Theologie

Apostolikum auf Pfälzisch

Ich bin gerade dabei, einen Mundartgottesdienst auf pfälzisch vorzubereiten (wobei, nicht der ganze Gottesdienst wird in Mundart sein, weil nicht alle Beteiligten pfälzisch sprechen) und mit dem Übersetzen von Standards wie etwa dem Glaubensbekenntnis ist das ja so ne Sache: Geht nicht so einfach, wenn es gut werden soll.

Daher hier nun mein Versuch am Apostolikum auf Pfälzisch (Geschmacksrichtung Südpfalz), für die werte Kollegenschaft zum Kopieren bei Gefallen und für die kundigen Sprecher zur Kritik:

Ich glääb an de Gott
de Vadder, der wu alles kann,
der wu de Himmel unn d’Erd gemacht hott.

Unn an de Jesus Grischdus, sein äänziche Sohn,
unsern Obmann.

Der wu mitgebroocht worre isch vum Heiliche Geischd
unn geboore vum Fräulein Maria,
der wu gelidde hott wächem Pontius Pilatus seine Amtsfiehrung,
der wu gegreizicht worre, gschdorwe unn beedicht worre isch.

Der wu nabgange isch ins Doodereich
unn am dridde Daach widder uffgschdanne isch vun de Doode,
der wu dann nuffgschdiche isch in de Himmel.

Er sitzt an de rechde Seit vum Vadder, wu alles kann.
Dort werd er herkumme, fer iwwer die Läwende un die Doode zu richde.

Ich glääb an de Heiliche Geischd,
d‘ heilich Gemää vun alle Grischde,
d’Gsellschaft vun de Heiliche,
dass de Gott uns unser Fehler nid vorhaldt,
dass die Doode uffschdeh werrn,
unn ans eewiche Läwe.

Amen.

Mit einigen Begriffen bin ich noch nicht so ganz zufrieden, etwa „gezeicht“ für „gezeugt“. Das sagt so eigentlich keiner. Ich kenn da eher „mache“ in dem Zusammenhang:

Der hott re ä Kind gemacht.

Das könnte aber mißverstanden werden in der Weise, daß der Heilige Geist der Schöpfer des Sohnes wäre, deshalb schrecke ich davor zurück. Andere Begriffe könnte man vielleicht ähnlich kritisch sehen.

Stört sich jemand von Euch an einer Formulierung? Hat jemand Verbesserungsvorschläge?

Update: Ich habs ein wenig überarbeitet. Aus Chef wurde Obmann, was mich immer noch nicht ganz glücklich macht (aber immerhin hatte der Obmann historisch auch eine Richterähnliche Funktion).

Die Differenzierung zwischen Auferstehung und Himmelfahrt hab ich mit widder uffgschanne unn nuffgschiche (als Gegenstück zu nabgange, deshalb das „n“) aufgenommen (Danke Gabriele und Nordlicht).

Die Jesus betreffenden Sätze hab ich in Relativsätze umformuliert, was mir als der geschbrochenen Sprache näher vorkommt.

Die Zeugung hab ich umformuliert, „gezeicht“ kam mir wie ein Fremdkörper vor (siehe oben). Im Gespräch mit Nordlicht kamen wir darauf, daß das lateinische concipere aus con=mit und cipere/cepere= Perfekt von capere=fangen ist. Also „mitgefangen“ vom Heiligen Geist in einem weiten Sinn. Evtl besser „mitgenommen, mitgebracht“. Der Heilige Geist brachte etwas, nach damaligem Verständnis den Samen Jesu (von einer Eizelle wußte man damals nichts, die Frau war nur „Acker“ der Leibesfrucht, der Samen kam vom Mann).

Daher versuchte ich das mit „mitgebroocht“ abzubilden. Ergibt freilich nur Sinn, wenn man den dahinter liegenden Gedankengang kennt, sprich: Ganz glücklich bin ich damit noch nicht.

Die Diskussion um Mariens Jungfernhäutchen hoffe ich durch den alten Begriff „Fräulein“ abkürzen zu können. Fräulein war die Bezeichnung für eine unverheiratete (und jungfräuliche) junge Frau bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts. Im Gegensatz zur französischen Mademoiselle benutzte man das Wort jedoch nur für Frauen bis zu einem gewissen Alter (abgesehen evtl von Lererinnen?), was die Bedeutung „junge Frau“ ebenfalls mitbringt.

Vor allem führt der Begriff nicht wie der der Jungfrau sofort in sexuelle Diskussionen, sondern in gesellschaftzliche: Bei nem Fräulein mit einem Kind kommen uns womöglich noch am ehesten die Assoziationen in den Kopf, die damals eine עַלְמָ֗ה mit Kind: Schande, Ehrverlust, gesellschaftliche Ächtung, prekäre Situation.

Wichtig für das Verständnis der Gnade Gottes ist ja, daß Gott auf die Erde kam, und zwar in die niedrigste Niedrigkeit, zu einer uunverheiratet Schangeren, die grad Glück hatte, daß sie einen Mann fand, der sie trotz ihrer Schande ernährte – weil er Gottvertrauen hatte und dem Traum glaubte.

Gesellschaft, Glaube, Theologie

Heil

Lukas Cranach der Ältere – Verdammnis und Erlösung [Public Domain]

Vielleicht ist es schon zu spät.

So habe ich den letzten Artikel beendet. Ich schrieb über den Teufelskreis, in dem wir uns selbst gefangen haben mit dem Krieg gegen den Terror, der den Terror ja mit seinen eigenen Mitteln zu beenden sucht. Denn was ist Krieg anderes als Terror?

Also was können wir tun, wenn wir überhaupt etwas tun können? Wo setzen wir an? Der Terror funktioniert so, daß er Menschen in Situationen bringt, in der sie meinen, nicht mehr anders handeln zu können. Situationen der Hoffnungslosigkeit.

Wenn eine Stadt oder ein Land Ort eines Terroranschlages wurde, wenn die Bürger dieser Stadt und dieses Landes die Opfer sind, was kann die politische Führung anderes tun als die Bestrafung der Schuldigen zu geloben?

Und so sagte auch Präsident Bush gleich im zweiten Satz seiner Rede am 11. September 2001:

The United States will hunt down and punish those responsible for these cowardly acts.

Die Vereinigten Staaten werden die für diese feigen Taten Verantwortlichen zur Strecke bringen und bestrafen.

Gewalt erzeugt Gegengewalt. Ein politischer Führer hat in dieser Situation keine Hoffnung, daß irgend etwas anderes als Gewaltbereitschaft als Antwort auch nur angemessen wäre, geschweige denn funktionieren könnte.

Aus Angst vor Kontrollverlust begibt er sich auf den Kriegspfad. Täte er das nicht, bekäme er Probleme mit der Bevölkerung, die in ihrer Mehrheit nach solchen Terrorakten nach Vergeltung schreit – überall in der Welt. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal der Amerikaner.

Und die Attentäter? Damals 2001 sah es noch so aus, als seien das glühende Anhänger eines radikalen Islams. Heroen, die sich für ihre Sache opfern. Wären es nicht die Feinde gewesen, hätte Hollywood sicher großartige Filme über sie gedreht.

Inzwischen bin ich skeptisch. Über die Jahre habe ich den Eindruck gewonnen, daß diejenigen, die sich dem Kampf der Islamisten anschließen und als Selbstmordattentäter zur Verfügung stellen, eher weniger dem Hollywood-Heldentyp entsprechen und eher dem Verlierertyp, der keine Freunde hat und daher einen Haß auf die Welt entwickelt.

Manche dieser Menschen werden rechtsextrem, andere linksextrem, manche werden von Sekten eingefangen und manche eben von den Islamisten.

Das schlimme ist, daß diese verletzlichen Menschen in ihrer Hoffnungslosigkeit in den seltensten Fällen Hilfe erfahren, sondern Ausbeutung. Egal, ob sie in rechten, linken, islamistischen oder sektiererischen Gruppen Anschluß finden, sie erhalten Anerkennung nicht für das, was sie sind, sondern dafür, daß sie mitziehen – bei was auch immer.

Echte Freundschaft ist das nicht, das merkt ein Nazi sofort, wenn er sich in eine Türkin verliebt und es seinen „Kumpels“ erzählt. Analoge Beispiele gibts für alle Gruppen.

Und so bleibt auch die Hoffnungslosigkeit grundsätzlich  bestehen, denn sie schweißt die Menschen an die Gruppen. Die Angst, wieder alleine dazustehen bewahrt vor allzu viel Selbstbewußtsein.

Eine Erlösung von diesem Zustand ist innerhalb der Gruppe nicht vorgesehen. Man kann tun, was man will, sich als der ideologisch gefestigste Anhänger zeigen, man kann Einsatz bringen, wie man will, man wird nie die Freiheit erlangen, der Mensch zu sein, der man eigentlich ist. Man wird sich immer in den engen Bahnen der Ideologie bewegen müssen. Wenn man Pech hat, wird man „auserwählt“, für die größere Sache sein Leben zu geben (weil alle anderen höher in der Hackordnung stehen – den Letzten beißen die Hunde).

Ist man in dieser Situation, erfährt man diese Hoffnungslosigkeit, dann ist es auch nicht mehr weit zum Selbstmordanschlag. Womöglich ist man dann in der Zeit bis zum Anschlag wenigstens der Größte, den alle lieben.

So sucht man, sein Heil durch eigenes Tun zu erlangen. Doch so ist das Heil nicht zu erreichen. Das Heil ist Geschenk, dem Menschen unzugänglich, und es ist nur im Glauben zu haben.

