Allgemein

Liedblätter et al.

Es geht tatsächlich einfacher. Damit hat sich der Artikel quasi erledigt.

Wahrscheinlich geht das auch einfacher, aber ich mach’s so bis ich ne bessere Lösung finde.

Ihr kennt doch alle die Liedblätter oder Ablaufblätter, die es bei festlichen Gottesdiensten oft gibt. Also an hohen Feiertagen, Trauungen, Konfirmation etc, wenn es sein kann, daß entweder viele Menschen in der Kirche sind, die sich recht selten dort hin verirren, oder die Liturgie oder die Lieder vom üblichen abweichen.

Bei meiner eigenen Hochzeit hab ich das noch so gemacht, daß ich in LibreOffice jede Seite für sich geschrieben hab und dann das Ganze per Copy und Paste in eine neue Datei gepackt habe, in der die A4 Seite quer war mit zwei Spalten, und zwar so sortiert, wie alles ausgedruckt werden sollte.

Ich mußte mir vorher also genau überlegen, was wohin kommt, wie das Ganze aus dem Drucker rauskommt etc.

Ich habe es gehaßt. So richtig! Vor allem schnell noch etwas einfügen war so leicht nicht möglich. Es war schlicht umständlich und unflexibel.

Also hab ich was getan, und das Resultat seht Ihr hier. Hier gibts übrigens den Quellcode.

Mit dieser kleinen Webapp kann ich jetzt die Liedblätter etc. einfach mit normalen Einstellungen (A4, hochkant) schreiben und speichern. Ich kann ohne mir groß einen Kopf um die Druckreihenfolge zu machen, schnell noch was ändern.

Und wenn ich so weit bin, geh ich in die Druckeinstellungen, wähle „2 Seiten pro Blatt“ und beim Duplexdruck das Heften an der kurzen Seite.

Darstellung Druckdialog, Reiter "Seitenlayout"
In LibreOffice findet sich unter dem Reiter „Seitenlayout“ im Druckdialog die Einstellung, wie viele Seiten pro Blatt benötigt werden. Wir wollen zwei „von links nach rechts“
Darstellung Druckdialog, Reiter "Allgemein", Hinweis auf Button "Eigenschaften"
Die Duplex-Einstellungen finden sich unter „Eigenschaften“ im Reiter „Allgemein“ des Druckdialogs.
Dialog Druckereigenschaften, Hinweis auf Option "Duplex"
Wir wollen den kurzen Rand, da sonst die Rückseite falsch herum gedruckt wird.

Was ich nun noch brauche, ist die Druckreihenfolge, in der die einzelnen Seiten gedruckt werden sollen. Hier kommt die Webapp ins Spiel:

Einfach oben die Gesamtseitenzahl eingeben und im unteren Textfeld kommt die Reihenfolge der Seiten heraus, die per Copy & Paste in den Druckdialog übernommen werden kann.

Außerdem kriege ich noch einen Hinweis, wie viele Leerseiten noch eingefügt werden müssen, denn wir brauchen ja als Seitenzahl ein Vielfaches von vier (pro A4 Seite zwei Seiten hinten und vorne).

Darstellung der Webapp mit Beispielwerten
Die Beispiel Broschüre hat 7 Seiten, ich brauche also noch irgendwo eine Leerseite, damit es aufgeht. Die Druckreihenfolge kann ich mit einem Klick in die Zwischenablage kopieren.
Darstellung Druckdialog, Reiter "Allgemein", Hinweis auf Dialogfeld zur Eingabe der zu druckenden Seiten
Per Copy & Paste einfach die Seitenreihenfolge einfügen und ausdrucken.

Was noch nicht geht (darauf brachte mich das Schreiben dieses Artikels), ist die Einstellung für Drucker, die nicht Duplex-fähig sind. Das wird dann wohl der nächste Schritt sein.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde von Donnerstag, dem 4. Oktober 2012

Es sind wieder viele Artikel erschienen in den letzten Tagen, und einige davon möchte ich wieder mit Euch teilen:

