Gesellschaft, Politik, Theologie

Die Hoffnung, die in uns ist

Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist

So steht es in 1. Petr 3, 15. Ich mußte anden Satz denken – und erst einmal suchen, wo genau in der Bibel er steht, beim Nachdenken über das, was diese Tage in Deutschland passiert. Ihr wißt schon: „Flüchtlingskrise“. Ein anderer Spruch schwebt mir im Ohr: „Es gibt keine Probleme, sondern nur Herausforderungen.“ So hörte ich öfter sagen bei der Bundeswehr. Oder auch diesen Spruch: „Probleme lösen sich, indem man sie ignoriert.“

Das ist im Moment so ein bißchen meine Befürchtung. Denn ja, wenn man ein Problem nicht beachtet, dann wird es größer und größer und wird sich irgendwann von selbst lösen – nur selten zum Guten oder so, wie wir es uns wünschen würden. Die aktuelle Flüchtlingskrise hat sicher auch zum großen Stück damit zu tun, daß man in der Vergangenheit verpasst hat, die schwelenden Konflikte gut zu lösen. Statt dessen hat man schnelle Lösungen gesucht, die aber nicht trugen. In den Zusammenhang möchte ich nochmal auf das Konzept vom Gerechten Frieden als Gegenentwurf bzw. besser Weiterentwicklung zum Konzept vom Gerechten Krieg hinweisen. Wennwir es schaffen, überall in der Welt für gerechten Frieden zu sorgen, werden wir viele Probleme zum Positiven lösen.

Jetzt müssen wir den gerechten Frieden erst einmal in unserem Land und auf unserem Kontinent sichern. Denn das christliche Abendland ist nicht mehr so christlich. Die Zahl derer, die sich rechtspopulistisch äußern oder solchen Äußerungen zustimmen steigt. Und getrieben werden sie von einer Angst, der Angst vor Überfremdung, vor den Kosten, vor Verlust ihrer Privilegien.

Und die Lösungen, die gesucht werden, sind so einfach wie unwirksam: Die Flüchtlinge müssen weg. Egal wo, nur nicht hier, nur nicht bei uns.

Diese Lösungen sind so untragfähig wie die Lösungen, die uns erst die Flüchtlingskrise brachten. Sie strotzen vor Zynismus gegenüber den Menschen, die alles zurücklassen mußten, ihre Heimat verließen, großteils unter Lebensgefahr sich auf den Weg hierher machten, um ihr Leben zu retten, um eine Zukunft zu haben.

Und die Rechtspopulisten, die sich auch noch auf das christliche Abendland berufen, die Fahnen mitführen in den deutschen Farben, angeordnet in der Form eines Kreuzes wie auf den skandinavischen Flaggen, hängen diesen einfachen Lösungen nach, wegen ihrer Ängste.

Welche Hoffnung steckt wohl in diesen Menschen? Auf wen verlassen sie sich angesichts der Krise? Was würden sie antworten,wenn man sie nach Rechenschaft fragte über die Hoffnung in ihnen? Auf was vertrauen sie?

Ist ihr Vertrauen nicht vor allem in Menschenwerken gegründet? Grenzzäune, bewaffnete Grenzer, Zuwanderungsobergrenzen oder lieber doch erst mal ganz dicht machen?

Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand (Spr 3, 5)

Es mag sein, daß die Aufgabe, die vor uns steht, groß und schwierig ist. Un des mag sein, daß die einfachen Antworten der Rechtspopulisten verführerisch klingen. Doch das sind einfache Dinge immer: Verführerisch. Leider sind sie meist auch schlechter, tragen weniger, bedeuten mehr Probleme hinterher.

Den Glaubensgeschwistern unter denen, die den Rechtspopulisten nachhängen möchte ich zurufen: Welche Hoffnung habt Ihr? Daß Ihr mit menschlicher Anstrengung und Verstand die Krise bewältigen könnt, indem Ihr Grenzen zieht und bis auf die Zähne verteidigt? Oder daß Gott unser Handeln gesegnet hat, wo wir sein Werk tun und Liebe üben?

