Gesellschaft, Theologie

Fachkräftemangel

Wenn es stimmt, daß Deutschland durch den Zuzug vieler Muslime islamisiert wird, dann ist der Fachkräftemangel ganz leicht zu lösen:

Da alle muslimisch werden durch die Anwesenheit von Muslimen, werden doch sicher auch alle zu Akademikern durch die Anwesenheit von Akademikern.

Die Lösung ist also ganz leicht: Man schickt einfach alle Leute für 10 Minuten in die nächste Hochschule, die Anwesenheit der Akademiker färbt ab und schon haben wir lauter Akademiker. Problem gelöst.

Wenn die rechtskonservativen Parteien das mal umsetzen würden, stat immer nur Angst vor den Asylanten zu haben, dann könnten die in Deutschland echt noch etwas reißen. Man kann das übrigens noch weiter treiben: Man schickt alle Asylanten für 10 Minuten in ein Parlament und hat dann lauten lupenreine Demokraten. Nix mehr Terrorismus, nix mehr Scharia…

Und wenn man sie dann in die Kirche schickt…

Das geht natürlich nicht in einem weltanschaulich neutralen Staat, dennoch hat Käsmann recht, wenn sie sagt:

Gehen Sie sonntags in die Kirchen, dann müssen Sie keine Angst vor vollen Moscheen haben.

So wenig, wie man zum Akademiker wird, wenn man sich in einem Unigebäude aufhält, so wenig wird man zum Muslim, wenn man einen auf der Straße trifft. Islam ist keine ansteckende Krankheit.

Wenn jemand „christliches Abendland“ schreit, also für sich selbst den christlichen Glauben in Anspruch nimmt, dann kann ich diese Angst vor den Mulsimen schon dreimal nicht verstehen, denn erstens steht gefühlte tausend Mal in der Bibel „fürchte Dich nicht“, zweitens steht in der Bibel, daß die Kirche, also die Gemeinschaft der Heiligen, nicht überwunden werden wird, und drittens fordert Jesus darin das Ausharren, falls es doch einmal zu Verfolgungen kommt.

Sprich: Selbst wenn das jetzt alles Terroristen wären, die da kommen, müßten wir als Christen (und ich sprech jetzt wirklich nur von den Christen) denen helfen (Nächsten- und Feindesliebe!), und wenn sie die Scharia einführen sollten (was sie nicht tun werden, sie fliehen ja vor ISIS und Taliban), können wir nichts anderes tun als die andere Wange hinzuhalten. Wenn wir Christen sind und das „christliche Abendland“ im Munde führen.

 

Theologie

Gleichheit und Unterdrückung

lenin-unterdrückungWeder kann existieren, noch existiert, noch wird jemals existieren eine „Gleichheit“ zwischen Unterdrückern und Unterdrückten, zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten.

Dieses Bild und dieser Satz, alles schön in rot gehalten. Ein Kampfspruch der politischen Linken, die mit solchen Aussagen ihren Kampf für eine bessere Welt legitimiert. Eine Welt, in der diese Gleichheit Wirklichkeit wird, in der es eben keine Unterdrückung und keine Ausbeutung mehr geben soll.

Wenn man das Bild von Lenin sieht und weiß, was aus der Sowjetunion geworden ist, wie eben auch dort keine Gleichheit erreicht wurde, wie eben auch dort Unterdrückung und Ausbeutung vorkam, vielleicht sogar mehr als im Westen, dann widerlegt das nicht den Satz, der da im Bild steht, nein, es bstätigt ihn nur für den Bereich des Sozialismus/Kommunismus.

Ich denke, der Satz ist korrekt, wie er so da steht. Und ich würde noch einen drauf setzen:

Ausbeutung und Unterdrückung werden wir nicht abschaffen können.

Befreien kann uns kein Lenin, kein Kaiser noch Tribun, oder wie die Bibel es ausdrückt: „alle haben gesündigt“ (Röm 3,23), „denn das Sinnen des menschlichen Herzens ist böse von seiner Jugend an“ (1. Mose 8, 21).

Die Situation ist verfahren, darauf kann man sich vielleicht auch einigen, wenn man nicht an die Ursünde („Erbsünde“ ist ne schlechte Übersetzung für Augustins „peccatum originale originans„) glaubt, die auf diesen und anderen Bibelstellen beruht.

Alle Versuche, an der Unterdrückung und der Ausbeutung etwas zu ändern müssen scheitern, weil der Mensch einfach so ist, daß er auf seinen Vorteil bedacht ist. Das gilt für mich, Dich und alle anderen.

Man will das nicht so gerne wahr haben, denn eigentlich erlebt man sich ja nicht als so schlecht. Meistens sind es ja die anderen: Die Banker, die Kapitalisten, die Nazis, die Radikalen, die Gutmenschen, die Mörder, die Reichen, die Ossis, die Wessis, die Türken…

Kurz: Die sind schuld, nicht ich, nicht wir (diese Sicht der Dinge begegnet einem außer im Bereich der großen Gesellschaftlichen Probleme auch im Kindergarten, nur geht es da um anderes).

Ja gut, mag manch einer sagen, mal nen Vorteil mitgenommen, wo es keine Opfer gibt, das ist ja nicht so schlimm. Die Kirche mit ihrem Moralismus übertreibt es da ja auch immer! Diese Denke spielgelt sich auch in den „Zehn Angeboten“ der Neoatheisten wieder, deren Nr. 4 lautet:

Du sollst nicht lügen, betrügen, stehlen, töten – es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen!

Durchsetzung der Ideale der Humanität durch Lüge, Betrug, Stehlen und Mord! Und in Nr. 5 ist dann die Rede davon, daß man nicht moralisieren soll und der homo sapiens gut wäre und keine „Bestie“.

Ich halte die christliche Anschauung vom Menschen als Sünder da für realistischer. So läßt sich erklären, woher Unterdrückung und Ausbeutung kommt. Mit dem anderen Denken, das wohl sowohl von Lenin als auch von den Neoatheisten geteilt wird, ist der Mensch aber an sich gut und leidet unter wenigen Individuen, die aus welchem Grund auch immer böse sind und zumindest bei Lenin mit Gewalt entmachtet werden müssen, damit alles besser wird (wobei die Neoatheisten ja im Zweifel auch mit Mord die „Ideale des Humanismus“ durchsetzen wollen).

Daß die Gewalt an sich und die Bereitschaft, zur Durchsetzung der eigenen Überzeugung (etwa der Durchsetzung der Ziele des Humanismus) mit Gewalt auch schon ein Problem ist, auch schon mit Unterdrückung zu tun hat, das wird dabei übersehen.

So wie immer übersehen wird, daß die eigenen Mittel im Zweifel genau so schlimm sind wie die der Unterdrücker, die man beseitigen möchte. So löst eine Gewalt die andere ab. Mal wird sie mit Gewehren ausgeübt, mal mit Kapital und Wirtschaft, mal sind die Gewinner des Systems eine bestimmte „Ethnie“, manchmal ist es eine bestimmte „Klasse“. Was aber immer bleibt ist:

Wir gegen die, die sind Unterdrücker, wir sind Befreier.

Die gegnersiche Seite versteht sich selbst dann als Verteidigerin der Freiheit, während sie die selbst ernannten Befreier als Terroristen tituliert. Wie gesagt, es ist wie im Kindergarten: Ich hab recht und die anderen haben Unrecht und deshalb hau ich die jetzt.

So ist dem Grundübel, der Unterdrückung und der Ausbeutung nicht beizukommen! Wie ich eingangs schrieb: Unterdrückung und Ausbeutung sind nicht zu ändern. Das gibt es, weil der Mensch so ist. Nicht nur besondere, böse Menschen, sondern wir alle, Dich und mich eingenommen.

Die meisten Lösungsansätze bestehen darin, ungeachtet der Propaganda, daß die eigene Gruppierung sich eben gegen die anderen, notfalls mit Gewalt, durchsetzen muß, damit alles besser wird. Wird es auch: Für diejenigen, die hier ihre eigenen Herrschaft durchsetzen.

Wieso schreibe cih dann aber so lange davon? Auf was will ich hinaus?

Nun, es gibt einen Weg des Umgangs, der jedoch von den meisten Menschen nicht als solcher angesehen wird, ja vielleicht sogar belacht wird. Und das ist der Weg des (christlichen) Glaubens. Jesus spricht zu denjengen, die Ihm nachfolgen wollen:

Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.(Mt 16, 24; Mk 8, 34; Lk 9,23)

Ich meine tatsächlich, die Lösung liegt in der Selbstverleugnung. Wenn ich mich als unterdrückt erkenne, dann kann ich mich bedauern, oder ich kann mich selbst verleugnen und meinen Drang, immer nur mein Bestes zu suchen, und kann die Situation annehmen.

Die erste Option führt dazu, daß ich im Zweifel enorme Energie aufbringe, den Zustand der Unterdrückung zu bekämpfen. Dieser Kampf kann mich gefangen nehmen, indem ich meine Freiheit über alles setze, ordne ich dem Kampf alles unter, ud es kommt in immer mehr Feldern zur Alternativlosigkeit: Wenn ich in dem Kampf vorwärts kommen will, muß ich dies oder jenes tun und kann auf anderes keine (oder kaum) Rücksicht nehmen. Ich bin Gefangener meines Freiheitskampfes und all mein Tun ist festgelegt. Ich bin vielleicht nicht mehr von äußeren Umständen unterdrückt, dafür nehmen mich innere Umstände, nämlich der Kampf um die Freiehti, gefangen. Ich unterdrücke mich quasi selbst, habe nichts von meiner Freiheit.

