Kirche

Kommt bald eine neue Spaltung?

Das Christentum hat ja in seiner langen Geschichte schon viele Kirchenspaltungen erlebt. Die Anzahl der Kirchen, Kofessionen und Glaubensgemeinschaften ist so unübersichtlich geworden, daß da wohl keiner mehr nen absoluten Überblick hat.

Die ökumenische Bewegung will hier Abhilfe schaffen und schafft dies in kleinen Schritten auch. Inzwischen erkennen Katholiken und Protestanten gegenseitig die Taufe an und die mit Rom unierten Ostkirchen benutzen im Gottesdienst das NC ohne „filioque“, weil man sich da zwischen Rom und Orthodoxie auch näher gekommen ist. Ein gemeinsames Abendmahl liegt trotzdem noch in weiter Ferne, das ist halt nicht ganz so einfach.

Was mir in letzter Zeit immer wieder durch den Kopf geht ist die Spaltung in den evangelischen Landeskirchen zwischen eher konservativen und eher liberalen Kreisen. Oftmals geht es dabei ums Bibelverständnis: Die einen nehmen die Bibel eher wörtlich und sehen in ihr eine eigene Autorität, der man als Christ zu folgen habe, die anderen sehen in ihr ein historisches Zeugnis, das auf Christus verweist, die Autorität aller Christen.

Wahrscheinlich ist eine längere Auseinandersetzung darüber, was die Bibel ist und was sie uns bedeutet, angebracht und von Nöten. Allerdings besteht hier eben auch die Gefahr, die Trennung damit zu vollziehen und festzuklopfen. Andererseits sind auch so schon einige aus der Landeskirche ausgewandert und bilden eigene Gemeinden, in denen es dann etwa keine Frauenordination gibt, oder kein Abendmahl zwischen Reformierten und Lutheranern oder was heute meist Stein des Anstoßes ist: Die Haltung gegen über der Homosexualität. Manchmal spielt auch der Islam ne Rolle.

Immer geht es darum, daß die konservative Seite behauptet, eine Linie sei überschritten worden, die nicht mehr mitgetragen werden kann, während die Liberaleren betonen, daß die aktuelle Auslegung der fraglichen Sache noch auf dem Boden des Evangeliums stünde. So lange man sich nicht eing ist, wie man die Bibel auslegt, bzw was man sonst als vermittelnde Autorität in dem Streit annehmen sollte, sind solche Fragen kaum mit letzter Gültigkeit zu entscheiden (denn Konzilien können irren und für die Reformierten haben Bekenntnisse prinzipiell nur zeitlich relative Bedeutung).

Vor kurzem habe ich auf einer Seite von eher konservativen Christen meiner eigenen Landeskirche etwas vom Relativismus gelesen. Der Vorwurf war, daß die Landeskirchen tendentiell gar kein Bekenntnis mehr hätten und alles irgendwie gehen würde. Im Gegensatz dazu betonten jene konservativen Seitenbetreiber, daß ein festes Bekenntnis nötig und wichtig ist.

Ich würde da eine vermittelnde Stellung einnehmen: Einerseits hat jeder ein Bekenntnis, als Christ wohl mindestens das Bekenntnis zu Christus, wie auch immer das individuell verstanden wird. Und diese persönlichen Bekenntnisse sind vielleicht nicht ganz klar formuliert und meist auch widersprüchlich, aber sie sind insofern klar als daß der Betreffende meist sagen kann, was er glaubt und was nicht, wenn auch mit tastenden Worten (lieber tastend, als daß man etwas, das an sich unaussprechlich ist, durch eindeutige Worte unsachgemäß vereinfacht).

