Treibgut aus dem Netz

Netzfunde vom Samstag, den 2. März 2013

Bei Schwergläubig kann man nachlesen, was man mit Gott so alles anstellen kann, und wieso das dann gottlos ist. Toller Text, wobei ich vielleicht am Ende etwas anders formuliert hätte. Ich bin der Meinung, daß derjenige, der mit Gott etwas macht, Gott also zum Objekt macht, Gott entgottet und sich selbst zum Gott aufschwingt, beziehungsweise dies versucht. Gehen kann das nicht, weil keiner die Macht hat, Gott zu entthronen, aber man kann so leben „als ob“, und muß dann wohl auch die Konsequenzen tragen, wenn was schief läuft.

Beim Herrn Alipius hab ich sowas gelesen, daß die katholischen Heime in Irland wohl nicht ganz dem üblen Bild entsprachen, das da scheinbar gemalt worden ist. Nun hab ich mich in diese ganze Geschichte überhaupt nicht eingelesen und möchte dazu auch gar nicht mehr scheiben, als diesen Hinweis für interessierte Leser. Allerdings möchte ich noch ein Wort zu der These verlieren, daß falsche Berichterstattung ja auch etwas Gutes haben könnte, nämlich daß bestimmte Themen öffentlich angesprochen werden. Scheint nach dem Motto zu funkionieren:

„Es ist Zeit für eine öffentliche Debatte zum latenten Antisemitismus in der Gesellschaft – oh, laßt uns doch mal schreiben, daß die Giordano-Bruno-Stiftung eine ganz miese antisemitische Vereinigung ist.“

Wär zwar falsch, aber hey, der Antisemitismus in der Gesellschaft könnte thematisiert werden. Geht natürlich auch mit anderen Themen: Piraten konsumieren Kinderpornos, Unionspolitiker fahren auch noch nach einer Maß Auto, NPD versteckt Abschiebekandidaten… Auch wenn öffentliche Debatten über Abschiebungen, alkoholisierte Autofahrer und Kinderpornographie (wohl besser: dokumentierter Kindesmißbrauch) nicht verkehrt sind, dürften wohl alle zustimmen, daß es nicht angehen kann, daß zu diesem Zweck einfach mal jemand an den Pranger gestellt wird. Und mal ganz ehrlich: Zu öffentlichen Debatten kommt es seltenst, meist doch eher zu Empörungswellen, Aufbrühen alter Vorurteile und Bestätigung unterkomplexer Weltbilder…

Noch so ein Kirchenthema: Bei GetReligion geht es darum, daß es für den Press Democrat in Santa Rosa ein ungeheuericher Vorgang ist, daß ein katholischer Bischof an katholischen Privatschulen katholische Lehre durchsetzen will. Sowas. Was kommt als nächstes? Wollen jüdische Geschäftsleute in ihren Geschäften vielleicht jüdische Bekleidungsvorschriften respektiert wissen? Ja, genau, wie man bei Sojourners nachlesen kann. Die Stadt New York ist übrigens der Auffassung, daß es sich hierbei um Menschenrechtsverletzungen handelt, wobei Kleiderordnungen in Edelrestaurants wohl in Ordnung gehen.

Johannes schreibt über die Summe wider die Heiden des Thomas von Aquin, und zwar genauer über die Frage, ob es zwei Götter geben kann. Ganz verstanden hab ich es nicht, interessant fand ich aber den Kommentar von Herrn Alipius. Thomas versteht das Böse wohl nicht als eigene, dem Guten gegenberstehende Entität, sondern fasst das Böse als Abwesenheit des Guten auf. Ich hatte das schonmal irgendwo gelesen, aber verstehe (noch) nicht ganz, wie man darauf kommen sollte, bzw warum es nicht auch einfach umgekehrt sein kann.

Bei Peter geht es um den Feminismus und seine Auswirkungen. Es gab da wohl in der zeit ein paar Artikel zum Thema. Was ich gut finde, auch wenn es schade ist, daß dies noch extra erwähnt werden muß (und ich habe den Eindruck, das muß es in der Tat) ist, daß eine erstrebenswerte Gesellschaft nicht so aussehen kann, daß statt Männern nun Frauen den Ton angeben, sondern daß die Gleichbehandlung von Männern und Frauen die erstrebenswerte Gesellschaft ausmacht. Deshalb halte ich den Begriff des Feminismus auch für schlecht. Gleichheit find ich irgendwie besser…

Ein anderes Thema aus dem Bereich Geschlechter und ihre Kategorisierung: In Amerika darf ein transsexuelles Kind (geboren als Junge, fühlt sich als Mädchen) in der Schule nicht die Toilette seines gefühlten Geschlechts benutzen. Ehrlich gesagt bin ich etwas ratlos, was ich davon halten soll, deshalb hier einfach nur der Hinweis darauf. Womöglich wären Unisex Toiletten wie bei den Piraten wirklich ne praktikable Lösung? Ich weiß es nicht.

Bei Remid gibt es ein Interview mit Erhard Gerstenberger, der bis 1997 in Marburg Professor für Altes Testament war, und zwar zum Thema Befreiungstheologie. Viel interessanter als das Interview finde ich den Hinweis auf den von der Giessener Elektronischen Bibliothek herausgegebenen Sammelband mit ausgewählten Aufsätzen Gerstenbergers. Das Ganze ist Open Access und kann also von jedem runtergeladen werden. Bei der GEB gibt es übrigens, wie ich rausgefunden habe, ne ganze Reihe an Open Access Dokumenten.