Der Mensch wird immer, was er auch tut, auf seine Tüchtigkeit zurückgeworfen werden. Somit wird er nicht anerkannt für das, was er ist, nämlich ein Kind Gottes, sondern für das, was er zu leisten vermag. Wer weniger kann, wer weniger bringt, hat weniger Wert und bleibt auf der Strecke. Und wer sich als wertlos erlebt, sprengt sich auch eher in die Luft, um sich zu rächen.

Dem Menschen in der Hoffnungslosigkeit hilft nur, wenn er Gott erkennt, und daß er von Gott geliebt ist, weil er der ist, der er ist, nicht weil er irgend etwas besonders gut könnte. Alles, was der Mensch vermag, vermag er nur, weil Gott es gibt.

Die Liebe Gottes kann er erkennen, wenn andere Menschen ihm Liebe zeigen. Er muß aber nicht. Er kann es erkennen, wenn er aus einer Notsituation gerade noch herauskommt. Er muß aber nicht. Alles, was für ihn subjetiver Grund sein könnte, Gottes Liebe zu ihm zu erkennen, könnte auch objktiv anders erklärt werden.

Man könnte meinen, es läge an ihm, zu entscheiden, ob er die Interpretation des Eingreifen Gottes nun für sich bejaht oder nicht. Ich denke aber, er entscheidet das nicht.

Man entscheidet ja auch nicht, daß man den Himmel jetzt mal für grün hält statt für blau. Man muß schon selbst überzeugt sein, es selbst so sehen. Sonst macht man sich etwas vor und verfällt letztlich wieder in alte Muster: Selbst tun, um etwas zu erreichen, um sich das Heil zu erarbeiten.

Aber so läuft das nicht. Alle Gotteserkenntnis geht von Gott aus. Er offenbart sich, wenn Er es will – und wir können nur darauf antworten.

Zur Antwort gehören dann auch die guten Werke. Etwa sich den Marginalisierten zuzuwenden, weil auch sie Kinder Gottes sind – egal wie sehr man ihnen aufgrund von religiösen, kulturellen oder sonstigen Gründen fern steht. Im Zweifel gilt: Liebe Deine Feinde.

Das wird keiner von sich aus so tun können oder wollen. Das geht nur als Antwort auf die Offenbarung Gottes und nicht aus Pflichtgefühl – hat man lediglich Pflichtgefühl, werden einen die Kräfte verlassen.

Aus dem Glauben und der damit zusammenhängenden Gewißheit, von Gott geliebt und von Ihm beschützt zu sein, folgt dann auch der Wunsch danach, den Nächten Gutes zu tun – egal wer sie sind.

Das ist unterschiedlich ausgeprägt, weil wir Menschen nun einmal unterschiedlich sind. Und weil es keine eigene Leistung ist, braucht sich auch kiener hinzustellen und anzugeben, wie großartig er im Vergleich zu allen anderen ist.

Heilige verehrt man nicht, weil sie so großartig waren, sondern weil sich in ihnen Gottes Wesen in besonderer Art zeigte – das heißt nicht, daß er nicht in anderen noch viel Größeres im Verborgenen bewirkte.

Und so werden die Menschen zu Gottes Werkzeugen und verbreiten das Heil, das von ihm ausgeht. Das Reich wird gebaut, in der Welt, durch die Menschen, aber von Gott.

Die Menschen sind erlöst: Die Fesseln, die sie in der Tretmühle hielten, sich Anerkennung zu erarbeiten, sind los in dem Moment, in dem sie merken, daß sie diese Anerkennung von Gott bekommen, ohne erst etwas dafür leisten zu müssen.

Gott zerstört die Leistungsgesellschaft, indem er die Preise kaputt macht. Er stellt das begehrte Gut, Liebe und Anerkennung, in unendlicher Menge frei zur Verfügung. Wer lässt sich dann noch von Menschenfängern wie Nazis, Islamisten und anderen ausbeuten, um wenigstens ein bißchen Anerkennug zu erhaschen?

Und damit ist das Heil auch die Erlösung aus der menschlichen Logik, alles selbst tun zu wollen.

 

Theologie

Exit-Strategie

Francesco Furini – La Fe [Public Domain]
Verletzlich, schön – und zum Teil im Dunkel verborgen: Der Glaube

Thomas Jakob hat bereits im März einen Artikel geschrieben über den Plan B. Er plädiert darin für eine Pflicht, sich darüber Gedanken zu machen, was wäre, wenn man Unrecht hätte mit der Annahme, daß Gott existiere – oder eben nicht.

Ich mußte unwillkürlich an Pascal denken und seinen „Gottesbeweis“, der eigentlich eine Risiko-Rechnung ist:

Angenommen, Gott existiert nicht und ich glaube an ihn. Dann habe ich mein Leben lang etwas Falsches geglaubt, aber keine negativen Folgen zu fürchten.

Umgekehrt, wenn Gott existiert, ich aber nicht an ihn geglaubt habe, komme ich in die Hölle. Habe ich geglaubt, komme ich dagegen in den Himmel.

Habe ich nicht an Gott geglaubt und es gibt auch keinen, passiert mir nach dem Tod auch nichts anderes, als wenn ich geglaubt habe.

Ergo: Falls Gott nicht existiert ist es egal, ob ich glaube oder nicht, falls Gott jedoch existiert ist es besser zu glauben als nicht zu glauben. So schließt Pascal,daß es auf jeden Fall besser ist zu glauben, als nicht zu glauben.

Ich hoffe, das jetzt richtig aus der Erinnerung wiederzugeben, aber so in etwa war der Gedankengang. Pascal hat keine Exit-Strategie, keinen Plan B. Er sieht auch nicht auf etwaige aus dem Glauben folgende Beschwernisse(oder in seiner Zeit eher aus dem Nichtglauben folgend)  im Leben, er macht ne Risikorechnung auf und tut so, als könne er selbst entscheiden, ob er glaubt oder nicht.

Meiner Meinung nach ist das ein Knackpunkt in der ganzen Frage: Kann ich überhaupt entscheiden, ob ich glaube oder nicht? Der weitgehende Konsens, den Thomas erwähnt, daß es keinen Gottesbeweis gibt und ihn nicht geben kann, hängt für mich mit dieser Frage zusammen.

Geht man davon aus, daß der Mensch sich so weit selbst bestimmt, daß er auch souverän über den eigenen Glauben bestimmen  kann, spielen Argumente für oder gegen die Existenz Gottes und für oder gegen diekorrekte Artan diesen Gott zu glauben eine Rolle. Ich erinnere mich daran, in meiner Jugend auch so gedacht zu haben – ich kann mich nicht erinnern, wann sich das änderte, ob eher in der Jugendzeit oder eher in den letzten Jahren.

Damals rechtfertigte ich meinen Glauben vor mir, indem ich mich innerlich aufs Ethische zurückzog: Selbst wenn es Gott nicht geben sollte und Jesus nie gelebt hätte, die Bergpredigt, die Feindesliebe, all das waren doch Dinge, die unabhängig davon Gültigkeit hatten, die ich unabhängig von Gott als gut anerkennen konnte.

Damals merkte ich noch nicht, wie ich damit Gott eigentlich damit entthronte: Wenn es nur von meinem Gusto abhängt, ob etwas gut oder schlecht ist, wozu braucht man dann noch Gott? Höchstens als Stichwortgeber.

Freilich werden wir das Problem nie ganz los, da es letztendlich doch darauf ankommt, was wir denken, was wir entscheiden – oder zu entscheiden meinen.

Inzwischen habe ich keinen derartigen Plan B mehr, aber ich würde inzwischen auch sagen, daß es korrekter wäre zu sagen: „Ich glaube an Gott“ als „Ich glaube, daß Gott existiert / ich halte die Existenz Gottes für wahr“.

So versuche ich, die Beweislast loszuwerden, die Thomas mir aufladen will. Natürlich, ihm geht es um intellektuelle Redlichkeit, um die Frage, inwieweit das, was ich so an Glaubensaussagen zu Gott vorbringe, für andere, Außenstehende, annehmbar und nachvollziehbar ist. Mir geht es um diese Frage nicht. Inzwischen bin ich davon überzeugt, daß der Glaube an Gott (nicht das Fürwahrhalten der Existenz einer oder mehrerer Gottheiten) vollkommen außerhalb dessen liegt, was ein Mensch (bewußt?) bewirken kann. Kein menschliches, intelligibles Argument kann von der Existenz Gottes überzeugen. Und der Glaube fragt nicht nach Argumenten. Man kann ihn höchstens auf Schlüssigkeit prüfen – aus der Innenansicht. Von außen kann er nur irrational wirken, weil er ja gerade der Ratio nicht ohne weiteres zugänglich ist.

Das Risiko allerdings, das damit zusammenhängt, ist mir bewußt. Und anders als Pascal sehe ich durchaus, daß der Glaube Konsequenzen im Leben hier und jetzt hat. Am stärksten sieht man das an den verfolgten Christen oder an den Konvertiten unter den Flüchtlingen, für die die Frage nach dem Glauben existenzbedrohende Ausmaße annimmt. Inwieweit mein Leben sich konkret ändern würde kann ich nicht sagen, aber es würde sich ändern, es wäre anders, auf die ein oder andere Art.

