Staat & Politik

Gleiches Recht für alle?

Um es vorweg zu sagen: Ich habe die Berichterstattung um das Urteil des BAG zum Streikrecht in kirchlichen Betrieben nur sehr sporadisch verfolgt und kenne das Urteil nicht. Dennoch möchte ich ein, zwei Gedanken mitteilen in Bezug auf den Artikel von Muriel. Muriel schreibt ziemlich am Anfang, daß es nicht um das Urteil des Gerichts gehe, da dieses sich auf geltendes Recht beziehe, während Muriel sich darauf beziehen will, wie es sein sollte. Auf dieser Grundlage will ich darauf eingehen. Um eine Meinung zu vertreten und zu begründen, wie die Dinge sein sollten, brauche ich keine Kenntnis eines aktuellen Gerichtsurteils. Ich werde nun einzelne Passagen von Muriels Artikel zitieren und dazu Stellung nehmen.

Muriel schreibt:

Ich halte das für völlig offensichtlich, und ich habe noch nie begriffen, warum Religionsfreiheit (die als solche ja ihre Berechtigung hat) das Recht einschließen sollte, sich nicht an dieselben Gesetze halten zu müssen wie Menschen, die nicht meiner Religion angehören.

Muriel unterstellt, daß hier nicht gleiches Recht für alle gelte, sondern ein Sonderrecht für die Religiösen (oder die Kirchen?). Dem ist freilich nicht so, jedenfalls nach meinem Kenntnisstand. Es steht jedem Menschen frei, sich in Weltanschauugsgemeinschaften zu organisieren, wie es die Kirchen sind, aber eben auch diverse dezidiert nicht religiöse Gemeinschaften wie etwa der Humanistische Verband, der in Bayern sogar „Religionsunterricht“ organisiert. Alle diese Weltanschauungsgemeinschaften, die wie die Großkirchen oder der humanistische Verband als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt sind, haben die gleichen Rechte und Pflichten. Dazu gehört unter anderem das Recht auf ein eigenes Arbeitsrecht. Damit ist noch nicht gesagt, ob das so jetzt gut ist oder nicht. Mir geht es hier lediglich darum, festzuhalten, daß „die Kirchen“ oder „religiöse Menschen“ hier eben kein Sonderrecht haben, sondern womöglich schlicht von ihren Rechten stärkeren Gebrauch machen als der humanistische Verband, oder die Zeugen Jehovas.

Man kann natürlich die Frage stellen, ob es gut ist, Rechtsformen für Gemeinschaften zu finden, ob wir den Staat lieber als einzig Rahmengebende Gemeinschaft etablieren wollen, oder (und?) ob wir Gemeinschaften vielleicht sogar als schädlich ansehen und uns statt dessen lediglich auf das Individuum konzentrieren in einer idealen Gesetzgebung. Das Thema dürfte durchaus ergiebig zu diskutieren sein, sprengt aber den Umfang dieses Artikels.

Warum sollte ein kirchlicher Arbeitgeber Dinge von seinen Mitarbeitern verlangen dürfen, die nicht auch jeder andere Arbeitgeber verlangen darf? Sicher, den Kirchen ist es wichtig, dass sie ihre Aufgabe, die Frohe Botschaft zu verkünden, vernünftig erfüllen können, und dabei stören Streiks natürlich. Na und? Coca-Cola ist es auch wichtig, ihre braune Brühe zu verkaufen, und das wäre für die bestimmt auch einfacher, wenn sie Ausnahmen von Rechtsvorschriften bekämen, die ihnen nicht passen.

Ich vermute einmal: Erklärtes Ziel von Coca Cola ist es, Gewinn zu erwirtschaften. Dies ist legitim und per se nicht zu kritisieren, zumindest so lange man an unserer Wirtschaftsform festhält (ich weiß, sie ist umstritten, und ich habe auch eigene Kritik daran, aber so lange keiner mit was Besserem kommt find ich die Marktwirtschaft nicht gar zu übel). Diakonische (bzw caritative) Unternehmen haben eine andere Zielsetzung, zumindest sollte dies so sein (und wo dies nicht so ist sollte man sich als Kirche um Verbesserung bemühen oder sich im Zweifelsfall trennen, und nicht warten bis weltliche Gerichte für etwas Gerechtigkeit sorgen).

Historisch gesehen – ich mag mich irren, aber ich geh erst al nicht davon aus – ging es bei diakonischen bzw caritativen Einrichtungen darum, daß etwa die Diakonissen quasi ihr Leben „opferten“ und es den Notleidenden widmeten. Die Tätigkeit wurde nicht als Arbeit im Sinne von Erwerbsarbeit verstanden, sondern als Dienst. Dieser Dienst wurde natürlich organisiert von einem Dienstherren, beiden ging es aber (zumindest im Ideal, aber wir sprechen ja von der idealen Geselschaft) um ien gemeinsames Ziel, nämlich die Sorge um eben die Notleidenden (und ja, bevor wieder einer meckert: wie Hilfe damals aussah deckt sich nicht zwingend mit dem, was wir heute als Hilfe begreifen, das ändert jedoch nichts an den guten Intentionen). Das Ziel ist also hier ein selbstloses, wenn man es auch nicht teilen mag, während es bei Coca Cola eigennützig ist, ebenso wie bei aller Erwerbsarbeit: Es geht darum, durch Arbeitsleistung Geld zu erwerben, das man zu eigenen Nutzen einsetzen kann, etwa um Rechnungen zu bezahlen und etwas zu essen zu kaufen.

Idealtypisch gehen die Kirchen wohl immer noch von der Dienstgemeinschaft aus in ihren Betrieben, auch wenn es kaum noch Diakonissen, Nonnen, Mönche oder Diakone gibt, die dort für ein Vergeltsgott dienen. Statt dessen hat die Erwerbsarbeit Einzug gehalten, zumindest in der Form, daß keine Zugehörigkeit zu einem Orden oder Mutterhaus mehr verlangt wird, sondern nur noch eine Kirchenmitgliedschaft. Darüber hinaus haben sich auch nichtkirchliche Einrichtungen etabliert, die teils ebenfals mit idealistischer Motivation, teils aber auch mit klaren Gewinnabsichten materiell gleichwertigen „Service“ anbieten (irgendwas sträubt sich in mir dagegen, bei einem kommerziellen Angebot von „Dienst“ zu schreiben).

