Netzfunde

Netzfunde vom Donnerstag, den 11. April 2013

Bei Mike gibt es ein Zitat von Lucado zur Beziehung zwischen Glaube und Werken.

Kim Fabricious „dudelt“ zu allen möglichen Themen. Auszüge:

A woman once asked me why I never preach on taking Jesus as your personal Lord and Saviour. “Because, ma’am, I preach on the Bible.”

“When in Rome, do as the Visigoths”

People mainly leave the church for one of two reasons: it’s either the assholes or the problem of suffering.

The trick is to walk on your knees and pray on your feet.

Bei Lynn Grey geht es um Sex. Und um das purity movement. Amerika ist schon ne andere Welt.

Jedenfalls wissen die Kinder dort, wen man umbringen soll (via).
Ich mach mir allerdings Gedanken, daß „Jesus loves me“ nicht das Lieblingslied ist, wie die Mutter vorschlägt. Ob man sich Sorgen machen muß? Im Ernst, Sorgen mach ich mir da um was ganz anderes, abr das hier ist ein Netzfunde Artikel, da kann ich das nicht ausführen.

Bei Didi hab ich erfahren, daß das ehemalige Nachrichtenmagazin aus Hamburg wohl was über Ubuntu geschrieben hat.

Peter Singer, der Ethikprof, der weniger ein Problem mit postnataler Abtreibung hat,  aber Menschenaffen Menschenrechte zusprechen will und dafür den Ethikpreis der Giordano Bruno Stiftung erhielt (also nicht für die postnatale Abtreibung, die ist denen auch peinlich) hat ein neues Feindbild: Dicke Menschen, oder wie es magicalersatz schrieb: fat people (hier möchte ich kurz anfragen, ob das denn politisch korrekt ist, „fat“ zu sagen. In feministischen Kreisen ist man sonst sensibler für Sprache. Also ich fühl mich von „fat“ schon ein bißchen angegriffen, ich bevorzuge „Menschen mit außergewöhnlichem Bauchumfang… ;)). Die sollen nämlich für Flüge mehr zahlen als dünne Menschen, weil Fliegen kein Menschenrecht ist. Dann rechnet er rum und kommt auf Zahlen, was dicke Menschen so kosten. Und das sollen sie bitte selbst zahlen. Daß diese Kosten für alles mögliche auch Abeitsplätze schaffen (für was FDP Parolen doch gut sein können!), bedenkt er nicht. Da ich jetzt nicht näher auf seinen Artikel eingehen kann und eigentlich schon zuviel gesagt habe und ich glaube, daß er sowieso nur provozieren und wieder in die Presse kommen will, überlaß ich alle weiteren Schlußfolgerungen dem geneigten Leser. Ach, eins noch: Leute, eßt mehr Fett! Denkt an Griechenland! Denkt an Zypern! Denkt an die Merkel, die will wiedergewählt werden und braucht ne brummende Wirtschaft… 😀

Achja, Muriel ist ein Faschist. Echt jetzt, sagt er selbst (und ist wohl noch stolz drauf!).

Bei „Die Wahrheit über die Wahrheit“ scheint es diese Woche interessant zu werden, Zombies und so…

Bei den Geiernotitzen steht der erste Artikel zur Familie Romeike. Davon kommen weiter unten noch einer, es geht um Heimunterricht und Christenverfolgung.

Ameleo hat über Papst Franz geschrieben. Ihre Freude freut ich.

Karl Barth soll einmal gesagt haben, daß Gott nicht nur durch die Bibel, sondern auch durch einen toten Hund reden könne. Daran dachte ich, als ich den Artikel von andy55 über das Gegenstandsgebet gelesen hab.

Bei Peter geht es um Stief- und Schwiegermütter und die Frage, inwieweit biblische Forderungen heute noch verstanden und befolgt werden (können).

Thomas schreibt über Bonhoeffer, zentraler Satz ist:

Es ist uns verboten, zwei Räume, zwei Wirklichkeiten zu behaupten:  Es gibt nur diese eine Welt.

