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Christentum und AfD

Christentum und AfD, wer ist hier der "echte" Christ? Das Bild zeigt einen Anhänger der "Deutschen Christen" und einen Anhänger der Liste "Evangelium und Kirche" mit umgehängten Wahlplakaten
Kirchenratswahlen Berlin 1933

Auf Twitter äußere ich mich öfters dahingehend, daß weder Mitgliedschaft noch Sympathie mit der sogenannten AfD mit dem christlichen Glauben vereinbar sind. Heute nun wurde mir auf zweierlei Weise widersprochen. Einmal von einem mutmaßlichen AfD Sympathisanten, der meinte, Christentum bedeute vor allem, andere auszugrenzen und das würde bei der Aussage ja auch wunderbar auf mich zutreffen. Dann warf er mir vor, auf die no true scotsman fallacy reinzufallen. Dazu möchte ich zuerst ein paar Worte verlieren.

Dann möchte ich mich mit dem zweiten Einwand beschäftigen, die auf große sowohl personelle wie auch inhaltliche Gemeinsamkeiten zwischen sogenannter AfD und Christen hinwies. Ich versuchte zuerst, auf Twitter in die Debatte einzusteigen, aber das Format war dann doch zu eng. Daher versuche ich nun hier, meine Ansicht zu der Thematik etwas breiter auszuformulieren, als dies auf Twitter möglich ist.

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Fliegendes Suizidkommando

Fliegendes  Suizidkommando? Nein, der Erlöser beim Erlösungswerk!
Uoaei1 [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Das fliegende Suizidkommando und Karfreitag

Wer kennt ihn nicht: Monty Pythons „Das Leben des Brian“? Der Film enthält jede Menge Anspielungen auf alles Mögliche. Zum Beispiel spielt die Konkurrenz zwischen der Volksfront von Judäa und der Judäischen Volksfront (und diverser anderer im Film genannter Gruppen) auf die Kämpfe verschiedener Befreiungsbewegungen untereinander – anstatt gegen den erklärten Feind – an. Und dann gibt es bei der Judäischen Volksfront noch ein „Fliegendes Suizidkommando“. Heute im Gottesdienst kam ich darauf, daß es sich da um eine Anspielung auf Jesu Kreuzestod handelt:

Es wird gestorben, vorgeblich zur Befreiung Anderer, aber irgendwie stellt sich die Befreiung nicht spürbar ein.

Oder anders gesagt: Jesu Tod hat nichts gebracht.

Jesus und das fliegende Suizidkommando

Dem stimme ich so natürlich nicht zu: Jesu Kreuzestod hat durchaus Befreiung gebracht. Beim fliegenden Suizidkommando ist das freilich anders: Brian bleibt am Kreuz und es bleibt ihm nichts als eine Hymne auf das Leben im Hier und Jetzt zu singen. Auch recht traurig, wenn an bedenkt, daß in Brians Hier und Jetzt das Leben zum Ende kommt.

Aber wo ist der Unterschied zwischen Christi Handeln und dem „Anschlag“ des fliegenden Suizidkommandos?

Judäische Volksfront

Soweit es aus dem Film erkennbar ist, liegt das Ziel der Judäischen Volksfront darin, Judäa von der römischen Besatzung zu befreien. So weit, so normal. Die Unfreiheit besteht hier in der Fremdbestimmung durch eine ausländische oder als ausländisch empfundene Macht. Also kein großer Unterschied etwa zur katalanischen oder schottischen Unabhängigkeitsbewegung. Unterstellt man, daß die Judäische Volksfront wohl auch vor Waffengewalt nicht zurückschreckt, dann sind die Vergleichspunkte wohl eher ETA, PKK, PLO oder Irgun.

Jesus Christus

Jesus geht es in Seinem Befreiungswerk jedoch nicht um solche äußere, nationale Freiheit. Als Er zum König gemacht werden soll, entzieht Er sich, im Verhör mit Pilatus sagt Er, Sein Reich sei nicht von dieser Welt. Es geht Ihm nicht um weltliche Befreiung.

Befreit wird der Mensch durch Jesus nicht von einer fremden Macht. Diese Perspektive scheint Jesus gar nicht zu interessieren. „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist“. Und auch seine ersten Nachfolger waren da durchaus zurückhaltend. Grad von Paulus kennen wir die Forderung, der Obrigkeit untertan zu sein, auch spricht er sich nicht gegen die Sklaverei aus oder die Unterordnung der Frau unter den Mann – jedenfalls nicht direkt.