Heute ist es nun so, daß vermehrt nur noch das Materielle gesehen wird, leider auch innerhalb der Kirche, und daß infolgedessen die Unterscheidung zwischen (selbstlosem) Dienst und (kommerziellem) Service immer weniger gesehen wird, jedoch auch immer schwieriger ist.

Insofern ist es freilich nicht einzusehen, wieso ein kirchlicher (oder humanistischer, oder… oder) Arbeitgeber Dinge verlangen kann, die ein „weltlicher“ Arbeitgeber nicht verlangen kann. Allerdings ist es einzusehen, daß ein Dienstherr, der einen Dienst definiert, auch festlegen kann, wie dieser Dienst nur auszuführen ist und was dafür vorausgesetzt wird. Dafür muß allerdings gewährleistet sein, daß Dienstherr und Dienender (schon wieder so ne Blockade, „Dienstleister“ zu schreiben, wenn es um Selbstloses geht) eben im selbstlosen Ziel einig sind.

Exkurs in die Praxis: Ich habe persönlich Schwierigkeiten, dieses Selbstlose in jedem diakonischen Betrieb erkennen zu können. Mein Einblick ist nicht allzu groß, muß ich dazusagen, jedoch habe ich den Eindruck, daß auch in der Diakonie (und der Caritas?) betriebswirtschaftliches Denken Einzug gehalten hat. Betriebswirtschaftlich zu denken ist kein Problem, wenn es darum geht, daß eine Mark auch nur einmal augegeben werden kann, und daß man mit den Mitteln haushalten muß. Es wird aber zum Problem, wenn das Finanzielle zum Eigenzweck wird, wenn es nicht mehr in erster Linie darum geht, Not zu lindern, sondern darum, den Betrieb „effizient“ zu führen und vielleicht noch ein klein wenig Gewinn zu machen, um für schwere Zeiten eine Rücklage zu haben. Daher frag ich mich schon seit längerem, ob Diakonie und Caritas nicht den Betrieb der Einrichtungen abgeben sollten (das speziell diakonische, also der Dienst, ließe sich vielleicht auch anders leisten), aber auch das ist eigentlich ein anderes Thema Ich schweife zu oft ab!

Das eine ist eine religiöse Aufgabe, das andere eine kommerzielle. Religiöse Menschen werden Ersteres je nach Neigung für viel wichtiger halten, und Letzeres für nachrangig, wenn nicht sogar unmoralisch. Ich halte Ersteres für schädlich, und Letzteres ist mir ziemlich egal, weil ich das blöde Zeug nicht trinke. Ihr seht das vielleicht wieder anders. So ist das nun mal, Menschen setzen unterschiedliche Prioritäten und haben unterschiedliche Interessen.

Okay, jetzt sind wir ziemlich bei den Grundagen, fast schon bei Ratzingers Relativismus. In der Tat, Menschen haben unterschiedliche Interessen. Manche wollen Brause verkaufen, andere den christlichen Glauben verbreiten, wieder andere wollen alle Juden ermorden oder zumindest die Demokratie abschaffen. Was ich damit sagen will: Ich gehe davon aus, daß die meisten wenn nicht alle Menschen sagen würden, daß einige Interessen berechtigt sind und andere nicht, gerne auch in bestimmten Abstufungen. Deshalb erlaubt unser Gemeinwesen (Staat) zwar die Verbreitung des christlichen Glaubens, während Mord schon verfolgt wird, wenn es sich nicht um Völkermord handelt. Und das ist gut so. Ich sehe keinen Grund, wieso wir uns nicht als Gesellschaft darauf einigen sollten, was wir als hinnehmbar ansehen und was nicht. Und vor allem: Aus welchem Grund. Ich finde, diese Frage korrespondiert auch mit der oben genannten Frage, ob wir den Staat als einziges Gemeinwesen wollen oder auch andere zulassen, um vielleicht eine größere Diversität zu ermöglichen. Wie gesagt, der ganze Fragenkomplex ist sicher spannend zu diskutieren. Unabhängig davon meine ich aber, daß Interesse alleine kein Grund dafür ist, alle möglichen Interessen gleich zu bewerten (das wäre dann wohl des Papstes Relativismus).

Trotzdem haben wir aus irgendwelchen Gründen immer noch Sonderregeln, die nur für religiöse Interessen gelten, nicht aber für kommerzielle, literarische, sexuelle, oder sonstige säkulare Vorlieben. Das ist Unsinn, und gehört abgeschafft.

Hat mit religiösen Vorlieben nix zu tun, wie oben erwähnt. Würde der Humanistische Verband ein Krankenhaus gründen, hätte er die selben Möglicheiten wie die Kirchen, ohne dezidiert religiöse Interessen zu verfolgen. So könnte er auch festlegen, daß in seinen Schulen nur Lehrer unterrichten dürfen, die bestimmte literarischen und/oder sexuelle Vorlieben teilen. Hier sehe ich keine Ungleichbehandlung. Allerdings scheinen mir die kommerziellen Vorlieben nicht ganz in die Auflistung zu passen, denn man kann mehrere literarische, sexuelle oder sonstige Vorlieben haben, es gibt da massig Vorlieben, die sich herausbilden können. Bei kommerziellen Vorlieben fällt mir nur die Liebe nach mehr ein. Eine Diversität zu konstruieren fällt mir hier sehr schwer. Vielleicht liegt hier die Antwort begraben, wieso kommerzielle Interessen nicht in der Art berücksichtigt werden wie etwa religiöse oder – allgemeiner – weltanschauliche Interessen.

 

kirche

Die Friedwälder und die Kirche

Heute stand ein Artike in der Lokalzeitung über die Friedwälder. Ich hab ich aus Zeitmangel nur überflogen, das westentliche aber mitgekriegt, so meine ich. Wesentlich ist für mich im Moment die Stellung der Kirchen hierzu.

