dei Bibel studiert und in diesem Zusammenhang liest, geschieht es doch meist, wenn im profanen Bereich als profane Handlung, aber doch meist mit einem Ziel im abgesonderten, heiligen Bereich. Etwa, daß man mehr über Gott erfahren will. Die Bibel ist also heilig, weil sie so behandelt wird. Würde sie wie ein normales Bch behandelt, wäre sie nicht heilig.
  2. Sagt die Bibel etwas über den wahren Gott aus?
    Ganz klare Antwort: Kann man nicht sagen. Sie sagt etwas über einen Gott aus. Sie entwirft ein Gottesbild. Dieses Gottesbild hat zwar immer wieder Brüche und ist nicht frei von Widersprüchen, aber es scheint immer der gleiche Gott gemeint zu sein, denn die verschiedenen widersprüchlichen Texte sind aufeinander bezogen. Man kann also sagen, daß die Bibel etwas über Gott aussagt, über einen bestimmten Gott. Ob dies nun der wahre Gott ist, kann man nicht objektiv belegen. Falls das jemand der Leser doch kann, wär ich ziemlich interessiert (in dem Fall werf ich das Stöckchen einfach mal weiter). Bis der Gegenbeweis da ist, behaupte ich aber das Gegenteil.
  3. Warum gerade die Bibel?
    Ebenfalls klare Antwort: Tradition. Oder auch gute Erfahrung? Ich glaube es war Karl Barth, der einmal sagte, Gott könne sich so wie durch die Bibel auch durch einen toten Hund offenbaren. Aber es gibt definitiv mehr Berichte davon, daß es durch die Bibel geschah, während mir kein Bericht bekannt ist, in dem es um einen toten Hund ginge. Daher ist es nicht verwunderlich, daß Christen die Bibel tradiert haben, und nicht Hunde mumifiziert.
    Es ist also durchaus möglich, daß es Besseres als die Bibel gibt. Den Beweis der größeren Güte, der nur durch die Geschichte erbracht werden kann, weil wir nur dadurch die Bibel gekriegt haben, muß allerdings erst noch angetreten werden.

Zusammenfassend kann man wohl sagen, daß es keinen objektiven Grund gibt, der belegen könnte, daß der Gott der Bibel der wahre Gott ist, noch kann gesagt werden, daß die Bibel die geeignetste Form ist, diesen Gott kennen zu lernen. Ich denke sogar, sie ist ungeeignet dazu, dem Menschen einen Zugang zu Gott aus eigener Kraft bereit zu stellen. Sie ist eine Möglichkeit, durch die Gott wirkt, eine Möglichkeit unter vielen, und sie stiftet Einheit, weil alle sie benutzen. Also alle Christen.

Gott allerdings ist von der Bibel unabhängig. Deshalb glabe ich nicht, daß man mit der Bibel alleine auch schon Gott „hat“. Ich glaube vielmehr, die Bibel ist ein Korrektiv. Wiederum eins unter vielen, etwa neben der Gemeinde, aber immerhin eins.

Wir kriegen eine Verbindung zu Gott nur, wenn Er sich uns offenbart. Die Bibeltexte können helfen, hier zwischen Einbildung und Realität zu unterscheiden. Und hier merkt man schon: Da die Offenbarungen ne recht persönliche Sache sind, gitl das für die Korrektivkraft der Bibel in gleicher Weise. Das Korrektiv fnktioniert so, daß die Bibel niedergeschriebene Gotteserfahrungen enthält, die einige tausend Jahre alt sind und auch über mehrere Jahrhunderte aufgeschrieben wurden. Insofern ist die Bibel normierende Norm (norma normans) für unsere privaten Gottesoffenbarungen, und unterscheidet die Einbildngen von den Tatsachen (ich sprech hier von Subjektivem, Hinweise auf die Nichtbelegbarkeit meiner Aussagen gehen am Ziel vorbei). Da die Bibel aber auch aus Niederschriften von Gottesoffenbarungen besteht, ist sie gleichzeitig normierte Norm (also norma normata). Hier komm ich wohl in Widerspruch zu Luther, aber ich bin auch kein Lutheraner.

Schlußendlich bleibt die ganze Sache subjektiv, ich kann also nur darlegen, wie ich die Dinge sehe, ich kann keine harten, objektiven Fakten liefern. Da aber all unsere Wahrnehmung subjektiv ist und alle Erklärungsmodelle der Welt (auch) auf Erfahrung beruhen, hab ich damit kein großes Problem.