Mein Glaube läßt sich nicht objektiv falsifizieren oder verifizieren, höchstens subjektiv von mir selbst (was dann aber wieder keine echte Verifikation oder Falsifikation wäre,nciht wahr?). Aus diesem Dilemma kommt man IMHO nicht heraus. Wer das doch behauptet und meint, Gründe für die Existenz Gottes anführen zu können, wie elaboriert sie auch sein mögen, läuft IMHO erstens Gefahr, diese Art des Glaubens zu verlieren, wenn die Gründe wiederlegt werden, und zweitens denke ch, daß das eine gänzlich andere Art des Glaubens ist als meine – und ich bin mir unsicher, inwieweit da ein Zusammenkommen möglich ist. Da ist die Nähe wohl eher zum Atheismus gegeben als zu meinem Glauben, aber das nebenbei.

So halte ich also stur am Glauben fest, ohne ihn zu begründen, weil ich es nicht kann. Ich habe ihn nicht verursacht, also kann ich ihn nicht begründen. Von daher bin ich auch nicht eigentlich stur.

Ich bin mir bewußt, daß ich ein Risiko trage, und um es deutlich zu sagen: So gerne ich wollte, ich kann dieses Risiko nicht von anderen fernhalten. Aus meinem Glauben resultieren bestimmte Vorstellungen von richtig und falsch. Diese kann ich versuchen, mit anderen Menschen in Einklang zu bringen, durch den Versuch, deren Position zu verstehen und ähnlich zu argumentieren. Küng spricht ja von einem Weltethos, der allen Menschen eigen wäre (oder hab ich das falsch verstanden). Auf so einer Basis geht das Miteinander, und diese Basis ist im realen Leben durchaus sehr breit – jedenfalls erlebe ich das so.

Allerdings, und hier liegt der Knackpunkt, gibt es sicher Punkte – ohne diese hier und jetzt genau benennen zu können – an denen ich nicht über eine gewisse Linie gehen kann. Und dann handle ich nicht dem allgemeinen Konsens entsprechend, weil ich es aufgrund meines Glaubens nicht kann. Das hört sich jetzt sehr fundamentalistisch an und das ist es wohl auch. Ein krasses Beispiel aus Ermangelung eines Lebensnäheren:

Wenn jemand im Begriff steht, sein Kind zu töten, werde ich in den meisten Fällen versuchen einzugreifen.

Jetzt mag man versucht sein zu sagen: Das würde doch jeder tun, aber mir geht es darum, daß ich es eben nicht begründen kann auf einer objektiven Grundlage, die auch der Täter nachvollziehen würde. Denn für ihn ist es klar, daß es einen guten Grund gibt, das Kind zu töten, sonst würde er es nicht tun. Er steht eben nur weit außerhalb meines Gut-Schlecht-Empfindens, das letztlich in meinem Glauben begründet ist. Soweit, daß es hier eben keine gemeinsame Basis mehr geben kann. Und dann trägt er womöglich das Risiko dafür, daß ich es wegen meines Glaubens für falsch halte, Kinder zu töten.

Wie fundamentalistisch das ist sieht man gleich, wenn man statt „Kind“ „Embryo“ einsetzt, nicht wahr?

Jetzt kommt der Punkt, an dem sonst die Beweislast umgedreht wird: Ich behaupte, daß es so allen Menschen geht. Jeder hat seinen eigenen wie auch immer gearteten Wertekanon, und meistens ist er mit den meisten Menschen seiner Umwelt im Konsens. Aber manchmal kracht es eben, und dieser Konsens, diese gemeinsame Basis ist nicht mehr da, und dann trägt immer der andere das Risiko für die Überzeugung des einen.

Damit habe ich noch keine Aussagen zum Inhalt meines Glaubens getätigt, sondern lediglich die Grundlagen etwas beleuchtet: Er kommt von außerhalb und ich bin gewisser Maßen ausgeliefert. Nicht gegen meinen Willen, aber auch nicht so, daß ich am Glauben etwas ändern könnte. Ich kann höchstens versuchen, das Ausleben des Glaubens zu unterdrücken, die Konsequenzen im Handeln daraus nicht zu ziehen. Das ist dann keineExit-Strategie, käme dem aber wohl am Nächsten. Wahrschienlich wäre ich dann ein Heuchler. Aber womöglich ist das manchmal sogar besser – fragt sich nur nach wessen Kriterien.

Gesellschaft, Glaube, Theologie

Papst, Islam und Terrorismus – und die Demut der Sünder

Moritz Breckner ist nicht überzeugt. In einem Kommentar schreibt vier Punkte auf, die als als die Gründe angibt, wieso Papst Franz sich irren soll.

Aber von Anfang: Papst Franziskus hat beim Weltjugendtag vergangene Woche in Krakau mehrfach vom „Terrorismus“ gesprochen, nicht aber von einem „islamischen Terrorismus“. Darauf angesprochen entgegnete er, „es ist nicht richtg und nicht wahr, daßder Islam gewalttätig ist“. Zwar präsentiere der IS sich wie ein islamischer Staat und sei gewalttätig, aber das gelte eben nicht für alle Muslime. Ebenso wie die Gewalttaten von getauften Katholiken, die es ja auch gebe, nicht auf die katholische Konfession übertragen werden können.

Dies überzeugt nun Moritz Breckner vom pro Medienmagazin nicht, die Überschriften seiner Punkte lauten:

  1. Die Motivation der Täter
  2. Rückhalt in der Religion
  3. Die Quantität
  4. Die Qualität

Mich überzeugt wiederum Breckners Argumentation nicht. Daher folgt hier nun ein Kommentar des Kommentars.

Die Motivation der Täter

Der Absatz besteht aus zwei Sätzen. Im Ersten geht es darum, daß ein Christ, der seine Schwiegermutter ermordet, mache das nicht aus religiösen Gründen heraus.

Das mag stimmen, gilt aber ebenso für muslimische Schwiegermuttermörder. Das Problem mit Daesh ist ja nun nicht, daß sie möglichst viele Schwiegermütter ermorden würden, sondern daß sie allgemein zu Gewalt und Terror greifen um ihre Macht zu sichern und dabei über Berge von Leichen gehen. Vor allem auch Berge von Nichtschwiegermüttern.

Doch was ist die Motivation für diese Gewaltexzesse von Daesh? Im Grunde: Machterhalt. Oder Machtgewinn. Es geht zunächst um politische Macht, die Beherrschung eines gewissen Territoriums. Mittelbar spielt dann auch die Außenwerbung eine Rolle. Ich vermute, daß hier das Ziel der Anschläge in Europa liegt: Die nichtmuslimischen Europäer gegen alle Muslime aufhetzen, damit diese isoliert werden und sich nach Syrien aufmachen, um das Territorium von Daesh zu verteidigen.

Bei den letzten Anschlägen spielte ja offenbar auch immer die Isolation, die Hoffnungslosigkeit der Täter eine Rolle. So arbeitet Daesh, und jeder, der in der Folge Muslime ausgrenzt, handelt so, wie Daesh das will und spielt ihnen in die Hände.

Im zweiten Satz behauptet Breckner, daß für gewalttätige Christen ihre Religion für die Straftaten keine Rolle spielt – im Gegensatz zu den Muslimen.

Ich führe diese Aussage auf eine gewisse Betriebsblindheit zurück: Es gab und gibt durchaus immer wieder Christen, die Gewalt durch die Religion rechtfertigen. Bekannt sind historische Beispiele wie Kreuzzüge (Dschihad zur Erlangung des Paradies?), Hexen- und Ketzerverbrennungen (noch heute gibt es in Afrika christliche Gemeinden, die zu Hexenjagden auf sogenannte Hexenkinder aufrufen!), Religions- und Kolonialkriege bis hin zu den Weltkriegen des letzten Jahrhunderts: Immer wieder „Gott mit uns“, „Gott strafe England“ und dergleichen mehr. Gott – der christliche Gott mußte immer wieder herhalten für alle möglichen Gewalttaten. Auch Sklaverei und Rassendiskriminierung. Letztere bis ins letzte Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts sogar staatlich aufrechterhalten in Südafrika.

Aber auch Gewalt gegen Ehefrauen und Kinder wird immer wieder christlich verbrämt (das Weib sei dem Manne untertan, wer mit der Rute spart, liebt seinen Sohn nicht). Mir geht es hier nicht um korrekte Bibelauslegung (die kommt im nächsten Punkt), sondern darum, was ist und was war: Gewalt im Namen der Religion, im Christentum wie im Islam, immer wieder und immer noch. Seien wir als Christen wahrhaftig, halten wir uns an Jesu Gebot und achten wir vor allem auf den Balken in unserem Auge. Ich verstehe den Papst so, daß er dies tun will. Mir will nicht in den Kopf, wie man als Protestant, der sich an der Bibel orientieren will, daran Kritik äußern kann.

Der Rückhalt in der Religion

Jetzt mag jemand sagen: Ja aber, die islamische Religion fordert doch eben genau diese Machtentfaltung eines islamischen Staates, des Kalifats: Die Herrschaft über die ganze Welt, zu erringen durch den Heiligen Krieg, den Dschihad.

So in etwa argumentiert auch Breckner, auch schon im ersten Punkt. Ich frage mich da ja: Wie würde Beckner reagieren, wenn ein Muslim festlegen wollte, was INhalt des christlichen Glaubens ist?

Ich erlebe es immer wieder, daß vor allem konservative christliche Kreise festschreiben wollen, was Islam ist und wie die Lehre des Islam genau aussehe. Sollten das die Muslime nicht lieber selbst tun? Und wenn man auf sie hört, wenn man mal die Ohren öffnet, dann hört man immer wieder Distanzierungen vom Terror und Aussagen, daß das, was die Terroristen tun, in keinster Weise in Einklang mit dem Islam steht.

