Commenting Media, Gesellschaft

Pädophile Massenhochzeit im Gaza-Streifen?

Im Moment hab ich wenig Zeit, es sind gerade Amtswochen, daher hatte ich gar keinen Artikel geplant. Dann sah ich dieses Bild:

Massenhochzeit in GazaEs handelt sich um ein Bild von einer Massenhochzeit in Gaza. Und es ist sehr verbreitet im Internet (siehe google Bildersuche – gibt es auch weniger bedenktliche Bildersuchen als google?).

Soweit, so gut. In Gaza gibt es also Massenhochzeiten. Die gibt es auch bei uns, und es gibt immer wieder Versuche, größere Massenhochzeiten auszurichten, um ins Guiness Buch der Rekorde zu kommen. Wie dem auch sei.

Das alles ist ja kein Aufreger. Der Aufreger liegt darin, dass auf den weitaus meisten Webseiten behauptet wird, die Mädchen in den weißen Kleidern seien die Bräute der daneben stehenden Männer. Die Seitenbetreiber leisten damit dem Vorurteil Vorschub, dass Muslime eine Neigung zu Pädophilie hätten, jedenfalls lassen sich viele der Artikel so verstehen.

Es handelt sich allerdings nicht um die Bräute. Und das entlarvt die ganzen Webseiten „besorgter Bürger“ und anderer geistiger Brandstifter als ganz üble Hetze.

Die Mädchen sind die Cousinen der Eheleute, die in der Zeremonie eine Rolle spielen. Die erwachsenen Bräute zeigen sich nicht derart in der Öffentlichkeit.

Leider aber geht die Wahrheit in der Masse an Falschinformationen und Hetzseiten ganz schnell unter, und man braucht schon ein gewisses Misstrauen und eine gewisse Ausdauer, um etwa auf diesen Artikel zu stoßen, der die Hintergründe beleuchtet. In dem Artikel ist dann auch ein Artikel eines Reporters verlinkt, der tatsächlich vor Ort war und bestätigt, daß die Mädchen nicht die Bräute sind.

Wir leben in Zeiten der Unaufrichtigkit, in der wir mit einem Wust von Lügen dazu gebracht werden sollen, unseren Auftrag als Christen, die Menschen zu lieben, zu vergessen und statt dessen zu hassen. Der Teufel ist der Vater der Lüge, und er nutzt sie, um seien Haß zu verbreiten und Gottes Reich zu bekämpfen.

Seien wir also misstrauisch, wo immer wir zu Haß und Verachtung gedrängt werden, durch Angstmacherei und Lügen.

Einer der häufigsten Sätze in der Bibel lautet: „Fürchte Dich nicht.“ Halten wir uns daran. Und halten wir an der Liebe fest!

Update: Ich stieß gerade auf diesen Artikel, der den oben verlinkten Artikel in einigen Details korrigiert. Interessant dabei finde ich zwei Dinge:

  1. Die ursprüngliche Falschmeldung kam von einem radikalen koptischen Blog (es gibt auch unter den verfolgten Christen der arabischen Länder Radikale, die zur Lüge greifen).
  2. Die Massenhochzeiten der Hamas sind ein soziales Projekt, das allen Menschen egal welcher Religion oder Nationalität offensteht. Mir stellt sich da die Frage, ob das nicht auch etwas für unsere Kirchen wäre. Ich habe den Eindruck, dass dies bei den immer wieder veranstalteten Tauffesten der Fall ist. Wieso das nicht auf Hochzeiten, Konfirmationen und andere Feste ausweiten?

Nochn Update: @LEvangelikal hat mich drauf hingewiesen, daß es sich bei der koptischen Homepage um „Kopten ohne Grenzen“ handelt (Danke für den Hinweis). Dort hab ich die Geschichte dann auch gefunden. Allerdings handelt es sich dabei offenbar nicht um die erste Meldung (wie bei mimikama.at zu lesen), da der Artikel vom November 2012 ist und auf einen Artikel vom 5.8.2009 bei pi verlinkt. Vom pi Artikel bin ich dann zu Israel Matzav gekommen. Der Artikel datiert vom 31.7.2009 und ist bisher der Älteste. Tim Marshall, der vor Ort war und davon berichtete (ich hab den Originalbericht noch nicht gefunden) hat schon am 4. August 2009 von dem Problem berichtet, daß islamophobe Webseiten die Bilder aus dem Kontext reißen. Im Moment hege ich die Vermutung, daß der Originalartikel deshalb ausdem Netz genommen wurde.