Da wär zum Beispiel der Artikel vom „nicht überfrom, nicht allzu weise“ Blog über sittengefährdendes Verhalten. Ich weiß nun, daß sich das sowohl auf Reisen ohne Ehemann nach Saudi Arabien als auch auf Reisen ohne Ehefrau nach Jamaika (Thailand wohl auch, wurde aber nicht genannt) beziehen kann. Und daß man den Unterschied ohne ausreichend Kaffee vielleicht gar nicht mitkriegt. Bleibt nur die Frage: Wenn in Saudi Arabien Frauen diskriminiert werden, wenn sie nicht ohne Mann reisen dürfen, werden dann in westlichen Ländern Männer diskriminiert, wenn sie als Schutz gegen Sexskandale nicht mehr alleine reisen dürfen? Und regen wir uns darüber ebenso auf, wie über die Saudischen Behörden? Nebenbei: Es muß ja eine nicht geringe Zahl an muslimischen Frauen gegeben haben, die sich alleine auf die Hadsch machten. Paßt irgendwie nicht ganz zu dem Vorurteil, daß muslimische Frauen eingesperrt und unselbständig gehalten würden etc.

Zum Thema Papyrus Fragment zu Jesu Frau hat Stephan Witeschek von der Kath. Theol. Fakultät der Uni München bei lectio brevior ein paar Argumente beleuchtet, die für eine Fälschung sprechen.

Ein anderer katholischer Theologe, Bernhard Lang, hat in der NZZ derweil die These wiederholt, nach der der Lieblingsjünger des Johannesevangeliums Maria Magdalena, die „Gefährtin“ (also nicht verheiratet) gewesen sei (via). Ich wundere mich beim besprochenen Johannesevangelium bzw der Episode am Kreuz, auf die sich Lang bezieht, wieso die Mutter Jesu eine Schwester mit Namen Maria hatte. Zwei Schwestern mit dem gleichen Namen?

Der Herr Alipius macht sich Gedanken zur Gefährlichkeit des Internets. Während ich ihm zustimme, daß es durchaus bedenklich ist, wenn Behauptungen und unkritisches Übernehmen von Vorurteilen etc keinen guten Einfluß auf die Gesellschaft haben können, denke ich jedoch nicht, daß „das Internet“ ursächlich Schuld daran ist, sondern wahrscheinlich nur der „Ort“, an dem wir die gesellschaftliche Entwicklung in ihren negativeren Auswirkungen zeitweise relativ ungefiltert vor Augen geführt bekommt.

Aber Bildung tut not, echt jetzt, und damit komme ich zum Artikel von Alex über das hessische Bildungsprogramm und die dortigen Piraten. Das Busgespräch am Ende des Artikels zeigt deutlich, wie nötig Bildung ist.

Nochmal zum Herrn Alipius: Der hat auch noch was geschrieben zum Kirchensteuerurteil mit durchaus kritischen Anteilen. Mir kommt es so vor, als ob auch innerhalb der Landeskirchen die Kirchensteuer aus verschiedenen Gründen immer kritischer gesehen wird. Ein Aspekt, den ich kritisch sehe, ist zum Beispiel die Auslieferung an den Staat. Die Kirchen wissen selbst nicht, wer ihre Mitglieder sind, sondern bekommen das vom Staat gemeldet, mit Verspätungen. Außerdem kommen auch Fehler vor, so daß Ausgetretene auf einmal nachweisen müssen, wirklich ausgetreten zu sein. Darunter leidet das Image der Kirche, auch wenn der Fehler beim Staat lag, denn wie gesagt: Die Kirche weiß nicht, wer dazu gehört. Vielleicht wird es Zeit, darüber nachzudenken, welche Form der Finanzierung für katholische und evangelische Kirchen eine Alternative wäre. Die Überlegungen von berlinjc, so redlich sie auch sein mögen, bieten IMHO noch keine Lösung, aber können womöglich Richtungen andeuten, in die man denken kann. Eine interessante Frage dürfte sein, ob man das Geld hat und überlegt, was man damit anstellt, oder ob man ein (oder mehrere) Projekt(e) hat und zusieht, woher man das Geld dafür nimmt, oder besser gesagt: Wie man es umsetzt. Dann könnten auch die handwerklichen Leistungen „verrechnet“ werden, die Gemeindeglieder einbringen könnten.

Auf dem Uckerlandkirchenblog ist nachzulesen, inwiefern facebook doch ganz gut von Nutzen sein kann für die Kirche, wenn man ein wenig flexibel ist und darüber nachdenkt, was wo gebraucht werden könnte – vernetzt denken eben (via).

