Religion

Mit den Waffen des Lichts gegen die Mächte der Finsternis

Die Predigt von letztem Wochenende. Predigttext war Röm 13, 8-12

Liebe Gemeinde,

mit Finsternis kann man keine Finsternis austreiben. Und wenn wir momentan die Nachrichten einschalten: Finsternis haben wir zur Genüge: Beirut, Paris, Brüssel, Bamako, aber auch Hannover. Al Quaida und Daesh, wie man den IS auch nennt, verbreiten Angst und Schrecken, zunehmend nun auch bei uns. Aber auch Heidenau, Dresden, Berlin: Von Ablehnung bis zum offenen Hass gehen viele Reaktionen auf die Flüchtlinge.

Wenn wir ins Internet schauen, in die sozialen Medien, dann kann man den Eindruck bekommen, dass viele Menschen dem Hass erlegen sind. Man findet einerseits die Propaganda von Daesh, Videos und Texte dieser Verbrecher, eingestellt um Angst zu verbreiten und Terror zu erzeugen. Auf der anderen Seite werden Horrorgeschichten über kriminelle Flüchtlinge erfunden oder aufgebauscht, vielleicht hier und dort auch ein Missverständnis hochgespielt.

Ein Beispiel: In einem Gespräch letzte Woche wurde mir erzählt, dass in einer Unterkunft irgendwo in der Pfalz Flüchtlinge die Heizung hochgedreht und gleichzeitig das Fenster offen gelassen hätten. Und dann wurde sich aufgeregt, wie DIE UNSER Geld verschwenden. Man hätte auch hingehen können und auf das Problem aufmerksam machen. Ich erinnere mich, dass in meiner Schulzeit dieses Verhalten von Seiten der Schüler auch existierte. Außer einem Badener und einem DDR-Flüchtlingskind hatten wir niemanden mit Migrationshintergrund in der Klasse.

Liebe Gemeinde, mit Finsternis kann man keine Finsternis austreiben. Mit was dann? Manchmal betreibe ich im Internet Couterspeech. Als vor einer Weile die großen Medien auf die Hasskommentare im Internet aufmerksam wurden, hatte man das als Umgang damit empfohlen: Einspruch erheben gegen diese Hasskommentare, Gegenbeispiele aufzeigen, den Hass nicht unwidersprochen stehen lassen. Ich kann Ihnen so viel berichten: Es kostet viel Zeit und viele Nerven, und ich bin sehr skeptisch ob ich bei irgend jemandem durchgedrungen bin. Viele haben mich auch einfach blockiert, mich auf stumm gestellt, damit sie die entgegengesetzte Meinung gar nicht erst hören müssen und ganz ehrlich: Ich kann es nachvollziehen: Auch ich blockiere Leute, die mich mit ihren Nachrichten nerven. Ich gebe mir Mühe, offen für andere Ansichten zu bleiben, aber irgendwann kann ich das nicht mehr. Wir Menschen tendieren dazu, uns voneinander abzuschotten, wenn wir verschiedener Ansicht sind.

Oder wir gehen aufeinander los. Die Polizei hat mitunter Schwierigkeiten bei politischen Demonstrationen rechte und linke Demonstranten zu trennen, aber auch bei Fußballspielen kommt es oft zu Gewalt zwischen den Anhängern gegnerischer Mannschaften. Als ob die Niederlage auf dem Platz durch eine Schlägerei vor dem Platz wettgemacht werden könnte.

Und wir schaukeln einander hoch.

Haben Sie auch schon die Erfahrung gemacht, dass Sie sich gestritten haben und gar nicht mehr so recht wissen, womit es eigentlich los ging? Irgendetwas gibt den Ausschlag, dass ich mich aufrege und austeile, und prompt bekomme ich eine nicht weniger gepfefferte Antwort und so ergibt ein Wort das Nächste und man kommt immer weiter rein in den Streit, bis man gar nicht mehr weiß,um was es ursprünglich ging.