Gesellschaft, Glaube

Erschlage die Ungläubigen, wo immer Du sie findest

So lautet eine gängige Übersetzung von Sure 2, Aya 191.

Dies ist ein Teil der Reihe zum Hetzbild „Koran ruft in mind. 109 Versen Moslems zum Krieg gegen Ungläubige auf“.

Das hört sich nicht nett an und scheint Vorurteile zu bestätigen, nach denen Muslime immer und generell gewalttätige Terroristen sind und nur darauf aus sind, alle Nichtmuslime zu töten.

Dem entgegen steht zuerst und vor allem die Realität: Viele Muslime halten sich offenbar nicht an diese angebliche Forderung. Ansonsten gäbe es seit 1400 Jahren offenen, totalen Krieg. Statt dessen leben aber seit den Anfängen des Islam trotz aller Glaubenskriege immer noch christliche Minderheiten in den islamischen Ländern. Teils sind diese, wie in Ägypten zum Beispiel, von beachtlicher Größe.

Selbst im Reich des Daesh, also den denkbar schlimmsten Terroristen, gibt es Berichte, daß Christen am Leben gelassen werden, wenn sie eine spezielle Steuer bezahlen. Also auch hier, trotz aller furchbaren Unterdrückung, Vertreibung, Folter und Völkermord:

Die „Ungläubigen“ werden nicht (generell) erschlagen, wo man auf sie trifft. Gott sei Dank möchte man meinen.

Und wenn man in den Koran sieht, und den Kontext liest, wird auch klar, um was es genau geht und wieso selbst die schlimmsten Fundamentalisten nicht jeden Nichtmuslim gleich erschlagen:

In Aya 190 liest man davon, daß Krieg geführt wird gegen diejenigen, die die Muslime angreifen. In der Situation also, in der Muslime angegriffen werden, spricht der Koran ihnen das Recht, sich zu wehren zu. In dieser Situation gilt offenbar: Wo ihr sie findet, erschlagt sie (bevor sie euch erschlagen).

In Ayat 192 und 193 wird dann auch gleich wieder eingeschränkt: Sobald die Angreifer ablassen, muß der Krieg dann auch vorbei sein, Nachtreten ist nicht. Wenn die Feinde aufhören, müssen die Muslime auch aufhören.

Das ist sicherlich nicht christlich, aber der Koran ist auch kein christliches Buch. Es ist menschlich, sich wehren zu wollen, wenn man angegriffen wird. Das tun viele Christen auch, obwohl sie es besser wissen sollten. So startete Bush einen Krieg gegen den Terror, in dessen Verlauf Menschen von Drohnen bombardiert werden, sobald man sie sieht auf den Überwachunsbildschirmen.

Was ist das anderes als den Feind zu bekämpfen, wo man ihn sieht? Daß das zu nichts führt, dürfte uns langsam aufgehen. Als Christen haben wir ja auch einen anderen Auftrag, nämlich die Feinde zu lieben und die andere Wange hinzuhalten – und keiner hat behauptet daß das leicht wäre. Christlicher Glaube ist nichts für Weicheier. Aber Gott gibt uns Kraft.

Bei aller persönlicher Ablehnung gegen diese bewaffnete Selbstverteidigung sehe ich jedoch nicht, daß diejenigen, die diese Verse immer vorbringen, um Muslime in Miskredit zu bringen, sich besser verhalten würden.

Die Muslime sind per Koran verpflichtet, die Gewalt zu beenden, sobald die Angriffe aufhören. Wer aber ohne selbst angegriffen worden zu sein Öl ins Feuer gießt mit der Verbreitung von aus dem Kontext gerissenen Ayat, der ist deutlich schlimmer, der bricht einen Konflikt vom Zaun, wokeiner sein müßte, setzt so eine Spirale aus Haß und Gewalt überhaupt erst in Bewegung und kann am Ende auch nicht die Schuld von sich weisen für das, was geschieht.

