Glaube

Meditation zur Karfreitagsandacht

Die heutige Andacht endete im Chaos. Der Tod Christi, als Gottes, stürzt die Welt ins Chaos, und zwar unbedingt und auf jeden Fall.

Da es sicher nicht wenige Menschen gibt, die dem widersprechen möchten, will ich kurz klarstellen, wie ich das meine.

Denn freilich kann angeführt werden, und das wird es ja auch immer wieder, daß es zum christlichen Glauben auch Konkurrenzprodukte gibt, daß auch Nichtchristen eine Moral haben können und gut sind.

Dem will ich gar nicht widersprechen. Atheisten, Muslime, Pastafaris: Sie alle können Gutes tun und tun es auch. Doch das ist hier nicht die Frage. Es geht nicht um einen Vergleich zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften nach dem Motto „Deutschland sucht den Supersaubermann“. Denn würden Nichtchristen per se amoralisch handeln, müßte nicht erst Gott sterben, damit es zum Chaos kommt. Dann müßten die Nichtchristen allein schon zu Gottes Lebzeiten für Chaos sorgen.

Statt dessen geht es um eine Innenperspektive, und die hat jeder. Der Christ, dessen Gott stirbt, an dem er alles ausgerichtet hatte, der verliert die Orientierung, für den wird alles relativ. Das gilt übertragen für alle anderen Gruppen auch, selbst für Atheisten, doch in der Karfreitagsandacht geht es in erster Linie um die Christen, ist j auch ein chritlicher Feiertag.

Stirbt der Orientierungspunkt in der Welt, geht dieser verloren, so geht notwendig die Orientierung verloren, und das Chaos kommt durch, auch wenn man sich noch ne Weile an bestimmte Konventionen hält, die eigentlich leer sind, da der Orientierungspunkt fehlt.

Eine Welt bricht zusammen. Buchstäblich. Und viele Menschen werden über kurz oder lang – denn keiner hält es im relativistischen Chaos lange aus – in eine andere Welt einziehen, andere Orientierungspunkte suchen. Dann sind sie eben keine Christen mehr, sondern Muslime, Atheisten oder was auch immer.

An dem Punkt, wo die Welt zusammenbricht, standen die Jünger Karfreitag. Und das vergegenwärtigen sich Christen jedes Jahr an diesem Tag. Und dann kommt Ostern, aber soweit sind wir noch nicht.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde vom Montag, den 6. August 2012

Ich hab’s ja schonmal geschrieben, im Moment läuft hier nicht viel, weil ich neben der Schichtarbeit nicht mehr so viel Zeit für Blogschreiben hab (vielleicht sollte ich ne neue Rubrik aufmachen: Geschichten vom Band, aber das wär wohl nicht so ergiebig…).
Das bedeutet, daß ich zwar einige gute Artikel auf den Blogs dieser Welt finde, mir aber nicht mehr die Arbeit mache, sie hier zu verlinken (beziehungsweise mir die Mühe mache, mal wieder was eigenes zu schreiben).
Zwei Artikel blieben heute aber hängen, und die will ich dann doch verlinken.
Zum ersten wäre da ein Artikel über Broder, von Thomas. Über Broder hab ich ja auch schon öfter geschrieben, ich fand Thomas‘ Darlegung von Broders Vorgehensweise sehr interessant.

Zum andern hat Josef Bordat ne Rant (via) zum Thema aufgeklärter Humanismus, Beschneidung, Religionen und Gewalt geschrieben, der es wirklich Wert ist, zu lesen. Kleine Kostprobe?

Eigentlich sind alle Menschen Fans des 1. FC Köln, aber „aus psychologisch nachvollziehbaren Gründen“ verschweigen sie es und gehen statt dessen zu Real Madrid oder Bayern München. Und im Grunde will auch meine Frau rund um die Uhr Olympia gucken, doch „aus psychologisch nachvollziehbaren Gründen“ will sie es partout nicht zugeben. Das macht Spaß!

Mit diesen Sätzen macht Bordat die Vorgehensweise einer bestimmten „aufgeklärten Humanistin“ deutlich. Wer mehr wissen will, lese daselbst.
Update: Irgendwie blieb der Artikel als Entwurf im System hängen, deshalb erscheint er erst so spät…