In NRW wird ein neues Landesmediengesetz erarbeitet, und man kann sich daran beteiligen. Dies und wo man sich beteiligt kann man bei Ralpe lesen, in seinem Artikel über die Rundfunkdefinition und die daraus entstehenden Konsequenzen.

Der zweite Artikel über die Romeikes steht bei Lana. Sie hat, aufgewachsen in einer fundamentalistischen Heimschul-Umgebung eine andere Perspektive auf das Thema.

Ich weiß, daß Margret Thatcher nicht unumstritten war zu ihrer Zeit. Ich kann mich kaum an sie erinnern, nur ihre Ablehnende Haltung zur Wiedervereinigung blieb mir im Gedächtnis. Bei „Theodreds Schicksal“ hab ich nun gelesen, daß es wohl Jubel angesichts ihres Todes gab. Und einen Verweis auf den Tod von Bin Laden. Ich schließ mich der Aussage des Artikels absolut an, daß es ein Armutszeugnis ist, sich über den Tod eines Menschen zu freuen. Ich seh das schon länger so. Und ich schließe mich der Frage nach dem moralischen Grundbewußtsein des Menschen an.

Das Wort zum Tag

Tageslosung zum 10.12.2012

Ich hoffe, ihr hattet einen schönen 2. Advent!

Hier nun das 10. Türchen:

Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?

(Ps 42, 4)

Und der Lehrtext:

Christus hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.
Hebräer 5,7

Den Psalmvers finde ich beeindruckend, weil er zeigt, dass mit dem Glauben Traurigkeit nicht einfach „weggewischt“ wird. Es kann ein Grund für Kummer hinzukommen: Der Zweifel anderer an Gott oder ihre Ablehnung. Kummer und Schmerz blieben auch Christus nicht erspart, er ging hindurch und hat letztlich triumphiert.

Welche Freuden habe ich in letzter Zeit erfahren? Wo musste ich vorher durch Zeiten des Kummers durch? Wer hilft mir, Kummer zu tragen – und teilt Freude mit mir?

Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?
Psalm 42,4
Christus hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen dem dargebracht, der ihn vom Tod erretten konnte; und er ist auch erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.
Hebräer 5,7
Das Wort zum Tag

Tageslosung zum 06.12.2012

Heute kommt schon das 6. Türchen:

Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag

Sprüche 4, 18

Und der Lehrtext:

Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. So lasst uns nun nicht schlafen wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein.

1. Thess 5, 5-6

Ich habe mal überlegt, ob man das mit dem „glänzenden Pfad“ an irgendwas bemerken kann und was das mit „wach und nüchtern sein“ zu tun haben kann. Vielleicht kann man es daran sehen, wie aufmerksam wir für die Menschen um uns herum sind und ob wir in ihren Alltag durch unsere Aufmerksamkeit etwas Freude, etwas Glanz hineinbringen.

Was lässt mich wach und aufmerksam durch den Alltag gehen? Welchem Menschen könnte ich heute einmal besondere Aufmerksamkeit schenken?

 

Das Wort zum Tag

Tageslosung zum 2.12.2012

Das 2. Türchen:

Erkennet, dass der HERR Gott ist! Ps 100,3

Die vorangingen und die nachfolgten, schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Mk 11, 9

Gott erkennen führt zu Begeisterung. In der Adventszeit bereiten wir uns auf die Ankunft Gottes vor. Wie sehr lasse ich mich begeistern, anstecken von der Freude? Wie zeigt sich die Freude im Alltag?

Das Wort zum Tag

Tageslosung zum 17. Mai 2012 – Christi Himmelfahrt

Schaffet Recht dem Armen und der Waise und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht. (Ps 82,3)

Heute ist Christi Himmelfahrt. Jesus verlässt die Jünger zum zweiten Mal, läßt sie zurück. Wo Er bisher selbst und direkt die Richtng vorgegeben hat, wo Er die Menschen heilte, zu ihnen ging, sich ihrer annahm, oder zumindest seine Jünger explizit dazu aussandte, sind sie jetzt ganz auf sich allein gestellt. Und da scheint das oben genannte Zitat wunderbar zu passen. Ein Auftrag, eine Maxime für die Zukunft: Kümmert Ech um diejenigen, die Hilfe benötigen.

