Kirche & Web 2.0, Technik

Twitterwall für Gnu Social?

Das erste Mal auf dem Barcamp, das erste Mal beim Twittergottesdienst mitgemacht, und immer noch die Frage: Muß das Twitter sein? Geht das nicht auch ohne Konzern? Vielleicht mit Gnu Social?

Sogenannte Social Media Walls, also Anzeigen für Tweets mit festgelegten Hashtags, gibt es für Twitter jede Menge (man sagt ja auch Twitter Walls). Für Gnu Social habe ich so etwas nicht gefunden und mal im IRC nachgefragt. Auch dort wurde mir gesagt, daß es das wohl eher nicht geben wird aber leicht zu bauen sein sollte.

Ich dachte erst an komplizierte API Aufrufe, aber es geht viel leichter: RSS. Bei Gnu Social (und ich glaube auch bei Diaspora oder Friendica, kann das jemand bestätigen?) sind die (öffentlichen) Messages per RSS abrufbar.

So könnte man die leicht auslesen, das Ganze auf den Bildschirm zu bringen ist dann kein Hexenwerk mehr. Nur hatte ich Schwierigkeiten, die richtigen RSS Links herauszufinden, daher dieser Artikel, um das einmal festzuhalten.

Um einen Hashtag per RSS abzurufen, nimmt man:

https://{server}.{TLD}/api/statusnet/tags/timeline/{hashtag}.rss

Wenn man also den Hashtag #twigo auslesen wollte und den Server quitter.is nutzen will:

https://quitter.is/api/statusnet/tags/timeline/twigo.rss

Wenn ich es richtig verstehe sollte die Wahl des Server mehr oder weniger egal sein. Er sollte halt stabil genug laufen, um beispielsweise bei einem Twitter Gottesdienst in kurzen Abständen die Daten ausliefern zu können. Ob das den Server spürbar belastet, kann ich nicht sagen, käme wohl auf einen Versuch an.

Wenn man die Timeline eines bestimmten Nutzers abgreifen will, geht das mit:

https://{server}.{TLD}/api/statuses/user_timeline/{user}.rss

Hier muß der Server dann der sein, auf dem der User sein Konto hat, sonst bleibt das einfach leer…

Insofern andere freie Sozialnetzwerke ebenfalls RSS Feeds zur Verfügung stellen, könnte man auf die Art zu nem „Twitter“-Gottesdienst kommen, ganz ohne Twitter.

Ideal wäre natürlich die Einbindung beider Optionen, Twitter UND Gnu Social, Facebook UND Friendica/Diaspora/Red Matrix etc…

Ich weiß allerdings nicht, ob die komerziellen APIs das zulassen…

Trotzdem, eine Wall-Software für Gnu Social empfinde ich als ein Desiderat. Wenn ich jetzt gut programmieren könnte… wobei, wär wohl eher Webdesign

Kirche, Kirche & Web 2.0

Predigtvorbesprechung?

Ich habs glaub ich schonmal geschrieben, ich bin inzwischen kein Student mehr, sondern im Vikariat. Und als Vikar lernt man das notwendige Handwerkszeug, das ein Pfarrer so braucht, dazu gehört auch das Predigen.

Im letzten Kurs im Predigerseminar kam das Gespräch auch auf Predigtvorgespräche. Also Treffen von Pfarrern während der Woche, die sich über den anstehenden Predigttext austauschen. Ich weiß nicht, ob es das in der Praxis heute noch so gibt, aber als wir uns im Kurs über unsere ersten Predigttexte ausgetauscht haben, empfand ich das als sehr hilfreich.

Meine Gedanke war, daß solche Gespräche vielleicht wegen der zeitlichen Auslastung der Pfarrer seltener geworden sein können. Dazu kommt, daß man vielleicht auch nicht mit allen Kollegen so gut „kann“, bei manchen stimmt die Chemie, bei anderen nicht. Und wenn diejenigen, die miteinander „können“ zu weit auseinander wohnen, dann sinkt die Wahrscheinlichkeit für so ein Gespräch umso mehr.

Geht das denn nicht übers Internet? Das war mein nächster Gedanke. Ich vermute, ja. Die Frage ist aber: Wie?

Mir schwebt eine Art Portal vor, auf dem sich einerseits Pfarrer zum gemeinsamen Gespräch in privaten und öffentlichen Gruppen treffen können, um Ideen für die anstehende Sonntagspredigt auszutauschen.

Private Gruppen deshalb, weil Foren mit zu vielen Teilnehmern schnell unübersichtlich werden können und der Austausch für diejenigen mit weniger Zeit dadurcheinfach nicht mehr klappt.

Öffentliche Foren deshalb, weil ich denke, daß trotz aller Kleingruppen auch ein Austausch im Großen nochmal neue Ideen bringen kann.

Außerdem könnten Nichttheologen ihre Ansichten, Probleme oder Fragen zu den entsprechenden Perikopen vorbringen, entweder im öffentlichen Forum oder in einem extra Forum. So könnten Prediger, die Schwierigkeiten haben, sich in die Gemeinde hineinzuversetzen, eine weitere Hilfestellung bekommen.

