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Faith or Doubt

Wer kennt diese lustigen, aber nicht so gemeinten, kleinen Comics von Jack Chick? Für alle, die es noch nicht kennen: Es handelt sich um Traktate in Comic Form, inzwischen auch in vielen Sprachen zu haben sind (schon aufm Kölner Kirchentag wurden deutsche Comics verteilt). Dabei bekommt so ziemlich jeder etwas ab, der nicht genau die Ansichten von eben jenem Jack Chick teilt: Protestanten, Katholiken, Freikirchler, Zeugen Jehovas, Mormonen, Muslime, Juden, Hindus etc. Ich denke es ist ziemlich schwer, ihm Einseitigkeit vorzuwerfen (interessant wäre ein Comic über die Westboro Baptist Church, aber die ist dann wohl doch zu klein).

Und wie es halt so ist bei solchen Traktaten, läuft es mehr oder weniger danach ab, daß man eben das Richtige tun muß, wenn man nicht ewig in der Hölle brennen will: Sünden bekennen und sein Leben Jesus übergeben. Tut er das nicht (so wie die Antagonisten der Comics), kommt es unweigerlich dazu, daß man vor Gottes Richterstuhl steht und dann geschockt erfahren muß, daß man von nun an und in Ewigkeit sein Dasein in der Hölle zubringen wird. Werkgerechtigkeit? Auf jeden Fall! Aber nicht, ohne genau das den Katholiken auch noch als Grund vorzuhalten, warum sie in die Hölle kommen.

Soviel zu den Chick Comics. Als ich nun nach längerer Zeit mal wieder auf die Homepage gesehen hab – ich gebs zu, ich nutz die Comics als das was sie sind: Comics, und lach drüber – war da ein Video, und darum soll es hier gehen:

http://www.youtube.com/watch?v=gbhj59j04G4&feature=player_embedded

Faith

Faith or Doubt ist das Motto, unter dem die ganze Sache steht. Faith steht für die King James Bible, eine alte englische Bibelübersetzung, die wie auch Lutherbibeln bis einschließlich der 1912er Revision auf dem Textus Receptus basiert.

Textus Receptus

Der Textus Receptus ist der Bibeltext der Tradition. Vereinfacht gesagt ist es so, daß der Bibeltext immer und immer wieder abgeschieben wurde, und dabei eben auch – Evangelikale werden das nicht gerne hören – Veränderungen vorgenommen wurden. Wenn ein Abschreiber zum Beispiel einen Schreibfehler entdeckt hat, hat er ihn vielleicht ausgebessert. Oder auch wenn es Grammatikfehler gab, manchmal wurde auch der Stil verbessert.

Manchmal waren die Abschreiber aber auch müde, haben Buchstaben verwechselt, Wörter und Zeilen doppelt geschrieben oder übersprungen. Das konnte dann von den nächsten Abschreibern wieder asgebessert werden, so daß es halt wieder einen Sinn ergibt.

Unnötig zu sagen, daß es dabei über die Jahrhunderte natürlich immer mehr Abweichngen entstanden, ach unter den einzelnen Handschriften. Dabei hat sich eine Tradition als ziemlich stark und weit verbreitet herausgestellt. Und diese Texttradition diente Erasms von Rotterdam als Grundlage für seine griechische Bibelausgabe 1516. Ab 1633 wurde diese Ausgabe als Textus Receptus bezeichnet. Wer keine Theologie studiert und es genauer wissen will, kann einiges schon bei Wikipedia lesen, wer sich darüber hinaus Bücher ansehen will, kann sich zum Beispiel die Einführung im NT Graece durchlesen, oder gleich Alands Der Text des Neuen Testaments. Und dann gibt es noch das Arbeitsbuch zum Neuen Testament von Conzelmann/Lindemann, da kriegt man dann auch gleich noch die anderen Schritte der historischen Kritik beigebracht.

Doubt

Doubt steht für all jene Bibelübersetzungen, die sich nicht am Textus Receptus orientieren, sondern per Textkritik möglichst nah an den ursprünglichen Text zu gelangen versuchen und diesen dann als Grundlage für die Übersetzng nehmen, und nicht den Textus Receptus.