Denn der Befreiungsakt geschieht an einer ganz anderen Front. Sie löst ein ganz anderes Problem als daß der weltlichen Unterdrückung. Das Problem ist das Problem der Sünde. Christus befreit uns nicht von einem weltlichen Tyrannen, sondern von der Sünde.

Sünde? Echt jetzt?

Aber mal ehrlich, abseits vom innersten Kreis der Kerngemeinde und vielleicht noch studierten Theologen, wer versteht sich heute als Sünder? Wer versteht überhaupt, was Sünde ist? Eine böse Tat? Eine Tafel Schokolade in der Fastenzeit? Tanzen am Karfreitag?

Ich hatte hier schon einmal meinen Religionslehrer im Gymnasium erwähnt. Er erklärte uns das mit der Sünde immer mal wieder mit folgendem Bild: Freiheit und Verantwortung müssen sich die Waage halten. Nehmen wir uns irgendwann mehr Freiheit, als wir bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, entspricht die Diskrepanz zwischen beiden der Sünde.

Freiheit!

Wenn wir jetzt mal die Religion bei Seite lassen, so sollte doch leicht ein Konsens herzustellen sein, daß es von Übel ist, wenn sich jemand alle möglichen Freiheiten rausnimmt, ohne die entsprechende Verantwortung zu übernehmen: Alkohol trinken und trotzdem Auto fahren, Sex ohne Gummi und die Frau schwanger sitzen lassen, Daten sammeln und nicht sicher speichern… Es gibt viele Beispiele, die man aufzählen könnte.

Wo ich Freiheit auslebe, kann das immer auch Auswirkungen auf andere haben. Und für diese Auswirkungen habe ich die Verantwortung. Übernehme ich die nicht, sorge ich mich nicht um die Konsequenzen meines Handelns, dann entsteht Leid. Aus der Sünde, also dem Verweigern von Verantwortung, entsteht Leid. Und zwar in ganz verschiedener Weise. Das Leid, das durch das verantwortungslose, alkoholisierte Führen eines Kraftfahrzeugs entsteht ist anders als das Leid, das entsteht, wenn sich jemand schmieren läßt oder jemand Drogen mißbraucht.

Verantwortung!

Jahrelang fragte ich mich, wie es nun ist, wenn ich mehr Verantwortung als Freiheit übernehme – oder sollte ich sagen: übernehmen will?

Letzte Woche sprach ich mit einem Kollegen über das Altern. Irgendwann ging es darum, ob es besser sei, früher zu sterben, bevor man unter Demenz leidet oder allgemein zum Pflegefall wird. Wir kamen darauf, inwieweit man sich in einer solchen Situation vielleicht als „useless“ (wir sprechen meist Englisch im Büro), also unnütz, verstehen würde.

Ich stellte es in Frage, Menschen nach ihrer Nützlichkeit zu kategorisieren. Darauf meinte mein Kollege, das sei trauriger Weise das Paradigma, unter dem wir alle leben.

Und da fiel der Groschen bei mir: Auch das ist Sünde. Die Verantwortung für etwas übernehmen zu wollen, was nicht in unserer Freiheit steht, ist Sünde, also führt zu Leid!

Nützlichkeit

Ob etwas „nützlich“ ist beurteilt man daran, wie gut man es benutzen kann, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Und hier sieht man auch schon das Problem, wenn man dies auf Menschen anwendet: Man macht Menschen zu einem Objekt, zu Dingen, die gebraucht werden für bestimmte Zwecke. Man verweigert die Achtung ihres eigentlichen Wesens, daß sie als Menschen nicht zu irgend einem Zweck da sind, sondern einen Selbstzweck haben. Keiner darf Menschen besitzen oder sonst über sie verfügen. Das ist Konsens einer freien und demokratischen Gesellschaft,und der Gedanke liegt auch hier im christlichen Denken zu Grunde.

Die Menschen sind untereinander Brüder und Schwestern und ihr Umgang miteinander soll sich an der Liebe orientieren. Wenn jemand einen Menschen beurteilen kann, dann höchstens Gott, denn Er hat den Menschen gemacht und kennt sich aus.

So lange es um die Beurteilung anderer geht, sind wir noch beim ersten Beispiel: Wenn sich jemand mehr Freiheit raus nimmt als er bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Zum Beispiel Menschen aburteilen und dann sich selbst überlassen, ohne ihnen eine Perspektive zu geben.

