Gesellschaft

Terror – Ihr Urteil

DieAllianz Arena – ein mögliches Ziel

By Tobias Kage (selbst aufgenommen, Canon Powershot A200) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons


Gestern abend kam in der ARD eine Gerichtsverhandlung, an deren Ende die Zuschauer als quasi-Schöffen dazu aufgerufen waren, über Schuld oder Unschuld des Angeklagten zu entscheiden.

Ich war gespannt auf die Sendung, konnte sie aber nur am Rande verfolgen. Dies vorab, falls ich hier irgend etwas vergesse, was gesagt worden ist.

Der Fall sah so aus, daß ein Luftwaffenoffizier einen Airbus abschoß, der von einem Terroristen entführt worden war und womöglich in ein voll besetztes Fußballstadion gesteuert wurde.

Die große Mehrheit der Zuschauer stimmte am Ende für den Freispruch des Piloten – ich halte das für grundfalsch.

Ich will gar nicht groß darauf eingehen, wie unsympathisch und anmaßend der Pilot dargestellt wurde. Hier saß ein Soldat, eingebunden in eine klare Befehlsstruktur, der einen Eid abgelegt hatte, die freiheitlich demokratische Grundordnung tapfer zu verteidigen, der als Begründung für seinen Abschuß unter anderem angab, daß das Bundesverfassungsgericht (mithin einer der wichtigsten Teile der FDGO) falsch entschieden hätte. Der Soldat wurde nicht zum Dienst gezwungen, er hat den Beruf freiwillig gewählt. Er ist kein kleiner Befehlsempfänger, sondern Stabsoffizier. Und er ist keiner, der die Folgen seines Tuns nicht überblicken konnte: Seine Schulzeugnisse und sonstigen Leistungen sind ausgezeichnet. Er nimmt sich ja gerade heraus, die Situation besser einschätzen zu können als seine Vorgesetzten oder das Bundesverfassungsgericht.

Und ein Argument, daß ich später auch bei Plasberg wieder hörte, war: Der Staat macht sich angreifbar, wenn er hier von vorne herein auschließt, das Flugzeug abzuschießen. Auf diese Weise würden Terroristen Tür und Tor geöffnet, weil hier ein klarer Weg aufgezeigt wird, auf dem es keinen wirksamen Widerstand der Staatsmacht geben wird.

Dem stimme ich zu: Der Staat gibt sich hier eine Blöße, und wie jede Blöße kann sie ausgenutzt werden von den Feinden des Staates.

Aber ist das ein Problem? Und ist die daraus folgende Angst, daß jemand die Blöße ausnutzen wird, ein guter Ratgeber bei der Beurteilung der Schuldfrage in Bezug auf den Major?

Als ich dieses Argument gestern abend hörte, mußte ich an Margot Käßmann denken. Wenn ich sie richtig verstehe, will sie ja in ähnlicher Weise eine Blöße in Kauf nehmen, wenn sie Terroristen mit Liebe begegnet – und sie wird eben auch genau dafür kritisiert.

Womöglich ist dieses Aushalten einer Blöße auch ein Erbe unserer christlichen Kultur, auch wenn gerade diejenigen, die dauernd von Leitkultur reden meist diejenigen sind, die Angst vor der Blöße haben.

Exkurs – Bibel

Tatsächlich kennt die Bibel ja Feindesliebegebot und die Forderung, die andere Wange hinzuhalten.

Sie kennt aber auch die Talionsformel, nach der Gleiches mit Gleichem vergolten wird. Doch welches Gleiche wird vergolten, wenn unschuldige Passagiere in den Tod geschickt werden?

Und dann kennt die Bibel noch die Erzählungen vom Bann.

Wir verabscheuen heute solche Bibelstellen zu Recht und schon in der Bibel sind apologetische Anstrengungen bemerkbar bis der Begriff des Banns kaum mehr benutzt wird – offenbar hatten die Autoren damals auch schon Probleme damit.

Die Bibel hat also eine klare Richtung für die Entwicklung vorgegeben, in der die eigene Deckung immer mehr fallen gelassen wird um dem feindlichen Gegenüber mit immer weniger Feindschaft und mehr Liebe zu begegnen.

Mir fällt es schwer nachvollziehen zu können, falls sich jemand sonst auf eine christliche-abendländische Leitkultur zu stützen vorgibt und dann mit der Blöße argumentiert, die der Staat sich gibt, wenn er keine Verkehrsflugzeuge abschießen will.

Die wirkliche Blöße

Der Staat gibt sich doch eine viel größere Blöße, wenn er die Prinzipien aufgibt, auf den er sich gründet. Die Gefahr, die sich daraus ergibt, daß Flugzeuge nicht abgeschossen werden ist die eine Sache, aber was ist mit der Gefahr, die sich daraus ergibt, daß die Prinzipien unseres Rechtsstaates, ja des Grundgesetzes nicht mehr gelten?

Wenn ein „übergesetzlicher Notstand“ dazu führen kann, daß Artikel 1 des GG ausgehebelt wird, welchen Wert hat dann noch Art. 1 GG? Müßte es dann nicht heißen: Die Würde des Menschen ist unantastbar, so lange nichts dazwischen kommt?

Für wie wertvoll erachten wir die Menschenwürde? Wir halten uns dran, wenn 10 Menschen in Gefahr sind, aber bei 100 Gefährdeten machen wir einen Unterschied? Oder bei 1000? Bei 10000? Wo fangen wir an, zu handeln?

Ich meine handeln im wirtschaftlichen Sinn. Denn darum geht es doch im Grunde: Kann man Menschen gegeneinander aufwiegen, kann man mit ihnen Arithmetik betreiben?

Dann könnte man einen Markt eröffnen: In unseren von der Ökonomie (vielleicht eine alternative Leitkultur unserer Tage?) geprägten Denkweise könnten wir dann überlegen, ob wir bestimmte Menschen töten, um ihre Organe anderen einzupflanzen, die dann länger leben können. Ein Mensch stirbt, mehrere überleben. Arithmetisch-ökonomisch eine Gewinnrechnung.

Aber ist es Zweck unseres Staates, daß möglichst viele Menschen überleben, oder ist es der Zweck unseres Staates, daß die Menschen friedlich zusammenleben?

Ökonomisches Denken ist immer auf Transaktion fixiert, will handeln, will Gewinn einfahren. Das Ziel ist wichtig, mag der Weg auch unschön sein. Der Abschluß, der Gewinn, darum geht es letztendlich.

Sicher ist es kaum auszuhalten, in solchen Dilemmasituationen zu stecken, und wir wollen eine Lösung, um uns wohler zu fühlen. Und diese Lösung, die wir dann durchaus nicht einfach machen, verteidigen wir. Denn es ist ebenso schwer auszuhalten, daß man Schuld auf sich geladen haben könnte. Man versucht, sich vor sich selbst zu rechtfertigen.

Aber dieser psychische Mechanismus im Menschen drin, der die Menschen dann eben doch zu Objekten seiner Berechnungen macht – weil er irgend etwas entscheiden muß – dieser psychische Mechanismus ist nicht, weil er existiert, eine gute Sache. Und schon gar nicht sollte er zur Handlungsmaxime erhoben werden, denn wie gesagt: Eine derartige Durchökonomisierung der Gesellschaft würde Menschen grundsätzlich zu Objekten machen, sie als Handelsobjekte, als Verfügungsmasse definieren.

Das wäre das Ende unserer Freiheitsrechte. Das wäre das Ende unserer Grundrechte. Damit wäre ein so elementares Recht wie das Recht auf Leben oder das Recht auf körperliche Unversehrtheit abgeschafft. Damit wäre unsere freiheitlich demokratische Grundordnung aufgegeben, abgeschafft, Geschichte.

Plot Twist

Der Major im Film sagte, seine Aufgabe als Soldate sei es, Deutschland zu verteidigen. Sein Diensteid aber sagt etwas anderes:

Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.

Er soll Deutschland dienen, es nicht verteidigen. Zu verteidigen hat er das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes, mit anderen Worten die freiheitlich demokratische Grundordnung. Und ja, als Soldat ist es seine Aufgabe, dafür im Zweifel sein Leben einzusetzen.

Deshalb ist die eigentliche Frage für mich nicht, was er in der Situation in der Luft tut. Menschlich-moralisch ist alles, was er tun kann, falsch. Er kann in der Situation nicht gewinnen. Moralisch ist beides verwerflich. Man kann höchstens versuchen, etwas zu rechtfertigen, um sich besser zu fühlen. Grundsätzlich ist aber der Tod Unschuldiger – ob nun im Stadion, im Flugzeug, oder wo auch immer, eine schlimme Sache und nicht zu rechtfertigen.

Er schießt das Verkehrsflugzeug also ab.

Wichtig ist, was dann kommt. Wie geht er mit seiner Tat um? Bereut er sie? Zieht er Konsequenzen?

Er hat Recht und Freiheit zu verteidigen und Deutschland zu dienen, wie ist das zu tun nach einer solchen Dilemmasituation?

Wie dient man Deutschland, wie verteidigt man Recht und Freiheit, wenn man eine Verkehrsmaschine abgeschossen hat?

Meines Erachtens kann dies nur funktionieren, indem er sich dafür einsetzt, daß seine Tat kein Präzedenzfall wird. Meines Erachtens muß er hinterher klar sagen können, daß das, was er tat, falsch war. Nicht falscher als die Alternative, aber falsch. Und daß eine Rechtfertigung dieses falschen Handelns die Rechtsordnung beschädigt, daß sie Recht und Freiheit des deutschen Volkes verletzt, und daß eien solche Rechtfertigung kein Dienst an Deutschland wäre.