Im zweiten Fall würde ich den Freiheitskampf nicht antreten, was schmerzhaft ist. Ich würde vielleicht sogar zusehen, daß ich mich möglichst gut ausbeuten lasse, daß ich ein guter Sklave des Systems bin. Das bedeutet extreme Selbstverleugnung und nach dem eigenen Vorteil braucht man dabei nicht lange suchen. Der ist hin.Wenn man es aber schafft, die Kraft dazu aufzubringen, daß man sich selbst derart zurücknimmt, gewinnt man damit auch eine gewisse innere Freiheit, die für den Freiheitskämpfer unerreichbar ist. Man hat nichts zu verlieren, man gibt, was man hat demjenigen, der einen unterdrückt. Aber alles, was der Unterdrücker von einem nicht will, hat man für sich und kann damit tun, was man will, ohne sich überlegen zu müssen, inwieweit man damit den eigenen Freiheitskampf gefährdet. Das ist eine sicherlich kleine Freiheit, aber eine größere, als sie der in der Alternativlosigkeit gefangene Freiheitskämpfer hat.

Ich glaube, der Weg ist nur im Glauben wirklich zu gehen, weil einem sonst die Kraft dazu fehlt. Aber ich glaube auch, daß dieser Weg tatsächlich etwas verändern kann, im Gegensatz zu all den Revolutionen, die sonst als Rettung angesehen werden, die aber meist nur viele Tote und Zerstörung und eine neue (und nicht zwingend bessere) Regierung bringen.

Dieser Weg ist im besten Sinne unmenschlich, insofern der menschliche Weg der der Gewalt ist. Dieser Weg kann auch ansteckend sein, indem er die Unterdrücker, die ja selbst in den Alternativlosigkeiten dieser Welt gefangen sind, zum Umdenken bringt. Indem sie Menschen erleben, die sich offen ihnen gegenüber verhalten und nicht nur ihre Position gefährden, können auch sie offener werden und gewinnen Alternativen im handeln dazu. Sie werden so auch ein wenig freier.

Meiner Meinung nach sollten Revolutionen nur so, und nicht mit Gewehren verlaufen. Dieses Ideal steht auch hinter dem Kampf der Bürgerrechtsbewegung in den USA um die Aufhebung der Rassentrennung. Man hat sich lieber von der Polizei mißhandeln lassen, als selbst zur Gewalt zu greifen. Leute wie Malcolm X haben das wie ich oben schrieb belächelt und verurteilt. Nach menschlichem Denken verständlich: Wie sollte man im Freiheitskampf gewinnen, wenn man sich in die Unfreiheit begibt, nicht zurückschlägt, wie früher die Sklaven?

Trotzdem war die Bürgerrechtsbewegung erfolgreich, auch wenn icht alles durchgesetzt wurde. Die USA haben einen schwarzen Präsidenten, schon in der zweiten Amtsperiode, während die Bewaffnung und die Gewalt, die vonLeuten wie Malcolm X propagiert wurde, wohl mit ein Grund dafür ist, daß weiße Cops meinen, sie könnten einfach so schwrze Jugendliche niederschießen, weil die hätten ja schließlich alle Waffen und seien gefährlich…

Eine Sache noch:

Ich bitte zu beachten, daß ich hier nur von der eigenen Person aus argumntiert habe, nur die eigene Unterdrückung betrachtet habe, nicht die Unterdrückung anderer. Ich finde dies wichtig, weil ich eben für mich am ehesten sprechen kann, weniger für eine Gruppe, ein Millieu, dem ich vielleicht nicht einmal angehöre. Lenin wollte die Arbeiter befreien und war selbst keiner, die RAF wollte die deutschen Arbeiter befreien, die großteils BILD lasen und nicht viel von der RAF hielten. Und hätte Guevara in Bolivien mehr Unterstützung von den dortigen Bauern, die er befreien wollte, gehabt, wäre er vielleicht nicht gefangen und erschossen worden.

Man könnte nun meinen, ich spreche mich hier dafür aus, daß die Unterdrückten eben unterdrückt sein und dabei glücklich sein sollen, da ich als Angehöriger einer priviligierten Schicht mich dafür ausgesprochen habe, das Kreuz auf sich zu nehmen und zu dienen um so eine innere Freiheit zu erlangen, die schließlich auch andere befreit.

Dem ist nicht so! Was ich ausdrücken wollte ist, daß keine gewaltsame Befreiung weder der eigenen Person noch anderer etwas am grundsätzlichen Problem ändern wird, man tausht höchstens die Rollen. Das bedeutet jedoch nicht, daß man angesichts der Unterdrückung anderer nichts machen solle. Wo man kann sollte man auf eine Veränderung hinwirken, indem man die Dinge beim Namen nennt und zusieht, daß man sich selbst nicht – vielelicht aus Alternativlosigkeit – in solche Unterdrückungsmechanismen verstrickt (und wir sind alle darin verstrickt!). Kurz: Wenn Du jemanden siehst, der Hilfe braucht, dann hilf ihm, hilf ihm nachhaltig, aber versuche nicht, ihm zu helfen, indem Du mit Gewalt etwas am System ändern willst. Denn das System änderst Du nicht mit Gewalt, da es selbst auf Gewalt baut. Mit Gewalt stützt Du das System nur, Du tauschst höchstens ein paar Rollen aus un der Hilfsbedürftige von heute wird zum Unterdrücker von morgen.

Fazit

Gleichheit läßt sich nur über den Weg des freiwilligen Dienstes erreichen. Denn wenn ich freiwillig das tue, was mein Unterdrücker verlangt, dann begebe ich mit damit mit ihm auf Augenhöhe. Damit unterlaufe ich die Unterdrückung, denn wo ich freiwillig arbeite, werde ich weder unterdrückt noch ausgebeutet. So komme ch auf Augenhöhe mit denen, die mich unterdrücken.

Darüber hinus kann ich alle mir zur Verfügung stehenden Kräfte nutzen, um anderen Unterdrückten das Leben so leicht wie möglich zu machen, wobei Gewalt keine Optionist, weil sie das System stärkt und nicht schwächt.

Gesellschaft

Kirche und Politik

Friedrich Wilhelm Graf, Professor der evangelischen Theologie in München, hat ein Interview gegeben, in dem er die Kirchen kritisiert hat. Diesmal ging es nicht um die Verweiblichung der Kirche oder einen Kuschelgott, sondern um die politischen Äußerungen von Kirchenleuten.

Der epd zitiert Graf folgendermaßen:

Das geistliche Amt macht keineswegs politisch klüger oder kompetenter als andere Rollen in der pluralistischen Gesellschaft.

Damit hat er Recht. Wo ich aber etwas stutze ist, wenn der epd ebenfalls schreibt, nach Graf sollten sich die Kirchen auf religiöse Sinndeutung und Riten zur heilsamen Unterbrechung des Alltags konzentrieren. Man müßte das ganze Interview mal lesen, aber ich habe es nicht zur Hand. So wie sich mir die Sache jetzt darstellt, bin ich ein wenig stutzig.

Es hört sich fast so an, als wolle Graf die Kirche auf ein wenig Eiapoppeia reduzieren, ein bißchen Opium fürs Volk, wenn man so will, damit das Volk sich gut fühlt.

In früheren Verlautbarungen (siehe Link) fand er das noch verkehrt, deshalb bin ich etwas zurückhaltend, ob ich ihn richtig verstehe.

Fakt ist doch, daß die Kirche zuerst und vor allem die Aufgabe hat, das Evangelium zu verkünden. Man kann das als geistliche Aufgabe verstehen, aber sie ist doch nicht unpolitisch! Die Gesellschaft, in der Jesus lebte, scheint mir das auch so verstanden zu haben, sonst wäre Er wohl kaum als politischer Aufrührer hingerichtet worden. Jedenfalls gab es diese Deutung recht bald, wie die Rede vom König der Juden in den Evangelien nahelegt.

Fakt ist aber auch, daß selbst wenn ein Bischof (oder auch ein Pfarrer) nicht politisch klüger ist als andere, er dennoch eine Verantwortung hat, mit der er umgehen muß. Und dazu gehört, nicht zu schweigen, wenn Probleme ausgemacht werden. Sicherlich können Bischof und Pfarrer sich irren, aber ebenso geht es doch auch Politikern, die mal eben in ganz andere Ressorts wechseln können, je nachdem, wo der Parteienproporz ihre Arbeit gerade benötigt. Oder wie ist es mit Journalisten, die zunehmend weniger Zeit haben, Artikel gründlich zu recherchieren udn die immer mehr den Eindruck vermitteln (wenigstens mir), daß vor allem voneinander abgeschrieben wird und man lediglich sich selbst verstärkt.