Wenn ich aber das Ganze auf mich selbst anwende, wenn ich also nach meiner eigenen Nützlichkeit frage, kommen wir in den anderen Bereich. Ich versuche, mehr Verantwortung zu übernehmen als ich Freiheit habe. Immer noch unternehme ich den Versuch, Gottes Platz einzunehmen. Ich versuche, etwas zu tun, was Ihm obliegt und auch Er nur wirklich kann. Was weiß ich denn im Vergleich? Wie fundiert kann mein Urteil denn sein?

Leid

Und auch hier entsteht Leid. Ich weiß, wovon ich rede, ich kämpfe manchmal auch mit Depression. Ich weiß nicht, was ich anderen bedeute, und maße mir ein Urteil über meine Nützlichkeit an. Ich weiß nicht, welche Auswirkung mein Dasein hat und maße mir an, ein Urteil darüber fällen zu können.

Ich bin alt, bettlägrig und empfinde mich nur noch als Last für meine Kinder und Angeörigen.Oder ich habe Angst vor so einer Situation. Also beschließe ich, lieber jung zu sterben. Oder jünger, wenn ich es noch selbst in der Hand habe. Auch das verursacht Leid. Am offensichtlichsten bei den Hinterbliebenen. Aber auch sonst. Wie viele Begegnungen haben wir in unserem Leben, wie beeinflussen wir einander, ohne es zu wissen?

Oder bei mir: Vielleicht will ich gar nicht sterben, aber meine, meinen Nächsten nicht zur Last fallen zu sollen.

Eine Sache beim Leid ist richtig fies: Es pflanzt sich fort. Leide ich, so bin ich dadurch so mit mir beschäftigt, daß ich weniger auf andere achten kann, und füge ihnen auch Leid zu. Man wird dünnhäutiger, explodiert leichter. Oder man sinnt schlicht nach Rache, will es anderen doppelt heimzahlen. Und andere Menschen wissen natürlich darum, gehen mir aus dem Weg, wenn wir gereizt bin. So läßt man sich durch die Situation, durch die Spannung, die Leid erzeugt, gefangen nehmen. Man paßt sein Tun an, verliert Freiheit.

Leid pflanzt sich fort und multipliziert sich. Das ist die Konsequenz der Sünde, so funktioniert sie.

Befreiung, oder christliche gesprochen: Erlösung

Wie paßt jetzt Jesus da rein? Im Gegensatz zum fliegenden Suizidkommando? Nun, zuerst einmal starb Jesus wegen unserer Sünde. Menschen nahmen sich mehr Freiheit, als sie verantworten wollten. Unterjochten ien Land, arrangierten sich mit den Machthabern etc etc. Am Ende war es so weit, daß man in Jesus einen Aufrührer sah, nur weil Er offen sagte, was Sache war und weil Ihm viele Menschen zuliefen.

Jesus, der den Eliten Angst machte

Solche Menschenansammlungen mußten die Römer ja skeptisch ansehen. Sie wußten ja um das Leid, daß sie der Bevölkerung zugefügt hatten und hatten auch schon einige Erfahrung mit Aufrührern. Sie hatten Angst, waren durch ihre eigene Sünde gefangen genommen worden. Das ließe sich jetzt für alle möglichen Gruppen durchführen, von der gesellschaftlichen Elite bis hin zu den echten Aufrührern, denen es freilich suspekt vorkommen mußte, daß Jesus nicht zu den Waffen rief. Und dann gibt es ja auch das Problem der Rivalität zwischen der Judäischen Volksfront und der Volksfront von Judäa…

Was tat Jesus also? Er ließ sich ans Kreuz schlagen. Obwohl Er Alternativen gehabt hätte. Oder lassen wir die Engelslegionen bei Seite und betrachten es weltlich: Da wäre es immer noch vernünftiger gewesen, die Anhänger zu den Waffen zu rufen. Es gibt ja die Deutung, daß es Judas Ischariot genau darum ging. Außerdem wurde Jesus ja mehrfach verhört: Vorm Sanhedrin, vor Pilatus und auch vor Herodes Antipas. Mit ein bißchen Verhandlungsgeschick wäre Er da vielleicht auch rausgekommen aus der Sache.