Als Soldat muß er damit rechnen, seine ganze Person einbringen zu müssen in Krisensituationen. Das ist den meisten Soldaten klar, davon bin ich überzeugt. Und kein Soldat käme auf die Idee anzunehmen, daß der Beruf nicht am Ende das Leben kosten kann. Im Feuergefecht würde jeder damit rechnen, selbst erschossen werden zu können.

Eine Gefängnisstrafe ist gegenüber dem Tod ein deutlich geringeres Übel, so schlimm es auch ist. Trotzdem denke ich, der Soldat müßte aus eigenem Antrieb schon, um seinem Eid nachzukommen, die Gefängnisstrafe anstreben, um Recht und Freiheit zu verteidigen. Womöglich ist eine Gefängnisstrafe ehrenrühriger als der Heldentod, da gilt es dann – und ich meine das mit vollem Ernst und nicht als Häme – tapfer zu sein.

Dilemmata gibt es immer wieder, und wir kommen aus ihnen nicht raus. Wir können aber hinterher selbst entscheiden, wie wir damit umgehen, ob wir uns unserer Schuld stellen und die Gemeinschaft stärken, oder ob wir zusehen, daß wir mit heiler Haut davonkommen und uns nicht weiter um die Gemeinschaft kümmern.

Gesetze können nicht alles regeln, deshalb müssen Menschen in die Bresche springen, wenn es brenzlig wird. Christlich gesehen, haben wir die Aufgabe, uns selbst aufzuopfern für andere, für die Gemeinschaft.

Womöglich ist das zu viel verlangt, wo eine Gesellschaft nicht christlich ist. Aber ich befürchte, dann wird die Gesellschaft keinen Bestand haben können (aus den vorgetragenen Gründen). Deckt sich irgendwie mit der historischen Erfahrung.

Der letzte Artikel war überschrieben mit „Liebe überwindet alles“. Diesen möchte ich schließen mit:

Alles wird überwunden werden, was keine Liebe hat.

Netzfunde

Netzfunde Mittwoch, den 30. März 2016

Wir hatten schon lange keine Netzfunde mehr, ich hatte auch insgesamt wenig Zeit. So ein Vikariat ist schon fordernd.

Nun hab ich aber ein paar Tage Urlaub (was bitter nötig war) und bin beim Surfen heute über zwei Dinge gestolpert, die ich einfach mal festhalten will:

Das erste wäre ein Ausschnitt aus der NDR Talkshow. Bernhard Hoecker erklärt darin, wie die Flüchtlinge Deutschland überfluten und wie gefährlich das ist.

Das andere ist ein Interview der Stuttgarter Zeitung mit Professor Jürgen Moltmann, und ich kann nicht umhin, einige seiner Statements, die mir aus der Seele sprechen, zu zitieren.

Zum Kampf gegen Daesh sagt er:

Der IS ist in den Köpfen und in den Herzen von Menschen entstanden und kann auch nur in den Köpfen und Herzen von Menschen bekämpft werden. Es arbeiten viele Christen und Muslime in Deutschland und anderswo daran, dass junge Menschen nicht auf falsche Heilsversprechen reinfallen. Das ist der einzige Weg, den ich sehe.

Das erklärt vielleicht, wieso Käßmann doch Recht hat, wenn sie Terroristen mit Beten und Liebe begegnen will.

Auf die Frage, ob es im Sorgen bereite, daß derzeit so viele Muslime nach Deutschland kämen, antwortet Moltmann:

Christus ist nicht gegen die Muslime, sondern für sie gestorben. Das muss die Haltung von gläubigen Christen gegenüber den Muslimen prägen.

Zur Frage, ob er keine Angst habe, daß sich die Menschheit vernichte:

Angst ist eine Vorwegnahme des Terrors, Hoffnung ist eine Vorwegnahme der Freude. Ich bevorzuge die Hoffnung. Die Angst vor einem wie auch immer gearteten Weltuntergang lähmt uns, nichts befördert einen Weltuntergang so sehr wie die Angst vor ihm. Man muss die Angst in sich überwinden, und das geht nur über die Kraft der Hoffnung. […] Nichts zu hoffen bedeutet nicht zu leben.

Genug der Vorrede, hier der Link zum Interview.

Religion

Mit den Waffen des Lichts gegen die Mächte der Finsternis

Die Predigt von letztem Wochenende. Predigttext war Röm 13, 8-12

Liebe Gemeinde,

mit Finsternis kann man keine Finsternis austreiben. Und wenn wir momentan die Nachrichten einschalten: Finsternis haben wir zur Genüge: Beirut, Paris, Brüssel, Bamako, aber auch Hannover. Al Quaida und Daesh, wie man den IS auch nennt, verbreiten Angst und Schrecken, zunehmend nun auch bei uns. Aber auch Heidenau, Dresden, Berlin: Von Ablehnung bis zum offenen Hass gehen viele Reaktionen auf die Flüchtlinge.

Wenn wir ins Internet schauen, in die sozialen Medien, dann kann man den Eindruck bekommen, dass viele Menschen dem Hass erlegen sind. Man findet einerseits die Propaganda von Daesh, Videos und Texte dieser Verbrecher, eingestellt um Angst zu verbreiten und Terror zu erzeugen. Auf der anderen Seite werden Horrorgeschichten über kriminelle Flüchtlinge erfunden oder aufgebauscht, vielleicht hier und dort auch ein Missverständnis hochgespielt.

Ein Beispiel: In einem Gespräch letzte Woche wurde mir erzählt, dass in einer Unterkunft irgendwo in der Pfalz Flüchtlinge die Heizung hochgedreht und gleichzeitig das Fenster offen gelassen hätten. Und dann wurde sich aufgeregt, wie DIE UNSER Geld verschwenden. Man hätte auch hingehen können und auf das Problem aufmerksam machen. Ich erinnere mich, dass in meiner Schulzeit dieses Verhalten von Seiten der Schüler auch existierte. Außer einem Badener und einem DDR-Flüchtlingskind hatten wir niemanden mit Migrationshintergrund in der Klasse.

Liebe Gemeinde, mit Finsternis kann man keine Finsternis austreiben. Mit was dann? Manchmal betreibe ich im Internet Couterspeech. Als vor einer Weile die großen Medien auf die Hasskommentare im Internet aufmerksam wurden, hatte man das als Umgang damit empfohlen: Einspruch erheben gegen diese Hasskommentare, Gegenbeispiele aufzeigen, den Hass nicht unwidersprochen stehen lassen. Ich kann Ihnen so viel berichten: Es kostet viel Zeit und viele Nerven, und ich bin sehr skeptisch ob ich bei irgend jemandem durchgedrungen bin. Viele haben mich auch einfach blockiert, mich auf stumm gestellt, damit sie die entgegengesetzte Meinung gar nicht erst hören müssen und ganz ehrlich: Ich kann es nachvollziehen: Auch ich blockiere Leute, die mich mit ihren Nachrichten nerven. Ich gebe mir Mühe, offen für andere Ansichten zu bleiben, aber irgendwann kann ich das nicht mehr. Wir Menschen tendieren dazu, uns voneinander abzuschotten, wenn wir verschiedener Ansicht sind.

Oder wir gehen aufeinander los. Die Polizei hat mitunter Schwierigkeiten bei politischen Demonstrationen rechte und linke Demonstranten zu trennen, aber auch bei Fußballspielen kommt es oft zu Gewalt zwischen den Anhängern gegnerischer Mannschaften. Als ob die Niederlage auf dem Platz durch eine Schlägerei vor dem Platz wettgemacht werden könnte.

Und wir schaukeln einander hoch.

Haben Sie auch schon die Erfahrung gemacht, dass Sie sich gestritten haben und gar nicht mehr so recht wissen, womit es eigentlich los ging? Irgendetwas gibt den Ausschlag, dass ich mich aufrege und austeile, und prompt bekomme ich eine nicht weniger gepfefferte Antwort und so ergibt ein Wort das Nächste und man kommt immer weiter rein in den Streit, bis man gar nicht mehr weiß,um was es ursprünglich ging.

Unser Verhalten zieht auch Kreise:

Ein Gerät funktioniert nicht, ich rufe die Servicenummer an und der Computer am anderen Ende der Leitung macht mich fast verrückt, weil mein Hochdeutsch wohl doch etwas zu pfälzisch klingt und er mich nicht versteht. Wenn ich dann endlich einen Menschen am Telefon habe, bekommt der meinen gesamten angestauten Frust ab. Dieser Mensch kriegt in seiner 10 Stunden Schicht so viele Wutausbrüche ab, dass es ihn so belastet, dass er krank wird und ausfällt. Schließlich verliert er seine sowieso schon schlecht bezahlte Stelle. Seine Eltern machen sich daraufhin Sorgen, der Vater ist womöglich Industriemeister und lässt seinen Frust bei seinen Arbeitern ab. Einer davon macht sich daraufhin Sorgen, nicht in eine Feststelle übernommen zu werden, ist gedanklich nicht bei der Sache und verursacht vielleicht einen Unfall mit dem Gabelstapler. Und so zieht meine Wut immer weitere Kreise und verursacht immer mehr Leid.

