Gesellschaft, Theologie

Fernstenliebe?

Ich habe ein neues Blog entdeckt. Es nennt sich „Christliches Forum“ und versteht unter „christlich“ offenbar römisch-katholisch, wie dem auch sei, eine scheinbare Wortneuschöpfung dort hat mich etwas befremdet: Das Wort „Fernstenliebe“.

Der Begriff kommt in dem Artikel „Nächstenliebe kommt vor Fernstenliebe: Zuerst den verfolgten Christen helfen“ vor, der mich in vielen Punkten befremdet, so etwa auch darin, dass offenbar selbst dem „Herrgott“ nicht so recht über den Weg getraut wird, hat er doch auch Kriege und Revolutionen zugelassen. Schimmern hier Folgen der Werkgerechtigkeit durch? Steht hier die Ansicht im Hintergrund, man müsse Gott helfen, weil der seinen Job alleine nicht schaffen kann oder schaffen will?

Auch befremdet mich, dass gefordert wird, einen Unterschied zu machen bei den Flüchtlingen hinsichtlich ihrer Religion. Beziehungsweise wird andersherum den (katholischen) Bischöfen vorgeworfen, diesen Unterschied nicht machen zu wollen (schön, daß die EKD im Allgemeinen und Käßmann im Besonderen nicht immer auf der Abschußliste stehen). Der Artikel greift dabei, fast möchte man meinen in protestantischer Manier (erstens weil gerade dieser Apostel gewählt wurde und zweitens, weil mit der Schrift gegen die Inhaber des Lehramtes Lehramt argumentiert wird), auf den Apostel Paulus zurück und dessen Forderung, zuerst den Brüdern zu helfen.

Nun, man könnte Paulus auch so verstehen, dass ihm wichtig ist, die Bürder nicht zu vergessen, dass es ihm weniger um eine zeitliche oder generelle Präferenz geht. „Liebe Deinen Nächsten“ (jetzt mal nicht Paulus sondern Mose und in dessen Folge die Evangelien), so wie es präzisiert wurde im Lukasevangelium, kennt ja auch keine Einschränkung.

Was mich zur Fernstenliebe bringt. Ich dachte ja, das Wort existiere gar nicht, bis ich danach gegoogelt habe. Offenbar hat es Hans Jonas schon einmal verwendet, indem er forderte, die Nächstenliebe aufgrund der technischen Entwicklung zu einer Fernstenliebe weiterzuentwickeln.

Ich habe das Buch von Jonas nicht gelesen, halte aber die Unterscheidung zwischen Nächsten- und Fernstenliebe für überflüssig, da Jesus im Lukasevangelium den Nächsten schon als einen ziemlich fernen bezeichnet. Und zwar im Gleichnis vom armherzigen Samariter:

Das Gleichnis ist bekannt, ein Mann fällt unter die Räuber und die religiöse Elite Israels läßt ihn liegen, während ein Samaritaner sich um den Verletzten kümmert, ihn in eine Herberge bringt und Unterkunft und Pflege bezahlt.

Jesus erzählt die Geschichte auf die Frage hin, wer denn der Nächste sei, und die Zielrichtung der Frage ist klar, oder kann zumindest so aufgefasst werden: Wem muss ich helfen, und wen kann ich übergehen?

Jesus erzählt daraufhin das Gleichnis und stellt am Ende die Frage: Wer ist der Nächste dessen, der überfallen wurde. Und die Antwort lautet: Der Samaritaner.

Man muss sich vergegenwärtigen, wer die Samaritaner waren: Sie gehörten einer anderen Religion an, man hatte als Jude keinen Kontakt zu ihnen und als Samaritaner hatte man auch keinen Kontakt zu den Juden. Man lebte in direkter Nachbarschaft, Samaria liegt zwischen Judäa und Galiläa, beides Gebiete wo Juden wohnten, also konnte man einander nicht ganz vermeiden.

Und jetzt heißt es, dieser Samaritaner ist der Nächste, einer der fernsten Menschen für einen Juden. Die Römer und Griechen standen ja schon fern, als Ausländer und noch dazu Polytheisten. Die Samaritaner verehren einen Gott, den Gott Moses, Isaaks und Jakobs. Aber sie verehren ihn auf dem Garizim und nicht in Jerusalem. Wir kennen es, wie Religionen, die sich sehr nahe stehen, vor allem größere Spannungen bedeuten zwischen ihren Anhängern. Deshalb ist der Samaritaner auch ferner als ein Römer. Und deshalb distanzieren wir uns so viel mehr vom Islam als zum Beispiel vom Buddhismus. Der Dalai Lama ist viel beliebter hierzulande, als irgend ein islamischer Geistlicher. Dabei kennt die Mehrheit der Menschen weder den Islam noch den Buddhismus sonderlich gut.

Wenn Nächstenliebe bedeutet, selbst den Samaritaner zu lieben, dann ist jede Rede von Fernstenliebe überflüssig, dann ist der Fernste der Nächste.

Das bedeutet nicht, daß man sich nicht um die Brüder (und Schwestern) kümmern soll. Man kann das eine tun und das andere nicht lassen, deshalb ärgert mich am verlinkten Artikel vor allem die falsche Dichothomie, die er aufmacht: Als müsse man sich entscheiden, entweder Christen oder allen anderen zu helfen. Das ist Unsinn.