Und dann ist da noch der wöchentliche Artikel von „protestantisch pfälzisch profiliert“. Mechthild Werner schreibt über die Sonntagsruhe.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Donnerstag, 24. Januar 2013

Antje schreibt von der „neuen Lust am Patriarchat“. Ich weiß nicht, ob ich ihr in allem so folgen kann, ich befasse mich jedoch auch nicht so ausgiebig mit Fragen des Feminismus. Allerdings stelle ich mir die Frage, wieso es gleich eine Rolle spielen muß, ob in einem Film Frauen nur Nebenrollen spielen. In meinem unreflektirten Medienkonsum hab ich es bei solchen Filmen einfach hingenommen, ohne da bewußt nach der Rollenverteilung gefragt zu haben. Vielleicht liegt das auch daran, daß ich ein Mann bin. Bei Rosamunde Pilcher und ähnlichen Produktionen kommt es mir aber oft so vor (ich gebe zu, ich folge bei den Filmen selten der Handlung sondern beschäftige mich meist nebenher mit anderem), als ob dort Männer recht flach dargestellt werden oder lediglich als Statisten dienen, jedenfalls diejenigen Männer, die in den Beziehungsgeschichten eine Rolle spielen. Villeicht ist es auch wirklich so, daß Frauen und Männer generell oder zumindest noch in teileise getrennten Welten leben, und je nach Perspektive das eine oder das andere hervortritt. Bei Kinderfilmen spielen Erwachsene ja auch oft eine Statistenrolle…

Joel schreibt über wörtliche und dynamische Bibelübersetzugen und kommt zu dem Schluß: Die Frage ist nicht unbedingt: „genau oder modern“? Manchmal ist die Frage auch: „ungenau und altmodisch“ oder „genauer und moderner“?

Selten werden bei Sojourner’s in einem Artikel so viele deutsche Theologen genannt, wie in Alessandro Speciales (der mann heißt wirklich so) Artikel zu einer möglichen speziellen Strukur in der Kirche von Rom zur Aufnahme Lutherischer Konvertiten. Auf der einen Seite ist es ja wirklich etwas ärgerlich: Protestantischerseits lädt man zur gemeinsamen Reformationsfeier ein, dafür wird dann in Rom ein Versuch unternommen (oder eher vorbereitet), Protestanten von ihrer Kirche abzuwerben. Da wird in konservativen Kreisen immer wieder betont, man dürfe um der Ökumene willen bloß keine Frauen ordinieren, oder Homosexuelle treuen und dann gibt Rom nicht viel auf ökumenische Rücksichten, und bringt sowas. Ich frage mich: Wieso nicht? Wenigstens ist es ehrlich. Ich jedenfalls habe den Eindruck, daß Rom unter Ökumene immer nur die eigene Struktur meinte und das Ziel ökumenischer Gespräche ist, daß wir Protestanten wie auch die Orthodoxen uns wieder in die Papsthierarchie einordnen sollen. Dann sind diese Sonderstrukturen, die es auch schon für Anglikaner und Orthodoxe gibt (die Vorderen dieser beiden Konfessionen sind darüber auch nicht gerade erbaut) doch nur ehrlich. Man darf sich dann nur in Rom nicht wundern, wenn dann protestantischerseits stärker betont wird, daß die Unterordnung unter die römische Hierarchie nicht Ziel der Ökumene sein kann. Unsereins sucht ja eher den gemeinsamen Glauben als die gemeinsame Hierarchie (ich weiß, das ist provokant formuliert, aber trotzdem auch ehrlich gemeint ;)). Wie dem auch sei, wer gehen will mag gehen, konnte er bisher schon und wird auch weiterhin geschehen, auch umgekehrt, und zwar unabhängig von den jeweiligen Strukturen.

Beim Herrn Alipius erläutern uns die Pimpfe, was „In God we trust“ wirklich bedeutet, wenn’s hart auf hart kommt.

Ebenfalls vom Herrn Alipius (der hat es hier her wo noch andere Quellen verlinkt sind) bin ich auf eine WDR Lokalzeit aufmerksam geworden, die meine Vermutungen bezüglich der Vorgänge in Köln weitestgehend bestätigt.

Wahrscheinlich wird das jetzt in den Medien die Runde nicht machen, aber wer liest auch schon gerne, daß die Katholiken doch keine Unmenschen sind?

Ich bin aber wieder in meiner Vermutung bestätigt, daß gloria.tv irgendwo in der gleichen Ecke wie kreuz.net anzusiedeln ist. Nee, im Ernst, das sollen die Katholiken unter sich ausmachen (meinetwegen mit den lutherischen Neukonvertiten noch dabei ;)), aber Denuniation geht gar nicht und Hilfeinfrastruktur zu blockieren, die sich eigentlich um wirkliche Notfälle kümmern soll, geht erst recht nicht. Aus gutem Grund verbietet man Kindern, aus Jux den Notruf zu wählen.

Wer sagt, es werden keine Gebete erhört? Von hier aus gute Besserung.

Und Melissa schreibt von Homeschooling, warum sie es ablehnt und Martin Luther King. Lesenswert.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde vom Sonntag, den 20. Januar 2013

Fangen wir an mit ein wenig Politischer Korrektheit. Beim Herrn Alipius gibt es ein kleines Video dazu. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus der ZDF Serie „Unser Lehrer Dr. Specht“. Weitere Videos zur Herkunft der Politischen Korrektheit un der Rlle der Frankfurter Schule dabei gibt es beim Geier. Die Videos machen auf mich nen sehr einseitigen Eindruck, man will durch das ständige Widerholen des „Marxismus“ wohl dem amerikanischen Publikum klar machen, daß es sich hier um ne gan böse Strömung handelt, aber wenn man es schafft davon zu abstrahieren kann man aus den Videos vielleicht den Gewinn ziehen, den Zusammenhang zwischen political correctness, Studentenrevolution der 60er und marxistischen Strömungen zu sehen. Mein erster Eindruck ist, daß es um die Befreiung des Menschen geht. Die ist ein Stück weit sicherlich in die Hose gegangen, weil andere Unfreiheiten entstanden, aber das könnte man seinerseits ja wieder kritisieren, idealerweise ohne in alte Muster zurückzufallen (denn hätten die getaugt, wär der Marxismus welcher Prägung auch immer wohl nicht aufgekommen).