Eine Frage fällt mir noch ein, die ich selbst beantworten möchte, bevor sie jemand nicht stellt: Angenommen, man würde die Bibel durch den Koran oder Grimms Märchen ersetzen, würde das nciht auch so funktionieren?

Antwort: Sehr gut möglich, daß es funktionieren würde. Theoretisch. Wir haben ja letztendlich einen Zirkel aufgemacht, und wieso sollten andere Zirkel weniger gut sein? Allerdings, und hier liegt der Unterschied, kriege ich die Privatoffenbarungen besser mit der Bibel zusammen, als mit Grimms Märchen, dem Koran oder den gesammelten Bänden von Karl May. Es ist und bleibt also alles subjektiv.

Allgemein

Das Ferkelbuch

Es ist schon Jahre her, da hat ein gewisser Atheistenfunktionär ein Buch herausgegeben, das er als „Kinderbuch“ verstanden haben möchte, und das von einem kleinen Schweinchen handelt, das sich af die Suche nach Gott begibt, und natürlich – entsprechend der INtention des Ators – nicht fündig wird.

Eigentlich ist die ganze Aufregung darum lange her, und das Bch eigentlich auch nicht wert, groß wahrgenommen zu werden. Trotzdem wird es immer wieder genannt in Diskussionen, und deshalb möchte ich grndsätzlich aufschreiben, wo ich das Problem des Buches sehe.

Das Problem des Buches ist, daß es sich das Unmögliche zm Ziel genommen hat und dieses Unmögliche als Ideal propagiert. Es geht um die Kritik.

Nun ist Kritik sicherlich keine Unmöglichkeit. Zum Glück ist sie das nicht, auch wäre dieser Artikel hier überflüssig! Aber Kritik bedarf einer gewissen Reife, eines gewissen Entwicklungsstandes. Die Religionskritik des Buches, die in erwachsenen Kreisen möglich ist und sein muß, ist eben erst ab einem gewissen Alter überhaupt erst leistbar und als solche zu verstehen. Kleinere Kinder sind jedoch nicht in der Lage, in solchen Bahnen zu denken. Es verwundert, daß der Pädagoge Schmidt-Salomon dies nicht beachtet.

Um Kritik zu üben, braucht es erst einmal einen eigenen Standpunkt, den kleine Kinder aber erst Stück für Stück ausbilden, indem sie sich an Eltern und Umfeld orientieren.

Eine solche Orientierung wird von „religionskritischer“ Seite gerne als „Indoktrination“ bezeichnet, denn es wird ja nur eine Anschauung vermittelt, eben die der jeweiligen Religion. Dagegen soll dann das Ferkelbuch eben ein kritischer Beitrag sein, ein kritisches Buch, zur Erziehung kritischer Geister. (komischer Weise sind alle hetigen „kritischen Geister“ in ihrer Kindheit ohne dies Buch ausgekommen)

Nimmt man aber das Alter der Kinder, die die Zielgruppe eines Buches wie dem Ferkelbuch sind, dann sind eben jene Kinder zur Kritik nicht fähig, sondern nehmen, wie ihre „indoktrinierten“ Altersgenossen alles ziemlich 1:1 auf, was ihnen vorgesetzt wird. Und das gilt auch für „religionskritische“ Bücher.

Insofern ist es Etikettenschwindel, wenn das Ferkelbuch unter dem Label „Kritik“ verkauft wird, denn es mag so konzipiert sein, es wird aber so nicht wirken können, sondern seinerseits auch nicht über die angebliche „Indoktrination“ religiöser Kinderbücher hinauskommen. Die jeweilige Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.

Interessanter fände ich ein Buch, das nicht negativ vorgeht, und den Kindern erzählt, daß alle anderen Unrecht haben mit ihrer Religion, sondern das eigene Ansichten und Werte in den Mittelpunkt stellt. Damit hätten die Kinder einen eigenen Standpunkt, wenn sie später kritisch vorgehen, und andere Standpunkte mit ihrem eigenen vergleichen. Das Ferkelbuch aber ermöglicht eine solche positive Ausbildung eines eigenen Standpunktes nicht, sondern grenzt nur negativ gegen andere ab. Es beantwortet nicht die Kinderfrage nach dem, was ist, sondern klärt die Kinder über das auf, was (angeblich) nicht ist.

