Das Wort zum Tag

Tageslosung vom Freitag, den 22. März 2013

Tageslosung der Herrenhuter Brüdergemeine vom 22.3.2013 Audio

HERR, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit.
2.Samuel 7,28

So spricht König David, als Gott ihm durch den Propheten Nathan mitteilen ließ, daß seine Dynastie bestand haben wird.

Gott, unser Heiland, will, dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.
1.Timotheus 2,4

So schreibt Paulus an Timotheus, nachdem er auf die Notwendigkeit des Gebets für alle Menschen hinweist (wobei am Ende von Kapitel 1 noch die Rede davon ist, daß er zwei Männer – Hymenäus und Alexander – „dem Satan übergeben“ hat; für sie zu beten geht wohl trotzdem noch).

Hier freut sich David über die Heilszusage Gottes und drückt aus, daß er daran nicht zweifelt. Dort weist Paulus darauf hin, daß Gott allen Menschen helfen will und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen sollen; deshalb sollen wir für andere beten.

Den Zusammenhang zu sehen ist nicht leicht. Die Herrnhuter Losungen funktionieren ja so, daß dem Losungstext aus dem AT ein Lehrtext aus dem NT beigefügt wird. Der Paulusvers soll also den Davidvers erläutern.

Man muß die Kreise des Gedankens schon etwas weiter ziehen, um beide Verse in einen Zusammenhang zu bringen. Tut man es aber, so kann man auf den Gedanken kommen, daß vielleicht die wahren Worte, von denen David spricht, sich nicht nur auf Israels Geschichte und Davids Dynastie beziehen, sondern auch darauf, was Paulus von Gott behauptet: Daß allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.

Spricht Paulus hier nicht aus sich, sondern aus Gott (und das kann man bei einem Bibelvers zumindest einmal annehmen), so handelt es sich tatsächlich um Wahrheit. Dann betrifft mich und Dich diese Zusage, daß Gott will, daß wir zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und daß Gott uns helfen will, genauso wie David die Zusage des Bestands seiner Dynastie. Und nicht nur mich und Dich, sondern auch alle unsere Nächsten, inklusive derjenigen, die wir nicht besonders mögen und vielleicht auch dem Satan übergeben würden – wenn wir wüßten wie das geht. (Man wünscht ja öfters mal jemandem gern die Pest an den Hals)

Trotz allen Pestwünschen sollen wir dann aber trotzdem für sie beten, so wie Paulus es schreibt (1. Tim 2, 1),

damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen können in aller Frömmigkeit und Ehrbarkeit.

Wenn wir und diejenigen, die uns Böses wollen, beide zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, dann können wir nicht mehr Feind sein, dann haben alle Pestwünsche ein Ende. Und dann ist uns beiden geholfen. Also laßt uns für andere beten, und laßt auch andere für uns beten.

 

Auslegung der Tageslosung vom 22.3.2013

Schwule Pfarrer???

Schwule Pfarrer zum Dritten

Wie sieht es aus mit dem besonderen Haß Gottes gegen sexuelle Sünden?

Beweis, daß Gott sexuelle Sünden besonders haßt:

In Palästina wohnten zu uralten Zeiten Völker, deren Untergang ein solcher war, daß sogar ihre Namen vergessen wurden und heute keiner mehr weiß, daß sie jemals existiert haben:

Es waren sieben Völker: Die Hethiter, Girgasiter, Amoriter, Kanaaniter, Perisiter, Hewiter und die Jebusiter (5. Mose 7). Diese Völker lebten exzessiv in schwersten sexuellen Sünden: Verkehr von Vater mit Tochter, Mutter mit Sohn, Mensch mit Tier, Mann mit Mann, Frau mit Frau usw.. Eines Tages hatte Gott genug, und er beauftragte sein Volk Isreal diese Völker zu vernichten.

Dies ist der 3. Teil der Reihe, die sich mit Rainer Braendleins Artikel „Schwule Pfarrer“ auseinandersetzt (1. Teil; 2. Teil).

Hier soll es um die Frage gehn, ob die oben zitierte Aussage so stimmt. Genauer:

Haßt Gott sexuelle Sünden besonders?

Leider hat der Autor keine entsprechenden Bibelstellen angegeben. Er spricht zwar von einem „Beweis“, bleibt diesen aber zuletzt schuldig. Zwar steht in Deut. 7 von den genannten Völkern geschrieben, aber eben kein Wort von irgendwelchen sexuellen Dingen. Das Problem mit diesen Völkern wird jedoch durchaus genannt, gleich in Vers 4:

Denn sie werden eure Söhne mir abtrünnig machen, dass sie andern Göttern dienen; so wird dann des HERRN Zorn entbrennen über euch und euch bald vertilgen.