In diesem Beispiel merkt man, wie auch Angst eine Rolle spielt in diesen Mechanismen: Angst kann verunsichern und so auch zu zweifelhaften Taten führen. Angst, den Beruf zu verlieren, Angst, schlecht dazustehen vor dem Chef, vor dem Partner, vor den Kindern. Angst vor Fremdem, Angst vor Kriminalität, Angst vor Veränderung. Angst vor dem Tod. Angst kann dazu führen, dass man unbesonnen und extrem reagiert, ob die Angst begründet ist oder nicht. So fürchten sich offenbar viele Menschen vor den Flüchtlingen und setzen ihre Hoffnung deshalb auf Populisten. Einige wenige greifen sogar zur Gewalt gegen Flüchtlinge. Andere Menschen haben so viel Angst vor rechten Gewalttätern, dass sie selbst zur Gewalt gegen alle greifen, die sie für rechts halten. Damit die Gewalt der anderen nicht überhand nimmt, setzen sie ihre eigene Gewalt dagegen.

Es ist wie Friedrich Schiller im Wallenstein beschreibt: Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeugend, immer Böses muss gebären. Und irgendwann kommt man so zu Krieg und Terror.

Die böse Tat oder das böse Wort pflanzt sich fort, zieht immer mehr Menschen in Mitleidenschaft auf seinem Weg. So läuft das seit Jahrtausenden und es ist angesichts dessen ein Wunder, dass es nicht noch schlimmer zugeht auf der Welt, dass es nicht noch finsterer ist.

Mit Finsternis kann man keine Finsternis austreiben, liebe Gemeinde, Finsternis kann immer nur Finsternis hervorbringen.

Und in dieser ganzen Finsternis, die uns umgibt, hören wir jetzt in Bibelversen, Gebeten und Liedern davon, dass ein König kommen soll. Wir sind im Advent, was wie Pfarrer Funke sicher schon mehrfach erklärt hat Ankunft bedeutet und sich auf die Ankunft Jesu Christi auf der Erde bezieht. Ein süßes kleines Kind in Bethelhem im Stall, ganz idyllisch zwischen Ochs und Esel.

Darüber vergessen wir leicht, dass ein König jemand mit außerordentlicher Macht war, der seine Macht auch durchzusetzen wusste. Also ziemlich das Gegenteil von einem süßen kleinen Kind in beschaulicher Postkartenidylle.

Die Postkartenidylle täuscht daher ein wenig darüber hinweg, wer dieser Jesus ist: Ein mächtiger König, der direkt vom Himmel kommt, der unglaubliche Macht hat und auch eine klare Vorstellung davon, was Recht ist und was Unrecht. Auf die Ankunft dieses Königs bereiten wir uns im Advent vor. Was haben wir da zu erwarten, bei dem ganzen Leid, das unsere Taten nach sich ziehen?

Sind wir doch einmal ehrlich: Würden wir, wenn wir als Könige in so ein Chaos kämen, nicht unsere ganze Macht daran setzen, diese Taten zu unterbinden? Würden wir nicht zu Zwang und vielleicht sogar Gewalt greifen, um die Fortpflanzung der bösen Taten zu begrenzen? So wie die Polizei im Zweifel Gewalt anwendet, wenn sie Recht und Ordnung durchsetzt?So wie die Mächtigen dieser Welt immer wieder zum Mittel des Krieges greifen, nicht nur um die eigenen Interessen durchzusetzen, sondern auch um Völkermorde zu beenden und Sicherheit für Minderheiten und Unterdrückte zu gewährleisten?

Liebe Gemeinde, mit Finsternis kann man keine Finsternis austreiben. Wie Finsternis immer nur Finsternis gebirt, wie böse Taten immer nur böse Taten gebären, so gebirt auch Gewalt immer nur Gewalt, Hass immer nur Hass, Angst immer nur Angst.

Wie durchbricht man die Gewalt-, Hass- und Angstspiralen? Wie besiegt man die Finsternis? Nicht mit mehr Angst, Hass und Gewalt, nicht mit mehr Finsternis, sondern mit Licht, mit dem Gegenteil von Angst, Hass und Gewalt: Mit Liebe und Vertrauen.

Counterspeech zu betreiben, das habe ich bei meinen Versuchen erfahren, erfordert viel Kraft. Nämlich Kraft, die Beleidigungen, die einem an den Kopf geworfen werden, wegzustecken und bei der Antwort an der Liebe festzuhalten, und nicht die Spirale weiterzudrehen. So nimmt man dem Gegner irgendwann den Wind aus den Segeln und kommt vielleicht an den Punkt, wo man ganz offen miteinander ins Gespräch kommt und sich wirklich etwas ändert.

Überhaupt, wenn man es schafft, die Hass und die Gewalt, die man selbst erfährt, nicht weiterzugeben, unterbricht man die Fortzeugung der bösen Taten und Worte. Auch wenn es viel Kraft kostet: Die Welt wird ein wenig heller.

So hat auch Jesus angefangen, die Welt heller zu machen. Er hat alles auf sich genommen, die Gewalt nicht weitergegeben, selbst als es um sein Leben ging.

Die Kraft dazu schöpfte er aus seinem Gottvertrauen. Sein Glaube war stark genug darauf zu vertrauen, dass Gott ihn letztendlich nicht fallen lassen wird,dass alle seineAnstrengung und alles Leid, das er erfahren muss, nicht umsonst gewesen seinwird. Weil er die Gewalt, die er erfuhr, nicht weitergeben musste, war er der letzte, der die Spirale durchbrach. Diese Gewalt, dieser Hass zog keine Kreise mehr.

So besiegte er die Finsternis. Mit dem Licht der Liebe und der Kraft des Glaubens. Und nun bereiten wir uns darauf vor das Fest der Ankunft dieses Königs zu feiern. Der Advent ist die Zeit der Vorbereitung, der Selbstprüfung.

Habe ich diesen Glauben? Kann ich darauf vertrauen, dass Gott mir beisteht und ich nicht fallen lassen wird? Habe ich die Kraft, die Werke der Finsternis abzulegen und nicht weiter an den Hass- und Gewaltspiralen zu drehen?

Was hindert es dann, mich dem König in seinem Kampf gegen die Finsternis anzuschließen?

Auch wenn ich nicht jede Schlacht gewinnen kann, weil ich ein Mensch bin und immer wieder Zweifel habe, so trage ich doch mit jedem Sieg dazu bei, die Welt ein wenig heller zu machen und das Reich des Königs aufzurichten, indem ich die Waffen des Lichts aufnehme und wie Paulus im Predigttext schreibt das Gesetz erfülle und Liebe übe?

Theologie

Predigtkommentar

Predigen ist eine gefährliche Sache. Viele Menschen hören einem zu und glauben das, was man sagt. Als Prediger hat man eine gewisse Autorität, manches wird ungeprüft geglaubt, weil es „der Herr Pfarrer“ sagt.

Es ist nicht verkehrt, sich das als Prediger bewußt zu machen und ich bin mir bewußt, daß auch ich in meinen Predigten immer wieder in diese Gefahr komme und in die Falle tappe. Ich bin, wie alle anderen Menschen auch, ein Sünder.

Christina machte mich in einem Kommentar auf diese Hörpredigt aufmerksam (leider habe ich keinen Link zum geschriebenen Text). Mein Eindruck ist, daß der Prediger gut auch gute Absichten haben kann, ich denke aber ebenso daß er seine Gemeinde verführt (und zwar schon durch die abwertenden Sprache, die er zum Teil benutzt, um die Flüchtlinge zu bezeichnen; es kommt mehrmals der Begriff „Horden“ etc).

Ich möchte diesen Blogartikel benutzen, um in brüderlicher Verbundenheit auf ein paar Probleme hizuweisen, die mir beim einmaligen Hören der Predigt (den Text vorliegen zu haben würde es mir hier freilich einfacher machen) aufgefallen sind. Am Ende muß sich freilich jeder selbst ein Bild machen, den vor Gott werden wir dereinst alleine stehen, ohne uns auf einen Papst oder Lieblingsprediger berufen zu können.

Ich habe mir beim Hören Notizen gemacht und werde darauf antworten. Das wird leider sehr bruchstückhaft sein. Ich möchte entscheidende Aussagen der Predigt überprüfen und mein jeweiliges Ergebnis vorstellen.

Der Prediger stimmt der Aussage zu, daß Christen alle Menschen lieben, fragt aber, ob dies bedeutet, daß wir alle Menschen in Deutschland aufnehmen müssen, die kommen. Darauf antwortet er mehrfach, zuerst mit einem Beispiel:

Ein Einfamilienhaus mit 100m² Wohnfläche soll 200 Flüchtlinge aufnehmen, weil der Hausbesitzer sie alle liebt. Er stellt fest, daß die 200 Menschen zwar in das Haus hinein passen würden, daß es aber schnell zu Chaos führen würde, weil es doch zu wenig Platz zum Leben ist, und spätestens wenn weitere 500 Flüchtlinge ins Haus wollen, geht gar nichts mehr.

Das Beispiel ist sehr anschaulich, es ist nachvollziehbar, und es ist Quatsch. Nachvollziehbar ist es, weil es tatsächlich irgendwann dazu kommt, daß eine bestimmte Fläche zu viele Menschen beherbergen muß. Quatsch ist es, weil die Menge der Flüchtlinge pro m² in Deutschland nicht annähernd den Wert auch nur erreichen kann, der im Beispiel angenommen wird.