Als ich „Taufen per skype“ las, war ich doch etwas überrascht, was da im Uckerland läuft. Es geht aber „nur“ um die Taufgespräche. Eine Problematik, an die ich noch wenig gedacht habe. In Brandenburg – und auch sonst in Ostdeutschland – gibt es riesige Gebiete, die von nur einem Pfarrer versorgt werden. Da sind Treffen zu Kasualgesprächen schon schwierig zu managen. Wenn dann ein Partner kirchlich nicht gebunden ist, will man es diesem auch nicht so umständlich machen. Da sind Kasualgespräche per skype (oder anderer Alternativen? Wieso nicht Chat?) sicher eine Möglichkeit, falls die Leitung stark genug ist.

Beim Hellbound Blog geht es um das Lamb of God Lied „Walk with me in hell“. Ich finde den Gedanken sehr denkenswert, daß der Himmel leer sein müßte, wenn es eine Hölle gäbe, weil Jesus und all die Heiligen nichts dringenderes zu tun hätten, als den armen Verdammten Erleichterung zu verschaffen, ihnen beizustehen in der Höllenqual.

Ebenfalls bei den Jungs von Hellbound aufm Blog findet man ein Zitat von Erzbischof Lazar Puhalo bezüglich Glauben und Furcht. Und bei dem, was er sagt, kann ich ihm nur zustimmen.

In New York gab es wohl in der U-Bahn ziemlich üble Plakate, die dazu aufriefen, im Kampf zwischen zivilisierten Menschen und „Wilden“ Israel zu unterstützen und den Dschihad, also die religiöse Anstrengung im Islam, zu vernichten. Klar, man will hier mit dem Wörtchen Dschihad, das immer als Krieg gegen alles Ungläubige aufgefasst wird, und Krieg ist böse, da stimmen alle zu, Diskriminierung der Muslime möglich machen. Denn ebenso klar ist, jeder weiß, wer gemeint ist mit „Wilder“: Der Muslim, also alle Muslime. Um dies nicht für Hetze zu halten, muß man schon recht abgestumpft sein. Aber dnn gibt es noch diejenigen, die angegriffen werden, weil sie an der Anzeigenkampagne Kritik äußern. Alles zu lesen bei Sojourners.

Ebenfalls bei Sojourners nachlesen kann man, wie man Naziaufmärsche so richtig vereiteln kann. Allerdings habe ich Zweifel, daß die Antifa hierzulande über genügend Humor verfügt, das umzusetzen.

Nochmals Sojourners, und diesmal geht es darum, wie man (römisch-) katholisch sein kann, und zwar überzeugter Katholik, und trotzdem anderer Ansicht als die Kirchenführung. Hört sich einerseits sehr nach den Leuten vom Dialogprozess an, und auf der anderen Seite erfrischend anders. Und irgendwie reizt es mich jetzt auch, mit ner Nonne  nen Roadtrip zu machen.

Mandy hatte über Dirk Bachs Tod geschrieben und ziemlich üble Mails erhalten, worüber sie wiederum schrieb. Ich frage mich, inwieweit ein Christ es noch für christlich halten kann, derartige Haßmails zu schreiben, wie sie erhielt. Von Liebesgebot keine Spur! Und auch mich befällt da so ein Abgrenzungswunsch. Nich von „der Welt“, sondern von solchen homophoben Spinnern. Und dann denke ich wieder an das Zitat vom Erzbischof Puhalo, und wie Recht er doch hat…

Bei God didn’t say that geht es dann ganz passend um die entsprechenden Stellen zur Homosexualität im AT. Die Deutung, daß hier tatsächlich homosexueller Sex verboten wird, kann man teilen, muß man aber nicht. Ich habe schon zweifel, was das „Liegen mit einem Mann“ angeht, weil sonst für Sex eher „erkennen“ benutzt wird. Wichtig finde ich aber die Frage, was man mit solchen Aussagen anfängt, gegen Ende des Artikels. Denn Schweinefleischverbot und dergleichen belastet uns überhaupt nicht, während es beim Thema Homosexualität immer noch große Kontroversen gibt.

Nochmal Mandy, nochmal im Doppelpack. Sie hat nämlich auch geschrieben über Gebete, und darüber, daß sie oft unbeantwortet bleiben. Lesenswert.

