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Too big to fail

Ich weiß ja es ist populistisch, aber ich wär auch gerne mal too big to fail: Einfach Geld rauswerfen und nicht drm kümmern, bißchen ins Casino, zocken gehn, reich werden, und wenn nciht? Na dann laß ich mich vom Steerzahler raushaun.

Früher hieß es immer, der Markt reguliert sich selbst. Damals war ich noch jünger und hatte zwar immer so ein ungtes Gefühl, wenn immer das gesagt wurde (meist ging es im weiteren Kontext dann um Deregulierung oder Sozialabbau), aber die Logik schien zu stimmen.

Inzwischen spricht fast niemand mehr von der Selbstheilkraft der Märkte. Obwohl es noch genau so stimmt wie damals. Die Logik ist keine andere. Was man inzwischen aber weiß ist, daß „die Märkte“ sich einen Kericht darum scheren, wer bei ihrer Selbstregulierung auf der Strecke bleibt. Es ist wie im Urwald: Wer sich nicht behaupten kann, geht zu Grunde. Ein Ökosystem reguliert sich auch selbst, und ach das kann zuweilen etwas ruppiger werden.

Und weil man inzwischen soweit ist, daß man lieber etwas in die Marktabläfe eingreift als ganze Staaten oder Bevölkerungsschichten auf einmal über’s Messer springen zu lassen, stützt man wo es nur geht, damit es nicht zum Zusammenbruch kommt.

So genießen diejenigen, die früher noch vom sich selbst regulierenden Markt sprachen, nun das Privileg, vom Steuerzahlen am Leben erhalten zu werden. Und der Steuerzahler hat ja auch etwas davon: Würde das System kollabieren, dann wär er das erste Opfer.

Gerecht ist es trotzdem nicht. Wo früher noch jeder die Chance hatte (zumindest theoretisch), sich nach oben zu arbeiten oder auch durch Mißwirtschaft wieder nach unten zu fallen, sind es nun immer mehr die unteren, die die oben stützen müssen, weil sonst alles den Bach runter geht. Ein Aufstieg ist aufgrund dieser Last kam mehr möglich. Andererseits fällt es denjenigen oben auch schwerer, durch Mißwirtschaft nach unten zu fallen.

Das Problem tritt in dem Moment auf, wo eine Institution „systemisch“ wird, indem sie „too big to fail“ ist. In dem Moment, wo dieser Punkt erreicht wird, stabilisiert sich immer mehr das genannte System mit der im inhärenten Ungerechtigkeit.

Da wir nun schon einmal so weit sind, daß der Eingriff ins Marktgeschehen zum Wohle der Allgemeinheit kein Sakrileg mehr ist, wie noch in den 90ern, sollten wir das mal zu Ende denken:

Das Problem sind zu große Unternehmen, die im Fall eines Scheiterns zu viele mit in den Abgrund reißen würden. Die Lösung sollte dann doch sein, solche Unternehmen gar nicht entstehen zu lassen und wo sie schon bestehen, sie zu zerschlagen oder auf ein ungefährliches Maß zurückzustützen.

Ich hör schon einige „Sozialismus“ schreien, aber so lange es der Sache dient, habe ich damit kein Problem. Nicht falsch verstehen: Ich habe nichts gegen den freien Markt, er ist wichtig und gut für Produktivität und Innovation.

Doch er schafft sich selbst ab, wo durch diesen Machtgefüge entstehen, die diesen freien Markt eben aushebeln können, weil sie die gesamte Volkswirtschaft als Geisel haben. Das gilt es zu unterbinden durch Eingriff in den Markt und Reglierung.

Welche Reglierung die Beste ist, ob man leich großflächig enteignet oder über Steuersätze arbeitet, kann eine lange und interessante Diskussion werden. Daß es aber nicht ohne Zurückstutzen der Großen geht, dürfte auf der Hand liegen. Dabei sind prinzipiell erst einmal alle Großbesitzer zu betrachten, seine es Banken, Industrieunternehmen oder die Kirchen.

Wahrscheinlich ist weniger die Menge des Besitzes das Problem, als die Art des Wirtschaftens. Das Problem stellt sich ja vor allem dort, wo kein Eigenkapital mehr da ist um die laufenden Geschäfte zu decken.