Das Problem liegt also darin, daß diese Völker falschen Göttern gedient haben, und die Gefahr besteht darin, daß sie die Israeliten ebenso dazu verführen, wie es auch schon auf der Wanderung durch die Wüste geschehen ist, beschrieben in Num 25, 1-4:

Und Israel lagerte in Schittim. Da fing das Volk an zu huren mit den Töchtern der Moabiter;
die luden das Volk zu den Opfern ihrer Götter. Und das Volk aß und betete ihre Götter an.
Und Israel hängte sich an den Baal-Peor. Da entbrannte des HERRN Zorn über Israel
und er sprach zu Mose: Nimm alle Oberen des Volks und hänge sie vor dem HERRN auf im Angesicht der Sonne, damit sich der grimmige Zorn des HERRN von Israel wende.

Hier sehen wir auch den Abfall von Gott im Zusammenhang mit einem sexuellen Wort: Huren. Doch kann man in diesem Fall eigentlich nicht sagen, daß es sich um eine sexuelle Sünde handelt. Vielmehr geht es um den Abfall von Gott, der aus der Verbindung mit den Frauen aus den Nachbarvölkern resultiert. Also ein Verstoß gegen das 1. Gebot. Der abfällige Begriff „huren“ wird hier für die Heirat fremder Frauen benutzt, weil man über eine solche Verbindung abfällig dachte, aufgrund der gefürchteten Konseqenz, des Abfalls von Gott. Daß die Bibel nicht zwangsläufig ein Problem damit hat, wenn ein Mann zu einer Hure geht (also rumhurt), sieht man etwa bei Simson (Ri 15, 1):

Simson ging nach Gaza und sah dort eine Hure und ging zu ihr.

Ein anderes Beispiel wäre Juda, der Stammvater von solch wichtigen Leuten wie König David oder auch Jesus (unabhängig davon, wer nun wirklich Jes Vater war, gehörte er doch zum Stamm Juda), vgl. Gen 38. Daß die Verbindung mit fremden Fraen aber nicht immer negativ gesehen wurde, sieht man am Buch Rut. Rut ist Moabiterin, geht aber, nachdem ihr Mann gestorben ist, mit ihrer Schiegermutter in deren Heimat, nach Bethlehem in Juda, und wird dort von Boas geheiratet. Ihr gemeinsames Kind Obed ist der Vater von Isai und der Großvater von König David. Wo liegt hier der Unterschied? Genau: Rut bekannte sich zu Gott, deshalb war eine Verbindung mit ihr, obwohl sie Moabiterin war, kein Problem. Weder sie noch Boas wurden umgebracht, wie es den Moabiterinnen und ihren Männern in Num 25 erging.

Genauso muß man aufpassen, wenn man anderswo in der Bibel von Hurerei liest. Es ist oftmals eine Umschreibung für den Abfall von Gott. Manchmal wird Gott als Bräutigam dargestellt, und Juda oder auch Zion als seine Braut. Wenn nun ausgesagt wird, daß das Volk von Gott abfiel, dann wurde das ebenso mit „Hurerei“ umschrieben. Gedacht ist dabei im gleichen Bild: Wenn das Volk nicht den echten Bräutigam anbetet, also Gott, osndern einen anderen, meinetwegen Baal, dann verbindet es sich mit einem anderen möglichen Bräutigam bzw. einem Nebenbuhler. Deshalb ist die Rede von Hurerei und dergleichen.

In diesem Zusammenhang gesehen stimmt es, daß Gott sexuelle Sünden „dieser Art“ besonders haßt. Die Bibel beschreibt drastische Konsequenzen. Wer von Gott abfällt, muß mit der Todesstrafe rechnen. Aber es sind halt nicht wirklich sexuelle Sünden, um die es hier geht. Es geht um die Verehrung anderer Götter, es geht um Götzendienst. Das hat wenig bis nichts Sexuelles. Und es ist genauso verwerflich, ob damit nun sexuelle Handlungen verbunden sind, oder nicht. Der Götzendienst ist das Schlimme, nichts anderes.

Damit habe ich immer noch nichts darüber geschrieben, ob nun Homosexualität oder homosexuelle Praktiken Sünde wären. Zuvor war es nötig, die Rolle des Pfarrers und die Frage nach Gottes besonderem Haß gegen die sexuellen Sünden zu klären. Als Zwischenfazit könnte man nun also festhalten:

Pfarrer stehen in der Tat in einer besonderen Verantwortung. Daher sollen sie nicht vorsätzlich sündigen und dies als gut verkaufen. Andererseits sind sie aber auch Menschen, denen die Möglichkeit der Buße genauso offensteht, wie allen anderen auch.