Breckner erwähnt das sechste Gebot: „Du sollst nicht töten“. Zwei Dinge tut er nicht:

  1. Obwohl er erwähnt, daß es im AT (nicht nur dort, man sehe in die Johannesapokalypse) brutale Verse gibt, vergißt er, daß der Koran an verschiedenen Stellen auch zur Hochachtung gegen Juden und Christen aufruft und festlegt, daß es im Glauben keinen Zwang gibt.
  2. Er bleibt nicht bei der theologischen Diskussion aufgrund der heiligen Texte, sondern wendet sich plötzlich der Realität zu, also dem konkreten Leben von Christen und Muslimen.

Dann meint er, daß eben Christen, auch die fundamentalistischen, keine Terroranschläge organisieren würden. Ich habe oben schon einige christliche Gewalteskapaden angesprochen. Hier fällt mir dann noch Breivik ein, der sich ja auch dezidiert auf das Christentum bezogen hat in seinem Wahn. Was mich wundert ist diese Argumentation von einem Christen zu hören. Ist es nicht so, daß wir Christen glauben, daß alle Menschen – auch wir – Sünder sind? Können wir da wirklich argumentieren, andere wären schlimmer als wir?

Gibt es nicht in den USA auch Anschläge auf Abtreibungskliniken? Freuten sich nicht viele Christen über den Tod Osama bin Ladens (eine Tatsache, die ich schon damals nicht begreifen konnte)? Fordern nicht vor allem auch konservative amerikansiche Christen, daß möglichst jeder überall eine Waffe tragen sollte, um gegen „den Terror“ gewappnet zu sein? Verbrämen sie das nicht religiös? Sind es nicht tausende wenn nicht sogar Millionen, die so denken?

Machen wir uns nicht etwas vor, wenn wir die Terrortoten der Islamisten dem Islam in die Schuhe schieben, die Toten des collateral damage, die unser christlich verbrämter Krieg gegen den Terror verursacht hat, aber nicht sehen wollen. Auch die Toten nicht, die durch christlich verbrämten Kapitalismus, Umweltzerstörung, Abschottung gegen Migration usf. verursacht werden. Wir alle sind Sünder. Wer angesichts dessen mit dem Finger auf andere zeigt (mit dem Ziel, sich als positiver darzustellen), muß sich fragen lassen, inwiefern er sich des eigenen Sünderseins wirlich bewußt ist.

Am Ende wendet sich Breckner wieder dem Koran zu, der das Töten Ungläubiger erlaube. Auch hier stellt sich wieder die Frage, ob ein Christ den Koran für Muslime verbindlich auslegen kann und in Zusammenhang damit die Frage, wieso so viele Muslime das eben gerade nicht tun? Sind sie keine wahren Muslime?

Da die große Mehrheit der Muslime keine Ungläubigen ermordet, sind es wohl alle keine echten Muslime. Wenn es aber keine echten Muslime sind, dann ist ihre angebliche Zustimmung zu solchen Gewalttaten kaum in der Religion begründet, sondern womöglich einfach darin, daß sie Sünder sind wie wir?

Die Quantität

Breckner verweist auf die Zahl der Toten und die umfangreichen Reaktionen der westlichen Staaten. Aber auch hier stellt sich die Frage: Ist das nicht eine sehr eigenwillige Betrachtungsweise: Daß die Nachrichten voll sind von den Anschlägen in Rouen und München statt von den Menschenrechtsverletzungen in Westpapua und Rußland, liegt nicht unbedingt daran, daß das schlimmer wäre. In Brasilien ist womöglich die Zika Fliege ein viel größeres Thema als der Terrorismus. Die angebliche Quantität ist gar keine, sondern lediglich eine Fokussierung. Indem wir uns auf die Terroristen und den Schaden, den sie anrichten, fokussieren, fangen wir schon an, nach ihren Regeln zu spielen. Denn das wollen sie ja: Aufmerksamkeit, um Angst schüren zu können. Statt dessen könnte man auch über die Löcher im sozialen System hierzuland berichten oder über die Zahl der Verkehrstoten.

Es ist eben nicht der Islam, der die Welt in Atem hält, sondern wir fangen an zu hyperventilieren, wenn wir „Islam“ hören. Wegen unserer Vorurteile. In Europa starben seit 1980 mehr Menschen durch rechten Terrorismus als durch islamistischen Terrorismus. Da ist die Angst komischer Weise deutlich kleiner. Warum nur? Weil man als Weißer meint, kein Opfer werden zu können? Man denke an das Oktoberfest!

Die Qualität

Fundamentalismus im Christentum und im Islam äußert sich unterschiedlich.

Das ist die Grundthese. Während die guten Christen beten und vielleicht mal Kritik üben wegen zu viel nackter Haut, würden Muslime schnell zur Gewalt greifen. Hier gibt es zwei Dinge zu bedenken:

  1. Der Begriff des Fundamentalismus kommt aus dem Christentum und beschrieb ursprünglich eine bestimmte Frömmigkeitsart desselben.
  2. Erst dann wurde der Begriff auf bestimmte Prägungen des Islam übertragen. Dabei mag die Ablehnung der fundamentalistischen Prägung des Christentums durch diejenigen, die den Begriff übertrugen eine Rolle gespielt haben, so daß auch im Islam mit dem Begriff Strömungen beschrieben werden, die einem aufgeklärten westlichen Menschen abstoßend erscheinen.

Von daher werden hier schon ein Stück weit Äpfel mit Birnen verglichen. Und dann ist es eben nicht so, daß christliche Fundamentalisten nicht zu Gewalt greifen würden. Gerade in den USA, wo der christliche Fundamentalismus stark ist, ist in diesen Reihen auch eine starke Unterstützung für Kriege gegen muslimische Staaten zu bemerken, außerdem die Neigung zu Waffenverherrlichung und teilweise auch Verherrlichung der Nation und des Militärs.

Christliche Fundamentalisten mögen ihre Frauen nicht in Burkas verhüllen, allerdings gibt es dort eigene Kopftuch-Formen. Die Haare zu verschleiern ist in einigen Gemeinschaften durchaus verbreitet.

Man kann eben nicht so einfach sagen, daß die Qualität von Zwang und Intoleranz im Christentum anders wären als im Islam. Man kann höchsten sagen, daß bei einem selbst oder im unmittelbaren Umfeld das nicht so extrem ist, wie man es sich bei anderen vorstellt oder erlebt hat. Aber das ist etwas ganz anderes.

Fazit

Im Fazit schreibt Breckner natürlich, daß der Papst sich hätte anders äußern müssen. Etwa daß Muslime sich auch sozial engagieren und eine Bereicherung sein können. Das tat der Papst aber nicht, und wie ich meine, mit gutem Grund.

Er wollte offenbar nicht sagen, daß Muslime irgendwie auch nette Menschen sein können. Solche Eiapoppeiareden werden sonst von konservativen christlichen Medien zu Recht kritisiert. Hier fordert man das nun ein: Lieber oberflächliche Schöne-Welt-Rhetorik, statt Bezeugung des Glaubens.

Denn das war es im Grunde, was der Papst tat: Er geiselte den Terrorismus, die Tat an sich, die Sünde. Aber er ließ sich nicht dazu herab, sich oder seine Gruppe als in irgend einer Art überlegen darzustellen. Der Papst ist hier nicht überheblich – wie Breckner es leider ist – sondern demütig.

Diese Demut aus dem Glauben heraus und im Bewußtsein um die eigene Sündhaftigkeit steht einem Christen nach meinem Dafürhalten viel besser zu Gesicht, als alle Triumphposen über die „verlorenen Heiden“.

Theologie

Predigt Ostermontag – 1. Kor 15, 12-20

Liebe Gemeinde,

an Ostern hat Christus den Tod überwunden. Der Teufel und seine Macht wurden gebrochen – entgültig. Seitdem befindet er sich auf dem Rückzug. Immer mehr Menschen glaubten an die Auferstehung.

Immer mehr Menschen wurden frei durch die Gewissheit: Was mir hier an Leid widerfährt, ist nicht das letzte Wort. Wir werden auferstehen.

Manchmal sagt man ja zu Kindern, wenn sie etwas für sie Unschönes erleben:

In ein paar Jahren lachst Du darüber.“

Als ich Kind war, fand ich diese Aussage furchtbar.

Es mochte zwar sein, daß sie stimmte – rückblickend war das zumindest in den meisten Fällen so – aber in dem Moment war ich im Leid, in dem Moment brauchte ich Trost, kein „Heile heile Gänsje“. Mein Leid als Kind war für mich echtes Leid, auch wenn die Erwachsenen schmunzelten. Und manchmal hätte ich mir gewünscht, ernster genommen zu werden in meinem Leid.

Deshalb widerstrebt es mir auch zu sagen:

Angesichts der Auferstehung, werden wir über unser heutiges Leid einmal lachen. Das wäre zynisch.

Wenn ich mein früheres Leid bedenke mag es stimmen – was hat mich damals als Kind und Jugendlicher nicht alles bedrückt, was habe ich mir Sorgen gemacht über Noten, die Versetzung… Liebeskummer… und tausend andere Dinge.

Und trotzdem, auch wenn wir später, wenn wir uns in Gottes Reich wiedersehen, nicht lachen werden: wir werden es ins Verhältnis zu unserem Glück dort setzen. Und dann wird es uns nicht mehr bedrücken, dann wird es überwunden sein.