Liebe kennt aber keine Grenzen. Und keine Rassen. Und keine Nationalitäten. Und ja, Liebe kennt auch keine Religionen. Nehtm die Menschen an, wie Jesus Euch angenommen hat, trotz aller Eurer Sünden. Alles, was Ihr habt, habt Ihr von Gott, und Ihr könnt alles einsetzen für den Nächsten, und das kann wie der Samaritaner im Gleichnis ein Mensch sein mit einer anderen Religion aus einem anderen Volk. Gottes Kinder sind wir alle. Wir haben keinen Geist der Angst empfangen, sondern einen Geist der Zuversicht. Der Zuversicht, daß Gott uns gesegnet hat, damit wir ein Segen für Seine Schöpfung sind.

Zum Thema Angst bin ich übrigens die Tage über zwei Blogartikel von Krisi und Don Ralfo gestolpert, die beide auf jeden Fall lesenswert sind.

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Wider Matusseks Polemik

Letzte Woche war Kirchentag, und ja, ich war auch in Dresden. Seit ich wieder zu Hause bin, lese ich immer wieder in der Presse vom Gutmenschentum, der Weltferne, Naivität etc, die auf dem Kirchentag vorherrsche. Und immer wieder ist ein Name damit verbunden: Käßmann.

Matthias Matussek vom Boulevardmagazin SPIEGEL hat nun einen Artikel geschrieben, in dem er sich an Käßman abarbeitet, ihr Polemik vorwirft und ja: Weltfremdheit. Das Übliche halt.

Bei Licht betrachtet ist es aber auch nicht mehr als Polemik, er reißt Zitate aus dem Zusammenhang und verdreht die Dinge. Und wozu? Weil es so leicht ist und en vogue, auf Käßmann zu schimpfen, weil sie sich ideal als Feindbild eignet?

Ich stehe Käßmann ja durchaus auch kritisch gegenüber, doch finde ich sollte eine Kritik mindestens auf gleichem Niveau stattfinden. Das scheint mir bei Matussek nicht der Fall zu sein.

1. Vorwurf: Käßmann sagt, man solle mit den Taliban beten, statt sie zu bombardieren. So Matussek. Sieht man sich den Text der fraglichen Bibelarbeit Käßmanns an (da steht „es gilt das gesprochene Wort“, ich war anwesend nd kann bestätigen, daß es keine Diskrepanz zwischen der Rede nd dem Druck gibt), hört sich das Ganze schon wieder anders an:

Der damalige Wehrbeauftragte Reinhold Robbe, hat mir im vergangenen Jahr gesagt, ich
solle mich doch in ein Zelt setzen und mit den Taliban bei Kerzenlicht beten. Offen
gestanden finde ich, das ist eine wesentlich bessere Idee als die Bombardierung von
Tanklastwagen in Kunduz. Wir wissen doch, dass Frieden letzten Endes nur durch
mühselige, oft schmerzhafte und riskante Versöhnungsprozesse wachsen kann, in denen die
Opfer gehört werden und die Täter Schuld bekennen.

Es war also nicht Käßmann, die auf die Idee mit dem Beten kam, sondern Robbe. Käßmann sagte einzig, daß die Idee besser sei als den Tanklaster in Kunduz zu bombardieren. Daraus abzuleiten, daß Käßmann nun tatsächlich dazu aufriefe, alles im gemeinsamen Gebet mit den Taliban zu lösen, ist dumme Polemik.

Der Tanklastwagen führt mich zum 2. Vorwurf:

Margot Käßmanns indes setzte auf Demagogie. Sie glänzt mit frommem Augenaufschlag vor Tausenden. Sie führte aus, es sei besser zu beten, als Tanklastwagen zu bombardieren. Ach ja? Alles ist besser!

Jeder weiß doch mittlerweile, dass jenes tragische Bombardement ein Versehen war, und dass die Entscheidung dazu getroffen wurde, um einen größeren Anschlag zu verhindern. Käßmann aber behauptet implizit, die irrtümliche Bombardierung von Zivilisten sei in Wahrheit Absicht gewesen und in einer so hellsichtigen Weise getroffen worden, wie man es tut, wenn man sich zum Beten hinsetzt.