Unser Verhalten zieht auch Kreise:

Ein Gerät funktioniert nicht, ich rufe die Servicenummer an und der Computer am anderen Ende der Leitung macht mich fast verrückt, weil mein Hochdeutsch wohl doch etwas zu pfälzisch klingt und er mich nicht versteht. Wenn ich dann endlich einen Menschen am Telefon habe, bekommt der meinen gesamten angestauten Frust ab. Dieser Mensch kriegt in seiner 10 Stunden Schicht so viele Wutausbrüche ab, dass es ihn so belastet, dass er krank wird und ausfällt. Schließlich verliert er seine sowieso schon schlecht bezahlte Stelle. Seine Eltern machen sich daraufhin Sorgen, der Vater ist womöglich Industriemeister und lässt seinen Frust bei seinen Arbeitern ab. Einer davon macht sich daraufhin Sorgen, nicht in eine Feststelle übernommen zu werden, ist gedanklich nicht bei der Sache und verursacht vielleicht einen Unfall mit dem Gabelstapler. Und so zieht meine Wut immer weitere Kreise und verursacht immer mehr Leid.

In diesem Beispiel merkt man, wie auch Angst eine Rolle spielt in diesen Mechanismen: Angst kann verunsichern und so auch zu zweifelhaften Taten führen. Angst, den Beruf zu verlieren, Angst, schlecht dazustehen vor dem Chef, vor dem Partner, vor den Kindern. Angst vor Fremdem, Angst vor Kriminalität, Angst vor Veränderung. Angst vor dem Tod. Angst kann dazu führen, dass man unbesonnen und extrem reagiert, ob die Angst begründet ist oder nicht. So fürchten sich offenbar viele Menschen vor den Flüchtlingen und setzen ihre Hoffnung deshalb auf Populisten. Einige wenige greifen sogar zur Gewalt gegen Flüchtlinge. Andere Menschen haben so viel Angst vor rechten Gewalttätern, dass sie selbst zur Gewalt gegen alle greifen, die sie für rechts halten. Damit die Gewalt der anderen nicht überhand nimmt, setzen sie ihre eigene Gewalt dagegen.

Es ist wie Friedrich Schiller im Wallenstein beschreibt: Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeugend, immer Böses muss gebären. Und irgendwann kommt man so zu Krieg und Terror.

Die böse Tat oder das böse Wort pflanzt sich fort, zieht immer mehr Menschen in Mitleidenschaft auf seinem Weg. So läuft das seit Jahrtausenden und es ist angesichts dessen ein Wunder, dass es nicht noch schlimmer zugeht auf der Welt, dass es nicht noch finsterer ist.

Mit Finsternis kann man keine Finsternis austreiben, liebe Gemeinde, Finsternis kann immer nur Finsternis hervorbringen.

Und in dieser ganzen Finsternis, die uns umgibt, hören wir jetzt in Bibelversen, Gebeten und Liedern davon, dass ein König kommen soll. Wir sind im Advent, was wie Pfarrer Funke sicher schon mehrfach erklärt hat Ankunft bedeutet und sich auf die Ankunft Jesu Christi auf der Erde bezieht. Ein süßes kleines Kind in Bethelhem im Stall, ganz idyllisch zwischen Ochs und Esel.

Darüber vergessen wir leicht, dass ein König jemand mit außerordentlicher Macht war, der seine Macht auch durchzusetzen wusste. Also ziemlich das Gegenteil von einem süßen kleinen Kind in beschaulicher Postkartenidylle.

Die Postkartenidylle täuscht daher ein wenig darüber hinweg, wer dieser Jesus ist: Ein mächtiger König, der direkt vom Himmel kommt, der unglaubliche Macht hat und auch eine klare Vorstellung davon, was Recht ist und was Unrecht. Auf die Ankunft dieses Königs bereiten wir uns im Advent vor. Was haben wir da zu erwarten, bei dem ganzen Leid, das unsere Taten nach sich ziehen?