Der Teufel ist besiegt, die Tod überwunden, und er befindet sich auf dem Rückzug. Aber er ist noch nicht ganz weg. Er versucht immer noch, unser Glück zu zerstören, unsere Freiheit einzuschränken, abzuschaffen. Er versucht, uns wieder gefangen zu nehmen, mit allerlei Leiderfahrungen, die er uns beifügt.

Gestern gab es wieder einen großen Sprengstoffanschlag in Pakistan. In einem Park in der Stadt Lahore ging eine Bombe hoch. Unter den dutzenden Todesopfern und hunderten Verletzten waren besonders viele Frauen und Kinder – und besonders viele Christen, die im Park das Osterfest feiern wollten. Wie jäh hat der Haß die Freude zerrissen!

Ziel des Anschlags war es, so habe ich gelesen, besondern viele Christen zu erwischen. Und spätestens diese Nachricht läßt den Zorn in mir kochen, auf diese elenden Terroristen, diese verdammten Menschenhasser, die ihre Ideologie durchzusetzen versuchen, indem sie unschuldige Familien terrorisieren und ermorden, die ein Freudenfest – das höchste Fest im Jahr – feiern wollen!

Was für ein Abgrund von Verachtung, Haß und Niedertracht!

Und ich bin froh, bevor ich in meiner Wut soweit gehe, den ganzen Islam verantwortlich zu machen, stellt sich mir eine Frage:

Was ist das für eine Ideologie?

Und wie ich so nachdenke, kommt mir die Antwort in den Sinn: Es ist die Ideologie von Sünde, Tod und Teufel. Die Besiegten konnten die Feier des Sieges nicht ertragen, und schlugen zu.

Die Ideologie des Todes ist die Hoffnungslosigkeit, die Isolierung der Menschen, das Leid. Das soll erreicht werden. Das versuchen auch alle Terroristen und alle Diktaturen zu erreichen: Die Menschen kontrollieren, indem man sie voneinander trennt, Mißtrauen sät, und möglichst alle Hoffnung auf eine Besserung nimmt.

Wo diese Ideologie erfolgreich ist, muckt keiner mehr auf, weil er gar nicht die Hoffnung hat, daß sich irgend etwas bessern könnte.

Wo diese Ideologie erfolgreich ist, werden Menschen zu Mitläufern, die selbst Zwietracht säen, die selbst versuchen, andere zu kontrollieren und ihnen die Hoffnung zu nehmen.

Sie meinen, so hätten sie Macht, so hätten sie die Kontrolle und damit ein wenig Freiheit. Doch in Wirklichkeit sind auch sie Gefangene.

So wie die Terroristen von Daesh und Al Qaida. Sie meinen, sie würden Gott einen Gefallen tun, indem sie Haß und Leid verbreiten. Und diesen Gott, der ihrer Meinung nach sich über Terror und Gewalt freut, nennen sie dann noch barmherzig! Sie sind Gefangene ihrer eigenen Ideologie. Wie groß ihre Freiheit ist können sie selbst in dem Moment erkennen, wo sie sagen: Nein, ich werde mich nicht in die Luft sprengen. Ich will lieber mit meiner Familie heute mittag picknicken, oder wandern gehen. Ich will lieber nach meinen alten Eltern sehen. Ich will lieber im Garten arbeiten, damit wir im Sommer mit Freunden und Verwandten seine Früchte genießen können.

Wer als Terrorist sich so äußert wird schnell merken, welche Kontrolle, welche Macht, welche Freiheit er wirklich hat. Nicht einmal Bin Laden hätte sich so äußern können. Ihm hätte das Schicksal gedroht wie jedem Aussteiger aus organisierter Kriminalität und anderen Haßgruppen. Solche Menschen müssen damit rechnen, ermordet zu werden. Und oft gelangen auch ihre Familien ins Kreuzfeuern.

Wahre Freiheit ist das nicht.

Doch welche Macht hat diese Ideologie von Sünde, Tod und Teufel, wenn es eine Auferstehung gibt? Welchen Druck kann man mit Morddrohungen auf jemanden auswirken, der daran glaubt, daß er wieder aufstehen wird?

Der Glaube an die Auferstehung ist das Subversivste, was es gibt. Dieser Glaube reißt letztendlich alle Macht- und Kontrollsysteme ein, weil sie ihre Druckmittel verlieren. Wer den Tod nicht zu fürchten braucht, weil er weiß, daß er überwunden ist, der ist nicht mehr zu kontrollieren. Der ist frei.

Frei Gutes zu tun, weil ihn keiner hindern kann. Frei Gutes zu tun, weil er es kann und keinen Grund mehr hat, Böses zu tun. Wieso niederträchtig sein und Menschen bedrücken, wenn man ihnen auch eine Freude tun kann?

Um das zu verhindern, versucht der Teufel – oder das Böse, wenn man nicht so altmodisch vom Teufel sprechen will, immer, die Hoffnung auf die Auferstehung zu nehmen. Sie zu erschüttern, mit welchen Mitteln auch immer.

Dann wäre es das für die Menschen, deren Leiber in Lahore zerfetzt wurden, gewesen. Dann würde das Leid gewinnen.

Aber Christus ist auferstanden! Lassen wir uns da nicht beirren.

Im Predigttext gestern wurde die Liste der Zeugen genannt: Petrus, Jakobus, die Jünger und Apostel und viele viele mehr, sie alle hatten den Auferstandenen gesehen!

Und dieses Ereignis hat die Welt verändert! So weit, daß es heute rund 2 Milliarden Christen gibt auf der Welt – und die Zahl steigt! Hätten die ersten Christen den Glauben so verbreiten können, wenn sie nicht voll und ganz selbst überzeugt gewesen wären, daß das, was sie erzählten, auch stimmt? Auch ihnen drohte Folter und Tod!

Trotzdem haben sie die Nachricht verbreitet. Auch Paulus. Und der hat in unserem Predigttext heute noch einmal vehement klar gemacht, daß ohne die Auferstehung alles umsonst ist. Wenn es keine Auferstehung gibt, wie einige der Korinther meinten – und so weit weg sind sie da ja nicht vom modernen Denekn unserer Zeit – dann ist alles umsonst, dann ist der Glaube umsonst, dann ist keiner gerettet.

Unser Glaube steht und fällt mit dem Glauben an die Auferstehung. Aber Christus ist auferstanden, deshalb steht der Glaube – und fällt nicht!

Und das gibt Hoffnung, ganz konkret hier und jetzt. Das gibt Kraft zur Subversion, gegen die Mächte des Bösen.
Jesus ist für seine Verfolger und Mörder ans Kreuz gegangen. Und wie gehen wir mit unseren Feinden um?
Gewalt läßt sich nicht mit Gewalt überwinden. Nur Liebe, in der Hoffnung auf die Auferstehung zum Äußersten bereite Liebe, überwindet den Haß.
Die zerfetzten Leiber von Lahore sind nich der Endpunkt. Sie sind nur ein Tiefpunkt, wie das Kreuz im Leben Jesu. Nach dem Tod kommt die Auferstehung.

So bin ich auch irgendwann über meine Wut hinweggekommen. Und ich bekam nun auch Mitleid mit den Terroristen.

Was sind die Terroristen doch für arme Menschen! Die ermordeten Christen auch, doch die haben Ostern gefeiert. Die wußten – und in den Bedrängten Kirchen des Mittleren Ostens ist das Bewußtsein der Auferstehung aufgrund der Bedrohung präsenter als bei uns – daß sie auferstehen würden. Daß die Gewalt der Terroristen nur eine zeitliche Trennung bedeuten kann, so schmerzlich diese auch ist.

Aber die Terroristen? Auch sie glauben an eine Ewigkeit bei Gott, von dem sie in ihrer Verblendung meinen, er würde gut heißen, was sie tun. Und trotzdem müssen sie ihre Familien zurücklassen, und kann sich einer von Ihnen vorstellen, daß eine Mutter oder ein Vater bei ihren Kindern solche terroristischen Handlungen gutheißen könnte? Die Terroristen wissen das, und sie wissen um den Schmerz, den sie ihren Lieben zufügen – zufügen müssen, weil sie gefangen sind.

Was sind das doch für arme Menschen! Und wenn es ganz schlimm kommt, dann kennen sie nicht nur die haßerfüllte Propaganda ihrer Führer, sondern auch den Koranvers, nach dem jeder, der einen Menschen tötet so ist, als hätte er die ganze Menschheit getötet. Und dann können sie sich denken, was in dieser Ewigkeit, an die auch sie glauben, auf sie wartet.

Was sind das doch für arme, bemitleidenswerte Menschen, die die Ewigkeit verbringen müssen mit dem Wissen um all das Leid, das sie den Menschen zugefügt haben!

Meine Hoffnung ist, daß sie in der Ewigkeit Christus treffen, und er sie wie alle Menschen mit Gott versöhnt und mit ihren Opfern. Und daß der Heilige Geist den Angehörigen der Opfer wie der Täter beisteht in ihrem Schmerz, damit alle Kinder Gottes, auch die verlorenen, mit ihm die Ewigkeit in inträchtiger Liebe zusammen verbringen können.

Amen.

Gesellschaft, Politik, Religion, Theologie

Christenterroristen

Wenn man in letzter Zeit versuchte, islamophob veranlagten Mitbürgern zu vermitteln, daß nicht alle Muslime Terroristen seien und daß auch das Christentum durchaus auch gewalttätig sein kann, hörte man immer wieder:

Aber es gibt keine christlichen Terroristen.

Nun, abgesehen von solchen Nebensächlichkeiten wie Mordanschlägen auf Abtreibungsärzte oder die Lord’s Liberation Army (um mal zwei zu nennen), mag es ja Leute geben, die dem Glauben schenkten.