Das tragische Bombardement mag ein Versehen gewesen sein, liegt jedoch innerhalb der Logik der Gewalt im Krieg. Dagegen richtet sich Käßmann, nicht daß hier mit Absicht Leid erzeugt wurde. Denn begibt man sich erst einmal in die Logik der Gewalt, in den Krieg, dann ist das Leid schon Folge, egal wie man es dreht und wendet nd wie „sauber“ der Krieg auch geführt wird.

Matussek wendet sich der Frage nach dem gerechten Krieg zu, nachdem er feststellt, daß man sehr wohl für die Taliban beten und sie gleichzeitig bombardieren kann. Hier kann ich gerade noch so mitgehen mit seinem Gedanken. Ja, ich würde sogar soweit gehen, es als christliche Pflicht zu erachten für denjenigen zu beten, den man gerade tötet, wenn man denn schon so weit gekommen ist.

Doch Matussek gleitet ab in eine Pose des gerechten Racheengels:

Es gibt den bellum iustum, den gerechten Krieg. Seit dem heiligen Augustinus dürfen Christen Krieg führen, wenn er dem Frieden dient. Und das Gebet für die Feinde?

An jedem zweiten Sonntag beten auch wir Katholiken in den Fürbitten dafür, dass der Herr uneinsichtige Politiker auf den rechten Weg führe, damit sie für größere Gerechtigkeit sorgen mögen. Das heißt aber nicht, dass wir uns das Wählen schenken sollten. Ganz grundsätzlich: Ich kann für Stalin beten, dass er seine Fehler einsieht, und ihn trotzdem töten, wenn dadurch weitere Gulags verhindert werden. Ich kann für Hitler beten, und dafür, dass er seine Sünden bereut und von Untaten absieht.

Zu der Frage nach dem bellum iustum gibt es nicht nur bei Käßmann, sondern auch bei anderen protestantischen Pfarrern (in diesem Gespräch mit Renke Brahms und Martin Dutzmann, das auch sonst sehr interessant ist beispielsweise) durchaus die Meinung, daß es den gerade nicht gibt, weil Krieg immer schon bedeutet, daß man vorher schon auf ganzer Linie versagt hat und nur noch Schadensbegrenzung betreiben kann, die aber nie per se gerecht ist sondern schon innerhalb der Ungerechtigkeit stattfindet. Um den Frieden zu erhalten, muß vorher gehandelt werden, das wäre gerecht. Kriegerische Gewalt ist nur noch Einschränken der Ungerechtigkeit, kann sie aber nicht aus der Welt schaffen.

Konsequenterweise verkürzt Matussek auch Bonhoeffer geradezu grausam:

Darf ich Hitler trotzdem umbringen, falls er uneinsichtig bleibt? Darf ich das fünfte Gebot brechen, das Tötungsverbot? Der evangelische Märtyrer Dietrich Bonhoeffer hat sich inständig und tief mit diesem Problem auseinandergesetzt, und zwar nicht auf der schick ausgetrommelten Messias-Veranstaltung eines Kirchentages, sondern in der Nazihaft.

Zuerst ist anzumerken, daß Bonhoeffer schon vor seiner Haft im Widerstand war. Die Auseinandersetzung mit der Frage nach dem Tyrannenmord kam bei ihm also vorher. Aber das ist hier unwichtiges Detail (wenn es auch auf die Recherchequalität von Matussek schließen läßt).

Bonhoeffer kam zwar zu der Überzeugung, sich am Tyrannenmord zu beteiligen, aber auch Bonhoeffer war sich bewußt, daß er damit Schuld auf sich laden würde, es also keinesfalls eine gerechte Sache wäre, sondern lediglich eine Einschränkung der Ungerechtigkeit gegen andere, während er dabei Schuld auf sich lädt. Dieser Gedanke ist meiner Meinung nach wichtig. Es gibt hier keine generelle Rechtfertigng für ein gewaltsames Handeln. Also ach keinen bellum iustum.