Folglich steht auch keine Übersetzung zu 100% fest, es könnten ja immer neue Handschriften auftauchen, die zu ner neuen Textbasis führen. Das ist eigentlich kein Problem, wenn man die Bibel als (durchaus inspiriertes) Buch versteht. Ist die Bibel ein Buch, dann ist es erst einmal auch kein Problem, wenn verschiedene Übersetzungen gemacht werden für verschiedene Zielgruppen.

Ich studiere Theologie, und weil wir da nicht nr stur Dogmen auswendig lernen (eigentlich gar keine, es sei denn man faßt Griechisch-Stammformen als Dogmen auf, und so gesehen bin ich kein Dogmatiker ;)), les ich viele Dinge mit, wenn ich nen Bibeltext lese, die meine Oma nicht mitliest. Ganz einfach weil ich vielleicht schon etwas mehr über die sozialen Hintergründe zur Entstehungszeit der Texte gehört hab.

Dann ist die Frage, wie nah bleibt die Übersetzung am Text. Wenn sie wirklich ganz nahe am Text bleibt, dann wird es für deutsche (und englische und andere auch) Leser schnell unschön zu lesen. Das Griechische benutzt einfach viel mehr Partizipen, zum Beispiel. Dazu gibt es grammatikalische Strukturen, die kann man nicht 1:1 übersetzen. Insofern steht man immer (!) zwischen den Stühlen. Will man einen Bibeltext, der möglichst nah an den Ursprachen ist, oder will man, daß die Übersetzung auch verstanden wird?

Aus all diesen Gründen (und noch vielen weiteren) gibt es heute so viele verschiedene Bibelübersetzungen: Von der Volxbibel über die Einheitsübersetzung bis zur original Lutherbibel.

Wie gesagt: All das ist kein Problem, wenn man die Bibel als Buch versteht, wenn auch als inspiriertes Buch. Aber wie soll man sie denn sonst verstehen?

Der papierne Papst

Völlig anders sieht es aus, wenn man von der Bibel erwartet, einem alle Antworten zu liefern. Wenn sie zum Handbuch und Orakel für ein gottgefälliges Leben gemacht wird (am besten noch per Bibelstechen).

So verlangt man etwas von der Bibel, das sie nicht leisten kann oder sollte. Denn mal ehrlich: Wenn die Bibel alle Antworten liefert tritt sie dann nicht als Mittler zwischen uns und Gott, als Verkündigerin des göttlichen Willens, vielleicht gar noch als einzige? Wo bleibt Gott, wenn die Bibel seinen Platz zugewiesen bekommt? Und inwieweit sind allein as der Bibel abgeleitete Regeln die Regeln, die man selbst in die Bibel reingelesen hat? Gerade heute hab ich irgendwo gelesen:

Jesus sprach nie über Homosexualität. Es gibt 12 (?) Verse in der Bibel, die sich irgendwie mit dem Thema befassen, aber stark vom Kontext abhängen, und es gibt riesige Kontroversen darüber. Es gibt aber tausende Stellen zur Armut in der Bibel, und die nimmt keiner in den Fokus.

Ich denke, daß wer von der Bibel 100% richtige Antworten erwartet, damit er seinen gottgegebenen Verstand ausschalten und im Atopilot funktionieren kann, der macht etwas falsch. Er verweigert die Verantwortung, die ihm übertragen ist (ja, von Gott) nd versucht Gott loszuwerden, indem er immer genau macht, was gefordert ist. Ein ähnliches Verhalten kenn ich von der Bundeswehr:

Nicht auffallen!

Wer beim Bund immer gleich gemacht hat, was erwartet wurde, mußte sich nicht mehr als unbedingt nötig mit den Vorgesetzen aseinandersetzen, mußte nicht diskutieren und riskierte nichts. Beim Bund war dieses Verhalten erwünscht, aus mehreren Gründen (die ich zum Teil nachvollziehen kann). Aber sieht so die lebendige Beziehung zu unserem Schöpfer und Erlöser aus? Das wäre furchtbar!