Ich habe Zweifel, ob das für Kinder so hilfreich ist. Ich vermute sogar, daß es hier und da zur gelangweilten Nichtbeachtung kommt, weil eben keine Fragen beantwortet werden, aber viele sich stellen.

Natürlich muß dies so sein, denn der Atheismus oder die „Religionskritik“ ist sich ja nur in dem einig, was sie ablehnt, hat aber kein eigenes einigendes Weltbild. Und wo es dies nicht gibt, kann man es auch nicht in Kinderbücher fassen. Also bleibt man beim Etikettenschwindel und kritisiert weiterhin andere für das, was man selbst macht, wenn auch unter falschem Label. Früher nannte man das Heuchelei, und man vermutete sie oft bei kirchlichen Würdenträgern. Noch ein Punkt in dem die „Neuen Atheisten“ verdächtig nach einer eigenen Religion aussehen…

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Donnerstag, 22. März 2012

Melissa hat nach einer längeren Pause und einem mzug von Kanada nach USA wieder etwas geschrieben. Es geht um Schönheitsideale, die Liebe zum eigenen Körper und Kindererziehung.

Ameleo hat in zwei Artikeln gestern und heute dargelegt, warum sie lieber in der Katholischen Kirche Kritik übt als in eine andere Kirche zu konvertieren.

Alex Schnapper hat über die OB Wahl in Frankfurt geschrieben und einen Fragebogen der Piraten verlinkt, der beiden Stichwahl Kandidaten zuging aber nur vom SPD Mann beantwortet wurde (in den Kommentaren ist die Rede von „nach dem Mund reden“).

Bei Peregrinatio gibt’s nen Artikel, der kurz die von Alberto Giublini und Francesca Minerva zur Debatte gestellte postnatale Abtreibung (vulgo: Mord – die beiden stellen die These auf, es sei in Ordnung Neugeborene unter den Umständen zu töten, die auch Abtreibungen zulassen) anreißt, um dann zur gezielten Abtreibung von Mädchen zu kommen.

So gibt es Hinweise darauf, daß nicht archaische Religionen am Femizid in Ländern wie Indien und China (aber wohl auch Albanien, Georgien und Armenien) schld sind, sondern die moderne, säkulare Kultur. Das Ideal heißt Kleinfamilie mit Haus, die ideale Kinderzahl ist eins, und das muß der Stammhalter sein.

Beim Lesen des Artikels zur postnatalen Abtreibung kam mir ein ganz anderer Gedanke: Es stimmt einfach nicht, daß es in bioethischen Fragen keinen Dammbruch gäbe. Erst wurde die Abtreibung ermöglicht (in Deutschland ist sie zwar verboten, abe straffrei), was dazu führte, daß dies als Argument für die Zulassung von PID führte. Nun stützen sich Gublini und Minerva ebenfalls auf die Abtreibung, wenn sie die Grenze ein Stück weiter verschieben wollen, um den Infantizid wieder zu ermöglichen. Man darf gespannt sein, was der nächste Schritt sein wird.

Jedenfalls läßt bestärkt mich das Ganze in meinem Zweifel daran, daß alles Unmenschliche nd Barbarische von den Religionen, und alles Menschliche von einem modern-religionslosen Denken kommt. Sowohl beim Kindermord als auch bei den Abtreibungen von Mädchen stehen Christentum und andere Religionen auf Seiten der Opfer. Von religionslosen Abtreibungsgegnern hab ich noch nichts gehört.

Das war’s für heute von den Netzfunden. Bis zum nächsten Mal.

glaube

Text zu Johannes 6, 1-14 (Speisung der 5000)

