Glaube

Gedanken zu Matthäus 1, 19

Ich hatte letztens während eines für mich weniger interessanten Vortrages ein bisschen Zeit zu schreiben und habe mich kurz mit Matthäus 1, 19 beschäftigt: „Josef aber, ihr Mann, war gerecht und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen“. Zu diesem Zeitpunkt weiß Josef noch nicht, dass Maria vom Heiligen Geist schwanger ist, er muss von Ehebruch ausgehen. Doch er will sie nicht in Schande bringen. Er wendet nicht die ganze Härte des Gesetzes an, sondern will einen Weg suchen, die Ehe ohne viel Aufsehen aufzulösen. Freiheit für beide. Freiheit für die Frau, die ihn, wie er glauben muss, betrogen hat. Freiheit statt ganze Härte des Gesetzes. Er stellt seinen Wunsch, Maria nicht in Schande zu bringen, über die kompromisslose Einhaltung des Ge-setzes, anders gesagt: er handelt barmherzig. Dieses barmherzige Handeln stellt Matthäus in Zusammenhang mit Gerechtigkeit bzw. gerecht sein. Die Verbindung von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit ist ein gängiges Motiv bei Matthäus. So ist Mt. 1, 19 ein zarter Anklang dessen, was später breit ausgeführt wird, ein leises, vorgezogenes Lob der Barmherzigkeit.

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Adventskalenderentschädigung…

Falls ihr in den letzten Tagen den Adventskalender vermisst haben solltet: Examensvorbereitung hat sich kontraproduktiv darauf ausgewirkt…. Als kleine „Entschädigung“ gibt’s eine kurze Geschichte von mir, ich hoffe, sie gefällt euch:

Meine Hand liegt auf der Decke neben mir. Immer wieder streiche ich darüber. Hier sollte sie bald liegen. Doch eine gemeinsame Zukunft gibt es nicht mehr. Sie hat mich betrogen. Sie bekommt das Kind eines anderen. Habe ich mich so getäuscht? Ich dachte, sie freut sich ebenso auf die Hochzeit wie ich. Und doch erwartet sie das Kind eines anderen.
Leise wie ein Windhauch betrete ich das Zimmer. Er liegt auf seiner Decke, streicht immer wieder mit seiner Hand über die Decke neben sich. Seine Augen sind gerötet vom Weinen, er blickt starr in den dunklen Raum. Ich trete einen Schritt näher, da richtet er sich auf.
Vielleicht gibt es ja doch eine gemeinsame Zukunft? Was ist, wenn ich ihr vergebe und sie trotz des Kindes zur Frau nehme? Gewiss, es ist das Kind eines anderen – doch kann, ja, will ich mir ein Leben ohne sie vorstellen? Aber wie soll ich ihr der Mann und dem Kind der Vater sein, den sie brauchen? Was, wenn ich mit der Zeit bitter werde, weil ich immer dieses Kind als Beweis ihrer Untreue vor mir sehe? Und – wer weiß, ob sie mit mir leben will. Vielleicht, nein, bestimmt zieht es sie zum Vater ihres Kindes. Sie sah in der letzten Zeit nie so aus, als hätte man ihr Gewalt angetan oder sie irgendwie bedroht. Das mit dem Kind scheint also freiwillig passiert zu sein. Was ist, wenn sie mit ihrem Kind zum Vater des Kindes will?
Ich stehe jetzt dicht neben ihm. Er hat die Arme um seine Knie geschlungen und den Kopf darauf gebettet. Es ist still im Raum, nur sein Atmen und gelegentliches Seufzen ist zu hören. Plötzlich wirft er die Decke neben sich kraftvoll durch den Raum, sie klatscht dumpf an die Wand.
Nein, eine gemeinsame Zukunft kann es nicht geben. Unmöglich. Doch was nun? Anklage wegen Ehebruch? Dann wäre sie gebrandmarkt. Möglich, dass man von der Steinigung absieht, doch glücklich kann sie dann kaum noch werden. Ja, sie hat die Ehe gebrochen – aber ich will dennoch nicht, dass sie beschämt wird vor aller Augen. Ich werde mich in aller Stille von ihr trennen. Ein weniger dramatischer Grund als Ehebruch wird sich finden lassen. So bleibt es mir erspart, jeden Tag das Kind des anderen zu sehen und sie kann ihn vielleicht sogar heiraten. Viel lieber hätte ich ihr vergeben und sie trotz allem geheiratet – doch wie soll eine Ehe enden, an deren Anfang schon ein Ehebruch steht? Es tut mir in der Seele weh, aber es geht nicht anders.
Er streckt sich wieder auf seiner Decke aus. Unruhig wälzt er sich auf seiner Decke hin und her, denkt noch immer über diese Ehe nach, die zerbrochen ist, noch bevor sie richtig begonnen hat. Schließlich fällt er in einen unruhigen Schlaf. Ich trete an seine Decke, es ist Zeit für meine Botschaft: „Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen, denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären, ihm sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Dies alles ist geschehen, damit sich erfüllt, was der Herr durch seinen Propheten gesagt hat: ‚Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, einen Sohn wird sie gebären, und man wird ihm den Namen Immanuel geben, das heißt übersetzt: Gott ist mit uns‘“. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn befohlen hatte und nahm seine Frau zu sich.

