Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Donnerstag, 24. Januar 2013

Antje schreibt von der „neuen Lust am Patriarchat“. Ich weiß nicht, ob ich ihr in allem so folgen kann, ich befasse mich jedoch auch nicht so ausgiebig mit Fragen des Feminismus. Allerdings stelle ich mir die Frage, wieso es gleich eine Rolle spielen muß, ob in einem Film Frauen nur Nebenrollen spielen. In meinem unreflektirten Medienkonsum hab ich es bei solchen Filmen einfach hingenommen, ohne da bewußt nach der Rollenverteilung gefragt zu haben. Vielleicht liegt das auch daran, daß ich ein Mann bin. Bei Rosamunde Pilcher und ähnlichen Produktionen kommt es mir aber oft so vor (ich gebe zu, ich folge bei den Filmen selten der Handlung sondern beschäftige mich meist nebenher mit anderem), als ob dort Männer recht flach dargestellt werden oder lediglich als Statisten dienen, jedenfalls diejenigen Männer, die in den Beziehungsgeschichten eine Rolle spielen. Villeicht ist es auch wirklich so, daß Frauen und Männer generell oder zumindest noch in teileise getrennten Welten leben, und je nach Perspektive das eine oder das andere hervortritt. Bei Kinderfilmen spielen Erwachsene ja auch oft eine Statistenrolle…

Joel schreibt über wörtliche und dynamische Bibelübersetzugen und kommt zu dem Schluß: Die Frage ist nicht unbedingt: „genau oder modern“? Manchmal ist die Frage auch: „ungenau und altmodisch“ oder „genauer und moderner“?

Selten werden bei Sojourner’s in einem Artikel so viele deutsche Theologen genannt, wie in Alessandro Speciales (der mann heißt wirklich so) Artikel zu einer möglichen speziellen Strukur in der Kirche von Rom zur Aufnahme Lutherischer Konvertiten. Auf der einen Seite ist es ja wirklich etwas ärgerlich: Protestantischerseits lädt man zur gemeinsamen Reformationsfeier ein, dafür wird dann in Rom ein Versuch unternommen (oder eher vorbereitet), Protestanten von ihrer Kirche abzuwerben. Da wird in konservativen Kreisen immer wieder betont, man dürfe um der Ökumene willen bloß keine Frauen ordinieren, oder Homosexuelle treuen und dann gibt Rom nicht viel auf ökumenische Rücksichten, und bringt sowas. Ich frage mich: Wieso nicht? Wenigstens ist es ehrlich. Ich jedenfalls habe den Eindruck, daß Rom unter Ökumene immer nur die eigene Struktur meinte und das Ziel ökumenischer Gespräche ist, daß wir Protestanten wie auch die Orthodoxen uns wieder in die Papsthierarchie einordnen sollen. Dann sind diese Sonderstrukturen, die es auch schon für Anglikaner und Orthodoxe gibt (die Vorderen dieser beiden Konfessionen sind darüber auch nicht gerade erbaut) doch nur ehrlich. Man darf sich dann nur in Rom nicht wundern, wenn dann protestantischerseits stärker betont wird, daß die Unterordnung unter die römische Hierarchie nicht Ziel der Ökumene sein kann. Unsereins sucht ja eher den gemeinsamen Glauben als die gemeinsame Hierarchie (ich weiß, das ist provokant formuliert, aber trotzdem auch ehrlich gemeint ;)). Wie dem auch sei, wer gehen will mag gehen, konnte er bisher schon und wird auch weiterhin geschehen, auch umgekehrt, und zwar unabhängig von den jeweiligen Strukturen.

Beim Herrn Alipius erläutern uns die Pimpfe, was „In God we trust“ wirklich bedeutet, wenn’s hart auf hart kommt.

Ebenfalls vom Herrn Alipius (der hat es hier her wo noch andere Quellen verlinkt sind) bin ich auf eine WDR Lokalzeit aufmerksam geworden, die meine Vermutungen bezüglich der Vorgänge in Köln weitestgehend bestätigt.

Wahrscheinlich wird das jetzt in den Medien die Runde nicht machen, aber wer liest auch schon gerne, daß die Katholiken doch keine Unmenschen sind?

