Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Mittwoch, 26. September 2012

Bei takeover.beta schreibt Zweisamkeit über sexuelle Manipulation in der Beziehung. Tenor des (im bekannt schwer leslichen Genderdeutsch verfassten) Artikels ist, daß ein Partner (hier geht es wohl vor allem um Männer), der ein Nein nicht akzeptiert, sondern Umstimmungen versucht, auch sonst nicht auf die Wünsche des anderen Partners hört, und auch dort ebenso veruschen wird, zu manipulieren. Den Lösungsvorschlag, der Fragliche sollte es sich statt dessen einfach selbst besorgen, halte ich jedoch für keinen. Was muß der unwillige Partner (also gedacht im Artikel wohl die Frau) denken und fühlen, wenn der Mann, nachdem er abgewiesen wurde, sich einen runterholt. Es dürfte wohl in die Richtung gehen, daß man sich als Objekt vorkommt, das, wenn es nicht wie gewünscht funktioniert, auch ersetzt werden kann. Denkt man etwas weiter, dann könnte man in der gleichen Logik vorschlagen, der Mann könnte ja statt dessen auch ins Puff gehen, hauptsache er manipuliert die Frau nicht. Ich glaube, das funktioniet so nicht. Es reicht nicht, die Manipulation zu lassen. Wenn die Partnerin nein sagt, ist die Zeit der Enthaltsamkeit (es soll ja Menschen geben, die das ein ganzes Leben lang durchhalten). Denn eine Manipulation an den eigenen Genitalien entweder selbst, oder durch willigere andere Objekte kommt einer Manipulation durchaus gleich. Hier finde ich auch Paulus sehr erhellend, der schreibt, daß der eigene Körper eigentlich dem jeweiligen Partner gehört (1.Kor 7,4). Demnach hat man in der Partnerschaft also gar kein Recht mehr daran. Macht auch nichts, wenn die Partner einander lieben. Dann tun sie dem anderen Körper auch nichts an, sondern halten sich an des Partners Wünsche (inklusive eines Nein). Ist dies nicht der Fall, sollte man vielleicht die Partnerschaft überdenken. Inwieweit das jetzt zu „modernen“ Partnerschaftsverständnissen à la Lebensabschnittsgefährte paßt, steht auf einem anderen Blatt. Ich finde die Ehe als Konzept (unabhängig vom Trauschein, mir geht um um das, was man lebt) eh überzeugender.

Um Liebe und Partnerschaft geht es auch in Christian Hoppes Artikel zum Film „Liebe“. Es geht um ein altes Ehepaar, um Pflege und schließlich Sterbhilfe, bzw ist das nicht so klar. Der Artikel geht auf die Deutung, die wohl dem Marketing zu Grunde liegt ein und schlägt eine andere Deutung vor, die nicht von einem „Triumph der Humanität“, sondern von einem Scheitern der Liebe ausgeht. Ohne selbst den Film gesehen zu haben scheint mir Christians eigene Deutung durchaus berechtigt zu sein.

Über die Auswüchse der modernen Gesellschaft hat der Herr Alipius etwas, der sich am Ende fragt, wofür Ludwig XVI sterben mußte. Sicherlich eine provokante Frage aber angesichts des Dargestellten womöglich nicht ganz verkehrt. Vielleicht sollte man auch hier mal ganz konkret mit dem Verantwortungsbegriff durchbuchstabieren, was wir gut finden und was nicht. Aber Verantwortung ist heutzutage eh nicht mehr so in Mode. Mein Reilehrer lehrte mich noch, daß die Freiheit der Verantwortung entsprechen müsse. Gebe es eine Diskrepanz, so entspreche die Differenz zwischen beiden der Größe der Sünde. Sünde ist demnach, wenn man sich Freiheiten rausnimmt, ohne die Verantwortung zu übernehmen. Ob das nun noch auf den Wiener Klub anzuwenden ist, wäre vielleicht auch mal ne interessante Frage, die ich hier aber nicht beantworte (falls jemand nen Ansatz hat, es gibt ja die Kommentarfunktion).