Schlußendlich wäre auch die Möglichkeit, die fertigen Predigten zu veröffentlichen  sicher nicht verkehrt.

So in etwa denke ich mir das. Allerdings kenne ich keine Software, mit der sich das leicht umsetzen ließe. Man bräuchte wohl ein Mittelding zwischen Forum und Blog, vielleicht noch mit nem Wiki dabei, um all das zu erreichen.

Doch wenn die Grundstruktur erst einmal stünde, könnte man es leicht erweitern, etwa um alternative Perikopenreihen.

Was haltet Ihr von der Idee? Am Bedarf vorbei? Gut, aber schlecht umzusetzen? Besser doch alles per E-Mail? Oder kennt Ihr gar eine Software, mit der sich das leicht umsetzen ließe?

Kirche & Web 2.0, Technik, Theologie

Virtuelle Gemeinden? Tapfer sündigen im Internet?

Das Vikariat und die Vorbereitung zum ÖKT in Speyer fordern mich ein wenig, deshalb bin ich schon lange nicht mehr zum bloggen gekommen. Und beinahe hätte ich zwei interessante Artikel von Ralpe Reimann verpasst, die ich hier jetzt gerne aufgreifen möchte. Und das möchte ich gerne in umgekehrter Reihenfolge tun:

In zweiten Artikel „Eine virtuelle Kirche gibt es nicht, aber Online-Gemeinden schon“ reflektiert Ralpe die Frage, ob und inwieweit es Gemeinden online geben kann. Interessant finde ich, wie sehr die Konfessionalität hier eine Rolle spielt, was man dann auch in den Kommentaren sehen kann: Für die Lutheraner ist CA VII bindend, damit braucht Kirche neben der Wortverkündigug auch Sakramente und die gehen online nicht, also kann es keine Online-Gemeinden geben. Jedenfalls nicht für Lutheraner. Ralpe weist darauf hin, daß andere Konfessionen „Kirche“ anders definieren, aber das hilft den Lutheranern nicht. Und auch die Auslegung, dass es sich bei CA VII nicht um Ausschlußkriterien handelt, überzeugt offenbar nicht alle.

In der Pfalz werden wir ja nicht auf eine Bekenntnisschrift ordiniert, sondern allein auf die Heilige Schrift, was es mir immer etwas schwierig macht, diesen Konfessionalismus (ich meine das jetzt nicht abwertend) zu verstehen – ich mußte mich nie so existenziell mit den Bekenntnisschriften auseinandersetzen.

Von daher sind diese Diskussionen für mich dann immer auch etwas befremdlich, aber ich denke, sie führen auch am Wesentlichen vorbei. Denn Ralpe schreibt ja schon, daß die „Online-Gemeinden“ nicht in Konkurrenz zur Ortsgemeinde treten sollen. So wie es auch Gebetskreise, Diakonie und Seelsorge nicht sind.

Ich erinnerte mich beim Lesen an eine Schrift von Luther: „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“. Darin schreibt Luther (zitiert nach Projekt Gutenberg, was andres hab ich grad nicht zur Hand):

Und damit ichs noch klarer sage: wenn ein Häuflein frommer Christenlaien gefangen und in eine Wüstenei gesetzt würden, die nicht einen von einem Bischof geweihten Priester bei sich hätten, und würden allda der Sache eins, erwählten einen unter sich, er wäre verheiratet oder nicht, und beföhlen ihm das Amt: zu taufen, Messe zu halten, zu absolvieren und zu predigen, der wäre wahrhaftig ein Priester, als ob ihn alle Bischöfe und Päpste geweiht hätten. Daher kommts, daß in der Not ein jeglicher taufen und absolvieren kann, was nicht möglich wäre, wenn wir nicht alle Priester wären.

Luther geht es hierin um die Feststellung der Priesterschaft aller Gläubigen, aber ich denke, man kann die dargestellte Situation vielleicht doch übertragen. Ich denke an Länder, wo das Internet zwar verbreitet, das christliche Bekenntnis aber eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten kann, wo vielleicht einzelne Christen im wahrsten Sinne des Wortes meilenweit vorneinander weg wohnen. Sicher werden sich die Glaubensgeschwister am Liebsten an einem gemeinsamen Ort in der Kohlenstoffwelt Gottesdienst feiern wollen, aber sie sind dazu womöglich nicht immer in der Lage. Hier ergeben „Online-Gemeinden“, welchen dogmatischen Status man ihnen auch immer geben mag, durchaus Sinn, auch wenn die Ortsgemeinde das Ziel ist. Ich glaube übrigens nicht, daß es Menschen gibt, die die Online-Gemeinde der Ortsgemeinde tatsächlich vorziehen würden, genausowenig wie es bei Verkündigung und Sakramentenverwaltung zum Chaos gekommen ist. Auch wenn alle es vom Prinzip her können bzw. dürfen, berufen die Kirchen trotzdem bestimmte Menschen dazu, dies auch zu tun.