Und dann gibt es noch einen Artikel von Antje Schrupp zur Benutzung des „N-Worts“ (es handelt sich um das Wort „Neger“)  in Kinderbüchern. Ich gehöre ja noch zu der Generation, die mit Liedern wie „10 kleine Negerlein“ aufgewachsen ist und bis ins Jugendalter (das war in den 90ern) das Wort Neger für einen neutralen Begriff für Menschen mit dunkler Hautfarbe hielt. Schon damals irritierte mich, wieso der Begriff auf einmal nicht mehr angebracht war und warum man heute möglichst umständlich von „Menschen mit dunkler Hautfarbe“ (wenn das überhaupt politisch korret ist) reden muß. Trotzdem halte ich mich weitgehend an die Konvention, man will ja nicht negativ auffallen.

Nichts desto trotz empfand ich es als erfrischen unverkrampft, als ich zur Zeit meiner Wehrdienstes erlebte, wie in der Buneswehr Begriffe wie „Volk“, „Führer“ und dergleichen ohne böse Hintergedanken oder Konnotationen benutzt wurden. Man überlies diese Begriffe nicht den Nazis, sondern benutzte sie selbst in ihrer eigentlichen Bedeutung weiter, nämlich „Volk“ im Sinne von „Bevölkerung“ und „Führer“ im Sinne von „Anführer“.Ich empfinde das als ehrlicher und praktikabler als nur noch in Umschreibungen mit Gender-Gap zu sprechen und zu schreiben (ja, solche Blogs gibt es auch).

Und weil wir grad beim Herrn Alipius waren: Der geht in einem anderen Artikel auf den Unterschied zwischen Haß und Haß ein, oder so ähnlich. Und in einem noch anderen Artikel beschreibt er, wieso er trotz allem Kirchenhaß und aller Kirchenkritik trotzdem gerne sienen Job, nein, seinen Beruf (von Berufung ;)) ausübt und dankbar dafür ist, das zu tun.

Nick Baines, anglikanischer Bischof von Bradford, England, schreibt über den Sudan und Südsudan wie auch über Joachim Gauck und daß Christen „von einem anderen Liedblatt singen“.

Bei Weihrausch und Gnadenvergiftung gibt es einen Artikel zur Einheit der Christen, bzw dem Fehlen derselben.

Bei Theopop gibt es nun auch sowas wie Netzfunde, wöchentlich, und auf den Bereich Internet und Religion begrenzt.

Der Morgenländer hat ein längeres – und sehr poetisch verfasstes – Zitat von Simone Weil über diejenige außerweltliche Wirklichkeit, die Grundlage des Guten ist.

Fehlt nur noch ne Stellungnache der „NPD – türkische Abteilung“ … 😀

Zu etwas Schönerem, poetischerem: Hao hat eine Predigt zur Gerechtigkeit, oder bessr zur Ungerechtigkeit Gottes geschrieben. Wirklich wunderbar. Wobei mir der Gedanke kam, daß das, was er die Gerechtigkeit Iustitias nennt, hier Gleichheit genannt wird und das, was Hao Gottes Ungerechtigkeit nennt, die Gerechtigkeit des verlinkten Artikels ist.

Und zum Abschluß nochwas zu der Sache mit der Vergewaltigten von Köln. In Frankfurter Rundschau und Kölner Stadtanzeiger (via) wird zur Sprache gebracht, daß es wohl schon Vortäuschungen von Notlagen gab, um in katholischen Kliniken an die Pille danach zu kommen, woraufhin dann bei der Kirchenleitung Anzeige erstattet wurde, weil die Pille wirklich ausgegeben wurde. Trotzdem meine ich, wie schon geschrieben, entgegen der Berichterstattung, daß die fraglichen Kliniken gar nicht helfen konnten, weil sie keine anonyme Spurensicherung vornehmen konnten.

Weitere Rätsel gibt der in der Rundschau genannte Fall auf, wo eine Vergewaltgte in eine Klinik ohne Gynäkologie geacht wurde und dort nicht geholfen bekam (wie auch, ohne entsprechende Fachleute?), aber wie es aussieht nicht einmal an eine andere Klinik verwiesen wurde, wo man hätte helfen können…

Treibgut aus dem Netz

Ein Piratenartikel

Sonntag ist Wahl. Zwar nicht hier und wer weiß, ob es überhaupt Niedersachsen gibt die diesen Blog lesen… aber egal, mir ist grad nach schreiben und ich hab grad ein paar Piratenartikel gefunden, und die will ich Euch in Netzfunde-Manier präsentieren:

Zuerst wäre da das Portal „Piraten wirken“. Dort entsteht, wie ich das sehe, eine Sammlung von Themen, die durch die Piraten bisher in den verschiedenen Parlamenten (und außerhalb?) auf den Weg gebracht oder durchgesetzt wurden. Die Idee ist durchaus gut und sinnvoll, man würde sich wünschen, jede Partei würde sowas ins Netz stellen, vielleicht findet sich so ja mal wieder ein Grund, ne andere Partei zu wählen… Das Piratenportal scheint allerdings noch recht leer zu sein, mir war so, als hätte ich auch schon von anderen Erfolgen gehört… aber jedenfalls ein Anfang.