Nehmen wir als Beispiel die Flüchtlingsproblematik. Da sind Menschen, die ihr Leben riskieren, um nach Europa zu kommen. Manche fliehen vor Krieg, manche hoffen auch eine wirtschaftlich bessere Zukunft und womöglich sind auch Abenteurer dabei. Wie dem auch sei: Viele dieser Menschen kommen bei dem Versuch um, die Küste Europas zu erreichen, und wenn sie doch herkommen, steht ihnen oftmals ein Leben eingepfercht im Lager auf Lampedusa bevor. Sicherlich besser als in irgend einem Bürgerkrieg zu verrecken, aber ist es wirklich gut? Wenn Kirchen hier den Finger in die Wunde legen und darauf aufmerksam machen, daß hier ein wirkliches und echtes und dramatisches Problem vorliegt, kann ich daran nichts Verkehrtes erkennen. Hat Amos zum Elend seiner Landsleute geschwiegen?

Gleiches gilt für den Aufreger vor ein paar Jahren, als Käßmann ihr „nichts ist gut in Afghanistan“ losließ. Hatte sie Unrecht? Hat das Militär die Situation tatsächlich verbessert? Fürchten wir nicht, daß die Taliban wieder die Macht übernehmen, wenn die internationalen Truppen abgezogen werden?

Probleme müssen angesprochen werden, wenn sie auftauchen. Und Kirchenleute haben oftmals eine gewisse Freiheit, die andere Akteure im politischen Feld nicht haben: Politiker wollen wiedergewählt werden, Journalisten wollen ihre Zeitungen verkaufen. Kirchenleute leben von der Kirchensteuer, sind beamtet und vom Broterwerb freigestellt. Sie können freier sagen, was sie denken, als andere, und sie haben die Bühne dazu. Dies nicht zu nutzen wäre IMHO viel schlimmer. Denn dann hätten sie etwas tun können und taten es nicht.

Freilich stellt sich die Problematik, daß Kirchenleute auch falsch liegen können. Manche vertreten auch ziemlich haarsträubenden Unsinn. Das ist die Kehrseite, nicht nur der herausgehobenen Stellung der Kirchenleute in der Gesellschaft, sondern von Redefreiheit und freiheitlicher Demokratie überhaupt.

Falsche Propheten erkennt man daran, daß das, was sie prophezeiten, nicht eintrat. Mehr hatten die Leute in biblischen Zeiten auch nicht. Uns geht es ebenso. Das Problem der falschen Propheten besteht fort.

Ein anderes Beispiel. USA, 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts. Während eineige Afroamerikaner nach mehr Rechten und Freiheiten strebten, gab es weiße Gemeinden, die dem zwar im Grunde positiv gegenüber standen, die aber Mäßigung einforderten und auch darauf hinwiesen, daß die Kirche nur das Geistliche betrifft. Dagegen haben Pfarrer, Martin Luther King Jr. ist in Deutschland wohl der Bekannteste, immer auch in ihren Predigten auf die Bürgerrechtsbewegung und ihre Ziele Bezug genommen wie umgekehrt bei Demonstrationen auch immer christlich-biblisch argumentiert.

Ich kann mir vorstellen, daß es damals Menschen gab, die sich unschlüssig waren, ob das nun okay so war, Gott für diese eigentlich politischen Ziele in Anspruch zu nehmen. Heute sind wir wohl mehrheitlich der Auffassung, daß King und seine Mitstreiter tatsächlich auch die Sache Gottes betrieben, daß die Gleichberechtigung eine Forderung Gottes ist die auch in den Kirchen nicht verschwiegen werden darf.

Man kann den Bogen noch weiter zurück spannen in die Nazizeit und den Kirchenkampf damals (gerade auch was Röm 13 angeht).

Wenn jemand Unsinn redet, so kann man sich damt auseinandersetzen. Man kann sagen, oder schreiben: Herr Schneider, Frau Käßmann, Herr Graf, da haben sie Unsinn geredet. Und dann kann man im konstruktiven Streit gemeinsam zu einer besseren Position kommen.

Wichtig ist jedoch auch, daß die Kirchenleute ihre politischen Aussagen im Evangelium verankern. Das geht gerne einmal unter, was auch an den Medien liegen kann. Trotzdem habe ich den Eindruck, man kann das Evangelium und seine Rolle aus einer Rede Kings viel schwieriger herauskürzen als aus aktuellen Stellungnahmen von Kirchenleuten. Allerdings könnte ich es auch nicht besser machen.

In diesem Sinne, ein glückliches und erfolgreiches 2014.

Gesellschaft

Che ohne Knarre

Vom der Erwähnung eines Artikels über Kennzeichenspeicherung in Bayern bei diaspora* kam es in den Kommentaren bald zur Diskussion über die Notwendigkeit einer Revolution. Ja, diaspora* (oder zumindest viele der Leute, mti denen ich verbunden bin) ist sehr revolutionär geprägt.

Wie dem auch sei: Ich wandte ein, daß ich auf ne Revolution wenig Bock hätte, weil das ja auch immer Leid bedeutet. Und wenn man Leid in Kauf nimmt, um ein anderes Leid abzuschaffen, dann sollte man ne Kosten-Nutzen Aufstellung (schon wieder so ein kapitalistischer Begriff ;)) machen und sich das Ganze nochmal überlegen, denk ich.

„Rasier Klinge“ hat daraufhin einen Kommentar geschrieben, in dem sie auch Bezug auf Jesus nimmt und auf den ich hier etwas ausführlicher reagieren will. Doch zuerst nochmal Rasier Klinge’s Kommentar:

Nun, mir wären unblutige Revolutionen auch lieber. Trotzdem nützen nur Worte nichts. Egal wie gehaltvoll sie auch sind. Mächtige sind höchst ungern ohne Macht. Dann sind sie sinnentleert. Die Erkenntnis, ohne Macht nichts zu sein, ist unangenehm. Sogar Jesus hatte göttlichen Beistand, sogar er musste was tun, heilen, Wasser in Wein, spektakulär sterben,was auch immer..nur predigen beeindruckt selten die Massen. Es spaltet sie höchstens. Und da das Bodenpersonal der diversen Götter nichts taugt, sieht man daran, dass sie nicht heilen, sondern Waffen segnen. Wenn ich also keinen Gott zur Hand habe, und auch sonst meinen Lebenssinn in etwas anderem sehe als in Macht ausüben, bis nur noch die Macht da ist, ich dafür verschwunden…was soll und kann ich tun um den gegenwärtigen Zustand zu ändern?
(Hervorhebungen von mir)

Das erinnerte mich an eine Bezeichnugn für Che Guevara, ich weiß gar nicht, wo ich sie zuerst gehört hatte:

Jesus mit ner Knarre.

Die Parallele zwischen Jesus und Guevara, die hier aufgemacht wird, liegt wohl darin, daß über beide von den jeweiligen Anhängern berichtet wird, daß es ihnen um eine Befreiung ging, nur daß Guevara eben so konsequent gewesen sei, zur Waffe zu greifen und den Versuch unternommen hat, etwas zu ändern, während Jesus lediglich die andere Wange hingehalten habe. Gestorben sind dann beide: Guevara, weil er an nen Stärkeren kam, und Jesus, weil Er einmal zu oft die Wange hingehalten hatte, statt sich zu wehren.

Doch während für Guevara sein Tod die ultimative Niederlage war – die Revolution in Bolivien blieb aus, er war tot und wurde am Ende noch kapitalistisch vermarktet – war der Tod Jesu Sein großer Triumph. Denn im Gegensatz zu Guevara hatte Er damit Seinen Feind besiegt, indem Er dessen Bösartigkeit offensichtlich machte. Damit war das Kreuz Jesu ein sichtbares Zeichen für die Gewalt des Systems (oder des Bösen, wenn man es mythologischer ausdrücken will). Guevaras Tod war höchstens ein Zeichen dafür, daß seine Gewalt der seiner Gegner unterlegen war. Er offenbarte in seinem Tod kein Unrecht, denn er selbst griff zur Waffe und hat sich damit moralisch auf die Ebene seiner Gegner begeben.

Nun sagt Rasier Klinge einerseits, nur predigen helfe nichts und auch Jesus habe das nicht getan. Stimmt. Aber wenn jemand etwas Gutes tut, dann wird das nicht unkommentiert bleiben, also hier oder da wird immer „gepredigt“ werden, oder „verkündigt“ oder wie man vielleicht moderner sagt: berichtet, gedeutet, erklärt.

Wenn ich Rasier Klinge richtig verstehe, wäre ihr die gewaltlose Alternative lieber, aber sie sieht diese nicht und fragt deshalb am Ende, was sie tun kann. Ich denke, eine Antwort könnte durchaus bei Jesus zu finden sein. Und zwar ganz ohne dabei an Gott glauben zu müssen (oder doch? ich wäre hierzu an Rückmeldungen interessiert).

Und zwar ganz einfach, indem man Jesu Beispiel folgt: Gutes tun, und die Retourkutschen des Systems wegstecken. Damit ändert man nicht den Gesamtzustand. Aber den kriegen wir wahrscheinlich eh nie in den Griff (der Christ kann hier auf die Hoffnugn auf Gott zurückgreifen, aber Gott wollten wir hier ja rauslassen).

Das System lebt ja davon, daß wir alle in einer wie auch immer gearteten Ordnung stecken und uns dementsprechend verhalten. Jeder von uns steht unter Druck von oben, gibt aber auf irgend eine Weise auch Druck nach unten ab. Und den haben wir im Griff, das ist unsere Macht. Und wenn wir hier den Druck rausnehmen und gleichzeitig den von oben aushalten, schaffen wir in unserem Machtbereich ein Stückchen Freiheit.