Eric Djebe hat die Frage gestellt, ob das Christentum eine Chance hätte, wenn es heute bei Null anfangen würde. Er hat Zweifel, sucht aber auch nach den Gründen für den damaligen Erfolg.

Peter schreibt über die Soteriologie von Narnia und sieht dainter das Christus-Victor-Motiv. Daß ich selbst dieses Motiv mag und viel für meinen eigenen Glauben daraus ziehe, könnte dem regelmäßigen Blogleser schon aufgefallen sein. Interessant finde ich Peters Kritik daran, daß Lewis Alsan nicht trinitarisch angelegt hat. In der Tat kommt er damit dann in die Schwierigkeit, auf eine uralte Magie verweisen zu müssen. Allerdings finde ich das für Kinder noch etwas nachvollziehbarer, als noch eine ausgewachsene Trinitätslehre im Buch unterzubringen. Das ist ja das schöne bei Kindern: Sie können gut vertrauen, ohne ganz zu verstehen. Ich denke, deshalb sollen wir auch wie die Kinder glauben, wie Jesus sagt. Ich gehe stark davon aus, daß die alte Magie den Kindern vollkommen als Erklärung reicht. Die ausgewachsene Trinitätslehre kann man nachreichen, wenn die Kinder durchs Erwachsenwerden das Vertrauen langsam schwerer fällt, es ist ja nicht so, daß es keine Trinitätslehre gäbe.

Der Morgenländer schreibt von Elefanten in Räumen und V-Männern (also vom Staat bezahlten Menschen, aber eigentlich ist es nur einer), dem vorgeworfen wird, die Logistik dr NSU gestellt zu haben, inklusive Besorgung der Waffen. Jetzt frage ich mich, wieso die Geheimdienste nichts davon wußten, wenn der eigene V-Mann womöglich involviert war, und das an entscheidender Stelle. Wenn V-Leute nicht so funktionieren wie sie sollen, daß sie also eben keine Informationen liefern, jedenfalls nicht diejenigen, die wichtig sind, stellt man sich die Frage nach dieser Einrichtung überhaupt.

Alternativ könnte man überlegen, ob der V-Mann doch berichtet hat und die Geheimnisse doch über den NSU Bescheid wußten. Wie man es dreht, schön ist es nicht.

Bei Kirche 2.0 gibts ne pdf mit 20 Tipps für Facebook Beiträge von Kirchengemeinden.

Bei Sojourners gibts nen Artikel zu atheistischem Schmuck, also für all die Leute, die sich weder Kreuz noch Davidstern um den Hals hängen wollen.

Mandy weist auf ein Online-Bibelkundeseminar hin. Das Ganze wird von ERF und Bibelseminar Bonn veranstaltet und beginnt im Oktober. Ich hab ja meine Bibelkunde schon, und inwieweit solche Bibelschul-Kurse von Universitäten und Kirchen anerkannt werden, steht in den Sternen. Das muß jedoch nicht bedeuten, daß sie qualitativ schlecht wären. Wer Interesse, Zeit und das nötige Kleingeld hat, kann unter Umständen durchaus mit Gewinn an so einem Seminar teilnehmen, auch wenn er sich nicht zum evangelikalen Christentum rechnet (oder vielleicht gar kein Christ ist).

Und zum Schluß hab ich noch nen Artikel von Charles Halton über das Jesus und seine Frau Papyrus aus Harvard. Recht hatter.

Gesellschaft

Vorurteile?

Wie hört es sich wohl an, wenn ein katholischer Musikant ein Lied über Abtreibung singt?

http://www.youtube.com/watch?v=Z2sz5B2wxJM

Den Text gibt es zum Beispiel hier. Ein anderer Musiker, dem christlicher Glaube nachgesagt wird, singt so über Nietzsche.

Hier ist der Text wohl wirklich nötig, ich versteh den im Video jedenfalls nicht.

Zwei Beispiele von zwei Bands, die Lieder in ihrem Programm haben, die zumindest christlich angehaucht sind. Daneben gibt es dann auch noch programmatisch christliche Bands wie Narnia.