Es gibt da ja immer wieder Vorbehalte von kirchlicher Seite. Eine Rolle spielen dabei etwa andersreligiöse Einflüsse beim Entstehen dieser Art der Bestattung, ein anderes Problem scheint mir eher organisatorischer Natur zu sein.

Was die andersreligiösen Einflüsse angeht meine ich, kann man damit recht locker umgehen. Theologen waren zu allen Zeiten reich an Phantasie und Kreativität. So konnten etwa Mythen wie der Gilgamesch Epos für die Bibel umgearbeitet werden, und heraus kam Noah. Wieso sollte es für uns ein Problem sein, mit einem Waldfriedhof umzugehen? Und so war auch die Stellungnahme der hiesigen Landeskirche dergestalt, daß es prinzipiell mit Waldfriedhöfen kein Problem gebe, daß aber die Möglichkeit bestehen sollte, Namen der Verstorbenen am fraglichen Baum anzubringen, bzw. der Friedhof auch für die Öffentlichkeit zugänglich sein sollte. Diese Kriterien dürfen nicht schwer zu erfüllen sein.

In der Stellungname wurde aber ein anderes Problem angesprochen. Welcher Pfarrer nimmt eigentlich eine Bestattung im Waldfriedhof vor? Noch verfügtnicht jede Gemeinde über einen solchen Friedhof. Die Popularität dieser Friedhöfe könnte durchaus dafür sorgen, daß die dortigen Gemeindepfarrer mit Anfragen zu Bestattungen überschüttet werden, und gar nicht mehr zu ihren restlichen Dienstverpflichtungen kommen. Andererseits dürfte es auch schwierig werden, dem Pfarrer am Wohnort des Verstorbenen beizubringen, daß er mal eben für ne Beerdigung 30 km ein Weg in die eine Richtung zum Waldfriedhof fahren soll, danach 30 km in die andere Richtung. Er hat ja auch ne Anwesenheitspflicht in seiner Gemeinde und ein Friedhof existiert dort normal auch, es gibt also keine Notwendigkeit, zu einem weit entfernten Waldfriedhof zu reisen, um dort zu beerdigen.

Andererseits gibt es natürlich auch gute Argumente für eine solche Bestattung, aus Sicht der Hinterbliebenen. Die Grabpflege entfällt, was in Zeiten hoher Mobilität in großes Plus ist. Trotzdem verfügt man über einen Ort, den man mit den Verstorbenen in Verbindung bringen kann. Man ist nicht – wie bei einer anonymen Bestattung – alleine zurück gelassen. Insofern entspricht ein Waldfriedhof durchaus dem heutigen Bedürfnis, sich nicht fest binden zu wollen aber trotzdem noch Möglichkeiten in der Hand zu haben.

Allein schon aus Marketinggründen wäre es für die Kirche nicht schlecht, eine Waldbestattung standardmäßig anbieten zu können. Außerdem – und das ist wichtiger – könnte sie dadurch auch einem Teil ihres Auftrages entsprechen, für die Menschen da zu sein.

Das Bedürfnis, unsere Toten „anständig“ zu bestatten, ein Grab zu haben, wo man sie besuchen kann, ist immer noch bei den Menschen vorhanden, und wird auch wohl nicht abnehmen.

Mir schwebt ein kirchlicher Waldfriedhof vor mit einem fest dort eingesetzten Pfarrer, der einerseits vor Ort ist und die Bestattungen besorgt, aber nicht auch wie der Gemeindepfarrer mit Seelsorge der Ortsgemeinde beschäftigt ist. Andererseits könnte dieser Pfarrer auch vor Ort am Friedhof ansprechbar sein für seelsorgerliche Probleme der Besucher, soweit er neben den Beerdigungen dazu die Zeit findet.

So könnte sich eine Chance ergeben für die Kirche, auf ganz neue Weise mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Die Hemmschwelle wäre vielleicht gar nicht so hoch, weil der Pfarrer nicht mit im Ort des Ratsuchenden wohnt, also fremd ist, und ein Gespräch recht anonym von Statten gehen kann. Natürlich kann so nur ein erster Kontakt entstehen, bevor ihn die Seelsorge überlastet wird der Friedhofspfarrer auf die Kollegen in den Gemeinden verweisen müssen.

Und ich sehe auch das Problem einer Beerdigungsindustrialisierung, in der persönliche Gestaltungen der Bestattung und der Trauerrede immer weniger berücksichtigt werden können, falls der Waldfriedhof populär werden sollte. Womöglich wäre ein zweiter Pfarrer nötig.

Trotzdem mutmaße ich, daß die Vorteile durchaus überwiegen könnten.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Pfingstsonntag, 27. Mai 2012

Zuerst möchte ich auf Carinas Blog hinweisen, die heute über den nun auch von den Vereinten Nationen anerkannten Welt-Down-Syndrom-Tag schreibt.

Und gleich etwas Lustiges hinterher: Ne neue Ausgabe Church Sign Fails.

Und wenn wir gleich dabei sind: Schwester Robusta, Pfingsten und das Reden in Zungen (bzw. Verständnis desselben).

Hao hat beim Katholikentag einen Gnadenautomaten gefunden. Es lebe der technische Fortschritt, oder wie? 😀

Und nn zu etwas ernsterem: Die Documenta-Macher wollen nicht, daß die Kirchen auch Kunst ausstellen. Weil, das sei keine Kunst, was die Kirche da mache. Oder so… Ich versteh’s nicht, aber ich bin ganz froh daß Prof. Erne da ein paar klare Worte gefunden hat. Da hat er sich nicht verändert, seit ich bei ihm in Bethel studiert hab…

Heute vor 16 Jahren wurden übrigens die ersten Frauen im altkatholischen Bistum Deutschlands zu Priesterinnen geweiht. Eine davon, hab ich grad gemerkt, kenn ich sogar flüchtig aus Bern…

Auch die OP-Tisch-Pilotin hat sich mal wieder gemeldet und es scheint ihr momentan recht gt zu gehen, was mich sehr freut 🙂 Wenn hier jemand Ahnung vom Lackieren hat, kann sie wohl Hilfe brauchen.