Ich wünsche euch allen gesegnete Weihnachten!

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Wer ist größer?

Bei Mandy hab ich ne Geschichte gelesen, die ich ähnlich auch schonmal gehört habe, un die in dieser ähnlichen Form auch schon einmal mit Christus in Verbindung gebracht wurde. Die Kurzfassung geht so:

Der New Yorker Bürgermeister hat an einem Winterabend in einem Bezirksgericht den Richter nach Hause geschickt und selbst den Platz übernommen. Angeklagt war eine alte Frau wegen Diebstahls. Sie hatte ein Brot gestohlen, um ihre Enkel durchzubringen. Diesen drohte der Hungertod. Der als Richter fungierende Bürgermeister verurteilte sie zu 10 Dollar Strafe, zahlte sie selbst und verurteilte darüber hinaus jeden Anwesenden zu 50 Cent Strafe dafür in einer Stadt zu leben, in der eine alte Frau Brot stehlen muß, um ihre Enkel durchzubringen. Das Geld bekam die Frau, die nun erst einmal genug hatte, um ihren Enkeln etwas zu essen zu kaufen.

Hier wird nun oft – und so auch bei Mandy – eine Parallele zu Christus und dem Krezesgeschehen gezogen. Demnach könne Gott nicht über unsere Fehler hinwegsehen, so daß eine Strafe nötig sei, zahlt sie aber dann selbst, um uns vom Haken zu lassen.

Ich finde diese Auffasung fragwürdig. Und stehe wohl nicht alleine. Gerade von (krakeele-) atheistischer Seite wird oftmals eingewandt, daß Gott uns ja so geschaffen hat und folglich selbst Schuld sei, daß wir sind, wie wir sind und uns folglich auch schlecht dafür verurteilen könnte. Das wäre dann wie wenn der Bürgermeister der alten Frau alles genommen hätte, so daß sie stehlen mußte, sie dann zu ner Strafe verurteilt für das Stehlen, das ihr als einziges übrig blieb, und sich dann als den großen Helden feiern läßt, wenn er die Strafe selbst zahlt.

Ich sehe ein ganz anderes Problem. Mir stellt sich die Frage danach, wer größer ist: Gott oder irgendein Gesetz, und sei es ein göttliches.

Gewisse christliche Kreise sagen nun, daß das Gesetz größer sei, da Gott sich daran gebunden habe, und so quasi selbst zurückgetreten sei, und nun nicht einfach widerrufen kann, und selbst ungerecht zu werden. Hier ist ein gewisser Legalismus zu erkennen, was Recht ist muß Recht bleiben, koste es, was es wolle. Schuld muß abgegolten werden, denn wo kämen wir denn dahin, wenn nicht etc.