Doch sieht man sich den ganzen Psalm an, wird schnell klar, daß es nicht die Menschen sind, die angesprochen werden:

„Ein Psalm Asafs.“ Gott steht in der Gottesgemeinde und ist Richter unter den Göttern.
»Wie lange wollt ihr unrecht richten und die Gottlosen vorziehen? „SELA“.
Schaffet Recht dem Armen und der Waise und helft dem Elenden und Bedürftigen zum Recht.
Errettet den Geringen und Armen und erlöst ihn aus der Gewalt der Gottlosen.«
Sie lassen sich nichts sagen und sehen nichts ein, sie tappen dahin im Finstern. Darum wanken alle Grundfesten der Erde.
»Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter und allzumal Söhne des Höchsten;
aber ihr werdet sterben wie Menschen und wie ein Tyrann zugrunde gehen.«
Gott, mache dich auf und richte die Erde; denn du bist Erbherr über alle Heiden!

Der Auftrag kommt zwar von Gott, aber er richtet sich nicht an die Menschen, er richtet sich an die Götter.

Und das ist doch zuerst einmal überraschend: Welche Götter sollen das sein? Gibt es denn überhaupt Götter außer Gott? Wir Christen (und mit uns die Juden und Muslime) sind hier sehr schnell dabei, ein klares Nein auszusprechen, oder um es mit den Worten des islamischen Glaubensbekenntnisses zu sagen:

La ilaha illa ‚llahu – Es gibt keinen Gott außer Gott

So war das aber nicht immer. Der Monotheismus hat sich – nach allem was wir heute wissen – im letzten Jahrtausend vor Christus entwickelt. Dabei spielte vor allem die Situation der Babylonischen Gefangenschaft eine Rolle, und die Konfrontation der Hebräer mit all den babylonischen Göttern. Über den Monotheisms gelang es, am angestammten Gott – JHWH – festhalten zu können, trotz der militärischen Niederlage. Wo sonst der militärische Erfolg eines Volkes über das andere auch die gößere Macht des Nationalgottes bedeutete, hielt man hier trotz Niederlage an JHWH fest und deutete neu:

Nicht die Machtlosigkeit JHWHs ist schuld an der Niederlage, sondern die Verfehlungen des Volkes. JHWH wurde vom Judäischen Nationalgott zum Herrn über die ganze Welt. Zu dieser Zeit entstanden auch die Schöpfungsgeschichten der Bibel. Gleichzeitig wurden alle anderen Götter depotenziert, bis sie bei Deuterojesaja auf bloße Bilder reduziert waren.

Bei diesen und ähnlichen Texten akm es dazu, daß man ein anderes Verständnis von Gott gewann. Vom Nationalgott – wie es viele gab – kam man zum Schöpfergott, der allmählich alle anderen Götter verdrängte.

Unser Text scheint ebenfalls aus dieser Zeit zu kommen. Gott ist hier schon Richter unter den Göttern, steht also über ihnen. Er fordert sie, die anderen Götter auf, sich um die Armen und Schachen, die Bedürftigen zu kümmern. Schließlich kommt er aber zu dem Schluß, daß sie sich nichts sagen lassen, im Finstern tappen und zu Grunde gehen werden. Und so ist es ja auch geschehen. Man findet heute keine Anhänger Marduks mehr. Auch Aschera und Astarte sind as der Mode gekommen.

Aber was hat uns das heute noch zu sagen? Ein Text, der als Polemik gegen längst verschwundene Götter afgeschrieben wurde und sich bis heute erhalten hat?

Worauf du nun, sage ich, dein Herz hängst und verläßt, das ist eigentlich dein Gott.

So schreibt Luther im Großen Katechismus zur Auslegung des ersten Gebots. nd plötzlich wird das Ganze wieder toppaktuell. Die Götter heute heißen nicht mehr Marduk, Aschera oder Yam, sie heißen Fußball, Geld, und Eigenheim, Familie, Kabrio und Sommerurlaub, meinetwegen auch Fairness, Humanismus, Menschenrechte.