Weniger schön ist, daß die katholischen Schulen sich wohl übern Tisch haben ziehen lassen, und nen Vertrag mit Microsoft abgeschlossen haben. Nun werden die Schüler wohl die nächsten Jahre auf Microsoft konditioniert. Gut für Microsoft, schlecht für die Schüler. Was daran ein „Soziales Netzwerk“ sein soll, begreif ich jedoch nicht. Naja, ich hab ja weder ein Microsoft Betriebssystem, noch war ich je an ner katholischen Schule.

Beim Geier gibts als Tageszitat ne ziemlich deutliche Aussage von Norbert Blüm zur Familienpolitik. Ganz Unrecht hat der nicht!

Ameleo weist auf einen Kongress der Hannoverschen Landeskirche und des Bistums Hildesheim hin.

Ach ja, und dann waren da noch die Richter, die besser als der Pfarrer wissen, wer ein Christ ist und wer nicht. Ich frag mich was die wohl sagen würden, wenn die Pfarrer sich größere Kompetenzen als sie auf dem Gebiet der Rechtssprechung anmaßen würden, und anfingen, selbst Recht zu sprechen. Und das schlimmste daran ist: Es geht um Menschenleben!

Zum Schluß möchte ich gezielt und nachdrücklich auf das Blog humanicum hinweisen. René, der dortige Betreiber, baut es gerade um zu nem Portal um, wo es vorwiegend um unsere Gesellschaft, ihre Probleme und deren Lösungen gehen soll. Ich darf auch mittun und bin schon ganz gespannt, wohin sich das Ganze entwickeln wird. Seht es Euch auf jeden Fall einmal an und sagt es weiter.

Treibgut aus dem Netz

Nochmal Netzfunde von heute, also Part 2 oder so…

Nein, das wird jetzt keine feste Einrichtung, mir ist nur danach.

Und zwar vor allem wegen drei Artikeln im Zusammenhang mit dem Urheberrecht. Zuerst hat der Herr Alipius sich (zu Recht) aufgeregt über die Aktion von Anonymous, die nämlich die Kontaktdaten der Mitunterzeichner von Wir sind Urheber veröffentlicht haben. Daß er das selbst dann mit unterschrieben hat, okay, wir sind in vielen Punkten nicht einer Meinung. Daß die Erreichbarkeit der Unterzeichner oftmals sogar in gesetzeswidriger Weise gehemmt ist und man dort mitunter selbst Urheberrecht nciht so ernst nimmt, kann man bei Alvar Freude nachlesen. Der dritte Artikel ist von Thierry Chervel, der dazu aufruft, auch einmal die schöne Seite der Kostenlosmentalität zu sehen. Interessant fand ich den Einblick, inwieweit das Urheberrecht für hiesige Literatur-Autoren eine Rolle spielt.

Noch so ein Piratenthema (auch ein holpriger Übergang ist einer ;)) ist die Partizipationsmöglichkeit an politischen Entscheidungen. Diesen Aspekt greift Kurt-Helmuth Eimuth auf, wenn er davon schreibt, wie die Kirche von den Piraten lernen könnte, und ich finde, er hat damit nicht Unrecht. Natürlich kann ich von Piratenideen und Kirche nicht sprechen, ohne nochmal af die Transparenzforderung hinzweisen, die die Piraten dem Staat gegenüber anbringen. Ich finde, die Kirche würde sich einen Gefallen tun, transparenter, gerade auch in Finanzangelegenheiten, aufzutreten. Was spricht dagegen, die Haushalte im Netz zu veröffentlichen? Soweit ich es sehe, hat niemand etwas zu verheimlichen…

René hat über die Räumung des Frankfurter Occupy Camps geschrieben und mir stellt sich immer noch die Frage, welches Konzept tragfähig ist für die Verbesserung all der negativen Zustände in Wirtschaft und Gesellschaft und dem ganzen System…

glaube, kirche

Was bringt mir das?

Ostern! In diesen Tagen werden auch die Kritiker von Kirche und Glauben aktiv, und schreiben etwa auf, wie sie das alles so sehen. Und ich will das gar nicht groß kritisieren (obwohl ich schon mehrfach schrieb, daß man das alles auch anders verstehen kann). Solche Kritik ist wichtig, um uns Kirchengliedern und Gläubigen zu zeigen, wie gut wir unseren Glauben nach außen darstellen.

Und wenn ich mir das so durchlese: Nicht gut.

Klar kann man jetzt meckern über polemische Vereinfachung und Konzentration auf gewisse amerikanische Strömungen bei der Kritik, auf einseitige Wahrnehmung etc etc etc. Geschenkt.

Statt dessen, finde ich, sollte man dem das Eigene entgegenstellen.

Der verlinkte Artikel geht ja sehr von der Frage „Was bringt mir das?“ aus. Wieso sollte ich an Gott glauben, wenn…?

Der Glaube an Gott wird so zum Wellness-Tool. Wenn es mir mit besser geht, wieso dann nicht? Wenn es mir ohne genausogut geht, wieso damit befassen?

Wieso damit befassen?

Darin könnte ein Knackpunkt liegen. Das setzt voraus, daß man zum Glauben als Glaubender ein distanziertes Verhältnis hat, sich damit befaßt, ohne daß es einen erfaßt. Aber wie soll das gehen?

Sicher kann ein Erfaßter sich auch mit dem Glauben, der ihn erfaßt hat, befassen. Ebenso kann man auch als nicht Erfaßter sich mit dem Glauben befassen, aber es ist ebe nicht das Gleiche!

So wie jemand, der nur distanziert-sachlich über seinen Fußballverein spricht und denkt, schwerlich als „Fan“ durchgeht. Gleichwohl müssen Fragen beantwortbar sein. Der Glaube kann kein widersinniges System stützen, wie in der oben verlinkten Kritik. Das mit ihm verbundene System muß mindestens so viel Sinn ergeben, wie alle konkurrierenden Systeme. Jemand der sieht, daß in einem bestimmten Verein objektiv sehr guter Fußball gespielt wird, kann dies anerkennen, auch ohne selbst zum Fan zu werden. Etwa, weil er sich mehr für Synchronschwimmen interessiert, was auch nicht verwerflich ist.