So, jetzt hab ich zwar noch jede Menge Artikel, die ich gerne verlinken würde, es wird mir aber einfach zu viel. Also: Pech gehabt. Nächstes Mal vielleicht wieder.

kirche

Die Weiheämter und der Landesbischof

Bee fordert eine Entschuldigung. Da geht es noch m Alois Glück, das ist ne innerkatholische Geschichte, und das sollen sie unter sich klären.

Hängen blieb ich an folgender Aussage:

Schön finde ich auch, dass uns ein Landesbischof zu guter Letzt noch darüber belehren muss, dass es unbiblisch ist, wenn Frauen der Zugang zu Weiheämtern verweigert wird.

Mir geht es jetzt gar nicht darum, ob ein evangelischer Landesbischof sich in innerkatholische Belange einmischen soll oder nicht, mir geht es erst einmal nur um die Unterstellung, die sich andernorts nämlich etwas anders liest:

Eine Kirche, die für sich in Anspruch nimmt, sich in Lehre und Ordnung an den biblischen Texten zu orientieren, kann jedenfalls nicht auf Dauer Frauen von allen Ämtern der Kirche ausschließen

Unterschied bemerkt? Nein? Nun, Bee spricht von Weiheämtern, Fischer von Kirchenämtern. Kein Unterschied? Egal? Nun, das kommt darauf an. Geht jemand davon aus, daß ein Kirchenamt immer auch eine Weihe einbezieht, mag das stimmen. Sieht man sich aber an, wie Bee den Strang weiterdreht:

Hmm… also, so weit ich informiert bin, glauben Protestanten eh nicht daran, dass es just dieses Weiheamt gibt, wie kann es dann unbiblisch sein, es Frauen zu verweigern?
Ich mein, die Landeskirchen verweigern dieses Weiheamt doch jedem und jeder, oder?

Das Problem liegt nicht an der Weihe. Zumindest nicht für Protestanten, und sicher auch nicht für Fischer. Jedenfalls sagt er davon nichts (vielleicht kann jemand seine gesamte Rede im Wortlaut verlinken um das komplett abzusichern, weil ich hab nur die epd Meldung mit dem kurzen Zitat).

Wir Protestanten verweigern keine Weiheämter, weil es sie nicht gibt aus unserer Sicht. Bei uns ist jeder Priester, qua Taufe, deshalb verlaufen solche Ansätze eher im Sande:

Vielleicht sollte einer unserer Bischöfe beim nächsten evangelischen Kirchentag einfach mal in einem Interview erzählen für wie unbiblisch er es hält, dass die Protestanten ihren Männern so ein wichtiges Sakrament vorenthalten.

Es gibt genau zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl. Die SELK zählt noch die Beichte dazu, das ist aber innerhalb des Protestantismus (und auch des Luthertums) ne Minderheitenposition. Wie dem auch sei: Was es nicht gibt, kann nicht vorenthalten werden. Das Pfarramt gibt es jedoch – auch in der Kirche von Rom. Und das wird Frauen vorenthalten. Man kann sich ja darüber unterhalten, ob das okay ist oder nicht. Aber es ist erst einmal eine Tatsache, daß Frauen in der Kirche von Rom das Pfarramt vorenthalten wird, während alle Protestanten in ihrer jeweiligen Kirche vollen Zugang zu allen Sakramenten haben . und zwar jeweils as der je eigenen Sicht heraus.

Was nun das Biblische angeht: Wo steht da denn etwas von Weihe? Und wo steht, daß die Ämter auf Männer beschränkt sein sollen? Es ist die Rede vom Handauflegen, das gibt es aber auch schon bei der Taufe (zumindest bei uns).

Daher: Die Vergleiche mit dem Vorenthalten des Sakraments hinken nicht nur, sie stolpern, und die ganze Aufregung kommt alleine nur daher, weil etwas nicht so verstanden wird, wie es gesagt wird, sondern mit eigenen Ansichten vermischt wurde.

Nichts desto weniger frage ich mich, wieso der Chef der badischen Landeskirche sich jetzt unbedingt zur Zulassung von Frauen auf römischer Seite äußern mußte. Daß es da zu heftigen Reaktionen kommen mußte, war klar. Vielleicht hat er es ja wirklich gut gemeint mit den Glaubensbrüdern (die Schwestern treffen dort ja keine Entscheidungen), aber da wär ein rechtes Wort hinter den Kulissen wohl angebrachter gewesen. Dialog von Streitthemen in der Öffentlichkeit ist eher ne protestantische Tugend.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde vom 19. Mai 2012

Fangen wir mal mit etwas Schwester Robusta an. Da gibt es einen Comic zu modernem Rosenkranz-Marketing und eins zum außerordentlichen Ritus. Naja, jeder nach seiner Façon…

Christian Piatt schreibt vom Urlaub am Meer, einem schnarchenden Nachbarn und Mordgelüsten.

