Politik

Warum tut die Regierung eigentlich nichts gegen PRISM und Tempora?

Oder tut sie doch was, oder tut sie so, als ob sie was tut? Wohl am Ehesten letzteres. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, und ich trau da auch keinem mehr. Sicherlich, in der Presse erfährt man dies und das, und immer wieder wird die Frage laut, wieso eigentlich die Piraten nichts tun. Ist doch ihr Thema, die ganze, PRISM, Tempora und Snowden Sache. Und Manning wurde ja auch grad erst verurteilt, und Wikileaks und Assange ist ja auch so ein Piratenthema. Und Whistleblowing (hab ich was vergessen? Sicher, aber es dürfte klar sein, was ich meine).

Zu all diesen Themen hab ich von den etablierten Parteien recht wenig gehört – gut, ich würd ihnen aufgrund der aktuellen Lage sowieso kaum glauben. Man schiebt sich nur einander die Schuld zu, wo man doch gemeinsam an der Ausspitzelung der eigenen Bürger gearbeitet hat, wo man Daten schon immer weitergibt und sich jetzt nicht wundern muß, wenn aufgrund dieser Daten Menschen von Drohnen ermordet werden. Ja, ermordet: Denn es sind keine Kombattanten, und es gibt auch kein ordentliches Gerichtsverfahren (auch hierzu haben die Piraten sich geäußert). Würden die Taliban ne Liste mit zu tötenden Politikern im Westen führen, dann würden wir völlig zu Recht von Terrorismus sprechen, wenn dann mal wrklich einer umgebracht wird. Also ermordet wird. Wieso nicht gleiches Recht für alle? Weil „wir“ (also unsere Regierungen, nicht wir selbst) eben stärker sind. Und damit das auch so bleibt, horchen „wir“ (also unsere Regierungen) uns (ja, das sind nun wirklich wir) aus und leiten Daten weiter an andere Stellen. Was damit passiert wisen wir (also wirklich wir) nicht, weil geheim und so.

Eine Veränderung wird wohl auch nicht gewünscht, also von uns vieleicht schon, aber nicht von „unserer“ Regierung. Das sind die Leute, die mal gewählt wurden, weil es hinreichend viele Leute für gut befunden haben, daß diese Leute an die Regierung kommen, bei der letzten Wahl. Die Informationen dazu hatten sie wohl weitestgehend aus den Medien. Also jene Institutionen, die uns sagen, was eigentlich so passiert und wer was tut. Also diejenigen, denen ich nicht mehr so ganz glaube. Weil, so muß ich im Netz lesen, die Piraten schon ziemlich viel tun (guckstu hier), aber niemand das berichtet und die Etablierten eigentlich nichts tun (haben die denn kein Programm?) und trotzem irgendwie vorkommen mit ihrem Kindergarten (sorry, aber ist doch so!). Wenn man dann och liest, daß die Medienvertreter vor den Reden der Piraten in den Parlamenten regelmäßig die Kameras ausstellen (kommt ja eh nur heiße Luft oder wie?), dann fragt man sich schon, ob es vielleicht doch nicht die Wahlen sind, die darüber entscheiden, wer uns regiert, sondern wenn auch indirekt die Medien, die uns mit dem Wissen versorgen sollen, das wir zur verantwortungsbewußten Wahlentscheidung brauchen. Dann wäre es so, daß der, der die Medien kontrolliert, auch die Republik kontroliert…

Wär jetzt nicht so dolle…

Ich bin nicht politikverdrossen, ich bin medienverdrossen!

Netzfunde

Netzfunde vom Donnerstag, den 11. April 2013

Bei Mike gibt es ein Zitat von Lucado zur Beziehung zwischen Glaube und Werken.

Kim Fabricious „dudelt“ zu allen möglichen Themen. Auszüge:

A woman once asked me why I never preach on taking Jesus as your personal Lord and Saviour. “Because, ma’am, I preach on the Bible.”

“When in Rome, do as the Visigoths”

People mainly leave the church for one of two reasons: it’s either the assholes or the problem of suffering.

The trick is to walk on your knees and pray on your feet.

Bei Lynn Grey geht es um Sex. Und um das purity movement. Amerika ist schon ne andere Welt.