Leider kann ich den Autor nicht für einen unsinnigen Menschen halten, sondern ich befürchte, dass er genau weiß, was er tut. Er beschwört Ängste herauf, und Ängste sind immer schlechte Ratgeber. Man kan sie aber gut nutzbar machen für allerlei Dinge. Und diese Dinge haben alle eines gemeinsam: Sie sind unchristlich.

Denn Angst muß kein Christ mehr haben, seit der Herr an Ostern auferstand. Er soll sie auch nicht verbreiten, sondern das Evangelium, das ebenfalls genau das Gegenteil von Angst ist, es ist eien Freude für die Menschen.

Meine Hoffnun ist, dass die Menschen das erkennen. Meine Befürchtung ist, dass dies kaum geschehen wird.

Das Wort zum Tag

Dienstag, den 15. September 2015

Abram zog aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte.

1. Mose, 12,4

Abram zog aus, um in ein fernes Land zu ziehen, wo seine Nachkommen leben sollten, ein Land, das ihm zum Erbe gegeben werden sollte. Und wir wissen, wie die Geschchte weiterging: Es kam so: Abram wurde Vater großer Völker dem Fleische nach, und von noch mehr Menschen dem Geiste nach.

Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme.

Hebr 11,8

Er wußte nicht, was gescheen würde, er ging einfach drauf los, alles was er hatte, war sein Glaube, war die Hoffnung, daß Gott ihn nicht hängen läßt.

Abram war nicht arm. Wir erfahren zum Beispiel, daß er Knechte hatte, daß er Herden hatte, die er von Lots seines Neffen Herden trennte. Er war ein reicher Mann aus dem heutigen Irak, der über das heutige Syrien in das heutige Israel zog und zeitweise bis nach Ägypten und Libanon kam.

Auch heute sind viele Menschen auf dem Weg. Viele stammen aus der Gegend, aus der auch Arbam stammte: Irak und Syrien. Manche kommen auch aus ganz anderen Gegenden. Und vielen wird zum Vorwurf gemacht, daß sie gar nicht arm seien, weil sie sich Zugtickets, Schlepper und Handys leisten können. Aber sie alle haben wie Abram keine Sicherheit, dort anzukommen, wo sie hinwollen. Sie haben nur ihre Hoffnung, ihr Vertrauen, vielleicht auf Gott, daß alles irgendwie gutgehen wird. Daß sie nicht umkommen auf dem Weg übers Meer oder in den Fahrzeugen der Schlepper.

Abram und seine Nachfahren nahmen schließlich das Land ein, die Urbevölkerung wurde nach dem Bericht der Bibel vertrieben oder ermordet, nachdem die Familie bzw. das spätere Volk Israel eine weitere Migrationsbewegung nach Ägypten und von dort zurück vollzogen hatte. Viele Menschen hierzulande haben Angst, daß uns das gleiche Schicksal bevorsteht, wie auch der Urbevölkerung Kanaans, daß wir oder zumindest unsere Kultur umkommen werden.

Doch eins sollte man dabei bedenken: Nach dem Bericht der Bibel fanden die Kanaanäer ihr Ende, weil sie gottlos waren. Heute würde man vielleicht unmenschlich sagen.

In Am 9,7 wird klar, Gott gab auch anderen Völkern neue Länder:

Seid ihr Israeliten mir nicht gleichwie die Mohren?, spricht der HERR. Habe ich nicht Israel aus Ägyptenland geführt und die Philister aus Kaftor und die Aramäer aus Kir?

Er bevorzugt die Israeliten auch nicht sonderlich, auch anderen hat Er in der Hinsicht geholfen. Und ich glaube, Er bevorzugt auch uns nicht. Wenn wir es als Gesellschaft nicht schaffen, die Nächstenliebe zu leben, die Er uns aufgetregen hat, wieso sollte unsere Gesellschaft, unsere Kultur dann überleben? Welche Daseinsberechtigung hat ein unbarmherziges Volk?

Menschen sind unterwegs zu uns, und wir müssen damit umgehen. Wenn Gott sie schickt, werden wir sie nicht stoppen können, wenn sie sich nur auf ihre menschlichen Kräfte verlassen, droht uns keine Gefahr.

„Glaubt ihr nicht, so bleibt ihr nicht“ übersetzt Luther in Jes 7,9, wo das Ende des Nordreiches prophezeit wird, weil sie sich abwenden und in den Krieg gegen das Südreich ziehen. Sie glaubten nicht und sie blieben nicht, sondern wurden von Assyrien erobert und ins Exil geführt.

Also laßt uns im Glauben bleiben, indem wir Nächstenliebe praktizieren, gerade auch gegenüber den Fremden, die bei uns Schutz suchen.

Denen fällt übrigens durchaus auf, daß die Deutschen helfen wollen, während die richen Araber am Golf ihnen die Tür vor der Nase zuschlagen. „Überwindet das Böse mit Gutem“, sagte Christus, und das ist es, was passiert. Wenn jemand, der sonst Allahu akbar ruft merkt, daß er bei seinen Glaubensbrüdern nur Verfolgung (ISIS) oder Ablehnung (Golfstaaten) zu erwarten hat, während die verhaßten Christen ihm mit Liebe begegnen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, daß er irgendwann „Halleluja“ singt.

Aber ob er nun konvertiert oder nicht, unser Auftrag bleibt der gleiche: Nächstenliebe, ohne Hintergedanken, ohne ungefragte Missionsversuche!