Hao schreibt von seinen Erlebnissen beim Katholikentag. Etwas irritiert bin ich über seineKritk daran, daß man durch Taufe Christ wird und frage mich: Wie denn sonst? Per Kirchenbesuch?

Ameleo stellt fest, daß wenige die Bibel wirklich durchgelesen haben und stellt dazu ein paar Möglichkeiten vor, das zu schaffen. Ich weiß was sie meint, wenn sie von ganz unbekannten Geschichten spricht, ich hab vor ein paar Jahren mal durchgelesen (bei mir hat sichs ganz gut auf die Motivation ausgewirkt, daß ich zuerst das NT und dann das AT gelesen hatte). Ihre Abneigung gegen das „Rmgemetzel“ kann ich verstehen, bin aber der Meinung, daß diese Stellen drchaus auch im Gottesdienst vorkommen sollten. Ich meine, sie erinnern daran, daß der Mensch eben Mensch ist, mit allen grausamen Konsequenzen. Ich würde also dazu plädieren, sich mit solchen schweren Texten auseinander zu setzen, anstatt sie einfach auszulassen. Ich störte mich damals weniger an dem Rumgemetzel als vielmehr an der Rolle, die den Priestern und Leviten bei Mose zugesprochen wurde. Ich hatte immer wieder den Eindruck, daß alle Machtfäden bei ihnen zusammenlaufen sollten. Sowas find ich schlimmer als das tatsächliche Gemetzel, weil Machtkonzentrationen ja dazu führen, daß es zu Gemetzel kommt. So hat jeder seine eigenen Probleme mit den Bibeltexten.

Außerdem hat Ameleo noch was zu Livestreams vom Katholikentag und den neusten Entwicklungen zwischen Vatikan und Pisbruderschaft.

Südwind hat ne E-Mail Petition für bessere Arbeitsbedingungen in der Handyprodktion gestartet. (via)
Nachtrag: Da kam grad ne Nachricht zurück, daß die Mail unzustellbar sei, ich bin mir jetzt nicht sicher, ob die nur Adressen fischen wollen oder nen technischen Fehler haben, ich werd die mal anschreiben.
Nachtrag 2: Inzwischen hat Südwind auf meine Mail reagiert, hier die Antowort:

Lieber Herr Koppe,

danke für Ihre Rückmeldung. Leider hat LGE vor einigen Tagen, nach ein paar hundert Mails begonnen diese  abzuweisen, was nicht besonders für eine Gesprächsbereitschaft des Unternehmens spricht. Ich habe bereits den betreff geändert und werde so bald sehen, ob die Mails nun wieder durchkommen.
Die anderen Hersteller haben Ihre Mail jedenfalls bekommen und wir werden sehen, wie diese reagieren.
Mit freundlichen Grüßen,

Christina Schröder


Mag.a Christina Schröder
Öffentlichkeitsarbeit
Südwind
Laudongasse 40
1080 Wien
Tel.: + 43 (0) 1 405 55 15 – 301
Fax: +43 (0) 1 405 55 19
www.suedwind-agentur.at

Mandy hat nen Spendenaufruf für Fußball-Bibeln zur EM.

Bei Sojourners gibts nen Artikel zum australischen Pfarrer Jarrod McKenna, dem jüngsten Gewinner des Quaker Peace Awards. Sehr lesenswert, wie ich finde.

Ebenfalls bei Sojourners gibt es nen Artikel zum GlobalMay Statement, das die Forderungen der occupy Bewegungen zusammenfassen soll.