Aber Er hätte sich auch der Logik der Sünde unterworfen. Er hätte die Verantwortung für Sein Tun nicht übernommen. Wäre es Ihm um Sein Leben gegangen, wäre Er womöglich nie in die Situation gekommen. Aber es ging Ihm um mehr. Also tat Er, was Er für nötig hielt, und nicht was opportun war. Er ging zu den Menschen, den Zöllnern, Sündern, und behandelte sie wie Menschen, heilte hier und da und stiftete Gemeinschaft.

Er unterwarf sich aber der Logik der Sünde nicht. Er kuschte nicht, Er unterließ nicht, was Er für richtig hielt. Und Er nahm die Konsequenz auf sich, ohne Widerstand. Er verteidigte sich nicht in den Verhören, und ging ans Kreuz. Litt unsre Not, starb unsern Tod.

Unser Tod

Unser Tod, weil wir Menschen es sind, deren Sünde dazu führte, daß Er am Kreuz enden mußte. Weil die Menschen in ihrer Sündhaftigkeit Angst bekamen. Also schlugen sie drauf, bevor sie vielleicht selbst Opfer werden konnten.

Aber was geschah dann? Jesus wehrte sich nicht. Hatte man sich geirrt? Wieso wehrte Er sich nicht? Selbst wenn Er zu Unrecht verurteilt wurde, hätte Er sich doch gegen die Todesstrafe wehren müssen?

Und dann stand Er wieder auf. Tod wo ist Dein Stachel, Hölle, wo Dein Sieg? Er durchbracht die Logik der Sünde. Er ließ sich nicht gefangen nehmen. Er scherte sich nicht um Opportunitäten, und Er schreckte nicht davor zurück, die Verantwortung dafür zu übernehmen, was Er tat. Daher mußte Er sich auch nicht entschuldigen.

Das ewige Leben

Bis hierher war es vielleicht für atheistische Leser noch in Teilen nachvollziehbar. Sobald wir aber zur Auferstehung kommen,geht es nicht mehr ohne Glauben. Das aufrechte Leben Jesu, der Tod und die Wiederauferstehung, nehmen dem, der daranglaubt, die Angst – zumindest ein Stück weit – kein menschlicher Glaube ist perfekt,deshalb bleiben wir auch alle Sünder.

Die Sünde besteht weiter, Menschen nehmen sich mehr Freiheit, als sie Verantwortung übernehmen – oder sie versuchen mehr Verantwortung zu übernehmen, als sie Freiheit haben. Und sie erzeugen damit Leid. Wer aber an die Auferstehung glaubt, weiß auch, daß das Leid zeitlich begrenzt ist. Er schränkt sich vielelicht ein, wo er Leid erfährt, besteht nicht auf allen Freiheiten, um in der aktuellen  Schwäche weniger Verantwortung tragen zu müssen. Er wird frei von der Sünde in dem Sinne, daß sie ihn nicht mehr beherrscht, wenn er sie auch nie ganz los wird.

Diese Freiheit ist viel tiefgreifender als die Freiheit, für die all die Freiheitsbewegungen kämpfen.Sie ist grundlegend und verändert die Welt. Es mag sein, daß der Gedanke einer Gleichberechtigung der Frau nicht explizit in der Bibel steht, aber er entstand in einer biblisch geprägen Kultur, und die ersten Schritte gingen früh los. Die Bibel lehnt auch die Sklaverei an sich nicht ab, trotzdem waren es Christen, die sich nachhaltig und mit Erfolg für die Abschaffung der Sklaverei einsetzen, und zwar aus religiösen Motiven. Wenn man sucht kann man viele weitere Aspekte finden. So entspricht die Gleichheit aller vor Gott der Gleichheit aller vor dem Gesetz – das haben wir auch noch nicht so lange.

Jesu Tod führt letztlich zur Freiheit – im Gegensatz zum Tod des fliegenden Suizidkommandos. Und der Weg geht weiter.

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Duisburg

Lieber Franz Josef Wagner,

eins kann ich Dir versprechen: Wir SPD Mitglieder wollen nicht über das Schicksal von 82 Millionen bestimmen, nur über das Schicksal unserer Partei.

Sie mag etwa so viele Mitglieder haben wie Duisburg Einwohner, aber ich glaube, wir wachsen im Moment schneller.

Die Duisburger bestimmen über das Schicksal ihrer Stadt, und daran ist nichts verkehrt. So ist es in einer Demokratie.

Und wie in Duisburg ist es auch bei uns. Wir bestimmen über unser Schicksal selbst.

Du hast Recht, wir sind nicht das Volk. Das Volk hat am 26 September den Bundestag gewählt, und unsere Abstimmung wird – egal wie sie ausgeht – an der Zusammensetzung des Bundestages nicht das Geringste ändern.