Aber der ergleich hinkt, denn beim Glauben geht es nicht nur um einen persönlichen Geschmack. Glaube an Gott, zumindest der christliche Glaube, erhebt den Anspruch – meiner Meinung nach zu Recht – die Wahrheit zum Inhalt zu haben.

Glaube hat etwas mit Wahrheit zu tun, etwas mit der Überzeugung von einer Wahrheit. Man ist davon überzeugt, daß das, was man da glaubt, an den man da glaubt, wahr ist.

Insofern ist die Frage nach dem Nutzen vielleicht etwas zu kurz gegriffen. Die eigentliche Frage ist: Stimmt es, oder stimmt es nicht?

Aber wie findet man so etwas raus? Und um was geht es eigentlich genau? Was ist der Inhalt, der wahr oder unwahr ist? Schöpfungsgeschite im Sinne der Kreation? Anzahl und Namen der Söhne Israels? Korrektes Feiern der Liturgie nach Agende? Genaue Kenntnis aller Dogmen und Konzilsbeschlüsse sowie unkritisches Für-wahr-halten derselben? Ich meine – ich hoffe – er Glaube läßt sich konkretisieren auf wenige Punkte, aus welchen sich dann alles andere ableitet. Oder auch nicht, dann sollte man drüber reden.

Einen ersten Schritt bei der Fassung dieser Konkretion des Inhalts des Glaubens will ich hier versuchen. Es soll um Freiheit und Unterordnung gehen.

Freiheit wird von vielen wenn nicht allen Menschen angestrebt. Dem entspricht auf den ersten Blick, daß die Unterordnung unter einen Gott für viele Glaubenskritiker einer der Hauptgründe gegen den Glauben ist. Gibt man damit nicht seine Freiheit auf? Wird man nicht zum unkritisch-dummen Nachbeter der ewig selben Pseudowahrheiten, die nebenher als Vorwand benutzt wurden, um viele weitere Menschen in Unfreiheit zu halten?

Der Vorwurf ist historisch sicherlich nicht unberechtigt. Es gab und gibt Menschen, die sich auf Dogmen zurückziehen, die diese als wahr betrachten ohne sie begründen zu können, abgesehen etwa von Autoritätsargumenten.

Aber der Vorwurf ist gleichzeitig auch unwahr, da es zu allen Zeiten Menschen gab, die gleichzeitig äußerst fromm waren und trotzdem den eigenen Gauben kritisch hinterfragten, ehrlich nach Begründungen suchten und gerade nicht auf die Nutzbarmachung von Dogmen zur Unterdrückung anderer schielten.

Trotzdem ordneten sie sich unter. Unter Gott, wie sie Ihn verstanden, und wie sie es für vernünftig hielten.

Andere Menschen halten anderes für vernünftig, und hier wird die Sache schwierig. Denn nach welchen Kriterien sollte man ermessen, wer sich jetzt der Wahrheit unterordnet?

Aber zuerst eine andere Sache: Der Wahrheit unterordnen! Wäre eine Unterordnung in diesem Fall auch eine Aufgabe der Selbständigkeit? EIn Freiheitsverlust? Da größte zu vermeidende Übel?

Ich meine, eine Unterordnung unter die Regeln der Wahrheit bedeutet nicht Knechtschaft, vielmehr wird von allen Menschen angestrebt, den Regeln der Wahrheit zu folgen. Damit könnte man auf die Idee kommen, daß die Unterordnung unter die Wahrheit Freiheit bedeutet. Unterordnung wäre also nicht in jedem Fall schecht.

Ich gehe sogar soweit, daß es hier die größte Freiheit gibt und daß jede Freiheit (auch die eingeschränkten Varianten) immer auch einer gewissen Ordnung (und damit Unterordnung, und sei es unter den eigenen egoistischen Willen) bedarf. Die Ordnung gibt den Rahmen vor, in dem man frei handeln kann. Ohne solche Ordnung, kann einem jede mögliche Freiheit bestritten werden. Manche Ordnungen geben einem mehr Freiheit, andere Ordnungen weniger.

Wir haben nun also verschiedene Systeme im Vergleich: Die einen ordnen sich Gott unter, andere anderen Idealen, vom säkularen Humanismus über all die verschiedenen Religionen bis hin zu menschenverachtenden Systemen und persönlichem Egoismus, die Freiheit nur für einige wenige bereit halten (und diese dann wiederum unfrei machen, weil sie an ihrer Macht hängen und dadurch unfrei werden in ihrem Handeln: Was die Macht mindert liegt außerhalb der Möglichkeiten).

Die Frage, was wahr ist, entspricht also wohl der Frage, unter wen oder was man sich unterordnen muß, um die größtmögliche Freiheit zu erfahren.

Dies halte ich für eine Kernfrage, die, falls überzeugend beantwortet, dem entsprechenden System viel Zustimmung bringen würde.

Ich meine weiter, daß es im Christentum um nichts anderes geht als um eben diese größte Freiheit:

Zentral im Christentum sind Karfreitag und Ostern, also Tod und Auferstehung Jesu. Versteht an diese nicht so, wie in der oben verlinkten Kritik, sondern eher im Rahmen der ebenfalls verlinkten alternativen Betrachtungsweise, dann hat das Ganze viel mit Freiheit zu tun. In Kürze kann man es so fassen:

Der Teufel hält die Welt gefangen und versucht über alles die Kontrolle zu bekommen, sich alles unterzuordnen. Den Teufel kann man hier als Chiffre für all das bezeichnen, was man als böse ansieht (man kann es sicher auch objektiver fassen aber für den Anfang reicht diese subjektive Sichtweise). Gegenspieler ist Gott, der die Welt befreien möchte.

