Netzfunde

Netzfunde vom Mittwoch, dem 17. April 2013

Hallo allerseits. Heute gibt es mal wieder Netzfunde. Habt Ihr Euch auch manchmal gefragt, was der Code, der auf Bildern bei Zeitungsartikeln über Hacker eigentlich so bedeutet. Es gab wohl öfters immer wieder das gleiche Bild mit dem gleichen Bildschirm mit dem gleichen Quellcode drauf. Die Geschichte dazu findet Ihr hier.

Netzpolitik hat wohl nach Spenden gefragt. Und Antworten bekommen. Davon gibt’s jetzt ne Best Of zu lesen.

A propos wirre Ansichten. Was so alles gaga ist, erfahren wir bei „Die Wahrheit über die Wahrheit“.

Lynn schreibt über slut-shaming im purity movement. Also quasi Schlampenbeschämung in der Reinheitsbewegung. Es geht darum, daß in gewissen christlichen Kreisen propagiert wird, erst nach der Eheschließung Sex zu haben. Um dieses Ideal bei ihren Anhängern durchzusetzen (und wohl auch zur Selbstvergewisserung?) werden alle, die dem Ideal nicht entsprechen, niedergemacht (beschämt – wobei der Ausdruck doch sehr brav anmutet wenn man bedenkt, was da geschieht). Lynn kann das alles viel besser erklären…

Ach ja, Church Sign Fails gibt’s auch wieder.

Daß Senioren gerne Technik wollen, und zwar auch in der Kirche, und das auch ganz natürlich finden, kann man bei Heiko Kuschel lesen.

Thematisch paßt dazu der Artikel bei Haltungsturnen, nach dem Facebook ein alte Leute Medium ist.

Da wir grad bei Serien waren: Es gibt auch ne neue Ausgabe Religion im Web.

Lana schreibt darüber, wie ihr eigentlich calvinistisch-fundamentalistischer Jugendglaube eigentlich und an sich ein Deismus war. Interessant finde ich das vor dem Hintergrund, daß von Seiten der „Neuen Atheisten“ ja oftmals scharf unterschieden wird zwischen Deisten (die waren gar nicht soo schlimm, weil ja auch einige Aufklärer Deisten waren) und „echten“ Religiösen (womit sie Fundamentalisten meinen, wer nicht fundamentalistisch ist und trotzdem glaubt ist Wischi-Waschi Christ und nicht ernst zu nehmen). Wenn jetzt Deisten und Fundamentalisten sich näher stehen als gedacht, müssen die Atheisten jetzt die Deisten auch ablehnen (und damit vielleicht auch diese ganzen Aufklärungsgedanken, die sie sonst so hochhalten, wenn auch vielleicht mehr im Wort als in der Tat), oder müssen sie ihre scharfe Ablehnung des Funamentalismus relativieren (und sich vielleicht ma diese Wischi-Waschi Christen besser vorknöpfen, diese Häretiker ;))?

Von Lana hätte ich noch nen Artikel anzubieten: Und zwar geht es darum, wie ihre Eltern über den Heimunterricht zum Fundamentalismus kamen.  Für diejenigen, die hierzulade für die Legalisierung des Heimunterrichts werben sicher eine veritable Quelle, um aus den Problemen dort zu lernen und Systeme zu propagieren, die dem entgegenwirken.

Zum Thema Fundamentalismus paßt vielleicht auch der neuste Artikel von Michael Blume. Darin geht es um gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, und wieso Menschen sich gegen „Gutmenschen“ und deren „political correctness“ sowie „Zigeuner“ oder sonstige Gruppen positionieren. Davon kommen wir alle wohl nicht ganz los. Umso wichtiger ist es IMHO, das zu reflektieren.

Wenn es beim Herrn Alipius um „political correctness“ geht, dann sehe ich da keine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit am Werk. Oder doch? Liegt meine Zustimmung zur Ablehnung der „political correctness“ wie sie hier erfahren wird, nämlich als Keule gegen konservativer denkende (und Handelnde) Menschen? Ich hab mich über die Abschaffung der Neger bei Pipi Langstrumpf auch geärgert. Andererseits ist es manchmal vielleicht nötig, Unterschiede „hochzujazzen“, weil sie mit bestimmten Sensibilitäten zusammenhängen. Alle einfach nur gleich zu behandeln, halte ich für falsch, wie ich schonmal geschrieben hatte. Allerdings würde ich auch lieber von gutem Benehmen sprechen, statt von political correctness. Selbst auf die Gefahr hin, daß einige unter „gutem Benehmen“ in Anschluß an frühere Zeiten vor allem Oberflächlichkeiten verstehen, wie Ellenbogen vom Tisch und so weiter. Aber vielleicht seh ich hier auch Probleme, wo gar keine sind.