Matussek kürzt dies ab, um Käßmann eins auszuwischen und sie als Demagogin des „Gutmenschentums“ darzustellen, und ist doch selbst demagogisch, denn Bonhoeffer kam eben nicht zum gleichen Ergebnis wie Augustinus und Thomas von Aquin:

Bonhoeffer ist zu dem gleichen Schluss gekommen wie vor ihm Augustinus oder Thomas von Aquin. Es gibt den gerechten Krieg, und es gibt die moralische Rechtfertigung des Tyrannenmordes.

Es gibt nie eine moralische Rechtfertigung dafür, einem Menschen das Leben zu nehmen, ihm Gewalt anzutun, weil Gewalt moralisch eben nicht Recht ist, osndern höchstens in bestimmten Sitationen geboten, um nicht noch mehr Unrecht aufkommen zu lassen.

Und darum geht es, so denke ich auch Käßmann: Auch wenn wir Soldaten nach Afghanistan schicken, so erreichen wir damit doch keinen Frieden. Den Frieden, den gerechten Frieden, erreichen wir mit ziviler Aufbauarbeit. Dem würde wohl auch ein de Mezière zustimmen. Und in Afghanistan läuft die Lage aus dem Ruder, weil scheinbar nicht genügend zivil aufgebaut wird, so jedenfalls verstehe ich Käßmann, wenn sie sagt: Nichts ist gut in Afghanistan.

Sie macht nicht aus den Soldaten kaltkütige Täter, wie Matussek in einem weiteren Vorwurf sagt, vielmehr macht sie aus dem Souverän Deutschlands, also uns allen, die wir den Bundestag gewählt haben, der dem Mandat zugestimmt hat, wirre Planer. Und ich finde, das kann man sich sagen lassen, wenn es stimmt.

Gab es nicht jahrelang überhaupt keine richtige Strategie zum zivilen Aufbau des Landes? Gibt es die jetzt? Wo und wie findet der zivile Aufbau statt? Wie erfolgreich ist er? Was könnte besser gehen? Wo hakt es? Darüber hört man nichts. Statt dessen: Fokussierung auf den militärischen Teil, auf die toten Soldaten, kontrollierte Gebiete. Was in den Gebieten, die kontrolliert werden, geschieht, hört man kaum. Abgesehen von einigen Meldungen über Drogenanbau.

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Kondome und Krieg

Bei der FAZ gibt es ein Video. Darin stellt sich ein Mann mit dem Namen Martin Luther vor und referiert einerseits über die Neujahrsansprache der Hannoveraner Bischöfin, andererseits über Aussagen Luthers zum Krieg.

Quintessenz seiner Ausführungen ist, daß es keinen Unterschied mehr gibt zwischen katholischer und evangelischer Kirche, weil die Kathliken gegen die Kondome anpredigen, die in der „wirklichen Welt“ benutzt werden, genauso wie die Protestanten gegen den Krieg anpredigen, den es in der wirklichen Welt gibt.

Ob der Video-Luther nun lustig sein will, oder einfach nur auch mal Kritik an Käßmann üben ist mir nicht so ganz klar. Der Vergleich mit dem Kondom blieb allerdings hängen. Ich frag mich: Ist da was dran? Sind wir Protestanten genauso rückwärts gewandt, wie man es dem Vatican vorwirft?

Erst möchte ich sagen: Nein! Krieg ist schlecht, Kondome nicht. Sie verhindern ungewollte Schwangerschaften und damit auch unter Umständen soziale Konflikte, außerdem verhindern sie die Übertragung verschiedener Krankheiten. Eigentlich eine gute Sache. Und dagegen der Krieg? Tod und Zerstörung! Aber Vorsicht! Was, wenn die Amis in den 1940er Jahren nicht nach Europa gekommen wären? Was, wenn die NATO nicht in Ex-Jugoslawien aktiv geworden wäre? Wie viele Mädchen würden eie Schulbildung in Afghanistan bekommen, wenn nicht auch wieder Amis und NATO was getan hätten? Was haben sie getan? Krieg!