Aber wie gesagt, ich finde die Diskussion ist viel zu wichtig, als sie nur dogmatisch zu führen um den jeweiligen Status, dem man dem, was da passiert, geben kann. Viel wichtiger finde ich, zu überlegen, wo die Chancen der „Online-Gemeinden“ liegen können.

Heiko Kuschel hat gerade von der Verscheibung der Gottesdienstzeit geschrieben. In dem Artikel geht er der Frage nach, ob eine Verschiebung des Zeitpunktes des sonntäglichen Gottesdienstes die Besucherzahlen steigen lassen können würde. Er ist da, wie ich ihn verstehe, skeptisch, und ich stimme ihm da zu.

Der „normale“ Gottesdienst am Sonntag morgen ist nicht sonderlich gut besucht, Sondergottesdienste dagegen, ob nun für Familien, für Biker, für einsame Herzen etc erfreuen sich offenbar größerer Beliebtheit. Da fühlen sich die Menschen offenbar angesprochen, oder sind zumindest neugierig. Man kann aber nicht nur noch Sondergottesdienste anbieten. Damit würde man statt einer Gemeinde von ganz verschiedenen Menschen plötzlich ganz viele Gemeinden mit recht einheitlichen Menschen, die alle ein Hobby teilen oder in einer ähnlichen Situation sind, haben. Das ist erstens für den Pfarrer viel Arbeit und hat zweitens auch nicht viel mit dem EINEN Leib zu tun, der wir doch sind…

Meine Vermutung wäre, daß „Online-Gemeinden“ (oder allgemein Online Aktivitäten von Kirchenmenschen oder Christen allgemein) ebenso wie Zielgruppengottesdienste niedrigschwellige Angebote sein können, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen.

Die Parochialstruktur ist eigentlich eine geniale Sache, denn so haben wir an jedem Platz in Deutschland eine ganz klare Zuordnung, welcher Pfarrer in erster Linie zuständig ist. Wenn es online also um etwas geht, was eine lokale Gemeinde braucht, kann sofort nchgesehen werden, in wessen Zuständigkeit das fällt. Andererseits denken die Menschen nicht (mehr?) parochial. Ich sehe das bei mir selbst auch. Ich war in der Zeit meines Studiums der Gemeinde meines Heimatortes viel näher verbunden als den Gemeinden an den Studienorten. Trotzdem bin ich natürlich nicht jeden Sonntag quer durch Deutschland gefahren zum Gottesdienst. Den Gottesdienst habe ich dort besucht, wo ich gewohnt habe, Kontakte und christlichen Austausch habe ich aber in vielen Fällen, neben den Kommilitonen – als Theologiestudent ist man da vielleicht auch im Vorteil – über das Internet mit ganz verschiedenen Christen aus ganz verschiedenen Hintergründen und Ländern gehabt.

Ich denke also, man kann viel online machen, kann dort einen Teil seines spirituellen Lebens ausleben und trotzdem (oder gerade dann) in die Ortsgemeinden gehen und dort auch mitmachen. Ich denke, in Zukunft sind, auch wenn man mal so ein böses Wort wie Mission in den Mund nimmt, beide Strukturen wichtig, wobei meine Vermuntung ist, daß in der Parochie eine wichtige Rolle spielt, daß die Struktur da ist, während online die Privatperson wichtig wird. Ich spreche nicht mit jedem im Netz über mienen Glauben, aber der Pfarrer, der in meiner Ortsgemeinde predigt, ist erst einmal der Pfarrer, und das nehme ich auch so hin, egal, was ich sonst von ihm halte…

Jetzt hat Ralpe ja noch einen ersten Artikel vor dem jetzt lange ausgewälzten zweiten Artikel geschrieben: Sündige kräftig im #Neuland!

Ich habe mich ja vor Jahren schon von Facebook und Twitter zurückgezogen, weil ich einfach meine Daten dort nicht liegen haben wollte, deshalb bin ich beim Lesen des Artikels an der Aufforderung hängen geblieben, gerade dort hin zu gehen:

Wenn wir im Rheinland schwierige Fragen zu klären haben, zitieren wir gerne die Barmer Theologische Erklärung. These III der Barmer Theologischen Erklärung verortet die Kirche „mit ihrer Botschaft … mitten in der Welt der Sünde“, These VI bestimmt den Auftrag der Kirche darin, „an Christi Statt und also im Dienst seines eigenen Wortes und Werkes durch Predigt und Sakrament die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk.“ Volkskirche so verstanden, koppelt den Auftrag der Glaubenskommunikation daran, an alle Menschen gewiesen zu sein.

Dabei dürfen und müssen wir uns als Kirche auch in Netzwerke begeben, die uns nicht gefallen, um die Menschen zu erreichen, denen diese Netzwerke gefallen. Das heißt für mich: Auch wenn Facebook in der Welt der Sünde ist, hindert mich nichts, dort das Evangelium zu verkünden. Das schulden wir nämlich allem Volk. Wenn über 30 Millionen Deutsche auf Facebook kommunizieren, dann richten wir auch dort das Evangelium aus. Täten wir das nicht, zögen wir uns aus der sündigen Welt zurück und flüchteten uns ins Weltfremde hinter Kirchenmauern. Das aber ist nicht mein Bild von evangelischer Kirche. Bei aller Kritik an Facebook & Co: wir sind – so sehe ich das – von Gott auch in solche Netzwerke gestellt.

