Staat & Politik

Höchsteinkommen?

Manchmal kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, daß Gedanke, die ich hier auf dem Blog formuliere, die Runde machen. Und zwar mehr, als ich ahnen kann. (klar ist der Eindruck falsch, aber sind wir nicht alle ein bißchen eitel?)

Ich hatte im September 2011 zwei Blogartikel geschrieben, in welchen ich über mögliche Höchsteinkommen nachdachte. Irgendwann (genauer im Jui 2012) kam dann vom DIW ne Wortmeldung in den Medien, daß die reicheren in unserer Gesellschaft stärker finanziell zur Verantwortung gezogen werden könnten und müßten. Auch darüber schrieb ich, unter Verweis auf meine zwei älteren Artikel, jedoch bei Humanicum.

Zur gleichen Zeit kommen bei der Linkspartei Gedanken zu einem Höchsteinkommen auf – ähnlich wie ich es 2011 schon vorschlug. Und heute lese ich, daß die Linkspartei wohl mit diesem Thema in den Wahlkampf ziehen will (via).

Ich dachte ja schon, ich müßte die Linkspartei wählen, wenn die schon meine Ideen übernehmen. Im Bericht wird das als „Demokratiesteuer“ deklariert, und auch meine Überlegungen gingen ja in die Richtung, daß die Demokratie (und wohl auch die Freiheitlichkeit) darunter leidet, wenn einige wenige viel Geld haben und viele viele wenig Geld. Dem Gemeinwesen – davon bin ich immer noch überzeugt – wäre es durchaus zuträglich, wenn der Unterschied nicht allzu groß wäre.

Nun ist es aber wohl doch nicht so, wenn das stimmt, was ich auf der Homepage der Linkspartei gelesen habe:

Es geht wohl lediglich um 53% Spitzensteuersatz (wie bei Kohl, also gar nicht mal so ambitioniert) und 75% Reichensteuer ab einer Million Jahreseinkommen. Das ist weit von 100% ab 480.000 € entfernt. Schade, auch wenn ich den Schnitt vielleicht nicht schon bei 480.000 gemacht hätte.

Aber einen anderen interessanten Gedanken bringen sie ein: Der, daß in einem Betrieb der Gehalt des Chefs in Bezug gesetzt werden soll zu dem, der am wenigsten verdient. Dann wären immer noch Milliardengehälter möglich, gerne auch pro Monat. Aber die Reinigungskräfte und Hausmeister könnten sich dann wohl auch nen Fuhrpark mit Mercedessen und Porsches leisten, bleibt die Frage, wie man das erwirtschaften wollte… Aber möglich wär’s.

Man könnte vielleicht, um vom Betrieb weg wieder auf den Staat zu kommen und die Regulierung der Wirtschaft, den Mindestlohn in Bezug zum Höchsteinkommen setzen. Dann hätten die Chefs plötlich ein Interesse an einem möglichst hohen Mindestlohn.

Zumindest bis wieder ein Schlupfloch gefunden ist. Aber das ist ein anderes Thema.