Netzfunde

Netzfunde vom Mittwoch, den 22. Mai 2013

Eigentlich sitz ich gerade an meiner Examenspredigt, und komm nur sehr schwer voran. Da nennt man es wohl Übersprungshandlung, wenn ich jetzt nochmal ne Ausgabe Netzfunde bringe, statt meine Predigtarbeit fertig zu stellen, aber irgendwann muß man auch mal an was anderes denken.

Stellt Euch vor, Ihr seid schwerbehindert und auf Hilfe angewiesen. Der Staat gibt Euch Unterstützung. Dank dieser Unterstützung könnt Ihr auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten un eigentlich vergleichsweise selbstbestimmt leben. Nein, könnt Ihr nicht. Denn sparen ist nicht. Ihr dürft nämlich nicht mehr als 2600€ haben, und wenn Ihr verheiratet seid, gilt das auch für den Ehepartner. Um das zu ändern gibt es eine Petition, und zwar hier. Sagt es weiter, und zeichnet mit. Es kann doch nicht sein, daß diejenigen, die es so schon schwer haben, ein selbstbestimmtes Leben zu leben, dann auch noch Steine in den Weg gelegt bekommen.

Präses Rekowski schreibt davon, wie er die Pfingsttage verbracht hat, und dass er in Zukunft öfter nach der Taube auf dem Dach ausschau halten will, statt sich auf den Spatz in der Hand zu konzentrieren.

Lana schreibt über die Wahrheit. Und die Beweise dafür, die selbt nichts beweisen, wobei man auch nicht beweisen kann, daß die Beweise der Beweise falsch wären. Verwirrt? Mal anders: Gott kann deshalb nicht dekonstruiert werden, weil Er kein Konstrukt ist, sondern wirklich. Was man aber auch nicht beweisen kann. Lana befasst sich seit einiger Zeit mit Fragestelungen im Zusammenhang von Philosophie und Glauben. Mancher wird es bemerkt haben: Im verlinkten Artikel geht sie vor allem auf Nietzsche ein.

Beim Lesen der Serie kam ich übrigens auf einen kleinsten Kern für den christlichen Glauben. Also jetzt so, wie ich ihn verstehe. Ich hör schon die Menge „Ketzer“ rufen… Jedenfalls denke ich, daß der Kern in etwa so aussehen könnte:

Es gibt einen Unterschied zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung. Und das Heil, die Erlösung oder wie man es auch nennen mag, kann nie von innerhalb der Schöpfung zu uns Geschöpfen kommen, sondern immer von außerhalb, dem Schöpfer.

Vieleicht kann man das noch weiter kondensieren, wenn man Symbole wie „Heil“ oder „Erlösung“ noch rauskriegt. Ich frage mich gerade, ob die Erlösung darin besteht, aus der Schöpfung zum Schöpfer zu kommen. Aber dazu müßte ich wohl nochmal bei Tillich nachlesen…

Michael Blume schreibt über die evolutionäre Funktion der Scham beim Menschen.

Don Ralfo schreibt über Pfingsten. Und fragt, wieso der Heilige Geist in den Landeskirchen so kurz kommt, also im Vergleich zum Sohn.

Tara Samples schreibt bei Sorourner’s über ihre Erfahrungen mit Mißbrauch in der Kirche und nennt 10 Mythen über den Mißbrauch. Das Ganze macht nen sehr amerikazentrischen Eindruck (ist ja auch ne amerikanische Seite), aber lesensunwert ist es deshalb noch lange nicht. Passt auch irgendwie zur Schamthematik bei Blume, wobei hier die negativen Seiten der Scham aufgezeigt werden. Vielleicht könnte man die Aufforderung formulieren, die Freiheit des Evangeliums hier so zu nutzen, daß man schamloser ist. Dann kommen vielleicht auch die Probleme eher auf den Tisch.
Übrigens gibt es zum Mißbrauch in der Kirche ne Serie bei Sojourner’s, und die suchen scheinbar noch weitere Artikel. Man kann die einreichen. Wie steht am Anfang von Samples Artikel.

Nochmal Sojourner’s, diesmal Jon Huckins. Er schreibt über die Gewalt beim Frieden stiften.