1 Danach fuhr Jesus weg über das Galiläische Meer, das auch See von Tiberias heißt.
2 Und es zog ihm viel Volk nach, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat.
3 Jesus aber ging auf einen Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern.
4 Es war aber kurz vor dem Passa, dem Fest der Juden.
5 Da hob Jesus seine Augen auf und sieht, dass viel Volk zu ihm kommt, und spricht zu Philippus: Wo kaufen wir Brot, damit diese zu essen haben?
6 Das sagte er aber, um ihn zu prüfen; denn er wusste wohl, was er tun wollte.
7 Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Silbergroschen Brot ist nicht genug für sie, dass jeder ein wenig bekomme.
8 Spricht zu ihm einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus:
9 Es ist ein Kind hier, das hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; aber was ist das für so viele?
10 Jesus aber sprach: Lasst die Leute sich lagern. Es war aber viel Gras an dem Ort. Da lagerten sich etwa fünftausend Männer.
11 Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie denen, die sich gelagert hatten; desgleichen auch von den Fischen, soviel sie wollten.
12 Als sie aber satt waren, sprach er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt.
13 Da sammelten sie und füllten von den fünf Gerstenbroten zwölf Körbe mit Brocken, die denen übrig blieben, die gespeist worden waren.
14 Als nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll. 15 Als Jesus nun merkte, dass sie kommen würden und ihn ergreifen, um ihn zum König zu machen, entwich er wieder auf den Berg, er selbst allein.
Auch für Jesus gilt: alles hat seine Zeit. Es gibt Zeiten der Nähe zu Menschen und Zeiten des Rückzugs. So zieht er sich zu Beginn mit seinen Jüngern zurück. Es ist die zeit des Passafestes, des Gedenkens an den durch Gott ermglichten Exodus und die Zeit, Gemeinschaft zu pflegen.
Jesus sieht, dass ihm viele gefolgt sind und beginnt mit der Pflege der Gemeinschaft. Zum Test, erfahren wir, fragt er Phillipus, wo sie Brot kaufen können. Der Test dient nicht dazu, Phillipus bloßzustellen, er soll ihm Gelegenheit zum Lernen geben. Phillipus reagiert menschlich-pragmatisch: Jesus will Essen kaufen, da muss geguckt werden, was an Geld da ist. Das Ergebnis ist ernüchternd: Es wird nicht reichen. Der BLick aufs eigene Vermögen offenbart zunächst materielle Beschränktheit. Phillipus traut Jesus offenbar auch nicht zu, daran etwas zu ändern und zeigt so den menschlichen Mangel an Vertrauen zu jesus, offenbart weitere menschliche Beschränktheit.
Dann meldet sich Andereas zu Wort. Er hat sich anscheinend umgesehen, zumindest weist er Jesus auf einen Jungen mit Brot und Fischen hin. Doch auch er stellt fest, dass es nicht reichen wird und offenbart menschliche Beschränktheit, menschliche Grenzen. Doch er zeigt einen Lösungsansatz, den Jungen. Zunächst werden also menschliche Grenzen gezeigt, dann ein Lösungsansatz. Und dann folgt die Lehre für Phillipus, Andreas und uns: Öffnen wir die Augen, erkennen Lösungsansätze und bringen sie vor Jesus. Er wird mehr daraus machen, als wir es uns träumen lassen. Die Jünger sind nicht allein, es gibt andere menschen mit Gaben, mit denen Jesus wirken kann.
Zunächst lässt Jesus die Menge sich an einem Ort mit viel Gras lagern. Schlägt man nun einen Bogen zum anfangs erwähnten Passafest, fällt verschiedenes auf: Beim Passafest Gedenken an einen Aufbruch aus Sklaverei und Mangel, zunächst der Gang in die eigentlich zum Überleben großer Menschenmengen ungeeignete Wüste, hier Ankunft in einem Grasland, das Nahrung für alle bietet und in das das Volk eingeladen wird. Beim Passafest wird an Gottes Handeln an den Menschen gedacht, hier und jetzt handelt Jesus, d.h. Gott, wieder an den Menschen. Er gibt Nahrung und Lager, d.h. Ruhe.
Und als alle satt sind, lässt Jesus die Reste der Nahrung, des Guten für die Menschen, einsammeln, damit nichts umkommt. Er gibt das Gute für die Menschen nicht dem Verderben preis, sondern bewahrt es für die Zukunft.
Die Menge reagiert darauf, indem sie ihn zum König machen will. Damit würde er aber dem Kreuz ausweichen und so der Möglichkeit, den Menschen nicht nur einmal Brot zu geben, sondern Brot des Lebens für immer zu sein. Deshalb muss er den Menschen in diesem Moment ausweichen. Denn er will uns Menschen durch ihn, das Brot des Lebens, aus der Sklaverei der Schuld befreien und mit uns ein ewiges Fest feiern – allen menschlichen Grenzen zum Trotz.
Das Wort zum Tag

Tageslosung zum 21.03.2012 (Spr 3, 7)

Sei nicht weise in deinen Augen. Fürchte den HERRN und halte dich fern vom Bösen.