Nun aber tauchte im Internet ein Papier auf, in dem selbsternannte Christen rechtsradikal motivierte Morde androhen – falls ihre Forderungen nicht umgesetzt werden. Aber lest selbst:

Drohbrief an den Bürgermeister von Neu-Isenburg
Drohbrief an den Bürgermeister von Neu-Isenburg

Der Text im Wortlaut (Fehler beibehalten):

A C H T U N G

Dies ist eine Warnung an die CDU, SPD, die Grünen und die Linken im Stadtparlament.
Hört auf damit Euch so stark für Mulsime in Neu-Isenburg einzusetzen. Der Löwenanteil dieser Menschen ist Aggressiv und Böse und sie möchten hier nur ihre scheiß Religion durchsetzen. Wir sind eine Gruppe Christen beider Deutschen Konfessionen und wir haben die Schnauze voll uns anfeinden, defarmieren und beleidigen zu lassen. Wir haben es auch satt das wir ständig gesagt bekommen das der Islam die einzig wahre Religion wäre, obwol wir alle wissen, das diese Religion der letzte Dreck ist. Die deutschen Kinder gehen in den Schulen durch die Hölle und unsere Politiker tun nichts dagegen. Damit ist jetzt Schluss. Wir sind bewaffnet und bereit. Hört auf damit Euch so stark für Muslime zu engagieren, andernfalls beginnen wir mit Erschießungen bei Angehörigen dieser Volksgruppe. Wir machen keinen Spaß uns mittlerweile die Lust am Leben in diesem Land vergangen. Finden unsere Forderungen trotzdem kein Gehör so werden wir mit Erschießungen von Kommunalpolitikern weitermachen. Wir lassen uns nicht Islamisieren. Wir sind Christen und verteidigen unser Land.

Achtung dies ist eine Warnung

Was die Fehler in Rechtschreibung und Sprache angehen, mag sich ein Germanist damit auseinandersetzen. Es läßt tief in die Leistungsfähigkeit unseres dreigliedrigen Schulsystems blicken, wenn man dann später in der Lage ist, solche Texte zu verfassen.

Was mich als Theologen viel mehr schckiert, ist daß hier jemand behauptet Christ zu sein, der grundsätzlich nicht verstanden hat, was das bedeutet. Sicherlich gibt es da von Konfession zu Konfession Unterschiede. Aber soweit ich informiert bin stehen alle Konfessionen hinter der Aufforderung der Selbstverleugnung und dem Einsatz für andere, selbst wenn man selbst Nachteile davonträgt. Die frühen Christen ließen sich in der Arena den Löwen vorwerfen und beteten für ihre Verfolger.

Wir Christ ist weiß, daß seine Aufgabe ist, sein Kreuz auf sich zu nehmen. Und wenn das Kreuz darin besteht, Tür an Tür mit Menschen anderen Glaubens lebn zu müssen, das ist das um einiges erträglicher als das, was andere Christen täglich ertragen müssen, ohne Gewalt anzudrohen.

Wenn jemand die „Schnauze voll“ hat, sich beleidigen zu lassen etc, dann kann er zu Gott beten. Jesus hatte sicher auch keinen Spaß dran, für uns ans Kreuz zu gehen. Trotzdem hat Er die Arschbacken zusammengekniffen und es durchgezogen. Für uns. Und wir, die wir uns für Seine Nachfolger ausgeben, können es nicht einmal ertragen, in der Fußgängerzone Frauen mit Kopftuch zu sehen. Was sind wir nur für Jammerlappen!

Wer sich bewaffnet, um seine „Forderungen“ mit Gewalt gegen die Mehrheit durchzusetzen, kann sich nicht auf Christus berufen. Mir ist auch klar, wieso die Verfasser Angst haben, islamisiert zu werden. Wer selbst einen festen Glauben hat, wird den nicht ändern weil es mehr Muslime in seiner Nachbarschaft gibt. Wer aber keinen festen Glauben hat, ist offenbar wie ein loses Blatt, das sich den Bewegungen des Windes hingeben muß.

Also, liebe Neu-Isanburger „Christen“: Wie wäre es, wenn Ihr mal wieder sonntags in die Kirche geht und Euch erklären laßt, was es mit diesem Christus auf sch hat und wieso Ihr keine Angst vor „dem Islam“ haben müßt, wenn Ihr Euren eigenen Glauben habt. Tätet Ihr das, müßtet Ihr keine solchen Texte verfassen. Beide Volkskirchen haben übrigens keinen Zweifel daran gelassen, wo sie in der Flüchtlingsfrage stehen.

Hier gibt es übrigens weitere Infos zu dem Brief.

Gesellschaft, Politik, Theologie

Die Hoffnung, die in uns ist

Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist

So steht es in 1. Petr 3, 15. Ich mußte anden Satz denken – und erst einmal suchen, wo genau in der Bibel er steht, beim Nachdenken über das, was diese Tage in Deutschland passiert. Ihr wißt schon: „Flüchtlingskrise“. Ein anderer Spruch schwebt mir im Ohr: „Es gibt keine Probleme, sondern nur Herausforderungen.“ So hörte ich öfter sagen bei der Bundeswehr. Oder auch diesen Spruch: „Probleme lösen sich, indem man sie ignoriert.“

Das ist im Moment so ein bißchen meine Befürchtung. Denn ja, wenn man ein Problem nicht beachtet, dann wird es größer und größer und wird sich irgendwann von selbst lösen – nur selten zum Guten oder so, wie wir es uns wünschen würden. Die aktuelle Flüchtlingskrise hat sicher auch zum großen Stück damit zu tun, daß man in der Vergangenheit verpasst hat, die schwelenden Konflikte gut zu lösen. Statt dessen hat man schnelle Lösungen gesucht, die aber nicht trugen. In den Zusammenhang möchte ich nochmal auf das Konzept vom Gerechten Frieden als Gegenentwurf bzw. besser Weiterentwicklung zum Konzept vom Gerechten Krieg hinweisen. Wennwir es schaffen, überall in der Welt für gerechten Frieden zu sorgen, werden wir viele Probleme zum Positiven lösen.

Jetzt müssen wir den gerechten Frieden erst einmal in unserem Land und auf unserem Kontinent sichern. Denn das christliche Abendland ist nicht mehr so christlich. Die Zahl derer, die sich rechtspopulistisch äußern oder solchen Äußerungen zustimmen steigt. Und getrieben werden sie von einer Angst, der Angst vor Überfremdung, vor den Kosten, vor Verlust ihrer Privilegien.

Und die Lösungen, die gesucht werden, sind so einfach wie unwirksam: Die Flüchtlinge müssen weg. Egal wo, nur nicht hier, nur nicht bei uns.

Diese Lösungen sind so untragfähig wie die Lösungen, die uns erst die Flüchtlingskrise brachten. Sie strotzen vor Zynismus gegenüber den Menschen, die alles zurücklassen mußten, ihre Heimat verließen, großteils unter Lebensgefahr sich auf den Weg hierher machten, um ihr Leben zu retten, um eine Zukunft zu haben.

Und die Rechtspopulisten, die sich auch noch auf das christliche Abendland berufen, die Fahnen mitführen in den deutschen Farben, angeordnet in der Form eines Kreuzes wie auf den skandinavischen Flaggen, hängen diesen einfachen Lösungen nach, wegen ihrer Ängste.

Welche Hoffnung steckt wohl in diesen Menschen? Auf wen verlassen sie sich angesichts der Krise? Was würden sie antworten,wenn man sie nach Rechenschaft fragte über die Hoffnung in ihnen? Auf was vertrauen sie?

Ist ihr Vertrauen nicht vor allem in Menschenwerken gegründet? Grenzzäune, bewaffnete Grenzer, Zuwanderungsobergrenzen oder lieber doch erst mal ganz dicht machen?

Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand (Spr 3, 5)

Es mag sein, daß die Aufgabe, die vor uns steht, groß und schwierig ist. Un des mag sein, daß die einfachen Antworten der Rechtspopulisten verführerisch klingen. Doch das sind einfache Dinge immer: Verführerisch. Leider sind sie meist auch schlechter, tragen weniger, bedeuten mehr Probleme hinterher.

Den Glaubensgeschwistern unter denen, die den Rechtspopulisten nachhängen möchte ich zurufen: Welche Hoffnung habt Ihr? Daß Ihr mit menschlicher Anstrengung und Verstand die Krise bewältigen könnt, indem Ihr Grenzen zieht und bis auf die Zähne verteidigt? Oder daß Gott unser Handeln gesegnet hat, wo wir sein Werk tun und Liebe üben?

Liebe kennt aber keine Grenzen. Und keine Rassen. Und keine Nationalitäten. Und ja, Liebe kennt auch keine Religionen. Nehtm die Menschen an, wie Jesus Euch angenommen hat, trotz aller Eurer Sünden. Alles, was Ihr habt, habt Ihr von Gott, und Ihr könnt alles einsetzen für den Nächsten, und das kann wie der Samaritaner im Gleichnis ein Mensch sein mit einer anderen Religion aus einem anderen Volk. Gottes Kinder sind wir alle. Wir haben keinen Geist der Angst empfangen, sondern einen Geist der Zuversicht. Der Zuversicht, daß Gott uns gesegnet hat, damit wir ein Segen für Seine Schöpfung sind.

Zum Thema Angst bin ich übrigens die Tage über zwei Blogartikel von Krisi und Don Ralfo gestolpert, die beide auf jeden Fall lesenswert sind.