(Hervorhebung von mir)

Ich denke, Ralpe hat hier Recht und ich überlege, ob ich mich wieder bei Facebook und Twitter anmelden sollte, zögere aber. Immerhin hbe ich ein Red Matrix Konto und bin dort durchaus als Christ zu erkennen. Und in diese Ecke der Welt gehen wahrscheinlich noch weniger Kirchenleute als zu Facebook oder Twitter…

Was mir dabei wichtig ist: Ich kann zu Facebook und Twitter gehen, um dort die Menschen zu erreichen. Aber ich würde (wahrscheinlich vor allem wegen meiner Ablehnung dieser Dienste, aber die ist ja nicht unbegründet) ein großes Fragezeichen setzen wenn es darum geht, sich dort einzurichten (Macht euch nicht gemein mit der Welt un so…).

Ralpe spricht es an, der Datenschutz dort ist ein Problem und man sollte sich nicht den Anschein geben, als sähe man das nicht so oder wisse nicht darum. Krass ausgedrückt: Wenn man als Seelsorger auf St. Pauli auch mal in die Bordelle geht, um sich der Damen dort anzunehmen, muß man noch lange kein Kunde werden…

Deshalb denke ich, ist es wichtig, daß die Kirche sich hier auch engagiert und auf freie Alternativen aufmerksam macht oder zumindest zum Problembewußtsein beiträgt (das Thema hatte früher schon einmal).

Wie man den Spagat zwischen Verkündigen bei Facebook und Twitter und dem Nichteinrichten dort schaffen kann, ist mir noch nicht ganz klar. Nach der Lektüre von Ralpes Artikel würde ich es zumindest nicht ganz ausschließen, dort (wieder) aktiv zu werden – beruflich (und das ist dann wohl der Knackpunkt der das Nichtgelingen besiegelt). Konfirmandenarbeit oder ähnliches (vor ein paar Wochen hörte ich von einem Presbyterium, das sich per What’sApp abstimmt) würde ich aber wahrscheinlich, wenn überhaupt online unterstützt, nur über Dienste laufen lassen, die entweder von der Kirche oder von mir selbst gehostet werden (bzw wenn die Teilnehmer anderen Servern vertrauen und das Netzwerk Federation unterstützt, ist das auch okay).

Allgemein

Gottesdienst

Als ich den Artikel von Theodred über den Familiengottesdienst gelesen hatte, gingen mir ein paar Gedanken durch den Kopf, die noch recht unsortiert sind, die ich aber trotzdem teilen möchte.

Meine Überlegungen beziehen sich hierbei auf die evangelischen Kirchen, weil bei der Kirche von Rom ist das ja alles wieder ganz anders und wird auch anders bewertet etc etc, außerdem kenn ich mich da noch viel weniger aus.

Theodred beschreibt in seinem Artikel den Besuch eines Familiengottesdienstes in seiner Gemeinde, der, aufgrund des Einübens der Lieder vorm Gottesdienst (was die innere Ruhe störte) sowie während der Eucharistie (was Theodred auch als störend empfand), keine schöne Erfahrung für ihn war (ich hoffe ich hab nichts wesentliches vergessen).

In einem Kommentar schrieb er dann, daß er das Thema mal ansprechen wollte. Ich wünsche ihm, daß er und seine Gemeinde da einen modus vivendi finden. Bisher sah der wohl so aus (und ich kenne es aus meinem eigenen Umfeld und auch an mir): Wenn Familiengottesdienst ist, sucht man sich einen Ausweichgottesdienst. Weil, der spricht mich nicht an, so schön er auch für Kinder und Familien sein mag.

Von älteren Leuten hab ich schon gehört, daß die Unruhe der Kinder (die ja auch nur natürlich ist) sie stört und sie das auch nicht mehr so aushalten können wie in jungen Jahren. Es bleiben also die Alternativen, Zielgruppengottesdienste anzubieten, zu denen dann immer bestimmte Leute nicht kommen (und Angesichts der Immobilität im Alter und der Abneigung vieler älterer Leute gegen bestimmte Formen wie den Familiengottesdienst bedeutet das, die Woche ohne Gottesdienst verbringen zu müssen – für den Notfall gibt es ja das ZDF…).

Diese Lösung wird wohl vielfach praktiziert, aber ich finde sie eigentlich nicht ideal. Ich habe diese naive Vorstellung von einer Gemeinde als Versammlung aller, nicht nur aber auch im sonntäglichen Gottesdienst. Und dazu gehören dann eben Kinder und Alte, Hochkirchler und Frauengebetskreis. Im anzustrebenden Idealfall sollte sich jeder im Hauptgottesdienst wiederfinden können und dort auch gerne hingehen.