Gesellschaft, Glaube, Kirche

Nachhilfe in Nächstenliebe?

Im aktuellen Kirchenboten steht ein Kommentar von Charlotte Lisador, der auch online zu lesen ist. Sie befasst sich damit, wie in sozialen Medien immer wieder Einzelfälle aufgegriffen werden, um angebliche Allgemeinheiten zu verkünden. Etwa straffällige Migranten, die dann als Alibi für latenten Faschismus Hiergeborener herhalten müssen.

Was mich angesprochen hat, war der letzte Absatz ihres Textes:

Glücklicherweise sind die meisten, die sich an dieser eigentlich sinnlosen Debatte beteiligen, vernünftige Menschen, die sich gegen solche hirnlosen Parolen auflehnen. Doch sollten sich vor allem auch die Kirchen, die sich auf die Fahnen schreiben, für Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit einzutreten, am öffentlichen Diskurs der sozialen Medien stärker beteiligen. Vielleicht wäre das eine passende Aufgabe für die evangelische Jugend, die mit Facebook, Twitter und Co. ­vertraut ist und sich solchen Themen unmittelbar nähern kann. Nachhilfe in Sachen Toleranz und Nächstenliebe würde einigen Facebook-Nutzern ­sicher nicht schaden.

Mir schwebt da immer vor, daß man Fakten sammelt und diese Spinner widerlegt. Allerdings sind die oft beratungsresistent, und Fakten müssen ja auch erst einmal als solche anerkannt werden. Um das zu verhindern, gibt es zahlreiche Verschwörungstheorien, auf die man zurückgreifen kann.

Aber von Widerlegungen oder dergleichen schreibt Frau Lisador auch nichts. Sie schreibt von Nachhilfe in Sachen Nächstenliebe. Und die geht nicht rein intellektuell, vor allem da, wo es offenbar keine intelligiblen Gründe sind, die den Ausländerhaß (nein, es sind keine verständlichen Bedenken unbescholtener Bürger, was wir die letzten Tage erlebt haben) verursachen.

Man müßte es schaffen, gleichzeitig die eigene Ablehnung gegen die dummen Parolen klar zu machen, und den Menschen zuzuhören um herauszufinden, wieso sie so denken, wie sie denken. Meine Vermutung ist, daß ganz reale Ängste dahinter stecken. Und dann muß man wohl versuchen, diese Ängste zu bearbeiten, und gleichzeitig dafür sorgen, daß die Leute gegenüber den Flüchtlingen empathiefähig werden.

Das wäre in der Tat eine Monsteraugabe nicht nur für die Evangelische Jugend, sondern für die Kirche insgesamt, zumal viele der Hetzer oder zumindest der Mitläufer selbst Kirchenglieder sein dürften.

Was meint Ihr? Wie stellt man so etwas auf die Beine? Wo fängt man an, in welche Richtung soll es dann gehen? Wie findet man Mitstreiter? Wie vernetzt man sich?

Allgemein

Mission

Die Mission ist ja so ein Thema, das heutzutage kaum Popularität besitzt in landeskirchlichen Kreisen. Wobei, das stimmt nicht ganz, es gab vor ner Weile mal ein paar offizielle Verlautbarungen zur Mission, daß man die als wichtig ansieht und so fort. Aber daß davon groß etwas in den Gemeinden angekommen wäre kann ich jetzt nicht sagen. Oder es ging an mir vorbei.

Das liegt wohl einerseits an der unsäglichen Geschichte der Mission. So kam es immer wieder dazu, daß Menschen zur Taufe gezwungen wurden, man spricht da auch von Schwertmission. Die Vermischung mit der politischen Ebene spielt dabei eine nicht unwichtige Rolle, so hat etwa Kaiser Karl, genannt „der Große“, von den vom ihm unterworfenen Sachsen die Taufe verlangt. In dem Fall spiele eine große Rolle, daß dies die Unterwerfung unter eben jenen Kaiser bedeutete, und seine Kirche. Karl hatte übrigens einen Hoftheologen, Alkuin, der Kritik äußerte. Aber wer hört schon auf die Theologen, wenn wichtigere Interessen auf dem Spiel stehen?

Ein anderer Grund, wieso die Landeskirchen beim Thema Mission nicht ganz so im Vordergrund stehen liegt vielleicht an der Abgrenzung gegenüber evangelikaleren Richtungen. Dort führt man die Mission zumindest gefühlt ständig im Munde, und wendet es auch auf Konzepte an, die man schwerlich unterstützen würde, als Landeskirchler. Man hält sich also lieber zurück. Nichts desto trotz gibt es Missionsgesellschaften, die den Landeskirchen nahe stehen. Man schickt dort aber selten Missionare aus, um „die Heiden“ in fremden Weldteilen zu bekehren (wir haben ja auch genug Nichtchristen hierzuland), sondern betreibt eher Entwicklungshilfe.

Aber zurück zu den evangelikaleren Gruppierungen. Dort werden durchaus Missionare ausgesendet, mitunter auch mal in arabische Länder, wo diese dann zu Tode kommen, und hinter allem steht das Ziel, Jünger zu machen, also Nichtchristen (manchmal werden von den fraglichen Gruppen auch Katholiken und Orthodoxe dazugezählt) zu Christen zu machen.

