Theologie

Sympathy for the Devil

Unser Bürgerrecht ist im Himmel. Gilt das auch für ihn?
Bundesarchiv, Bild 183-S33882 / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
Angenommen, wir kommen in den Himmel – und als Christen glauben wir ja daran: wen wollen wir dort treffen? Wen werden wir dort treffen? Und was, wenn wir ganz andere Leute dort treffen, als wir vermuten?

Wir leben in dieser Welt, sind Sünder, für wie gut oder besser als andere wir uns auch immer halten. Grundsätzlich haben wir kein Recht auf den Eingang in den Himmel, wir können es nicht gerechter Weise erstreiten. Gott gewährt diese Nähe zu Ihm in seiner Gnade zu uns. Verdient haben wir das nicht – keiner von uns.

Doch als Sünder die wir sind, haben wir natürlich auch ein verqueres Weltbild. Dazu gehören gewisse Vorstellungen darüber, daß es vielleicht doch Menschen gibt, die so schlimm sind oder waren, daß sie bei Gott kein Gehör finden können, keins finden dürfen, weil sie halt doch noch mal ne ganze Schippe schlimmer sind oder waren, als wir.

So denken wir. Aber müssen wir nicht auch, auf dem Weg in den Himmel, unser altes Wesen ablegen? Müssen wir nicht auch all die Lieblosigkeit ablegen, die uns hier noch bestimmt und vielleicht auch selbst bedrückt? Müssen wir nicht erst gewahr werden, daß wir Sünder sind und was für Sünder wir sind? Müssen wir nicht alle die Konsequenzen unserer Taten erkennen und sie annehmen lernen als durch unsere Schuld verursacht?

Durch eine solche Katharsis muß wohl jeder, der zu Gott kommt. Und wieso sollte jemand, der da durch ist, der die Last der eigenen Sünden gespürt hat, nicht von Gott begnadigt werden wie alle anderen auch?

In einem Gespräch mit einem griechischen Professor über die Hölle im Vergleich zwischen römischem Katholizismus und orthodoxer Theologie sagte er: Unsere Hölle ist am ehesten das Fegefeuer der Katholiken. Sie ist eher nicht ewig, sondern dient der Läuterung.

Das kann ich mir auch gut vorstellen: Wir müssen erkennen, wer wir sind, und das tut weh, sehr weh, weil es demütigt und die eigenen Ausreden zur Selbstrechtfertigung nicht mehr zuläßt. Man kann sich nichts mehr vormachen, man muß da durch. Aber dahinter, da liegt dann die Erlösung. Sobald ich meine Sündhaftigkeit erkannt habe und darunter zusammenbreche kommt Gott, und trägt mich, nimmt mir die Last ab, rechnet sie mir nicht zu. Er sagt: Du selbst willst Dich verdammen, aber ich nehme Dich an.

Wer durch diese Katharsis, dieses Fegefeuer hindurch ist, kann mir auch im Himmel begegnen.

Stell Dir vor, Du hast in Deinem Leben Millionen ermordet und einen ganzen Kontinent in Schutt und Asche gelegt. Natürlich rechtfertigst Du das vor Dir mit irgend einer kruden Ideologie von Herrenrasse oder ähnlichem. Du wirst Dir nicht eingestehen, daß Du mit Deinen Taten die mit schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte begangen hast – würdest Du es Dir eingestehen, würdest Du zusammenbrechen, also flüchtest Du Dich in die Ideologie, die Dich dazu brachte.

Wenn Du nun aber durch die Katharsis mußt, wenn Du gezwungen bist anzuerkennen, was Du da getan hast, und es keine Ausrede mehr gibt, keine Facade, die Du aufbauen und hochhalten kannst vor anderen oder Dir selbst, wie groß muß der Schmerz sein! Unmenschlich groß, weil er durch unmenschlich großes Leid verursacht wurde.

Und dann kommt das, was immer kommt: Die Annahme dessen, das man selbst wirklich dafür verantwortlich ist mit allen Konsequenzen. Hat man selbst noch ein Recht zu leben? Nein! Wie hart ist man getroffen, wenn man selbst eingestehen muß, es wäre besser, wenn man getötet würde?