So argumentiert auch der Ladenbesitzer, dem das Brot gestohel wurde, und den ich in meiner Zusammenfassung der Geschichte ausgelassen hatte (bei Mandy ist er erwähnt). Aus einer derartigen Gerechtigkeit spricht eine gewisse Unbarmherzigkeit. Und diese Unbarmerzigkeit kommt nicht aus der Welt, wenn der Richter die Strafe einfach selbst zahlt. Denn das Gesetz an sich ist ja unbarmherzig. Das sebe Gesetz, das gerade noch von Gott über sich selbst gehoben wurde (bzw worden sein soll). Damit stünde an höchster Stelle die Unbarmherzigkeit und wir wären nur so lange sicher vor der Verdammnis, wie Gott für uns die Strafe zahlt. Dann müßte Gott aber aus dem Zahlen gar nicht mehr heraukommen, immer wieder und wieder zahlen, weil wir immer wieder und wieder das Gesetz übertreten.

Dann könnte Jesus nicht auferstanden sein, weil Er immer noch zahlen würde. Sünde, Tod und Teufel wären nicht besiegt, nicht überwunden, Paulus hätte sie nicht verspotten können: Tod wo ist Dein Stachel, Hölle wo Dein Sieg?. Sie wären vorübergehend in Schach gehalten, aber lange nicht besiegt. Und es gäbe auch keine Aussicht auf einen Sieg, da auf diese Weise Gott diese Unbarmherzigkeit anerkannt und quasi geadelt hätte.

Nun ist Jesus aber auferstanden und der Tod ist besiegt. Keiner zahlt mehr. Jesus starb für uns und ist am Dritten Tag auferstanden nach der Schrift. Ein Schlüssel zu einem anderen Verständnis ist unser Verständnis von Gerechtigkeit. Man kann Gerechtigkeit so auffassen, daß jeder nach seinem Handeln behandelt wird, daß also eine gewise Gleichheit ingehalten wird. Auf Gutes folgt Gutes, auf Böses folgt Böses. Diese Gerechtigkeit ist im Kern unbarmherzig, da auf Böses immer Böses folgen muß, um der Gerechtigkeit willen. Auch wenn es sonst keiner will. Hier geht es ums Prinzip, und zwar über alle Leichen.

Eine andere Möglichkeit, Gerechtigkeit zu verstehen, ist es, wenn man sagt, gerecht ist, wenn etwas gut ist. Dann folgt auf Gutes weiterhin Gutes, aber auch auf Böses folgt Gutes, um den Bösen vom Guten zu überzeugen. Gott macht die Menschen gerecht, nicht indem er ihnen nach ihren Taten vergilt, sondern indem Er sie annimmt. Das war unter anderem auch Luthers Erkenntnis. Luther war in diesem Böses für Böses, Gutes für Gutes gefangen und suchte danach, wie er sich das Gute sichern könnte. Waser an Gutem utn mußte, um Gott zu gefallen. Seine Frage war: Wie kriege ich einen gnädigen Gott? Also: Wie mache ich durch gute Taten Gott gnädig? Die Antwort, die er fand, war verblüffend: Gar nicht. ch muß Gott nicht manipulieren, um Ihn gnädig zu stimmen. Gott ist schon gnädig.

Ich meine, Gott ist vielleicht nicht mit dem Bürgermeister aus der Geschichte gleichzusetzen, aber womöglich Satan mit dem Ladenbesitzer. Oder vielleicht gar das Gesetz! Aber das Beispiel paßt einfach nicht zum Ostergeschehen, wie ich es verstehe. Da hat Gott nichts bezahlt, sondern sich geopfert. Er hat sich quasi dem Urteil Satans unterworfen, um diesen dann der Rechtsbeugung zu überführen. Vielleicht läßt sich die Geschichte so erzählen:

In einem harten Winter, in dem es nichts zu essen gab, saß in der Stadt ein unbarmherziger Richter zu Gericht. Er konnte bei allen Menschen eine Straftat nachweisen, den einen, weil sie Essen klauten, den anderen, weil sie nichts abgaben, wie die Gesetze des Landes es verlangten. Folglich verurteilte er jeden, der in seinen Gerichtssaal gebracht wurde.