Von den Konzepten solcher Gruppen las ich gerade kürlich wieder in zwei Artikeln englischer Blogs, deren Autorinnen selbst als Missionarinnen nach Südostasien gingen. Sie kennen also das Terrain. Bei Laura geht es darum, wie Missionare versuchen, an die Kinder der Leute heranzukommen, indem man ihnen eine bessere Zukunft verspricht und sie in eigene Schulen bringt, freilich ohne daß es die Eltern etwas kostet, wo die Kinder dann zu Christen erzogen werden. Lana berichtet davon, daß die Menschen Material für den Hausbau bekamen und eine Schulbildung für die Kinder, nur daß sie dafür einmal pro Woche eine einstündige Predigt hören mußten. (für alle die Englisch können sind beide Blogs übrigens sehr zu empfehlen)

Es entspann sich vor allem bei Laura eine Diskussion darüber, ob und inwieweit das okay sei, sich so auf die Kinder einzuschießen.

Die eine Seite (zu der auch ich gehöre) hatte ein Problem damit, daß die Kinder indoktriniert werden und die Eltern entmündigt. Und daß das Evangelium quasi Handelsware, ja noch schlimmer, Bürde wurde. Das Evangelium wurde zu dem Frosch, den die Leute schlucken mußten, wenn sie Hilfe bekommen wollten.

Die andere Seite pochte auf den Missionsbefehl und daß die Menschen verloren wären, wenn sie nicht das Evangelium hörten und sich bekehrten. Stünde doch ganz klar in der Bibel.

In der Diskussion habe ich mich zum ersten Mal seit längerem mit dem Thema Mission auseinandergesetzt und reflektiert, wie ich Mission gut fände.

Ausgehend von der Situation, die in den Artikeln beschrieben wird: Arme Menschen, die teilweise hungern und um Hilfe bitten, bin ich der Meinung, daß das erste, was ein Christenmensch tun sollte ist, Hilfe zu bieten.

Die Hungrigen speisen, die Kranken pflegen. Diese Dinge, also alles, was wir unter Diakonie fassen würden, aber nicht nur institutionalisiert wie hier in Deutschland, sondern auch konkret dem gegenüber, der an die Tür klopft.

Das geschieht nach Aussage von Lana und Laura auch. Aber: Ich denke, das sollte man tun, ohne darauf zu schlielen, wann man jetzt seinen Sermon von der Heilstat Jesu ablassen kann um den Hilfesuchenden vor die Wahl zu stellen: Bekennst Du nun Christum als Deinen Herrn?

Was würde der Hilfesuchende wohl tun? Mit den Lippen bekennen, weil man vielleicht irgendwann wieder Hunger hat und sich nicht die Chance verbauen will, noch einmal Hilfe zu bekommen? Wohl möglich. Oder ehrlich sein sich zum Buddhismus bekennen? Was sollte das nützen? (Womöglich sieht man das mit der Verleugnung der eigenen Religion im Buddhismus auch gar nicht als so schlimm an wie wir im Christentum, aber das weiß ich nicht)

Es besteht also eine wunderbar hohe Chance, daß die Angesprochenen, alleine um konform zu sein und nicht anzuecken, mitspielen. Zumindest, so lange sie sich davon etwas versprechen.

Eien Kommentatorin mit Namen Anna hat bei Laura davon berichtet, daß Jugendprojekte ganz schnell wieder einbrechen und Lana berichtete wo anders davon, daß in Südostasien die Gemeinden oftmals praktisch aufhören zu existieren, wenn die westlichen Missionare wieder verschwinden und das Christentum keinen materiellen Vorteil mehr bringt.

Deshalb denke ich, auch wenn mir mehrfach entgegengehalten wurde, daß wir das Evangelium verkünden müssen, daß in den Situationen, wo jemand zu uns kommt und um Hilfe bittet, es unsere Pflicht und Schuldigkeit als Christen ist, diesem Kind Gottes zu helfen so gut wir können, ohne zu versuchen einen Profit für uns dabei rauszuschlagen, indem wir anfangen zu evangelisieren. Denn damit ziehen wir die Liebe in Zweifel, die wir eigentlich zeigen wollen und sollen. Sie verkommt zum Lockangebot in einem Kuhhandel: Ich geb Dir essen und Du singst meine Kirchenlieder. Nein! Wer Hilfe sucht soll Hilfe bekommen, ohne seien Religion wechseln zu müssen oder auch nur mit der Frage danach konfrontiert zu werden!

Das bedeutet nicht, daß man nicht verkündigen soll. Was spricht dagegen, jeden Tag einen Gottesdienst zu feiern und jeden, der sich interessiert, zu empfangen? Was spricht dagegen, wenn der Hilfesuchende danach fragt, wieso man diese Hilfe gewährt (vielleicht auch schon über längere Zeit), auf Christus zu verweisen? Steht nicht Christus und Seine Liebe hinter jeder Hilfe, die wir Christen geben? Aber eben: Kein langer Sermon, einfache Antworten auf einfache Fragen. Die Fragen werden kommen, man muß geduldig sein. Und dann liegt es an Gott, einem die richtigen, kurzen Antworten zu geben und das Interesse zu wecken, daß der Betreffende vielleicht irgendwann auch im Gottesdienst oder einer Bibelstunde erscheint. Nicht, weil er irgendwleche Konformitäten erfüllen will oder gar genötigt wurde, sondern weil er selbst es will und sich selbst interessiert.

