Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Dienstag, 27. März 2012

Mandy hat sich Gedanken dazu gemacht, ob Tiere eigentlich in den Himmel kommen. Und dann hat sie noch einen wunderbaren Artikel zu Behinderungen geschrieben. Ich hab mal den Satz afgeschnappt: Behindert ist man nicht, behindert wird man. Ich denke das kommt in ihrem Text gut raus. Einschränkungen hat jeder af die ein oder andere Art, aber zur Behinderung werden sie erst, wenn andere darauf keine Rücksicht nehmen.

Ich bin auf ein tolles Video von Joshua Tongol gestoßen (via):

Es geht um die Frage, was der Kreuzestod Jesu bedeutet,also ob Gott seinen Sohn ermordete, weil er Blut sehen mußte, oder ob es noch andere Deutungen gibt. Sehr sehenswert, leider in Englisch.

Über die scoop.it Seite von Kirche 2.0 fand ich ein paar interessante Artikel: Ralpe schreibt zu Luthers „pecca fortiter“ und Bentzerfreundlichkeit, bei RTL gibt’s ein Video zu QR Codes auf Grabsteinen und überhaupt, Keith Anderson schreibt über das Problem, daß Erfolg auch bei Kirchens in Zahlen gemessen werden soll und erinnert mich damit ein wenig an den Reformprozess der EKD, mit seiner Fixierung auf Taufzahlen et al und Jörn Brien schreibt über den Umgang mit dem Tod im Social Web.

Bei idea wird gemeldet, daß der Arabische Frühling auch zu einem Anstieg der Zahl der Neuchristen im arabischen Raum geführt hätte. Im Libanon hätten die Missionare dabei mehr Probleme mit den traditionellen Christen wie Maroniten als mit den Muslimen. Wenn man jetzt schon öfters mal was aus diesem Missionsgebiet gelesen hat wundert das nicht. Mir ist es schon mehrfach begegnet, daß die Konversion von traditionellen Christen zu evangelikalen Gruppen als Missionserfolg verbucht wurde und von Neuchristen gesprochen wird. Allerdings ist auch die Rede davon, daß es sich diesmal bei den Neuchristen vorwiegend um ehemalige Muslime handelt…

Ich hab noch ein Video, auch Englisch, aber etwas schwerer, weil irisches Mädchen:

[Das Video ist auf Youtube leider nicht mehr verfügbar]

Gefunden bei peregrinatio. Es geht um St. Patrick. Ebenfalls bei peregrinatio gibt es einen Artikel zum Führungsstil des scheidenden Erzbischofs von Canterbury.

Und noch was britisches: Ein Artikel von Bischof Nick Baines über die Deutschen und die Rolle, die das 3. Reich noch in unserem Denken spielt.

Herrmann Aichele hat einen Artikel über „Glauben“ geschrieben und das Problem, wenn man den Begriff erkenntnistheoretisch einengt. Dürfte für Atheisten interessant sein, die den (religiösen oder christlichen) Glauben wirklich verstehen wollen.

Ne neue Runde lusitge Kirchenschilder gibts bei sojo.net.

Bei geiernotizen lernt man die neuesten Schutzzauber gegen Nazis und deren Gedankengut kennen.

Und dann natürlich der Aufreger des Wahlabends. Die Piraten sind ins Saarbrücker Parlament eingezogen und Patrick Döring von der grandios gescheiterten FDP ließ sich dazu hinreißen, von einer Tyrannei der Masse zu sprechen und einen Klarnamenzwang zu fordern. Das gibt es auch als Video:

[Der entsprechende Youtube Kanal wurde inzwischen gelöscht]

Dazu passt dann wunderbar der Artikel über Kritik und Bashing von Michael Blume, in dem er die Piraten als positives Beispiel für Politikkritik hervorhebt und (meiner Meinung nach treffend) Fußball-Hooligans mit Bashern vergleicht.

Dann hab ich noch ne Horrormeldung: Google will nun auch die Hintergrundgeräsche bei Telefongesprächen zur besseren Werbeplatzierung erschließen. Prost Mahlzeit, die werden dann natürlich mit den Suchanfragen, den E-Mails und den youtube-Videos, die man so guckt gekoppelt und ras kommt… ich will es mir nicht vorstellen.

