Netzfunde

Netzfunde vom Montag, den 15. Juli 2013

Ich hab lange nichts mehr von mir hören lassen, weil: Genau. Es ist Examenszeit. Deshalb wird von mir wahrscheinlich bis zum September hier auch nicht so viel kommen, wenn überhaupt. In den letzten Tagen gab es aber einige Artikel, die ich für so gut halte, daß ich sie hier nicht unverlinkt lassen möchte.

Aber erst einmal etwas anderes: Church Sign Epic Fails zum ichweißnichtwievielten (mich wundert, daß der immer noch was neues findet, vielleicht sollten wie diese Church Signs auch in Deutschland einführen). Ist jetzt nicht so der herausragende Artikel, aber ein bißchen Humor zur Auflockerung dürfte nicht verkehrt sein.

Dann hab ich noch was, was kein Blogartikel ist, und zwar Toms Endzeit-Forum. Viel ist dort (noch) nicht los, aber Tom hängt sich deutlich mehr rein als ich mit meinem Forum. Wir stehen zwar theologisch meilenweit auseinander, er läßt aber auch abweichende Meinungen zu, was recht selten und schon deshalb erwähnens- und lobenswert ist. Vielleicht trifft man sich ja mal dort…

Dann wäre da angesichts der ganzen Überwachung die Frage, ob „anständige Bürger“ davon etwas zu befürchten hätten. Ja, meint einer dieser anständigen Bürger in einem sehr deutlichen Plädoyer. Das ist der Artikel, den man verinken kann, wenn irgendwer mal behaupten sollte, niemand hätte was zu befürchten, der nix ausgefressen hat. Eben doch!

Und wo wir gerade bei der Überwachung sind: Die dient ja nur dazu, Terrorakte abzuwehren, da kann ja keiner etwas dagegen haben. Von 45 Stück war die Tage die Rede. Thomas hat das mal in Relationen gesetzt.

Derek Flood at wohl ein neues Buchprojekt in der Röhre, bei dem es um Gewalt im Namen Gottes geht. In diesem Zusammenhang ist gerade eine Artikelserie am entstehen (Teil 1, Teil 2), die sich mit der Autorität der Schrift befasst.

Und dann war da dieser Artikel über bedingungslose Liebe und daß das kein besonders Friede-Freude-Eierkuchenmßiges Konzept ist. Sie bringt vielmehr so ziemlich alles an Üblem an den Tag, was man sich so vorstellen kann. Bedingungslose Liebe ist demnach nichts für Weicheier, sondern nur für die ganz harten. 😉

Und dann war da noch der Gedanke über den ersten Impuls beim Begegnen mit Menschen und Tieren, dem Unterschied dazwischen und den Gründen dafür.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde vom 30.12.2012

Ameleo hat nen Text über Gottes Ohnmacht, der Leuten wie mir, die mit der „Ohnmacht Gottes“ als Begriff nie klar kamen, eine Möglchkeit eröffnen, wie das auch gemeint sein könnte.

Bei Antje Schrupp gibt es einen sehr guten Artikel zu persönlichen Befindlichkeiten, argumentativen Auseinandersetzungen und wie man mit der Unterstellung des einen sich vor dem anderen drücken kann, und dabei noch eine Opfergruppe konstruiert. Oder anders zusammengefasst: „Wie, ich soll Ihnen nicht ins Gesicht schlagen? Tut mir Leid, ich wollte damit nicht Ihre Gefühle verletzen, Sie Mimose!“ Wer jetzt gar nicht mehr versteht, was ich meine, lese den Artikel, der ist echt gut.

Es gibt auch wieder ein paar neue epische church sign fails.

Und der Morgenländer hat ein Lewis Zitat, das den Fokus weg von den anderen Leuten wieder auf einen selbst richtet und uns klarmacht: Wir sind allein mit Gott.

Michael Blume klärt uns darüber auf, wieso wir morgen einen ziemlich ritualisierten Ablauf durchleben werden mit abschließendem Feuerwerk.

Und auch bei TheoPop gibt es einen Artikel zum Jahresende und damit zusammenhängenden religiösen Implikationen.

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Straßenmission

Der Zug fährt ne Stunde später, also ist noch Zeit für nen Schwank as meinem Leben (gerade passiert):

Pfingstlerin: Haben Sie Jesus Christus schon als Ihren persönlichen Herrn und Retter angenommen.

Ich: Ja, ich studier Theologie und werd Pfarrer.

Sie: Kennen Sie Johannes 3 Vers 3?