Zum Glück verhalten sich viele Muslime so christlich (sic!), die andere Wange hinzuhalten und sich von solchen Provokationen nicht herausfordern zu lassen. Während dessen können wir Christen uns nur schämen, daß solche Heuchler, die Haß und Gewalt provozieren, sich auf das christliche Abendland zu berufen können meinen.

Commenting Media, Gesellschaft, Politik, Religion

Hetze

Ein hetzerisches, weil verallgemeinerndes und Vorurteile beförderndes Bild.
Quelle: Twitter

Dieses Bild gab den Ausschlag für einen längeren Disput mit @stoersender23 und @Volkakaracho auf Twitter. Bei allen meinen Followern, denen ich damit die Timeline geflutet habe, möchte ich mich entschuldigen, um das fürderhin zu vermeiden, schreib ich jetzt hier weiter, wo man auch länger argumentieren kann.

Ich empfinde das Bild als hetzerisch, und genau das habe ich geschrieben. Meine Argumentation dabei ist recht simpel:

Hier wird Islam gleichgesetzt mit eine Zwang, Niqab zu tragen, obwohl es viele Muslimas gibt, die weder Niqab tragen nocht sonst irgend ein Kopftuch. Die simple Gleichsetzung Islam=Niqab ist also faktisch falsch. Der Islam ist deutlich bunter, als es hier dargestellt wird. Allenfalls bestimmten Richtungen des Islams kann eine derartige „Verunbuntung“ unterstellt werden, nicht jedoch dem gesamten Islam. Das sollte jeder einsehen, der schon Muslimas ohne Kopftuch oder mit bunten, das Gesicht freilassenden Kopftüchern begegnet ist oder sie in den Medien gesehen hat.

Hetzerisch halte ich das Bild deshalb, weil diese falsche Gleichsetzung auch diejenigen Muslime über diesen Kamm schert, die dezidiert gegen Kopftuch oder zumindest Niqab sind. Weil durch den Begriff Islam alle Muslime bzw. der von ihnen konkret (ohne Kopftuchzwang) praktizierte Glaube, den sie ebenso als Islam auffassen, mit erfasst und unter diese „Kritik“ der Unbuntheit gestellt wird.

Es wird ein falsches, zu negatives Bild des Islam verbreitet, was entsprechende Vorurteile befeuert, die letztendlich auch zu Gewalt führen können. An sich ist diese Unterstellung schon Gewalt mit Worten, die wegen der freien Meinungsäußerung vielleicht ertragen werden muß, aber durchaus selbst kritisiert werden kann.

Meine Diskussionspartner wollten daraufhin argumentieren, daß jedenfalls eine Mehrheit der Muslime dies so sehe. Dem hielt ich entgegen, daß wenn auch nur ein Muslim eine andere Einstellung hat, die Unterstellung nicht mehr auf den Islam zutrifft und damit falsch wird und ungerechtfertigte Hetze gegen diesen einen Muslim ist.

Ein anderer Versuch, gegen meine Kritik zu argumentieren war, daß sie Koranverse und weitere „Schriftbeweise“ vorbrachten, die belegen sollten, daß der Islam per se kriegerisch und meschenverachtend sei.

Ich entgegnete daraufhin, daß Texte der Auslegung bedürfen, und daß die wortwörtliche Auslegung nur eine Möglichkeit unter vielen ist, die interessanter Weise auch die Fundamentalisten wählen. Wortwörtliche Auslegung ist einfach, aber wird der Tradition der Religion, egal welcher, nicht gerecht, da sie auch unhistorisch ist, was Fundamentalisten nicht stört, IMHO für aufgeklärte Menschen ein Grund sein sollte, sich davon zu distanzieren.

Weite Teile des Islam teilen eben nicht die wortwörtliche Auslegung der Fundamentalisten, wie auch im Christentum und anderen Religionen, sondern haben andere Wege, mit den Texten umzugehen. Freilich kenne ic mich hier im Christentum besser aus als im Islam.