Wenn ein Haus 100m2 hat und darin 4 Personen (Papa, Mama, Sohn, Tochter) leben, dann hat jeder 25m². Wenn 200 Personen in dem Haus leben, sind das pro Person nur noch 1/2 m².

2013 standen in Deutschland pro Person im Durchschnitt 45m² zur Verfügung. Bei 80 Mio. Menschen. Um auf 1/2 m² wie im Beispiel mit dem Haus zu kommen, müßten 90 Mal (45:90=1/2) so viele Menschen hier wohnen, also 89 x 80 Mio. = 7,12 Mrd. Flüchtlinge hierher kommen. Das wäre fast die ganze Weltbevölkerung! So viele Menschen kommen sicherlich nicht, auch nicht in den nächsten 100 Jahren! Und es geht auch nur um den momentan (bzw. 2013) bestehenden Wohnraum. Wenn mehr Wohnungen gebaut werden bzw. leerstehende Wohnungen wieder genutzt werden, dann müßten noch mehr Menschen hierher kommen, um auf den 1/2 m² zu kommen, den der Prediger in seinem Beispiel bringt.

Ergebnis: Er übertreibt maßlos und provoziert damit Ängste. Zuletzt war die Rede von 1 Mio. Flüchtlingen pro Jahr. Sind wir einmal großzügig und gehen wir von 5 Mio Flüchtlingen pro Jahr in den nächsten 10 Jahren aus, dann wären das 50 Mio Flüchtlinge zusätzlich zu den 80 Mio. Einwohnern. Und gehen wir der Einfachkeit davon aus, daß niemand in der Zeit stirbt und keine neuen Wohnungen gebaut werden (was Unsinn ist, weil immer neue Wohnungen gebaut werden).

Dann hätten wir 130 Mio Menschen auf den 3,6 Mrd m² Wohnfläche (80 Mio. Einwohner x 45m² pro Einwohner 2013), das ergäbe dann 27,69m² pro Person. Imer noch mehr als in der „guten alten Zeit“ 1965, als jedem im Schnitt 22,3m² zur Verfügung standen.

Und es ist immer noch mehr als zur Verfügung steht, wenn in dem genannten Einfamilienhaus mit 100m² Wohnfläche zwei Erwachsene mit zwei Kindern wohnen.

Das sollte deutlich zeigen, in welche unverantwortlicher Weise hier Ängste geschürt werden. Ja, die Flüchtlinge leben derzeit in den Heimen auf engem Raum und das führt zu Unruhe, mitunter auch zu Gewalt. Es wäre aber ein leichtes, hier einfach neue Ressourcen zu schaffen. Im Moment mag es überall knirschen, aber wenn es drauf ankommt können auch schnell neue Gebäude gebaut werden, man muß es nur wollen.

Der Prediger sagt, jeder denkende Christ müßte auch ohne Bibel sehen, daß der Zuzug Chaos bedeute und der Teufel sich ob des Chaos die Hände reibe. Nun, ich erinnere mich ohne Bibel daran, daß man das Böse mit Gutem überwinden soll und daß der Teufel und das Chaos nicht vor der Liebe bestehen werden. Zumal wir im Zweifel unser Kreuz auf uns nehmen und keine Angst haben sollen, auch wenn uns Leiden vorausgesagt sind.

Nun sagt der Prediger, daß die Nächsten- und Feindesliebe ja ganz toll sei, daß aber diese in den persönlichen Bereich gehöre, aber nicht in die Politik, sie gelte also nicht für den Staat resp. das ganze Volk.

Mich erinnert diese Unterscheidung ein wenig an die Eigengesetzlichkeit, die lutherische Theologen aufgrund der Zwei-Reiche-Lehre machen zu können meinten. Die ist liberale Theologie at its  best (und das in der Predigt eines freikirchlichen Predigers!) und hat uns im letzten Jahrhundert die theologische Rechtfertigung des NS Staates eingebracht – heute sollte klar erkennbar sein, daß es sich hier um eine Häresie handelt!

Mit dieser Differenzierung zwischen Politik und privatem Bereich, in dem alleine Feindes- und Nächstenliebe gelten soll kommt der Prediger dazu zu sagen, daß all die Forderungen von Liebe gegenüber Nächsten und Fremden nicht bedeuten, daß ein Volk Fremde aufnehmen solle.

Im NT habe die Gemeinde keine politische Macht gehabt, deshalb sei es auch immer um den persönlichen Breich gegangen und nicht um die Politik. Um die ginge es dagegen im AT.

Dem würde ich sogar zustimmen, das AT hat in viel größerem Maße auch die Staats- oder Gesellschaftsebene im Blick als das NT. Allerdings – und da begeht der Prediger den Kategorienfehler, den er anderen vorwirft – wird im AT eine Theokratie beschrieben, und kein moderner Rechtsstaat. Wie dieser funktioniert finden wir nicht direkt in der Bibel. Auch wie eine Demokratie funktioniert steht dort nicht geschrieben. Trotzdem macht er Rechtsstaat und Demokratie stark, als positive Gegenbeispiele zur Theokratie, die der Islam angeblich fordere. Nun, wenn man in die Bibel, speziell ins AT sieht, dann ist es dort eben auch die Theokratie und nicht die Demokratie, die gefordert wird.

Er gesteht zwar ein, daß man das AT nicht 1:1 übertragen könne, daß es aber doch Vorbildfunktion hätte. Allerdings würde ich anfügen, daß man dabei aufpassen muß, was man überträgt: Die Theokratie, die er offenbar auch nicht will (sonst würde er den Islam dafür kaum kritisieren können), oder die Forderungen Gottes, die auch für ein demokratisiertes Volk im Rechtsstaat gelten?

Mit Verweis auf Röm 13 (komischer Weise NT) und andere Bibelstellen hält er fest, daß der Staat dem Bösen nicht freien Raum lassen dürfe. Allerdings fordert das auch niemand. Keiner fordert, das staatliche Gewaltmonopol (das Schwer in Röm 13) abzuschaffen. Ein Flüchtling unterliegt den gleichen Gesetzen wie wir und für deren Einhaltung ist ebenso die Polizei zuständig. Falls dies nicht geschieht, ist das ein Grund, unsere Polizei besser auszustatten oder sie dazu anzuhalten, ihre Arbeit zu erledigen, es spricht aber nicht dagegen, Flüchtlinge aufzunehmen.

Der Prediger sagt, daß der Staat die Pflicht habe, sein Volk vor dem Bösen mit Gewalt zu schützen. Dem würde ich gr nicht einmal widersprechen. Allerdings frage ich mich da: Was ist das Böse? Sind das Menschen? Gab es da nicht einmal die Unterscheidung zwischen Person und Tat im Christentum: Liebe den Sünder, hasse die Sünde?

Die Flüchtlinge sind ja nicht per se böse. Womöglich gibt es Flüchtlinge, die Böses tun. Dafür ist die Polizei da, dafür trägt die Obrigkeit das Schwert, wie Paulus feststellt. Damit ist dann aber auch alles gesagt in der Sache.

Den Kern seiner Predigt machen die Passagen zur Unterscheidung von Fremdling und Fremder aus. Der Fremdling, nach dem Prediger ein Proselyt, hebr. als Ger bezeichnet, sei ein Mensch, der den jüdischen Glauben angenommen habe und folglich als Einheimischer, als „Jude mit Migrationshintergrund“ zu behandeln sei: Ohne Unterschied zu anderen Juden.

Der Fremde hingegen, der die Gebräuche des Landes nicht annehme, sei eher als Feind zu behandeln. Für ihn gelten auch diverse soziale Leistungen nicht. Zu diesem hielte Israel deutliche Distanz.

Zu den Begrifflichkeiten verweise ich einfach auf zwei Artikel im Wibilex:

Proselyten (AT)

Fremder (AT)

Das Problem hier ist, daß Israel im AT nicht nur eine religiöse Gemeinschaft wie die Kirche bezeichnet, sondern eben auch einen Staat, der theokratisch-monarchisch regiert wird.

Wenn wir die Theokratie nicht wollen, dann müssen wir alles aussondern, was theokratische Forderung ist. Und theokratisch sind vor allem die Forderungen nach Reinheit des Volkes vor anderen Religionen.

Die freiheitliche Demokratie, in der wir leben, kann keine Religionen ausschließen wie es die altisraelitische Theokratie konnte. Heute könnte niemand mehr auf staatlicher Ebene etwas dagegen sagen, daß Salomo seinen Frauen einen Götzentempel baut. Das sind heute Fragen der privaten Frömmigkeit, also des Bereichs, in dem laut dem Prediger auch Nächsten- und Feindesliebe gelten.

Die abweisende Haltung den Fremden gegenüber haben wir dabei durchaus auch: Wer keinen deutschen oder europäischen Paß hat, gilt hier als Ausländer und hat, wenn er nicht ein Aufenthaltsrecht hat, sehr wenige Rechte. Er kann hier Urlaub verbringen oder zu einem Geschäftstermin kommen, aber viel mehr geht nicht. Er darf hier nicht ohne weiteres wohnen und er darf nciht ohne weiteres eine Arbeit annehmen.

Von den Fremdlingen wurde im AT verlangt, daß sie die Bräuche der Israeliten annehmen – dafür wurde ihnen laut dem Prediger (im Wibilex liest sich das ein wenig anders) die volle Gleichstellung zugebilligt. Damals umfassten diese Bräuche auch die Religion.