Aber so machbar ist das nicht, denn was der eine sucht, stört den anderen, und auch wenn meist viel Geduld und Leidensfähigkeit aufgebracht wird.

Ich erinnere mich an Gemeinden, wo ne Band in der Kirche spielte und zwar ziemlich laut. Auch meines Erachtens zu laut für das Gebäude, und ich war damals noch recht jung. Und dann waren die Texte noch in Englisch, der älteren Generation war also nicht nur der ästhetische Zugang verbaut, sondern auch der Inhaltliche. Aber die Gemeinde hatte sich so (und durch andere Maßnahmen) eine relativ große Gruppe von Jugendlichen gewonnen, die auch recht regelmäßig in den Gottesdienst kamen, wenn ich mich recht entsinne.

Dort spielte jedoch eine Rolle, daß die Gegen auch recht erwecklich war, die Kirchenzugehörigkeit auch noch mehr in den Leuten drinsteckte. Immer kann das nicht funktionieren. Und ein Hochkirchler wäre mit den Gottesdiensten auch nicht froh geworden, denke ich.

Ein anderer Gedanke kam mir: Kindergottesdienst. Und zwar beobachte ich in letzter Zeit immer öfter, daß nicht wie zu meiner Kinderzeit der Kindergottesdienst parallel zum Gemeindegottesdienst stattfand, sondern daß die Kinder den Gottesdienst mit den Erwachsenen beginnen, am Anfang noch dabeibleiben, mitbeten und mitsingen, und dann mit ihren Betreuern den Gottesdienst verlassen, um während der Predigt und Fürbitten ihr eigenes Programm zu machen. Zum Segen oder Abendmahl, je nachdem, kommen sie dann wieder und sind in die Restgemeinde wieder integriert.

Wenn man nun Kindergottesdienst als adequate Form des Gottesdienstes für Kinder ansieht, und nicht als unwichtigere und nebensächliche Begeleiterscheinung, weil man halt auch irgendwie Kindergottesdienst macht, könnte man überlegen, ob man dieses Beispiel nicht für andere Gemeindegruppen erweitern könnte:

Dann kämen alle zu einer verbindlichen Rahmenfeier, die die wichtigen liturgischen Elemente enthält. Dann könnte man sich in Gruppen aufteilen, die einen singen Kumbaya, die anderen machen deutsche Messe mit kurzer Predigt und die eher reformiert eingestellten Gemeindeglieder hören eine Predigt in meinetwegen 45 mitütiger Länge (ja, mir tut der Prediger auch grad leid).

Das Beispiel ist sicherlich überzogen und es wirft weitere Probleme auf: Wer darf im Kirchengebäude bleiben, wer weicht ins Gemeindehaus aus? Hat ja auch etwas damit zu tun, welche Wertung der einzelnen Formen öffentlich wahrgenommen wird. Wer auch immer in der Kirche bleibt, wird als Standardangebot wahrgenommen werden.

Und was, wenn es kein Gemeindehaus gibt und die Räumlichkeiten einfach nicht da sind? Auch das ein Problem.

Trotzdem denke ich, man darf ruhig mal 5 Minuten drüber nachdenken. Vielleicht kann man dann auch in einer Gruppe statt Predigt Katechese anbieten. Mit der Möglichkeit zu Rückfragen beim Kirchenkaffee hinterher.

Es ist sicherlich ein enormer Aufwand, zumindest vorerst. Vielleicht findet man, wenn es funktioniert und (fast) alle Gemeindeglieder von dem Konzept irgendwie angesprochen werden, dann auch die nötige Zahl an Mitarbeitern, damit es zum Selbstläufer wird…

Allgemein

Gottesdienst als Konsumprodukt?

Ich mochte ja Kirchenchöre im Gottesdienst noch nie so recht. Und das liegt nicht etwa daran, daß ich keinen Chorgesang mögen würde, oder daß mir deren Musik nicht gefiele, nein! Ich liebe Musik. Und ich liebe es, zu singen. Und da liegt das Problem: Wenn in der Kirche ganz normal Kirchenlieder gesungen werden, ob Neander, Luther, Klepper oder Siebald, dann sing ich mit Freude mit.

Nur wenn ein Chro singt, dann ist die gesellschaftliche Konvention halt so, daß ich da nicht mitmache, sondern zuhören muß. Was man da zu hören bekommt ist ja meist richtig gut. Viele Chöre singen schon seit Jahrzehnten zusammen und klingen auch dementsprechend gut. Trotzdem fehlt mir da immer was. Ich will halt trotz allem mitsingen, auch wenn ich bei weitem nicht so gut singe.

Ein Gottesdienst ist ein Geschehen, bei dem es gemeinschaftliche Handlungen gibt, wie das gemeinsame Singen, und bei dem es Handlungen Einzelner gibt, während alle anderen eine Konsumhaltung einnehmen ud zuhören oder zusehen. Ein Beispiel wäre etwa die Predigt.