Bei humanicum gibt es wieder eine ganze Reihe von interessanten Artikeln:

Und dann war da noch die Sache mit dem Singverbot in Frankfurt. Ich dachte erst, die Demonstranten hättenn nicht singen dürfen, aber es bezieht sich auf einen speziellen Demonstraten, nämlich Konstantin Wecker, der sich (zu Recht) darüber wundert, wieso er in der DDR singen durfte, in Frankfurt aber nicht:

http://www.youtube.com/watch?v=qjjlKsqKWUc

Beim treiPgut gibt es ein Interview mit Martin Kliehm, einem Stadtverordneten in Frankfurt, der von der Polizei gewaltsam vom Römer entfernt wurde, obwohl er sich dort als parlamentarischer Beobachter auswies. Er erhebt Vorwürfe gegen Polizisten aus Baden-Württemberg und kritisiert ach diejenigen Grünen im Stadtrat, „die aus Machtpolitik Boris Rhein unterstützten“. Mir kommt da grad in den Sinn, daß die Grünen ja auch in Baden-Württemberg nicht ganz ohne Einfluß sind und sich vor nicht allzu langer Zeit über die Polizeigewalt im Zusammenhang mit Stuttgart 21 beschwerten. Es bleibt zu hoffen, daß sie ihre Polizisten in Zukunft besser disziplinieren.

Kraftwort hat dann noch nen Tipp, wie man ein mieserables Managment bekommt. So gesehen macht Merkel wohl alles richtig. Ähnlichkeiten mit Kohl sind rein zufällig…

Dann noch etwas ganz anderes, zwar auf der einen Seite furchtbar, auf der anderen Seite aber auch schön, also das Geschriebene, aber shet selbst: Medizynikus hat mich auf den Blog der OP-Tisch-Pilotin aufmerksam gemacht. Ich hab da mal reingelesen, und ihre Art zu schreiben gefällt mir. Ich werd da wohl demnächst öfters mal reinschauen.

kirche

Taufe und Streikrecht

Beim Artikel zur muslimischen Erzieherin im protestantischen Kindergarten in Ludwigshafen kam es bei den Kommentaren dazu, daß das Problem angesprochen wurde, wenn Menschen sich taufen lassen, nur damit sie einen Job in der Kirche annehmen können.

Das Thema beschäftigt mich seit einer Weile immer mal wieder. Erstmals richtig bewußt wurde es mir bei einem Gastvortrag von Ekkehardt Thiesler von der KD Bank an der KiHo Bethel (2007 glaub ich, bin mir aber nicht mehr ganz sicher). Die KD Bank ist eine Kirchenbank, damit ist die Mitgliedschaft in einer ACK Kirche, und damit die Taufe, Voraussetzung für ein Beschäftigungsverhältnis. Jedenfalls war dies damals noch der Fall.

Und Thiesler erzählte auch davon, daß sich geeignete Bewerber dann halt noch taufen lassen, um die Stelle zu bekommen. Gerade im Osten käme dies oft vor, aufgrund der Kirchenferne weiter Teile der Bevölkerung dort.

Diese Situation ist natürlich unbefriedigend. Unbefriedigend für die Bank, die vielleicht ein paar ethische Standards einhält, aber ansonsten inhaltlich mehr mit anderen Banken als der Kirche zu tun hat (Prof. Erne fragte damals etwa nach, ob vor Sitzungen gebetet würde, was Thiesler verneinte), weil sie von Bewerbern die Kirchenmitgliedschaft verlangen muß, obwohl kein Grund dafür ersichtlich ist, unbefriedigend für die Bewerber, weil sie sich gezwungen sehen, ohne innere Überzeugung in eine Kirche einzutreten und im Zweifel Kirchensteuern zu zahlen, nur um den Job zu bekommen, und unbefriedigend für die Kirche, weil sie nun entscheiden muß, ob sie die Bewerber tauft, ob sie die Taufe verweigern kann, oder ob überhaupt eine Prüfung der Ernsthaftigkeit möglich ist.

Das gleiche Problem gibt es natürlich in allen kirchlichen Einrichtungen. Dazu kommen dann solche Probleme wie der „Dritte Weg“ bei den Lohnverhandlungen und dem Streikverbot für Kirchenangestellte.

Ich frage mich: Wieso nicht einfach alles lassen? Als Kirche.

Hört sich erst einmal übel an. Ist es vielleicht auch, trotzdem möchte ich den Gedanken etwas ausführen. Nehmen wir die Krankenpflege. Sie entwickelte sich stark unter den Bedingungen des Diakonissenwesens, hier bot Kirche Möglichkeiten, die es bei Vater Staat nicht gab, Hilfe für Bedürftige. Freilich war hier nicht nur die Kirche aktiv, aber sie spielte eine Rolle, wie sie auch heute noch viele Krankenhäuser betreibt.