Zu bedenken ist dabei jedoch, daß am Ende der Staat derjenige ist, der die meiste Marktmacht besitzt, schon allein weil er derjenige ist, der reguliert. Solange der Staat freiheitlich-demokratiosch verfasst ist, ist all das kein Problem. Allerdings scheint die Entwicklung in eine andere Richtung zu gehen. Aber das ist nochmal ein ganz anderes Thema.

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Pure Angst?

Der Herr Schäuble hat die Politik seiner Partei verteidigt. Steht ihm zu.Und dabei sagte er, man müsse nationale Regelungen finden, wo es keine Internationalen gäbe. Er nennt dabei als Beispiele die Finanzmärkte, das Klima und den Weltfrieden. Und weil das da so ist, muß es auch beim Kampf gegen KiPo so sein.

Abgesehen davon, daß ich mich jetzt weder beim Weltfrieden daran erinnern kann, daß die Union sich da besonders hervorgetan hätte in den letzten Jahren (wobei ich sie auch nicht als Kriegstreiber bezeichnen will, das Thema hat sie einfach nicht interessiert), noch bei den Finanzmärkten groß reguliert hat (abgesehen von den Milliardenhilfen für die Banken etc) oder besonders auf das Klima

Ach nee, Klima macht die Union in letzter Zeit. Das sieht sie ach als Argument für die Atomenergie. Es kommt beim Klima aber auch sonst vor, daß die Union links antäuscht und rechts überholt.

Also ist das Ziel, internationale Regelungen für alles zu haben, und wo das nicht geht, eben national z regeln. Bravo Union, ihr habt verstanden, was die Aufgabe der Politik ist.

Aber ist es nicht so, daß wir in Deutschland nationale Gesetze gegen Kindesmißbrauch sowie den Konsum der Dokumentation desselben haben? Das Problem sind nicht die fehlenden nationalen oder internationalen Gesetze, das Problem ist, wie mit Verbrechen umgegangen wird. Laut dem oben schon verlinkten heise Artikel präzisiert Schäuble das Problem so:

Zum BKA-Gesetz sagte Schäuble, wenn die Polizei nicht wisse, wo etwas wann passiere, könne sie „eben erst hinterher kommen“. In bestimmten, eng eingegrenzten Fällen sei daher die Einschränkung von Brief- und Fernmeldegeheimnis gerechtfertigt und daher auch die Online-Durchsuchung.

Das Problem ist also, daß die Polizei nur hinterher kommen kann. Aus dieser Aussage spricht die Angst, von Gangstern umgeben zu sein. Um sicher zu gehen, daß die Polizei nicht hinterher kommt, soll also im Vorfeld jede Eventualität ausgeschlossen werden, indem die Bürger kontrolliert werden.

Also kriegt jeder Bürger im Idealfall einen Beamten zur Seite gestellt, der aufpaßt, daß der Bürger nicht zu viel CO2 ausstößt, den Weltfrieden einhält, nicht schwarz fährt oder Milliarden an Kundengeldern in den Finanzmärkten verzockt.

Da so viele Beamten nicht zu bezahlen sind, soll eben die moderne Technik die Überwachung besorgen, und falls doch mal eingegriffen werden muß, weil tatsächlich einer der überwachten Bürger straffällig wird, kann neben der Polizei auch auf die Manpower der Bundeswehr zurückgegriffen werden, um höchstmögliche Sicherheit zu erreichen, im Zweifel auch durch Einsatz der Luftwaffe gegen das eigene Volk. Sicherheit geht vor.

Wolfgang Schäuble ist also scheinbar nicht von der Unschldsvermutung getrieben, sondern von der Angst. Bei der Gesamtschau auf seine Forderungen wird mir immer klarer, daß er die absolute Sicherheit erreichen will, jede Eventualität eingeschlossen. Der Mann scheint kein Vertrauen (mehr?) in die Menschen zu haben, so daß er hinter jeder Ecke einen Terroristen, Pädokriminellen oder zumindest doch Schwarzfahrer sieht.

Bleibt die Frage, woher die Angst kommt? Vom Attentat, das ihn an den Rollstuhl fesselte, oder doch nur vom langjährigen Umgang mit und Aufenthalt unter Politikern, besonders der Union?