Jetzt hab ich bei Soul Preaching Ministries von sogenannten „prayer warriors“ gelesen. Das sind Leute mit einer besonderen Begabung für das Gebet. Sie übernehmen quasi das Gebet der Gemeinde, weil sie es besonders gut können. Auch vom „praise team“ ist die Rede, das den Lobpreis macht. Der Artikel stellt schließlich fest, daß es eine Bewegung dahin gibt, daß die Gemeinde durch solche Entwicklungen immer mehr an den Rand gedrängt wird und im Gottesdienst immer weniger eine Rolle spielt. Sie hören quasi nur noch zu, während bestimmte Fachleute die „Show“ (wie sollte man es sonst nennen?) machen. Das ist die Situation in Amerika. In deutschen Landeskirchen hört man recht wenig von „Gebetskriegern“ und auch Lobpreisteams sind noch nicht der Standard.

Mir fiel die Parallele zum Gesang ein, die ich oben geschildert habe, und ich stelle mir weiterführend die Frage: Sind solche Gottesdienstteams, die Gottesdienste vorbereiten und deren Mitglieder auch Teile des Gottesdienstes selbst übernehmen, nicht deshalb ins Leben gerufen worden, um auch normale Gemeindeglieder mit einzubeziehen, damit der Pfarrer nicht herausgehoben vor allen dasteht?

Nachdem ich den Artikel bei Soul Preaching Ministries gelesen habe, kommen mir Zweifel, ob man die gewünschten Effekte mit solchen Gruppen erreicht. Womöglich erreicht man lediglich, daß die Gemeinde aus dem Gottesdienstgeschehen herausgedrängt wird: Der Pfarrer macht die Predigt, der Gebetskrieger die Gebete und der Chor übernimmt den Gesang. Wenn wir jetzt noch jemanden finden, der in besonders würdiger Weise am Abendmahl teilnimmt (die Kirche von Rom ist hier wie mir scheint schon einen halben Schritt weiter als die Protestanten), kann man sich Gottesdienstvorführungen auch auf DVD kaufen und zu gelegener Zeit ansehen. Einen wirklichen Unterschied zur Gottesdienstteilnahme vr Ort gäbe es dann nicht mehr.

Ich frage mich, ob die Einbeziehung der Gemeinde nicht viel eher darin liegen könnte, daß man diese Fachgruppen abschafft. Daß man bei einem Gottesdienstablauf bleibt, der vielleicht schon vor Jahrhunderten festgelegt wurde, daß alle singen, alle beten (wieso nicht eine Art Open Mic wenn die Fürbitten dran sind?), alle die Sakramente empfangen und… ja, bei der Predigt fällt mir in der Tat nicht ein, wie man hier für eine Egalisierung sorgen könnte. Mehr Prädikanten würde ja auch wieder mehr Fachleute bedeuten, also in die entgegengesetzte Richtung zeigen. Aber wenn nur noch die Predigt vom Pfarrer kommt und alles weitere vor allem aus der Gemeinde, dann wäre man doch schon einen Schritt weiter!

Theologie

Neue Medien?

Mir ist grad ne Frage gekommen, auf die ich so schnell keine Antwort weiß: Wir alle kennen ja Fernsehgottesdienste, und den meisten von uns dürfte auch bekannt sein, daß es schon seit ner Weile auch Experimente zu Internetgottesdiensten, Andachten, Gebetstreffen usf. gibt.

Aber irgendwie kam es mir bisher noch nicht unter, daß jemand über Telefongottesdienste raisoniert hätte. Oder Faxgottesdienste. Klar, ist immer nur ne Verbindung zwischen zwei Leuten, also keine Gruppe, aber es gibt ja seit Jahren auch schon die Möglichkeit der Telefonkonferenz. Und wie ist das eigentlich beim Amateurfunk (sagt’s mir, ich weiß es echt nicht).

Liegt es an den Kosten (Flatrates gibt es ja so lange nun auch nicht), oder liegt es daran, daß wir uns das nicht vorstellen können? Wenn ja, wieso nicht? Und kommen wir so vielleicht auch darauf, inwiefern das gemeinsame Gottesdienstfeiern durch die einzelnen Medientypen eingeschränkt werden, also welche Einschränkung welchem Medium inhärent ist?

Beim Telefon gibt es ja zumindest die Telefonseelsorge…

Was meint Ihr? Sagt es mir.

Netzfunde

Netzfunde für Mittwoch, den 21. August 2013

Das Examen kommt näher, und auch die kirchliche Trauung. Daß wir dabei keine Fotografen haben wollen, da sind meine Frau und ich uns einig. Also, was den Gottesdienst betrifft. Danach, sicher. Ganz ohne Bilder ist ja doof. Aber es ist heutzutage halt wirklich ein Problem, daß bald jeder ein Smartphone hat und damit alles mögliche knipst, teilweise ohne Rücksicht auf andere. Und das tun halt manchmal auch Leute, die man sonst recht gern hat. Wie ich nun bei Heiko Kuschel gelernt habe, nennt man solche Leute „Uncle Bob“. Und sie stören nicht nur und verpassen die Chance, selbst den Gottesdienst zu genießen. Nein, sie machen im Zweifel auch dem Profifotograf das Arbeiten unmöglich. Aber den wird es bei uns ja auch nicht geben. Nur nen ganz normalen Traugottesdienst, wie früher, als noch nicht jeder nen Fotoapparat hatte.