Ich denke, wer durch diese Tortur hindurch mußte, der ist geläutert, ist demütig, versucht nicht mehr, sich selbst auf Kosten anderer durchzusetzen, sondern versucht in Zulkunft zu dienen, so wie alle, die im Himmel wohnen, wie auch Gott selbst immer nur den Menschen dienen wollte, weil Er uns liebt.

Der Gedanke mag im ersten Moment furchtbar erscheinen, Menschen wie Hitler, Stalin oder Bin Laden im Himmel zu begegnen. Aber man stelle sich vor: Diese Tyrannen als geläuterte Männr, die nur danach streben, anderen zu dienen.

Unvorstellbar, nicht? Aber so ist er, der Himmel.

Allgemein

Mission

Die Mission ist ja so ein Thema, das heutzutage kaum Popularität besitzt in landeskirchlichen Kreisen. Wobei, das stimmt nicht ganz, es gab vor ner Weile mal ein paar offizielle Verlautbarungen zur Mission, daß man die als wichtig ansieht und so fort. Aber daß davon groß etwas in den Gemeinden angekommen wäre kann ich jetzt nicht sagen. Oder es ging an mir vorbei.

Das liegt wohl einerseits an der unsäglichen Geschichte der Mission. So kam es immer wieder dazu, daß Menschen zur Taufe gezwungen wurden, man spricht da auch von Schwertmission. Die Vermischung mit der politischen Ebene spielt dabei eine nicht unwichtige Rolle, so hat etwa Kaiser Karl, genannt „der Große“, von den vom ihm unterworfenen Sachsen die Taufe verlangt. In dem Fall spiele eine große Rolle, daß dies die Unterwerfung unter eben jenen Kaiser bedeutete, und seine Kirche. Karl hatte übrigens einen Hoftheologen, Alkuin, der Kritik äußerte. Aber wer hört schon auf die Theologen, wenn wichtigere Interessen auf dem Spiel stehen?

Ein anderer Grund, wieso die Landeskirchen beim Thema Mission nicht ganz so im Vordergrund stehen liegt vielleicht an der Abgrenzung gegenüber evangelikaleren Richtungen. Dort führt man die Mission zumindest gefühlt ständig im Munde, und wendet es auch auf Konzepte an, die man schwerlich unterstützen würde, als Landeskirchler. Man hält sich also lieber zurück. Nichts desto trotz gibt es Missionsgesellschaften, die den Landeskirchen nahe stehen. Man schickt dort aber selten Missionare aus, um „die Heiden“ in fremden Weldteilen zu bekehren (wir haben ja auch genug Nichtchristen hierzuland), sondern betreibt eher Entwicklungshilfe.

Aber zurück zu den evangelikaleren Gruppierungen. Dort werden durchaus Missionare ausgesendet, mitunter auch mal in arabische Länder, wo diese dann zu Tode kommen, und hinter allem steht das Ziel, Jünger zu machen, also Nichtchristen (manchmal werden von den fraglichen Gruppen auch Katholiken und Orthodoxe dazugezählt) zu Christen zu machen.

Von den Konzepten solcher Gruppen las ich gerade kürlich wieder in zwei Artikeln englischer Blogs, deren Autorinnen selbst als Missionarinnen nach Südostasien gingen. Sie kennen also das Terrain. Bei Laura geht es darum, wie Missionare versuchen, an die Kinder der Leute heranzukommen, indem man ihnen eine bessere Zukunft verspricht und sie in eigene Schulen bringt, freilich ohne daß es die Eltern etwas kostet, wo die Kinder dann zu Christen erzogen werden. Lana berichtet davon, daß die Menschen Material für den Hausbau bekamen und eine Schulbildung für die Kinder, nur daß sie dafür einmal pro Woche eine einstündige Predigt hören mußten. (für alle die Englisch können sind beide Blogs übrigens sehr zu empfehlen)

Es entspann sich vor allem bei Laura eine Diskussion darüber, ob und inwieweit das okay sei, sich so auf die Kinder einzuschießen.

Die eine Seite (zu der auch ich gehöre) hatte ein Problem damit, daß die Kinder indoktriniert werden und die Eltern entmündigt. Und daß das Evangelium quasi Handelsware, ja noch schlimmer, Bürde wurde. Das Evangelium wurde zu dem Frosch, den die Leute schlucken mußten, wenn sie Hilfe bekommen wollten.

Die andere Seite pochte auf den Missionsbefehl und daß die Menschen verloren wären, wenn sie nicht das Evangelium hörten und sich bekehrten. Stünde doch ganz klar in der Bibel.