Commenting Media, Theologie

Der mitleidende Gott

Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0
Quelle: http://jesusandmo.net

Ein Jesus & Mo Comic, für die Nichtenglischsprecher unter Euch, hiernochmal eine Übersetzung der Konversation:

Bild 1:
Jesus: Ich gebe zu, daß grauenhafte Ereignisse uns manchmal dazu bringen können, die Existenz Gottes anzuzweifeln, aber nach den Anschlägen in Paris habe ich gebetet.

Bild 2:
Jesus: Ich fragte Gott: „Wo bist Du in alledem?“ Und Gott sprach zu mir. Er sagte: …
Barmädchen: Warte!

Bild 3:

Barmädchen: Laß mich raten … sagte er etwas darüber, irgendwo „da“ zu sein in der Mitte von alledem und dann irgendwelche Platitüden darüber, unser Leid zu teilen?

Bild 4:
Jesus: Wie macht sie das?Mo: Gott ist unaussprechlich, aber vorhersehbar.

Es gibt viele von diesen Comics und sie wollen alle den Eindruck erwecken, besonders intelligent Religionskritik zu üben. Manchmal schaffen sie es auch, Mißstände aufs Korn zu nehmen, nur schießen sie dann oft zu weit übers Ziel hinaus und verlieren dadurch.

Wie dem auch sei, dieses Comic nimmt einen Punkt aufs Korn, der mich selbst oft ärgerte. Mir war als Jugendlicher nie eingeleuchtet, was ich davon haben sollte, daß Gott mit mir in irgend einem Leid ist, wenn er mir nicht helfen kann. Wozu jemanden, der mitleidet? Reicht es nicht, wenn es einem dreckig geht?

Ich habe über die Jahre (hört sich wahnsinnig lange an, so alt bin ich gar nicht) zwei ganz verschiedene Zugänge zu dieser Frage gefunden, bzw selbst erlebt.

Gott ist wirklich da

Im Leben bleibt es nicht aus, auch manchmal ziemlich nach unten zu kommen. Und manchmal steht man richtig am Abgrund, und weiß nicht mehr weiter, ist verzweifelt. Ich blieb davon auch nicht verschont und habe erlebt, daß es eine enorme Erleichterung sein kann, nicht auf sich selbst zurückgeworfen zu sein, sondern jemanden zu haben, dem man sein Leid klagen kann und zwar so oft und so ausführlich, wie kein Mensch es ertragen könnte, zuzuhören. Schon alleine aus zeitlichen Gründen.

Ob und inwieweit Gott mitlitt kann ich nicht sagen, aber es war mir eine Hilfe, daß Er da war, bis ich mich irgendwann gefangen hatte und aus der Verzweiflung raus kam. Womöglich hat es eine Rolle gepielt, daß ich weiß, daß Gott das Leid nicht fremd ist, ging Er doch selbst ans Kreuz. Aber alleine daß ich wußte, es gibt einen Gott, alleine daß ich wußte, Er steht mir bei und läßt mich nicht verloren gehn, komme was wolle, half mir.

Gott leidet nicht nur passiv mit

Jeder Versuch, die Theodizee-Frage, die Frage wieso Gott Leid zuläßt, zu beantworten, wird unweigerlich zynisch. Es ist unsagbar zynisch, wenn man vebsucht, in den Geschehnissen einen tieferen Sinn zu finden. Die Menschen sind tot. Viele andere sind verletzt, physisch und psychisch. Solch schwer zu ertragendes Leid darf man nicht mit irgendwelchen Spekulationen über einen tieferen Sinn wegwischen. Das wäre unanständig und auch unehrlich: Keiner von uns kennt Gottes Plan.

Die Theodizee Frage ist ja auch falsch gestellt. Die Frage ist ja nicht, wieso Schlimme Dinge geschehen, sondern, wieso überhaupt gute Dinge geschehen. Was ist der Grundzustand der Welt? Gehen wir davon aus, daß eigentlich alles gut sein müßte? Oder kommtalles Gute, was uns widerfährt, von Gott? Ist letzteres der Fall,dann war Gott durchaus da bei den Anschlägen und hat konkret geholfen. Keiner der Attentäter kam ins Stadion, der Bataclan wurde relativ schnell gestürmt, die Ärzte waren durch eine kurz vorher abgehaltene Notfallübung ideal vorbereitet.

Sicher kann man jetzt sagen,das war nicht Gott, das war das vorausschauende Handeln der Menschen. Die Sicherheitsvorkehrungen haben geholfen, nicht Gott. So wie das Tischgebet Bart Simpsons:

Lieber Gott, wir danken dir für gar nichts, wir haben alles selbst bezahlt.

Nur ist es dann nicht billig, ausgerechnet das Negative Gott anzulasten? Wenn gute Sicherheitsvorkehrungen für den vergleichsweise glimpflichen Ausgang verantwortlich waren, sind dann nicht auch Menschen für die Anschläge, für das Leid verantwortlich? Schließlich waren es Menschen, die Bomben zündeten, die andere Menschen ermordeten.

Entweder man gesteht Gott zu geholfen zu haben, oder man braucht ihm auch das Negative nicht zuzurechnen.

Freilich, wenn man sich nun dafür entscheidet, Gott das Positive zuzurechnen, woher kommt dann das Negative? Entweder die Menschen haben eine hinreichende Freiheit, unabhängig von Gott Böses zu tun, oder aber es kommt doch von Gott her.

Viele apologetisch schreibende christliche Blogger, so ist mein Eindruck, ziehen als Erklärung die Freiheit des Menschen heran. Sie schreiben, der Mensch sei frei, Gutes und Böses zu tun, um Gott zu entschuldigen.

Ich halte das für nicht zutreffend. Mir ist ein Punkt sehr wichtig, und zwar daß Gott unbedingt über alles souverän ist. Wir sind Ihm letztendlich ausgeliefert, im Guten wie im Bösen.

Und diese Böse Seite müssen wir aushalten, wenn wir uns nicht in den schon erwähnten Sinnfindungen verlieren wollen. Wir können nicht alles Leid erklären, und das müssenwir auch nicht. Als Christen können wir trotz allem hoffen. Und wer kein Christ ist, wer nicht an Gott glaubt, der stellt auch nicht die Frage, ob Gott nun gut oder böse ist.

Womit sich nun die Frage nach dem obigen Comic stellt. Wenn der Autor nicht gläubig ist, wieso gibt er sich überhaupt mit dem Thema ab. Ich weiß es nicht, aber vielleicht kennt ja jemand von Euch die Antwort.

Gesellschaft, Theologie

Fernstenliebe?

Ich habe ein neues Blog entdeckt. Es nennt sich „Christliches Forum“ und versteht unter „christlich“ offenbar römisch-katholisch, wie dem auch sei, eine scheinbare Wortneuschöpfung dort hat mich etwas befremdet: Das Wort „Fernstenliebe“.

Der Begriff kommt in dem Artikel „Nächstenliebe kommt vor Fernstenliebe: Zuerst den verfolgten Christen helfen“ vor, der mich in vielen Punkten befremdet, so etwa auch darin, dass offenbar selbst dem „Herrgott“ nicht so recht über den Weg getraut wird, hat er doch auch Kriege und Revolutionen zugelassen. Schimmern hier Folgen der Werkgerechtigkeit durch? Steht hier die Ansicht im Hintergrund, man müsse Gott helfen, weil der seinen Job alleine nicht schaffen kann oder schaffen will?

Auch befremdet mich, dass gefordert wird, einen Unterschied zu machen bei den Flüchtlingen hinsichtlich ihrer Religion. Beziehungsweise wird andersherum den (katholischen) Bischöfen vorgeworfen, diesen Unterschied nicht machen zu wollen (schön, daß die EKD im Allgemeinen und Käßmann im Besonderen nicht immer auf der Abschußliste stehen). Der Artikel greift dabei, fast möchte man meinen in protestantischer Manier (erstens weil gerade dieser Apostel gewählt wurde und zweitens, weil mit der Schrift gegen die Inhaber des Lehramtes Lehramt argumentiert wird), auf den Apostel Paulus zurück und dessen Forderung, zuerst den Brüdern zu helfen.

Nun, man könnte Paulus auch so verstehen, dass ihm wichtig ist, die Bürder nicht zu vergessen, dass es ihm weniger um eine zeitliche oder generelle Präferenz geht. „Liebe Deinen Nächsten“ (jetzt mal nicht Paulus sondern Mose und in dessen Folge die Evangelien), so wie es präzisiert wurde im Lukasevangelium, kennt ja auch keine Einschränkung.

Was mich zur Fernstenliebe bringt. Ich dachte ja, das Wort existiere gar nicht, bis ich danach gegoogelt habe. Offenbar hat es Hans Jonas schon einmal verwendet, indem er forderte, die Nächstenliebe aufgrund der technischen Entwicklung zu einer Fernstenliebe weiterzuentwickeln.

Ich habe das Buch von Jonas nicht gelesen, halte aber die Unterscheidung zwischen Nächsten- und Fernstenliebe für überflüssig, da Jesus im Lukasevangelium den Nächsten schon als einen ziemlich fernen bezeichnet. Und zwar im Gleichnis vom armherzigen Samariter:

Das Gleichnis ist bekannt, ein Mann fällt unter die Räuber und die religiöse Elite Israels läßt ihn liegen, während ein Samaritaner sich um den Verletzten kümmert, ihn in eine Herberge bringt und Unterkunft und Pflege bezahlt.