Das Thema „Weisheit“ im Alten Testament ist so umfangreich, dass ich darauf an dieser Stelle nicht in aller Breite eingehen möchte, sondern auf diesen Artikel verweise. Ansonsten beschränke ich mich auf einen Aspekt, den ich spannend finde:

Es geht bei der Weisheit um eine Erkenntnis, die den Einzelnen wie die Gemeinschaft zu gelingendem Leben befähigt. Gelingendes Leben kann sowohl Vermeidung von Krisen (so → Proverbien) als auch Bewältigung von Krisen (so eher bei → Hiob und → Qohelet) bedeuten. Weisheit ist damit handlungsorientiert und wird so zur Lebenspraxis..

(Vgl. hier, 1.1 , 6. Absatz)

Ich finde an diesem „Konzept der Weisheit“ interessant, dass es nicht um rein intellektuelles Wissen ohne Bezug zur Lebenswirklichkeit geht. Der Ausdruck „in deinen Augen“ wird im Griechischen mit einem Reflexivpronomen im Dativ wiedergegeben (Vgl. V. 7), deshalb wird dieser Satz auch mit „Halte dich nicht selbst für weise“ übersetzt.

Der nächste Satz liest sich förmlich als Erklärung zu diesem Satz: Fürchte den HERRN und halte dich fern vom Bösen. Mit Furcht ist hier Ehrfurcht gemeint. Ehrfurcht vor Gott kann nur empfinden, wer sich seiner eigenen Grenzen bewusst ist (auch wenn nicht jeder, der sich seiner Grenzen bewusst ist, gleich ehrfürchtig Gott gegenüber wird). Da die Furcht des HERRN sich im rechten (d.h. richtigen) Lebenswandel zeigt, kann die Aufforderung „meide das Böse“ als Parallelismus memborum (Merkmal bibelhebräischer Poesie, vgl. hier 3.1) verstanden werden. Wie der „richtige Lebenswandel“ auszusehen hat, darüber lässt sich streiten. Ich glaube, man ist auf einem guten Weg, wenn man sich dies vor Augen hält:

Jesus antwortete: »Das erste ist: ›Höre, Israel: der Herr, unser Gott, ist Herr allein, 30 und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Denken und mit aller deiner Kraft!‹ (5.Mose 6,4-5) 31 An zweiter Stelle steht dieses (Gebot): ›Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‹ (3.Mose 19,18) Kein anderes Gebot steht höher als diese beiden.«

(für diejenigen, die es im Textzusammenhang lesen wollen: Mk 12, 28-31)

Das stellt einen vor gehörige Herausforderungen, denn es bedeutet auch, dass man zum Vergeben bereit ist. Christus hat sich dieser Herausforderung gestellt und noch am Kreuz um Vergebung für seine Henker gebeten. Deshalb ist grade die Passionszeit eine gute Zeit, um sich ganz bewusst mit der Vergebung zu befassen. Stellen wir uns der Herausforderung, in unserem Alltag Vergebung zu leben, mit der Zeit ohne Ärger an die zu denken, die uns Unrecht getan haben (z.B. indem sie unseren Laptop klauen…).

 

Das Wort zum Tag

Tageslosung zum 28.02.2012 (Jona 2, 9)

Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade.

Dieser Satz stammt aus einem Gebet des Propheten Jona. Wie kam er dazu, ihn zu beten? Gott gab Jona den Auftrag, nach Ninive zu gehen und dort zu predigen. Die Stadt ist dermaßen böse, dass ihr Unheil vonseiten Gottes droht. Deshalb soll Jona dort predigen und sie zur Buße bewegen.  (Jona 1, 2). Jona weigert sich. Erst am Ende erfahren wir, warum: Er war sich sicher, dass JHWH Ninive gnädig sein würde, wenn er dort predigt. Und statt sich darüber zu freuen, dass Gott gnädig ist, will er Ninive meiden. Er will offenbar Ninive von der Gnade Gottes ausschließen. Er bezahlt Geld für eine Schiffsfahrt nach Tarsis und  vertraut sich nicht der Führung Gottes an, sondern will ihm ausweichen.

Diese Momente des Ausweichens sind mir nur zu vertraut. Diese Jona-Momente, in denen ich Gott ausweichen möchte. Mich ihm und seinen Fragen nicht stellen möchte, weil sie unbequem sein können. Solche Fragen können z.B. sein: „Der Ärger, den du letztens hattest – ist der schon beigelegt? Und wenn er es nicht ist: „Warum nicht? Hast du alles dafür getan, ihn beizulegen?“. Sich solchen Fragen zu stellen kann anstrengend sein und zu einem Ausweichmanöver verlocken. Doch an Jona sehen wir, dass sie zu nichts führen – außer zu größeren Schwierigkeiten.