In der Diskussion habe ich mich zum ersten Mal seit längerem mit dem Thema Mission auseinandergesetzt und reflektiert, wie ich Mission gut fände.

Ausgehend von der Situation, die in den Artikeln beschrieben wird: Arme Menschen, die teilweise hungern und um Hilfe bitten, bin ich der Meinung, daß das erste, was ein Christenmensch tun sollte ist, Hilfe zu bieten.

Die Hungrigen speisen, die Kranken pflegen. Diese Dinge, also alles, was wir unter Diakonie fassen würden, aber nicht nur institutionalisiert wie hier in Deutschland, sondern auch konkret dem gegenüber, der an die Tür klopft.

Das geschieht nach Aussage von Lana und Laura auch. Aber: Ich denke, das sollte man tun, ohne darauf zu schlielen, wann man jetzt seinen Sermon von der Heilstat Jesu ablassen kann um den Hilfesuchenden vor die Wahl zu stellen: Bekennst Du nun Christum als Deinen Herrn?

Was würde der Hilfesuchende wohl tun? Mit den Lippen bekennen, weil man vielleicht irgendwann wieder Hunger hat und sich nicht die Chance verbauen will, noch einmal Hilfe zu bekommen? Wohl möglich. Oder ehrlich sein sich zum Buddhismus bekennen? Was sollte das nützen? (Womöglich sieht man das mit der Verleugnung der eigenen Religion im Buddhismus auch gar nicht als so schlimm an wie wir im Christentum, aber das weiß ich nicht)

Es besteht also eine wunderbar hohe Chance, daß die Angesprochenen, alleine um konform zu sein und nicht anzuecken, mitspielen. Zumindest, so lange sie sich davon etwas versprechen.

Eien Kommentatorin mit Namen Anna hat bei Laura davon berichtet, daß Jugendprojekte ganz schnell wieder einbrechen und Lana berichtete wo anders davon, daß in Südostasien die Gemeinden oftmals praktisch aufhören zu existieren, wenn die westlichen Missionare wieder verschwinden und das Christentum keinen materiellen Vorteil mehr bringt.

Deshalb denke ich, auch wenn mir mehrfach entgegengehalten wurde, daß wir das Evangelium verkünden müssen, daß in den Situationen, wo jemand zu uns kommt und um Hilfe bittet, es unsere Pflicht und Schuldigkeit als Christen ist, diesem Kind Gottes zu helfen so gut wir können, ohne zu versuchen einen Profit für uns dabei rauszuschlagen, indem wir anfangen zu evangelisieren. Denn damit ziehen wir die Liebe in Zweifel, die wir eigentlich zeigen wollen und sollen. Sie verkommt zum Lockangebot in einem Kuhhandel: Ich geb Dir essen und Du singst meine Kirchenlieder. Nein! Wer Hilfe sucht soll Hilfe bekommen, ohne seien Religion wechseln zu müssen oder auch nur mit der Frage danach konfrontiert zu werden!

Das bedeutet nicht, daß man nicht verkündigen soll. Was spricht dagegen, jeden Tag einen Gottesdienst zu feiern und jeden, der sich interessiert, zu empfangen? Was spricht dagegen, wenn der Hilfesuchende danach fragt, wieso man diese Hilfe gewährt (vielleicht auch schon über längere Zeit), auf Christus zu verweisen? Steht nicht Christus und Seine Liebe hinter jeder Hilfe, die wir Christen geben? Aber eben: Kein langer Sermon, einfache Antworten auf einfache Fragen. Die Fragen werden kommen, man muß geduldig sein. Und dann liegt es an Gott, einem die richtigen, kurzen Antworten zu geben und das Interesse zu wecken, daß der Betreffende vielleicht irgendwann auch im Gottesdienst oder einer Bibelstunde erscheint. Nicht, weil er irgendwleche Konformitäten erfüllen will oder gar genötigt wurde, sondern weil er selbst es will und sich selbst interessiert.