Im freiheitlichen Rechtsstaat (und um den geht es ja bei uns, wir nehmen ja keine Flüchtlinge in die Gemeinschaft der Christen auf, wenn sie nicht getauft sind) gelten auch bestimmte Regeln, die eingefordert und per Poizei durchgesetzt werden. Nur werden keine religiösen Forderungen mehr gestellt, weil der freiheitliche Rechtsstaat weltanschaulich neutral ist, er kann also gar keine religiösen Forderungen stellen, sonst wäre er kein freiheitlicher Rechtsstaat mehr.

So gesehen entsprächen also die Flüchtlionge genau den Fremdlingen, denen nach dem prediger sämtliche Sozialleistungen zustehen würden. Trotzdem sin die Sozialleistungen, die Flüchtlingen zugestanden werden, deutlich geringer als das, was uns zur Verfügung steht. Sie stehen noch einmal deutlich untr Hartz IV Niveau, haben keine Krankenversicherung und dürfen oftmals nicht einmal den Landkreis verlassen…

Es spielt im freiheitlichen Rechtsstaat übrigens auch keine Rolle, ob seine Bürger diesen mögen, oder ihn umbauen wollen. Vielen wollen den Umbau, nicht nur „echte Muslime“, wie der Prediger meint. Der freiheitliche Rechtsstaat kann aber nicht Muslimen per se weniger Rechte geben, auch wenn diese ihn tatsächlich abschaffen wollten, denn das entspräche einer Diskriminierung aufgrund der Religion, was nach den Regeln des freiheitlichen Rechtsstaates nicht geht. Er wäre nur noch auf dem Papier ein freiheitlicher Rechtsstaat: Wie jemand, der sich zwar Christ nennt, aber lieber draufhaut, als die andere Wange hinzuhalten.

Der Prediger betont, daß Scharia und Grundgesetz nicht zusammenpassen würden und daß „echte Muslime“ nicht integriert werden könnten. Doch sind auch „echte Muslime“ nicht zwangsläufig immer Muslime, deshalb sollte man zwischen den Menschen und ihrer Religion zu unterscheiden wissen. Fällt die Religion weg, oder wird sie „unecht“ im Sinne des Predigers, geht das mit der Integration vielleicht doch…

Am Ende bringt der Prediger noch die Idee vor, daß das Gericht Gottes bedeuten würde, daß ein Volk preisgegeben würde. Er meint, die Flüchtlinge würden sich von unserem Vermögen ernähren wie es im AT für die Zeit nach dem Fall von Samaria und Jerusalem berichtet wird. Das Überhandnehmen des Fremden sei eine Strafe Gottes.

Das kann durchaus so sein, und wenn es so ist, dann haben wir diese Strafe verdient. Und zwar, weil wir es seit Jahrzehnten verpassen, die Fremdlinge, die als Gastarbeiter kamen, tatsächlich zu integrieren. Sie mögen damals für uns gearbeitet haben und zu unserem Reichtum beigetragen haben, aber es war eben nicht alles gut damals. Wir haben das integrieren verpasst, haben sie wie Fremde anstatt wie Fremdlinge behandelt, und sie ud ihre Kinder sind Fremde geblieben, denen wir nun preisgegeben werden, wenn wir das Ruder nicht noch herum reißen.

Wir sollten aber auch bedenken: Die Bibel spricht in den Versen, die der prediger anführt von der verbrannten Erde, vom Zustand nach dem Krieg, als Assyrer und Babylonier fertig waren mit Israel und Juda. So weit sind wir noch lange nicht. Uns geht es gut, wir schwelgen im Luxus wie Samaria zur Zeit des Amos, auch wenn unsere fetten Kühe nicht auf dem Baschan grasen. Die Aramäer waren ein recht kleines Problem für Israel damals, ebenso wie die Flüchtlinge für uns heute. Wenn wir anständig damit umgehen, wenn wir die Flüchtlinge aufnehmen als Fremdlinge, die sich an unsere Gesetze halten und dafür als Gleichberechtigte behandelt werden, dann haben wir eine Chance. Wenn nicht, wird Assur kommen und uns zu Fall bringen.

Netzfunde

Netzfunde

Gestern war letzter Urlaubstag und ich hab nochmal die religiösen Blogs, die ich so lese, zum Thema Flüchtlinge durchsucht. Mir ist dabei sicher der eine oder andere durchgeschlüpft, aber ich fand es schon interessant, daß ich die meisten Artikel bei einem einzigen Blogger gefunden hab, nämlich bei Volker Schnitzler.

Er geht darauf ein, welchen Stellenwert die Flüchtlinge in der katholischen Blogoezese so haben und wie viel ausführlicher blonde Bikinischönheiten diskutiert werden.

Da scheint die Blogoezese kein gutes Bild abzugeben, aber wenn ich mir die christliche Bloggercommunity durchsehe, dann sind dort, mit Ausnahme der hier erschienenen Artikel, nur diese zwei zum Flüchtlingsthema in den letzten Tagen erschienen (liebe Mitblogger, da können wir doch mehr!):

Viktor nimmt Ps 12, 2 zum Anlaß, darüber nachzudenken, ob die Flüchtlinge immer nur als Problem oder Herausforderung gesehen werden müssen, oder ob wir sie nicht auch als Prüfung verstehen können.

Daniela schreibt im zweiten Artikel, daß Angst vorm Islam oder einer Islamisierung unbiblisch ist und, ja, sie hat Recht. Die Kirche (= Gemeinschaft der Heiligen) wird nicht überwunden werden, wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein. Wer Angst vorm Islam hat, kann sich schlecht zum christlichen Abendland zählen.

Was mich wieder zu Volker und seinem nächsten Artikel führt: Er zitiert Bischof Oster, und da der Text so wunderbar klar und eindeutig und richtig ist, den der Bischof da auf seine Facebook Seite geschrieben hat, zitier ich den gleich nochmal:

Im Blick auf Berichte über Gewalt gegen Flüchtlinge möchte ich sehr deutlich in Erinnerung rufen: Unser Glaube lässt keinerlei Möglichkeit, Fremdenfeindlichkeit auch nur irgendwie zu rechtfertigen! Schon gar nicht gegen Menschen in Not. Es gibt auch keinerlei Möglichkeit einer Allianz von christlichem Glauben und ausgrenzendem Nationalismus. Man darf sein Land lieben, selbstverständlich. Aber man darf aus seinem Land nicht fremde Menschen in Not vertreiben wollen und sich dabei womöglich noch auf die Erhaltung des „christlichen Abendlandes“ berufen. Das ist ein Widerspruch in sich!

Klar, deutlich, richtig und wahre Lehre. Hier wird deutlich, daß alle Christen ganz nah beieinander sind, auch wenn wir in eher nebensächlichen Fragen von Amt und Sexualethik verschiedener Meinung sind! Die Höchste ist die Liebe!

Und dann hat Volker, das paßt jetzt nicht ganz zur Flüchtlingsthematik, ganz gut zusammengefaßt, wie das Böse funktioniert. Könnte man hier von Satans Masterplan sprechen? Ich sehe diese Wirkweise auch überall. Und sie ist es, die wir bekämpfen müssen, wenn wir für das Gute eintreten.

Wolfgang hat, ja was ist das, ein Gedicht? Jedenfalls hat er es geschrieben, und er hat irgendwo Recht. Mit Nazis abgeben bringt (meist?) nichts. Allerdings, irgendwie muß man wohl reagieren. In seinem Update beschreibt er, wie das in seiner Nachbarschaft passiert, wo plötzlich Menschen ganz verschiedener politischer Richtungen an einem Strang ziehen.

Da kann Satan masterplanen, wie er will. Gott ist stärker, und muß am Ende der Sieger bleiben, wie Luther schon schrieb:

das Feld muß Er behalten / das Reich muß uns doch bleiben.

Und dann ist da noch der Artikel von Ralpe, bzw, er hat es rebloggt und noch zwei Links hinzugefügt. Es geht um Gottesdienste mit Flüchtlingen.

Gebetsanliegen

Depressionen

Ich bitte um Gebet für Heilung von Depressionen und Angst für mich.Ich bitte um Gebet für mich das ich mit anderen Krankheiten besser umgehn kann.Ich bitte um Gebet für meine Kinder in der Schule das sie besser lernen und gute Freunde da finden.Ich bitte um Gebet für uns das wir uns in der Familie besser verstehn und helfen.Ich bitte um Gebet für uns das böse Menschen,Feinde uns nicht Schaden können.Ich bitte um Gebet für uns in der Familie für mehr Freude,Mut,Zuversicht,Zufriedenheit.Ich bitte um Gebet für gute Freunde für uns alle.Ich bitte um Gebet für uns in der Familie das wir uns besser verstehn und für mehr Freude.Ich bitte um Gebet für den Engelschutz für uns alle im Strassen verkehr.Ich bitte um Gebet für eine Arbeit für mich.Ich bitte um Gebet für eine Arbeit für mich und für die Arbeit von meinem Mann.Ich bitte um Gebet für unsere Finanzen.Ich bitte um Gebet für uns in der Familie das wir besser reden mit allen Menschen.Ich danke für Gebet.

Glaube

Gedanken zur Sturmstillung bei Matthäus

Gedanken zu Matthäus 8, 18-27

Das Gespräch vom Ernst der Nachfolge (Matt 8, 18-22) und die Sturmstillung (Matt 8, 23) sind als kompositorische Einheit zu betrachten und auszulegen.