Jedenfalls wissen die Kinder dort, wen man umbringen soll (via).
Ich mach mir allerdings Gedanken, daß „Jesus loves me“ nicht das Lieblingslied ist, wie die Mutter vorschlägt. Ob man sich Sorgen machen muß? Im Ernst, Sorgen mach ich mir da um was ganz anderes, abr das hier ist ein Netzfunde Artikel, da kann ich das nicht ausführen.

Bei Didi hab ich erfahren, daß das ehemalige Nachrichtenmagazin aus Hamburg wohl was über Ubuntu geschrieben hat.

Peter Singer, der Ethikprof, der weniger ein Problem mit postnataler Abtreibung hat,  aber Menschenaffen Menschenrechte zusprechen will und dafür den Ethikpreis der Giordano Bruno Stiftung erhielt (also nicht für die postnatale Abtreibung, die ist denen auch peinlich) hat ein neues Feindbild: Dicke Menschen, oder wie es magicalersatz schrieb: fat people (hier möchte ich kurz anfragen, ob das denn politisch korrekt ist, „fat“ zu sagen. In feministischen Kreisen ist man sonst sensibler für Sprache. Also ich fühl mich von „fat“ schon ein bißchen angegriffen, ich bevorzuge „Menschen mit außergewöhnlichem Bauchumfang… ;)). Die sollen nämlich für Flüge mehr zahlen als dünne Menschen, weil Fliegen kein Menschenrecht ist. Dann rechnet er rum und kommt auf Zahlen, was dicke Menschen so kosten. Und das sollen sie bitte selbst zahlen. Daß diese Kosten für alles mögliche auch Abeitsplätze schaffen (für was FDP Parolen doch gut sein können!), bedenkt er nicht. Da ich jetzt nicht näher auf seinen Artikel eingehen kann und eigentlich schon zuviel gesagt habe und ich glaube, daß er sowieso nur provozieren und wieder in die Presse kommen will, überlaß ich alle weiteren Schlußfolgerungen dem geneigten Leser. Ach, eins noch: Leute, eßt mehr Fett! Denkt an Griechenland! Denkt an Zypern! Denkt an die Merkel, die will wiedergewählt werden und braucht ne brummende Wirtschaft… 😀

Achja, Muriel ist ein Faschist. Echt jetzt, sagt er selbst (und ist wohl noch stolz drauf!).

Bei „Die Wahrheit über die Wahrheit“ scheint es diese Woche interessant zu werden, Zombies und so…

Bei den Geiernotitzen steht der erste Artikel zur Familie Romeike. Davon kommen weiter unten noch einer, es geht um Heimunterricht und Christenverfolgung.

Ameleo hat über Papst Franz geschrieben. Ihre Freude freut ich.

Karl Barth soll einmal gesagt haben, daß Gott nicht nur durch die Bibel, sondern auch durch einen toten Hund reden könne. Daran dachte ich, als ich den Artikel von andy55 über das Gegenstandsgebet gelesen hab.

Bei Peter geht es um Stief- und Schwiegermütter und die Frage, inwieweit biblische Forderungen heute noch verstanden und befolgt werden (können).

Thomas schreibt über Bonhoeffer, zentraler Satz ist:

Es ist uns verboten, zwei Räume, zwei Wirklichkeiten zu behaupten:  Es gibt nur diese eine Welt.

In NRW wird ein neues Landesmediengesetz erarbeitet, und man kann sich daran beteiligen. Dies und wo man sich beteiligt kann man bei Ralpe lesen, in seinem Artikel über die Rundfunkdefinition und die daraus entstehenden Konsequenzen.

Der zweite Artikel über die Romeikes steht bei Lana. Sie hat, aufgewachsen in einer fundamentalistischen Heimschul-Umgebung eine andere Perspektive auf das Thema.

Ich weiß, daß Margret Thatcher nicht unumstritten war zu ihrer Zeit. Ich kann mich kaum an sie erinnern, nur ihre Ablehnende Haltung zur Wiedervereinigung blieb mir im Gedächtnis. Bei „Theodreds Schicksal“ hab ich nun gelesen, daß es wohl Jubel angesichts ihres Todes gab. Und einen Verweis auf den Tod von Bin Laden. Ich schließ mich der Aussage des Artikels absolut an, daß es ein Armutszeugnis ist, sich über den Tod eines Menschen zu freuen. Ich seh das schon länger so. Und ich schließe mich der Frage nach dem moralischen Grundbewußtsein des Menschen an.