Sind wir doch einmal ehrlich: Würden wir, wenn wir als Könige in so ein Chaos kämen, nicht unsere ganze Macht daran setzen, diese Taten zu unterbinden? Würden wir nicht zu Zwang und vielleicht sogar Gewalt greifen, um die Fortpflanzung der bösen Taten zu begrenzen? So wie die Polizei im Zweifel Gewalt anwendet, wenn sie Recht und Ordnung durchsetzt?So wie die Mächtigen dieser Welt immer wieder zum Mittel des Krieges greifen, nicht nur um die eigenen Interessen durchzusetzen, sondern auch um Völkermorde zu beenden und Sicherheit für Minderheiten und Unterdrückte zu gewährleisten?

Liebe Gemeinde, mit Finsternis kann man keine Finsternis austreiben. Wie Finsternis immer nur Finsternis gebirt, wie böse Taten immer nur böse Taten gebären, so gebirt auch Gewalt immer nur Gewalt, Hass immer nur Hass, Angst immer nur Angst.

Wie durchbricht man die Gewalt-, Hass- und Angstspiralen? Wie besiegt man die Finsternis? Nicht mit mehr Angst, Hass und Gewalt, nicht mit mehr Finsternis, sondern mit Licht, mit dem Gegenteil von Angst, Hass und Gewalt: Mit Liebe und Vertrauen.

Counterspeech zu betreiben, das habe ich bei meinen Versuchen erfahren, erfordert viel Kraft. Nämlich Kraft, die Beleidigungen, die einem an den Kopf geworfen werden, wegzustecken und bei der Antwort an der Liebe festzuhalten, und nicht die Spirale weiterzudrehen. So nimmt man dem Gegner irgendwann den Wind aus den Segeln und kommt vielleicht an den Punkt, wo man ganz offen miteinander ins Gespräch kommt und sich wirklich etwas ändert.

Überhaupt, wenn man es schafft, die Hass und die Gewalt, die man selbst erfährt, nicht weiterzugeben, unterbricht man die Fortzeugung der bösen Taten und Worte. Auch wenn es viel Kraft kostet: Die Welt wird ein wenig heller.

So hat auch Jesus angefangen, die Welt heller zu machen. Er hat alles auf sich genommen, die Gewalt nicht weitergegeben, selbst als es um sein Leben ging.

Die Kraft dazu schöpfte er aus seinem Gottvertrauen. Sein Glaube war stark genug darauf zu vertrauen, dass Gott ihn letztendlich nicht fallen lassen wird,dass alle seineAnstrengung und alles Leid, das er erfahren muss, nicht umsonst gewesen seinwird. Weil er die Gewalt, die er erfuhr, nicht weitergeben musste, war er der letzte, der die Spirale durchbrach. Diese Gewalt, dieser Hass zog keine Kreise mehr.

So besiegte er die Finsternis. Mit dem Licht der Liebe und der Kraft des Glaubens. Und nun bereiten wir uns darauf vor das Fest der Ankunft dieses Königs zu feiern. Der Advent ist die Zeit der Vorbereitung, der Selbstprüfung.

Habe ich diesen Glauben? Kann ich darauf vertrauen, dass Gott mir beisteht und ich nicht fallen lassen wird? Habe ich die Kraft, die Werke der Finsternis abzulegen und nicht weiter an den Hass- und Gewaltspiralen zu drehen?

Was hindert es dann, mich dem König in seinem Kampf gegen die Finsternis anzuschließen?

Auch wenn ich nicht jede Schlacht gewinnen kann, weil ich ein Mensch bin und immer wieder Zweifel habe, so trage ich doch mit jedem Sieg dazu bei, die Welt ein wenig heller zu machen und das Reich des Königs aufzurichten, indem ich die Waffen des Lichts aufnehme und wie Paulus im Predigttext schreibt das Gesetz erfülle und Liebe übe?

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Wer ist größer?