Denn die Geschichte von der Sturmstillung beginnt bereits in V. 18: Hier erteilt Jesus den Auftrag, ans andere Ufer zu fahren, er ist der Einleitungsteil zu V. 23. In den Versen da-zwischen werden Gespräche von Jesus mit zwei Personen geschildert.

Zunächst zur Einleitung, dem Gespräch mit den zwei Personen. Es vermittelt Wichtiges darüber, was „Jesus nachfolgen“ bedeutet. Der erste, mit dem Jesus spricht, ist ein Schriftgelehrter, der ankündigt, Jesus überall hin folgen zu wollen. Jesus verwehrt es ihm nicht, lässt ihn aber auch nicht über die Folgen im Unklaren: Das, was selbst Tiere haben, einen dauerhaften Rückzugsort, wo sie Kraft schöpfen können, ist ihm und denen, die ihm nachfolgen, verwehrt.

Dem Schriftgelehrten wird kein behütetes, sorgenfreies Leben in Aussicht gestellt. Deutlich wird gesagt: Folgst du Jesus, verlässt du sichere Rückzugsorte auf Erden.

Die zweite Person, die Jesus anspricht, ist bereits ein Jünger. Er will Jesus jetzt nachfolgen und dazu auch seine Familie verlassen. Matthäus scheint hier von zwei Arten von Jüngern auszugehen: Die einen waren die „klassischen“ Jünger, wie z. B. die 12: Menschen, die das Wanderleben Jesu teilten, ihm körperlich nachfolgten.

Doch daneben hat es offenbar schon andere gegeben, die sesshaft bei ihren Familien lebten, aber schon als Jünger bezeichnet wurden. So-wohl Schriftgelehrter als auch Jünger teilen zum Zeitpunkt des Gesprächs das Wanderleben Jesu noch nicht. Dennoch gilt der eine schon als Jünger. Entscheidend dafür, ob man als Jünger Jesu gilt, ist also nicht, ob man das Wanderleben Jesu teilt. Die Art, wie sie Jesus anreden, gibt einen Hinweis darauf, worauf es nach dieser Erzählung beim Jüngersein ankommt. Der Schriftgelehrte spricht Jesus mit „Lehrer“ bzw. „Meister“ an, der Jünger dagegen mit „Herr“. Diese Anrede werden später auch die Jünger im Boot nutzen. Nicht der Aufenthaltsort entscheidet darüber, ob jemand Jünger ist, sondern ob er bereit ist, Jesus als Herrn anzuerkennen.

Doch dann kam der Punkt, an dem der Jünger sein Leben verändern wollte. Alles, was wir über ihn noch erfahren ist, dass sein Vater vor kurzem verstarb. Möglich, dass es genau diese Veränderung war, die dazu führte, dass er in Bezug auf sein Jüngerdasein etwas verändern wollte. Eine einzige Einschränkung macht er noch: Er will zuvor seinen Vater begraben, ehe er sein Leben radikal verändert. Jesus aber sagt: Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber folge mir nach. Diesen Jünger fordert Jesus also auf, sofort mit ihm zu kommen, nachdem er selbst – mit Einschränkung – zugesagt hat, mit ihm zu ziehen.

Hier sieht man einen deutlichen Unterschied zum Schriftgelehrten: Der kannte vielleicht die Lehren von Jesus, und war auch bereit, ihn als Lehrer anzunehmen, wie die Anrede „Meister“ zeigt. Doch in Bezug auf das Leben, das ihn erwartet, ist er offenkundig noch ahnungslos. Deshalb verwehrt Jesus ihm zwar nicht, ihm zu folgen, macht ihm aber deutlich, was die Konsequenzen sind.

Bei dem Jünger sieht das anders aus. Ihm muss offenbar nicht mehr gesagt werden, was ihn in der Zukunft an der Seite Jesu erwartet. Doch noch lässt er sich von seiner Ver-gangenheit bestimmen, statt voll und ganz auf Jesus zu setzen. Erst die Vergangenheit regeln – dann Jesus folgen. Doch Jesus sagt: Lass die Vergangenheit hinter dir. Folge mir nach.

Der Jünger wird sich bei seiner Familie nicht mehr sehen lassen können, wenn er seinen Vater unbestattet zurücklässt. Doch Jesus folgen kann eben auch heißen, Vertrautes endgültig hinter sich zu lassen. Der Jünger bekommt hier eine erste Ahnung davon, was es heißt, wenn Jesus sagt: „Der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlegen kann“.

Nach der Aufforderung „Folge du mir, und lass die Toten ihre Toten begraben“ ist die Ein-leitung zur Sturmstillung beendet, der Hauptteil, die Sturmstillung beginnt.

Sie wird eingeleitet mit den Worten: „Und Jesus stieg in das Boot und seine Jünger folgten ihm“. Es wird hier also direkt an V. 18 angeknüpft. Das Gespräch zwischen Jesus, Schriftgelehrtem und Jünger umfasst auf Textebene nur einen kurzen Moment zwischen dem Befehl Jesu, ans andere Ufer zu fahren und dem Beginn der Umsetzung des Planes. Nichts spricht dafür, dass sich die Szenerie zwischen V. 18 und 23 verändert hat. Man kann also davon ausgehen, dass die beteiligten Personen noch die gleichen sind wie zuvor. Das bedeutet: Auch der Jünger, dem Jesus aufgetragen hat, ihm nachzufolgen, ist noch dort. Ich werde ihn im weiteren Text Unbekannter Petrus nennen.

Es wird mit keiner Silbe gesagt, dass der Unbekannte Petrus der Aufforderung Jesu nicht gefolgt wäre. Wenn sich an anderen Stellen Menschen von Jesus abwenden, wird dies auch festgehalten. Das alles spricht dafür, dass auch der Unbekannte Petrus ins Boot gestiegen ist. Er hat seinen Vater tatsächlich zurückgelassen und ist damit der Aufforderung Jesu nachgekommen. Die Sicherheit seiner Familie hat er verlassen und ist genau das Risiko eingegangen, das in V. 20 beschrieben wird: Er wird nun das Los Jesu teilen, anders als Fuchs und Vogel keinen festen Rückzugsort zu haben. So eine Entscheidung trifft man nicht ohne sehr großes Vertrauen in Jesus. Er ist uns hier ein Beispiel für großes Vertrauen in Jesus und große Leidenschaft für Jesus. Hierin gleicht er Petrus, der auch alles hinter sich ließ und Jesus leidenschaftlich folgte.

Mitten auf dem See kommt es zum Sturm, das Boot läuft voll Wasser – und Jesus liegt im Boot und schläft. Er, der kurz vorher noch sagte, er hat keinen Ort, wo er sein Haupt niederlegen kann, hat sein Haupt niedergelegt. Doch der vorige Vergleich mit Vögeln und Füchsen zeigte ja schon: Es ging bei den Worten nicht darum, dass er nie zur Ruhe kommt, sondern darum, dass er auf Erden keinen Platz hat, an den er dauerhaft zurückkehrt.

Die Jünger erfasst bei dem Sturm Angst. Obgleich einige erfahrene Fischer unter ihnen sind, bekommen sie das Boot nicht unter Kontrolle. Sie wecken Jesus und rufen: Herr, hilf uns, wir gehen unter! Alle haben Angst –  alle werden von Jesus anschließend als „Kleingläubige“ bezeichnet. Einschließlich Unbekannter Petrus. Auch er, der doch kurz zuvor noch als so ein leidenschaftlicher Jünger gezeichnet wird, sich durch so großen Glauben ausgezeichnet hat, wird „Kleingläubiger“ genannt. An ihm, dem Unbekannten Petrus, dem Namenlosen, wird gezeigt, dass das Leben eines Jüngers immer zwischen diesen beiden Polen stattfindet – leidenschaftliche Risikobereitschaft einerseits, furchtvolles Verzagen andererseits. Später wird dieselbe Spannung ebenso deutlich an Petrus gezeigt werden. Doch zuerst wird sie an diesem namenlosen Jünger gezeigt, den ich deshalb Unbekannter Petrus nenne.

Die Jünger bitten Jesus um Hilfe, als sie das Boot nicht mehr unter Kontrolle bekommen. Der Unbekannte Petrus erfährt, kaum dass er mit dem Nachfolgen Ernst gemacht hat, was es bedeutet, bisherige Schutzräume zu verlassen. Es wird deutlich gemacht, dass Nachfolgen eben auch bedeuten kann, bisherige Schutzräume zu verlassen und dann unversehens in heftige Stürme zu geraten. In der Situation der Jünger auf dem Schiff wird erzählerisch ausgemalt, was vorher angekündigt wurde: Wer Jesus nachfolgt, ist nicht davor gefeit, in Stürme zu geraten. Einen Rückzugsort wie Fuchs und Vogel hat er nicht. Sein Rückzugsort ist Christus selbst, an den er sich wendet.

Die Antwort Jesu ist merkwürdig. Sie wecken ihn, zeigen doch gerade, dass sie ihm zutrauen, ihnen zu helfen – und er nennt sie kleingläubig. Vielleicht wird das etwas klarer, wenn man den Beginn des Kapitels liest. Geschildert wird die Heilung des Knechtes eines Hauptmannes. Der Hauptmann kommt zu Jesus, um ihn um Heilung für seinen Knecht zu bitten. Jesus will daraufhin das Haus des Hauptmannes aufsuchen, doch dieser glaubt fest daran, dass Jesus nicht selbst anwesend sein muss, sondern seinen Knecht durch ein Wort aus der Ferne heilen kann. Jesus ist beeindruckt vom Glauben dieses Mannes und heilt seinen Knecht.