Staat & Politik

Drohnen weltweit ächten!

Bei humanicum bin ich drauf gestoßen und finde es so gut, daß ich es hier einfach nochmal weitersagen will:

Es gibt eine Petition an den Bundestag deren Inhalt es ist, bewaffnete Drohnen weltweit ächten zu lassen.

Die Begründng dafür find ich so gt, daß ich sie hier einfach 1:1 reinkopiere:

Der Einsatz unbemannter, bewaffneter Drohnen zu Wasser, zu Land und in der Luft, sowie deren steigende Autonomie bringt neben erheblichen technischen Risiken auch zahlreiche ethische Probleme mit sich:

– Die Sicherheit vor Softwarefehlern, die Sicherheit der Waffen bei Absturz und Verlust und die Sicherheit vor einer feindlichen Übernahme der Kontrolle über eine Drohne kann niemals garantiert werden.

– Da mit einem Einsatz von Drohnen eine Reduzierung der Anzahl der Soldaten vor Ort einhergeht, die sich mit eigenen Augen und Ohren ein Bild der Lage vor und nach dem Einsatz machen könnten, muss von einem erheblichen Verlust demokratischer Kontrollmechanismen ausgegangen werden.

– Es muss davon ausgegangen werden, dass eine (autonome) Drohne die Kapitulation feindlicher Kämpfer nicht zuverlässig erkennen kann. Die Genfer Konvention sichert in diesem Fall Kämpfern ein Recht auf Gefangennahme zu und verbietet es feindliche Kämpfer in dieser Situation zu töten.

– Die direkte Kommunikation (z.B. Verhandlungen über Feuerpausen zur Bergung von Toten) mit feindlichen Kämpfern ist bei einem Drohnenangriff/ Drohnenkrieg erheblich erschwert. Eine (autonome) Drohne wird einen Parlamentär, mit großer Wahrscheinlichkeit nicht zuverlässig erkennen. Dieser genießt jedoch völkerrechtlich Unverletzlichkeit.

– Die steigende Autonomie der Drohnen ist ethisch sehr fragwürdig. Die Verantwortlichkeit für Fehler im Einsatz kann vielfach nicht mehr geklärt werden (der Betreiber, der Hardware-Hersteller, der Software-Programmierer, falls die Drohne ein neuronales Netz besitzt, sie selbst?).

– Die größere Entfernung der Einsatzkräfte vom Kriegsgeschehen wird die Wahrnehmung des Leides und der Kriegsfolgen erheblich schwächen. Als Beweis hierfür sei auf das Milgram Experiment hingewiesen.

– Eine (autonome) Drohne, die einmal programmiert wurde, ist im Gegensatz zu einem Soldaten nicht in der Lage, in kritischen Situationen das weitere Vorgehen in Bezug auf Menschenwürde und Straftaten zu bewerten.

– Ein neues Wettrüsten um die Drohnenvorherrschaft ist wahrscheinlich und insbesondere im Hinblick auf nachkommende Generationen nicht zu verantworten.

– Eine Drohnenarmee benötigt deutlich weniger Personal als eine konventionelle Armee. Daraus folgt, dass eine riesige Armee theoretisch von wenigen Personen kontrolliert werden kann. Man stelle sich nur vor, die gestürzten arabischen Diktatoren wären im Besitz eine solchen Armee gewesen: Es hätte die Umstürze wohl nicht gegeben, da Drohnen – anders als Soldaten – stets loyal sind und bleiben.

Zusammengenommen überwiegen die Nachteile des Einsatzes bewaffneter Drohnen den einzigen Vorteil, des geringeren Risikos für die eigenen Soldaten, deutlich.

Eine gute Grundlage für den Einsatz von nicht bewaffneten (autonomen) Drohnen bilden z.B. die „Robotergesetze“ von Isaac Asimov. Es gibt sehr viele sinnvolle Einsatzszenarien für Drohnen – für keines davon ist jedoch eine Bewaffnung erforderlich.

Daher möchte ich Euch bitten, die Petition mitzuzeichnen und weiterzuverbreiten. Übrigens: Mitmachen kann jeder, unabhängig von Wohnort und Staatsangehörigkeit, Art. 17 GG macht da keine Einschränkungen. Also all Ihr österreichischen und amerikanischen Blogbesucher (ich seh ja, wo Ihr herkommt), auch Ihr könnt mitmachen.