All diese Maximen können nach Luther als Gott aufgefasst werden. Je nachdem, ob man sein Herz daran hängt, oder eben nicht. Und ob sie den Armen Recht schaffen und die Elenden befreien ist auch heute Kriterium dafür, ob sie bleiben werden.

Jesus ist in den Himmel aufgefahren und schickte 10 Tage später den Heiligen Geist auf die Gemeinde herab. Wir sind nicht allein, nicht ganz auf uns gestellt, aber ein Stück weit. Wir müssen entscheiden, immer wieder neu, woran wir unser Herz hängen, an was wir uns ausrichten.

Sind unsere Maximen, ob sie nun Fußball, Menschenrechte oder Kabrio heißen mögen, derartig, daß sie Armen, Waisen und Entrechteten zu Gute kommen, dann sind sie in dem Fall identisch mit Gott, dann werden sie in dem Bereich bleiben. So können sich etwa viele Menschen, auch Arme und Entrechtete (aber nicht nur) über den Aufstiegihres Fußballvereins freuen. Hier würde ich vermuten, daß das Ewige und Göttliche bei der Sache in der Freude liegt, und nicht in der Sportart, die die Freude verursacht.

Ebenso können Fußball, Menschenrechte und Eigenheim aber auch negativ sein, die Armen weiterhin marginalisieren, wenn etwa die Europäische Menschenrechtskonvention die sozialen Menschenrechte ausblendet.

Es geht hier gar nicht um die Details, was gut ist und was schlecht, ob Kabrio besser oder schlechter ist als Humanismus, ob beides zusammen geht und dergleichen mehr. Das mß jeder für sich entscheiden.

Was bleibt ist jedoch die Anforderung, daß die Ärmsten nd Eledesten nicht marginalisiert werden, sondern ebenfalls versorgt sind. Ist dies der Fall, so folgt man der Anweisung Gottes, so hängt man sein Herz an Sein Gebot, ob es nun als Menschenrecht ausformuliert ist oder in anderer Weise. Marginalisiert man die Menschen weiter, und dabei ist es egal auf welche Weise, hängt man sein Herz an einen Götzen, der verschwinden wird, ob dieser Götze nun Marduk, Hedonismus oder Bibel heißt.

Laßt uns hoffen und beten, den richtigen Weg zu finden, die Götzen links liegen zu lassen und uns vorbehaltlos um die Bedürftigen zu kümmern.

Amen.

Das Wort zum Tag

Tageslosung zum 27.03.2012 (Ps 148, 3.5)

Lobet ihn, Sonne und Mond, lobet ihn, alle leuchtenden Sterne! Denn er gebot, da wurden sie geschaffen.

Der heutige Losungstext ist eine Aufforderung zm Gotteslob. Gott soll von Sonne, Mond und Sternen gelobt werden und zwar aus einem bestimmten Grund: Er gebot, dann wurden sie geschaffen. Gott spricht, und was Er sagt, geschieht auch. Gestern hatten wir es davon, daß die Propheten ein Lied davon singen können.

Man kann sich ja heute kaum mehr viel unter „Gotteslob“ vorstellen. Viel mehr stellt sich die Frage: Hat der das denn nötig? Lob erscheint uns als etwas das wir geben, was eigentlich überflüssig ist. Der Gedanke vom Engel, der den lieben langen Tag auf der Wolke sitzt, mit der Harfe und der Hand und Gott Loblieder singt ist den meisten Zeitgenossen doch recht befremdlich. Wieso verdonnert Gott den armen Engel zum Harfendienst? Was muß das doch für ein Großkotz sein!

Lob. Das ist was für Kinder. Ein Kind hat ne Eins geschrieben, und man lobt es, das Selbstwertgefühl soll gestärkt werden, er soll motiviert werden, so weiter zu machen. Das gleiche macht ein Chef vielleicht auch mit einem Angestellten. Ziel: Ebenfalls Motivation. Fernziel: Mehr Profit, selbst etwas davon haben.