Der Herr Alipius ärgert sich über die kulturelle Veränderung. Und irgendwie kann ich ihm nich so ganz folgen. Wenn die Kinder das Vater Unser nicht mehr aufsagen können, dann sind doch in erster Linie wir Kirchenleute gefragt, es ihnen beizubringen, mitsamt der Erklärung für dessen Relevanz in ihrem Leben. Wenn die Kinder es nicht können, dann haben in erster Linie wir versagt, nicht die pöhsen „Newthink-Umerzieher“. Und wenn irgendein Ministerium in einer spanischen Autonomia nicht mehr Ostern sagen mag, so kann man sich vielleicht darüber ärgern, daß die Kirche (und hier speziell wohl die römische) die Deutehoheit für die öffentliche Kultur verloren hat, aber auch hier stellt sich doch wohl die Frage, wieso das so ist. Freilich gibt es Einanderung, so daß ganz einfach inzwischen auch viele nichtchristliche Bürger hier leben. Wenn er es aber besonders erwähnenswert findet, daß die fragliche Ministerin der sozialistsichen Regierung angehört, dann gibt es vielleicht andere Gründe für deren Distanz zur Kirche als die Einwanderung. Überhaupt frag ich mich, was die ganze Aufregung soll. Diejenigen, die wirklich an Gott glauben, werden weiterhin Ostern und Weihnachten sagen, und nicht Baum- oder Hasenfest. Deshalb möchte ich ein anderes Paradigma vorschlagen, unter dem man das ganze betrachten kann, auch wenn es nen protestantischen Einschlag mitbringt: Was stört’s die deutsche Eiche, wenn sich die Sau dran reibt? In diesem Sinne, nicht so aufregen. Niemand kann die Kirche überwinden, und wenn wir weiterhin fleißig Katechese betreiben, dann werden auch die Spanier irgendwann wieder das Vater Unser aufsagen können.

Dominique Venner hat sich erschossen. Mit einer Pistole, vo der Altar des Notre Dame in Paris. Artikel dazu hab ich beim Herrn Alipius und auf evangelisch.de gelesen. Ich verstehe ja ehrlich gesgat die ganze Aufregung nicht. Für Katholiken wird die Homoehe auch nach deren Einführung in Frankreich oder sonstwo zum Sakrament. Und Protestanten, die konservativer denken, werden auch keine Nachteile davon haben, daß homosexuelle Menschen für ihre Beziehungen nun auch eine staatliche Bescheinigung bekommen können. Ich versteh den Aufruhr echt nicht. Wobei ich, was die Ehe angeht, sowieso der Meinung bin, daß sie als staatliche Einrichtung abgeschafft gehört. Was geht den Staat die Ehe an? Wer mit wem zusammenlebt oder nicht ist entweder Privatsache, oder meinetwegen noch Sache der jeweiligen Religionsgemeinschaft. Aber sonst?

Soweit für heute. Bis demnächst.

Das Wort zum Tag

Tageslosung vom Sonntag, den 24. März 2013

Ich freue mich über den Weg, den deine Mahnungen zeigen, wie über großen Reichtum.
Psalm 119,14

Der Gott des Friedens mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Hebräer 13,20.21

Mit Mahnungen ist es eine Sache. Spätestens bei der dritten wird es ernst, fängt es an Geld zu kosten. Tja, man soll halt nicht bestellen, was man sich nicht leisten kann.

Trotzdem: Manchmal muß man sich vielleicht durchwinden, daß man vielleicht alle Mahnungen so lange laufen läßt, bis man genug Geld zusammen hat. Der Weg, den die Mahnungen zeigen ist dann mtunter sehr verworren, kostet Kraft und Konzentration, damit man auch keinen Termin verpasst. Jedenfalls ist solch ein Weg nicht angenehm, sondern steinig und schwer.

Hinnehmbar kann all diese Anstrengung sein, wenn man selbst sie zu verantworten hat. Wenn man vielleicht seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit falsch eingeschätzt hat und nun die Konsequenzen tragen muß.

Weniger hinnehmbar wird es, wenn man selbst nichts dazu kann. Wenn es darum geht, das zum Leben notwendige zu bezahlen. Wenn an unverschuldet seine Arbeit verloren und keine neue mehr gefunden hat, und sich nun so durchwurschteln muß, bis ein neuer Job greifbar wird. Trotzdem nimmt man es meist zähneknirschend hin. Das Leben kostet Geld, so ist es nun einmal. Ändern können wir wenig.

Ne ganz andere Sache ist es aber, wenn man mit Mahnungen konfrontiert wird, die keinen Bezug zum eigenen Leben aufweisen. Wenn einfach jemand auftritt, und irgendwelche Dinge verlangt, ohne dafür eine juristisch bindende Grundlage vorweisen zu können.

Das muß sich nicht auf finanzielle Fragen beziehen. Als ich als Teenager die Haare lang wachsen ließ, gab es im unmittelbaren Familienumfeld durchaus Leute, die etwas mehr Gesellschaftskonformität bei der Wahl meiner Frisur verlangten. Ja, wir hatte damals die 90er, ich red hier nicht von den 60ern oder 70ern (der Konflikt war auch nicht groß, aber vorhanden).