Der Teufel geht auf folgende Weise vor: Er bringt den Menschen (jeden einzeln) dazu, etwas zu tun, das Unrecht ist. Dann benutzt er dies gegen den Menschen, um ihn immer tiefer in unrechten Taten zu verwickeln, indem er die erste Tat zu decken versucht. Ziel ist es, den Menschen zu isolieren, ihm keine Entwicklungsmöglichkeit zum Guten hin zu geben und ihn im Netz aus Unrecht und Lüge, das er um sich gesponnen hat zu ersticken. Dabei setze dann die einen Menschen auch die anderen unter Druck, in einer gewissen unrechten Weise zu handeln. Ziel des Teufels bleibt die Kontrolle. Wer stirbt, kommt ebenfalls in seinen Machtbereich, den Tod, die Hölle.

Gott kann nicht viel machen. Schließlich wird er Mensch, und gleich fängt der Teufel an und verucht, Ihn zum Bösen zu verleiten. Gott-als-Mensch (Jesus) läßt sich jedoch nicht darauf ein, also setzt der Teufen Ihn durch andere unter Druck, bis hin zu Seiner Ermordung. Denn so käme Gott-als-Mensch ebenfalls in den Tod ud wäre unter des Teufels Gewalt. Sowohl die Toten als auch die lebend-isolierten sind im Grunde ohne Beziehung und damit tot.

Doch der Einsatz Gottes für die Menschen befreit diese aus Tod und Hölle. Gott ist größer als der Teufel, das Gute größer als das Böse, und so werden Beziehungen wieder möglich. Gott besiegt Tod und Teufel und überwindet damit die Hölle.

Damit eröffnet Gott neue Möglichkeiten für diejenigen, die schon ziemlich verstrickt sind in ihr eigenes Unrechttun. Sie kriegen wieder Hoffnung, weil Gott in Seinem Tun quasi sagt: Das Unrecht das Ihr tut, rechne ich Euch nicht an (wiewol es trotzdem Unrecht bleibt!), gehet hin und sündigt fortan nicht mehr.

Er befreit die Menschen aus den Verstrickungen der Hölle, indem Er sie annimmt, sie liebt, trotz aller Taten, mit denen der Teufel sie zu kontrollieren sucht. Damit ist die Macht des Teufels gebrochen, oder etwas weniger mystisch ausgedrückt: Die Macht, die unsere unrechten Taten über uns haben.

Und das halte ich für eine unglaublich befreiende Wahrheit. Denn es erlaubt einem, alles zu tun, was einen Gut dünkt (≠wozu man gerade Lust hat) und hält einen nicht in äußeren Zwängen gefangen, wie das Tun unrechter Taten. Während man untergeordnet unter Gott sowohl Gutes als auch Böses tun kann, ist man bei anderen Unterordnungen in Sachzwängen gefangen und damit in seinem Handeln auf die Sachzwänge eingeschränkt.

Wenn jetzt jemand meint, daß auch er nicht von Sachzwängen eingeschränkt sei und eben so eine Freiheit habe, wie der sich Gott unterordnende Christ, dann habe ich zweierlei dazu zu sagen:

  1. Ich freue mich aufrichtig für Dich, und daß Du diese Freiheit erlebst.
  2. Womöglich sind wir beide näher beieinander als es den Anschein hat.

Übrigens würde ich für mich nicht in Anspruch nehmen, mich gar nicht mehr durch Sachzwänge beeinflussen zu lassen. Daher bedarf ich immer wieder der Vergebung Gottes. Dieser kann ich jedoch gewiß sein, und so kann ich es immer wieder aufs Neue versuchen, ohne Sachzwänge zu leben und nur noch Gutes zu tun. Dies zu erreichen ist mein sehnliches Ziel.

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Montag, 26. März 2012

Eigentlich sind es ja die Netzfunde vom Sonntag, aber ich hatte noch ein paar Texte für die Uni zu lesen und bin erst jetzt fertig.

Schon seit vorgestern online ist ein Artikel bei evangelisch.de zur Katholizität der evangelischen Kirche. Interessant vor allem die Kommentare, die es als Manko erleben, daß die protestantischen Kirchen nicht römisch-katholisch sind. Also ich weiß ja nicht wie Ihr das seht, aber war es nicht die römisch-katholische Kirche, die sich beim Tridentinum abgespalten hat? Ich bin immer wieder überrascht über die Sichtweise, wir Protestanten hätten uns abgespalten… 😉

Thomas hat den zweiten Teil der kulturellen Differenzen bei Verkehrsmitteln eingestellt.

Und weil wir es gerade von Kultur und der römischen Kirche haben: Gestern war Sonntag, und die Sonntage zählen nicht zur Fastenzeit. Deshalb konnte der Blog-fastende Herr Alipius wieder ein wenig bloggen.

Zuvörderst zu nennen wäre eine neue Ausgabe von Schwester Robusta.

Dann gibt es da nen längeren Artikel zum Kirchenbashing, Geschmacksrichtung anti-Rom, im Internet. Dabie sagt er viele richtige und wichtige Dinge, aber mein Highlight bei dem Artikel war der Link zu Get Religion.

Dabei handelt es sich um einen Blog, der antikirchliche Meldungen von einer anderen Seite zu beleuchten versucht. Bei diesem Link geht es gerade um die vor Jahrzehnten in den Niederlanden kastrierten Mißbrauchsopfer. Kastrationen wurden damals wie es aussieht wohl vom niederländischen Staat in größerem Rahmen durchgeführt.

Und da ich diesen Blog so gut fand, hab ich da gleich mal den RSS Feed abonniert. War ne gute Sache. Kurz danach kam da nämlich dieser Artikel zu Pussy Riot und der orthodoxen Kirche in Rußland. Bei der Sache hatte ich auch schon andernorts mal skeptisch angefragt.

A propos skeptisch: Es gibt da ja solche pseudoskeptischen Zeitgenossen im Netz, die sich darin gefallen, die Kirchen (allen voran die römische, aber nicht nur) und den Gottesglauben als größte Geisel der Menschheit und mindestens als Ursache für alles Leid dieser Welt darzustellen. Da fand ich es ganz witzig, über den Herrn Alipius nen Blogartikel zu finden, der die selbe dumme-Propaganda-Methode auf die Atheisten anwendet. Ich weiß, liebe Atheisten, Ihr findet das jetzt alles ganz fies und gar nicht fair. Werdet damit fertig.