Aber ansonsten? Und vor allem: In beiden Fällen gibt es ein Gefälle, der Lobende steht oben, der Gelobte unten. Eine Hierarchie. Wie komisch wäre es, wenn der Chef von seinem Angestellten Lob erwarten würde? Solche Chefs sind doch mindestens unangenehm. Oder wenn Eltern von ihren Kindern Lob erwarten: Ja Mama, das Essen schmeckt… Moment! Das Essen schmeckt?

Würde das nicht bedeuten, die Mutter stünde hierarchisch unter dem Kind, das die Kochkünste lobt? Wäre es vielleicht sogar im Rahmen feministisch-emanzipatorischer Reflektion geboten, solches Lob zu unterbinden? (alternativ könnte man auch den Brauch, daß die Mütter Essen machen angreifen;))

Kind! Das tut man nicht! Deine Elten sind nicht Deine Angestellten! Was denkst Du Dir?

Ich denke es wird klar, daß Lob recht wenig mit Hierarchie zu tun hat. Man lobt auch Fußballer, wenn sie Tore schießen, oder auch wenn sie welche Verhindern (Torwarte), also wenn sie gut spielen. Und das tut man, weil man sich über den Sieg der eigenen Mannschaft freut, nicht weil die Fußballer bei einem angestellt wären und man sie zwecks Profitoptimierung motivieren will. Man lobt auch ganz andere Menschen, wenn man sich freut. Durchaus auch den Chef, manchmal sogar aus Hochachtung Spieler der gegnerischen Mannschaft oder andere Menschen, deren Motivation einem sonst erst einmal nicht am Herzen liegt.

Und Gott? Ändert das jetzt was in Bezug auf Ihn?

Das kommt darauf an. Freuen wir uns über Gott, oder haben wir wenigstens Hochachtung vor seinen Leistungen? Der Losungstext ist etwas verknappt, was die Herrnhter ja öters mal tun. Der Psalm ist voll von Lobaufrufen, aber er hat auch die Begründun in den Versen 5 und 6:

Die sollen loben den Namen des HERRN; denn er gebot, da wurden sie geschaffen. Er lässt sie bestehen für immer und ewig; er gab eine Ordnung, die dürfen sie nicht überschreiten.

Der Psalmist behauptet, Gott sei derjenige, der alles gemacht hat und bestehen läßt, der eine Ordnng gab, die „sie“ nicht überschreiten dürfen. Sieht man sich den im Losungstext ausgelassenen Vers 4 an, kriegt man einen Hinweis, an wen da wohl vor allem gedacht ist:

Lobet ihn, ihr Himmel aller Himmel und ihr Wasser über dem Himmel!

Man kann vielleicht etwas unfair sagen, früher waren die Menschen noch dankbarer. Als Urzustand betrachteten sie das todbringende Chaos, und sie freuten sich über alles, was ein wenig Ordnung brachte und Glück ermöglichen konnte. Daß es die Welt gab, daß es Menschen geben konnte, die sich an der Welt und ihrem Leben freuen konnten, die glücklich waren, war Anlaß großer Freude. Und damit auch ein Anlaß dafür, denjenigen zu loben, der das alles so gut hingekriegt hatte.

Heute sehen wir das anders. Wir sind verwöhnt vom Wohlstand, wir akzeptieren Gott höchstens noch als Knecht und nehmen als Urzustand die Perfektion an. Überall, wo die Dinge nicht laufen, wie sie sollten, suchen wir einen Sündenbock. Theodizeefrage sei Dank, steht uns dafür Gott immer zur Verfügung. Nur, der ist ja allmächtig, also braucht der ein Lob gar nicht zu erwarten, selbst wenn wir einmal annehmen sollten, Er hätte wirklich mal etwas zu Stande gebracht (und es gäbe keine „wissenschaftliche“ Erklärung – als ob das ein Widersprch wäre!).

Wie soll man den Allmächtigen für besondere Leistungen loben? Gar nicht! Es ist schlicht unmöglich! Der einzige Grund für ein Lob läge in der Freude.

Gott motivieren läuft schon deshalb nicht, weil Er eben nicht unser Knecht ist. Und wenn jemand allmächtig ist, gibt es auch keine besonderen Leistungen mehr, denn das Besondere wird zum Standard.