Meine Gesprächspartner beharren aber weiterhin darauf, daß ihre wortwörtliche Auslegung von Koran, Rechtsschulenurteilen und Hadithen die einzig wahren (sic) Auslegungen darstellen, die alle Muslime, oder zumindest die Mehrheit, befürworten.

Die Mehrheit, so schrieb ich, ist hier kein Argument, weil eben immer auch eine Minderheit unter den Begriff (hier „Islam“) fällt, auf die die fragliche Aussage (hier die unbunten Bilder mit den Niqabs) nicht zutrifft. Diese Muslime werden dann aber mit verurteilt, werden diskriminiert und falsch dargestellt.

Würde das fragliche Bild oben nicht vom „Islam“ sprechen, sondern von einer klar zu umreißenden Gruppe im Islam, in der tatsächlich das Vorgeworfene (Niqabzwang) ohne Ausnahme praktiziert und vertreten wird, hätte ich damit kein Problem.

So aber, ist es undifferenziert, falsch und hetzt auf, indem es Vorurteile über Muslime und den Islam verbreitet. Denn wenn nicht alle Muslime eine Praxis teilen, dann kann diese Praxis den Islam nicht ausmachen.

Gesellschaft, Politik

Lügenpresse?

Foto von Caruso Pinguin Lizenz CC BY-NC 2.0
Foto von Caruso Pinguin Lizenz CC BY-NC 2.0

Wenn die Demonstranten mit Medien wie „Russia Today“ oder „Al Dschasira“ sprächen, aber lokale und überregionale Medien als „Lügenpresse“ und „Mainstreammedien“ beschimpften, „dann werden rote Linien überschritten“, betonte der Chef der Bundeszentrale für politische Bildung.Vielen Anhängern der selbst ernannten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) sei offenbar nicht klar, dass es in Deutschland keine Staatspresse gibt, betonte Krüger. Stattdessen gebe es eine „freie Presse, die das was geschieht, aus konkurrierenden Perspektiven betrachtet, diskutiert und damit die öffentliche Meinungsbildung konfrontiert“.

Gefunden habe ich diesen Textausschnitt hier. Krüger, Chef der bpb hat natürlich Recht. Eigentlich. Wir haben in Deutschland eine freie Presse, die sich in ihrer Gesamtheit vor Medien wie „Russia Today“ oder „Al Dschasira“ nicht verstecken muß. Eigentlich.

Und wir haben demokratisch gewählte Politiker. Politiker, die viel eher den Willen des Volkes repräsentieren, als beispielsweise der Politiker, der hinter „Russia Today“ steht: Putin.

Jetzt werden also sowohl Politiker als auch die Presse von den Pegida Leuten als Lügner angesehen und trauen ihnen nicht mehr, ja man traut nicht mal mehr den Statistikämtern, eigentlich niemandem mehr, der eine irgendwie andere Meinung als man selbst hat.

Jetzt kann man sich hinstellen und das bedauern, man kann dazu aufrufen, sich an Diskussionen zu beteiligen und Fakten anzuerkennen.

Alles richtig und gut, ohne miteinander zu reden wird es nicht besser werden. Allerdings sollte man sich selbst auch einmal genauer mit diesen Vorwürfen auseinandersetzen, den die kommen nicht aus dem luftleeren Raum.

So hat Thomas in seinem Jahresrückblick auf Politikeraussagen des Jahres 2013 verwiesen, die sich in diesem Jahr schon als Unwahrheiten herausgestellt haben. Es dürfte weiter Konsens bestehen, daß noch viel mehr solcher Aussagen gefunden werden könnten. Die meisten unter uns würden wohl auch der Aussage zustimmen, daß dies eben zum Geschäft der Politik gehört, daß man als Politiker nicht einfach nur seinen Willen durchsetzen kann, sondern auch Kompromisse eingehen muß.

Allein: Wo ist der Politiker, der das auch mal offen eingesteht? Ein CDUler, der im Wahlkampf sagt, daß man womöglich auch mit der AfD könnte. Oder ein SPDler der sagt, daß man mit den Linken nicht möchte, aber vielleicht doch lieber als mit der Union? Oder daß man Rot-Grün anstrebt, daß mn aber auch ne große Koalition machen würde, wenn anders das Land führungslos bleiben müßte etc etc?