Das bedeutet sicherlich viel mehr Aufwand. Und viel mehr Unsicherheit. Aber wie viel Sicherheit hat man denn, wenn man jedem gleich das Evangelium um die Ohren haut, der nicht schnell genug davonkam? Man kann sich vielleicht einreden, alles getan zu haben, was man konnte. So nach dem Motto: Gott kann mir nichts vorwerfen, ich hab getan was geht, um Jünger zu machen. Das wäre erstens ein werkgerechter Ansatz (was schon per se wenig evangelisch und damit wohl auch nicht evangelikal wäre) und zweitens erinnert es ein wenig an den Pharisäer im Tempel, der meint, er sei nicht so schlecht wie der Zöllner, der ja gar kein guter Mensch sein könnte…

Christus sagte uns, wir sollten Jünger machen, Er sagte nicht, daß wir dazu kurz das Evangelium umreißen sollen und dann hoffen, daß das schon irgendwie genug sei. Was er aber auch forderte war Liebe für den Nächsten und selbst für den Feind. Das tut sonst keiner und wird auch immer wieder in Gesprächen mit Atheisten als Punkt vorgebracht, der absolut unsinnig sei. Ja, für Atheisten muß das wohl so aussehen. Aber genau deshalb wird es auch irgendwann Fragen provozieren.

Wenn man ein Stück Land bearbeiten will, kann man ja auch nicht einfach die Samenkörner zwischen die Hecken werfen. Das heißt, man kann schon, aber der Ertrag wird geringer sein, als wenn man das Land erst einmal rohdet, die Steine entfernt, pflügt, also quasi: Es urbar macht. Ich denke so muß man auch die Menschen erst einmal auf das Evangelium vorbereiten. Und meine Überzeugung ist, daß dies eben durch Liebesdienste geschieht, die eben nicht danach fragen, wie die Situation nun ausgenutzt werden kann, um das Evangelium anzubringen (vordergründig, um Gott einen Gefallen zu tun, hintergründig dann vielleicht doch eher: um sich selbst besser zu fühlen. Als ob Gott unter Zeitdruck stünde udn Ihm nicht andere Personen zur Verfügung stünden, um dem Menschen das Evangelium zu bringen).

Man muß dabei ein wenig mehr Spannugn aushalten. Denn wenn man möglichst früh den Sermon abläßt, steht es danach eben bei Gott, man hat selbst erst einmal seinen Teil getan. Wenn man auf Fragen wartet, dann muß man sich so lange auch zurückhalten, muß darauf warten, daß Gott in dem Menschen das Interesse weckt. So lange kann man „die Sache“ auch nicht abhaken und zum nächsten gehen. Das ist sicher anstrengender. Aber ich vermute, es ist erfolgversprechender. Und es nähme der Mission vielleicht auch nach und nach ihr negatives Image, was dann bedeuten würde, daß auch mehr Menschen diese Anstrengungen unterstützen.

Allgemein

Dürfen Christen trauern?

Die Frage ist ernstgemeint, und stellte sich mir, als ich bei „Hohes und Tiefes“ darüber las, wie eine Pfarrerin die als Privatperson bei einer Beerdigung war zurechtgewisen wurde ob ihres Weinens.

Der Verstorbene selbst wäre ja zuversichtlich gewesen, und überhaupt war er ja schon lange krank, man hätte also wissen können, daß er stirbt…

Doch was hat das eine mit dem anderen zu tun, frage ich mich. Verbietet es der Glaube, zu trauern? Wieso dann überhaupt Trauerfeiern? Wieso nicht eher Party, daß derjenige jetzt bei Gott ist? Konsequenterweise auch, wenn Kinder sterben…?

Ja, konsequent wäre es, aber menschlich? Ich bin zwar kein Pfarrer und werd vielleicht auch nie einer, aber ich halte mich nichtsdesto trotz für einen gläubigen Menschen (mancher Leser mag widersprechen, aber darauf geb ich nicht viel was das angeht).

Letzten Februar starb meine Oma. Ich hab geweint wie ein Schloßhund bei der Beerdingung. Und noch heute, wenn ich an sie denke, kommen mir manchmal die Tränen. Sie stand mir sehr nah, und meine Trauer bezog und bezieht sich nicht darauf, daß ich Angst hätte, sie käme nicht in den Himmel. Die Trauer bezieht sich darauf, daß sie seither weg ist, daß ich sie nicht mehr besuchen, nicht mehr mit ihr reden kann, sie nicht mehr in den Arm nehmen kann. Ein wichtiger Mensch im Leben ist weg und das hinterläßt ein Loch, auch wenn der Mensch nun im Himmel ist.