Ralpe ist im Moment in den USA und schreibt auch einiges darüber. So hat er zum Beispiel einen Artikel gerebloggt (nennt man das so?) in dem es darum geht, daß viele evangelikale Jugendliche in den USA sich Katholizismus, Luthertum oder Anglikanischen Hochkirche zuwenden. War mir nicht bewußt. Man kann lesen, daß es daran hängt, daß sich die Jugendlichen in der Kirche ihrer Eltern nicht wohlfühlen, mit all den Bands und so weiter. So wie die Eltern sich eben in den traditionellen Kirchen nicht wohlfühlten.

Interessant finde ich nun eine weitere Beobachtung: Dort, wo evangelikale Gemeinden Wert legen auf eine intellektuell vertretbare Theologie und nicht nur auf Gefühle setzen, bleiben die Jugendlichen.

Mailin schreibt selten, aber wenn sie schreibt, ist es in der Regel gut. Jetzt hat sie sogar zwei Artikel kurz hintereinander veröffentlicht, beide sehr lesenswert.

Im ersten Artikel geht es um das bedingungslose Grundeinkommen, das Lukasevangelium (speziell Lk 22,17) und die Almosen. Arme, so schreibt sie in Rückgriff auf das Johannesevangelium, haben wir immer unter uns. Also wird es immer nötig sein, Almosen zu geben, und das tun wir auch. Aber das BGE wird von vielen abgelehnt. Aber man hat ja was Analoges in den USA: Man spendet viel Geld für alles mögliche, aber ein Sozialsystem? Um Gottes Willen, das wäre ja das Ende!

Im zweiten Artikel geht es darum, was gefährlicher ist, das Innere oder das Äußere. Sie behandelt die Thematik anhand des Verbots von Hakenkreuzen und Hitlergruß. Schlimm ist ja nicht das Hakenkreuz, schlimm ist all das, was in dem System passierte, das sich das Hakenkreuz zum Symbol ausgewählt hatte. Indem wir uns nun auf Äußerlichkeiten konzentrieren, wie Hakenkreuz und Hitlergruß, und das verbieten, besteht die Gefahr, daß wir übersehen, was die Menschen dazu bringt, bei solchen Systemen mitzumachen. Mailin hat Recht wenn sie schreibt, daß wir nicht wissen, was unsere Enkel einmal über uns sagen werden.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde vom 28. März 2012

Michael hat was über Quantenfeldtheorie, das Vakuum und Photonen geschrieben. Daß ich alles verstanden hätte, kann ich nicht sagen, aber für mich als absoluten Laien hört sich das schon fast nach creatio ex nihilo an. Unglaublich!

Wolfgang weist darauf hin, daß heute Document Freedom Day ist. Na denn. Ich würd mich ja auch nicht auf die Word Formate verlassen. Ich glaub mein Studienzeug ist alles als odt oder pdf abgespeichert. Zumindest was Theologie betrifft, das andere Studium hab ich eh fast vergessen.

Duane Shank schreibt über die Grenzen der Trennung von Kirche und Staat. Ich kann ja ihren Kommentar verstehen, aber genau genommen hat auch die Behörde Recht, daß Leute sich genötigt sehen könnten… wahrscheinlich könnte man es auch noch weiter treiben, und dafür sorgen, daß von religiöser Seite überhapt nicht mehr geholfen wird, weil dies ja falsch verstanden werden könnte. Schon alleine zu wissen, daß das Gegenüber Christ ist, kann ja das Verhalten beeinflussen… Für mich ein Indiz dafür, daß diese Trennung wie sie in den USA gehandhabt wird, suboptimal ist. Da gefällt mir unsere Trennng hier in Deutschland vom Konzept her schon besser, wo der Staat zwar neutral bleibt, es aber nicht von seinen Bürgern verlangt.

Prof. Dr. Thomas Paul Erne ist ja schon ne Nummer! Ich kenn ihn noch aus Bethel, wo er die Lehrstuhlvertretung für die Praktische Theologie hatte. Wir verließen Bethel im gleichen Semester. Er erhielt einen Ruf nach Marburg, und ich wechselte an die Uni Mainz. Lang ist’s her. Nun traf ich ihn wieder. Im Netz. Das heißt, nicht ihn, sondern ein Video über einen Universitätsgottesdienst in Marburg, den er und seine Frau hielten.

Gefunden hab ich das ganze bei page not found. Dort gibt es vor allem Unverständnis, und ich muß zugeben: Ernes Gottesdienste sind herausfordernd. So hat er in Bethel zum Beispiel mal unseren ehemaligen Kommilitonen Florian Schirrmacher dafür gewonnen, die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes zu übernehmen. Techno statt Bach!

Vielen ging das zu weit. Einige verließen die Kirche auch vor Ende, was ich wiederum als Unmöglichkeit ansah. Engstirnigkeit!