Und weil wir es von youtube hatten, noch ein Video (via).

Ich bin ja echt versucht, den „netten Nazi“ als armes Opfer anzusehen. Freilich, er hat ein politisches Mandat und nutzt es im Sinne der NPD, aber ich denke das Problem liegt hier weniger darin, daß es sich um einen gemeingefährlichen Menschen handelt (er wird ja von allen als „nett“ bezeichnet), sondern daß er einfach zu dumm (sorry, aber ist doch so) ist um zu begreifen, wo er da mitmacht. Er liest nur noch die eine Zeitung und hält sich daran, was da drin steht. Und nur, weil es nicht die BILD ist, ist sein unreflektiertes Wiederholen der Parolen nicht mehrheits- und gesellschaftstauglich.

Eigentlich müßte man sich mit dem Mann einmal befassen. Zeit mit ihm verbringen, mit ihm reden, ihm andere Möglichkeiten erschließen, die Welt zu sehen. Auf mich jedenfalls macht der Herr den Eindruck, den auch viele Sektenmitglieder machen: Allein und ohne die Sekte auch orientierungslos. Aber nimmt man sich die Zeit und bietet eine Alternativorientierung an, dürften die Chancen gut stehen, ihn aus dem Sumpf rauszuholen. Das macht seine Partei und deren Parolen freilich nicht weniger gefährlich, aber so könnte man ihnen vielleicht wirklich das Wasser abgraben, indem man sich Zeit nimmt für die Menschen.

Allgemein

Da war doch mal so ein Stöckchen…

Ist schon was länger her, aber auch die längste Bank hat mal ein Ende 😉

Wobei ich echt am überlegen bin, ob ich jetzt 5 Leute kenn, die ich mit dem Stöcken bewerfen will. Ich sterb ja sowieso schon tausend Tode, weil die ganzen Kettenbriefe bei mir aufhören. Irgendwie kommen keine mehr. Vielleicht bin ich ja wirklich tot.

Also hier nun die Antworten zu Wolfgangs Fragen, der Reihe nach:

  1. Wie bist Du zum Bloggen gekommen?
    Das war im Mai 2009, irgendwie waren da grad diese Proteste in Iran und dann noch die Sache mit dem Zugagserschwerungsgesetz, und dabei war immer wieder die Rede von twitter und den Blogs und dergleichen, und dann hatte ich mir beides mal zugelegt. twitter hab ich inzwischen nicht mehr, weil in 140 Zeichen kann ich mich eh schlecht ausdrücken (obwohl ich jetzt einige interessante Gespräche verpaß, aber so schaff ich’s vielleicht noch mit der Examensanmeldung). Ursprünglich waren meine Artikel auch eher politisch motiviert, inzwischen glaub ich hat sich das Ganze etwas zu Gunsten der kirchlichen Thematik gedreht.
  2. Wer sind deine 3 Lieblingsmusiker/Bands und warum?
    Das ändert sich ständig. Die Helden meiner Jugend waren ja Bon Jovi, aber in den letzten 10 Jahren etwa hab ich von denen nicht mehr viel mitgekriegt (abgesehen von der Nachricht, daß der Himmel wie New Jersey aussieht). So grob gesagt hör ich das meiste, wo ne Gitarre dabei ist und was n bißchen schneller ist, also von Reinhard Mey in homöopathischen Dosen bis zu Punk und Metal (Narnia!). Das schließt jetzt alles Elektronische weitgehend aus… ja, das ist auch richtig so, wobei man nichts absolut sehen sollte. Ich hab auch mal bei last.fm ein Profil angelegt, nutz das aber nicht großartig in letzter Zeit. Da kriegt man aber einen ungefähren Eindruck, denke ich.
  3. Was ist eure Lieblingssoftware und warum?
    XeLaTeX. Aus dem einfachen Grund weil ich grad miterlebe, wie meine Freundin ihre Examensarbeit mit Word schreibt.Irgendwann hab ich dann mal rausgekriegt, daß das Summer Institute of Linguistics, auf deren Seite das Projekt gehostet wird, mit den Wycliff Bibelübersetzern zusammenhängt. Also ne christliche Veranstaltung. Ist zwar an sich kein Argument für XeLaTeX, aber doch schön zu sehen, wie kirchliche Arbeit sich gesamtgesellschaftlich positiv auswirkt.
  4. Was fehlt der Kirche in der heutigen Zeit am meisten?
    Hmm, ich wähle den Publikumsjoker 😀 Im Ernst, die Frage ist ja recht scher zu beantworten. Ich denke, das kommt darauf an, und zwar auf die jeweilige Gemeinde oder Landeskirche oder das Millieu, in dem man sich gerade befindet. Ich habe oft den Eindruck, daß die Kirche vor allem im Bürgertum verbreitet ist – wenn man die Dörfer verläßt (Dörfer heißt jetzt vor allem Südpfalz, weil da kenn ich mich aus). Sie scheint Probleme zu haben, sowohl die Hartz IV-Schicht (doofes Wort aber mir fällt grad kein besseres ein) zu erreichen als auch im Bereich der Akademiker verstanden zu werden, wobei sie gesamtgesellschaftlich immer noch einen großen Einfluß hat. Ich denke ändern muß sich wenn dann bei den Gemeinden etwas. Die machen aber oft auch wunderbare Arbeit. Vielleicht kann man es so zusammenfassen, daß sich verändern muß, wie die Kirche auf die Gesellschaft reagiert. Das war früher nicht nötig, weil die Kirche und die Gesellschaft weitgehend eine Einheit war (wenn man jetzt die Katholisch-Evangelisch Spaltung untern Tisch fallen läßt). Das ist nicht mehr der Fall. Wir müssen lernen die Leute anzusprechen – in ihrer Sprache. Dabei sollten wir tunlichst vermeiden, in profane Begründungsmuster zu fallen. Die Finanzen können ein Argument für oder gegen eine Sache sein, aber IMHO nicht den ersten Ausschlag geben. Das ist jetzt auch wieder platt. Ich will ne andere Frage 😉
  5. Welche Person hat euch im letzten Jahr am meisten beeindruckt?
    Ich könnte jetzt nicht sagen, daß mir da jemand besonders einfällt. Ich fand Käßmanns Rücktritt beeindruckend (auch wenn ich sie sonst kritisch sehe), aber der ist ja was länger her. Ich hätt da was, aber das wären mehrere Personen, nämlich die Demonstranten, die in den arabischen Ländern, die für mehr Freiheit auf die Straße gingen, und das bei Todesgefahr. Das hat mich beeindruckt, und wer mir damals, als das in Ägypten losging auf twitter folgte, kann ein Lied davon singen 😉

So, das Ritual bzw. die Regeln verlangen jetzt, daß ich das Stöckchen an 5 Leute weiterwerf. Ich tu das jetzt aber nicht, sondern tue das, was jeder Theologe können sollte (naja, ich hab mein Examen noch nciht aber s’ist hoffentlich nciht mehr allzu lang): Ich lege sie neu aus. Mir geht es hier um Regeln 3 und 4 nach welchen ich

  1. Fünf Leute bewerfen müßte &
  2. ihnen auch noch Bescheid geben soll

Da mir jetzt keine 5 Leute einfallen, mach ich meinen Wurfstock zu einem Fundstock. Unter Beibehaltung des Prinzips  darf also jetzt jeder, der sich berufen fühlt, das Stöckchen aufnehmen, bearbeiten und weiterwerfen (oder finden lassen wie ich). Die Regeln bezüglich Verlinkung bleiben bestehen, es soll ja ne recht lange Kette hrauskommen. Fehlen die 5 Fragen:

  1. Was hat Dich bewogen, das Stöckchen aufzunehmen?
  2. Welches Buch hast Du zuletzt gelesen und worum geht es da?
  3. Welcher ist Dein Lieblingsblog und warum? (der erste Teil der Frage sollte klar sein 😉 – nee ich hätte gern ehrliche Antworten, man will ja Neues entdecken)
  4. Welches Schulfach erachtest Du rückblickend für Dein Leben as das sinnloseste? Und falls Du noch in der Schule bist (hab ich so junge Leser?): Welches Schulfach hältst Du für Dein zukünftiges Leben für am Überflüssigsten? Ne Begründung wäre schön 😉
  5. Pro Forma noch was Kirchliches: Welches ist Dein Lieblings-Kirchenlied (Du mußt es nicht mögen, halt das, das Dir am ehesten zusagt – auf welche Weise auch immer)? Und davon dann bitte ein Video verlinken (es gibt nicht nur youtube, es gibt auch andere Dienste).
Uncategorized