Matthäus stellt hier zwei Situationen nebeneinander, in denen Jesus nach menschlichem Ermessen nichts für die Menschen tun kann – für den Knecht nicht, weil er noch nicht da ist, für die Jünger nicht, weil er ja schläft. Bei dem Hauptmann begegnet uns Vertrauen, das so grenzenlos ist, dass davon ausgegangen wird: Ein Wort Jesu genügt, selbst wenn er nicht vor Ort bei dem Kranken ist. Ganz anders im Boot: Wenn Jesus nicht wach, d. h. nicht ganz da ist, ist er machtlos und muss erst geweckt werden. Das könnte erklären, warum die Jünger hier als kleingläubig bezeichnet werden, obwohl sie ihm doch offenbar zutrauen, ihnen zu helfen.

Für den Unbekannten Petrus geht die Achterbahnfahrt in der Nachfolge weiter: Voller Leidenschaft ist er in die Nachfolge aufgebrochen, erfüllt von Vertrauen in Jesus, das ihm ermöglicht, alles hinter sich zu lassen. Doch auch dieser Jünger muss die Erfahrung machen, dass es im Glauben auf und ab geht, dass auf Zeiten größten Vertrauens auch Zeiten des Kleinglaubens folgen können.

Er macht jedoch auch die Erfahrung der Ansprache. Er spricht gemeinsam mit den anderen Jüngern Jesus an – und lässt sich von ihm ansprechen. Ganz ohne jedes Schön-reden stellt Jesus – auch wenn es eine Frage ist – den „Kleinglauben“ der Jünger fest. Das ist vermutlich keine schöne Erfahrung. Doch auf die Ansprache Jesu folgt der Beistand Jesu. Kommt es im Glaubensleben zu Zeiten der Angst, des Kleinglaubens, kann es uns wie dem Jünger gehen: Uns wird unser Kleinglaube auf den Kopf zugesagt – und der Beistand Jesu folgt auf dem Fuße. Eine ermutigende Aussicht, wie ich finde.

Theologie

Die Bibel – Menschen- oder Gotteswerk?

In den Kommentaren zum Kirchentagsartikel habe ich mit Christina über verschiedene Dinge diskutiert. Manche der Punkte, die wir ansprachen, sind es mir wert, se in eigenen Blogartikeln noch einmal genauer zu besprechen. Ich beziehe mich dabei auf diesen Kommentar von Christina und möchte mich in diesem Artikel auf die Frage beschränken, ob denn nun Gott oder Menschen die Bibel geschrieben haben und was daraus folgt. Doch zuerst einmal Christinas Fragestellung dazu:

Wenn ich z. B. deine Möglichkeit in Betracht ziehen würde, dann wüßte ich nicht, was ich von dem Geschriebenen eigentlich glauben sollte. Was davon ist Menschenwort (und damit fehlbar) und was davon evtl. Gotteswort (und damit unfehlbar). Ich müßte sogar befürchten, dass die Bibel evtl. sogar aus 100 % Menschenwort besteht und sie für mich sozusagen überhaupt gar nicht verbindlich ist. Denn wer will das feststellen können und vor allen Dingen wie? Etwa Menschen? Menschen sind doch alle fehlbar, hast du selbst geschrieben. Ist also gar nicht möglich. Ich kann dann also nicht davon ausgehen, dass sich Gott offenbart hat und ich wüßte auch überhaupt gar nichts über ihn. Also ich meinerseits hätte mit dieser Sichtweise der Bibel echt ein Problem.

Meine Sichtweise ist, daß die Bibel von Menschen geschrieben wurde, und als Menschenwerk zwangsläufig nicht perfekt sein kann. Darüber hinaus halte ich dafür, daß selbst eine perfekte Bibel von unperfekten Menschen nicht perfekt verstenden werden kann. Folglich ist jedes Bibelverständnis, auch das konservativste, buchstabengetreuste, feherhaft. Was immer wir aus der Bibel herauslesen ist nicht perfekt, sondern feherhaft, ganz unabhängig von unserem theologischen Hintergrund, ob wir liberal sind oder konservativ.

Ich höre aus Christinas Aussage die Angst heraus, etwas falsch machen zu können. Diese Gefahr besteht natürlich. Der Unterschied zwischen einer biblizistischen Auslegung, die von der Fehlerlosigkeit der Bibel ausgeht, und einer kritischeren Sichtweise wi der meinen, die mit Fehlern immer rechnen muß und dies auch tut, liegt meiner Meinung nach darin, daß die kritische Herangehensweise ehrlicher ist, und die eigene Sündenverfangenheit, also Fehleranfälligkeit, eher in Rechnung stellt.

Zu wie viel Prozent ist die Bibel nun Menschenwort? Ich meine, zu 100%. Und wie viel in der Bibel ist Wort Gottes? Ich würde sagen: 100%. Wie kann das gehen?

Nun, ich meine, man muß sich überlegen, was man in welcher Form erwartet. Wie soll das göttliche in der Bibel aussehen? Sollen es geschriebene Wörter sein? Tinte auf Pergament? Kann so etwas ewige Wahrheiten tragen? Ich meine nicht. Tinte auf Pergament, formulierte Worte, sind immer nur Formen, die Menschen etwas geben, das sie erfahren. Gedanken, Eindrücke, Einflüsse. Ein solcher Einfluß kann der Geist Gottes sein, und ist es meiner Meinung nach auch.

Die Bibel ist zu 100% Menschenwort, zu 100% das, was Menschen irgendwann einmal aufgechrieben und weitergegeben haben. Wir können nicht bei nur einem Wort wirklich nacheisen, daß es von Gott diktiert worden wäre. In welcher Sprache hätte das geschehen sollen? Sprachen gehören auch dem Bereich der Schöpfung an, und die Schöpfung ist gefallen.

Der menschliche Bibeltext atmet aber den Geist Gottes. Denn die Bibelautoren kannten Gott, jedenfalls schreiben sie so als ob. Sie drückten mit ihren menschlichen Worten ihre Erfahrungen mit Gott aus. Jedes fehleranfällige, unperfekte menschliche Wort, jeder Buchstabe, atmet Gottes Geist. Insofern ist die Bibel zu 100% göttlich. Aber man kann nicht einfach den Geist aus den Buchstaben herausholen. Der Geist weht, wo er will.

Ein „so steht geschrieben“ ist kein Argument, sonst hätte derjenige Satan, der Jesus in der Wüste versucht hat, Erfolg gehabt. Es sind nie einzelne Bibelworte, die den Geist Gottes einfangen könnten.

Was sollten wir also tun? Die Bibel wegwerfen? Wenn sie so unzuverlässig ist, wenn der Geist eh nur weht, wo er will, und wir aus der Bibel aus eigener Anstrengung keine Regeln ableiten können, die uns sagen, wie wir zu leben haben? Ich meine nicht! Dafür ist die Bibel zu kostbar. Sicher, vielleicht machen wir Fehler. Wir sind Sünder, natrlich tun wir das.

Doch wozu sollten wir Regeln aus der Bibel abeiten können? Damit wir uns an diese von uns selbst ausbaldoverten Regen halten, und die Bibel vielleicht nur noch zur Legitimation dieser Regeln heranziehen? Ich meine, es wäre vieleicht eine bessere Alternative, so wenig Regeln wie möglich aus der Bibel herauszuziehen, und dafür mer Bibel zu lesen. Denn wozu brauchen wir Regeln? Weil sie uns Sicherheit geben? Das tun Regeln gewisslich. Man kann sich an diese halten, und braucht keine Verantwortung darüber hinaus mehr zu übernehmen. Man kann immer sagen: Ich hab mich voll an die Regeln gehalten. Wenn was schief geht, sind die Regeln schuld. Und da die Regeln angeblich der Bibel entsprechen, ist die Bibel schuld. Und da die Bibel angeblich Gottes Wort oder Diktat ist, ist Gott schuld. So einfach ist das.

Ich gebe diese Sicherheit der Regeln lieber auf, naja, ich versuche es. Und zwar nicht, um tun zu können, was ich will, sondern um immer wieder neu mic von Gottes Geist berühren zu lassen. Ich brauche kei Regelwerk, um zu wissen, was Recht ist und was nicht. Mir reicht Gott, dem ich im Bibellesen begegnen kann, auch als sündiger Mensch, der einen fehlerhaften Text liest, der vielleicht sogar schlecht übersetzt ist. Gott vermag, auf krummen Linie gerade zu schreiben. Und Gott vermag, mich recht zu leiten, unabhängig von allen Regeln. Etwa, indem er als Geist durch den Bibeltext zu mir spricht. Diese Gottesrede, dieses Wort Gottes kann ich jedoch nicht selbst dem Buchstanben der Schrift entnehmen, sondern immer nur dankbar empfangen. Und zwar weil Gott so gnädig ist, mir etwas zu zeigen, und nicht, weil ich so fromm und bibelfest bin, daß ich die Wahrheit aus einer Schrift zu entnehmen meine, die ich als Gottes Wort bezeichne.

Es geht immer um das, was gemeint ist, nie im den Buchstaben. Deshalb will ich auch weiterhin die Bibel nach dem Geist zu verstehen suchen, und nicht nach dem Buchstaben. Denn der Buchstabe tötet.