Ein besonderer Haß Gottes gegen sexuelle Sünden ist allerdings nicht auszumachen. Was Gott besonders auf die Palme bringt, ist der Götzendienst, der jedoch mit Begriffen aus dem sexuellen Bereich umschrieben werden kann.

Um die Frage, die hinter der ganzen Reihe steht, beantworten zu können, also ob Pfarrer nun schwul sein können, bzw. ob ein Schwuler wirklich Pfarrer sein kann, müssen wir uns im nächsten Teil mit der grundsätzlichen Frage befassen, ob Homosexalität in Gottes Augen falsch ist.

Religion

Zensus 2011

Es ist ja bald Volkszählung. Und in meiner Timeline bei twitter (@tonnerkiller) tachen immer mehr Verweise auf Möglichkeiten auf, wie man sich dagegen wehren könnte.

Jetzt dachte ich: Volkszählung? Da war doch was! Und in der Tat, die Bibel weiß Rat:

1 Und der Zorn des HERRN entbrannte abermals gegen Israel, und er reizte David gegen das Volk und sprach: Geh hin, zähle Israel und Juda! 2 Und der König sprach zu Joab und zu den Hauptleuten, die bei ihm waren: Geht umher in allen Stämmen Israels von Dan bis Beerscheba und zählt das Kriegsvolk, damit ich weiß, wie viel ihrer sind. 3 Joab sprach zu dem König: Der HERR, dein Gott, tue zu diesem Volk, wie es jetzt ist, noch hundertmal so viel hinzu, dass mein Herr, der König, seiner Augen Lust daran habe; aber warum verlangt es meinen Herrn, den König, solches zu tun? 4 Aber des Königs Wort stand fest gegen Joab und die Hauptleute des Heeres. So zog Joab mit den Hauptleuten des Heeres aus von dem König, um das Volk Israel zu zählen.

5 Und sie gingen über den Jordan und fingen an bei Aroër und bei der Stadt, die mitten im Bachtal liegt, nach Gad und nach Jaser zu 6 und kamen nach Gilead und zum Land der Hetiter nach Kadesch zu und darauf nach Dan, und von Dan wandten sie sich nach Sidon zu. 7 Dann kamen sie zu der festen Stadt Tyrus und allen Städten der Hiwiter und Kanaaniter und in das Südland Judas nach Beerscheba. 8 So durchzogen sie das ganze Land und kamen nach neun Monaten und zwanzig Tagen nach Jerusalem zurück. 9 Und Joab gab dem König die Summe des Volks an, das gezählt war. Und es waren in Israel achthunderttausend streitbare Männer, die das Schwert trugen, und in Juda fünfhunderttausend Mann.
10 Aber das Herz schlug David, nachdem das Volk gezählt war. Und David sprach zum HERRN: Ich habe schwer gesündigt, dass ich das getan habe. Und nun, HERR, nimm weg die Schuld deines Knechts; denn ich hab sehr töricht getan.
11 Und als David am Morgen aufstand, kam des HERRN Wort zu Gad, dem Propheten, Davids Seher: 12 Geh hin und rede mit David: So spricht der HERR: Dreierlei lege ich dir vor; erwähle dir eins davon, dass ich es dir tue. 13 Gad kam zu David und sagte es ihm an und sprach zu ihm: Willst du, dass drei Jahre lang Hungersnot in dein Land kommt oder dass du drei Monate vor deinen Widersachern fliehen musst und sie dich verfolgen oder dass drei Tage Pest in deinem Lande ist? So bedenke nun wohl, was ich antworten soll dem, der mich gesandt hat. 14 David sprach zu Gad: Es ist mir sehr angst, aber lass uns in die Hand des HERRN fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; ich will nicht in der Menschen Hand fallen. 15 Da ließ der HERR die Pest über Israel kommen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, sodass von dem Volk starben von Dan bis Beerscheba siebzigtausend Mann.
So steht es im 24. Kapitel des 2. Samuelbuches. Wir lernen: Volkszählung böse. Sogar so schlimm, daß trotz Reue Davids eine Strafe sein muß, und zwar der Tod von 70.000 Menschen. Rechnet man es um auf die gezählten 1,3 Mio (500k in Israel und 500k in Juda), dann wären das etwa 5% der Bevölkerung. Geht man in Detschland von 80 Mio Menschen aus (nach dem Zensus wissen wir vielleicht genaueres), entsprechen 5% 4 Millionen Menschen. Das heißt, biblizistisch gedacht laufen wir Gefahr, 4 Millionen Mitmenschen an die Pest oder eine Hungersnot zu verlieren. Oder Merkel wird 3 Monate vor ihren Widersachern fliehen müssen. Wäre vielleicht für die breite Masse des Volkes noch hinnehmbar, aber schon der gute David ließ lieber andere leiden (jetzt mal ganz unreflektiert gesagt).
Jedoch kam schon im Umfeld der letzten, ursprünglich für 1981 geplanten Volkszählung dann auch das Ende für die Regierungszeit Schmidts. Sollte die Bibel doch Recht haben?
Jedenfalls meine ich, aus fundamentalistischer Sicht einen guten Grund gefnden zu haben, zum Wohle der Allgemeinheit, die Mitarbeit bei der Erfassung zu verweigern. Die entsprechende Bibelauslegung mag recht ungewöhnlich sein (wobei sie auch nicht viel anders funktioniert als die Auslegung, die Homosexualität zur Sünde machen soll und dergleichen fundamentalistische Auslegungen mehr), aber das hat zumindest bei der Zulassung des Schächtens für Muslime auch nicht gestört (es handelte sich um eine Minderheit, die es als notwendig ansah). Und dabei ist zu bedenken: Der Tierschutz steht im Grundgesetz, die Religionsfreiheit sowieso, der Zensus nicht!
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Strafe