Bei Mandy hab ich ne Geschichte gelesen, die ich ähnlich auch schonmal gehört habe, un die in dieser ähnlichen Form auch schon einmal mit Christus in Verbindung gebracht wurde. Die Kurzfassung geht so:

Der New Yorker Bürgermeister hat an einem Winterabend in einem Bezirksgericht den Richter nach Hause geschickt und selbst den Platz übernommen. Angeklagt war eine alte Frau wegen Diebstahls. Sie hatte ein Brot gestohlen, um ihre Enkel durchzubringen. Diesen drohte der Hungertod. Der als Richter fungierende Bürgermeister verurteilte sie zu 10 Dollar Strafe, zahlte sie selbst und verurteilte darüber hinaus jeden Anwesenden zu 50 Cent Strafe dafür in einer Stadt zu leben, in der eine alte Frau Brot stehlen muß, um ihre Enkel durchzubringen. Das Geld bekam die Frau, die nun erst einmal genug hatte, um ihren Enkeln etwas zu essen zu kaufen.

Hier wird nun oft – und so auch bei Mandy – eine Parallele zu Christus und dem Krezesgeschehen gezogen. Demnach könne Gott nicht über unsere Fehler hinwegsehen, so daß eine Strafe nötig sei, zahlt sie aber dann selbst, um uns vom Haken zu lassen.

Ich finde diese Auffasung fragwürdig. Und stehe wohl nicht alleine. Gerade von (krakeele-) atheistischer Seite wird oftmals eingewandt, daß Gott uns ja so geschaffen hat und folglich selbst Schuld sei, daß wir sind, wie wir sind und uns folglich auch schlecht dafür verurteilen könnte. Das wäre dann wie wenn der Bürgermeister der alten Frau alles genommen hätte, so daß sie stehlen mußte, sie dann zu ner Strafe verurteilt für das Stehlen, das ihr als einziges übrig blieb, und sich dann als den großen Helden feiern läßt, wenn er die Strafe selbst zahlt.

Ich sehe ein ganz anderes Problem. Mir stellt sich die Frage danach, wer größer ist: Gott oder irgendein Gesetz, und sei es ein göttliches.

Gewisse christliche Kreise sagen nun, daß das Gesetz größer sei, da Gott sich daran gebunden habe, und so quasi selbst zurückgetreten sei, und nun nicht einfach widerrufen kann, und selbst ungerecht zu werden. Hier ist ein gewisser Legalismus zu erkennen, was Recht ist muß Recht bleiben, koste es, was es wolle. Schuld muß abgegolten werden, denn wo kämen wir denn dahin, wenn nicht etc.

So argumentiert auch der Ladenbesitzer, dem das Brot gestohel wurde, und den ich in meiner Zusammenfassung der Geschichte ausgelassen hatte (bei Mandy ist er erwähnt). Aus einer derartigen Gerechtigkeit spricht eine gewisse Unbarmherzigkeit. Und diese Unbarmerzigkeit kommt nicht aus der Welt, wenn der Richter die Strafe einfach selbst zahlt. Denn das Gesetz an sich ist ja unbarmherzig. Das sebe Gesetz, das gerade noch von Gott über sich selbst gehoben wurde (bzw worden sein soll). Damit stünde an höchster Stelle die Unbarmherzigkeit und wir wären nur so lange sicher vor der Verdammnis, wie Gott für uns die Strafe zahlt. Dann müßte Gott aber aus dem Zahlen gar nicht mehr heraukommen, immer wieder und wieder zahlen, weil wir immer wieder und wieder das Gesetz übertreten.

Dann könnte Jesus nicht auferstanden sein, weil Er immer noch zahlen würde. Sünde, Tod und Teufel wären nicht besiegt, nicht überwunden, Paulus hätte sie nicht verspotten können: Tod wo ist Dein Stachel, Hölle wo Dein Sieg?. Sie wären vorübergehend in Schach gehalten, aber lange nicht besiegt. Und es gäbe auch keine Aussicht auf einen Sieg, da auf diese Weise Gott diese Unbarmherzigkeit anerkannt und quasi geadelt hätte.