Sein Plan scheitert, das Schiff gerät in einen Sturm. Es droht zu sinken, die Mannschaft ist hoffnungslos und fragt nun ihn: „Was sollen wir tun?“ Jona weiß, was zu tun ist, er kennt den Grund für den Sturm und antwortet: „Werft mich ins Meer, so wird das Meer still werden und von euch ablassen. Denn ich weiß, dass um meinetwillen dieser Sturm über euch gekommen ist“. Ob er selbst damit rechnet zu überleben ist unklar. Als alles Mühen der Mannschaft nichts nützt, werfen sie ihn schließlich ins Meer – nicht ohne seinen Gott um Verzeihung zu bitten, falls er unschuldig ist. Er schreit – wie er später im Gebet schildert – zu JHWH und findet sich im Bauch des Fisches wieder. Und hier betet er. Er schildert, wie er bis hierhin kam und zieht am Schluss die Lehre aus den Ereignissen. An dieser Stelle setzt der Losungstext ein:

„Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade“

So übersetzt Luther den Text. Ein Hebräischdozent, bei dem ich Hebräisch gelernt habe, hat uns immer wieder eingeschärft: Vertrauen Sie niemals der Lutherübersetzung ungeprüft und achten Sie genau auf das, was da im Hebräischen steht. Dieser Satz hat mich durch mein ganzes Studium begleitet. Texte sind ein bisschen wie Strickpullover: auf einzelne Fäden muss geachtet werden, damit am Ende etwas Ganzes entsteht, aber an einzelnen Fäden darf nicht zu sehr gezerrt werden, sonst zerstört man den Text. Es ist Behutsamkeit gefragt. Behutsam und vorsichtig sollen deshalb die Fäden aufgenommen werden, die in diesem Text verstrickt sind.

Der erste Faden heißt „sich halten an das Nichtige“. Überprüft man die Lutherübersetzung durch einen Vergleich verschiedener Übersetzungen oder einem eigenen Übersetzungsversuch, wird deutlich, was mit „sich halten an das Nichtige“ gemeint ist: Es geht hier um die Verehrung anderer Götter. Zum Thema andere Götter lesen wir bei Luther: Worauf du nun (sage ich) dein Herz hängst und verlässest, das ist eigentlich dein Gott. Dieses Thema hat vor und nach Jona Menschen beschäftigt und auch wir sind vor die Frage gestellt: An was hängst du dein Herz, d. h. auf was setzt du dein uneingeschränktes Vertrauen?

Was heißt eigentlich „sein Vertrauen auf jemanden setzen“? Bei Jona wird es umschrieben mit: sich an etwas halten. Sich an etwas halten kann verschiedenes bedeuten. Zum einen kann es heißen: Halt bei etwas suchen. Mit Hilfe von etwas sicher stehen, z.B. mit einem Stock, auf den man sich stützt. Zum anderen kann es auch bedeuten: Sich an etwas Orientieren. Ein Leuchtturm zum Beispiel ist ein Anhaltspunkt, eine Orientierungshilfe, die den Weg weist. Hilfen zum Stehen  und Hilfe beim Orientieren beides klingt bei „sich halten an“ an. Und so lautet die Frage an uns, die im Text ein bisschen verborgen ist: „Worauf stützt du dich? Wer oder was ist deine Orientierungshilfe?“

Jona stützte sich am Beginn seiner Reise nicht auf Gott, sondern auf sein Geld, mit dem er sich die Schiffsfahrt erwarb. Sein Orientierungspunkt war nicht Gott, sondern der Leuchtturm von Tarsis. Es ist nichts gegen Geld einzuwenden. Es ist auch sonst nichts gegen Dinge einzuwenden, die uns im Alltag unterstützen. Auch Leuchttürme sind im Allgemeinen zu begrüßen. Gegen Orientierungs-hilfen im Alltag ist nichts einzuwenden. Doch weder Alltagsstützen noch Orientierungshilfe dürfen wir so vertrauen wie wir Gott vertrauen dürfen: Vorbehaltslos, ohne Einschränkung. Ein weiteres prominentes Beispiel dafür, was passiert, wenn wir etwas anderem als Gott vorbehaltlos vertrauen, sahen wir auch im Evangelium. Auf die Leidensankündigung Jesu widerspricht Petrus und will Jesus davon abbringen (Vgl. Mt.16, 22) Er vertraut seinen eigenen Gefühlen mehr als Gott, und wird dafür zurechtgewiesen. So stehen sie beide, Jona und Petrus, als Erinnerung daran, dass wir nichts und niemandem mehr vertrauen können und dürfen als Gott.