Ich meine aber, daß innerhalb einer Kirche, in der viele Individuen sind, die Gott je anders geschaffen hat, eine gewisse Varianz gegeben ist und sein muß. Sonst steht am Ende jeder alleine da, was dem Begriff „Gemeinde“ ja so ziemlich widerspricht. Nicht jeder drückt die Dinge gleich aus, und das macht es IMHO schwierig, eine objektive Grenze zu ziehen, wann jemand Christ ist und wann nicht. Da ich in den anderen nicht reinsehen kann, weiß ich nicht einmal, ob er vielleicht doch genauso denkt wie ich und wir uns nur mißverständlich ausdrücken. Deshalb tendiere ich selbst dazu, all diejenigen als Christen anzusehen, die sich selbst so bezeichnen (und ja, womöglich sind auch welche darunter, die das nur sagen, aber nicht meinen, das kann ich aber nicht entscheiden, Gott weiß es). Das mag nach Relativismus aussehen, aber es ist der Sache geschuldet. Und solange sich jemand als Christ bezeichnet, kann ich mit ihm über unsere verschiedenen Glaubenswege reden, und wir beeinflussen einander vielleicht dahingehend, daß wir beide näher zu Gott kommen (letztlich liegt es eh bei Ihm).

Für mich persönlich kann ich ein klareres Bekenntnis fassen, was sich allerdings schlechter vorsagen läßt als sich vielmehr in meinen Antworten auf Rückfragen äußern kann. Jedenfalls so unvorbereitet, wie ich jetzt darauf bin.

Vielleicht läge im Formulieren und gegenseitigen Vortragen dieser Punkte ein Weg, Konservative und Liberale einander wieder näher zu bringen: Indem sie beide formulieren, wie ihr Bekenntnis aussieht, und anhand welcher Kriterien sie entscheiden, wer ein Christ ist und in die Kirche gehört.

Und zwar wäre es interessant, wenn dies einmal umgekehrt geschähe: Wenn die Liberaleren einmal persönliche Bekenntnisse formulieren und damit das ausdrücken, was den Konservativen so am Herzen liegt: Der echte, unrelativierte Glaube. Und wenn die Konservativen dann mal auf ein Bekenntnis verzichten würden und das formulierten, was den Liberalen wichtig ist: Inwieweit Varianz in den Ansichten der Gemeindeglieder sein kann, ohne daß jemand ausgeschlossen wird.

Interessanter könnte das werden, wenn die Liberalen versuchen, biblisch zu argumentieren. Die Konservativen könnten die Bibel einmal in den Hintergrund treten lassen und sich drauf besinnen, daß Luther sich in Worms auf Schrift und Vernunftgründe berief, und daher versuchen, die Grenzen der Kirche anhand allen Menschen einsichtlicher Gründe zu ziehen.

Was denkt Ihr? Würde das was werden? Ich vermute ja, daß keine der Seiten es überhaupt nur erwägen würde und statt dessen auf ihren Ansichten beharren. Wie sagte Gott noch gleich? „Es ist ein halsstarriges Volk.“

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Donnerstag, 24. Januar 2013

Antje schreibt von der „neuen Lust am Patriarchat“. Ich weiß nicht, ob ich ihr in allem so folgen kann, ich befasse mich jedoch auch nicht so ausgiebig mit Fragen des Feminismus. Allerdings stelle ich mir die Frage, wieso es gleich eine Rolle spielen muß, ob in einem Film Frauen nur Nebenrollen spielen. In meinem unreflektirten Medienkonsum hab ich es bei solchen Filmen einfach hingenommen, ohne da bewußt nach der Rollenverteilung gefragt zu haben. Vielleicht liegt das auch daran, daß ich ein Mann bin. Bei Rosamunde Pilcher und ähnlichen Produktionen kommt es mir aber oft so vor (ich gebe zu, ich folge bei den Filmen selten der Handlung sondern beschäftige mich meist nebenher mit anderem), als ob dort Männer recht flach dargestellt werden oder lediglich als Statisten dienen, jedenfalls diejenigen Männer, die in den Beziehungsgeschichten eine Rolle spielen. Villeicht ist es auch wirklich so, daß Frauen und Männer generell oder zumindest noch in teileise getrennten Welten leben, und je nach Perspektive das eine oder das andere hervortritt. Bei Kinderfilmen spielen Erwachsene ja auch oft eine Statistenrolle…

Joel schreibt über wörtliche und dynamische Bibelübersetzugen und kommt zu dem Schluß: Die Frage ist nicht unbedingt: „genau oder modern“? Manchmal ist die Frage auch: „ungenau und altmodisch“ oder „genauer und moderner“?