Der Text ist auch eine Antwort auf die Frage, die ich mir bei diesem Video stellte.

Gibt es irgend eine Möglichkeit, den Inhalt des Videos so zu persiflieren, daß die Sympathisanten der Macher merken, wie dumm das alles ist? Der Text bezieht sich zwar nicht auf das Video, aber er dürfte die Dummheit der kirchenkritischen Methode, die sowohl solchen Texten als auch dem Video zu Grunde liegt, asreichend illustrieren.

So, und nach der ganzen Kirchenkritik noch was Schönes. Von Ameleo

Allgemein

Da war doch mal so ein Stöckchen…

Ist schon was länger her, aber auch die längste Bank hat mal ein Ende 😉

Wobei ich echt am überlegen bin, ob ich jetzt 5 Leute kenn, die ich mit dem Stöcken bewerfen will. Ich sterb ja sowieso schon tausend Tode, weil die ganzen Kettenbriefe bei mir aufhören. Irgendwie kommen keine mehr. Vielleicht bin ich ja wirklich tot.

Also hier nun die Antworten zu Wolfgangs Fragen, der Reihe nach:

  1. Wie bist Du zum Bloggen gekommen?
    Das war im Mai 2009, irgendwie waren da grad diese Proteste in Iran und dann noch die Sache mit dem Zugagserschwerungsgesetz, und dabei war immer wieder die Rede von twitter und den Blogs und dergleichen, und dann hatte ich mir beides mal zugelegt. twitter hab ich inzwischen nicht mehr, weil in 140 Zeichen kann ich mich eh schlecht ausdrücken (obwohl ich jetzt einige interessante Gespräche verpaß, aber so schaff ich’s vielleicht noch mit der Examensanmeldung). Ursprünglich waren meine Artikel auch eher politisch motiviert, inzwischen glaub ich hat sich das Ganze etwas zu Gunsten der kirchlichen Thematik gedreht.
  2. Wer sind deine 3 Lieblingsmusiker/Bands und warum?
    Das ändert sich ständig. Die Helden meiner Jugend waren ja Bon Jovi, aber in den letzten 10 Jahren etwa hab ich von denen nicht mehr viel mitgekriegt (abgesehen von der Nachricht, daß der Himmel wie New Jersey aussieht). So grob gesagt hör ich das meiste, wo ne Gitarre dabei ist und was n bißchen schneller ist, also von Reinhard Mey in homöopathischen Dosen bis zu Punk und Metal (Narnia!). Das schließt jetzt alles Elektronische weitgehend aus… ja, das ist auch richtig so, wobei man nichts absolut sehen sollte. Ich hab auch mal bei last.fm ein Profil angelegt, nutz das aber nicht großartig in letzter Zeit. Da kriegt man aber einen ungefähren Eindruck, denke ich.
  3. Was ist eure Lieblingssoftware und warum?
    XeLaTeX. Aus dem einfachen Grund weil ich grad miterlebe, wie meine Freundin ihre Examensarbeit mit Word schreibt.Irgendwann hab ich dann mal rausgekriegt, daß das Summer Institute of Linguistics, auf deren Seite das Projekt gehostet wird, mit den Wycliff Bibelübersetzern zusammenhängt. Also ne christliche Veranstaltung. Ist zwar an sich kein Argument für XeLaTeX, aber doch schön zu sehen, wie kirchliche Arbeit sich gesamtgesellschaftlich positiv auswirkt.
  4. Was fehlt der Kirche in der heutigen Zeit am meisten?
    Hmm, ich wähle den Publikumsjoker 😀 Im Ernst, die Frage ist ja recht scher zu beantworten. Ich denke, das kommt darauf an, und zwar auf die jeweilige Gemeinde oder Landeskirche oder das Millieu, in dem man sich gerade befindet. Ich habe oft den Eindruck, daß die Kirche vor allem im Bürgertum verbreitet ist – wenn man die Dörfer verläßt (Dörfer heißt jetzt vor allem Südpfalz, weil da kenn ich mich aus). Sie scheint Probleme zu haben, sowohl die Hartz IV-Schicht (doofes Wort aber mir fällt grad kein besseres ein) zu erreichen als auch im Bereich der Akademiker verstanden zu werden, wobei sie gesamtgesellschaftlich immer noch einen großen Einfluß hat. Ich denke ändern muß sich wenn dann bei den Gemeinden etwas. Die machen aber oft auch wunderbare Arbeit. Vielleicht kann man es so zusammenfassen, daß sich verändern muß, wie die Kirche auf die Gesellschaft reagiert. Das war früher nicht nötig, weil die Kirche und die Gesellschaft weitgehend eine Einheit war (wenn man jetzt die Katholisch-Evangelisch Spaltung untern Tisch fallen läßt). Das ist nicht mehr der Fall. Wir müssen lernen die Leute anzusprechen – in ihrer Sprache. Dabei sollten wir tunlichst vermeiden, in profane Begründungsmuster zu fallen. Die Finanzen können ein Argument für oder gegen eine Sache sein, aber IMHO nicht den ersten Ausschlag geben. Das ist jetzt auch wieder platt. Ich will ne andere Frage 😉
  5. Welche Person hat euch im letzten Jahr am meisten beeindruckt?
    Ich könnte jetzt nicht sagen, daß mir da jemand besonders einfällt. Ich fand Käßmanns Rücktritt beeindruckend (auch wenn ich sie sonst kritisch sehe), aber der ist ja was länger her. Ich hätt da was, aber das wären mehrere Personen, nämlich die Demonstranten, die in den arabischen Ländern, die für mehr Freiheit auf die Straße gingen, und das bei Todesgefahr. Das hat mich beeindruckt, und wer mir damals, als das in Ägypten losging auf twitter folgte, kann ein Lied davon singen 😉

So, das Ritual bzw. die Regeln verlangen jetzt, daß ich das Stöckchen an 5 Leute weiterwerf. Ich tu das jetzt aber nicht, sondern tue das, was jeder Theologe können sollte (naja, ich hab mein Examen noch nciht aber s’ist hoffentlich nciht mehr allzu lang): Ich lege sie neu aus. Mir geht es hier um Regeln 3 und 4 nach welchen ich