Wie auch immer, wir lassen uns nicht gerne eine Schuld einreden, wo wir nicht verantwortlich sind.

Jetzt schreibt aber der Psalmbeter von Psalm 119, daß er sich freut. Über einen „Weg der Mahnungen“. Und wer der Mahner ist, dürfte klar sein: Kein geringerer als Gott höchst selbst.

Nur: Welches Recht hätte Gott, an uns Mahnungen zu richten? Welche Verpflichtungen hätten wir gegen Gott, welche Verantwortung gegenüber Ihm? Wenn man von Ihm nichts erbeten hat? Wenn man vielleicht nicht mal an Ihn glaubt?

Wieso sollten Seine Mahnungen ein Gewinn sein, wieso sollte man sich darüber freuen, wenn Er einem nur noch einen kleinen Weg freiläßt, der vielleicht gerade so steinig und schwer ist wie der oben genannte eines Arbeitslosen durch den Mahnungsdschungel seiner Lebenshaltungskosten?

Im Lehrtext ist dann plötzlich die Rede davon, daß Gott Tüchtigkeit zum Tun des Guten verleihen soll. Das ist schon eher etwas Positives. Wer steht nicht gerne als jemand da, der Gutes tut? Sich darüber zu freuen ist jedenfalls nachvollziehbarer, als sich über Mahnungen oder Genörgel zu freuen.

Im Lehrtext steht aber noch etwas: Erstens wird das Tun des Guten mit Gottes Willen identifiziert, und zweitens ist die Rede davon, daß in uns etwas geschaffen werden soll, was Ihm, also Gott, gefällt.

Jetzt läßt sich trefflich spekulieren, was da gemeint sein könnte. Womöglich ist das, was da geschaffen werden soll die Voraussetzung dafür, daß wir zum guten Tun tüchtig werden (und die Voraussetzung dafür, Gottes Willen zu tun).

Nach Meinung der Herrnhuter Losungsverantwortlichen hat das Ganze dann noch mit den Mahnungen und der Freude darüber zu tun.

Eine mögliche Deutung hab ich schon angedeutet:

Gott will, daß wir Gutes tun. Er hat drei Wege, uns dazu zu bewegen: Er kann uns erstens zum Guten ermahnen, dann kann Er in uns etwas schaffen, das dahin führt und letztlich kann Er uns zum Guten tüchtig machen.

Womöglich sind diese drei Wege alle eigentlich zielich das Gleiche: Er macht uns tüchtig indem Er in uns etwas schafft. Beides kommt übrigens durch Jesus Christus, was meiner Meinung nach auf den Glauben an Jesus Christus verweisen könnte. Und dadurch nehmen wir die Mahnungen vielleicht erst an, bzw vielleicht nehmen wir sie ab dann auch erst wahr.

Tüchtig zum Guten sind wir dann, wenn wir Seine Mahnungen hören oder wahrnehmen können. Woher sollten wir vorher wissen, was Gut ist?

Ich höre schon den Einpruch: Gottes Forderungen in welcher Form auch immer dienen zuerst und vor allem der Machtsicherung und -erhaltung einer religiösen Elite, und der Mensch weiß selbst gut genug, was gut ist und was nicht.

Dem ersten Einspruch stimme ich zu. Wenn immer jemand von Gottes Forderungen spricht oder sprach gilt es genau hinzuhören und zu überlegen, was dahinter steckt. In vielen wenn nicht den meisten Fällen geht es tatsächlich um die Durchsetzung von Machtansprüchen bei Inanspruchnahme göttlicher Autorität. Wenn aber Gott tatsächlich existiert und tatsächlich Forderungen an uns hat, oder meinetwegen auch nur Vorschläge zum Lebenswandel, dann sollte man sich überlegen, ob nicht in einzelnen Fällen tatsächlich Gottes Ansichten formuliert werden.

Diese Unterscheidung zu treffen, so bin ich überzeugt, geht nicht ohne den Heiligen Geist. Nebenbemerkung: Das ist dann womöglich auch der Grund dafür, daß nicht gläubige Menschen hier stets absolut sagen (müssen), daß es IMMER um Machterhalt etc geht. Die andere Option, daß tatsächlich Gott dahinter steckt, ist nur möglich, wenn man an Gott glaubt.