Auch davon, was die Folgen wären, sich an Nichtiges zu halten, Gott nicht zu vertrauen, lesen wir im Lesungstext „Die sich an Nichtiges halten, die verlassen ihre Gnade“.

Der zweite Faden, der aufgenommen wird, ist „die verlassen ihre Gnade“.

Man kann einen Ort nicht verlassen, ohne zuvor dort gewesen zu sein. Man kann auch Menschen nicht verlassen, ohne zuvor in irgendeiner Form – körperlich oder z.B. durch Mailkontakt – bei ihnen gewesen zu sein. Ebenso wenig kann man Gnade verlassen, wenn sie nicht zuvor bei einem gewesen ist. Wenn es also heißt: „Die sich halten an das Nichtige, die verlassen ihre Gnade“ müssen diese zuvor Gnade gehabt haben, sonst könnten sie sie nicht verlassen. Es geht also hier nicht um die, die ihr Vertrauen noch nicht auf Gott setzen. Es geht um die, die Gott nicht mehr vertrauen.

Und es geht um die Jona-Momente in uns. Um die Momente, in denen wir sagen: Ich kann Gott nicht mehr vertrauen. Über diese Menschen, über diese Jona-Momente wird gesagt: Da wird die Gnade verlassen. Und nicht irgendeine Gnade, sondern ihre Gnade. Gnade ist etwas ganz persönliches. Diese ganz persönliche Gnade kann nur wirksam werden, wenn wir uns jemandem voll ausliefern. Das geht nur, wenn wir dem, dem wir uns ausliefern, vertrauen. Die Gnade, von der bei Jona die Rede ist, ist die Gnade Gottes. Wenn wir anderen Dingen mehr vertrauen als Gott und Gott so unser Misstrauen aussprechen, können wir auch keine Gnade von ihm annehmen. Denn wie könnten wir Gnade von jemandem annehmen, dem wir misstrauen? Es sind diese Jona-Momente, in denen wir – wenn auch nur zeitweise – das Vertrauen in Gott verlieren und so unsere Gnade verlassen.

In diesen Jona-Momenten kann es auch die Jona-Geschichte sein, die uns neues Vertrauen ermöglicht. Denn nachdem ihn die Seefahrer ins Meer geworfen haben, droht er umzukommen. Doch statt sich in seinen Tod zu fügen, setzt er doch noch einmal all sein Vertrauen, seine Hoffnung auf den Gott, dem er vorher ausweichen wollte. In seiner Not schreit er zu JHWH – und wird erhört. Er geht unter – und überlebt, geborgen von einem Fisch. Im Leben kann uns das Wasser bis zum Hals stehen. Auch untergehen ist nicht ausgeschlossen. Doch auf eines können wir uns verlassen: Rufen wir dann zu Gott und befehlen uns seiner Gnade an, dann kommt auch für uns ein Fisch, der uns rettet und unter den Wogen hindurchträgt. Denn nur weil wir die Gnade verlassen, heißt das ja noch lange nicht, dass Gott uns verlässt. Jona wird getragen und drei Tage später an Land gesetzt. Wieder fordert Gott ihn auf, nach Ninive zu gehen und dort zu predigen.  Gott ist hartnäckig – er ist ein Gott der zweiten Chance, der vielen Chancen. Diesmal hört Jona auf ihn und geht in die große Stadt Ninive. Nach Sturm, beinahe ertrinken und drei Tage im Fisch geht er doch in die Stadt, die ihm das Ganze – indirekt zumindest – eingebrockt hat. Er geht in die Stadt, die er eigentlich meiden möchte. Das ist Vertrauen, aus dem heraus Gnade wirksam werden kann: Sich von Gott auch an die Orte und die Situationen schicken lassen, die man eigentlich meiden möchte.

Es wird geschildert, dass er dort eine ebenso kurze wie wirkungsvolle Predigt hält, deren Kern wohl nur aus einem Satz bestand: „Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen“. Die Folgen sind beeindruckend. Die Stadt geht in Sack und Asche, sie tut Buße. Selbst der König geht in Sack und Asche und bezieht per königlichen Erlass sogar die Tiere mit in die Bußhandlung ein: Weder Mensch noch Vieh sollen essen und trinken, Mensch und Vieh sollen sich in Sack und Asche hüllen. Soweit ich weiß, ist die Schilderung von Vieh im Sack zwecks Buße einmalig in der Bibel. Das zeigt deutlich, wie groß die Wirkung der Predigt in dieser Geschichte ist.