Das bedeutet sicherlich viel mehr Aufwand. Und viel mehr Unsicherheit. Aber wie viel Sicherheit hat man denn, wenn man jedem gleich das Evangelium um die Ohren haut, der nicht schnell genug davonkam? Man kann sich vielleicht einreden, alles getan zu haben, was man konnte. So nach dem Motto: Gott kann mir nichts vorwerfen, ich hab getan was geht, um Jünger zu machen. Das wäre erstens ein werkgerechter Ansatz (was schon per se wenig evangelisch und damit wohl auch nicht evangelikal wäre) und zweitens erinnert es ein wenig an den Pharisäer im Tempel, der meint, er sei nicht so schlecht wie der Zöllner, der ja gar kein guter Mensch sein könnte…

Christus sagte uns, wir sollten Jünger machen, Er sagte nicht, daß wir dazu kurz das Evangelium umreißen sollen und dann hoffen, daß das schon irgendwie genug sei. Was er aber auch forderte war Liebe für den Nächsten und selbst für den Feind. Das tut sonst keiner und wird auch immer wieder in Gesprächen mit Atheisten als Punkt vorgebracht, der absolut unsinnig sei. Ja, für Atheisten muß das wohl so aussehen. Aber genau deshalb wird es auch irgendwann Fragen provozieren.

Wenn man ein Stück Land bearbeiten will, kann man ja auch nicht einfach die Samenkörner zwischen die Hecken werfen. Das heißt, man kann schon, aber der Ertrag wird geringer sein, als wenn man das Land erst einmal rohdet, die Steine entfernt, pflügt, also quasi: Es urbar macht. Ich denke so muß man auch die Menschen erst einmal auf das Evangelium vorbereiten. Und meine Überzeugung ist, daß dies eben durch Liebesdienste geschieht, die eben nicht danach fragen, wie die Situation nun ausgenutzt werden kann, um das Evangelium anzubringen (vordergründig, um Gott einen Gefallen zu tun, hintergründig dann vielleicht doch eher: um sich selbst besser zu fühlen. Als ob Gott unter Zeitdruck stünde udn Ihm nicht andere Personen zur Verfügung stünden, um dem Menschen das Evangelium zu bringen).

Man muß dabei ein wenig mehr Spannugn aushalten. Denn wenn man möglichst früh den Sermon abläßt, steht es danach eben bei Gott, man hat selbst erst einmal seinen Teil getan. Wenn man auf Fragen wartet, dann muß man sich so lange auch zurückhalten, muß darauf warten, daß Gott in dem Menschen das Interesse weckt. So lange kann man „die Sache“ auch nicht abhaken und zum nächsten gehen. Das ist sicher anstrengender. Aber ich vermute, es ist erfolgversprechender. Und es nähme der Mission vielleicht auch nach und nach ihr negatives Image, was dann bedeuten würde, daß auch mehr Menschen diese Anstrengungen unterstützen.

Gesellschaft

Der fundamentale Attributionsfehler

Grad hab ich dazu nen Artikel bei Experimental Theology gelesen. Es geht um den fundamentalen Attributionsfehler. In dem Artikel wird er in etwa so beschrieben: Ich seh mir Deinen Arbeitsethos an und ziehe den Schluß, daß Du faul bist. Die Faulheit ist dabei Teil Deiner Person, Du kannst eigentlich nichts dazu, Du bist einfach ein fauler Hund.

Der Artikel spricht dann darüber, wie der Mensch eher dazu neigt, Fehler welcher Art auch immer in Individuen zu suchen, als das System dafür verantwortlich zu machen. Und das au einem einfachen Grund: Es ist schneller und einfacher, Außenseiter, Nonkonformisten oder einfach auch Schwache und Sündenböcke zu benennen und auszugrenzen. Jedenfalls einfacher als ein ganzes System zu analysieren und zu verändern. Am Ende muß ich mich vielleicht gar selbst ändern. Dann doch lieber den Sündenbock beschuldigen.

Im genannten Artikel wird schon auf die Armen in kapitalistischen Systemen Bezug genommen und darauf, wie sie oftmals so dargestellt werden, als seien sie an ihrer Situation selbst schuld. Angesichts Hartz IV leuchtet mir das sofort ein: Sozialleistungsempfänger sollen nicht rauchen, nicht in die Oper oder zum Friseur gehen, Kleidung vielleicht grad mal beim Discounter beziehen und am Besten auch sonst von Brot und Wasser leben, sie sind ja selbst schuld. Ihre Kinder brauchen kein Abitur oder gar Studium, die sollen mal arbeiten gehen usw usw. Es gibt ja tausend Beispiele zu den alltäglichen Gängelungen und Einschränkungen.

Was aber, wenn nicht die Leute Schuld an ihrer Arbeitslosigkeit sind, wenn sie nicht einfach nur fauler, unflexibler oder was weiß ich sind, sondern das Problem am System liegt. Meinetwegen schlechte Schulbildung, was auch immer. Dann würden sie zu Unrecht beschuldigt werden.

Jedenfalls kann man davon ausgehen, daß sie unter ihrer Situation leiden. Sie leiden unter einem ungerechten System, das ihnen einen Platz zugewiesen hat, der nicht angenehm ist. Ich frage mich: Könnte man dieses System mit der Sünde vergleichen? Erst mal ganz platt: Beides ist schlecht.