Ich gehöre zu den Menschen, die in ihrer Erziehung noch Kontakt zur Prügelstrafe hatten. Wobei kein falsches Bild entstehen soll, ich würde nie sagen, meine Eltern hätten mich mißhandelt. Es war klar, daß ich die „Fäng“ kriege, wenn ich bestimmte Dinge tu. Hin und wieder ach mit dem Kochlöffel, jedoch immer auf den Hintern (ohne Hose runter) und nie auf den Kopf. Ich kann mich auch an keine Ohrfeige erinnern. Der Kopf war für meine Eltern tabu, und wenn es „was setzte“, dann immer mit klarem Grund der auch für mich einsehbar war (zumindest heute, wo der Trotz seit Jahren verflogen ist).

Einmal nur war es, daß mir mein Vater auf den Hintern gegeben hat. Ich war noch relativ klein, wir waren in einer Wirtschaft im Ort essen mit Bekannten und ich wollte nach Hause. Meine Eltern wollten noch bleiben, ich solle doch mit den anderen Kindern draußen spielen. Dazu hatte ich keine Lust, und da ich den Weg kannte, beschloß ich, einfach nach Hause zu gehen. Zu Hause waren meine Großeltern, die mir aufmachen konnten, und so brauchte ich nicht mal einen Schlüssel, um ins Haus zu kommen.

Als meine Eltern merkten, daß ich weg war, müssen sie einen richtigen Schreck gekriegt haben. Ich erinner mich noch, wie sie nach Hause kamen, und mir war gleich klar, daß nn die Strafe folgen würde. Mein Vater schlug mich. Nicht aus Haß, nicht aus Zorn, sondern damit ich lerne, daß es nicht gut ist, nicht zu horchen auf das, was sie sagten. Besser einmal richtig den Hintern voll als allein aufm Heimweg als Kind und von den falschen Menschen mitgenommen…

Heute verstehe ich die Sorge und ach wenn ich damals nicht verstand, warum meine Eltern so aufgeregt waren, ich kannte ja den Weg, wußte, daß man nach links und rechts kuckt, wenn man über die Straße geht, und ich kam ach ins Haus. Ich konnte aber die ganze Gefahr nicht überblicken, deshalb konnte ich die Strafe nicht ganz nachvollziehen. Ich wußte aber ab dann, daß es nicht gut ist, einfach so zu verschwinden.

Später einmal, ich weiß nicht mehr, um was es ging, drohten mir wieder Schläge von meinem Vater. Zu diesem Zeitpunkt war ich jedoch älter. Er sprach mit mir über das Problem, das sich gestellt hatte durch mein Verhalten (wie gesagt ich weiß nicht mehr was genau vorgefallen war) und ich hatte Einsicht. Ich wußte auch, daß Schläge bevorstanden und meinte dann irgendwann „bringen wir’s hinter uns“. Als ich das sagte (und erst da), sagte mir mein Vater, daß es nicht mehr notwendig ist. Er hatte gesehen, daß ich’s begriffen hatte.

Daran mußte ich denken, als ich die Losung für den heutigen Tag gelesen hab (das tu ich nicht regelmäßig, aber es kommt vor):

David sprach zu Nathan: Ich habe gesündigt gegen den HERRN. Nathan sprach: So hat auch der HERR deine Sünde weggenommen; du wirst nicht sterben.