Ich: Nicht ausm Kopf…

Da hat sie schon ihre Bibel in der Hand und liest vor. Gut vorbereitet. Es geht um die Geschichte mit Nikodemus und darum, daß man aus Wasser und Geist ne geboren werden muß. Soweit kein Problem, ich lese auch Bibel, kenne die Stelle auch (auch wenn ich nicht auswendig weiß, wo sie genau steht, Johannes am Anfang hätt ich so ungefähr noch gewußt)…

Sie: Wasser bedeutet Wort Gottes.

Ich: Häh?!?!?!

Sie: Überall in der Bibel wo von Wasser die Rede ist, ist das Wort Gottes gemeint.

Ich: Nee, Wort Gottes steht offen da, Wasser meint hier die Taufe.

Sie: Das ist doch Quatsch…

Dann referiert sie über die Stelle, in der Jesus sich mit der Samaritanerin unterhält (sie wußte wo’s steht, ich bin zu faul nachzusehen und hab’s schon wieder vergessen, ich glaub aber Johannes weiter hinten) und weißt darauf hin, daß Jesus davon spricht, ihr Wasser zu geben nach dessen Genuß einem nie wieder dürstet. Das ist der Pfingstlerin Beleg für „Wasser heißt immer Wort Gottes“.

Ich meine daraufhin: Nene, hier ist das Evangelium gemeint.

Was soll ich sagen, sie wurde langsam säuerlich. Sie verstand nicht, daß das Evangelium etwas anderes ist, als das, was in der Bibel steht. Als ich von den 4 Versionen (ich hätte genauer „Fassungen“ sagen sollen, aber das hätt ach nicht geholfen) des Evangeliums in der Bibel sprach, war’s ganz aus: Sie sprach mir ab, wirklich gerettet zu sein und den Heiligen Geist zu haben nd dergleichen mehr. Aßerdem habe die Landeskirche die Botschaft ja verfälscht (wir können gern über Fehlentwicklungen reden, aber so pauschal ist das einfach dumm und anmaßend).

Was tut man also, wenn man nicht den ganzen Mittag Zeit hat zum Diskutieren? Ich hab ihr die Einladung in den Gottesdienst wieder in die Hand gedrückt, hab ihr Gottes Segen gewünscht und mich verabschiedet, mit ebenfalls angepisstem Ton.

Was bleibt zurück? Bei ihr wohl die Überzeugung, daß die Landeskirchler alle verloren sind und bei mir? Nun, daß ich bedeutend mehr Zeit brauch, um mich mit den Straßenmissionaren auseinandersetzen zu können. Und daß sie ein (verzeihung) beschissenes Missionskonzept haben. Also, liebe Straßenmissionare:

  1. Gebt Eurem Gegenüber die Chance, zu reagieren (kaum hatte ich die Einladung in der Hand ging’s auch schon los mit Johannes 3,3; ich wollt mir eigentlich erst die Einladung mal ansehen und dann mit ihr reden, weil den Sonntag bin ich nicht hier).
  2. Hört zu, was Euer Gegenüber sagt, und geht darauf ein (und zwar nicht mit allgemeinen Parolen, sondern erzählt von Eurem persönlichen Glauben, wie Ihr das seht. Zeugnis geben sagt man auch.)
  3. Überhaupt: Hört auf, festgefahrene Diskussionswege zu verfolgen. Mir war klar, die Dame war geschult darauf, mit Johannes 3,3 anzufangen und damit irgendwie nen Argumentationspfad zu beschreiten, der darauf hinausläuft, daß sie Recht hat. Da hat es natürlich gestört, daß ich den Weg nicht mitgehen wollte und NEIN sagte. Verlasst Euch nicht so sehr auf vorgefertigte Diskussionswege, redet frei von Eurem Glauben. Das ist gut genug, ja das ist besser und echter als alles andere. Sollen wir als Christen nicht sogar uns keine Gedanken machen, was wir sagen werden, sondern auf den Heiligen Geist vertrauen, der für uns spricht?

Ach wenn mir die Pfingstler in Bibelverständnis und Frömmigkeit sehr fern stehen, wir glauben doch alle an einen Gott, und sollten uns wie Geschwister begegnen. Ich hatte das Gefühl, als hielte sich die Dame für meine Lehrerin, die mir mal erklären müsse, wo das so ist.

Das will keiner! Ich find’s zwar irgendwo auch lustig und interessant, rein aus fachlichem Interesse, aber ich wage zu bezweifeln, daß Besserwisserei eine der Gaben des Heiligen Geistes ist…

Man soll ja immer was Positives sagen, wenn man Kritik übt: Ich find’s gut, daß die Leute ihre Zeit dafür einsetzen, anderen vom Glauben zu erzählen. Aber ein wenig weniger Verbissenheit und mehr Gottvertrauen brächte mehr Früchte. Zwingen kann man eh keinen.