Wer Einfluß hatte in der Stadt versuchte, den Richter mit Gefälligkeiten gnädig zu stimmen, und der Richter hatte großen Gefallen an der Macht und der Ehrerbietung, die ihm zuteil wurde. Er brach selbst keine Gesetze, sorgte aber durch seine Machtposition und die Bestechungsversuche der Bürger selbst für größte Ungerechtigkeiten, die er dann wieder gnadnlos verfolgte.

Eines Tages aber kam ein Mann in die Stadt. Es war der Vorgesetzte des Richters, kein anderer als der König, dem die indirekte Gewaltherrschaft des Richters zu Ohren gekommen war. Der König gab sich den Bürgern nicht zu erkennen, der Richter aber wußte, mit wem er es zu tun hatte. Natürlich hatte der König es nicht nötig, Lebensmittel zu stehlen, er teilte das was er hatte aber auch mit anderen, so daß er selbst unschudig war. Der Richter hatte nun ein Problem. Einerseits stahlen immer weniger Menschen, weil sie beim König essen konnten. Andererseits öffneten auch andere Reiche ihre Türen, weil sie sahen, daß der König, obwohl er teilte, selbst immernoch genug hatte. Dem Richter wurde es allmählich schwer, seine Macht aufrecht zu erhalten, denn immer weniger Menschen ließen sich etwas zu Schulden kommen, so daß er immer weniger Menschen verfolgen konnte. Außerdem wollte der Richter selbst König werden. Er war selbst aus königlicher Familie und wußte, daß er selbst König würde, wenn er den richtigen König ins Gefängnis stecken konnte. Die Verurteilung des Königs würd beide Probleme lösen: Die Menschen würden einander wieder bestehlen und Lebensmittel vorenthalten, außerdem könnte der Richter dann nicht nur über eine Stadt, sondern über das ganze Land herrschen. Er hatte immer nch die Macht, Menschen vor Gericht zu holen und zu verurteilen, und da bisher jedes Urteil gerecht war, wurde auch keines davon je angezweifelt. Also ließ er den König verhaften, der immer noch incognito reiste.

Um sicher zu gehen, daß der König auch weiterhin geheim hielt, wer er in Wirklichkeit war, ließ er ihn öffentlich foltern und fragte immer wieder nach seinem Namen. Dieser aber blieb stumm und verweigerte die Aussage.

Der Richter verurteilte ihn wegen Lebensmitteldiebstahl, doch diesmal freilich ohne das Recht dazu zu haben. Aber wer konnte das schon wissen, waren doch alle Urteile bisher gerechtfertigt.

Nun offenbarte sich der König und ließ nun den Richter aus dem Amt jagen. Er war nämlich extra gekommen, um die Stadt von dem Richter zu befreien. Dies ging jedoch nur, wenn der Richter sich selbst etwas zu Schulden kommen ließe, der Richter mußte mit seiner eigenen Waffe, der unbarmherzigen Gerechtigkeit, geschlagen werden, um deren Ungerechtigkeit zu offenbaren. Einige Bürger der Stadt jedoch schenken all dem keinen Glauben. Sie ehren den Richter immer noch, da er gerechte Urteile verhängt. Sie zweifeln aber daran, daß der König wirklich der König ist. Denn dieser hätte sich in der Folter zu erkennen gegeben. Wieso hätte er als König es nötig gehabt, zu leiden?

Anthropologie

Der Mensch und sein Handeln

Was tut man mit einem Vergewaltiger? Was tut man mit einem, der Kinder vergewaltigt hat? Was tut man mit einem Mörder? Mit einem Räuber, Dieb, Drogendealer, Betrüger…?

Einsprerren. Und dann? Rehabilitation. Irgendwie in die Gesellschaft wieder eingliedern. Wenn es geht. Geht das bei dem, der Kinder sexuell mißbraucht und ermordet hat? Welche Gesellschaft sollte den noch eingliedern wollen?

Mit Verbrechern wollen wir nichts zu tun haben. Je schwerer die Straftat, desto mehr hat sich der Täter zeitlebens marginalisiert.

Es mag nun einer sagen: Recht so! Hätt er sich vorher überlegen können. Ja, hätte. Ideal hätte er gar nicht überlegen müssen, sondern von vorne herein eingesehen, daß seine geplante Tat ein Verbrechen und moralisch verwerflich ist. Hat er aber wohl nicht. Und jetzt?