Beim European schreibt Sebastian Pfeiffer darüber, daß die Piraten sich nicht selbst verraten, wenn sie neben den Programmpunkten auch Personen plakatieren, sondern dann, wenn sie bei den anstehenden Wahlen erfolglos bleiben sollten und es nicht in den Bunestag schaffen. Ich tendiere dazu, ihm Recht zu geben, aber das hängt vielleicht auch daran, daß ich mehr Interesse daran habe, daß die netzpolitischen Themen und überhaupt die freiheitlichen Aspekte der Partei sich stärker auf unsere Bundespolitik aswirken, als daß ich an einem grundsätzlichen Systemwechsel interessiert wäre. Ich hätte ein Problem dabei wenn man in ein paar Jahrzehnten sagen müßte: „Die Piraten wurden wie die Grünen zu ner etablierten Partei, die sich wenig unterscheidet vom Rest.“ Wenn die Piraten ihre Themen dann so ins öffentliche Bewußtsein gebracht haben wie die Grünen den Umweltschutz, dann kann man nicht meckern. Und neue Impulse können dann von neen Parteien kommen. Wer sagt, daß eine Partei ewig bestehen müsse? Die FDP?

Und dann ist da noch der Artikel von Jürgen Stark (oder doch Thomas Böhm? Der eine Name steht über, der andere unter dem Artikel…). Artikel tut dem Machwerk eigentlich Unrecht, denn es ist ein von Vorurteien, Verleumdung und Beleidigungen strotzender Rant gegen die Piraten, wobei es mir so vorkommt als ob der Autor (wer immer es ist) das Wort „Pirat“ als Chiffre für das Böse schlechthin verwendet. Bisher war ich der Meinung, daß es allgemein üblich ist in einem solchen Fall das Wort „Hitler“ zu verwenden, aber gut. Man kann sich irren. Zum Artikel Zu dem Erguß will ich weiter gar nichts sagen, wenn Ihr richtig schlechte Texte vertragen könnt, lest ihn einfach selber. Vielleiht wäre es eine lustige Übung, Fehler, Plattitüden etc in einer Liste zu sammeln und zu zählen. Mir ist es das dann aber doch nicht wert.

Und zum Schluß etwas ohne Piraten, dafür aber mit SPD, wenn auch nicht besonders viel davon: 23%. Es geht in diesem Artikel der taz um die Umfragewerte bei Forsa, und wie und warum die mutmaßlich zu Stande kommen.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde vom 30.12.2012

Ameleo hat nen Text über Gottes Ohnmacht, der Leuten wie mir, die mit der „Ohnmacht Gottes“ als Begriff nie klar kamen, eine Möglchkeit eröffnen, wie das auch gemeint sein könnte.

Bei Antje Schrupp gibt es einen sehr guten Artikel zu persönlichen Befindlichkeiten, argumentativen Auseinandersetzungen und wie man mit der Unterstellung des einen sich vor dem anderen drücken kann, und dabei noch eine Opfergruppe konstruiert. Oder anders zusammengefasst: „Wie, ich soll Ihnen nicht ins Gesicht schlagen? Tut mir Leid, ich wollte damit nicht Ihre Gefühle verletzen, Sie Mimose!“ Wer jetzt gar nicht mehr versteht, was ich meine, lese den Artikel, der ist echt gut.

Es gibt auch wieder ein paar neue epische church sign fails.

Und der Morgenländer hat ein Lewis Zitat, das den Fokus weg von den anderen Leuten wieder auf einen selbst richtet und uns klarmacht: Wir sind allein mit Gott.

Michael Blume klärt uns darüber auf, wieso wir morgen einen ziemlich ritualisierten Ablauf durchleben werden mit abschließendem Feuerwerk.

Und auch bei TheoPop gibt es einen Artikel zum Jahresende und damit zusammenhängenden religiösen Implikationen.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde vom Freitag, 21. Dezember 2012

Also mit dem Weltuntergang wurde scheint’s mal wieder nix (die durchaus einleuchtende Erklärung habe ich bei Ameleo gefunden). Also habt Ihr sicherlich Zeit, Euch die heutigen Netzfunde anzusehen, vielleicht ist ja auch für Euch etwas Interessantes dabei.

Erinnert Ihr Euch noch an Terry Jones? Genau, das war der US-Pfarrer, der vor längerem mal nen Koran verbrennen wollte. Den gibt es wohl immer noch. Wie man ihm und seinen kruden Ansichten am Besten begegnet, schreibt Christian Piatt. Die Methode hilft nach dem Artikel auch gegen die Jünger von Fred „God hates fags“ Phelps und seinen Westboro Baptist Verein.

Ebenfalls von Piatt kommt ein Artikel über eine Äußerung von Richard Land. Dieser hatte wohl in einem Interview geäußert, daß das Nächstenliebegebot binhalte, seinen Nächsten im Zweifel mit Waffengewalt zu verteidigen (das Ganze steht inhaltlich wohl in Verbindung zum Amoklauf in Newtown). Nun kann ich Piatt durchaus verstehen, wenn er sagt, daß Gewalt prinzipiell falsch ist. Andererseits kann ich aber auch nicht leugnen, daß Land einen Punkt hat, wenn er sagt, daß man nicht einfach mit ansehen kann, wie sein Nächster ermordet wird und ich neige fast dahin, Land eher Recht zu geben als Piatt. Das Problem, so meine ich zu erkennen, kommt genau dann ins Spiel, wenn die Sache unreflektiert als Rechtfertigungshammer genutzt wird. So nach dem Motto: Ich habe nichts falsch gemacht, ich mußte den erschießen, aus Nächstenliebe zu meinen Nächsten. Als Bonhoeffer sich entschied, sich einer Verschwörung gegen Hitler anzuschließen, war ihm auch bewußt, daß er eigentlich Böses tut, daß jedoch die Alternative noch Übler gewesen wäre. Dieses Bewußtsein, selbst Böses zu tun, halte ich für wichtig, um ein Abrutschen in einen Mißbrauch des Nächstenliebegebots durch Gewalttäter auszuschließen. Freilich läßt sich das nicht von außen erkennen, inwieweit sich jemand schuldig fühlt. Der Mensch ist jedoch mündig und weiß es selbst gut genug, und Gott kann in die Herzen sehen.Mehr Leute müssen auch nicht wissen, was wirklich dahinter steht.