Waffenexport

Jetzt werden also 200 Panzer nach Saudi Arabien geliefert, um dort die Revolution zu verhindern die Region zu stabilisieren. Toll! Gut für den Industriestandort, gut für die Arbeitsplätze, gut für die Regierung, die ja ach etwas Steuern einnehmen sollte bei der ganzen Sache.

Sicher, es ist nicht schön, wenn mit deutschen Waffen Menschen ermordet werden, vor allem wenn es sich vielleicht nicht um böse Diktatoren und deren Handlanger, sondern um demonstrierende Jugendliche aus dem unterdrückten Volk handelt. Aber das war bisher kein Hinerungsgrund, etwa Libyen und Irak auszurüsten, wieso also bei Saudi Arabien?

Irgendwo hab ich mal gehört, daß Deutschland sehr strikte Ausfuhrgesetze hat. Die haben auch schon bei der Türkei, immerhin NATO Partner dazu geführt, daß ne geplante Panzerlieferng lange in den Schlagzeilen war. Ist schon ne Weile her.

Aber irgendwie habe ich das Gefühl, daß weniger die Frage eine Rolle spielt, ob es sich m eine Krisenregion handelt, sondern vielmehr, wer unter Umständen mit den Waffen in Schach gehalten werden könnte, Kollateralschäden werden hingenommen. Vielleicht passt hier auch das Lieblingswort der Regierenden: „alternativlos“. Paßt sonst recht häufig.

Ich denke aber, daß es eben nicht darum geht, wer in Schach gehalten werden kann, mit den Waffen, sondern eben genau um die zu befürchtenden „Kollateralschäden“, etwa beim unterdrückten eigenen Volk oder von benachbarten Inselvölkern (nein, nicht England, Bahrain).

Und ich frage mich, ob es nicht Zeit wäre, sich einmal Gedanken zu machen, ob man nicht Waffenexporte af die Länder beschränkt, die Mitglied der EU sind. Die haben jedenfalls (soweit ich das sehe) keine schwelenden Konflikte, und auch wenn allenorts auch und gerade in der EU die Freiheit eingeschränkt wird, so ist doch noch relativ viel davon vorhanden.

Vielleicht würde das Arbeitsplätze kosten, in der Waffenindustrie. Aber andererseits: Wir haben ja auch gerade mal wieder den Ausstieg aus der Kernenergie vollführt, und man wird ja nicht müde ns z erklären, daß noch nicht klar ist, woher der ganze Strom in Zukunft kommen soll. Das wäre doch zum Beispiel ein veritables Betätigungsfeld für arbeitslose Waffeningenieure und Panzerrohrpolierer. Der Export von ökologischen Kraftwerken ist auch meines Wissens nicht beschränkt, man dürfte wohl auch Iran Windräder liefern (und wenn die die Finger dann von der Kernkraft lassen, umso besser).

Vielleicht wäre hier ja auch ein neues Betätigungsfeld für die Grünen, nachdem der Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie durch ist und auch fast niemand mehr vom Waldsterben redet. Getreu dem Motto Frieden schaffen ohne Waffen könnten sie sich gezielt für den „ohne Waffen“ Part einsetzen, nachdem in der letzten Regierungsperiode der Grünen das Frieden schaffen (damals aber noch mit Waffen im Kosovo und in Afghanistan) den Hauptaugenmerkt bekam.

Oder die Piratenpartei nimmt sich des Themas an und pusht das ein bißchen: Es geht ja auch um Transparenz, wobei ich sowieso nicht verstehe, wieso Deutschland die Geschäfte anderer Länder geheim hält. Aber ich verstehe so einiges nicht, das wäre aber ein neues Thema.