Man kann den einzelnen Kriegen oder „friedenserhaltenden Maßnahmen“, wie man in der Vergangenheit euphemistisch sagte, ablehnend gegenüberstehen, ohne Frage. Ich möchte hier keinesfalls alles loben, was westliche Armeen in Afghanistan, Kosovo oder im Zweiten Weltkrieg über Dresden und Hiroshima getan haben. Mir geht es um das militärische Eingreifen an sich.

In alter Zeit hat die Lehre vom gerechten Krieg versucht, den Krieg in Grenzen zu halten. Denn Krieg würde es immer geben, das folgt schon aus dem Sünderstatus des Menschen. Man wird nie alle Menschen so ändern können, daß keiner mehr gewalttätig wird. Also suchte man, die Gewalt einzuschränken und möglichst keine Unbeteiligten zu Schaden kommen zu lassen.

So positiv die Intention, so negativ auch die Umsetzung, wenn man von Umsetzung sprechen kann. Auch wenn es ein immer ausgefeilteres Kriegsvölkerrecht gab, so haben sich die Kriegsparteien immer wieder darüber hinweggesetzt, und immer wieder kam es zu zivilen Opfern.

Daneben wurde der Terminus des gerechten Krieges auch mißbraucht, um Kriege zu rechtfertigen. Kriege gegen „Ungläubige“, „Tyrannen“ etc. Wer könnte etwas dagegen haben, einen Tyrannen zu stürzen? Oder eine Gefahr für die Menschheit zu bannen?

Hitler, Hussein, und dann?

Die evangelische Kirche hat in den letzten Jahren versucht, statt auf den Krieg, wieder auf den Frieden als Perspektive zu schauen. Man sprach fortan vom gerechten Frieden statt vom gerechten Krieg. So wichtig die Fokussierung auf den Frieden ist, um vom Krieg wegzukommen, so wichtig ist es auch, den Krieg nicht aus dem Auge zu verlieren, denn es ist die Wirkichkeit dieser Welt, ob man nun von Krieg spricht oder friedenserhaltenden Maßnahmen.

Ich wünsche mir, neben einer Beschäftigung mit dem Ziel des gerechten Friedens, eie erneute Zuwendung zur Thematik Krieg. Das ist nötig, um nicht den Bezug zur Wirklichkeit zu verlieren, so wie es die katholische Kirche im Bereich der Sexualethik getan hat. Menschen werden Verhütungsmittel benutzen. Es geht um den verantwortlichen Umgang, nicht die Mittel nutzen, um durch die Betten zu hüpfen und selbst Schaden daran zu nehmen.

Genauso beim Krieg. Es gibt den Krieg, es wird ihn immer geben. Statt weltfremd in einer Kriegssituation den Abzug von Soldaten zu verlangen, sollte sich die Kirche meiner Meinung nach damit auseinandersetzen, wie dieses Faktum des Krieges gewendet werden kann, um größtmögliches Heil zu bekommen, eben den gerechten Frieden. Ein Verhindern aller Sünden kann nicht sein, denn der Mensch ist ein Sünder. Simul iustus et peccator.

es ist Zeit, daß sich die Kirche Gedanken macht, welche Konfliktziele vertretbar sind. Demokratischer Staat? Stabile Strukturen, wenn auch nicht demokratisch? Grundversorgung für alle? Und welche Mittel will sie, wenn nicht zulassen, so doch wenigstens im Rahmen des Sünderseins anerkennen? Wer geht heute in Deutschland noch hin und sagt, es war ein moralischer Fehler, daß die Amerikaner gegen Hitler gekämpft haben? Und trotzdem haben sie viele Menschen getötet, es kam zu Vergewaltigungen und Ermordungen durch die GIs.

Die Frage ist: Huldigt man weltfremd einem Ideal und verhindert alles Tun, das diesem nicht entspricht? Oder versucht man, das Tun, das ohnehin stattfindet in eine Richtung zu lenken, die dem Ideal näher kommt?

Im Klartext: Ist man für Stagnation oder für Veränderung zum Besseren?