Es sagt ja auch keiner, man solle bei „normalen“ Abschieden im Leben nicht weinen. Wenn die Kinder wegziehen. Oder wieder fahren. An Bahnhöfen wird oft geweint, obwohl eigentlich nichts schlimmes passiert.Es geht einfach darum, einen Menschen nicht mehr bei sich zu haben. Und das geht Pfarrern nicht anders als anderen Menschen auch. Wenn ein wichtiger Mensch weg ist, tut das weh. Und dann weint man, selbst wenn man sich gleichzeitig freuen kann, daß der betreffende keine Angst hatte und mit Zuversicht heimgegangen ist.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde an Christi Himmelfahrt, 17. Mai 2012

Zuerst wären da die religiösen Artikel zu nennen. Nicht nur ich hab mich dazu durchgerungen, mal wieder etwas zu schreiben. Alexander Ebel schreibt vom Himmel den wir sehen und dem Himmel, den wir spüren, und der Herr Alipis nimmt den Himmelfahrtstag zum Anlaß für trinitarische Reflexionen.

Es ging ja in letzter Zeit durch verschiedene Medien: Endlich gibt es ein Jesusspiel bei Facebook. Also schließ ich mich dem Hype an, verlink auch zwei Artikel (via) und füge an, daß ich dat Janze nicht verstehen kann. Was soll das? Okay, Jesusspiel, aber inwieweit ist das interessant für Kirche und Christenheit? Ohne groß ausholen zu müssen könnte man auch Farmville in die Richtung interpretieren, daß man Gottes Garten bebauen und bewahren soll, wie wir in Gen 2 lesen. Das Jesusspiel wird ne Figur haben, die Jesus heißt, und wahrschienlich wird man irgend etwas tun müssen, um das Spiel zu gewinnen. Konkurrenz, Vergleich mit dem Nächsten, wer ist besser ,wer ist schlechter… ich krieg den Bezug zum Glauben grad nicht wirklich hin.

Ebenfalls über Andrea kam ich zum Handyfilmfestival (nette Idee, leider bin ich zu alt) sowie auch auf folgendes Video über die Christen in der Piratenpartei.

Gut finde ich, daß es das überhaupt gibt, auch wenn ich dem Herrn nicht in allen Punkten zustimmen würde. So bin ich zum Beispiel der Meinung, das deshalb Kirche af den Kindergärten steht, weil es das ist, was drinnen passiert. Daß der Staat das zu nem gewissen Teil mitfinanziert ist sein Auftrag. Wär der Kindergarten nicht staatlich, müßte er es auch zahlen. Die Kirchen bezahlen den Teil, der über die staatliche Grundversorgung hinasgeht, die auch christlichen Kindern zusteht. Auch bei anderen Themen bin ich anderer Meinung. Ich habe aber die Hoffnng, daß Glaubensgeschister sich solchen Argumenten gegenüber offener zeigen als jene Atheisten, die leider viel zu häufig einfach nur Kirchenbashing betreiben wollen.

Einen interessanten Artikel (wohl durch die Urheberrechtsdebatte motiviert) über das Planen und Durchziehen von Kampagnen hat Thomas geschrieben.

Und da wir so vom Kirchlichen zum Politischen gekommen sind, noch ein wenig zu Frankfurt und #blockupy:

Dort, in Frankfurt, scheint gerade das Versammlungsrecht (Art. 8 GG) ein wenig… nichtbeachtet zu werden (Abs. 2 spricht von Einschränkungen afgrund von Gesetzen, doch ist mir aktuell kein Gesetz bekannt, das Fahrzeugkontrollen im größeren Ausmaß vorsieht), ein entsprechender Offener Brief folgt auf dem Fuße. Von @unitonehifi gibt es dazu dann auch den passenden Bildervergleich.

Vielleicht sollte der Bundestag der Einfachkeit halber einfach per Gesetz beschließen, daß Art 8 GG Abs. 1 dahingehend eingeschränkt wird, daß er nr noch für 100 Jährige in Begleitung ihrer Eltern gilt.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Dienstag, 10. April 2012

Ostern ist vorbei, ich bin noch etwas müde, morgen geht es zurück an den Studienort, bleibt noch etwas Zeit, die liegengebliebenen Netzfunde der letzten Tage zu bringen.

Eric Djebe hat zum leeren Grab geschrieben, und sein Punkt mit den Frauen hat durchaus etwas für sich.