Jesus erzählt die Geschichte auf die Frage hin, wer denn der Nächste sei, und die Zielrichtung der Frage ist klar, oder kann zumindest so aufgefasst werden: Wem muss ich helfen, und wen kann ich übergehen?

Jesus erzählt daraufhin das Gleichnis und stellt am Ende die Frage: Wer ist der Nächste dessen, der überfallen wurde. Und die Antwort lautet: Der Samaritaner.

Man muss sich vergegenwärtigen, wer die Samaritaner waren: Sie gehörten einer anderen Religion an, man hatte als Jude keinen Kontakt zu ihnen und als Samaritaner hatte man auch keinen Kontakt zu den Juden. Man lebte in direkter Nachbarschaft, Samaria liegt zwischen Judäa und Galiläa, beides Gebiete wo Juden wohnten, also konnte man einander nicht ganz vermeiden.

Und jetzt heißt es, dieser Samaritaner ist der Nächste, einer der fernsten Menschen für einen Juden. Die Römer und Griechen standen ja schon fern, als Ausländer und noch dazu Polytheisten. Die Samaritaner verehren einen Gott, den Gott Moses, Isaaks und Jakobs. Aber sie verehren ihn auf dem Garizim und nicht in Jerusalem. Wir kennen es, wie Religionen, die sich sehr nahe stehen, vor allem größere Spannungen bedeuten zwischen ihren Anhängern. Deshalb ist der Samaritaner auch ferner als ein Römer. Und deshalb distanzieren wir uns so viel mehr vom Islam als zum Beispiel vom Buddhismus. Der Dalai Lama ist viel beliebter hierzulande, als irgend ein islamischer Geistlicher. Dabei kennt die Mehrheit der Menschen weder den Islam noch den Buddhismus sonderlich gut.

Wenn Nächstenliebe bedeutet, selbst den Samaritaner zu lieben, dann ist jede Rede von Fernstenliebe überflüssig, dann ist der Fernste der Nächste.

Das bedeutet nicht, daß man sich nicht um die Brüder (und Schwestern) kümmern soll. Man kann das eine tun und das andere nicht lassen, deshalb ärgert mich am verlinkten Artikel vor allem die falsche Dichothomie, die er aufmacht: Als müsse man sich entscheiden, entweder Christen oder allen anderen zu helfen. Das ist Unsinn.

Leider kann ich den Autor nicht für einen unsinnigen Menschen halten, sondern ich befürchte, dass er genau weiß, was er tut. Er beschwört Ängste herauf, und Ängste sind immer schlechte Ratgeber. Man kan sie aber gut nutzbar machen für allerlei Dinge. Und diese Dinge haben alle eines gemeinsam: Sie sind unchristlich.

Denn Angst muß kein Christ mehr haben, seit der Herr an Ostern auferstand. Er soll sie auch nicht verbreiten, sondern das Evangelium, das ebenfalls genau das Gegenteil von Angst ist, es ist eien Freude für die Menschen.

Meine Hoffnun ist, dass die Menschen das erkennen. Meine Befürchtung ist, dass dies kaum geschehen wird.

Theologie

Evangeliumsverkündigung und Islamfreundlichkeit

Ulrich Kasparick hat einen Artikel geschrieben, indem er idea für deren Handeln kritisiet und fordert, daß die EKD idea nicht weiter finanziell unterstützen soll.

Zu dem Artikel hat ein Kommentator „Wga“ folgendes geschrieben:

Als Christ erwarte ich nicht, dass die EKD einen interreligiösen Dialog macht, linke Positionen vertritt, sondern klar das Evangelium des Auferstandenen verkündet: CHRISTUS ALLEIN. Wie soll man da islamfreundlich sein? Der Islam ist eine antichristliche Religion, die mit Christus NICHTS gemeinsam hat. Die Erlösung erfolgt ausschließlich durch das was Jesus am Kreuz getan hat.

Ich muß Wga zugestehen, daß er oder sie im Konfirmationsunterricht aufgepasst hat: Die Erlösung erfolgt durch Christus, durch das, was Christus am Kreuz getan hat, nämlich die Welt geliebt und zwar so sehr, daß Er nicht zurückgeschlagen hat, sich nicht gewehrt hat, sondern lieber den Tod auf sich nahm als die Welt dafür zu bestrafen, daß sie Gott ermordete.

Allerdings kann man Wga denke ich ein wenig dafür kritisieren, das nicht ganz durchdacht zu haben, was Christus da gemacht hat und was daraus folgert. Als Seine Jünger sollen wir Ihm nämlich nachfolgen und unser Kreuz auch auf uns nehmen. Sprich: Wir sollen Liebe üben und nicht zurückschlagen. Das fällt schwer, das wissen wir alle, und wer meinen Blog länger liest weiß, daß ich auch oft austeile, daß ich auch über die Grenze zwischen Bekennen der Wahrheit (soweit man sie erkannt zu haben glaubt) und Angreifen der Gegenposition hinausschieße.

Aber ist ist halt auch so, daß Verkündigung des Evangeliums des Auferstandenen nicht nur bedeutet, andächtig aufs Kreuz zu schauen, sondern daß zur Verkündigung auch unser Tun dazugehört. Wir sollen nicht nur reden, wir sollen auch tun. Und jetzt „tut“ die EKD wie viele landeskirchliche und auch andere Gemeinden interreligiösen Dialog.

Wga fragt, wie man als Christ, der das Evangelium verkündigt, islamfreundlich sein kann. Nun, ich denke man kann nicht nur, man muß, wenn man verkündigen will, freundlich sein. Nicht nur den Muslimen gegenüber, sondern auch allen anderen Menschen gegenüber. Dialog und Islamfreundlichkeit bedeutet ja nicht, daß man die eigene Position verläßt. In einen Dialog kann man nur treten, wenn man die eigene Position kennt. Wenn man sie nicht kennt, muß man vorm Dialog freilich Angst haben, weil man ja nicht weiß, wieso man seine Position hat, so daß man auch plötzlich eine andere POsition bekommen könnte und Muslim werden könnte… es gibt sicher Menschen, denen das Angst macht.

Dialog bedeutet lediglich, daß man sich austauscht darüber, was der je andere glaubt. So daß man nicht auf BILD und idea angewiesen ist. Dann findet man vielleicht auch herraus, daß der Islam mitnichten antichristlich ist, sondern daß es im Islam unter den Muslimen eine ziemliche Hochachtung auch für den christlichen Glauben gibt. Das wird aus den Nachrichten freilich nicht klar, weil es dort immer um irgendwelche Spinner mit Sprengstoffgürteln geht. Man versetze sich einmal in die Lage eines Muslim, der keine Christen kennt und in den Nachrichten nur von Leuten wie Breivik hört, oder von Bush, der einen „Kreuzzug“ machen wollte und ein Land angriff, weil dort angeblich Massenvernichtungswaffen sein sollten, mit dem Ergebnis, daß heute alles noch viel schlimmer ist als unter Saddam. Und Bush meinte dann auch noch, Gott hätte ihm gesagt, das zu tun…

Dialog kann solche falschen Bilder vermeiden helfen und zum Frieden beitragen. Insofern ist der Dialog mit dem Islam und auch allen anderen Religionen genau das, was Wga fordert: Verkündigung des Evangeliums, indem nämlich gezeigt wird: Christen sind nicht gewalttätig, sie reden mit den Menschen und nehmen sie als Menschen wahr, nicht als Stereotypen.

Damit erlösen wir zwar nicht die Muslime, aber Erlösung kann sowieso nur durch Gott geschehen. Aber wir schließen Kontakte, vielleicht sogar Freundschaften, und falls sich irgend ein Muslim entscheiden sollte, zu konvertieren, hat man direkt chon den Kontakt und kann helfen. (umgekehrt natürlich genauso)

Wga schreibt weiter unten:

Was soll da an Gemeinsamkeiten möglich sein. Wer das propagiert hat den seligmachenden Glauben, den auch die Kirchenväter vekündet haben, verlassen.

Es gibt viele Gemeinsamkeiten. Die Muslime kennen die meisten der biblischen Personen und ihre Geschichten. Natürlich haben sie keinen seligmachenden Glauben nach christlichem Verständnis, sie sind ja keine Christen. Aber man verläßt ja nicht den Glauben, wenn man ins Gespräch kommt. Gerade die Kirchenväter haben doch immer wieder das Gespräch zum heidnischen Umfeld gesucht, um eben das Christentum zu erklären. Nichts anderes tun Christen doch im interreligiösen Dialog. Und zum Erklären gehört auch das Zuhören, sonst ist es ja sinnlos. Ergo hat der, der den interregligiösen Dialog führt, den Glauben der Kirchenväter gerade nicht verlassen, sondern steht in dessen Tradition.

Allerdings wundert es mich, daß gerade ein Evangelikaler sich auf die Kirchenväter zu stützen versucht. War da nicht mal was mit allein die Schrift?

Ach, eins noch:

Die Evangelikalen sind auch die, die in Einheit mit allen Konfessionen und quer durch die Kirchengeschichte an der gemeinsamen Haltung gegenüber unbiblischer Lehren bezüglich Gender und Homosexualität festhalten. Die paar Liberalen, die da was ändern, können nicht sagen, dass sie kirchengeschichtlich in Einheit mit den Vätern und allen Konfessionen stehen, nicht mal mit den Leuten in ihren eigenen Konfessionen können sie da behaupten, sie hätten eine Einheit.

Luther hatte am Anfang auch keine Einheit. Mit (fast) niemandem. Ist die Rechtfertigung aus dem Glauben deshalb plötzlich falsch?