Dann aber auch: Beides unterdrückt die Leute. Auch diejenigen, die noch Arbeit haben, fürchten den Abstieg, wollen sich als umso tatkräftiger erweisen, und das wird von anderen wieder ausgenutzt, die als tatkräftige Vorgesetzte dastehen wollen. Die Abstiegsangst gibt es ja nicht nur unten. Von oben fällt man tiefer. Und beide Systeme können, das ist jetzt vielleicht etwas ungenauer, durch persönliche Verbindungen geknackt werden. Sünden können vergeben werden, danach ist Freundschaft möglich. Und Arbeitslosigkeit oder das Stigma der Faulheit kann überwunden werden, wenn man diejenigen kennt, wenn man weiß, daß es keine Schmarotzer sind, sondern Leute wie Du und ich, die mit ihren Problemen kämpfen und noch schlechter dastehen.

Christus befreite uns von der Sünde. Sein Mittel dazu war die Liebe nicht nur zum Nächsten, sondern auch zum Feind:

Und als sie kamen an die Stätte, die da heißt Schädelstätte, kreuzigten sie ihn dort und die Übeltäter mit ihm, einen zur Rechten und einen zur Linken. Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! Und sie verteilten seine Kleider und warfen das Los darum. (Lk 23, 33.34)

Und:

Und siehe, einer von denen, die bei Jesus waren, streckte die Hand aus und zog sein Schwert und schlug nach dem Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm ein Ohr ab. Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, dass er mir sogleich mehr als zwölf Legionen Engel schickte? (Mt 26, 51-53)

Er suchte keinen Sündenbock, sondern nahm alle in Liebe an, die in der Gesellschaft verstoßen waren. Er veränderte das System nicht, Er etablierte ein neues System, ein besseres System und lebte es ohne wenn und aber vor. Er wich von den Prinzipien Seines Alternativsystems nicht einmal ab, als es Ihm ans Leben ging.

Die Bedrückung durch Ausgrenzung der Menschen (etwa durch Hartz IV) ist real. Fast jeder kann das irgendwo nachvollziehen, wenn nicht am Beispiel von Hartz IV, dann an anderen Beispielen, die in seinem Lebensumfeld eher vorkommen. Fast immer, so meine ich, liegt das Problem weniger etwa in Hartz IV oder anderen Vorkommnissen, die uns das Leben schwer machen, sondern in der Ausgrenzung durch unsere Mitmenschen, die durch Attributionsfeher entsteht. Man meint, der Mensch sei in irgend einer Weise schlecht, obwohl er vielleicht ganz liebenswert ist.

Im Evangelium geht es nach meiner Überzeugung genau um die Durchbrechung dieses Problems. Wenn die Kirche dazu übergeht, das Evangelium von dieser Seite her zu lehren, und auf die alten Sündenbegriffe verzichtet, kann sie vielleicht von den Menschen wieder verstanden werden. Dann wird die Relevanz des Evangeliums für den heutigen Menschen und die Erlösungsnotwendigkeit wieder klar. Denn in unserer heutigen Welt, wo Sünder sein bedeutet, daß man moralisch fragwürdig ist, sieht sich niemand gerne als Sünder. Wenn aber klar wird, daß damit gemeint ist, unter einem System zu leiden, das einen ausgrenzt, ist man vielleicht eher geneigt zuzuhören. Und am Ende vielleicht auch zum Alternativsystem zu wechseln, das Jesus damals etabliert hat.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde vom Freitag, 21. Dezember 2012

Also mit dem Weltuntergang wurde scheint’s mal wieder nix (die durchaus einleuchtende Erklärung habe ich bei Ameleo gefunden). Also habt Ihr sicherlich Zeit, Euch die heutigen Netzfunde anzusehen, vielleicht ist ja auch für Euch etwas Interessantes dabei.

Erinnert Ihr Euch noch an Terry Jones? Genau, das war der US-Pfarrer, der vor längerem mal nen Koran verbrennen wollte. Den gibt es wohl immer noch. Wie man ihm und seinen kruden Ansichten am Besten begegnet, schreibt Christian Piatt. Die Methode hilft nach dem Artikel auch gegen die Jünger von Fred „God hates fags“ Phelps und seinen Westboro Baptist Verein.

Ebenfalls von Piatt kommt ein Artikel über eine Äußerung von Richard Land. Dieser hatte wohl in einem Interview geäußert, daß das Nächstenliebegebot binhalte, seinen Nächsten im Zweifel mit Waffengewalt zu verteidigen (das Ganze steht inhaltlich wohl in Verbindung zum Amoklauf in Newtown). Nun kann ich Piatt durchaus verstehen, wenn er sagt, daß Gewalt prinzipiell falsch ist. Andererseits kann ich aber auch nicht leugnen, daß Land einen Punkt hat, wenn er sagt, daß man nicht einfach mit ansehen kann, wie sein Nächster ermordet wird und ich neige fast dahin, Land eher Recht zu geben als Piatt. Das Problem, so meine ich zu erkennen, kommt genau dann ins Spiel, wenn die Sache unreflektiert als Rechtfertigungshammer genutzt wird. So nach dem Motto: Ich habe nichts falsch gemacht, ich mußte den erschießen, aus Nächstenliebe zu meinen Nächsten. Als Bonhoeffer sich entschied, sich einer Verschwörung gegen Hitler anzuschließen, war ihm auch bewußt, daß er eigentlich Böses tut, daß jedoch die Alternative noch Übler gewesen wäre. Dieses Bewußtsein, selbst Böses zu tun, halte ich für wichtig, um ein Abrutschen in einen Mißbrauch des Nächstenliebegebots durch Gewalttäter auszuschließen. Freilich läßt sich das nicht von außen erkennen, inwieweit sich jemand schuldig fühlt. Der Mensch ist jedoch mündig und weiß es selbst gut genug, und Gott kann in die Herzen sehen.Mehr Leute müssen auch nicht wissen, was wirklich dahinter steht.

