Theologie

Neue Medien?

Mir ist grad ne Frage gekommen, auf die ich so schnell keine Antwort weiß: Wir alle kennen ja Fernsehgottesdienste, und den meisten von uns dürfte auch bekannt sein, daß es schon seit ner Weile auch Experimente zu Internetgottesdiensten, Andachten, Gebetstreffen usf. gibt.

Aber irgendwie kam es mir bisher noch nicht unter, daß jemand über Telefongottesdienste raisoniert hätte. Oder Faxgottesdienste. Klar, ist immer nur ne Verbindung zwischen zwei Leuten, also keine Gruppe, aber es gibt ja seit Jahren auch schon die Möglichkeit der Telefonkonferenz. Und wie ist das eigentlich beim Amateurfunk (sagt’s mir, ich weiß es echt nicht).

Liegt es an den Kosten (Flatrates gibt es ja so lange nun auch nicht), oder liegt es daran, daß wir uns das nicht vorstellen können? Wenn ja, wieso nicht? Und kommen wir so vielleicht auch darauf, inwiefern das gemeinsame Gottesdienstfeiern durch die einzelnen Medientypen eingeschränkt werden, also welche Einschränkung welchem Medium inhärent ist?

Beim Telefon gibt es ja zumindest die Telefonseelsorge…

Was meint Ihr? Sagt es mir.

Glaube

Singet dem Herrn!

Bei „Christliche Perlen“ hab ich nen kurzen Artikel mit Video zum Lied „Amazing Grace“ gesehen. Im Artikel gab es auch einen Link zum Liedtext auf wikipedia. Den hab ich mir durchgelesen, und blieb bei der tophe aus Onkel Tom’s Hütte hängen:

When we’ve been there ten thousand years,
Bright shining as the sun,
We’ve no less days to sing God’s praise
Than when we’d first begun.

Wenn wir zehntausend Jahre dort gewesen,
Hell scheinend wie die Sonne,
Haben wir keinen Tag weniger Gottes Lob zu singen,
Als da wir angefangen haben.

Ich mußte mich daran erinnern, öfters mal von Leuten gehört zu haben, die Aussicht, daß man im Himmel immer nur die liebe lange Zeit Gott loben müsse, erscheine ihnen mehr als Hölle. Wirklich himmlisch wäre der Himmel nur dann, wenn man auch die Freiheit hätte, seine Zeit dort nach eigenem Gutdünken zu genießen.

Eine Verpflichtung zum ewigen Lobgesang allerdings entspricht dem nicht. Man stelle sich vor: Die ersten paar Minuten geht es noch. Irgendwann wird es anstrengend, der Hals fängt an, weh zu tun, man wird müde, doch man muß immer weiter und weiter singen…

Aus der oben zitierten Strophe schwingt eine andere Einschätzung der Situation mit: Derjenige, der das dichtete freut sich, daß er immer weiter lobsingen kann und daß die Zeit nicht weniger wird, egal wie lange man schon dabei ist.

Für Menschen wie mich, die gerne singen, ist das sofort einleuchtend. Aber wer singt heute denn schon noch gerne, außer vielleicht die Fanchöre in den Bundesligastadien? Die würden wohl wenn sie körperlich dazu in der Lage wären, auch ewig weitersingen. Und wir kriegen ja im Himmel nen neuen Körper, heißt es…

Vielleicht muß man sich auch einfach vom Bild des Singens lösen: Man kann ebenso das eigene Hobby einsetzen. Beim Gesang wird natürlich noch der Aspekt des Gotteslobes betont, „Highway to Hell“ wird da wohl weniger gesungen…

Also ewiges Briefmarkensammlen? Fußballspielen? Amateurfunken? Es erscheint irrwitzig, diese Dinge zur Ehre Gottes tun zu wollen, doch hat nicht Luther darauf hingewiesen, daß man alles zur Ehre Gottes tun könne? Ich glaube, da ist etwas dran, denn man kann „Großer Gott“ sicherlich auch singen, ganz ohne dabei an Gott zu denken oder den Zwecke eines Lobes zu verfolgen. Wie kommen wir eigentlich darauf, daß Gott Gesänge lieber mag als Briefmarkensammlerei? Oder Fußball?

Vielleicht sollten wir unser Gottesbild hier ein wenig korrigieren. Und uns drauf freuen, in Himmel dann in einem fort das zu tun, was wir hier unten auch am liebsten tun. Zur Ehre Gottes.

Und wenn wir hier Gott damit ehren, haben wir schon ein Stück Himmel auf Erden.