Gesellschaft, Kirche

Gemeinsames Wort der Kirchen in Baden, in Elsass-Lothringen und in der Pfalz zum Wahljahr 2017

Die evangelischen Kirchen in Baden, Elsaß-Lothringen und der Pfalz haben anläßlich der diesjährigen Wahlen in Frankreich und Deutschland foögendes gemeinsames Wort veröffentlicht:

Aufruf: Die Gesellschaft im Wahlkampf nicht spalten

Ein neues Jahr beginnt und es ist für uns der Anlass all unseren Gemeindegliedern, sowie den Bürgerinnen und Bürger der Grenzregion ein friedvolles und behütetes Neues Jahr zu wünschen.

In diesem Jahr finden in unseren Ländern Wahlen statt, im Frühjahr ist die Präsidentschaftswahl in Frankreich, im September die Bundestagswahl in Deutschland.

Wir bitten Sie: Nutzen Sie die demokratische Freiheit in unseren Ländern! Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch und gehen Sie wählen!

Als evangelische Christinnen und Christen gedenken wir in diesem Jahr der Reformationsgeschichte, die vor 500 Jahren auch in unserer Region am Oberrhein ihren Anfang nahm. Drei Grundelemente unseres Glaubens sind uns in der politischen Auseinandersetzung besonders wichtig:

  1. Jeder Mensch besitzt als Ebenbild Gottes eine unverlierbare Würde; sie hat in den Menschenrechten eine rechtlich fassbare Form gefunden. Wir widersprechen deshalb allen Versuchen, Menschen in ihrer Freiheit einzuschränken oder sie auszugrenzen.
  2. Jesus Christus stellt sich an die Seite der Schwachen, der Armen und der Fremden. Wir wollen ihm auf diesem Weg folgen und setzen uns deshalb in unseren Ländern und gemeinsam in Europa für Humanität, Solidarität und Nächstenliebe ein. Wir sehen uns als Christinnen und Christen in einer besonderen Verantwortung, auch weltweit für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung einzutreten.
  3. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes. Wir betrachten die Vielfalt der regionalen, nationalen, kulturellen und religiösen Traditionen als Herausforderung und als Reichtum unserer Länder und Europas. Nach dem zweiten Weltkrieg haben Christinnen und Christen einen wesentlichen Beitrag zur Versöhnung unserer beiden Länder geleistet. Das verstehen wir heute angesichts neuer Herausforderungen zu Versöhnung und Integration als Gabe und Aufgabe zugleich: Wir suchen den Dialog, gerade auch mit anderen Religionen und Weltanschauungen, wir tragen bei zu einer Kultur der Aufmerksamkeit und warnen vor Konzepten der Abgrenzung und vor nationalen Alleingängen.

Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger, alle Parteien und Gruppen, die Gesellschaft im Wahlkampf nicht zu spalten, sondern sachlich und fair miteinander umzugehen. Wir wehren uns gegen alle Versuche, um politischer Macht willen, Vorurteile und Hass gegen einzelne Menschen oder Gruppen zu säen.

Wir wachsen nur gemeinsam im Dialog und im gegenseitigen Respekt.

Weitere Informationen hier. Dort findet sich auch der französische Text.

Netzfunde

Netzfunde vom Freitag, den 18. Oktober 2013

Ja, es sind die Netzfunde vom Freitag, trotzdem erscheinen sie Samstag, weil am Freitag gab es ja schon einen Artikel und am Samstag bin ich nicht da…

Also los geht’s…

Ich hatte vor kurzem ja über Lampedusa und die Flüchtlinge geschrieben. Auf evangelisch.de gibt es ein Interview mit Thorsten Leiser, theologischer Referent für Menschenrechte und Migration des Kirchenamts der EKD. Der hat viel mehr Ahnung als ich und benennt auch klar, wo sich etwas ändern muß.

Theodred hat einen Artikel geschrieben über die Kirchensteuer und die angebliche brandmordschatzende Aneignung der Kirchenvermögen durch die Kirchen, weshalb ja Staatsleistungen und Kirchensteuer eigentlich abgeschafft gehören, nach Meinung besonders „kritischer“ Geister… wer sich informiert und wirklich nachdenkt, kommt vielleicht zu anderen Ansichten.

Daß die Kirchen auch manchmal ganz konkret der Gemeinschaft helfen und nicht nur Geld abgreifen, wie man immer öfter gesagt kriegt, kann man bei evangelisch.de nachlesen. In Sachsen-Anhalt haben die dortigen Landeskirchen beschlossen, insgesamt 2 Millionen Euro an das Land zu zahlen, damit dieses seine Schulden los wird, aufgeteilt auf mehrere Jahre. Und das ausgerechnet in einem Bundesland, in dem die Mehrheit der Bewohner keiner Kirche angehören. Ob man das in nichtkirchlichen Medien hören wird? Man wird sehen.

Und noch was hab ich zum Thema Kirche und Finanzen: Just Wondering schreibt über den Limburger Bischof und wieso der vom Prunkfaktor her ein eher kleines Licht ist im internationalen Vergleich, und zum Glück noch für eine vergleichsweise gute Theologie steht (hier leg ich auf das „vergleichsweise“ Wert!). Aber Tebartz-van Elst kann ich auch als Christ ansehen, während ich da bei den Protagonisten des prosperity gospel ziemliche Schwierigkeiten hab.

Weg von der Kirche, hin zu den alltäglichen Problemen. Etwa jugendliche Gewalttäter. Was hilft wohl mehr? Den Jugendlichen zu sagen, daß Gewalt keien Lösung ist, oder ihnen zu erklären, wie sie als Opfer von Gewalt überlegen können, mit nem Messer in der Seite oder ner Schußwunde in der Brust. Bei idealist.org gibt es nen Artikel über einen Erste-Hilfe-Kurs der anderen Art. Sicher ist es besser, wenn es gar nicht erst zur Gewalt kommt. Aber wenn es doch zur Gewalt kommt, ist es besser, man weiß, wie man hilft.

Idealist.org ist übrigens eine Webseite, die offene Stellen bei Freiwilligendiensten weltweit anzeigt. Da gibt es ja heutzutage ne Menge, und viele findet man dort. Unter anderem auch nen Artikel, der einige Möglichkeiten zusammenfasst. Und wenn man eine Stelle gefunden hat, für die man sich bewerben will, gibt es auch gleich noch Bewerberinfos dazu.

Ach, einmal Kirche hab ich noch: Und zwar in Pirmasens, dort werden Kirchenpräsident Christian Schad und sein persönlicher Referent Alexander Ebel (der hier) am 30. Oktober um 19 Uhr zu den Zukunftsvisionen der Kirche, und zwar on- und offline referieren. In der Johanneskirche am Exerzierplatz. Und davon gibt es dann einen Live-Videostream im Netz sowie die Möglichkeit, selbst Kommentare zu hinterlassen bzw sich über Twitter zum Thema auszutauschen und so. Aber lest selbst.