2.Samuel 12,13

Wer im Sohn bleibt, der sündigt nicht; wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt.

1.Johannes 3,6

David hatte mit der Frau eines alten Kampfgefährten geschlafen, wollte es erst vertuschen, und als dies nicht klappte, hat er dafür gesorgt, daß der Mann, der lange Jahre an seiner Seite gekämpft hatte, in der Schlacht allein gelassen wurde und umkam. So hatte sich David des Problems entledigt, denn die Frau war schwanger geworden. Nun wußte niemand mehr, daß das Kind nicht von ihrem Mann hätte sein können.

David wurde daraufhin von Nathan, seinem Hofpropheten darauf angesprochen, nicht direkt, sondern in einem Gleichnis, und lange Rede kurzer Sinn: Er hat seinen Fehler eingesehen. Auf den Verkehr mit einer verheirateten Frau stand in Israel immerhin die Todesstrafe (auch für den König) und dann war da ja noch die Sache mit dem Tod des Mannes, der noch dazu ein alter Bekannter war.

David hatte vergessen auf Gott zu sehen, sondern war die ganze Zeit nur an seiner Libido interessiert. Er sah die Frau und wollte sie haben. Der Mann war im Krieg, er selbst war der König, und so nahm er sie sich (ob mit oder ohne ihr Einverständnis ist nicht überliefert). Hätte er auf Gott geachtet, auf das Gebot der Nächstenliebe, dann wäre ihm das wohl nicht passiert. Er sah weg von Gott (der Sohn kam erst später, aber Gott war David bekannt und der Sohn ist ja ebenso Gott wie der Vater), deshalb konnte er sündigen.

Als nun Nathan ihm die Agen geöffnet hatte, man könnte auch sagen, als Nathan ihm Gott wieder gezeigt hatte, Ihn in sein Gewissen und Denken gebracht hatte, sah David seinen Fehler, und er änderte sein Tun. Wo er vorher versuchte, den Beischlaf zu vertuschen, indem er den Mann aus dem Krieg zurückbeorderte, so daß dieser auch wieder mit seiner Frau Verkehr haben konnte, dieser aber nicht zu seiner Frau ging und folglich dann in den Tod geschickt wurde (ohne es zu wissen), hat David nun seine Schuld vor Gott bekannt: „Ich habe gesündigt vor dem HERRN“. Damit war klar, er hat’s begriffen, denn vor dieser Aussage wird ihm die Strafe angekündigt für sein Vergehen:

So spricht der HERR, der Gott Israels: Ich habe dich zum König gesalbt über Israel und habe dich errettet aus der Hand Sauls und habe dir deines Herrn Haus gegeben, dazu seine Frauen, und habe dir das Haus Israel und Juda gegeben; und ist das zu wenig, will ich noch dies und das dazutun. Warum hast du denn das Wort des HERRN verachtet, dass du getan hast, was ihm missfiel? Uria, den Hetiter, hast du erschlagen mit dem Schwert, seine Frau hast du dir zur Frau genommen, ihn aber hast du umgebracht durchs Schwert der Ammoniter. Nun, so soll von deinem Hause das Schwert nimmermehr lassen, weil du mich verachtet und die Frau Urias, des Hetiters, genommen hast, dass sie deine Frau sei. So spricht der HERR: Siehe, ich will Unheil über dich kommen lassen aus deinem eigenen Hause und will deine Frauen nehmen vor deinen Augen und will sie deinem Nächsten geben, dass er bei ihnen liegen soll an der lichten Sonne. Denn du hast’s heimlich getan, ich aber will dies tun vor ganz Israel und im Licht der Sonne.

2. Sam 12, 7c-12
David protestiert dagegen nicht, bekennt nur seine Schuld. Anders als ich damals, muß er die Strafe nun aber auch wirklich auf sich nehmen, denn sein Sohn Absalom erhob sich später gegen ihn und übernahm auch einen Teil seines Harems. Allein die Todesstrafe, die ihm etwa nach Lev 20,10 blühte, wird ihm nachgelassen, er überlebt dann auch seinen Sohn Absalom und der nächste König wird der Sohn, den er später mit Batseba, der Frau des Uria zeugen wird: Salomo.
Nachwort: Falls meine Eltern das lesen: Macht Euch keine Gedanken. Auch wenn heutzutage Schläge als Mißhandlung gelten mögen, hab ich es bei Euch nie so aufgefasst und tu es auch heute nicht. Ich weiß, es geschah aus Liebe und Sorge und Ihr wißt, daß ich Euch lieb‘.