Religion

Zensus 2011

Es ist ja bald Volkszählung. Und in meiner Timeline bei twitter (@tonnerkiller) tachen immer mehr Verweise auf Möglichkeiten auf, wie man sich dagegen wehren könnte.

Jetzt dachte ich: Volkszählung? Da war doch was! Und in der Tat, die Bibel weiß Rat:

1 Und der Zorn des HERRN entbrannte abermals gegen Israel, und er reizte David gegen das Volk und sprach: Geh hin, zähle Israel und Juda! 2 Und der König sprach zu Joab und zu den Hauptleuten, die bei ihm waren: Geht umher in allen Stämmen Israels von Dan bis Beerscheba und zählt das Kriegsvolk, damit ich weiß, wie viel ihrer sind. 3 Joab sprach zu dem König: Der HERR, dein Gott, tue zu diesem Volk, wie es jetzt ist, noch hundertmal so viel hinzu, dass mein Herr, der König, seiner Augen Lust daran habe; aber warum verlangt es meinen Herrn, den König, solches zu tun? 4 Aber des Königs Wort stand fest gegen Joab und die Hauptleute des Heeres. So zog Joab mit den Hauptleuten des Heeres aus von dem König, um das Volk Israel zu zählen.

5 Und sie gingen über den Jordan und fingen an bei Aroër und bei der Stadt, die mitten im Bachtal liegt, nach Gad und nach Jaser zu 6 und kamen nach Gilead und zum Land der Hetiter nach Kadesch zu und darauf nach Dan, und von Dan wandten sie sich nach Sidon zu. 7 Dann kamen sie zu der festen Stadt Tyrus und allen Städten der Hiwiter und Kanaaniter und in das Südland Judas nach Beerscheba. 8 So durchzogen sie das ganze Land und kamen nach neun Monaten und zwanzig Tagen nach Jerusalem zurück. 9 Und Joab gab dem König die Summe des Volks an, das gezählt war. Und es waren in Israel achthunderttausend streitbare Männer, die das Schwert trugen, und in Juda fünfhunderttausend Mann.
10 Aber das Herz schlug David, nachdem das Volk gezählt war. Und David sprach zum HERRN: Ich habe schwer gesündigt, dass ich das getan habe. Und nun, HERR, nimm weg die Schuld deines Knechts; denn ich hab sehr töricht getan.
11 Und als David am Morgen aufstand, kam des HERRN Wort zu Gad, dem Propheten, Davids Seher: 12 Geh hin und rede mit David: So spricht der HERR: Dreierlei lege ich dir vor; erwähle dir eins davon, dass ich es dir tue. 13 Gad kam zu David und sagte es ihm an und sprach zu ihm: Willst du, dass drei Jahre lang Hungersnot in dein Land kommt oder dass du drei Monate vor deinen Widersachern fliehen musst und sie dich verfolgen oder dass drei Tage Pest in deinem Lande ist? So bedenke nun wohl, was ich antworten soll dem, der mich gesandt hat. 14 David sprach zu Gad: Es ist mir sehr angst, aber lass uns in die Hand des HERRN fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; ich will nicht in der Menschen Hand fallen. 15 Da ließ der HERR die Pest über Israel kommen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit, sodass von dem Volk starben von Dan bis Beerscheba siebzigtausend Mann.
So steht es im 24. Kapitel des 2. Samuelbuches. Wir lernen: Volkszählung böse. Sogar so schlimm, daß trotz Reue Davids eine Strafe sein muß, und zwar der Tod von 70.000 Menschen. Rechnet man es um auf die gezählten 1,3 Mio (500k in Israel und 500k in Juda), dann wären das etwa 5% der Bevölkerung. Geht man in Detschland von 80 Mio Menschen aus (nach dem Zensus wissen wir vielleicht genaueres), entsprechen 5% 4 Millionen Menschen. Das heißt, biblizistisch gedacht laufen wir Gefahr, 4 Millionen Mitmenschen an die Pest oder eine Hungersnot zu verlieren. Oder Merkel wird 3 Monate vor ihren Widersachern fliehen müssen. Wäre vielleicht für die breite Masse des Volkes noch hinnehmbar, aber schon der gute David ließ lieber andere leiden (jetzt mal ganz unreflektiert gesagt).
Jedoch kam schon im Umfeld der letzten, ursprünglich für 1981 geplanten Volkszählung dann auch das Ende für die Regierungszeit Schmidts. Sollte die Bibel doch Recht haben?
Jedenfalls meine ich, aus fundamentalistischer Sicht einen guten Grund gefnden zu haben, zum Wohle der Allgemeinheit, die Mitarbeit bei der Erfassung zu verweigern. Die entsprechende Bibelauslegung mag recht ungewöhnlich sein (wobei sie auch nicht viel anders funktioniert als die Auslegung, die Homosexualität zur Sünde machen soll und dergleichen fundamentalistische Auslegungen mehr), aber das hat zumindest bei der Zulassung des Schächtens für Muslime auch nicht gestört (es handelte sich um eine Minderheit, die es als notwendig ansah). Und dabei ist zu bedenken: Der Tierschutz steht im Grundgesetz, die Religionsfreiheit sowieso, der Zensus nicht!