Allgemein

Das System

Der Pranger ist ja wieder in Mode gekommen. Heute ist mir sowas auf Diaspora begegnet (auch hier). Im vorliegenden Fall wurde ein Rechtsanwalt namentlich benannt, der einen Arbeitgeber vor Gericht vertrat und durchsetzte, daß für Toilettendamen der Mindestlohn von Reinigungskräften nicht anzuwenden sei, weil sie eben keine Reinigungskraft sei. Deshalb kann der Arbeitgeber weiterhin nur 3,40 € pro Stunde zahlen.

Was mich und andere ärgerte, war, daß der Anwalt mit Namen bezeichnet und quasi an den Pranger gestellt wurde. Ich meine, er tat nur seinen Job. Und da ich immr noch davon überzeugt bin, daß wir in einem Rechtsstaat leben, sehe ich das Problem eher darin, daß es Gesetze gibt, die der Anwat nutzen konnte, als daß der Anwalt seine Kunst für ein derartiges moralisches Unrecht einsetzte.

Es kam zur Diskussion über das System. Und da gingen die Meinungen dann wirklich auseinander. Denn ich denke nicht, daß wir im Klassenkampf eine Lösung haben. Oder im solidarischen Druck ausüben auf „die da oben“ oder das „1%“.

Das hat mich auch schon bei der occupy Bewegung gestört: Ich sah keinen wirklichen Lösungsansätze, nur die Feststellung, daß das System schlecht ist. Für die Ursache hielt man die Gier (greed) der Führungsschichten.

Ich dachte damals und denke immer noch: Das ist zu kurz gegriffen. Denn was ist, wenn wir die Führungsschichten austauschen? Andere Menschen an den Positionen, meinetwegen auch andere Klassen, werden die gleiche Gier entwickeln. Es ist etwas zutiefst menschliches, vorsorgen zu wollen. Und das kann dann groteske Züge annehmen.

Setzt man bei der Gier an, oder irgend einem anderen Handeln oder einer Eigenschaft, läuft das Ganze fast zwangsläufig auf eine Hexenjagd raus. Die Ernte ist verfroren? Das muß ne Hexe gewesen sein. Die Volkswirtschaft geht in die Binsen. Dann waren es die jüdischen Bankiers. Und weil das heute nicht mehr Mehrheitsfähig ist, sucht man sich eien anderen Sündenbock.

Allen Ansätzen gleich ist es, daß ein Täter gesucht wird, der über Eigenschaften oder Handlungen bestimmt und dann verfolgt wird, auf daß die gerade drückende Not ein Ende finde. Ein Unterdrückungssystem soll dadurch abgeschafft werden, daß eine bestimmte Gruppe marginalisiert und Verfolgt wird, um Marginalisierung und Verfolgung abzuschaffen. Man denkt in Tätern und Opfern, will die Täter zu Opfern machen, wird darüber selbst zum Täter und ändert das System nicht wirklich, auch wenn man das Führungspersonal oder auch die Theorie ändert, mit der man Opfer- und Tätergruppen festlegt. So kommt man nie über das System hinweg, auch wenn man persönlich so vielleicht auf die Gewinnerstraße kommen kann.

Man fragt jedoch nie (oder zu selten) nach den Ursachen ungerechter Handlungen oder Eigenschaften wie Gier und dergeichen. Man überlegt nicht, ob man über diese Schiene vielleicht zu einer nachhaltigeren Lösung kommen kann.

Ich meine, daß hinter alledem die Angst der Menschen steht. Der Mensch will vorsorgen, und je ungewisser seine Zukunft ist, desto bedachter ist er darauf, sein zukünftiges Auskommen abzusichern. Und zwar je auf dem Lebensstandard, den er gewohnt ist. Und da mag dann auch eine oder mehrere Existenen auf dem Spiel stehen. Sobald der fragliche Akteur der Meinung ist, daß seine eigene Existenz zur Disposition steht (und je unsicherer die Zeiten sind, desto eher gilt es auch für ihn, selbst in höchsten Positionen), wird er sich in den eisten Fällen für die eigene Existenz entscheiden, und nicht für die er anderen.

Ich meine, man kann ihm daraus keinen Strick drehen. So würden alle, oder zumindest fast alle handeln. Man kann höchstens einen Vorwurf machen, daß derjenige das Maß aus den Augen verloren hat, daß er sich nicht zugetraut hat, auf einem niedrigeren Lohnniveau noch ein Auskommen finden zu können. Aber daß jemand sich selbst der Nächste ist, kann diesem nicht zum Vorwurf gemacht werden.

Damit haben wir dann aber den Schuldigen verloren, denn jeder von uns ist in irgendwelchen Zwängen gefangen. Auch der Chef eines Unternehmens ist seinen Aktionären verpflichtet. Und die wollen Rendite sehen. Keiner von uns würde Aktien von eiem Unternehmen kaufen, das nicht erfolgreich ist, nur um den Druck aus dem System zu nehmen.

Und so bin ich überzeugt, daß die Angst, sein Auskommen zu verlieren der Punkt ist, an dem wir ansetzen müssen, wenn wir das System ändern wollen. Nicht mehr nach Schuldigen suchen, die wir dann publikumswirksam entmachten (oder gar ermorden, man denke an Hexen und Juden) können, sondern das Problem in den Umständen verorten.

Man kennt ja aus christlichen Kreisen den Spruch: Liebe den Sünder, hasse die Sünde. Das geht in die gleiche Richtung: Keine Sündenböcke suchen, sondern alle als Opfer des Systems verstehen. Und das System ist dann wohl die menschliche Natur, die einen dazu bringt, vorzusorgen, und damit die Angst einbringt, daß es nicht reichen könnte. Noch eine kleine Anmerkung aus christicher Richtung: Dieses Angstsystem ist es meiner Meinung nach, was als Sünde bezeichnet wird. Aber damit genug mit den christlichen Begriffen.

Der Ausweg würde da liegen, wo die Angst genommen wird. Wenn die Menschen die Überzeugung gewinnen, daß für ihr Auskommen gesorgt ist, werden sie auch eher Abstand davon nehmen, andere in Not zu bringen. Was hätten sie davon? Außer einem schlechten Gewissen?

Bricht man die Angst, bricht man das System. Das wird nicht zu 100% gelingen, denn Angst kann je nach individuellen Lebensumständen immer wieder auftreten (Jesus sollte mit Seiner Auferstehung ja auch alle Angst beseitigt haben, so aß für Christen das System schon gebrochen ist, aber wir wissen alle, daß es nicht so ist). Aber man dürfte eine deutliche Verbesserung erzielen können. Leider gibt es dabei kein wirkliches Feindbild, was die Popularisierung dieses Konzepts erschweren dürfte.

Wie man die Angst abschwächt? Ich habe zwei Denkansätze, wobei ich leider nicht das Fachwissen habe, das Ganze komplett zu durchdenken. Der erste wäre das bedingungslose Grundeinkommen. Damit sollten jedem die grundsätzlichen Existenzängste genommen werden. Also Überleben sollte drin sein. Daneben bin ich aber auch für ein maximales Höchsteinkommen (Siehe hier. In dem Artikel hab ich auch andere Artikel verlinkt, die ich zum Thema geschrieben habe). Das aus dem Grund, um die Fallhöhe zum Minimaleinkommen zu begrenzen, damit der fünffache Yachtbesitzer nicht den Eindruck kriegt, er falle ins Nichts, wenn er ins BGE fällt. Auch das kann IMHO Ängste nehmen.

Ob dies nun die Antwort ist, kann ich nicht sagen. Es ist ein Denkangebot. Was aber die Ursachenanalyse angeht bin ich mir etwas sicherer. Jedenfalls sehe ich keine Lösung darin, weiterhin nach Sündenböcken zu suchen, denn ich denke, daß wir alle Dreck am Stecken haben und die Protagonisten des Systems frei austauschbar sind, ohne daß sich Grudsätzliches ändert.

Zum Schluß: Bei Diaspora ergab sich übrigens eine fruchtbare Diskussion zum Thema, der Autor des Prangerbeitrags hat geschrieben, er wird das Ganze nochmal durchdenken. Schön, wenn sich bei Internetdiskussionen die Fronten nicht verhärten.

Das Wort zum Tag

Tageslosung für Dienstag, 14.2.2012 (Dtn 4, 10)

Versammle mir das Volk, dass sie meine Worte hören und so mich fürchten lernen alle Tage ihres Lebens auf Erden und ihre Kinder lehren.

Auf den ersten Blick wirkt diese Losung sehr erschreckend. Gott fürchten wird schnell als „Angst vor Gott haben“ verstanden – was kein gutes Licht auf die Beziehung zwischen Gott und Mensch wirft. Doch die Rede ist hier nicht von dem „Grundgefühl Angst“, sondern von etwas, das mit dem Verstand erschlossen werden kann, wie die Forderung zeigt, die Furcht zu lernen. Es soll gelernt werden, Gott zu fürchten, d.h. Gottesfurcht soll erlernt werden. Die Gottesfurcht meint das Wissen um die Größe und Verehrungswürdigkeit Gottes, seines Ganz-anders-seins. Bei aller Nähe Gottes, die er ermöglicht, muss uns sein Ganz-anders-sein bewusst bleiben. Denn dann erleben wir die Nähe Gottes nicht als etwas selbstverständliches, dem gegenüber wir irgendwann gleichgültig werden, sondern als Geschenk, über das wir uns Tag für Tag freuen können. So kann uns die Losung mit ihrer Erinnerung an die Gottesfurcht nicht zur Quelle der Angst, sondern der täglichen Erinnerung an die Freude über die Nähe Gottes werden.