Nun ist Jesus aber auferstanden und der Tod ist besiegt. Keiner zahlt mehr. Jesus starb für uns und ist am Dritten Tag auferstanden nach der Schrift. Ein Schlüssel zu einem anderen Verständnis ist unser Verständnis von Gerechtigkeit. Man kann Gerechtigkeit so auffassen, daß jeder nach seinem Handeln behandelt wird, daß also eine gewise Gleichheit ingehalten wird. Auf Gutes folgt Gutes, auf Böses folgt Böses. Diese Gerechtigkeit ist im Kern unbarmherzig, da auf Böses immer Böses folgen muß, um der Gerechtigkeit willen. Auch wenn es sonst keiner will. Hier geht es ums Prinzip, und zwar über alle Leichen.

Eine andere Möglichkeit, Gerechtigkeit zu verstehen, ist es, wenn man sagt, gerecht ist, wenn etwas gut ist. Dann folgt auf Gutes weiterhin Gutes, aber auch auf Böses folgt Gutes, um den Bösen vom Guten zu überzeugen. Gott macht die Menschen gerecht, nicht indem er ihnen nach ihren Taten vergilt, sondern indem Er sie annimmt. Das war unter anderem auch Luthers Erkenntnis. Luther war in diesem Böses für Böses, Gutes für Gutes gefangen und suchte danach, wie er sich das Gute sichern könnte. Waser an Gutem utn mußte, um Gott zu gefallen. Seine Frage war: Wie kriege ich einen gnädigen Gott? Also: Wie mache ich durch gute Taten Gott gnädig? Die Antwort, die er fand, war verblüffend: Gar nicht. ch muß Gott nicht manipulieren, um Ihn gnädig zu stimmen. Gott ist schon gnädig.

Ich meine, Gott ist vielleicht nicht mit dem Bürgermeister aus der Geschichte gleichzusetzen, aber womöglich Satan mit dem Ladenbesitzer. Oder vielleicht gar das Gesetz! Aber das Beispiel paßt einfach nicht zum Ostergeschehen, wie ich es verstehe. Da hat Gott nichts bezahlt, sondern sich geopfert. Er hat sich quasi dem Urteil Satans unterworfen, um diesen dann der Rechtsbeugung zu überführen. Vielleicht läßt sich die Geschichte so erzählen:

In einem harten Winter, in dem es nichts zu essen gab, saß in der Stadt ein unbarmherziger Richter zu Gericht. Er konnte bei allen Menschen eine Straftat nachweisen, den einen, weil sie Essen klauten, den anderen, weil sie nichts abgaben, wie die Gesetze des Landes es verlangten. Folglich verurteilte er jeden, der in seinen Gerichtssaal gebracht wurde.

Wer Einfluß hatte in der Stadt versuchte, den Richter mit Gefälligkeiten gnädig zu stimmen, und der Richter hatte großen Gefallen an der Macht und der Ehrerbietung, die ihm zuteil wurde. Er brach selbst keine Gesetze, sorgte aber durch seine Machtposition und die Bestechungsversuche der Bürger selbst für größte Ungerechtigkeiten, die er dann wieder gnadnlos verfolgte.

Eines Tages aber kam ein Mann in die Stadt. Es war der Vorgesetzte des Richters, kein anderer als der König, dem die indirekte Gewaltherrschaft des Richters zu Ohren gekommen war. Der König gab sich den Bürgern nicht zu erkennen, der Richter aber wußte, mit wem er es zu tun hatte. Natürlich hatte der König es nicht nötig, Lebensmittel zu stehlen, er teilte das was er hatte aber auch mit anderen, so daß er selbst unschudig war. Der Richter hatte nun ein Problem. Einerseits stahlen immer weniger Menschen, weil sie beim König essen konnten. Andererseits öffneten auch andere Reiche ihre Türen, weil sie sahen, daß der König, obwohl er teilte, selbst immernoch genug hatte. Dem Richter wurde es allmählich schwer, seine Macht aufrecht zu erhalten, denn immer weniger Menschen ließen sich etwas zu Schulden kommen, so daß er immer weniger Menschen verfolgen konnte. Außerdem wollte der Richter selbst König werden. Er war selbst aus königlicher Familie und wußte, daß er selbst König würde, wenn er den richtigen König ins Gefängnis stecken konnte. Die Verurteilung des Königs würd beide Probleme lösen: Die Menschen würden einander wieder bestehlen und Lebensmittel vorenthalten, außerdem könnte der Richter dann nicht nur über eine Stadt, sondern über das ganze Land herrschen. Er hatte immer nch die Macht, Menschen vor Gericht zu holen und zu verurteilen, und da bisher jedes Urteil gerecht war, wurde auch keines davon je angezweifelt. Also ließ er den König verhaften, der immer noch incognito reiste.