Die Einzige Möglichkeit die wir haben, ist die Freude. Wo wir Gott nicht als Schöpfer verstehen, wo wir in Ihm nicht den Grund erblicken, wieso wir da sind und überhaupt in der Lage sind, uns zu freuen (trotz allem Leid, das uns widerfährt), wird es keinen Grund für ein Gotteslob geben, weil die dazu nötige Freude an Gott fehlt.

Statt dessen sind wir Gott sauer, weil nicht alles perfekt ist (nach unserer *perfekten* Ansicht), weil Gott das Leid zuläßt, das uns täglich begegnet, wegen Hungersnöten, Erdbeben und Liebeskummer. Selbst wenn wir annehmen, daß es einen Gott gibt, sind wir doch unversöhnt mit Ihm. Und der Punkt ist wichtig! Wir haben ein Problem mit Ihm, nicht umgekehrt!

Was kann man daran ändern? Wie können wir von den verzogenen Perfektionseinforderern zu Menschen werden, die sich am Schönen freuen können, ohne gleich alle möglichen Mängel zu reklamieren?

Dazu bedarf es der Versöhnung. Wir sind in der Passionszeit und gehen auf Karfreitag zu. An diesem Tag, so heißt es, geschah die Versöhnung der Menschen mit Gott. Sie geschah dadrch, daß Gott für uns am Kreuz starb.

Dieser Tod, so heißt es, versöhnt uns nun wieder mit Gott und ist Grund zur Freude (und damit zum Lob). Gott hat als Jesus die Knechtsrolle angenommen, was Er nicht gemußt hätte. Er kam zu uns und zeigte uns, wie wir in der mangelhaften Welt leben können. Er gab uns Hinweise, wie wir mit den größten Mängeln selbst fertigwerden können (Liebet Ere Feinde, tut wohl denen, die Euch hassen, liebet Eure Nächsten, sorgt für die Armen…).

Danach starb Er am Kreuz, weil die hohe Politik Ihn als Problem wahrnahm (die hohe Politik hat oft andere Pläne als der Rest der Menschen, wobei in der Demokratie wir Wähler die hohe Politik sind) und stand danach einfach wieder auf und zeigte damit, daß Er wirklich Gott ist nd die Macht über den Tod hat.

Damit wird aber auch anderes klar: Nicht wir sind diejenigen, die von Ihm eine perfekte Welt erwarten können. Er ist nicht UNSER Knecht. Vielmehr könnte ER von uns eine perfekte, oder zumindest eine perfektere Welt verlangen. Die Rollen haben sich getauscht.

In der Folge können wir dann froh sein, wenn überhaupt irgend etwas annähernd perfekt ist. Denn da müssen wir nicht ran, und etwas tun. Wo es keine Überschwemmungen gibt, müssen wir keine Deiche bauen. Wo es keine Erdbeben gibt, haben wir auch weniger zu tun. Wo es regnet, müssen wir nicht bewässern. Und wo ein Samenkorn, das man in die Erde steckt zu einer Pflanze wird, die Früchte trägt, brauchen wir uns keine Gedanken darm machen, wie wir sonst an etwas zu essen kommen.

Froh sein! Genau. So haben dann auch wir Grund zur Freude, und Grund zum Lob.

Das Wort zum Tag

Tageslosung für Dienstag, 14.2.2012 (Dtn 4, 10)

Versammle mir das Volk, dass sie meine Worte hören und so mich fürchten lernen alle Tage ihres Lebens auf Erden und ihre Kinder lehren.