Was den Amoklauf an der Sandy Hook Grundschule angeht hat Julian DeShazier bei Sojourners nen guten Artikel geschrieben, in dem er argumentiert, daß wir so geworden sind wie die Freunde Hiobs: Wir suchen nach Erklärungen und verlieren die Opfer aus dem Blick. Vielleicht ist das ein weiterer Ansatz zum Umgang mit der Theodizeefrage. Wohl gemerkt: Umgang! Nicht deren Lösung. Aber was hülfe uns deren Lösung, wenn die Opfer weiterhin mit ihrer Not alleine sind?

Ebenfalls bei Sojourners hat Jim Wallis höchst selbst nen Artikel zur aktuellen Finanzpolitik vor allem der US-Republikaner geschrieben. Wer hierzuland immer noch der Meinung ist, daß christlicher Glaube allgemein und speziell in den USA mit Steuervergünstigungen für die Reichen und ausbleibender Fürsorge für die Bedürftigen zusammengeht, sei die Lektüre empfohlen. Es gibt auch die anderen.

Nochmal zurück zu Bonhoeffer: Zu dem hat Thomas Jakob was. Der scheint in jüngeren Jahren auch etwas Fundi-mäßiger draufgewesen zu sein, als man heute wahrhaben will. Ich muß mich endlich mal näher mit seiner Theologie auseinandersetzen…

Derek Flood hat schon länger eine Serie zu Nonviolence gestartet. Absolut lesenswert!

Bei Eric Djebe gibt es Kulturkritik unter dem Titel „Postchristentum“. Es scheint hier auch eine Serie zu werden.

Der Landpfarrer hat was schönes geschrieben zum Unterschied zwischen erwarten und abwarten.

Beim Israel Palästina Blog des ARD Studios Tel Aviv geht es um 15 Kilometer und wie diese die Sicherheitspolitik Israels bzw. eines möglichen zukünftigen Staates Palästina tangieren.

Muriel schrieb über Humor, Herzogin Kate und das, was auszuhalten ist.

Bei Ergo Sumus geht es um die Bekenntnisschulen, speziell um die in NRW, und deren Rechtfertigung. Offensichtlich ist es so, daß es in einige Städten NRWs für Nichtchristen, teilweise auch für Nichtkatholiken unmöglich ist eine Grundschule zu besuchen, in der sie nicht mit fremden Glaubensinhalten konfrontiert werden, und zwar gezwungener Maßen.

Das kann so nicht sein, wobei sich mir zwei Fragen stellen:

  1. Was sind die Argumente der Kirchenvertreter pro Bekenntnisschule?
  2. Falls die Kirchen besondere Rechte auf diese Schulen haben (was ich annehme, sonst gäbe es sie wohl nicht mehr), wäre es nicht bedenkenswert, mehr freie Grundschulen einzurichten, statt die Bekenntnisschulen umwidmen zu wollen?

Beim Thema Kirche und Staat kochen in letzter Zeit die Wogen immer besonders schnell hoch, und ich habe oftmals den Eindruck, als würden wichtige Punkte ausgeblendet, weil sie vielleicht gar nicht verstanden werden. Deshalb möchte ich verstehen. Meine ermutung ist, daß die Schulen ursprünglich samt deren finanzieller Grundlage vom Staat den Kirchen entzogen wurde, da der Staat die Aufgaben selbst wahrnehmen wollte. Woöglich wurde dabei festgeschrieben, daß die Bekenntnisbindung erhalten bleibt. Dann könnten die Kirchen durchaus bestimmte Rechte innehaben, und es kann nicht genügen, die Schulen den Kirchen zu übertragen (ohne gleichzeitig die angenommene Finanzierungsgrundlage zurückzugeben) oder die Schulen einfach in konfessionsfreie Schulen umwandeln. Vor diesem Hintergrund würden mich dann auch die Details der Umwandlung in anderen Bundesländern interessieren. Wie gesagt, beim ersten Lesen habe ich durchaus Verständnis für die Ansichten des Autors, aber bei derartigen Themen bin ich in letzter Zeit sehr vorsichtig geworden, es fehtl oft die Hälfte der Geschichte…

Bei Geiernotizen stieß ich zum ersten Mal drauf und hab es seitdem schon öfter gelesen. Die Qumran Schriften werden online verfügbar gemacht, und zwar in richtig guter Qualität. Das ist doch mal ein Weihnachtsgeschenk!

Und zu guter letzt noch ein Hinweis auf ein Forum, das ich eingerichtet hab. Es soll vor allem um religiöse und politische Themen gehen (vielleicht auch um die Bekenntnisschulen), und vor allem auch möglich sein ohne restriktive Forenregeln zu diskutieren. Hier auf dem Blog werden die Themen ja von Bonifatz und mir vorgegeben, und es wird ja durchaus auch kommentiert. Im Forum könnte nun jeder ien Thema anschneiden. Viele haben sich noch nicht angemeldet, aber wenn Ihr alle mitmacht, sind wir schon ein paar mehr.

Falls ich nicht mehr zum Bloggen kommen sollte, wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde von Donnerstag, dem 4. Oktober 2012

Es sind wieder viele Artikel erschienen in den letzten Tagen, und einige davon möchte ich wieder mit Euch teilen:

Da wär zum Beispiel der Artikel vom „nicht überfrom, nicht allzu weise“ Blog über sittengefährdendes Verhalten. Ich weiß nun, daß sich das sowohl auf Reisen ohne Ehemann nach Saudi Arabien als auch auf Reisen ohne Ehefrau nach Jamaika (Thailand wohl auch, wurde aber nicht genannt) beziehen kann. Und daß man den Unterschied ohne ausreichend Kaffee vielleicht gar nicht mitkriegt. Bleibt nur die Frage: Wenn in Saudi Arabien Frauen diskriminiert werden, wenn sie nicht ohne Mann reisen dürfen, werden dann in westlichen Ländern Männer diskriminiert, wenn sie als Schutz gegen Sexskandale nicht mehr alleine reisen dürfen? Und regen wir uns darüber ebenso auf, wie über die Saudischen Behörden? Nebenbei: Es muß ja eine nicht geringe Zahl an muslimischen Frauen gegeben haben, die sich alleine auf die Hadsch machten. Paßt irgendwie nicht ganz zu dem Vorurteil, daß muslimische Frauen eingesperrt und unselbständig gehalten würden etc.

