Gesellschaft

Diskriminierung

Ein Viertel der Jugendlichen ausländischer Herkunft hat in Schule und am Arbeitsplatz schon Diskriminierung erfahren, so zu lesen bei evangelisch.de.

Mich wundert dabei eher, daß es nur so wenige sind. Ich vermute, die Dunkelziffer ist ein gutes Stück höher.

Auch als Fall von Diskriminierung kann man das Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen verstehen. Auch hierzu gibt es einen Artikel bei evangelisch.de.

Da geht es um das Kopftuchverbot in Niedersachsen. Dort ist es einer muslimischen Lehrerin gestattet, ein Kopftuch zu tragen, aber sie muß es im Lehrerzimmer, auf dem Weg zum Klassenzimmer und auf dem Schulhof ablegen. Tragen ist erlaubt beim islamischen Religonsunterricht, aber nicht beim zweiten Fach. Muslimische Lehrerinnen, die Kopftuch tragen wollen, werden also zu einem ständigen Tuch auf – Tuch ab genötigt, und das IMHO ohne jeden vernünftigen Grund. Statt dessen wird immer wieder darüber schwadroniert, daß das Kopftuch Symbol einer unterdrückenden Kultur wäre und daß es das falsche Zeichen wäre, sowas an unseren Schulen auch noch zuzulassen, und damit quasi diese (angebliche) Unterdrückung gutzuheißen.

Alles Quatsch, wenn Ihr mich fragt. Ich habe schon einige Frauen mit Kopftuch getroffen, die durchaus sehr selbstbestimmt durchs Leben gingen, und eben Kopftuch trugen, weil sie als Muslima das Bedürfnis danach hatten. Daß das Kopftuch vom Koran nicht gefordert wird, spielt dabei keine Rolle. Konfirmation und Firmung wird von der Bibel auch nicht gefordert, trotzdem lassen sich tausende christliche Jugendliche jedes Jahr konfirmieren oder firmen. Man sollte es schon den Anhängern der jeweiligen Religion überlassen, was zu der fraglichn Religion dazu gehört oder was nicht. Oder welcher Christ würde sich von einem Muslim sagen lassen, er müsse Purim feiern, weil das in der Bibel steht?

Im Gegensatz bin ich der Meinung, daß muslimische Lehrerinnen mit Kopftuch sogar Symbol für ein modernes Verständnis der Rolle der Frau stehen können. So wird nämlich signalisiert: Auch als gläubige Muslima kann man studieren (ich sah viele „Kopftuchmädchen“ an der Uni) und sein eigene Geld verdienen. Man muß nicht zu Hause bleiben, den Mann heiraten, den die Eltern schon in Kindertagen ausgesucht hatten und sich dann auf Haushalt und Kinderkriegen beschränken. Solche Frauen könnten zu Vorbildern für einen moderneren Islam werden. Zusammen mit einem vom Staat beaufsichtigten Religionsunterricht an den Schulen (und nicht in irgenwelchen Hinterhöfen durch fragliche Lehrpersonen) könnte so ein riesiger Schritt Richtung Integration unternommen werden. Denn Assimilation wird es nicht geben (zumindest nicht, so lange wir ein Rechtsstaat) und so wie es jetzt aussieht, fördern wir eher die Parallelgesellschaften, als daß wir sie unterbinden.

Erfrischend finde ich dabei, daß die im Artikel genannte muslimische Lehrerin an einer katholischen (sic!) Schule mit dem Kopftuch überhaupt kein Problem hat. Wenn die Katholiken (die ja angeblich so engstirnig sein sollen) so freigeistig sein können, dann sollte der Staat (der ja angeblich so liberal ist) und die Gesellschaft (die ja angeblich so offen ist) das auch können.

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