Auch hier kann der Text hilfreich sein. Oder Stryper, auch programmatisch christlich.

Hier ist der Text eingentlich auch so gut zu verstehen.

Man hat vielleicht so seine Vorurteile und übersieht, daß es neben der christlichen Nischenmusik auch in der „normalen“ Populärmusik einen nicht zu leugnenden christlichen Einfluß gibt, auch bei Gruppen wie Blind Guardian oder Slayer.Es scheint doch etwas dran zu sein, an den #70prozent, die Gesellschaft ist immer noch christlich geprägt, und zwar bis in die Ecken hinein, wo das Vorurteil nur noch „Satanismus“ (was soll das überhaupt sein? LaVey, Katzenopfer nachts aufm Friedhof oder noch was anderes?) vermutet. Und oh Wunder, ach diese Platten werden gekauft (wenn man mal davon absieht, daß es heute keine Platten mehr sind).

Allgemein

Da war doch mal so ein Stöckchen…

Ist schon was länger her, aber auch die längste Bank hat mal ein Ende 😉

Wobei ich echt am überlegen bin, ob ich jetzt 5 Leute kenn, die ich mit dem Stöcken bewerfen will. Ich sterb ja sowieso schon tausend Tode, weil die ganzen Kettenbriefe bei mir aufhören. Irgendwie kommen keine mehr. Vielleicht bin ich ja wirklich tot.

Also hier nun die Antworten zu Wolfgangs Fragen, der Reihe nach:

  1. Wie bist Du zum Bloggen gekommen?
    Das war im Mai 2009, irgendwie waren da grad diese Proteste in Iran und dann noch die Sache mit dem Zugagserschwerungsgesetz, und dabei war immer wieder die Rede von twitter und den Blogs und dergleichen, und dann hatte ich mir beides mal zugelegt. twitter hab ich inzwischen nicht mehr, weil in 140 Zeichen kann ich mich eh schlecht ausdrücken (obwohl ich jetzt einige interessante Gespräche verpaß, aber so schaff ich’s vielleicht noch mit der Examensanmeldung). Ursprünglich waren meine Artikel auch eher politisch motiviert, inzwischen glaub ich hat sich das Ganze etwas zu Gunsten der kirchlichen Thematik gedreht.
  2. Wer sind deine 3 Lieblingsmusiker/Bands und warum?
    Das ändert sich ständig. Die Helden meiner Jugend waren ja Bon Jovi, aber in den letzten 10 Jahren etwa hab ich von denen nicht mehr viel mitgekriegt (abgesehen von der Nachricht, daß der Himmel wie New Jersey aussieht). So grob gesagt hör ich das meiste, wo ne Gitarre dabei ist und was n bißchen schneller ist, also von Reinhard Mey in homöopathischen Dosen bis zu Punk und Metal (Narnia!). Das schließt jetzt alles Elektronische weitgehend aus… ja, das ist auch richtig so, wobei man nichts absolut sehen sollte. Ich hab auch mal bei last.fm ein Profil angelegt, nutz das aber nicht großartig in letzter Zeit. Da kriegt man aber einen ungefähren Eindruck, denke ich.
  3. Was ist eure Lieblingssoftware und warum?
    XeLaTeX. Aus dem einfachen Grund weil ich grad miterlebe, wie meine Freundin ihre Examensarbeit mit Word schreibt.Irgendwann hab ich dann mal rausgekriegt, daß das Summer Institute of Linguistics, auf deren Seite das Projekt gehostet wird, mit den Wycliff Bibelübersetzern zusammenhängt. Also ne christliche Veranstaltung. Ist zwar an sich kein Argument für XeLaTeX, aber doch schön zu sehen, wie kirchliche Arbeit sich gesamtgesellschaftlich positiv auswirkt.
  4. Was fehlt der Kirche in der heutigen Zeit am meisten?
    Hmm, ich wähle den Publikumsjoker 😀 Im Ernst, die Frage ist ja recht scher zu beantworten. Ich denke, das kommt darauf an, und zwar auf die jeweilige Gemeinde oder Landeskirche oder das Millieu, in dem man sich gerade befindet. Ich habe oft den Eindruck, daß die Kirche vor allem im Bürgertum verbreitet ist – wenn man die Dörfer verläßt (Dörfer heißt jetzt vor allem Südpfalz, weil da kenn ich mich aus). Sie scheint Probleme zu haben, sowohl die Hartz IV-Schicht (doofes Wort aber mir fällt grad kein besseres ein) zu erreichen als auch im Bereich der Akademiker verstanden zu werden, wobei sie gesamtgesellschaftlich immer noch einen großen Einfluß hat. Ich denke ändern muß sich wenn dann bei den Gemeinden etwas. Die machen aber oft auch wunderbare Arbeit. Vielleicht kann man es so zusammenfassen, daß sich verändern muß, wie die Kirche auf die Gesellschaft reagiert. Das war früher nicht nötig, weil die Kirche und die Gesellschaft weitgehend eine Einheit war (wenn man jetzt die Katholisch-Evangelisch Spaltung untern Tisch fallen läßt). Das ist nicht mehr der Fall. Wir müssen lernen die Leute anzusprechen – in ihrer Sprache. Dabei sollten wir tunlichst vermeiden, in profane Begründungsmuster zu fallen. Die Finanzen können ein Argument für oder gegen eine Sache sein, aber IMHO nicht den ersten Ausschlag geben. Das ist jetzt auch wieder platt. Ich will ne andere Frage 😉
  5. Welche Person hat euch im letzten Jahr am meisten beeindruckt?
    Ich könnte jetzt nicht sagen, daß mir da jemand besonders einfällt. Ich fand Käßmanns Rücktritt beeindruckend (auch wenn ich sie sonst kritisch sehe), aber der ist ja was länger her. Ich hätt da was, aber das wären mehrere Personen, nämlich die Demonstranten, die in den arabischen Ländern, die für mehr Freiheit auf die Straße gingen, und das bei Todesgefahr. Das hat mich beeindruckt, und wer mir damals, als das in Ägypten losging auf twitter folgte, kann ein Lied davon singen 😉