Der Geier schreibt zum palästinensichen Volk und meint, dies existiere nicht. Dazu will ich selbst nicht viel sagen, sondern Uri Avnerys Entgegnung zur Thematik verlinken.

Mandy hat über die Auferstehung, die Scheidung und die Frage, was nach dem Tod passiert, geschrieben.

Auf dem Hellbound Blog gibt’s nen Artikel über die Sünde. Es geht darum, daß die Sünde unser Problem ist, und nicht Gottes Problem. Wert zu lesen. Im nächsten Artikel soll es darum gehen, was uns zum Sündigen antreibt. Man darf gespannt sein.

Der Herr Alipius schreibt von seinem ersten Ostern als Priester.

Michael Blume schreibt über Judas Iskariot und die Wissenschaftlichkeit von Jura. Er bringt einen interessanten Punkt (auch für die Theologie), indem er von Orietierungswissenschaften spricht.

Nick Baines schreibt davon, wie Jesus die Sache mit der Macht anscheinend ganz falsch verstand. Die Betonung liegt auf „anscheinend“. Und er hat seine Osternachtspredigt veröffentlicht.

Bei peregrinatio gibt’s ein „Politbarometer“ zur Popularität Jesu zwischen Palmsonntag und Karfreitag. Viel interessanter ist noch der dortige Artikel über den Fundamentalismus und seine Beheimatung in der Moderne.

Christian Spließ schreibt über die Aktionen gegen das Tanzverbot am Karfreitag, wobei ich rauszulesen meine, daß er weniger ein Problem mit der (offenen) Diskussion über die Abschaffung des Tanzverbots hat, als mit der Art, in der die Sache beworben wird…

Wolfgang Vögele macht auf eien NZZ Artikel aufmerksam und die Tatsache, daß Vorentscheidungen Einfluß auf Konsequenzen haben. Auch beim Thema Gott und Glauben. Außerdem schreibt er über Gerechtigkeit und Nächstenliebe.

Zoe hat beim Gehn-Test über den Unterschied zwischen dem Oberflächlichen und dem Inneren geschrieben, und daß die meisten Menschen leider nur letzteres sehen.

Walter Jungbauer schreibt über das römisch-katholische Nein zur Priesterinnenweihe und das grundsätzliche Problem der päpstlichen Unfehlbarkeit.

Melissa hat eine neue Serie gestartet, und im ersten inhaltlichen Teil geht es um Transsexualität, die Unkenntnis darüber in fundamentalistischen Kreisen und die daraus entspringenden Fürchte. Ich bin gespannt auf die weiteren Teile, und ich habe größte Hochachtung vor Melissas Offenheit.

Muriel setzt sich mit der Frage einer nach römisch-katholischem Verständnis moralisch vertretbaren Fruchtbarkeitsuntersuchung auseinander.

Und zum Schluß hab ich noch nen Artikel von Stefan Schleim über Kreditkrise, Wirtschaftsboom, Unsicherheit und Flexibilität.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Dienstag, 27. März 2012

Mandy hat sich Gedanken dazu gemacht, ob Tiere eigentlich in den Himmel kommen. Und dann hat sie noch einen wunderbaren Artikel zu Behinderungen geschrieben. Ich hab mal den Satz afgeschnappt: Behindert ist man nicht, behindert wird man. Ich denke das kommt in ihrem Text gut raus. Einschränkungen hat jeder af die ein oder andere Art, aber zur Behinderung werden sie erst, wenn andere darauf keine Rücksicht nehmen.

Ich bin auf ein tolles Video von Joshua Tongol gestoßen (via):

Es geht um die Frage, was der Kreuzestod Jesu bedeutet,also ob Gott seinen Sohn ermordete, weil er Blut sehen mußte, oder ob es noch andere Deutungen gibt. Sehr sehenswert, leider in Englisch.

Über die scoop.it Seite von Kirche 2.0 fand ich ein paar interessante Artikel: Ralpe schreibt zu Luthers „pecca fortiter“ und Bentzerfreundlichkeit, bei RTL gibt’s ein Video zu QR Codes auf Grabsteinen und überhaupt, Keith Anderson schreibt über das Problem, daß Erfolg auch bei Kirchens in Zahlen gemessen werden soll und erinnert mich damit ein wenig an den Reformprozess der EKD, mit seiner Fixierung auf Taufzahlen et al und Jörn Brien schreibt über den Umgang mit dem Tod im Social Web.