Es kommt genauso, wie Jona es vermutet hat: Er predigt, Ninive tut Buße, Gott ist gnädig. Hätte Jona von Anfang an der Führung Gottes vertraut und Ninive nicht von der Gnade ausschließen wollen, wäre ihm einiges an Schwierigkeiten erspart geblieben. Es liegt nicht an uns, Menschen von der Gnade Gottes auszu-schließen. Dort, wo Gott Gnade wirksam lassen werden will, haben wir dem nichts entgegenzusetzen. Und auch das heißt Vertrauen auf Gott: Es ihm vorbehaltlos überlassen, ob er gnädig ist oder nicht.

Noch einmal der Satz aus dem Gebet Jonas:

Die sich halten an das Nichtige, die verlassen ihre Gnade.

Wenn wir Gott nicht voll und ganz vertrauen, ihm immer wieder neu vertrauen, dann kann seine Gnade ihre befreiende Wirkung in unserem Leben nicht entfalten. Deshalb lasst uns immer wieder im Vertrauen zu Gott leben, Tag für Tag auf’s Neue.

Gebetsanliegen, glaube, kirche, Kirche & Web 2.0

Gebetsanliegen

Heute abend im Gottesdienst hatte ich eine Idee (ja, in Greifswald gibt es auch abends Gottesdienste). Es gibt doch Menschen, die ein Gebetsanliegen haben, und dieses auch vortragen, damit andere mit ihnen beten. Und es gibt Menschen, die gerne mit ihren Glaubensgeschwistern beten. Idealer Weise kommen die in der Gemeinde zusammen, das Gebetsanliegen kommt zur Sprache, und man betet gemeinsam.

Nun ist die Welt aber leider nicht ideal, und man traut sich vielleicht auch nicht immer, die Dinge, die einen im Innersten bedrücken, vor vielleicht halb fremden Menschen auszusprechen. Trotzdem würde man sich freuen und es wäre eine Stütze, wenn man wüßte, daß andere an einen denken und mit einem beten.

Deshalb möchte ich dieses Projekt starten und sehen, ob hier vielleicht Leute zusammenkommen, um füreinander zu beten, einander vielleicht auch besser kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen, was auch immer geschehen mag.

Es ist zuerst einmal ein Angebot. Ich kann nicht abschätzen, ob der Bedarf da ist, oder ob man es vielleicht anders umsetzen sollte.

Die Sache läuft grob so:

Es gibt eine E-Mail Adresse (beter ät lavabit.com), an die man Gebetsanliegen schicken kann. Diese werden dann gesichtet (um sicherzugehen, daß niemand irgendwelche zwielichtigen Seiten anpreist und dergleichen) und anschließend veröffentlicht. Und zwar so anonym, wie sie sind. Das heißt: Die E-Mail Adresse wird nicht genannt, und der Text der Mail wird wie er ist wiedergegeben. So kann jeder entscheiden, wie viel er von sich preisgeben will.

Uns die Arbeit erleichtern kann man, indem man

[category Gebetsanliegen]

irgendwo im Text der Mail platziert, damit das auch an die richtige Stelle kommt. Alles Weitere steht hier. Die Gebetsanliegen (und diesen Artikel hier) findet man dann hier. Und natürlich gibt es zu den Gebetsanliegen auch einen extra RSS Feed.

Man darf dieses Angebot auch gerne weitersagen 😉 und wie gesagt: Verbesserungsvorschläge sind sehr willkommen.

glaube

Evolution und Glaube

Wenn der Mensch in Gottes Schöpfung einen besonderen Platz einnimmt, er also getauft werden soll, in den Himmel kommt, bestimmte Rituale ausführen muss er mit einer Grundschuld auf die Welt kommt und was es da noch mehr gibt, eine Ziege aber beispielsweise nicht, seit wann ist das so?

Diese Frage wurde mir hier gestellt. Man kann dort auch meine vorläufige Antwort lesen. Aber darum soll es hier nicht gehen. Ich möchte die Frage weitergeben, wie seht Ihr das? Ich bitte um zahlreiches Kommentieren 😉