Deine Stimme vom September wird nicht ungültig.

Die Abgeordneten des Bundestages werden auch nach der Mitgliederbefragung die Gleichen sein.

Du sprichst unsere Träume an. Wir träumen von Gerechtigkeit. Der Traum ist wohl so alt wie die Menschheit. Eine Utopie?

Vor 300 Jahren waren die Menschenrechte eine Utopie.

Vor 200 Jahren waren Arbeiterrechte eine Utopie.

Vor 100 Jahren war ein friedlich geeintes Europa eine Utopie.

Laß uns gemeinsam träumen und entdecken, was morgen eine Utopie gewesen sein wird!

Glück auf!

Ihr Benjamin Koppe

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„I want to know what Jesus would do“

Agent X of the Far Beggar’s School of Prophets wrote an article called „Prophets of Consumerist Doom“. The main argument of the article is, that there are many prophets around who remind us of the problems in this world.

Speaking of Pop music, I’d think of Guns ’n Roses‘ „Civil War“, Papa Roach’s „Broken Home“ or „Schrei nach Liebe“ by „Die Ärzte“.

Agent X brought up an old video, that addresses the problem of consumism in the „western?) world, which offers remedy that is not exactly Christian.

The question Agent X asks is more or less the headline of this article:

I want to know what Jesus would do

But first, the video:

Youtube blocked the once here embedded video for copyright reasons, sorry.

I will be honest here, I have not seen the whole video. It is very very long, and I just do not have the time. But I think I found a rough ground-structure of the video, which is a us vs them dichotomy:

It explains the world as consistent of two groups: The exploited on the one hand and the exploiters on the other. And while I agree that there are exploited people as well as there are exploiters, I think this is a false view of reality.

And I think this would be a first answer to Agent X’s question:

I ask my Christian brothers and sisters to talk about how Jesus addresses the world depicted here.  Seriously.

The world depicted here is a depiction through a broken lens. 1Cor 13:12 comes to mind. So what I think is Jesus would question this way of looking at the world. He would not ask who (among all others) the exploiters are, He’d say something along the lines of „woe, you exploiters“ and then make us realize our role in all this.

After all, aren’t we the consumers? Agent X agrees in a comment:

We don’t need all this junk. We don’t need all this mindless frenzy. It is killing our planet and making us glutted fat slobs. We need to repent.

Agent X also writes, the US were part of the problem. Well, they are also part of the victims of the problem, namely the homeless people of America (among others), which does always have an impact on every one person, so we do all sit in one boat.

But back to looking for solutions. To me it seems, most if not all man made solutions seek to replace the head in order to change the system. Democracy in Iraq? Kill Saddam and have free elections. But afterwards there were still the tribes, the different religions and national groups. Oopsie. Similar in Afghanistan? Establish Democracy? Easy: Defeat the Taliban and have elections. Well, who could know you need democrats (people who actually believe in democracy, not the US political party) for a democracy to work (hint: Maybe Germans who paid attention in history class,because this is more or less what happened here between the two world wars: Kaiser Wilhelm was resigned and democracy was established, though the people longed for a strong man like the Kaiser. They got Hitler…).

I disgress…

Also you find it in Marx’s communist manifesto: Establish a leadership of the avantgarde of the worker’s class  to lead the actual system from what it is via socialism to communism. In fact, only the heads have been exchanged. Was the Kaiser worse than Hitler? Was the Czar worse than Stalin? Was Saddam worse than Daesh?

But what to do? For me it is essential to see that you do not change the system when you change the heads. Of course, the ones call themselves socialists, the others fascists or fundamentalists. Each care for different groups of people, each consider different groups of people evil, the enemy, the oppressor. Bankers, Jews, Infidels… it’s always some outgroup that is considered responsible. But in fact they all care for their own and oppress the other. They dehumanize them and then kill them – in big scale.

The system is always the same,and we are more then willing to play our part. Agent X is right, we need to repent. And I think this is what Jesus would ask us to do.

And that would mean to refuse, as far as possible, to be part of the system. We won’t be able to avoid it at all, but we have our chances. If we succeed, we might be nailed to a cross. Or just shot dead, like Martin Luther King. And there are other names: Paul Schneider, Oscar Romero

It’s not that hard to find a way to oppose the system. If you find something going wrong, don’t be silenced. Speak out. You do not need to take action more than that. Telling the truth in a world of lies is a powerful act. Like Paul Schneider. The Nazis were so afraid of their power being undermines by the words of a pastor of a village in the province, that they killed him in a concentration camp even before the organised genocide stared in the early 1940s.