Das ist verdammt schwer, kaum zu 100% durchzuhalten und wird auch nicht das ganze System ändern. Denn selbst wenn es Nachahmer finden wird, ist und bleibt es ein Kampf gegen Windmühlen.

Bei diaspora* liest man dann häufig, daß eben nicht nur einzelne den Konsumismus ablegen sollten, sondern am Besten alle im Kollektiv. Mit dem Kollektivismus haben wir nicht wirklich bessere Erfahrungen gemacht als mit dem Kapitalismus, nur so nebenbei. Die Welt ist nun einmal so, daß die Leute nicht so sind, wie wir sie uns wünschen, und daß jeder Druck, den wir auf sie ausüben, um sie so zu machen, wie wir sie haben wollen

  1. nur dann ausgeübt werden kann, wenn wir die Macht haben, Druck aufzubauen
  2. dazu  führt, daß bei diesen Menschen dann neue Unfreiheiten entstehen, die der Keim für die nächste Revolution sind.

Wobei dann wieder neue Freiheiten erkämpft und andere unterdrückt werden. Die Welt ist so, wie sie ist, und deshalb werden wir das absolut gerechte System nicht erschaffen.

Schlußendlich bedeutet das, daß wir den Druck, den wir von oben kriegen, nur unter der Prämisse abschaffen können, daß wir neuen Druck anderswo aufbauen. Oder anders ausgedrückt: Wir können nicht uns selbst befreien, sondern immer nur die, deren Freiheit in unserer Hand liegt, weil wir nach dem gängigen System die Macht über sie haben.

Das ist es mehr oder weniger, was Jesus tat. Er heilte die Kranken udn siechen und scherte sich einen Kehrricht um die Machtstrukturen des Systems, indem er den Randsiedlern (Zöllner, Huren, Sünder im Allgemeinen) auf Augenhöhe begegnete, also nicht Macht über die ausübte, die nach den Regeln des Systems unter Ihm standen. Das reizte die über Ihm stehenden im System, den Druck zu erhören bis zu Seiner Hinrichtung. In Mt 12 etwa lesen wir erst, wie Jesus den Phrisäern aus der Schrift darlegt, wieso die Regeln, die sie zur Stützung ihres Systems herangezogen haben, bei Ihm nicht ziehen. Und zwar in Bezug aufs Ährenrauffen am Sabbath. Und dann ist die Geschichte vom Heilen am Sabbath, wo Jesus dann auch noch sagt, sie würden nicht anders handeln als Er. Er beugte sich nicht der Macht, mit der sie über Ihn auf die von Ihm Abhängigen „durchregieren“ wollten. Und Er machte sich damit zum Ziel. In Vers 14 steht dann:

Da gingen die Pharisäer hinaus und hielten Rat über ihn, wie sie ihn umbrächten.

Sprich: Man kann etwas tun. Aber das bedeutet, Opfer bringen. Und in der Konsequenz wie Jesus, ist kaum einer dazu bereit. Auch Guevara war es nicht, er suchte nach dem großen Wurf, die absolute Freiheit zu erreichen (als ob wir mit dem Absolutismus gute Erfahrungen gemacht hätten!) und schuf damit neue Unfreiheiten und mit den Kriegen, in denen er kämpfte, auch jede Menge Leid.

Und Jesus? Er schuf vor allem sich selbst Leid. Er änderte auch das System nicht, aber ermöglichte im Rahmen Seiner Möglichkeiten als Mensch, was möglich war, indem Er denen Freiheit gab, denen Er sie als Mensch geben konnte.

Der große Systemumsturtz wird von den Christen erst am Ende der Zeit erwartet, und darauf liegt unsere Hoffnung. Bis dahin geht es uns, wie auch den Nichtchristen: Freiheit können wir nur denen schaffen, die unter unserer Macht stehen. Und es ist ein entbehrungsreicher Kampf gegen Windmühlen, ohne Aussicht darauf, je einen Sieg in der Weise zu erringen, daß wir die absolute Freiheit umgesetzt hätten und der Kampf zu Ende wäre.

Aber, wir haben gute Voraussetzungen für diesen Kampf. Wir leben in einer Demokratie, wodurch unsere Macht auf die gesamte Gesellschaft so groß ist wie selten zuvor. Die immer noch recht freie Kommunikation übers Internet spielt da auch noch rein. Ebenso, daß wir in einem der reichsten Länder der Erde wohnen. Alles das sind Machtfaktoren oder Faktoren, die unsere je individuelle Macht sehr hoch ansetzen. Wir können vielleicht nicht das ganze System ändern (weil sich nur die Leidtragenden ändern würden), aber wir können dadurch vielen Menschen mehr Freiheit geben. Wir selbst aber werden mit den Konsequenzen daraus leben müssen, denn uns selbst können wir nur Freiheit verschaffen, indem wir andere unterjochen.

Theologie

Von Wundern und Wirklichkeit

Christina hat mir in nem Kommentar bei nem anderen Artikel ne Frage gestellt, die ich hier beantworten möchte.

@ Benny: Nochmal eine Frage an dich, nur neugierigkeitshalber. :) Du hast das ja oben nicht so direkt gesagt und deshalb besteht bei mir da immer noch Unklarheit drüber. Und ich wüßte es gerne. Glaubst du nun, dass Jesus die Wunder im NT (Sturmstillung, übers Wasser laufen, Brotvermehrung usw.) getan hat? Also ich meine damit konkret, damit wir uns nicht mißverstehen: Haben sie wirklich so stattgefunden wie geschildert? Oder sind das in deinen Augen auch Methapern, Mythen o. ä. ? Und ich würde mich über eine klare Aussage in diesem Punkte freuen.

Die Frage ist also: Sind die Wundergeschichten des NT historisch zutreffend? Haben sie historisch stattgefunden?Bzw, wie sehe ich das.

Die Frage, ob sie historisch stattgefunden haben, ist nicht mehr zu beantworten, denn es gibt keine belastbaren Zeugenaussagen dazu. Wir haben ein paar Evangelien, die entsprechendes behaupten, jedoch muß davon ausgegangen werden, daß die Evangelisten selbst nicht dabei waren (sie behaupten es in den Evangelien jedenfalls nicht) und Paulus, der zeitlich näher dran war (und Jesus auch niemals selbst traf) erwähnt überhaupt keine Wunder.

Eine andere Frage ist, ob ich der Meinung bin, daß der Sohn Gottes, der göttliche Logos, der die Welt schuf, in der Lage ist (oder wäre), Wunder zu tun, also Dinge, die den Naturgesetzen widersprechen. Da lautet die Antwort: Ja, ich denke, daß er es könnte, ja können müßte. Das ist aber eine prinzipielle Frage, keine historische.

Wieder eine andere Frage wäre, ob diese Wundergeschichten innerhalb des Evangeliums eine bestimmte Rolle spielen, ob sie wichtig sind für den Fortgang der Geschichten, ob die Evangelisten sie also nicht in erster Linie schrieben, um sie als historisches Faktum zu erzählen (dazu würde ja reichen: Montag, 3.6.30, Jesus läuft auf See Genezareth) sondern um damit etwas anderes auszudrücken. Da würde ich sagen: ja, davon bin ich überzeugt. Die Evangelien wurden nicht Logbuch Jesu geschrieben, die einfach nur Seine Taten auflisten, sondern um Ihn als den Messias und Erlöser Gottes vorzustellen. Und da passen Wundergeschichten ganz gut in die Motivation der Evangelisten.

Also denke ich persönlich, daß diese Geschichten, die ich für möglich halte, die aber weder historisch beweisbar sind und auch als literarische „Erfindung“ der Evangelisten allein Sinn ergeben, tatsächlich geschehen sind?

Ich halte es für egal, wieso sollte ich dazu eine Meinung haben? Was ändert es an meinem Leben? Vielleicht sind sie geschehen vielleicht nicht, vielleicht regnet es morgen, vielleicht nicht. Muß ich sie für historisch halten, um glauben zu können? Nein. Gibt es einen Grund, daß ich mich jetzt für irgend eine Option entscheiden müßte? Ich kenne keinen. Vielleicht werden mich einige konservative Christen deshalb schief ansehen, aber das tun sie eh. Vielleicht werden mich irgendwelche „aufgeklärte“ Menschen jetzt schief ansehen, aber auch das geschieht so schon.

Es tangiert meinen Glauben nicht, ob Christus übers Wasser ging oder den Sturm stillte. Falls Er es nicht tat und es Erfindungen der Evangelisten sind, ändert das nichts daran, daß Er für uns alle am Kreuz starb. Das ist relevant. Und daran glaube ich.

Netzfunde

Netzfunde vom Montag, den 5. August 2013

Manchmal, wenn Klausuren anstehen, putzt man ja schonmal gern die Bude, um ja nicht lernen zu müssen. Ist ja auch wichtig. Ich schreib Netzfunde, ist zwar nicht wichtig, aber auch ne Ablenkung (insofern mach ich mir wenigstens nichts vor).

Anfangen möchte ich heute mit etwas sehr Erfreulichem.