Falsche Alternativen

Überhaupt sind es falsche Alternativen, die hier aufgemacht werden: Auf der einen Seite der Glaube, der fest steht und nicht wackelt, auf der anderen Seite der Zweifel und die Gefahr, etwas falsch zu verstehen und in der Konseqenz dann in die Hölle zu kommen. Denn letztendlich geht es ja genau darum, daß die Macher der Seite einen Weg suchen, die Hölle sicher zu vermeiden. Sonst würde der Glaube reichen, und man brächte nicht noch die richtige Bibel etc, aber ich sagte ja schon: Werkgerechtigkeit.

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß Glaube und Zweifel zusammen gehören. Und Zweifel, oder altdeutsch: Anfechtung, ist auch nichts per se schlimmes. Der Glaube kann daran wachsen und für mich stellt es sich so dar, daß der Kern des Glaubens sich immer klarer darstellt.

Doch wenn Glaube und Zweifel auf einer Seite sind, was ist dann auf der anderen Seite? Ich meine es ist die Sicherheit, das Wissen. Wissen und Sicherheit sind das Gegenteil von glaubendem Zweifel und zweifelndem Glauben.

Sicherheit, daß man immer das richtige tut und Gott nicht ärgert. So wird das Wissen um das Richtige überlebensnotwendig. Wer nicht weiß, was Gott will, landet womöglich in der Hölle, weil er ohne dieses Wissen nicht tun kann, was Gott von ihm verlangt. Unter Umständen tut er genau das Falsche.

In seiner Angst klammert er sich an einen Text, den er für die göttliche Anleitung für alle Lebenslagen hält. So kann er Gott in die Tasche stecken und sich beruhigen. Denn er weiß, was in der Bibel steht und so weiß er auch, was Gott will. Man stelle sich das vor: Das ist wie wenn ein Soldat den Reibert mit dem Stuffz vertauscht, wenn wir schon beim Thema Bundeswehr waren.

Wer sich statt Gott auf die Bibel verlassen will, macht einerseits irgendwo einen Gegenstand zu seinem Gott, ob bewußt oder unbewußt. Und damit, weil er den Gegenstand ja kennt und beherrscht, er kennt ja seine Bibel, macht er sich selbst zm Gott.

Auf der anderen Seite ist da diese Angst, die aus alledem spricht: Angst vor der Hölle. Angst, daß Glaube allein nicht reicht, daß es ein echter, ein richtiger Glaube ist, ein perfekter Glaube. Daß man immer tut, was Gott will, um ja nicht mit der Hölle bestraft zu werden.

Als ob Christus nie am Kreuz gehangen hätte: Die Angst, ein Sünder zu sein. Die Angst, Gott etwas schuldig zu sein, auf Seine Gnade angewiesen zu sein.

Paradox

Es ist schon paradox: Gleichzeitig Selbstvergöttlichung und Angst vor der Strafe des wirklichen Gottes. Es ist aber auch menschlich, und ganz normal. Der Mensch ist ein Sünder und als solcher will er eben gena das nicht wahrhaben. Er will auf eigenen Beinen stehen, nur sich selbst verantwortlich sein und niemandem etwas schuldig bleiben, schon gar nicht einem starken Konkurrenten um den Gottestitel. Bleibt man dem wahren Gott etwas schuldig ist ja damit geklärt, wer wirklich Gott ist.

Darin liegt die Angst: Entgöttlichung des selbstvergöttlichten Menschen bedeutet eben auch Kontrollverlust des Menschen über die Situation, sein Leben. Er muß sich eingestehen, daß er nicht selbst für sein Wohl sorgen kann. Nicht in letzter Instanz. Das verunsichert, es macht Angst. Ohne Vertrauen in Gott ist es nicht auszuhalten. Vertrauen ist aber nicht Sicherheit. Vertrauen ist Glaube.

glaube, Religion

Not perfect – but forgiven

Hin und wieder stolpert man über einen bisher unbekannten Blog. Und hin und wieder liest man dann auch ein bißchen. Und manchmal kommt es vor, daß man unter einem Artikel einen Kommentar findet, den man für bedenkenswert hält. So ging es mir heute.