So, das Ritual bzw. die Regeln verlangen jetzt, daß ich das Stöckchen an 5 Leute weiterwerf. Ich tu das jetzt aber nicht, sondern tue das, was jeder Theologe können sollte (naja, ich hab mein Examen noch nciht aber s’ist hoffentlich nciht mehr allzu lang): Ich lege sie neu aus. Mir geht es hier um Regeln 3 und 4 nach welchen ich

  1. Fünf Leute bewerfen müßte &
  2. ihnen auch noch Bescheid geben soll

Da mir jetzt keine 5 Leute einfallen, mach ich meinen Wurfstock zu einem Fundstock. Unter Beibehaltung des Prinzips  darf also jetzt jeder, der sich berufen fühlt, das Stöckchen aufnehmen, bearbeiten und weiterwerfen (oder finden lassen wie ich). Die Regeln bezüglich Verlinkung bleiben bestehen, es soll ja ne recht lange Kette hrauskommen. Fehlen die 5 Fragen:

  1. Was hat Dich bewogen, das Stöckchen aufzunehmen?
  2. Welches Buch hast Du zuletzt gelesen und worum geht es da?
  3. Welcher ist Dein Lieblingsblog und warum? (der erste Teil der Frage sollte klar sein 😉 – nee ich hätte gern ehrliche Antworten, man will ja Neues entdecken)
  4. Welches Schulfach erachtest Du rückblickend für Dein Leben as das sinnloseste? Und falls Du noch in der Schule bist (hab ich so junge Leser?): Welches Schulfach hältst Du für Dein zukünftiges Leben für am Überflüssigsten? Ne Begründung wäre schön 😉
  5. Pro Forma noch was Kirchliches: Welches ist Dein Lieblings-Kirchenlied (Du mußt es nicht mögen, halt das, das Dir am ehesten zusagt – auf welche Weise auch immer)? Und davon dann bitte ein Video verlinken (es gibt nicht nur youtube, es gibt auch andere Dienste).