Was den Amoklauf an der Sandy Hook Grundschule angeht hat Julian DeShazier bei Sojourners nen guten Artikel geschrieben, in dem er argumentiert, daß wir so geworden sind wie die Freunde Hiobs: Wir suchen nach Erklärungen und verlieren die Opfer aus dem Blick. Vielleicht ist das ein weiterer Ansatz zum Umgang mit der Theodizeefrage. Wohl gemerkt: Umgang! Nicht deren Lösung. Aber was hülfe uns deren Lösung, wenn die Opfer weiterhin mit ihrer Not alleine sind?

Ebenfalls bei Sojourners hat Jim Wallis höchst selbst nen Artikel zur aktuellen Finanzpolitik vor allem der US-Republikaner geschrieben. Wer hierzuland immer noch der Meinung ist, daß christlicher Glaube allgemein und speziell in den USA mit Steuervergünstigungen für die Reichen und ausbleibender Fürsorge für die Bedürftigen zusammengeht, sei die Lektüre empfohlen. Es gibt auch die anderen.

Nochmal zurück zu Bonhoeffer: Zu dem hat Thomas Jakob was. Der scheint in jüngeren Jahren auch etwas Fundi-mäßiger draufgewesen zu sein, als man heute wahrhaben will. Ich muß mich endlich mal näher mit seiner Theologie auseinandersetzen…

Derek Flood hat schon länger eine Serie zu Nonviolence gestartet. Absolut lesenswert!

Bei Eric Djebe gibt es Kulturkritik unter dem Titel „Postchristentum“. Es scheint hier auch eine Serie zu werden.

Der Landpfarrer hat was schönes geschrieben zum Unterschied zwischen erwarten und abwarten.

Beim Israel Palästina Blog des ARD Studios Tel Aviv geht es um 15 Kilometer und wie diese die Sicherheitspolitik Israels bzw. eines möglichen zukünftigen Staates Palästina tangieren.

Muriel schrieb über Humor, Herzogin Kate und das, was auszuhalten ist.

Bei Ergo Sumus geht es um die Bekenntnisschulen, speziell um die in NRW, und deren Rechtfertigung. Offensichtlich ist es so, daß es in einige Städten NRWs für Nichtchristen, teilweise auch für Nichtkatholiken unmöglich ist eine Grundschule zu besuchen, in der sie nicht mit fremden Glaubensinhalten konfrontiert werden, und zwar gezwungener Maßen.

Das kann so nicht sein, wobei sich mir zwei Fragen stellen:

  1. Was sind die Argumente der Kirchenvertreter pro Bekenntnisschule?
  2. Falls die Kirchen besondere Rechte auf diese Schulen haben (was ich annehme, sonst gäbe es sie wohl nicht mehr), wäre es nicht bedenkenswert, mehr freie Grundschulen einzurichten, statt die Bekenntnisschulen umwidmen zu wollen?

Beim Thema Kirche und Staat kochen in letzter Zeit die Wogen immer besonders schnell hoch, und ich habe oftmals den Eindruck, als würden wichtige Punkte ausgeblendet, weil sie vielleicht gar nicht verstanden werden. Deshalb möchte ich verstehen. Meine ermutung ist, daß die Schulen ursprünglich samt deren finanzieller Grundlage vom Staat den Kirchen entzogen wurde, da der Staat die Aufgaben selbst wahrnehmen wollte. Woöglich wurde dabei festgeschrieben, daß die Bekenntnisbindung erhalten bleibt. Dann könnten die Kirchen durchaus bestimmte Rechte innehaben, und es kann nicht genügen, die Schulen den Kirchen zu übertragen (ohne gleichzeitig die angenommene Finanzierungsgrundlage zurückzugeben) oder die Schulen einfach in konfessionsfreie Schulen umwandeln. Vor diesem Hintergrund würden mich dann auch die Details der Umwandlung in anderen Bundesländern interessieren. Wie gesagt, beim ersten Lesen habe ich durchaus Verständnis für die Ansichten des Autors, aber bei derartigen Themen bin ich in letzter Zeit sehr vorsichtig geworden, es fehtl oft die Hälfte der Geschichte…

Bei Geiernotizen stieß ich zum ersten Mal drauf und hab es seitdem schon öfter gelesen. Die Qumran Schriften werden online verfügbar gemacht, und zwar in richtig guter Qualität. Das ist doch mal ein Weihnachtsgeschenk!

Und zu guter letzt noch ein Hinweis auf ein Forum, das ich eingerichtet hab. Es soll vor allem um religiöse und politische Themen gehen (vielleicht auch um die Bekenntnisschulen), und vor allem auch möglich sein ohne restriktive Forenregeln zu diskutieren. Hier auf dem Blog werden die Themen ja von Bonifatz und mir vorgegeben, und es wird ja durchaus auch kommentiert. Im Forum könnte nun jeder ien Thema anschneiden. Viele haben sich noch nicht angemeldet, aber wenn Ihr alle mitmacht, sind wir schon ein paar mehr.