  1. Fünf Leute bewerfen müßte &
  2. ihnen auch noch Bescheid geben soll

Da mir jetzt keine 5 Leute einfallen, mach ich meinen Wurfstock zu einem Fundstock. Unter Beibehaltung des Prinzips  darf also jetzt jeder, der sich berufen fühlt, das Stöckchen aufnehmen, bearbeiten und weiterwerfen (oder finden lassen wie ich). Die Regeln bezüglich Verlinkung bleiben bestehen, es soll ja ne recht lange Kette hrauskommen. Fehlen die 5 Fragen:

  1. Was hat Dich bewogen, das Stöckchen aufzunehmen?
  2. Welches Buch hast Du zuletzt gelesen und worum geht es da?
  3. Welcher ist Dein Lieblingsblog und warum? (der erste Teil der Frage sollte klar sein 😉 – nee ich hätte gern ehrliche Antworten, man will ja Neues entdecken)
  4. Welches Schulfach erachtest Du rückblickend für Dein Leben as das sinnloseste? Und falls Du noch in der Schule bist (hab ich so junge Leser?): Welches Schulfach hältst Du für Dein zukünftiges Leben für am Überflüssigsten? Ne Begründung wäre schön 😉
  5. Pro Forma noch was Kirchliches: Welches ist Dein Lieblings-Kirchenlied (Du mußt es nicht mögen, halt das, das Dir am ehesten zusagt – auf welche Weise auch immer)? Und davon dann bitte ein Video verlinken (es gibt nicht nur youtube, es gibt auch andere Dienste).
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Denkanstöße per sms in der Gemeindearbeit

Seit einigen Wochen schreibe ich einer Freundin regelmäßig kurze Auslegungen zur Tageslosung per sms (daraus resultierte auch die Rubrik „Das Wort zum Tag“). Als sie mir vor einigen Tagen dann erzählte, dass eben diese Auslegung in Kurznachrichtformat für eine Diskussion in ihrer Lerngruppe über Glauben geführt hat, kam mir eine Idee (wobei ich nicht dafür die Hand ins Feuer lege, dass sie nicht schon anderen gekommen ist…).

Da sich ja das Handy und seine technischen Nachfolger recht großer Verbreitung erfreuen, fände ich es spannend, kurze „Denkanstöße“ zu formulieren, die dann per SMS an Interessierte verschickt werden können. Diese Denkanstöße muss natürlich nicht einer alleine verfassen. Man könnte eine Anlaufstelle im Internet bereitstellen, auf der mehrere Verfasser immer mal wieder einen Denkanstoß zur allgemeinen Nutzung veröffentlichen. Das sollen keine kompletten Auslegungen von Bibeltexten sein. Denkbar wäre, sich zu einer Bibelstelle kurze Fragen zu überlegen, über die sie dann nachdenken können. Das könnte man dann noch mit einem Blog verbinden, auf dem man sich über die Denkanstöße austauschen könnte, entweder innerhalb einer Gemeinde oder auch in einem übergemeindlichen Blog. Ziel einer solchen Aktion wäre, den Glauben mehr im Alltag der Gemeindemitglieder spürbar zu machen.

Um die Aktion umzusetzen wäre es sinnvoll, wenn sich zunächst eine Gruppe von Menschen zusammenfindet, die einen ersten Vorrat an Denkanstößen (vielleicht erstmal 50 Stück?) formuliert.

Da ich gerne mal eine breitere Rückmeldung zu diesem Thema hätte, wäre es toll, wenn ihr an der Umfrage teilnehmen und dann im Kommentarbereich dieses Artikels Lob, Anregungen und Kritik äußern würdet.

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Gebetsanliegen, glaube, kirche, Kirche & Web 2.0

Gebetsanliegen

Heute abend im Gottesdienst hatte ich eine Idee (ja, in Greifswald gibt es auch abends Gottesdienste). Es gibt doch Menschen, die ein Gebetsanliegen haben, und dieses auch vortragen, damit andere mit ihnen beten. Und es gibt Menschen, die gerne mit ihren Glaubensgeschwistern beten. Idealer Weise kommen die in der Gemeinde zusammen, das Gebetsanliegen kommt zur Sprache, und man betet gemeinsam.

Nun ist die Welt aber leider nicht ideal, und man traut sich vielleicht auch nicht immer, die Dinge, die einen im Innersten bedrücken, vor vielleicht halb fremden Menschen auszusprechen. Trotzdem würde man sich freuen und es wäre eine Stütze, wenn man wüßte, daß andere an einen denken und mit einem beten.

Deshalb möchte ich dieses Projekt starten und sehen, ob hier vielleicht Leute zusammenkommen, um füreinander zu beten, einander vielleicht auch besser kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen, was auch immer geschehen mag.

Es ist zuerst einmal ein Angebot. Ich kann nicht abschätzen, ob der Bedarf da ist, oder ob man es vielleicht anders umsetzen sollte.

Die Sache läuft grob so:

Es gibt eine E-Mail Adresse (beter ät lavabit.com), an die man Gebetsanliegen schicken kann. Diese werden dann gesichtet (um sicherzugehen, daß niemand irgendwelche zwielichtigen Seiten anpreist und dergleichen) und anschließend veröffentlicht. Und zwar so anonym, wie sie sind. Das heißt: Die E-Mail Adresse wird nicht genannt, und der Text der Mail wird wie er ist wiedergegeben. So kann jeder entscheiden, wie viel er von sich preisgeben will.

Uns die Arbeit erleichtern kann man, indem man

[category Gebetsanliegen]

irgendwo im Text der Mail platziert, damit das auch an die richtige Stelle kommt. Alles Weitere steht hier. Die Gebetsanliegen (und diesen Artikel hier) findet man dann hier. Und natürlich gibt es zu den Gebetsanliegen auch einen extra RSS Feed.

Man darf dieses Angebot auch gerne weitersagen 😉 und wie gesagt: Verbesserungsvorschläge sind sehr willkommen.