Die Frage ist nun, was der Unterschied zwischen einem kirchlichen Krankenhaus und einem nichtkirchlichen Krankenhaus ist. Viel gibt es da nicht. Die andere Frage ist, wieso die Kirche sich hier engagiert. War Krankenpflege anfangs ein Gebiet, das vom Staat vernachlässigt wurde, ist es nun ein ganz normales Wirtschaftsfeld, das von einer Vielzahl von Betrieben bevölkert wird, darunter auch viele Private. Wieso also nicht zurückziehen aus der Geschichte, und dort handeln, wo keiner sonst handelt? So wie früher? Mehr Besuchsdienst, weniger professionelle Pflege, die vom „Markt“ erledigt werden kann. Dann können die Schwestern und Ärzte auch jeden x-beliebigen Glauben oder Unglauben haben und auch streiken (wobei ich durchaus auch welche kenn die sagen, sie würden nicht streiken, weil sich ja jemand um die Menschen kümmern muß). Gleiches könnte man bei der Bank machen: Da das Bankgeschäft eben normales Bankgeschäft ist, kann man auch Muslime, Atheisten und Hindus einstellen. Die ethische Ausrichtung könnte man durch ein weisungsbefugtes Gremium sicherstellen. Dann wären die eigentlichen Banker von der Kirche unabhängig, und doch drch das Gremium gebunden, das dann wiederum aus Kirchenethikern bestünde. Mehr Verbindung wäre IMHO nicht nötig, der Taufschein unerheblich.

Damit ginge auch einher, daß die Arbeiten, die von Getauften zu erledigen wären, etwa die Besuchsdienste, ehrenamtlich sein könnten, und so an sich nicht erstrebenswert für Menschen, die dies nicht freiwillig aus christlicher Nächstenliebe tun. Das Ethikgremium bei der Bank würde wohl von studierten (und promovierten?) Theologen besetzt, also nicht von Leuten, die sich „mal eben“ taufen lassen, um den Job zu bekommen.

Auch im Kindergarten könnte man die allgemeine Arbeit mit den Kindern von der religiösen Arbeit trennen, und so den religiösen Part ins Ehrenamt verfrachten. Dazu braucht es dann freilich kompetente Ehrenamtliche. Vielleicht könnten sich so auch neue Berufsgruppen entwickeln, wenn man den Ehrenamtlichen Aufwandsentschädigungen zahlt. Je mehr dies geschieht, desto mehr bekommt das Ganze dann wieder einen Jobstatus, und desto mehr werden auch Menschen in den Job drängen, die sich dann eben einmal taufen lassen, und desto mehr wird es zu einem Wirtschaftsfeld, was wiederum den Rückzug der Kirchen und die Konzentration auf das, was nicht getan wird, provoziert, was immer das dann sein mag.

Jedenfalls wäre dies eine Antwort auf die Frage, wieso die Kirche sich in Feldern engagiert, die auch von anderen in identischer Weise versorgt werden.

glaube

Römer 7 und die Sünden

Rainer Braendlein hat in einem Kommentar zum zweiten Artikel der Schwule Pfarrer Reihe bzw in einem eigenen Blogpost (beide Texte sind identisch, soweit ich das sehe) sich mit der Frage befasst, ob Paulus denn „in Sünde gelebt“ habe.

Ausgangspunkt war eine Formulierung im genannten zweiten Schwule Pfarrer Artikel:

Muß man mit der Übernahme eines Amtes quasi zum Übermensch werden, der nie mehr sündigt? Dazu Paulus:

Denn ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht.

Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.

Paulus ging nicht davon aus, daß er, als Apostel, nur Gutes tun könnte. Und trotzdem predigte er, und ich will meinen nicht mit wenig Erfolg. Wir dürfen also von unseren Pfarrern auch nicht erwarten, daß sie immer alles richtig tun.

Meine These war nun, daß es sich hier um eine Aussage Pauli handelt, die sich auf sein Leben zur Zeit der Verfassung des Briefes bezieht, Rainer Braendlein will es als Rückblende auf das frühere Leben verstehen.