Auf den ersten Blick wirkt diese Losung sehr erschreckend. Gott fürchten wird schnell als „Angst vor Gott haben“ verstanden – was kein gutes Licht auf die Beziehung zwischen Gott und Mensch wirft. Doch die Rede ist hier nicht von dem „Grundgefühl Angst“, sondern von etwas, das mit dem Verstand erschlossen werden kann, wie die Forderung zeigt, die Furcht zu lernen. Es soll gelernt werden, Gott zu fürchten, d.h. Gottesfurcht soll erlernt werden. Die Gottesfurcht meint das Wissen um die Größe und Verehrungswürdigkeit Gottes, seines Ganz-anders-seins. Bei aller Nähe Gottes, die er ermöglicht, muss uns sein Ganz-anders-sein bewusst bleiben. Denn dann erleben wir die Nähe Gottes nicht als etwas selbstverständliches, dem gegenüber wir irgendwann gleichgültig werden, sondern als Geschenk, über das wir uns Tag für Tag freuen können. So kann uns die Losung mit ihrer Erinnerung an die Gottesfurcht nicht zur Quelle der Angst, sondern der täglichen Erinnerung an die Freude über die Nähe Gottes werden.

glaube, Religion

Wer interessiert sich schon für Gottes Willen?

Hab im Moment grad ne tolle Diskussion auf nem Atheistenblog laufen. Recht weit unten im Diskussionsverlauf (Kommentar Nr 282) kam ich auf eine Idee, die ich hier etwas ausführen möchte. Nich aber ohne mich vorher bei Hinterfragerin für den Anstoß zu bedanken.

Es geht um Gottes Willen. Doch, zu was ist der nütze? Naja, mag man sagen, eben dazu, zu wissen, was gut ist und was schlecht. Stimmt. Stellt sich noch die Frage, wie man Gottes Willen rausfinden kann. Darauf möchte ich hier gar nicht eingehen (wer mich kennt weiß, daß IMHO das nicht über naiven Biblizismus geht), sondern auf eine ganz andere Frage:

Wann ist der Wille Gottes relevant? Wann nicht als Frage nach Geschäftszeiten, also nicht Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr (oder noch schlimmer lediglich Sonntags von 10 bis 11), sonst kann man tun, was man will, sondern an welcher Stelle im Glauben, in der Theologie?

Hinterfragerin hatte geschrieben, daß sich aus der Aussage, es gebe einen Gott gleich auch die Frage stelle, was will dieser Gott? Ich finde, das ist zu früh.

Ich finde, es ist angemesserer, erst einmal zu fragen: Wer ist dieser Gott? Was hat er so getan? Darauf könnte man dann grob antworten, Gott ist der Schöpfer, er hat die Welt aus dem Chaos geschaffen und uns Menschen nebst vielen anderen Lebenwesen hineingesetzt, wurde letztlich selbst Mensch und erlöste uns von dem Bösen, dem wir anhängen, indem er uns seine Liebe zu uns vorlebte und bis in den Tod durchhielt, so in der Art. Und ja, man könnte jetzt noch tasend Diskussionen zu Schöpfungs- und Erlösngslehre hier einfügen. Das will ich jetzt nicht tun, weil der Artikel dann ellenlang wird. Jedenfalls sind dies alles Fragen, die zuerst zu klären sind, aus meiner Sicht. So lange all das nicht klar ist, ist es unerheblich zu fragen: Was will Gott?

Was soll diese Frage ohne vorher zu wissen, wie er zu uns steht? Man fragt ja auch nicht „was will Al Capone“ ohne vorher zu klären, ob man überhaupt auf einer Linie ist, ob man überhaupt bereit ist, ihm zu Willen zu sein. Hat man dies nicht geklärt, versteht man auch nicht das Problem dahinter, wenn Capone sagt, er will ein Auto. Ohne geklärt zu haben, wer das ist, würde man ihm vielleicht ein Auto verkaufen. Wenn man wüßte, daß er es als Fluchtauto benutzen will, würde man sich vielelicht verweigern (oder das Auto präparieren, so daß er der Polizei darin nicht entkommen kann). Jedenfalls würde man anders mit seinem Willen umgehen.

So auch bei Gott. Ohne zu wissen, daß er uns liebt, daß er uns erlöst hat, kann man mit seinen Forderungen nicht viel anfangen. Man hat auch kaum einen Anhalt, Forderungen gegeneinander abzuwägen. Ist jetzt das Sabbathgebot wichtiger oder das Nächstenliebegebot?