Und dann hätte ich noch drei recht amüsante Texte.

Aber eigentlich wollte ich heute auf die Plattform für zivile Konfliktbearbeitung hinweisen. Ich hab schon seit längerem ihren Newsletter abonniert und überflieg das immer mal wieder. Heute fiel mir ne Meldung ins Auge, daß es ne eigene Webseite für Friedensbildung in der Schule gibt. Und fielen mir noch zwei Veranstaltungen ins Auge, die dort bekannt gegeben werden, und nen Praktikanten suchen sie (unter anderem) auch.

Commenting Media, English

No good plan starts with magic sperm

I commented on another video by darkmatter2525 yesterday (which lead to some discussion on diapsora*), and if you checked the source page where I found it, you’ve seen that there’s also another one. This one.

Somehow I even like this one. It does a fair bit of critizising satisfaction theory, which I do not consider correct myself either. It might not be doing the satisfaction theory justice, but it points out some good points that speak against it.

The most important question might be, why an omnipotent God cannot forgive.

Ad this is my major problem with satisfaction theory, too. Why does God have to see blood in order to forgive? Standard answers go like God was too holy to forgive, His glory would be affected, or His justice. People tend to cling to that satisfaction theory as if it was the good news. But what is so good about a God that has to sacrifice His own son in order to be able to forgive us?

Actually, it’s even unbiblical. Which is why it baffles me that biblicist Christians still cling to it, though they usually also cling to the letter of scripture. God does forgive oftentimes. Also throughout the Old Testament, without Jesus even being born by Mary. Biblicists claim that God was only able to do so because Jesus was crucified later.

Of course darkmatter2525 presumes that all Christians would follow satisfaction theory. We don’t. And this is why his critizism of it might be nice, but I still would like to see that there is the alternative as well. Any of the alternatives. Let me tell you about the one I consider the most probable:

The first question I’d like to address is: Who was reconciled with whom? Was it God who was angry and needed to be reconciled with us, or were we angry at God and needed to be reconciled? While satisfaction theory says God needed reconciliation, I do believe that God was all fine, loving us and all, while we were the ones full of hate for God and whom not.

The cross was there to reconcile us with God. We needed to be changed. So the death of Jesus wasn’t God’s fault, He didn’t need Him to die. We needed it, we wanted it. And we would do it again.

Imagine some person coming down to earth and telling us in the face what we did wrong, without even hating us, just telling us. We’d be angry. Imagine someone who would make you realize how many people had to suffer for your sneakers, your clothes, your food. How your way of living destroys lives somewhere else, destroys nature. How your bank account and the interest you get leads to other people losing their jobs, homes, maybe make them starve? You’d hate the person who reminds you of that. You’d call him names, and you’d seek a chance to pay him back. And you’d use that chance, if it came up. And after a while he’d be killed, for whatever reason. Main thing, he’s out of the way and we can go on living the way we do.

So God doesn’t want Him to die. We do. And we did when Jesus was around. Jesus was God, fully, completely. You can hardly differ between the two. So anything Jesus had to suffer, God suffered. It was God there on the cross, it was God who died. We wanted Him to die, we want to be our own Gods. We want to run the world.

We needed reconciliation, and He was willing to give it to us. But how can you reconciliate a horde of haters?

Love prevails!

If someone keeps striking you, how can you overcome him, without doing him harm? You wouldn’t want to harm someone you love. God loves us.

So He endured all we did to Him, He endured even death. And rose again.

So now there are two possibilities. Either you hate that God that just won’t die and be dead so you can be God instead, or you see that this God is really God, almighty and worthy to be praised eternally.

Why would anyone of us want to be God in the first place? Because we want the power t ourselves, to care for ourselves, because we fear if we are not in control, whoever is in control could turn against us and harm us. We fear to be harmed, so we try to take over control.

When you see that there is someone who even overcomes death, who promises love and lives it (sic! why else would an all powerful being endure all that pain, crucifiction and death if it wasn’t for te love?), you have no more reason to fear. So you have no more reason to try to take over control, because you see control is in good hands, in God’s hands. And you have no more reason to hate anybody. Instead, you grow strong. You grow strong enough to endure. If you can endure, you can also love. And all through the faith in God, the faith in His crucifiction and resurrection.

If you don’t see that is was really God who died and rose there, if you miss that faith, you must hate Him even more, you have to deny Him to cling to that target of yours, to be the one in control yourself, to get rid of fear not through the power of Gd, but through your own power. Anyone who claims you wouldn’t be able to make it must be an opponent, who is trying to hinder you from getting rid of your fears by gaining power. What others cal the good news is rather disturbing. People not following the rules of gaining power, of „taking their lives in their own hands“, that’s just not predictable. You don’t kow what they are up to next and how they’d harm your attempt to gain more power.

All would be so easy, if you’d rather cling to love. But it seems to me, that people cannot be made to seeing what happend in the crucifiction and resurrection. God needs to show it to them individually. And He goes by His own timetable. So we have to be patient and wait. And keep on loving in the meantime, because by love we overcome the world.

Kirchentag

Der Kirchentag – persönliche Nachgedanken von Benny

Nun ist er also um, der Kirchentag. Und nachdem ich gestern erst mal Erholung brauchte (ich hab mich in Hamburg ziemlich übel erkältet), wollte ich noch ein paar Gedankenanstöße festhalten, die ich vom Kirchentag mitgenommen habe.

Das vielleicht für die Zukunft interessanteste, was ich auf dem Kirchentag gelernt habe, ist die Existenz der sogenannten 66er Ausbildung. Es gibt da wohl einen Paragraphen 66 im Berufsbildungsgesetz, der den Rahmen für die Ausbildung von Menschen mit Behinderung regelt. Und dabei geht es offenbar nicht nur um körperliche Behinderungen. Für die Inklusion ist das ein guter Ansatzpunkt. Aber da muß seitens der „Schwerstmehrfachormalen“ auch umgelernt werden. Nicht jede geistige Behinderung muß in die Behindertenwerkstatt führen, man muß einfach mal darauf achten, was die Menschen können, statt sich darauf zu konzentrieren, was sie, verglichen mit der Norm, nicht können. Bei einer Veranstaltung berichtete ein gut ausgebildeter junger Mann, der vor kurzem erbindet war, von seinen Problemen mit dem Arbeitsamt. Aufgrund seiner Blindheit bot man ihm fast nichts an. Er hat studiert, er kann mit Texten umgehen, aber allein die Tatsache, daß er sie an einem Computer nicht über den Monitor, sondern über den Screenreader rezipiert, sorgte wohl dafür, daß ihm entsprechende Jobs gar nicht angeboten wurden. Komischerweise wurde er aber immer wieder nach seinem Führerschein gefragt, und ob dieser Anhänger mit einschließe (den Führerschein hatte er von vorher, inklusive Anhänger, weil alter 3er Führerschein, aber daß sein fehlendes Augenlicht ihm Autofahren nicht mehr ermöglichte, wurde ebenfalls weitgehend ignoriert).

Trotzdem. Diese 66er Ausbildung sollte bekannter werden. Zur Zeit werden noch zu viele Hürden, vielleicht auch aus Unkenntnis aufgeworfen. Ein Politiker saß auf dem Podium (seinen Namen hab ich vergessen, ein Hinterbänker aus dem Bundestag), der einen behinderten Sohn hat. Dieser hatte nun die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu machen, also einer „richtigen“ Arbeit nachzukommen, und nicht auf die Behindertenwerkstätten angewiesen zu sein. Das Problem war, obwohl der Arbeitgeber dem zugestimmt hatte, mußten noch diverse amtliche Stellen dem Ganzen zustimmen, so um die 5. Wenn eine Stelle nein sagt, wieso auch immer, war es das. Diese Stellen hatten nun alle zugestimmt. Und dann fiel der Berufsschule ein, daß sie kein barrierefreies Gebäude hat. Geht also doch nicht.

Und hier stand ein Politiker im Hintergund, der durchaus mehr Einfluß haben dürfte, als „normale“ Menschen (was „normal“ allesbedeuten kann!). Wie sieht es in anderen Fällen aus?

Der gleiche Politiker sprach auch davon, daß man eingentlich darangehen müßte, die Förderschulen abzuschaffen (wenn auch nicht ganz), um die Inklusion voranzubringen, weil sie einfach die Trennung er Gesellschaft zementieren. Aber wie es aussieht haben die Betreiber hier auch ein Interesse daran, ihre Pfründe zu sichern, und betreiben Lobbyarbeit hin zu einer Bewahrung des status quo, so schädlich er auch ist. So werden inzwischen wohl vermehrt lernbehinderte Jugendliche als geistig behindert eingestuft, weil sie dann die Chance haben, in eine Behindertenwerkstatt zu kommen und nicht von Hartz IV leben zu müssen, nachdem sie die Förderschule verlassen. Wer stellt schon einen Förderschüler ein? Auf dem Kirchentag wurden einige vorgestellt, die das tun. Aber man muß sie suchen.