Selten werden bei Sojourner’s in einem Artikel so viele deutsche Theologen genannt, wie in Alessandro Speciales (der mann heißt wirklich so) Artikel zu einer möglichen speziellen Strukur in der Kirche von Rom zur Aufnahme Lutherischer Konvertiten. Auf der einen Seite ist es ja wirklich etwas ärgerlich: Protestantischerseits lädt man zur gemeinsamen Reformationsfeier ein, dafür wird dann in Rom ein Versuch unternommen (oder eher vorbereitet), Protestanten von ihrer Kirche abzuwerben. Da wird in konservativen Kreisen immer wieder betont, man dürfe um der Ökumene willen bloß keine Frauen ordinieren, oder Homosexuelle treuen und dann gibt Rom nicht viel auf ökumenische Rücksichten, und bringt sowas. Ich frage mich: Wieso nicht? Wenigstens ist es ehrlich. Ich jedenfalls habe den Eindruck, daß Rom unter Ökumene immer nur die eigene Struktur meinte und das Ziel ökumenischer Gespräche ist, daß wir Protestanten wie auch die Orthodoxen uns wieder in die Papsthierarchie einordnen sollen. Dann sind diese Sonderstrukturen, die es auch schon für Anglikaner und Orthodoxe gibt (die Vorderen dieser beiden Konfessionen sind darüber auch nicht gerade erbaut) doch nur ehrlich. Man darf sich dann nur in Rom nicht wundern, wenn dann protestantischerseits stärker betont wird, daß die Unterordnung unter die römische Hierarchie nicht Ziel der Ökumene sein kann. Unsereins sucht ja eher den gemeinsamen Glauben als die gemeinsame Hierarchie (ich weiß, das ist provokant formuliert, aber trotzdem auch ehrlich gemeint ;)). Wie dem auch sei, wer gehen will mag gehen, konnte er bisher schon und wird auch weiterhin geschehen, auch umgekehrt, und zwar unabhängig von den jeweiligen Strukturen.

Beim Herrn Alipius erläutern uns die Pimpfe, was „In God we trust“ wirklich bedeutet, wenn’s hart auf hart kommt.

Ebenfalls vom Herrn Alipius (der hat es hier her wo noch andere Quellen verlinkt sind) bin ich auf eine WDR Lokalzeit aufmerksam geworden, die meine Vermutungen bezüglich der Vorgänge in Köln weitestgehend bestätigt.

Wahrscheinlich wird das jetzt in den Medien die Runde nicht machen, aber wer liest auch schon gerne, daß die Katholiken doch keine Unmenschen sind?

Ich bin aber wieder in meiner Vermutung bestätigt, daß gloria.tv irgendwo in der gleichen Ecke wie kreuz.net anzusiedeln ist. Nee, im Ernst, das sollen die Katholiken unter sich ausmachen (meinetwegen mit den lutherischen Neukonvertiten noch dabei ;)), aber Denuniation geht gar nicht und Hilfeinfrastruktur zu blockieren, die sich eigentlich um wirkliche Notfälle kümmern soll, geht erst recht nicht. Aus gutem Grund verbietet man Kindern, aus Jux den Notruf zu wählen.

Wer sagt, es werden keine Gebete erhört? Von hier aus gute Besserung.

Und Melissa schreibt von Homeschooling, warum sie es ablehnt und Martin Luther King. Lesenswert.