Zum Thema Papyrus Fragment zu Jesu Frau hat Stephan Witeschek von der Kath. Theol. Fakultät der Uni München bei lectio brevior ein paar Argumente beleuchtet, die für eine Fälschung sprechen.

Ein anderer katholischer Theologe, Bernhard Lang, hat in der NZZ derweil die These wiederholt, nach der der Lieblingsjünger des Johannesevangeliums Maria Magdalena, die „Gefährtin“ (also nicht verheiratet) gewesen sei (via). Ich wundere mich beim besprochenen Johannesevangelium bzw der Episode am Kreuz, auf die sich Lang bezieht, wieso die Mutter Jesu eine Schwester mit Namen Maria hatte. Zwei Schwestern mit dem gleichen Namen?

Der Herr Alipius macht sich Gedanken zur Gefährlichkeit des Internets. Während ich ihm zustimme, daß es durchaus bedenklich ist, wenn Behauptungen und unkritisches Übernehmen von Vorurteilen etc keinen guten Einfluß auf die Gesellschaft haben können, denke ich jedoch nicht, daß „das Internet“ ursächlich Schuld daran ist, sondern wahrscheinlich nur der „Ort“, an dem wir die gesellschaftliche Entwicklung in ihren negativeren Auswirkungen zeitweise relativ ungefiltert vor Augen geführt bekommt.

Aber Bildung tut not, echt jetzt, und damit komme ich zum Artikel von Alex über das hessische Bildungsprogramm und die dortigen Piraten. Das Busgespräch am Ende des Artikels zeigt deutlich, wie nötig Bildung ist.

Nochmal zum Herrn Alipius: Der hat auch noch was geschrieben zum Kirchensteuerurteil mit durchaus kritischen Anteilen. Mir kommt es so vor, als ob auch innerhalb der Landeskirchen die Kirchensteuer aus verschiedenen Gründen immer kritischer gesehen wird. Ein Aspekt, den ich kritisch sehe, ist zum Beispiel die Auslieferung an den Staat. Die Kirchen wissen selbst nicht, wer ihre Mitglieder sind, sondern bekommen das vom Staat gemeldet, mit Verspätungen. Außerdem kommen auch Fehler vor, so daß Ausgetretene auf einmal nachweisen müssen, wirklich ausgetreten zu sein. Darunter leidet das Image der Kirche, auch wenn der Fehler beim Staat lag, denn wie gesagt: Die Kirche weiß nicht, wer dazu gehört. Vielleicht wird es Zeit, darüber nachzudenken, welche Form der Finanzierung für katholische und evangelische Kirchen eine Alternative wäre. Die Überlegungen von berlinjc, so redlich sie auch sein mögen, bieten IMHO noch keine Lösung, aber können womöglich Richtungen andeuten, in die man denken kann. Eine interessante Frage dürfte sein, ob man das Geld hat und überlegt, was man damit anstellt, oder ob man ein (oder mehrere) Projekt(e) hat und zusieht, woher man das Geld dafür nimmt, oder besser gesagt: Wie man es umsetzt. Dann könnten auch die handwerklichen Leistungen „verrechnet“ werden, die Gemeindeglieder einbringen könnten.

Auf dem Uckerlandkirchenblog ist nachzulesen, inwiefern facebook doch ganz gut von Nutzen sein kann für die Kirche, wenn man ein wenig flexibel ist und darüber nachdenkt, was wo gebraucht werden könnte – vernetzt denken eben (via).

Als ich „Taufen per skype“ las, war ich doch etwas überrascht, was da im Uckerland läuft. Es geht aber „nur“ um die Taufgespräche. Eine Problematik, an die ich noch wenig gedacht habe. In Brandenburg – und auch sonst in Ostdeutschland – gibt es riesige Gebiete, die von nur einem Pfarrer versorgt werden. Da sind Treffen zu Kasualgesprächen schon schwierig zu managen. Wenn dann ein Partner kirchlich nicht gebunden ist, will man es diesem auch nicht so umständlich machen. Da sind Kasualgespräche per skype (oder anderer Alternativen? Wieso nicht Chat?) sicher eine Möglichkeit, falls die Leitung stark genug ist.

Beim Hellbound Blog geht es um das Lamb of God Lied „Walk with me in hell“. Ich finde den Gedanken sehr denkenswert, daß der Himmel leer sein müßte, wenn es eine Hölle gäbe, weil Jesus und all die Heiligen nichts dringenderes zu tun hätten, als den armen Verdammten Erleichterung zu verschaffen, ihnen beizustehen in der Höllenqual.

Ebenfalls bei den Jungs von Hellbound aufm Blog findet man ein Zitat von Erzbischof Lazar Puhalo bezüglich Glauben und Furcht. Und bei dem, was er sagt, kann ich ihm nur zustimmen.

In New York gab es wohl in der U-Bahn ziemlich üble Plakate, die dazu aufriefen, im Kampf zwischen zivilisierten Menschen und „Wilden“ Israel zu unterstützen und den Dschihad, also die religiöse Anstrengung im Islam, zu vernichten. Klar, man will hier mit dem Wörtchen Dschihad, das immer als Krieg gegen alles Ungläubige aufgefasst wird, und Krieg ist böse, da stimmen alle zu, Diskriminierung der Muslime möglich machen. Denn ebenso klar ist, jeder weiß, wer gemeint ist mit „Wilder“: Der Muslim, also alle Muslime. Um dies nicht für Hetze zu halten, muß man schon recht abgestumpft sein. Aber dnn gibt es noch diejenigen, die angegriffen werden, weil sie an der Anzeigenkampagne Kritik äußern. Alles zu lesen bei Sojourners.