Nun sind nach meiner Lektüre der Erwiderung Rainer Braendleins in seinem Artikel sowie dem wiederholten Lesen der gesamten Auseinandersetzung meiner Meinung nach 3 Dinge festzhalten:

  1. Es handelt sich wohl um ein Mißverständnis. Denn Rainer Braendlein zielt in seinem Artikel vor allem darauf ab, daß Paulus nicht „in Sünde gelebt“ habe. Man müßte vielleicht nochmal genau klären, was damit gemeint sein soll. Meine Absicht war es jedoch nie zu sagen, Paulus sei als Apostel verloren gewesen. Ich spreche mich auch nicht für eine billige Gnade aus. Was ich in meinem Artikel sage ist, daß man von einem Pfarrer nicht verlangen darf, perfekt zu sein. Man darf aber schon von ihm erwarten, daß er die Sünde zu vermeiden sucht. Ich denke hier hat mich Rainer Braendlein nicht ganz verstanden und ich ihn auch nicht, aber eigentlich haben wir die gleiche Ansicht.
  2. Meine ich nicht, daß der fragliche Abschnitt ein verlorenes, unerlöstes Leben (so verstehe ich das „Leben in Sünde“, bin mir aber nicht sicher) bedeten muß. Denn was sagt Paulus? Er sagt, daß in seinem Fleisch das Böse wohnt, und er es auch tut, obwohl er nicht will. Nach meinem Verständnis ist das aber nichts anderes als das, was Rainer Braendlein schreibt:

    Röm 7, 25 ist nicht etwa so gemeint, daß Paulus in Sünde gelebt hätte, sondern er meint, daß er bedauerlichesweise einen Leib mit sich herumschleppen muß, der völlig der Sünde unterworfen ist.

    Paulus hatte bedauerlicherweise, wie wir alle, den Leib aus Fleisch, weil der Geistleib eben erst kommt. Und wie wir auch mußte er kämpfen. Aber ebenso wie auch wir, hat er Anteil an der Gnade Gottes. Daß heißt, auch wenn das Fleisch einmal gewinnt (und wenn wir ehrlich sind, tut es das oft genug, wie fromm wir auch sind und wie ernsthaft wir unseren Weg mit dem Herrn auch gehen), dürfen wir trotzdem Buße tun und auf Gnade hoffen (hier würde nun Luthers „sündige tapfer“ passen). Das gilt für Paulus wie für uns.

  3. Ich denke, genau davon spricht Paulus hier. Er schreibt in Kapitel 6 erst von der Taufe, dann in Kapitel 7 erst von der Freiheit vom Gesetz und kommt dann daz den Menschen unter dem Gesetz zu beschreiben. Und da unterscheidet sich erst einmal nicht viel zwischen Christen und Nichtchristen. Paulus stellt die Situation dar, wie sie ist: Das Fleisch ist schwach, und das Gesetz zeigt an, was eigentlich gut ist, treibt dabei aber umso mehr zum Sündigen an. Paulus betont, daß er (und damit ach jeder andere Mensch) das Gute tun will aber trotzdem das Böse tut und kommt schließlich zu der Formulierung (V24):

    Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe?

    Das ist erst einmal die Situation des Nichtchristen. Aber eben auch die Situation des getauften Christen, wie wir dann im Folgenden sehen (V25):

    Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.

    Denn der Nichtchrist dient nicht mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, das tut der Christ. Denn Er lobt erst Gott und sagt danach, daß er nun, also nach der Bekehrung, dem Gemüt (im Griechischen steht νοῦς, also ist das Denken gemeint, keine Emotion) nach dem Gesetz Gottes dient und dem Fleisch, also dem Körper nach dem Gesetz der Sünde. In Kapitel 8 schreibt Paulus dann, daß durch den Geist die Taten des Fleisches kontrolliert werden können also der νοῦς, der Verstand, der Gott folgt, herrscht über den Körper, der der Sünde folgt. Da sind wir wieder einer Meinung.

Doch halte ich weiterhin daran fest, daß Menschen bei allem Wollen nicht immer auch ein Können haben. Es geht hier nicht um „ein Fehler und Du bist raus“. Wenn ein Mensch von seinem Körper überwunden wird, kann er über den Weg der Buße bzw. Reue (μετανοῖα; vgl. 2. Kor 7,9f; 12, 21; 2. Ti 2, 25f) wieder dahin kommen, daß der Gott folgende Verstand wieder das Ruder übernimmt. Und das sollte man jedem Menschen zugestehen, denn kein Mensch wird von der Bekehrung bis zum Tod alles richtig machen und ganz ohne Buße auskommen.