Danach ist immer noch zu klären, wie Gott die Welt sieht (diese Frage dient vor allem der Abwehr eines naiven Biblizismus, der die Bibel und unsere Begriffe von den Dingen zu Götzen macht, denen man an Stelle von Gott folgt). Was meint er mit Sabbath, was meint er mit Liebe, was meint er mit Zauberei und Götzendienst. Was ist „Gräul“. Diese Fragen sind ebenso wichtig und noch viel schwerer zu beantworten. Aber wenn ich Gottes Willen kenne in der Form: Tu X nicht, weil es ist ein Gräul bzw Y, und ich kenne weder X noch Y genau, woher will ich wissen ob ein A X oder Y entspricht?

Wenn ich Gott kenne, wenn ich weiß, daß ich erlöst sind, und nichts mich von Gott trennen kann, was ach geschieht, was ich auch tue oder getan habe, dann ist das Ursache unglaublicher Freude und Dankbarkeit. Dann kann ich fragen: Gott, was willst Du? Womit kann ich Dir eine Freue machen? Und dann werde ich ach darauf achten, nicht meine Vorstellungen da reinzbringen, sondern ganz auf Gott zu hören. Denn ich bin ja voll der Freude und Dankbarkeit, ohne irgendwelche Verpflichtungen zu spüren.

Leider ist dies sehr selten der Fall, und es ist auch nie ein anhaltender Zustand (der Mensch bleibt Sünder). Aber er kommt immer wieder, kann immer wieder kommen und ist Grund dafür, nicht nach sich zu fragen sondern nach Gott und damit auch nach dem Nächsten bis hin zum größten Feind.

In diesem Bewußtsein ist man darauf bedacht, kein Leid anzurichten, ist sensibel dafür. Die Sensibilität geht verloren mit dem Maß, wie die Erlösungsgewißheit verloren geht. Mit dem Maß, mit dem man meint, man hätte eine Pflicht, Gottes Willen zu tun. In dem Maß, wie man sich müht, seinen Willen (oder das was man dafür hält) zu tun, ohne es recht eigentlich zu wollen. In diesem Moment schleichen sich götzendienerische Tendenzen ein. Man fühlt einen Druck, Gottes Willen zu tun und tut irgend etwas, das man als Willen Gottes darstellen und verkaufen kann. Es hat nun nicht mehr den Zweck, Gott eine Freude zu tun, sondern sich selbst einzureden, man tue ja das Richtige oder genug. Schrittweise geht es dann dahin, daß man im sozialen Umfeld den Anschein aufrecht erhält, sich ja an Gottes Willen zu orientieren, um als erlöst zu gelten. Weil wer will schon von der Erlösung hören, wenn er meint, auch selbst gut genug zu sein, wenn er sich lieber an seine eigenen Regeln hält statt an die Gottes, anfangs vielleicht sogar ohne es zu bemerken? Der nächste Schritt wäre dann, daß man weiterhin nach außen den Schein wahrt, aber aktiv ein Verhalten pflegt und ein Denken fördert, das einen selbst als besonders gottgefällig dastehen läßt (zumindest in einem bestimmten Kontext), das aber vor allem auf den eigenen Vorteil ausgerichtet ist. Es geht dann meist um die eigene Brieftasche.

Das alles geschieht, so gewinne ich immer mehr den Eindruck, dort, wo die Heilsgewißheit verloren ging in der Art, daß sie von Gott abhängig ist und zur vergötzen Heilsgewißheit wurde, die am Menschen, am Selbst hängt und an den Erfolgen nd Taten, die man „für Gott“ vorzweisen hat. So kann es dann auch zu so etwas kommen, was in der angesprochenen Diskussion auch genannt wurde: Der im folgenden Video (naja, 5 Videos) gezeigte Hexenglaube in Kinshasa, der Kinder zu Verfolgten und Gequälten macht (nichts für schwache Nerven):

http://www.youtube.com/watch?v=wa9YAdXtZrY

http://www.youtube.com/watch?v=Az0iv86GQGw

http://www.youtube.com/watch?v=YrSpmMulG38

http://www.youtube.com/watch?v=lQ9pzr3C4Sc

http://www.youtube.com/watch?v=plP3cNe86rI