Die Bürger sind erwachsen, und es wäre

im Sinne unserer Demokratie und unseres Gemeinwesens überhaupt, wenn Politiker (vor allem solche im Wahlkampf) sie auch so behandeln würden. Das kann bedeuten, daß man eine Wahl verliert. Aber der Schaden ist anders herum vielleicht noch viel größer. Eine Gelegenheit für Politiker, Größe zu zeigen, wenn sie das Allgemeinwohl vor das persönliche Wohl stellen, und uns gleich die Wahrheit sagen, anstatt auf den Effekt zu hoffen.

Von Populisten werden wir das nicht erwarten können, und das ist ein Problem, denn es würde ihnen vermutlich Vorteile beschaffen. Auf lange Sicht würde es aber – so denke ich – Populismus vorbeugen und unsere Gesellschaft insgesamt erwachsener machen.

Kommen wir also zur Presse, dem anderen Feindbild der Pegida Leute. Und da hat Michael in seinem tollen Artikel zur (nicht) drohenden Islamisierung (unterfüttert mit Daten zu den Geburtenraten) gleich auf zwei Falschinformationen eines großen deutschen – ja was eigentlich, Zeitung will ich es nicht nennen – hingewiesen. Persönlich fällt mir da noch der Fall Nikolaus Brender – Peter Frey ein. Allgemein habe ich in letzter Zeit den Eindruck gewonnen, daß die Medien zunehmend voneinander abschreiben und Nachrichten kaum mehr geprüft oder recherchiert werden. So werden Fehler (auch intendierte Fehler) einfach reproduziert.

Auch hier kann man sagen: Alles verständlich. Die Presse arbeitet (abgesehen von den öffentlich-rechtlichen, aber da gibt es auch Kostendruck) nach kapitalistischen Maximen. Man hat zwar den Auftrag, zu informieren, auch zu recherchieren und kritisch zu hinterfragen, allerdings ist das teuer und kommt deshalb wohl nicht immer zum Zug. Auf der anderen Seite verschaffen Skandale, Horrormeldungen und dergleichen Auflage. Wenn der neue EKD Ratsvorsitzende also fordert,

nicht nur von IS-Terror, sondern dem friedlichen Zusammenleben von Christen und Muslimen zu berichten

dann kann er vielleicht auf die Kirchenmedien dementsprechenden Einfluß nehmen und auf eine finanzielle Absicherung trotz solcher schlechter veraufbaren Meldungen hinwirken. Allein, auch in der Kirche wird gespart.

Man muß sich also auch eingestehen, daß unsere Presse zumindest vom Markt nicht unabhängig ist. Und das ist ein Problem, für das ich keine Lösung weiß. Der Verwies auf Blogs und andere Online-Medien kommt immer einmal wieder, aber kaum ein Blogger hat die Zeit und die Kenntnisse, hinreichend zu recherchieren. Und wenn doch, dann betreibt er das Bloggen zumindest semiprofessionell und muß sich wieder it den Gesetzmäßigkeiten des Marktes auseinandersetzen.

Trotzdem denke ich, ist es wichtig, sich mit den Pegida Leuten auszutauschen. Dies wird erschwert durch die Verweigerung gegenüber den Medien (und die fehlende Homepage). Vielleicht muß man dann doch mal auf „Russia Today“ schalten, um deren Ansichten mitzukriegen.

Und im Laufe der Diskussion müssen die dann auch begreifen, daß sie villeicht nicht „das Volk“ sind und ihre Ansichten nicht durchsetzen können. Ein guter Ausgang solcher Gespräche wäre, wenn man einander ein wenig besser versteht und die Ängste kennt, die den jeweils anderen bewegen (am Ende geht es vielleicht um die eigene Altersarmut und nicht um Ausländerhaß). Dann könnte man vielleicht sogar überlegen, wie man diese Ängste beseitigt. Wer sich hier engagiert, auch politisch engagiert, kann für die Zukunft sicher viele Pluspunkte sammeln.