Wenn es uns als Gesellschat gelingt, die Inklusion umzusetzen, dann kommt es vielleicht auch dazu, daß Behinderungen nicht mehr als so schlimm wahrgenommen werden, wie wir Schwerstmehrfachnormale es heute meist noch tun. Nur wei ich mir ein Leben ohne Augenlicht nicht vorstellen kann, heißt es nicht, daß der Blinde unter seiner Blindheit mehr leidet als ich unter meinem Asthma. Der kann im Zweifel viele Dinge tun, die ich nicht tun kann. Ich erinnere mich an eine Unterhaltug mit einer Freundin, die an Neurodermitis leidet: Sie meinte, meine Kurzatmigkeit, das wäre für sie die Hölle, wie ich das denn aushalten könne. Für mich ist das aber kein größeres Problem, da macht man halt mal langsam und atmet tiefer und langsamer, bis es besser wird. Ist normal so, auch wenn’s manchmal nervt. Ich meinte im gleichen Gespräch, die Neurodermitis, dieses ständige Jucken auf der Haut, dieses nässende Gefühl, ständig eincremen müssen, das wäre für mich die Hölle. Das sah sie wiederum nicht so. Ich weiß nicht, vielleicht fänd ich es auch nicht so schlimm, wäre ich in der Situation. Trotzdem: Aus meiner persönlichen Warte sieht es immer noch aus wie die Hölle.

Ich vermute, daß behinderte Menschen ihre Behinderungen ebenfalls ihre Behinderungen nicht so negativ erleben, wie wir uns das vorstellen. Wenn wir einander besser kennenlernten, etwa weil wir gemeinsam zur Schule gehen, ist Behinderung vielleicht nicht mehr ganz so beängstigend. Und man treibt vielleicht auch seltener ab. Es käme wohl kaum jemand auf die Idee, Asthmatiker oder zukünftige Brillenträger abzutreiben, könnte man es schon im Mutterleib feststellen.

Bei der gleichen Veranstaltung zur Inklusion wurde ich auch auf Barner 16 aufmerksam. Auf youtube beschrieben sie sich so:

barner 16 erklärt die Welt ist eine neue Videoreihe der barner 16, ein inklusives Netzwerk professioneller Kulturproduktionen von Künstlern mit und ohne Handicaps.

Eine kleine Kostprobe.

Bei der Bibelarbeit von Andrew Jones, dem „Long Tall Kiwi“, ging es unter anderem um Gärtnern. Und dabei wies Andrew auf die Urban Farming Guys hin. Auch hier ne Kostprobe.

Überhaupt treffe ich in letzter Zeit und dann verstärkt auf dem Kirchentag immer wieder auf Tipps, wie man Dinge selbst herstellt, oder zumindest auf Hinweise zu Gruppen oder Firmen, die lokal herstellen unter sozial verträglichen Bedingungen. So wurde zum Beispiel bei einer Veranstaltung Werbung für freie Software gemacht, auch wenn die Leute auf der Bühne dort augenscheinlich nicht zu tief in der Szene steckten. Es wurde als gut anerkannt und gewürdigt, zusammen mit dem Menschen, der eine Maschine zum Selberbauen von Möbeln entwickelt hat und die Pläne für non-profit Zwecke gerne weitergibt und dem Schuhersteller aus Österreich, der es schafft nur in Österreich zu produzieren und trotzdem gute, reparierbare Lederschuhe herstellt für 150€ das Paar. Im Gegensatz zu den Global Playern macht er keine Werbung und zahlt sich selbst auch nur 1000€ im Monat aus. Aber er sagt: Das reicht ihm. Den Namen hab ich vergessen, aber all diese Projekte findet man auch bei futurzwei.org. Nachteil dort ist, daß nur Schwörer alles gezeigt kriegen: Man muß versprechen, die Ideen nicht nur zu konsumieren, sondern auch weiterzuerzählen. Hab ich hiermit erledigt 😉

Die Seite hat auch viele andere interessante Inhalte, wie die „Nachrichten aus der Zukunft“ (oder Vergangenheit?) Ganz lustig, wie Sarazin Klage erhebt, weil sein Körper überfremdet ist von Millionnen körperfremder Mikroorgamismen und es als blauäugig und weltfremd bezeichnet wenn gesagt wird, daß man ohne diese Mikroorganismen gar nicht leben kann…

Natürlich gibt es auch immer viele Möglichkeiten, beim Kirchentag zu diskutieren. So laufen immer wieder Leute mit Schildern rum. Darauf steht dann „Jesus rettet“ oder „Wer nicht glaubt kommt in die Hölle“ oder Ähnliches. Diesmal hab ich bei drei Gelegenheiten ein bißchen diskutiert. Da war der ältere Herr mit dem Fahrrad am Samstag. Am Rathausplatz stand er da mit seinem Fahrrad und den Schildern drauf. Diskutieren war nicht wirklich möglich, da er sich in endlosen Monologen erging. Manches fand ich auch gar nicht so verkehrt, aber diese elende Satisfaktionslehre… Wie dem auch sei: Für ihn schienen die negativen Seiten der Satisfaktionslehre, diese Sündenangst und all das, was einem die Sicherheit der Errettung doch noch nehmen könnte, nicht zuzutreffen. Er war tatsächlich voll der Freude (oder er hat gut geschauspielrt), nur ein bißchen arg stur. Da er nach eigenen Worten an Krebs erkrankt ist hoffe ich, daß er diese Freude beibehalten kann, trotz Satisfaktionslehre.

Das zweite Beispiel war gleich am Mittwochabend in der Nähe der Binnenalster. Ein paar Fundamentalisten mit Schildern diskutierten mit Jugendlichen. Ich kam nicht dazu, meine eigenen Einwände und Fragen vorzutragen, da erscheinen auch schon ein paar junge Muslime. Die hatten Anfangs ganz interessante Sprachen, aber bald ging es nur noch darum, ob nun Christentum oder Islam die echte Religion ist. Es war schon lustig, danebenzustehen und zuzuhören, wobei ich auch manchmal ins Gespräch eingriff, um die christlichen Fundis in Schutz zu nehmen, wenn die Muslime gar zu argen Unsinn erzählten (Jesus kein Gott, so ein Quatsch…). Übrigens, nochmal zu Andrew Jones. Der hatte in seiner Bibelarbeit den Text der Speisung der 5000 nach der Version von Johannes 6. Muslimische Missionare wollen ja öfters mal Mohammed in die Bibel bringen, indem sie auf das Johannesevangelium rekurrieren. In Johannes 1, 19-21 wird der Täufer nacheinander gefragt, ob er der Christus, Elia oder „der Prophet“ sei. Muslime schließen daraus, daß es neben dem Christus noch einen Propheten geben müsse, und beziehen das auf 5. Mose 18,15, wo von einem Propheten wie Moses geredet wird. Dieser Prophet müsse also von Christus verschieden und wie Moses sein, natürlich deuten die Muslime das auf Mohammed. In Joh 6,14 steht aber nun:

Da nun die Menschen das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Das ist wahrlich der Prophet, der in die Welt kommen soll.

Sorry, liebe Muslime.

Und noch eine kurze Diskussion hatte ich. Wir gingen gerade am Elbufer entlang, als mir wieder mal (bei Kirchentagen passiert das dauernd) eine Broschüre entgegengestreckt wurde. Es ging um den Humanistentag. Der humanistische Werber wies insbesondere auf die beigefügte Literaturliste hin: Artikel in Wochenzeitschriften aus den letzten Jahrzehnten, die in irgend einer Weise gegen Kirche oder Bibel oder Glaube oder ale drei sprechen sollten. Auf den Hinweis, daß ich dieser Liste nicht bedürfte, da ich Theologie studiere und mir die Quellen eher zugänglich sind als diese Tertiärliteratur, wies er mich erst einmal darauf hin: Er sei der viel größere Experte in diesen Dingen. Aha. Dagegen kommt man natürlich nicht an. Er fuhr fort, mir irgendwelche Zitate aus dem katholischen Katechismus (ja genau, evangelischer Kirchentag, aber welcher vernunftbegabte, wissenschaftlich denkende Nichtreligiot versteht da schon den Unterschied?) an den Kopf zu werfen und zu behaupten, daß der 2. Petrusbrief die Sklaverei und den Antisemitismus rechtfertigen würde. Mein Hinweis, daß er da aber etwas gewaltig verdrehe quittierte er wie eine beleidigte Leberwurst: Er winkte ab, drehte sich um und ging seines Weges. Wieso ist es immer so schwer, mit Leuten, die nur die Vernunft gelten lassen, vernünftig zu sprechen…?

Manche Sachen haben mich auch geärgert. Daß die App nur über den google app store zu beziehen ist zum Beispiel. Ich hab kein google Konto und ich plane auch nicht, mir eins zuzulegen. Und irgendwie kam es mir so vor, als ob die Teilnehmer immer weniger in die Diskussionen einbezogen würden (vielleicht war ich auch in den falschen Veranstaltungen) und irgendwie lagen die interessanten Themen alle parallel. Ich hatte irgendwie auf der einen Seite viel Freizeit, auf der anderen Seite aber auch viel verpasst wegen interessanterer Parallelveranstaltungen. Ist aber nur ne subjektive Sache.