Der Blog, um den es geht, heißt „überschaubare Relevanz„. Der entsprechende Artikel „Es muss nicht immer Deutsch sein„, und der Kommentar kam von madove.

Kurz gesagt geht es um einen Stoßstangenaufkleber mit dem Text „Not perfect but forgiven“. Bemerkenswert finde ich den Kommentar von madove deshalb, weil es einer der wenigen Belege dafür ist, daß Nichtchristen das christliche Konzept der Vergebung Gottes attraktiv finden. madove schreibt:

And still, I must admit that this is the part of Christian belief I find most appealing, because I do, honestly, feel this need.

Sie führt aus:

I do strongly suffer from the bad conscience for those of my actions that were imperfect, i.e. seriously against my moral convictions; and I would LOVE to believe there’s some guy whose forgiveness can really heal this.

Kurz auf deutsch zusammengefasst: Sie fühlt eine Notwendigkeit, Sie leidet unter dem schlechten Gewissen bei Taten die ihre moralischen Überzegungen widersprechen und würde gerne glauben, daß irgendwer in einer Art vergeben kann, daß diese Taten wirklich geheilt würden.

Doch sie glaubt es nicht, und ist froh darüber:

I am glad that I can’t (I am simply not able to believe in stuff I consider bullshit), because otherwise I think the function of bad conscience as MY controlling instance would fail.

Sie ist froh, daß sie es nicht glauben kann, weil sie meint, sonst würde das Gewissen ihr nicht mehr als Kontrollinstanz dienen können. Denn es wäre entweder geschwächt durch einen fröhlich vergebenden Gott (hier ist wohl die billige Gnade Bonhoeffers gemeint) oder externalisiert durch einen strafenden Gott:

Either it is weakened by a happily forgiving God, or externalized by a punishing one.

Sie zieht den Schluß, daß sie ihre persönliche Verantwortung abgeben würde, was sie nicht will:

In any case alienated from MY personal responsability. I would not want that.

Was ich nicht kann und tun will, ist jetzt den ultimativen Beweis zum Glauben geben. Das liegt nicht in meiner Macht und ich maße es mir nicht an. Es ist eine Sache zwischen madove und Gott. Was ich aber tun kann, ist aufzuzeigen, an welchem Punkt man auch in eine andere Richtung denken könnte, in der man dann keine Angst mehr vor Abgabe der Verantwortng haben muß. In der Tat lege ich großen Wert darauf, selbst für meine Taten verantwortlich zu sein. Und trotzdem glaube ich an Gott und erfreue mich der Vergebung. Aber zum Thema:

madove legt großen Wert auf ihr Gewissen als Kontrollinstanz. Daran ist nichts zu kritisieren. Es ist gut eine Kontrollinstanz zu haben und nicht alles zu relativieren. Nur muß Gnade nicht unbedingt bedeuten, daß die Kontrollinstanz ausgehebelt würde. Die Alternative, die madove sieht, ist Beliebigkeit (ein „happily forgiving God“ ist nichts als Beliebigkeit, mit einem solchen Gott wäre es nicht anders, als wenn es gar keinen Gott und keine moralischen Überzeugungen gäbe) oder eben der strafende Gott, der auch nichts anderes ist als ein schlechtes Gewissen, nur daß man das Gewissen nun „Gott“ nennt.

Das setzt voraus, daß Vergebung entweder gewährt wird und alles ist vergeben und vergessen, ohne daß man etwas gelernt hätte, oder die böse Tat hängt einem sein Leben lang nach, ohne daß man je darüber hinaus käme. Mir fehlt hier die Möglichkeit, daß man sich zwar der Falschheit der Tat bewußt ist, sie nicht schönfärbt oder damit zu entschuldigen versucht, daß es vielleicht schon lange her ist und Gras drüber gewachsen, man aber trotzdem weiterleben kann, ohne immer wieder daran erinnert zu werden.