Ich bin ja jetzt beim besten Willen kein Freund elektronischer Musik (Florian erklärte mir mal, daß Techno eigentlich gar nicht so weit von Bach weg wäre, aber ganz folgen konnte ich ihm da nicht). Wie dem auch sei: Der Gottesdienst, wenn man sich darauf einließ, hatte was. Florian gelang es, mit seiner Musik eine Atmosphäre zu schaffen, die ich als dem Gottesdienst zuträglich erlebte. Es gelang mir auf ganz neue Art, innerlich ruhig zu werden.

Und das wäre auch meine Antwort an page not found: Man muß den Gottesdienst selbst mitmachen, um urteilen zu können. Gerade bei Erne. Ich habe es mehrmals (Erne hat ja in Bethel nicht nur einen Gottesdienst gehalten) erlebt (nicht immer gelang es), daß am Ende was ganz Gutes dabei rauskam. Die Standardliturgie mag ihre Stärken haben, aber sie holt die Menschen nicht unbedingt dort ab, wo diese stehen. Um die Standardliturgie zu verstehen, muß man einiges investieren. Ernes Ansätze dienen mehr dem, die Menschen abzuholen und sie so Gott ganz neu erleben zu lassen. Uns ist ja die Verkündigung aufgetragen. Die gelingt im Zweifel besser, wenn sie auch interessant ist.

Und zum Thema, ob denn nun alteingesessene Formen immer das Richtige sind, hat Rainer Brose nen guten Artikel geschrieben.

kirche, Kirche & Web 2.0

Handy statt Gesangbuch

Ich hab ja kein Smartphone. Das liegt wohl vor allem daran, was die Dinger so kosten, aber prinzipiell spielt wohl auch rein, daß ich nen Computer hab, und mit nem Telefon telefonieren will.

Infolge dessen hab ich mit diesen QR Codes nie viel anfangen können. Jetzt hab ich aber was gelesen, das mir sinnvoll erscheint (via).

Keith Handerson beschreibt da, wie seine Gemeinde die gane Liturgie per QR Code an die Kirchgänger ausliefert. Die können es mit dem Handy einscannen, und haben dann Liturgie, Liedtexte, was auch immer griffbereit.

Quasi sowas wie Gesangbuch 2.0. Wenn alle ein Smartphone oder ein Tabet haben, müssen sie kein Gesangbuch mehr in die Kirche mitnehmen. Auch die Kirchen müßten keine Gesangbücher mehr vorhalten (es entfiele auch das Suchen und Bändchenreinlegen für das nächste Lied). Und vor allem: Diese Liederzettel, die oft mit dem Gesangbuch ausgegeben werden (und die mich immer nerven, weil man zum Gottesdienst so viel in der Hand halten muß) würden wegfallen können. Nur noch das Handy, mehr nicht.

Freilich wird es noch dauern, bis alle Gemeindeglieder das Angebot nutzen können. Die ältere Generation wird sich keine Smartphones anschaffen. Trotzdem denke ich, heute ist der Zeitpunkt, in eine solche Technologie einzusteigen und damit rumzuexperimentieren. Schließlich haben wir noch genügend Gesangbücher als Backup. Und Liederzettel, ja, ich weiß.

Das Wort zum Tag

Tageslosung für Montag, 13.2.2012: Jos 24, 18

„Auch wir wollen dem HERRN dienen, denn er ist unser Gott“

Es geht hier um den Dienst an dem HERRN, es geht also um Gottesdienst. Und der Kontext der Losung zeigt, dass es nicht um eine unreflektierte Entscheidung, eine einfache Momentaufnahme geht. Die Israeliten antworten damit auf die Frage Josuas, ob sie den Göttern dienen wollen, die ihre Väter jenseits des Stromes angebetet haben, oder den Götter der Amoriter oder eben dem HERRN, dessen rettendes Handeln in den Versen 1-13 geschildert wird und für die sich Josua und sein Haus schon entschieden haben. Die Entscheidung, dem HERRN zu dienen, fällt vor dem Erfahrungshintergrund: Wir haben doch Erfahrungen mit dem HERRN gemacht. Er hat angekündigt, uns zu befreien – wir haben uns darauf eingelassen und sind nun wirklich frei. Wir haben den HERRN als glaubwürdig erfahren. Deshalb entscheiden wir uns für den Dienst am HERRN, für den Gottesdienst.
Dieser Gottesdienst ist mehr als der regelmäßige Besuch des Tempels oder der Kirche. Für die Israeliten war klar, dass sie von nun an jeden Tag in exklusiver Beziehung zum HERRN leben würden. Das Verleugnen des HERRN war für sie zu diesem Zeitpunkt unvorstellbar. Sie wussten, dass sie ihr Leben weiter leben würden, Tag für Tag, doch der HERR sollte fester Bezugspunkt in ihrem Leben sein.
Und so erinnert auch uns die Losung daran, dass wir unser Leben leben, Tag für Tag – und dass in diesem Leben der HERR unser fester Bezugspunkt ist.