Alles in allem 5 schöne, wenn auch anstrengende Tage. Was ich hoffe ist, daß in Stuttgart dann auch endlich mal die Piraten bei einem Kirchentag anzutreffen sind. Parteien trifft man dort von CSU bis KPD so ziemlich alle. Ich bekomme mehr und mehr den Eindruck, als verspielen die Piraten aufgrund der dort stark anzutreffenden antikirchlichen Reflexe (der Kirchentag hat mit der Kirche übrigens recht wenig zu tun, organisatorisch) wunderbare Vernetzungsmöglichkeiten. Die Grünen hatten und haben in Teilen immer noch große Vorbehalte gegen die Kirchen, trozdem waren sie über die Friedensbewegung auch stark mit der Kirche verbandelt, auch wenn es andernorts Differenzen gab. Gleiches gilt für die Gewerkschaften. Ver.di hat mit den Kirchen nen langjährigen Rechtsstreit wegen dem dritten Weg, trotzdem tritt Bsirske auf jedem Kirchentag auf und beim Sonntagsschutz zieht man an einem Strang. Es wird Zeit, daß die Piraten es schaffen, die Mauern in ihren Köpfen zu überwinden. Vielleicht trifft man sie ja dann endlich in Stuttgart auf dem Markt der Möglichkeiten. Ich hoffte ja schon in Bremen darauf, und bisher: Nix. Trotz den Christen in der Piratenpartei…

So, das war es jetzt aber.

Commenting Media, English

Satan’s 10 commandments to the homosexual lobby – reviewed

I’ve been writing about atheist criticism of religion or christianity recently, which could lead to the conclsion that I consider anything that comes from nonblelievers wrong, and anything that comes from believers right. Which is not so. I just ran across „Satan’s 10 commandments to the homosexual lobby“ (via). And I think this is a good opportunity, that I critisise bullshit, no matter where from. Note that this criticism comes from a fellow christian. Yes, I do believe in Christ, no less than you, and I still strongly disagree with the whole anti-gay movement, which in my opinion just hijacked religion to better fulfill their agenda. And it’s a pity that people (strong believing christians I might add) don’t read their bibles enough to see what bullshit they bought into. For a foreigner like me it is shocking to see what’s going on with a great part of christianity in the USA. But enough about that, let’s turn to the „commandments“, I’ll comment them one by one:

1) Always see your sexual opponent (anyone who rejects homosexual acts) as the enemy. Project what they see as your sexual disorder onto them by repetitiously calling them „homophobes“;

Now this appears to be just name calling back and forth. Both sides consider the other as the enemy as far as I can see. So it’s hard to decide whom to believe that the other had a sexual disorder. I wonder though how christians can take part in such name calling. Love thy neighbour anyone? And even start an article on the issue with such name calling. Love conquers all, but hate will be defeated!

2) Separate the act of sex from its natural purpose of procreation by referring to all homosexual relationships as expressions of „love“ rather than „lust“;

I wonder. If sex has the purpose of procreation, then homosexual sex isn’t sex, because no matter how har you try, you won’t procreate. So what is all the fuss about? And another question: What does all this love and lust have to do with it? Is lust evil and love okay? So it would be for homos and heteros alike, wouldn’t it? „God is no respecter of persons“ (Acts 10,34 – yeah, it’s fun tossing bible verses at fundamentalists, like defeating atheists with science;)). But then loveful homo(sexual) relationships would be okay, too. What about a married heterosexual couple being in bed together doing al but the one thing that leads to procreation. You know, tenderness and all that, because they love one another. Sin or not? And now what is different if it was a homosexual couple?

3) Fight to deny those who oppose homosexual acts their right to free of speech.

Okay, this must be an insider for US Americans. I don’t know what is referred here.

At the same time enforce your own right to free speech on others by copiously using the liberal media and other outlets to label your opponents every unsavory thing from „bigot“ to „idiot.“

I could be missing another point, but in how far is this different from using conservative media and other outlets to label opponents every unsavory thing from pervert to disgust?

Use the words „equality“ and „hate“ often and unrelentingly as if only you – the homosexual – understand their meaning.

Yeah, right. But only the fundamentalist right knows God’s will and how to read the bible…

If anyone objects, accuse them of discrimination.

Somehow reminds me on the deny of free speech part above…

Keep in mind that politicians and judges are your friends.

Who could forget that the liberals hold the majority in the house and the supreme court. Now, wait…

Many of them are openly practicing homosexuals and the rest, swayed by power and the almighty dollar, will do anything for your vote.

Like there was no practising fundamentalist among politicians and the GOP had never used the fundamentalist right to get their vote…

Remember, too, that in today’s politically correct and morally relativistic society there is no objective moral order and that it often takes only one civil judge to side in your favor for you to achieve your ends;

Okay, I know too little about the juridical system of the states to undertsand what that is supposed to mean…

4) Use the „race card“ unceasingly against your enemy by equating homosexual behaviour (which can change) with a person’s color (which, by one’s will alone, cannot). Most people don’t know the difference;

It’s right that colour don’t change, while everybody can refrain from sexual deeds of any form. But talking about the race card: Colour wasn’t the problem. If the „niggers“ had stayed in the place the racist society had for them, all would have been fine. Well, at least the whites. The problem with racism was that the black people wouldn’t refrain from complaining about their place in society, about all the lynchings that were bound to this very place in society, and about risking your life when speaking your mind. So, the problem about racism was all about changeable deeds as well. So if the gay people won’t just shut up and behave the way you want them to, they are not too far from the black people back then. By the way: In both cases their opponents used the bible to justify their racism/homophobia, didn’t they?

5) Build yourself up in the eyes of the indifferent masses – who are mere sheep – by claiming to be a modern person of tolerance and peace – one who is accepting of all. The people will believe you because in today’s materialistic word people are focused primarily on themselves and their own gain.

So this is accusing the people, right? Not the homosexuals. I wonder, if you think thus of the people, in how far you can support all those ideas of liberty and freedom in the US constitution (I heard there is at least some of it in there). If the peope are mere sheep and only focused on themselves, wouldn’t it be better to take the greater part of civil freedoms from them. Like speaking their egoistic sheep mind and such? And why let them vote anyways? Doesn’t this necessarily lead to decadence, chaos and decline? I really wonder how fundamentalists can support all those freedoms for the materialistic sheep masses. If they were consequent, they’d support dictatorship. Or at least some form of fundamentalist controlled oligarchy. What does it tell us about the honesty of fundamentalists when they pretend support of democracy while at the same time considering the people incapable of meeting the right decisions. By the way: Who has the majority in the house…?

Ridicule and undermine the intelligence of your more worthy opponents by resorting to ambiguity and sarcasm. Never resist a chance to claim that they are living in the „Dark Ages“;

Yes, this talk of the dark ages just does no justice – to the middle ages. I do consider all this fundamentalism a rather modern phenomenon. And it isn’t only there in christianity, you have it everywhere. But I agree that doing sarcasm is just unfair. Because you need some sense of humour for it, which most opponents of homosexuality just plain lack.

6) Act and speak as if homosexuals have a corner on the truth and that they alone – not their opponents – can demand of society what is right and wrong.

Gottfried Bernhard Göz: Jonathan greeting David after David killed Goliath
Gottfried Bernhard Göz: Jonathan greeting David after David killed Goliath

Okay, okay. Now I get it. The whole text is satire. It’s aimed against the fundamentalists themselves. Why else would they write down this while their fellow homophobes wave bibles and do tell society that only their way to read the bible will tell what’s right and wrong? Either it’s a satire, or they don’t listen to their own words. But well, the high priest of Jerusalem was prophetising about Jesus and not realizsing what he was saying, too. God works in mysterious ways sometimes…

Use every form of deceit imaginable including the use of straw man arguments and false scientific studies – anything that will appeal to the simpleton. Lie, deceive, put on a false front.

Anyone else thinking „Fox News“ now?

Pretend you are a friend. Talk of peace and brotherhood. Make pledges of co-operation and mutual assistance. In short, destroy your opponent with a kiss;

Love the sinner, hate the sin. Oh, wait…

7) Confuse the distinction between „hating the sin“ and „loving the sinner.“ This is an absolute must since everyone – especially parents – know the time-honored value of disciple and „tough love.“

Isn’t it more confusing when this love for the sinner is expressed by attacking them all the time for their sexualities, by not looking at them personally, but reducing them to this one part of their personality, what they do in bed? Is this the way you love the sinners in former administrations, who lied (God hates lies!) about weapons of mass destruction, which led to the death of thousands? Why those double standards? I mean, we are talking about love, right? Should there not be just one standard?

This can be effectively achieved by introducing special „anti-bullying“ laws into schools that aim at protecting homosexuals from the enemy. If you find that someone suspects your true motives and resists on the grounds that homosexuals should not be given special status in this regard or that such laws are merely an attempt to normalize homosexuality in society, use both the „equality“ and the „separation of church and state“ card against them;

Yeah, right, if homosexuals are being bullied, they do not deserve a special status, but if „christians“ are bullied, it’s at least christian persecution and the end of the world as we know it. I don’t know what’s wrong about equality. And speaking of the seperation of church and state over there: You have this law, like it or not. So before you complain, why not try to tear the wall of seperation down? Ah, right, because you don’t want the state to interfere in your religious groups. Well, tough luck.