Ebenfalls bei Sojourners nachlesen kann man, wie man Naziaufmärsche so richtig vereiteln kann. Allerdings habe ich Zweifel, daß die Antifa hierzulande über genügend Humor verfügt, das umzusetzen.

Nochmals Sojourners, und diesmal geht es darum, wie man (römisch-) katholisch sein kann, und zwar überzeugter Katholik, und trotzdem anderer Ansicht als die Kirchenführung. Hört sich einerseits sehr nach den Leuten vom Dialogprozess an, und auf der anderen Seite erfrischend anders. Und irgendwie reizt es mich jetzt auch, mit ner Nonne  nen Roadtrip zu machen.

Mandy hatte über Dirk Bachs Tod geschrieben und ziemlich üble Mails erhalten, worüber sie wiederum schrieb. Ich frage mich, inwieweit ein Christ es noch für christlich halten kann, derartige Haßmails zu schreiben, wie sie erhielt. Von Liebesgebot keine Spur! Und auch mich befällt da so ein Abgrenzungswunsch. Nich von „der Welt“, sondern von solchen homophoben Spinnern. Und dann denke ich wieder an das Zitat vom Erzbischof Puhalo, und wie Recht er doch hat…

Bei God didn’t say that geht es dann ganz passend um die entsprechenden Stellen zur Homosexualität im AT. Die Deutung, daß hier tatsächlich homosexueller Sex verboten wird, kann man teilen, muß man aber nicht. Ich habe schon zweifel, was das „Liegen mit einem Mann“ angeht, weil sonst für Sex eher „erkennen“ benutzt wird. Wichtig finde ich aber die Frage, was man mit solchen Aussagen anfängt, gegen Ende des Artikels. Denn Schweinefleischverbot und dergleichen belastet uns überhaupt nicht, während es beim Thema Homosexualität immer noch große Kontroversen gibt.

Nochmal Mandy, nochmal im Doppelpack. Sie hat nämlich auch geschrieben über Gebete, und darüber, daß sie oft unbeantwortet bleiben. Lesenswert.

So, jetzt hab ich zwar noch jede Menge Artikel, die ich gerne verlinken würde, es wird mir aber einfach zu viel. Also: Pech gehabt. Nächstes Mal vielleicht wieder.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Mittwoch, 26. September 2012

Bei takeover.beta schreibt Zweisamkeit über sexuelle Manipulation in der Beziehung. Tenor des (im bekannt schwer leslichen Genderdeutsch verfassten) Artikels ist, daß ein Partner (hier geht es wohl vor allem um Männer), der ein Nein nicht akzeptiert, sondern Umstimmungen versucht, auch sonst nicht auf die Wünsche des anderen Partners hört, und auch dort ebenso veruschen wird, zu manipulieren. Den Lösungsvorschlag, der Fragliche sollte es sich statt dessen einfach selbst besorgen, halte ich jedoch für keinen. Was muß der unwillige Partner (also gedacht im Artikel wohl die Frau) denken und fühlen, wenn der Mann, nachdem er abgewiesen wurde, sich einen runterholt. Es dürfte wohl in die Richtung gehen, daß man sich als Objekt vorkommt, das, wenn es nicht wie gewünscht funktioniert, auch ersetzt werden kann. Denkt man etwas weiter, dann könnte man in der gleichen Logik vorschlagen, der Mann könnte ja statt dessen auch ins Puff gehen, hauptsache er manipuliert die Frau nicht. Ich glaube, das funktioniet so nicht. Es reicht nicht, die Manipulation zu lassen. Wenn die Partnerin nein sagt, ist die Zeit der Enthaltsamkeit (es soll ja Menschen geben, die das ein ganzes Leben lang durchhalten). Denn eine Manipulation an den eigenen Genitalien entweder selbst, oder durch willigere andere Objekte kommt einer Manipulation durchaus gleich. Hier finde ich auch Paulus sehr erhellend, der schreibt, daß der eigene Körper eigentlich dem jeweiligen Partner gehört (1.Kor 7,4). Demnach hat man in der Partnerschaft also gar kein Recht mehr daran. Macht auch nichts, wenn die Partner einander lieben. Dann tun sie dem anderen Körper auch nichts an, sondern halten sich an des Partners Wünsche (inklusive eines Nein). Ist dies nicht der Fall, sollte man vielleicht die Partnerschaft überdenken. Inwieweit das jetzt zu „modernen“ Partnerschaftsverständnissen à la Lebensabschnittsgefährte paßt, steht auf einem anderen Blatt. Ich finde die Ehe als Konzept (unabhängig vom Trauschein, mir geht um um das, was man lebt) eh überzeugender.

Um Liebe und Partnerschaft geht es auch in Christian Hoppes Artikel zum Film „Liebe“. Es geht um ein altes Ehepaar, um Pflege und schließlich Sterbhilfe, bzw ist das nicht so klar. Der Artikel geht auf die Deutung, die wohl dem Marketing zu Grunde liegt ein und schlägt eine andere Deutung vor, die nicht von einem „Triumph der Humanität“, sondern von einem Scheitern der Liebe ausgeht. Ohne selbst den Film gesehen zu haben scheint mir Christians eigene Deutung durchaus berechtigt zu sein.