Ein recht interessantes Projekt ist bei katholisch.de beschrieben (via). Da hat sich jemand die Mühe gemacht, Wortwolken aus den Büchern der Bibel zu erstellen. Das Ergebnis macht nen interessanten Eindruck und ich überleg mir echt, das Buch dazu zu kaufen. Achja, ne eigene Internetseite zu dem Projekt gibt es auch schon.

Eric Djebe ist bei seinem Basisdiskurs Religion bei Artikel 36 angelangt. Es geht um Quantenphysik, Wissenschaftlichkeit, Stochastik, Chaostheorie, und wie das alles mit dem Glauben zusammenhängt. Schwer zusammenzufassen, aber lest selbst.

Über die wahre Bedeutung des Apokalyptischen werden wir bei Biblische Ausbildung aufgeklärt.

Und bei Fire and Rain geht es um die „Homo-Ehe“.

Gesellschaft

Marktlücke

Wenn ich irgendwas mit Elektro gelernt hätte hätt ich spätestens heute eine Geschäftsidee und morgen wär ich reich. Es sind ja immer wieder Menschen auf der Suche nach der Marktlücke, die sie reich macht. Ich hab sie gefunden, mir fehlt jedoch das Fachwissen, dat Janze umzusetzen, und Zeit hab ich dafür leider auch nicht, weil ich hab wichtigeres zu tun (sprich: Ich hab kein großes Interesse an ner Karriere im Firmenbereich, ich will Pfarrer werden).

Meine Großeltern sind ja alt, über 80, und trotzdem wollen sie, gerade jetzt in der Weihnachtszeit, auch mal Musik hören. Und die liegt nicht nur auf Musik Kassetten (die älteren Leser erinnern sich: Bandsalat und so), sondern auch auf CDs vor. Nur gibt es da ein Problem: Aktuelle Abspielgeräte sind kaum Seniorentauglich. Das geht damit los, daß sie die Symbole nicht verstehen. Daß ein Dreieck „Abspielen“ bedeutet und ein Quadrat „Stop“ erschließt sich der Generation über 80 nicht zwangsläufig. Und wenn nur um Weihnachten rum überhaupt die Geräte bedient werden, merkt man sich das auch icht so leicht.

Alternativ gibt es ja auch manchmal noch Beschriftungen. Auf Englisch! Na super, wo nicht mal alle der Kindergeneration meiner Großeltern ausreichende Englischkenntnisse haben. „Play“ und „Rewind“ sind nicht viel verständlicher als geometrische Formen.

Irgendwann in den 90ern war es glaub ich, da hat mal wer behauptet, der Markt würde alles regulieren. Ich frag mich ja, ob es derselbe Markt ist, der heute alles mögliche fordert und sofort bekommt. Der Markt kommt mir manchmal wie ein verzogenes Einelkind vor, aber ich schweife ab.

Auf der Suche nach adäquaten Geräten stieß ich auf noch viel mehr Probleme. Hörgeschädigte mit Problemen was Kopfhörer angeht (Ohrstöpsel und Hörgrät zusammen – da ist das Ohr wohl doch zu klein). Und auch andere Menschen haben spezielle Bedürfnisse. Und ich frag mich, wieso niemand diese Marktlücke schließt. Alte Menschen sollen vergeichsweise noch recht viel Geld zu haben. Normal sollten die Elektrokonzerne doch schon darauf geiern, die Gelder abzugreifen. Das geht nicht nur über Produkte, die die Großeltern den Enkeln zu Weichnachten schenken können, das geht auch mit Produkten FÜR genau diese Senioren.

Ist es denn so schwer, ein Gerät herzustellen, das Kassetten, CDs und Radio abspielt und von der Bedienung her ähnlich aufgebaut ist wie ein Röhrenradio? Einrastbare Knöpfe, wieso nicht auch für CD Spieler. Ist zwar nicht gängig, aber in der Zeit von 3D Kinos und Marsmissionen soll mir keiner sagen, das wär nicht machbar! Große Knöpfe mit deutschen Beschreibungen, damit die Generation, die nur deutsch versteht, besser damit klar kommt. Im Zweifel auch farblich unterschiedliche Knöpfe. Wieso nicht, auch wenn Farbenblinde vielleicht nicht davon profitieren würden?

Ich vermute mal, all diese Anforderungen wären relativ leicht umzusetzen. Und sie würden einen bisher noch unbedienten Markt erschließen. Das Geld liegt auf der Straße, aber irgendwie will sich keiner bücken und es aufheben.

Fall jemand von Euch schonmal ein solches Gerät gesehen haben solte, also eins das auch für die Generation 80+ zu bedienen ist, bitte ich um einen Link.