Der andere Punkt mit dem Wissen um das Gute ist so eine Sache. Ich stimme zu, daß wir alle eine gewisse Ahnung davon haben, was gut ist und was nicht. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, daß man hin und wieder in Zwickmühlen kommt, wo man nicht weiß, wie man sich entscheiden soll. So ganz scheinen wir den Dreh nicht rauszuhaben. Und ich glaube auch, daß kein Regelwerk der Welt uns für jeden Fall klare Anweisungen geben kann. So ein Legalismus ist auch gar nicht notwendig, wenn man darauf vertrauen kann, daß der Heilige Geist einen führt. Oder wenn man darauf vertrauen kann, daß Gott eine Fehlentscheidung vergeben wird. Die atheistische Alternative wäre, sich einfach für die Variante zu entscheiden, die einem subjekitv grad besser dünkt. Bei einer Fehlentscheidung haben alle Gewissensbisse. In dem Fall haben Christen keinen objektiven Vorteil gegenüber Atheisten. Aber sie wissen um eine höhere Instanz, auf die sie hoffen können, und die ihnen per Mahnungen (oder Vorschlägen) den Weg weist.

Wie schon gesagt sind solche Mahnungen (zumindest nach meinr Meinung) nicht kodifizierbar, sondern nur mit Hilfe des Heiligen Geistes aus einem Text herauszulesen. Ansonsten sind sie mindestens mißverständlich.

Werden sie aber im Heiligen Geist verstanden, dann zeigen sie einen Weg für den Lebenswandel auf, sie machen einen tüchtig, diesen Weg zu gehen, der darin besteht, das Gute zu tun, das mit Gottes Willen identisch ist. Und darüber kann man sich tatsächlich freuen wie über großen Reichtum.

Nicht, wie manch einer mutmaßen mag, weil man sonst in die Hölle käme, wenn man von dem Weg abwiche, sondern weil es eine Freude ist, wenn man Gutes tun kann, weil es erfüllend ist, dem Leben einen Sinn gibt.

Dies ist freilich nur für gläubige Menschen nachvollziehbar. Nichtgläubige werden lieber ihren eigenen Vorstellungen von Gut und Böse folgen, ihre eigenen Wege gehen und womöglich jede von Gläubigen behauptete Führung mit Unterwürfigkeit und unfreiem Denken oder mit Unterdrückung und Machtmißbrauch in Verbindung bringen. Vielleicht muß es so sein, zumindest, bis der Heilige Geist auch zu ihnen spricht.

kirche

Gedanken zum Rücktritt des Bischofs von Rom

Der Papst ist zurückgetreten. Das heißt er hat seinen Rücktritt angekündigt, für den 28. Februar, 20 Uhr. Bisher kam es nur einmal in der Geschichte vor, daß ein Papst zurückgetreten ist. Normal gibt es das nicht. Ratzingers Vorgänger bestand noch darauf, auch angesichts seiner schweren Krankheit nicht zurück zu treten. Ratzinger hat sich anders entschieden.

Aus der Rücktrittserklärung geht hervor, daß er sich nicht mehr in der Lage fühlt, das Amt auszuüben. Vorab gesagt: Ich sehe das wie der Herr Alipius: Diese Entscheidung verdient Respekt. Schon alleine, weil er sich gegen das Vorbild seines Vorgängers entscheidet und in eigener Verantwortung einen eigenen Weg geht.

Römischerseits glaubt man, daß der Papst von Konklave unter Einfluß des Heiligen Geistes gewählt wird. Es geht dabei nicht in erster Linie um Performance, deshalb denke ich, daß die Performance auch nicht Ausschlußkriterium sein muß, wenn das Alter zuschlägt. Johannes Paul II unterstrich dies durch seinen Leidensweg. Benedikt XVI wählt einen anderen Weg, und ja, er hat das Recht dazu und es zeugt durchaus auch von seinem Verantwortungsgefühl seiner Kirche gegenüber, daß er gewährleisten will, daß „der Laden läuft“.

Hätte es Johannes Paul II nicht gegeben, könnte man daraus den Schluß ziehen, daß ab einem gewissen Performanceverlust das Ausüben des Amtes nicht mehr möglich sei und sich Päpste in Zukunft bei Krankheit zum Rücktritt gezwungen sähen. In der Gesellschaft (und auch ein Stück weit in den Kirchen) ist solches Leistungsdenken, in der der Mensch über seine Leistung definiert wird, recht verbreitet und bestimmt weite Lebensbereiche.