Über die Auswüchse der modernen Gesellschaft hat der Herr Alipius etwas, der sich am Ende fragt, wofür Ludwig XVI sterben mußte. Sicherlich eine provokante Frage aber angesichts des Dargestellten womöglich nicht ganz verkehrt. Vielleicht sollte man auch hier mal ganz konkret mit dem Verantwortungsbegriff durchbuchstabieren, was wir gut finden und was nicht. Aber Verantwortung ist heutzutage eh nicht mehr so in Mode. Mein Reilehrer lehrte mich noch, daß die Freiheit der Verantwortung entsprechen müsse. Gebe es eine Diskrepanz, so entspreche die Differenz zwischen beiden der Größe der Sünde. Sünde ist demnach, wenn man sich Freiheiten rausnimmt, ohne die Verantwortung zu übernehmen. Ob das nun noch auf den Wiener Klub anzuwenden ist, wäre vielleicht auch mal ne interessante Frage, die ich hier aber nicht beantworte (falls jemand nen Ansatz hat, es gibt ja die Kommentarfunktion).

Eric Djebe hat die Frage gestellt, ob das Christentum eine Chance hätte, wenn es heute bei Null anfangen würde. Er hat Zweifel, sucht aber auch nach den Gründen für den damaligen Erfolg.

Peter schreibt über die Soteriologie von Narnia und sieht dainter das Christus-Victor-Motiv. Daß ich selbst dieses Motiv mag und viel für meinen eigenen Glauben daraus ziehe, könnte dem regelmäßigen Blogleser schon aufgefallen sein. Interessant finde ich Peters Kritik daran, daß Lewis Alsan nicht trinitarisch angelegt hat. In der Tat kommt er damit dann in die Schwierigkeit, auf eine uralte Magie verweisen zu müssen. Allerdings finde ich das für Kinder noch etwas nachvollziehbarer, als noch eine ausgewachsene Trinitätslehre im Buch unterzubringen. Das ist ja das schöne bei Kindern: Sie können gut vertrauen, ohne ganz zu verstehen. Ich denke, deshalb sollen wir auch wie die Kinder glauben, wie Jesus sagt. Ich gehe stark davon aus, daß die alte Magie den Kindern vollkommen als Erklärung reicht. Die ausgewachsene Trinitätslehre kann man nachreichen, wenn die Kinder durchs Erwachsenwerden das Vertrauen langsam schwerer fällt, es ist ja nicht so, daß es keine Trinitätslehre gäbe.

Der Morgenländer schreibt von Elefanten in Räumen und V-Männern (also vom Staat bezahlten Menschen, aber eigentlich ist es nur einer), dem vorgeworfen wird, die Logistik dr NSU gestellt zu haben, inklusive Besorgung der Waffen. Jetzt frage ich mich, wieso die Geheimdienste nichts davon wußten, wenn der eigene V-Mann womöglich involviert war, und das an entscheidender Stelle. Wenn V-Leute nicht so funktionieren wie sie sollen, daß sie also eben keine Informationen liefern, jedenfalls nicht diejenigen, die wichtig sind, stellt man sich die Frage nach dieser Einrichtung überhaupt.

Alternativ könnte man überlegen, ob der V-Mann doch berichtet hat und die Geheimnisse doch über den NSU Bescheid wußten. Wie man es dreht, schön ist es nicht.

Bei Kirche 2.0 gibts ne pdf mit 20 Tipps für Facebook Beiträge von Kirchengemeinden.

Bei Sojourners gibts nen Artikel zu atheistischem Schmuck, also für all die Leute, die sich weder Kreuz noch Davidstern um den Hals hängen wollen.

Mandy weist auf ein Online-Bibelkundeseminar hin. Das Ganze wird von ERF und Bibelseminar Bonn veranstaltet und beginnt im Oktober. Ich hab ja meine Bibelkunde schon, und inwieweit solche Bibelschul-Kurse von Universitäten und Kirchen anerkannt werden, steht in den Sternen. Das muß jedoch nicht bedeuten, daß sie qualitativ schlecht wären. Wer Interesse, Zeit und das nötige Kleingeld hat, kann unter Umständen durchaus mit Gewinn an so einem Seminar teilnehmen, auch wenn er sich nicht zum evangelikalen Christentum rechnet (oder vielleicht gar kein Christ ist).

Und zum Schluß hab ich noch nen Artikel von Charles Halton über das Jesus und seine Frau Papyrus aus Harvard. Recht hatter.

Treibgut aus dem Netz

Netzfunde Dienstag, 25. September 2012

Die Evangelische Kirche im Rheinland hat nen Social Media Round Table veranstaltet, und Ralpe hat darüber geschrieben. Es gibt auch ein Video.

A propos Video. Auf dieses hier wurde ich durch irgendwelche Sozialen Netzaktivitäten aufmerksam.

Das Thema ändert sich mittendrin ziemlich krass. Und es läßt einen ein wenig ratlos zurück.

Bei den Muskpiraten gibts ne Pressemeldung zu den anhaltenden Querelen mit der GEMA. Auf die entsprechende Bundestagspetition habe ich gestern schon hingewiesen.

A propos Piraten. Der Landesverband NRW hat nen Entwurf zur Urheberrechtsreform vorgelegt, und Tante Pop hat das kommentiert. Zweisatz hat bei takeover.beta eine grundsätzlichere Kritik am Kritik des geistigen Eigentums geschrieben (mit einer sehr gewöhnungsbedürftig gendermäßigen Sprache, aber wem’s gefällt).

Christian Piatt hat Hellbound gesehen, den Film, über den ich auch schon öfters mal geschrieben habe. Der Unterschied ist: Da er in den Staaten lebt, konnte er ihn schon sehen, deshalb fand ich seinen Artikel interessant um mehr darüber zu erfahren, was im Film vorkommt.

Bei humanicum steht was über CleanIT, das neue EU Projekt zur Kontrolle des Netzes. Wohl sowas wie ACTA 2.0. Etwas daneben finde ich den Aufruf zu DDOS am Ende, Gesetze zu übertreten, um Gesetze zu verhindern ist irgendwie irrsinnig.

Und zum Schluß noch ein Hinweis auf den Artikel von Gerd Häfner zum Dialogprozess in der römischen Kirche.