Um sicher zu gehen, daß der König auch weiterhin geheim hielt, wer er in Wirklichkeit war, ließ er ihn öffentlich foltern und fragte immer wieder nach seinem Namen. Dieser aber blieb stumm und verweigerte die Aussage.

Der Richter verurteilte ihn wegen Lebensmitteldiebstahl, doch diesmal freilich ohne das Recht dazu zu haben. Aber wer konnte das schon wissen, waren doch alle Urteile bisher gerechtfertigt.

Nun offenbarte sich der König und ließ nun den Richter aus dem Amt jagen. Er war nämlich extra gekommen, um die Stadt von dem Richter zu befreien. Dies ging jedoch nur, wenn der Richter sich selbst etwas zu Schulden kommen ließe, der Richter mußte mit seiner eigenen Waffe, der unbarmherzigen Gerechtigkeit, geschlagen werden, um deren Ungerechtigkeit zu offenbaren. Einige Bürger der Stadt jedoch schenken all dem keinen Glauben. Sie ehren den Richter immer noch, da er gerechte Urteile verhängt. Sie zweifeln aber daran, daß der König wirklich der König ist. Denn dieser hätte sich in der Folter zu erkennen gegeben. Wieso hätte er als König es nötig gehabt, zu leiden?

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Tageslosung zum 03.03.2012 (Ps. 74, 12)

a)Gott ist mein König von alters her, b) Vollbringer von Heilstaten inmitten der Welt.

Der Psalm schildert in den ersten 11 Versen die Vernichtung von Tempel und anderen Gottesstätten. Dann jedoch ist der Losungstext V. 12 der Auftakt zur Schilderung der Größe Gottes und zur Aufforderung, seinem bedrängten Volk zu helfen. Beide Aspekte sind bereits in V. 12 enthalten. Was in einer Demokratie Legislative, Judikative und Exekutive zu tun haben (in letzter Zeit immer stärker ergänzt durch eine „Journaliskative“…) war damals Aufgabe des Königs: Diejenigen, die in seinem Herrschaftsbereich leben, zu schützen. Wenn gesagt wird: „Gott ist mein König von alters her“ ist das nicht nur Ausdruck der Größe Gottes, auch eine Erinnerung daran, sein Volk zu schützen, denn das sollten Könige tun. Besonders V. 22 zeigt, dass es für den Psalmisten kein Problem war, sich auch fordernd an seinen König zu wenden. 

Wenn ein menschlicher König um Hilfe gebeten wird, so ist seine Hilfsmöglichkeit begrenzt. Hier aber wird Gott selbst um Hilfe gebeten, Hilfe gehört sozusagen zu ihm, zumindest geht der Psalmist davon aus, denn er schreibt Gott ja zu, Vollbringer von Heilstaten zu sein. Heilstaten gehören also zu Gott (ob auch Menschen im AT Heilstaten vollbringen können, muss ich erst noch nachprüfen, da fehlt mir aber grade die Zeit für). Die weiteren Verse des Psalms können als genauere Ausführung von V. 12 verstanden werden. Dabei sind die Verse 13-17 genauere Ausführungen der bisherigen Heilstaten Gottes, sie führen also V. 12b fort, die Verse 18-22 nehmen V. 12a auf: Sie erinnern Gott daran, was seine Pflicht als König ist. 

 

Ich freue mich auf eure Kommentare 🙂 Leider bin ich ab morgen unterwegs und muss deshalb eine Pause bei der Losungsauslegung einlegen. Aber ich freue mich schon darauf, am 12.03.2012 hier weiterzuschreiben!