Die Kirche von Rom hat nun zwei Paradigmen mit ihren letzten beiden Päpsten und kann somit in dem Zusammenhang für ein sowohl als auch stehen (sonst wird sie ja eher wahrgenommen als für sture Prinzipiendurchsetzung stehend). Ohne das Beispiel Johannes Pauls II könnte man auf die Idee kommen, die Leistungsfähigkeit gäbe den Ausschlag für die Befähigung zum römischen Bischofsamt oder das Bischofsamt überhaupt – und nicht der Heilige Geist. Ohne das Beispiel Benedikts XVI könnte man auf die Idee kommen, die Päpste hätten nicht die Freiheit, zu entscheiden, daß sie nicht mehr in der Lage sind, das Amt so auszuüben, wie sie es für richtig halten. Man könnte sogar auf die Idee komemn, Päpste seien zum öffentlichen Leiden wie Johannes Paul II verpflichtet.

Zukünftige Päpste können nun freier als Benedikt entscheiden, welchen Weg sie wählen. Bleibt noch, ihm für den bevorstehenden Ruhestand alles Gute und Gottes Segen zu wünschen.

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Ich glaube an den dreieinen Gott, Vater, Sohn und Heiligen Geist

Tu ich wirklich. Und weil die Trinität öfters mal als unsinnig oder unverständlich bezeichnet wird, möcht ich gern zwei Worte dazu verlieren, wie ich mir das so vorstelle. Ihr könnt ja dann kommentieren, was Ihr davon haltet.

Wenn ich mir Gott als Software vorstelle, die die Welt regelt und alles kontrolliert, dann ist der „Vater“ quasi der Programmkern mit der Programmlogik.

Der Sohn, also Jesus ist sowas wie das Interface zum Programmkern. Keine GUI, wie wir das heute so kennen, eher sowas wie ne HUI, humanic user interface. Denn Jesus war ja Mensch, lief aber nach Gottes Programmcode mit allen Beschränkungen, die ein Mensch so hat.

Der Heilige Geist wird dann schon schwerer vorstellbar, vielleicht so etwas wie ein Remote Procedure Call. Wenn der Heilige Geist wirkt, dann wirkt Er in uns als Teil Gottes. Es passiert also etwas eigentlich Fremdes, etwas von der göttlichen Programmlogik in uns.

Wir sind ja sozusagen virenkontaminiert. Wir laufen nicht immer nach der göttlichen Programmlogik, sondern führen immer wieder Schadcode aus, den wir nicht so ganz loswerden können, auch wenn wir wollen. Besonders Windowsnutzer die sich schon mal nen Virus eingefangen hatten dürften wissen, daß man den ohne saubere Bootdiskette und Virenprogramm den Virus nicht mehr loswird. man muß rebooten. Nur: Wie rebootet man einen Menschen? Geht nicht! Allein der Gedanke, einen Menschen mal kurz auszuschalten lässt doch eher lebensfeindliche Assoziationen in meinem Kopf entstehen. Außerdem: Selbst wenn wir den Reboot hinbekämen haben wir immer noch keine saubere Bootdisk und kein aktuelles Virenprogramm und nein, ich werd jetzt nicht sagen das finden wir alles wenn wir nur an Gott glauben oder irgend so ne evangelikale Nummer.

Aber so ganz ohne Kirchenspruch geht es dann doch nicht: Das Interface Christus hat ne Funktion implementiert, die es vorher als Hack schon gab und gut funktionierte, die Er aber nochmal genormt hat, das Gebet. Dadurch haben wir einen Zugriff auf Gott und können das melden, was uns bedrückt. Gott sieht zwar alles und weiß alles, trotzdem laufen bei uns oft Dinge auf, die wir nicht loswerden, und bevor der Sorgenstack unseren ganzen Speicher belegt und wir immer mehr Energie für’s pagen benötigen m überhaupt noch etwas getan zu kriegen, können wir den ganzen Stack per Gebet zu Gott pushen.

Der Remote Procedure Call kann uns dann auch schonmal kurz vor knapp dazu bringen, die Funktion Gebet aufzurufen. Aber beide, Remote Procedure Call und die Funktion Gebet brauchen einen Zugriff auf uns, wenn wir unsere Restrictions so setzen, daß Gott keinen Zugriff hat um unseren Stack zu löschen oder uns sonst zu helfen, kann das Ganze schlecht funktionieren. Manchmal klappt es doch, wie das ins System passt bin ich mir noch nicht ganz sicher. Vielleicht liegt es daran, daß der Virus unsere Restrictions derart geändert hat, daß nicht nur andere Angreifer eindringen können in unser System, sondern eben auch Gott, und der handelt dann. Per RPC, also durch den Heiligen Geist.

Es ist also im Endeffekt in keiner Weise von uns abhängig, ob uns geholfen wird. Wir können es uns aber schwer machen.