Jetzt haben wir das Problem. Die Gesellschaft. Wir sollen dieses Monster wieder integrieren, ihm eine Chance geben, wieder Tritt zu fassen. Geht’s noch?

Wie kämen wir dazu? Ich meine im Ernst: Wie kämen wir dazu, jemanden, der Kinder mißbraucht hat, in die Gesellschaft wieder aufzunehmen? Ihm eine Chance zuzugestehen, sein Leben in den Griff zu kriegen? Wieso sollten wir ihm einen Job in unserem Betrieb geben. Arbeitslose gibt es genug, unbescholtene Arbeitslose, die ihre Arbeit genauso gut machen oder besser. Und bei denen die Chance geringer ist, daß man einen Verbrecher unterstützt. Ich meine, was, wenn er es wieder tut?

Durch Verbrechen werden Beziehungen zerstört, je schlimmer das Verbrechen, desto schlimmer die Zerstörung im Beziehungsgeflecht. Ein enttarnter Täter steht am Ende immer recht alleine da. Er ist darauf angewiesen, daß diese Beziehungen wiederhergestellt werden. Ein Mensch kann ohne Beziehungen nicht leben. Denn Beziehungen geben Halt und bieten Hilfe, wenn man in Probleme gerät.

Jemand kommt aus dem Knast. Kontakt zu den Freunden abgerissen. Niemand will etwas mit ihm zu tun haben. Familie? Die haben sich auch lange nicht gemeldet. Job? Na der Chef wird wissen wollen, was er die letzten Jahre so gemacht hat.

Allein.

Selbst schuld! Hättest Du…! Wichser, verpiß Dich!

Schmerz.

So einen wie Dich…! Sieh doch selbst…! Nee, Freundchen…!

Schmerz!

Wir haben keine freien Stellen. Wann überweisen Sie die Miete? Fernseher kaputt.

Allein. SCHMERZ. ALLEIN. SCHMERZ!

Alles scheiße. Alles egal. Alles scheiße! Alles egal!

ALLES SCHEISSEGAL!

Denen werd ich’s zeigen!

… und am Ende klicken die Handschellen. Opfer? Ja. Bevor die Polizei ihn fängt, vergewaltigt er 3 Jungs und 2 Mädels, erschlägt einen Vater um zu entkommen.

In der Zelle erhängt er sich.

Wär vielleicht ehrlicher gewesen, ihn gleich zu erschießen. Und besser für die neen Opfer allemal.

Aber das ist unmenschlich! Todesstrafe ist unmenschlich! Daran gibt es nichts zu rütteln.

Was also dann?

Es gibt eine wichtige Unterscheidung, die gemacht werden muß. Diese Unterscheidng ist die Grundlage für alles barmherzige Handeln. Es ist die Unterscheidung zwischen Person und Taten. Nur wenn ich den Täter nicht über seine Taten definiere, sondern auch den Menschen sehe, unabhängig von den Taten (die ich weder ausblenden muß noch soll), ist neue Beziehung möglich, kann ich mitwirken, ihn zu reintegrieren. Wo dies unterbleibt, bleiben Beziehungen ewig geschädigt.

Wo Beziehungen ewig geschädigt bleiben, es also keine Regeneration gibt, aber immer die Möglichkeit, Beziehungen noch mehr z schädigen, fällt die Gesellschaft auseinander, fallen unsere Leben auseinander.

Das gilt nicht nur für Mörder und Vergewaltiger. Es gilt bei allen Taten. Verletzende Taten, egal welcher Art, zerstören Beziehungen. Sieht man nicht darüber hinweg nd dahinter den Menschen, bleiben sie gestört.

So können nur perfekte Menschen auf Dauer Beziehungen führen. Und perfekt ist keiner. Ohne Barmherzigkeit zerbricht die Gesellschaft, geht über kurz oder lang alles zu Grunde. Ohne Vergebung vereinsamen wir. Und vergeben geht nur, wo wir den Menschen sehen.

Und nicht die Tat.