8) Never lose sight of the fact that God is your ultimate enemy. Attack God and all religion as something oppressive, hypocritical and evil. This is easily done by take biblical quotes out of context to suit your own purpose and meaning. At the same time avoid all talk of the murderous regimes of atheists like Hitler and Stalin;

Hitler was baptised and never left the church. Just for the records. I wonder anyhow who is the enemy of God really. Because there is a reason why people consider God and religion as oppressive, hypocritical and evil. Maybe it’s because that’s the way His believers behave all day long? Talking about bible quotes out of context: The homosexual lobby, as you call it, does not use Leviticus to justify their homophobia. So who’s taking bible quotes out of context now. And yes, same applies to Romans.

9) Assure everyone that no religion will be made to suffer from societies‘ acceptance of homosexuality. Speak always and often of equality and co-existence. Claim, as a sham, snare, and illusion, that tradition marriage and homosexual marriage can live side-by-side in complete harmony.

I don’t see how this could not be possible. Oh, now I get it. I already hear Peter saying to Paul: „Darling, look at those heteros over there.“ – „Ew, they’re kissing, how disgusting!“ – „Perverts, I wouldn’t wonder they are doing it all the time.“ – „Someone has to call the cops…“

No really, I don’t see why this would not be possible. Actually it is reality in many countries already.

Dismiss as silly and unviable any attempt to show that the „Pill“ – which was introduced to separate and tear asunder the act of sex from the gift of life – has led to the disintegrated of the family.

Like all was harmony before the pill was introduced. Me weren’t beating their wifes and children, there was no cheating and all children were honouring their parents to no end.

At the same time, and wherever possible, work diligently behind the scenes to drag your religious opponent into court whenever his moral values even begin to clash with yours. Test and try every court until you find a judge who is your friend.

So there were no lawsuits about homosexual marriage, the pill and abortions? As I said, I’m not too deep into the US juridical system, but I am deeply impressed, if no one ever sued to stop abortion laws and the like.

Especially work on religious adoption agencies and church ministers who lecture on the evils of homosexuality and same-sex marriage in their sermons. Where this is not possible infiltrate the priesthood so as to corrupt religion from within,

Yes, there is a real problem with unercover ministers, who preach of hellfires nstead of the love of God… oh, wait…

10) Redefine joyful and well-established words and symbols like „marriage,“ „spouse,“ „gay“ and „rainbow“ and attach them to homosexual acts in order to give sin an innocent, natural and pleasing appeal.

Samson and the lion
Samson and the lion
Got some news for you: language is changing. Always. Awful one meant „full of wonder“, a demagogue was a „popular leader“ and a „guy“ was once a „chap“ or a „fellow“. Again: Homosexual acts are not sinful, the bible never says so. There are two verses referring to something we can’t translate properly nowadays, maybe anal intercourse between men is meant, maybe something else. This refers to the act and not the relationship, so if homosexuals practise their love (or lust if you so will) in another way, the verses don’t apply. Then there’s Paul in Romans 1, where he doesn’t write about homosexuality in the first place, but about sinfulness in the world, while he uses homosexuality (which was disapproved of in Rome, unlike Greece) as an example. Now if we follow Paul in his examples, there should also be no long haired men. So, Samson was a sinner like the homosexuals or what? And what about Jesus? Isn’t He depicted with long hair as well?

So, when the author writes in the beginning:

The Bible tells us that Satan has the ability to „appear as an angel of light.“

I’m not sure whom he is really talking about. There is still no one who could point out one harm of homosexuality to anyone. There is no one who could point out one clear bible verse on the issue. All I hear is cultural prejudice: „It’s always been this way, it cannot be different.“ Is that what Jesus preached to the poor and downtrodden?

Theologie

Toleranz

Das Thema des diesjährigen Themenjahres – Toleranz – kann ja mit allem und nichts gefüllt werden. Vielleicht habe ich deshalb noch nichts dazu geschrieben, denn der Begriff geht mir schon ne Weile auf die Nerven. Nicht, weil ich gegen Toleranz wäre. Aber unter diesem Begriff wird derart viel subsummiert, auch Gegensätzliches, daß ich ihn so empfinde, als ob er eigentlich für gar nichts mehr steht.

Als ich noch die Schulbank drückte kam der Film Schindlers Liste in die Kinos. Und bei einem Wandertag ging so ziemlich die gesamte Schule in ein ortsnahes Kino, um den Film zu sehen. Es war die Zeit, als man überall lesen und hören konnte, daß man doch tolerant sein solle und nicht wie die Nazis – Solingen, Mölln, Hoyerswerda und Lichtenhagen waren noch nicht lange her – sich von Intoleranz treiben lassen. So weit so gut. Ein Mitschüler hatte nach dem Film eine Frage, und zwar eine grundsätzliche:

Wenn wir tolerant sein sollen, müßten wir dann nicht auch gegen Nazis tolerant sein und sie tun lassen?

An den genauen Wortlaut erinnere ich ich nicht mehr, aber so in der Richutng war das schon: Wenn tolerant, wieso „nur“ gegen Ausländer und nicht gegen Nazis? Leider hat der Lehrer es versäumt, eine anständige Antwort zu geben, er sagte lediglich, daß es nicht so wäre. Toleranz bedeute, gegen Nazis nicht tolerant zu sein. Wieso bei den Nazis gerade nicht, sagte er nicht.

Und das finde ich auch heute noch schade. Uns war zwar allen klar, daß das so schon richtig war, aber warum das so war, wußten wir nicht. Es war halt richtig, weil wir in der entsprechenden Zeit und dem entsprechenden Umfeld aufgewachen waren. In den 1930er Jahren hätten wir so keine Argumente gegen die Braunhemden gehabt. Andere Zeit, anderes Umfeld, und wir hätten nach dem Verständnis mitlaufen müssen…

Das Problem ist die Unterscheidung zwischen Toleranz und Relativismus. Ja, genau, Relativismus, dieses Schreckgespenst, das Papst em. Ratzinger immer heraufbeschwor – mit einem gewissen Recht, wie ich meine.

Auf dem Blog von Sofia Esteves hab ich jetzt nen Artikel zur Toleranz gesehen, dessen Titel mir nen neuen Gedaken gab. Toleranz ist nicht das Ziel, schreibt sie. Sie meint, Toleranz sei nur ein Zwischenziel zum wirklich Guten.

Ich würde es nochmal anders formulieren: Toleranz ist eine Methode, mit der wir zu unserem Ziel – mal dahingestellt, wie das genau aussieht – kommen. Und vielleicht, nein, wahrscheinlich, ist es nicht die einzige und nicht die letzte Methode.

Wenn ich sehe, wie andere gequält werden, verbrennen, dann kann ich nicht tolerant danebenstehen. Dann muß ich handeln. In erster Linie, indem ich den Angegriffenen helfe, in zweiter Linie, indem ich den Angriff unterbinde, indem ich den Angreifer sebst angreife.

Eine universelle Toleranz, eine absolute Toleranz, das wäre der Horror. Wenn man etwa Nazis tolerieren müßte, wenn sie Asylantenheime anzünden. Das müssen wir nicht und das dürfen wir rein rechtlich auch nicht (wenn jemand von Euch Jurist ist, berichtige er mich).

Freilich ist es eine Sache der Abwägung, wie weit man mit seiner Toleranz gehen kann, und wann man einschreitet. Manche Menschen haben keine Toleranz für Naziaufmärsche. Prinzipiell. Andere sagen, diese seien so lange durch die bürgerlichen Freiheiten gedeckt, wie die Nazis keine verfassungswidrigen Symbole zeigen oder volksverhetzenden Sprüche und Reden bringen. Also: So lange sie sich an gültiges Recht halten. Man mag das nicht schön finden (ästhetisch ist es jedenfalls nicht), aber man müsse es ertragen. Tolerieren. Ich würde dem zustimmen.

Allgemein denke ich, daß die Toleranz ihre Grenzen bei der Verantwortung findet. Das jeweilige Handeln, um das es geht, hat gewisse Folgen, ob es nun ein Aufmarsch oder ein Brandanschlag ist. Und insofern ich durch intolerantes Handeln etwas an den Folgen ändern kann, sollte ich es tun, wenn ich die Folgen nicht mehr verantworten kann. Grob gesagt.

Das hat dann auch je nach Umstand verschiedene Grenzen. Wenn die Folgen nur mich betreffen, kann ich womöglich viel mehr Schaden verantworten, ich bin ja ein selbstbestimmter Mensch, als wenn der Schaden anderen droht. So konnte Jesus, wir haben ja grad Ostern, an Karfreitag sogar Folter und Tod in Kauf nehmen, weil es In betraf, während Er vorher, wo es um andere ging, noch zur Geisel griff und die Händler aus dem Vorhof der Heiden jagte – die sogenannte Tempelreinigung.

Nun mag mancher sagen, er könne es nicht verantworten, daß Nazis marschieren. Allerdings muß derjenige dann auch die Meinung vertreten, daß er bei allen anderen Demonstrationen die Verantwortung für deren Folgen trägt und sie mitunter hätte verhindern müssen. Ich bin mir nicht sicher, ob sich besonders viele Menschen diesen Schuh anziehen würden.

Trotzdem: Alle Probleme sind damit nicht gelöst. Womöglich schreibe ich irgendwann mal einen Artikel zum Thema Verantwortung. In der Lutherdekade gibt es da leider kein Themenjahr zu. Jedenfalls ist mir der Artikel auf dem alten Blog nicht grundsätzlich genug, er reißt das Thema leider nur an.