Ich bin aber wieder in meiner Vermutung bestätigt, daß gloria.tv irgendwo in der gleichen Ecke wie kreuz.net anzusiedeln ist. Nee, im Ernst, das sollen die Katholiken unter sich ausmachen (meinetwegen mit den lutherischen Neukonvertiten noch dabei ;)), aber Denuniation geht gar nicht und Hilfeinfrastruktur zu blockieren, die sich eigentlich um wirkliche Notfälle kümmern soll, geht erst recht nicht. Aus gutem Grund verbietet man Kindern, aus Jux den Notruf zu wählen.

Wer sagt, es werden keine Gebete erhört? Von hier aus gute Besserung.

Und Melissa schreibt von Homeschooling, warum sie es ablehnt und Martin Luther King. Lesenswert.

Kirche & Web 2.0, Religion

Gottesdienste im Internet?

Ich hab ja schonmal was dazu geschrieben, schon fast ein Jahr her, und der Nachtwächter bei Lumières dans la nuit hatte sogar darauf reagiert und es entspann sich ne längere Diskussion, leider mehr um die Kirche und ihre Geschichte als m den Gottesdienst, aber okay.

Jedenfalls kam mir heute der Gedanke wieder an das Ganze, und ich hab da so fragmentehaft ein paar Dinge…

  • Zum Beispiel kann ich mir nicht vorstellen, Sakramente (also Taufe und Abendmahl, aber wenn ich katholisch wär könnt ich’s mir auch bei den zusätzlichen dort als Sakramente gewerteten Kasualien vorstellen) über’s Internet gespendet zu kriegen oder irgendwann zu spenden (wobei Abendmahl, jeder bringt sein eigen Brot, Einsetzungsworte über Twitter, wenn das in richtiger Gesinnung… aber bei der Taufe macht dann spätestens das Wasser Probleme!).
  • Gemeinsam singen hab ich ja schon im damaligen Artikel geschrieben, wär eher komisch. Aber singen hat ja auch was von Gotteslob, man könnte dabei sehen, ob und wie man eine Möglichkeit schaffen kann, gemeinsam als Gruppe an einem Kunstwerk zu arbeiten, etwa alle malen ein Bild zur Ehre Gottes, vielleicht schon nach gewissen Regeln (außer bei gewissen Pfingstkirchen herrscht ja auch beim Gotteslob eine gewisse Ordnung ;-)). Alternativ zum Bild könnten auch musikalische Elemente zum Zuge kommen, bei dem dynamisch Musik abgespielt wird, während alle bestimmte Töne, Instrumente etc aktivieren könnten… kann man sich das vorstellen, wie ich es mein?
  • Predigt wäre, wie auch schon der Nachtwächter den ganzen Gottesdienst definierte, wohl eher Einwegkommunikation, wobei ich mal in nem Film mit James Belushi und Dan Aykroyd gesehen hab, wie Gottesdienstbesucher bei ner Predigt nicht einfach ruhig zuhörten… aber das war Chicago in den späten 70ern…
  • Gebet und Glaubensbekenntnis ist dann wieder eher schwierig, macht ja jeder für sich alleine, es geht ja ach nicht um eigenes kreatives Einbringen dabei. Vielleicht läßt man diese Zeiten dann einfach frei, oder macht nenSprachkanal auf, damit man die anderen hören kann und Vater Unser etc gemeinsam gesprochen werden können (bei langsamen Verbindungen: gibt es jemanden, der ein Mittippen der Gebete für sinnvoll und/oder hilfreich erachten würde?).
  • Eine Ausnahme bei den Gebeten: Die Fürbitten könnten wieder individuell kommen aus der Gemeinde, gerne auch getippt. Hier sehe ich sogar das Plus der Anonymität im Internet: Es trauen sich vielleicht eher welche, auch was zu schreiben an Fürbitten. Ich fühl mich in solchen Situationen im real life immer etwas unwohl, in ner Andacht oder so wenn dann die Runde kommt wo jeder eine Bitte vortragen soll etc. Im Netz ging’s vielleicht besser.

Soweit meine Gedanken, sicher etwas fragmenthaft, aber mehr soll es auch nicht sein, vielleicht kommt der Rest dann nächstes Jahr 😀 Ich glaube nicht, daß ein solcher Gottesdienst den Sonntagsmorgengottesdienst absolut ersetzen kann, aber es wäre vielleicht, wenn gut gemacht, ein Zusatzangebot, was international laufen kann, zu verschiedenen Zeiten, und wo auch Kirchenferne mal reinsehen können… Ob, wie und was das wird, ist sowieso noch nicht ausgemacht. Aber vielleicht hinterlässt hier jemand seine Meinung dazu und es entwickelt sich wieder eine Diskussion.