Damit meine ich kein weiter so, sondern ein Anhalten, umdenken, Konsequenzen ziehen oder eine Lektion lernen, und dann weiterleben. Nicht, als ob nichts gewesen wäre, aber so, als ob man nicht mehr darauf festgenagelt wird.

Bonhoeffer unterscheidet in seinem Buch Nachfolge zwischen der billigen Gnade und der teuren Gnade. Kurz gesagt ist es so, daß die billige Gnade dem happily forgiving god entspricht, die teure Gnade aber nicht dem punishing god. Der punishing god sagt: Tu, was ich sage, dann bin ich gnädig, ansonsten wirst Du meine Blitze spüren. Dieses gnädig sein ist aber keine Gnade, es ist Verdienst. Beim punishing god verdient man sich seine Gnade, oder es gibt keine. Und beim happily forgiving god kriegt man die Gnade nachgeworfen, als Schleuderware. Und wenn man gleich bestellt, kriegt man noch diese wunderbare Erdnußschälmaschine dazu…

Die teure Gnade ist Gnade für den reuigen Sünder. Wo die billige Gnade die Sünde rechtfertigt und sagt: „Macht nix, daß Du Onkel Fritz totgeschlagen hast. Menschen sind nun mal nicht perfekt.“, rechtfertigt die teure Gnade den Sünder und verdammt die Sünde. Dazu ist es nötig, zwischen der Tat und dem Täter zu unterscheiden. Der Täter ist ein lebender Mensch, und kann sich ändern. Die Tat, zumal als Geschehene, ändert sich nicht. Sie ist und bleibt böse und ist als solche nicht zu rechtfertigen. Das gilt für den Sünder jedoch nicht. Er kann sich ändern, und er soll sich ändern. Er soll erkennen, daß er etwas schlimmes getan hat, und dazu ist das Gewissen gut und wichtig. Und das Gewissen soll weder externalisiert werden, noch soll es überfahren werden. Die Tat ist und bleibt schlecht und die Verantwortng trägt der Täter. Doch kann dem Täter doch vergeben werden, so er die Bosartigkeit seines Tuns einsieht und die Konseqenzen trägt und sich ändern will. Althergebracht spricht man von Reue und Buße, also innerer Umkehr. Mir geht es jetzt nicht um die strafrechtliche Relevanz (wobei ich dahin tendiere zu sagen, daß es dazu gehört, sich den Behörden zu stellen, wo man strafrechtlich Relevantes getan hat, bzw den Opfern gegenübertreten soll, aber das ist ne andere Fragestellung), sondern um die Perspektive für den Täter. Gnade wird ihm zuteil, so er umgekehrt ist, und von nun an nichts Böses mehr tun will. Ob er es dann schafft, ist eine andere Frage, relevant ist der feste Vorsatz. Freilich kann man den von außen nicht erkennen, aber der jeweilige Mensch weiß es, wie er es meint, und darum geht es.

Und das ist die teure Gnade. Man darf es jetzt nicht falsch verstehen, daß man sie sich teuer erarbeiten muß, das wäre ja wieder Verdienst. Sie gilt jedem Menschen, der ein Einsehen in seine Boshaftigkeit hat. Reue ist ja nicht Ergebnis einer Erarbeitung, sondern Ergebnis einer Einsicht, die man gewinnt, und nicht selbst erwirkt. Insofern ist auch die teure Gnade frei, aber da man sie nicht vor der Umkehr erhält, bleibt sie teuer und wertvoll. Und das ist die einzige Gnade, die Gott gibt. Die billige Gnade wird von dem Menschen zugesprochen und ist nicht gedeckt, also eine leere Hülse.

Das kann jetzt alles nicht bewirken, daß madove an den „bullshit“ glaubt, aber vielleicht erkennt sie neben dem happily forgiving und dem punishing god noch den anderen Gott, der den Sünder liebt und die Sünde haßt.