Falls ich nicht mehr zum Bloggen kommen sollte, wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Das Wort zum Tag

Tageslosung zum 08.12.2012

Das 8. Türchen:

Er ist ein Schild allen, die ihm vertrauen.

Ps. 18, 31

Und der Lehrtext:

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen sollt, auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen sollt. Denn das Leben ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung.
Lukas 12,22.23

Die Losung und Lehrtext erinnern daran, dass wir auf Gottes Fürsorge vertrauen können. Nicht in dem Sinne, dass wir uns nicht im vernünftigen Maße um Essen und Kleidung be-mühen sollen, sondern in dem Sinne, dass wir darauf vertrauen, es von Gott zu erhalten.

Wo kann ich derjenige sein, durch den jemand anderes das erhält, was er zum Leben braucht – nicht nur Nahrung oder Kleidung, sondern auch Zeit, in der von dem erzählen kann, was ihn erfreut oder bedrückt?

Das Wort zum Tag

Tageslosung zum 06.12.2012

Heute kommt schon das 6. Türchen:

Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag

Sprüche 4, 18

Und der Lehrtext:

Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. So lasst uns nun nicht schlafen wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein.

1. Thess 5, 5-6

Ich habe mal überlegt, ob man das mit dem „glänzenden Pfad“ an irgendwas bemerken kann und was das mit „wach und nüchtern sein“ zu tun haben kann. Vielleicht kann man es daran sehen, wie aufmerksam wir für die Menschen um uns herum sind und ob wir in ihren Alltag durch unsere Aufmerksamkeit etwas Freude, etwas Glanz hineinbringen.

Was lässt mich wach und aufmerksam durch den Alltag gehen? Welchem Menschen könnte ich heute einmal besondere Aufmerksamkeit schenken?

 

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Dienstag, 10. April 2012

Ostern ist vorbei, ich bin noch etwas müde, morgen geht es zurück an den Studienort, bleibt noch etwas Zeit, die liegengebliebenen Netzfunde der letzten Tage zu bringen.

Eric Djebe hat zum leeren Grab geschrieben, und sein Punkt mit den Frauen hat durchaus etwas für sich.

Der Geier schreibt zum palästinensichen Volk und meint, dies existiere nicht. Dazu will ich selbst nicht viel sagen, sondern Uri Avnerys Entgegnung zur Thematik verlinken.

Mandy hat über die Auferstehung, die Scheidung und die Frage, was nach dem Tod passiert, geschrieben.

Auf dem Hellbound Blog gibt’s nen Artikel über die Sünde. Es geht darum, daß die Sünde unser Problem ist, und nicht Gottes Problem. Wert zu lesen. Im nächsten Artikel soll es darum gehen, was uns zum Sündigen antreibt. Man darf gespannt sein.

Der Herr Alipius schreibt von seinem ersten Ostern als Priester.

Michael Blume schreibt über Judas Iskariot und die Wissenschaftlichkeit von Jura. Er bringt einen interessanten Punkt (auch für die Theologie), indem er von Orietierungswissenschaften spricht.

Nick Baines schreibt davon, wie Jesus die Sache mit der Macht anscheinend ganz falsch verstand. Die Betonung liegt auf „anscheinend“. Und er hat seine Osternachtspredigt veröffentlicht.

Bei peregrinatio gibt’s ein „Politbarometer“ zur Popularität Jesu zwischen Palmsonntag und Karfreitag. Viel interessanter ist noch der dortige Artikel über den Fundamentalismus und seine Beheimatung in der Moderne.

Christian Spließ schreibt über die Aktionen gegen das Tanzverbot am Karfreitag, wobei ich rauszulesen meine, daß er weniger ein Problem mit der (offenen) Diskussion über die Abschaffung des Tanzverbots hat, als mit der Art, in der die Sache beworben wird…

Wolfgang Vögele macht auf eien NZZ Artikel aufmerksam und die Tatsache, daß Vorentscheidungen Einfluß auf Konsequenzen haben. Auch beim Thema Gott und Glauben. Außerdem schreibt er über Gerechtigkeit und Nächstenliebe.

Zoe hat beim Gehn-Test über den Unterschied zwischen dem Oberflächlichen und dem Inneren geschrieben, und daß die meisten Menschen leider nur letzteres sehen.

Walter Jungbauer schreibt über das römisch-katholische Nein zur Priesterinnenweihe und das grundsätzliche Problem der päpstlichen Unfehlbarkeit.

Melissa hat eine neue Serie gestartet, und im ersten inhaltlichen Teil geht es um Transsexualität, die Unkenntnis darüber in fundamentalistischen Kreisen und die daraus entspringenden Fürchte. Ich bin gespannt auf die weiteren Teile, und ich habe größte Hochachtung vor Melissas Offenheit.

Muriel setzt sich mit der Frage einer nach römisch-katholischem Verständnis moralisch vertretbaren Fruchtbarkeitsuntersuchung auseinander.

Und zum Schluß hab ich noch nen Artikel von Stefan Schleim über Kreditkrise, Wirtschaftsboom, Unsicherheit und Flexibilität.