Bei idea wird gemeldet, daß der Arabische Frühling auch zu einem Anstieg der Zahl der Neuchristen im arabischen Raum geführt hätte. Im Libanon hätten die Missionare dabei mehr Probleme mit den traditionellen Christen wie Maroniten als mit den Muslimen. Wenn man jetzt schon öfters mal was aus diesem Missionsgebiet gelesen hat wundert das nicht. Mir ist es schon mehrfach begegnet, daß die Konversion von traditionellen Christen zu evangelikalen Gruppen als Missionserfolg verbucht wurde und von Neuchristen gesprochen wird. Allerdings ist auch die Rede davon, daß es sich diesmal bei den Neuchristen vorwiegend um ehemalige Muslime handelt…

Ich hab noch ein Video, auch Englisch, aber etwas schwerer, weil irisches Mädchen:

[Das Video ist auf Youtube leider nicht mehr verfügbar]

Gefunden bei peregrinatio. Es geht um St. Patrick. Ebenfalls bei peregrinatio gibt es einen Artikel zum Führungsstil des scheidenden Erzbischofs von Canterbury.

Und noch was britisches: Ein Artikel von Bischof Nick Baines über die Deutschen und die Rolle, die das 3. Reich noch in unserem Denken spielt.

Herrmann Aichele hat einen Artikel über „Glauben“ geschrieben und das Problem, wenn man den Begriff erkenntnistheoretisch einengt. Dürfte für Atheisten interessant sein, die den (religiösen oder christlichen) Glauben wirklich verstehen wollen.

Ne neue Runde lusitge Kirchenschilder gibts bei sojo.net.

Bei geiernotizen lernt man die neuesten Schutzzauber gegen Nazis und deren Gedankengut kennen.

Und dann natürlich der Aufreger des Wahlabends. Die Piraten sind ins Saarbrücker Parlament eingezogen und Patrick Döring von der grandios gescheiterten FDP ließ sich dazu hinreißen, von einer Tyrannei der Masse zu sprechen und einen Klarnamenzwang zu fordern. Das gibt es auch als Video:

[Der entsprechende Youtube Kanal wurde inzwischen gelöscht]

Dazu passt dann wunderbar der Artikel über Kritik und Bashing von Michael Blume, in dem er die Piraten als positives Beispiel für Politikkritik hervorhebt und (meiner Meinung nach treffend) Fußball-Hooligans mit Bashern vergleicht.

Dann hab ich noch ne Horrormeldung: Google will nun auch die Hintergrundgeräsche bei Telefongesprächen zur besseren Werbeplatzierung erschließen. Prost Mahlzeit, die werden dann natürlich mit den Suchanfragen, den E-Mails und den youtube-Videos, die man so guckt gekoppelt und ras kommt… ich will es mir nicht vorstellen.

Und weil wir es von youtube hatten, noch ein Video (via).

Ich bin ja echt versucht, den „netten Nazi“ als armes Opfer anzusehen. Freilich, er hat ein politisches Mandat und nutzt es im Sinne der NPD, aber ich denke das Problem liegt hier weniger darin, daß es sich um einen gemeingefährlichen Menschen handelt (er wird ja von allen als „nett“ bezeichnet), sondern daß er einfach zu dumm (sorry, aber ist doch so) ist um zu begreifen, wo er da mitmacht. Er liest nur noch die eine Zeitung und hält sich daran, was da drin steht. Und nur, weil es nicht die BILD ist, ist sein unreflektiertes Wiederholen der Parolen nicht mehrheits- und gesellschaftstauglich.

Eigentlich müßte man sich mit dem Mann einmal befassen. Zeit mit ihm verbringen, mit ihm reden, ihm andere Möglichkeiten erschließen, die Welt zu sehen. Auf mich jedenfalls macht der Herr den Eindruck, den auch viele Sektenmitglieder machen: Allein und ohne die Sekte auch orientierungslos. Aber nimmt man sich die Zeit und bietet eine Alternativorientierung an, dürften die Chancen gut stehen, ihn aus dem Sumpf rauszuholen. Das macht seine Partei und deren Parolen freilich nicht weniger gefährlich, aber so könnte man ihnen vielleicht wirklich das Wasser abgraben, indem man sich Zeit nimmt für die Menschen.