Of course, there’s always more you can do: Act and help other people who are downtrodden by the system. There is nothing wrong with helping e.g. a communist in a fascist system, after all, he is a human being and a child of God. But don’t be surprised if he won’t thank you too much after the heads have been exchanged. He might as well seek to kill you, once the system works for him and you still oppose it. We don’t do this to be loved by men…

And even more you can do: Use the means within the actual political version of the system to better things, to act on behalf of the downtrodden. If you live in a democracy, do politics, get elected or convince your representatives. Luther wrote, we are all simul iustus et peccator, both just and sinners. This is true for our representatives as well. Government programs can help a bunch so that charity can focus on more special cases.

In doing what you do, you can break laws, as long as you do it openly and willing to take upon you the punishment, as Martin Luther King wrote in his Letter from Birmingham Jail.

But what crosses the line is, when you start taking over the logic of the system, when you start to exchange heads in order to better things. This is where I am not sure how close I am to Bonhoeffer. Maybe what he had in mind falls into the section of breaking laws openly, but I am not sure. But I disgress again.

The logic of the system builds upon power and fear. Just like Satan in the desert, people are lured with power or ability, maybe even ability to help the poor. But then they are scared, they might loose their newfound powers, their abilities, because of others who seek to have these powers, or some of it. This can start with little things like being anxious of going to church service stinking and end with killing opposing province pastors. In the first we are afraid to loose our good reputation, in the latter we are afraid to loose grip on the people we rule…

To be clear, I compare the structure underneath our deeds, I do not compare Agent X to Hitler, far from it! But I think the fear he described before going to church stinking has something to do with dictatorships‘ fear of opposition. In both cases you run the risk of loosing approvement from other people. But, to make it even more clear: Agent X got beyond this actually going to church stinking, while the Nazis tried to shut up every opposing voice. They did not confront their fears.

You break the logic of the system, by controlling your fear, by facing it, by  nnot avoiding it, by finally getting over it.

And I think this is where the cross comes in. If you know, all will be wonderful in the end, you can endure a lot. As Unbelievers we cannot be sure that all is wonderful in the end. What we know is that in the end – we are dead. So we have to make the most out of our lives.

This and the fact that we are not perfect and are again and again confronted with doubts in our believe, makes the system so strong. Agent X wrote about this to be a struggle with demons, and it is. The system is the realm of the demons, you could as well call it hell or death. It’s basically all the same.

As believers in the cross and resurrection of the Christ, we know all will be fine in the end, because we are saved. And this is the force that will brake the system, which actually broke it already 2000 yeas ago. What we witness is only the drawback fight of the demons. They are still strong, and they bring about their share of hurt for people, but in the cross they are ultimately defeated.

So what we can do is actually: Take up our own crosses, like Jesus said, be open about the system and where it hurts people, refuse to take part in it, work not directly against it to avoid the risk of trying to exchange heads, but do what is right and leave what is wrong. That’s already a hard thing to do. But nothing is impossible for those, who believe.

Post scriptum: I tend to put things to extremes. It’s not all about dictatorships and death camps. I try to use these extremes to show, where things are heading. Most of the things we see are way less extreme, but still hurting people. Most of the time the system does not go to such extremes, this doesn’t mean it is defeated in times when there are no death camps, when we have democracies instead of dictatorships. The above video shows very well, how the system does work well within western democracies. And it will work with any political (sub)system, we will finally overcome the system only in the kingdom of God.

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Volkssouveränität

Bei Twitter stieß ich auf folgendes Bild:

Bild wurde hier entdeckt.

Es stehen sich zwei Aussagen von zwei Bundespräsidenten gegenüber:

Präsident Heinemann wird wie folgt zitiert:

„Die Grundlage der Demokratie ist die Volkssouveränität und nicht die Herrschaftsgewalt eines obrigkeitlichen Staates. Nicht der Bürger steht im Gehorsamsverhältnis zur Regierung, sondern die Regierung ist dem Bürger im Rahmen der Gesetze verantwortlich für ihr Handeln. Der Bürger hat das Recht und die Pflicht, die Regierung zur Ordnung zu rufen, wenn er glaubt, dass sie demokratische Rechte missachtet.“

Eine Quelle ist für das Zitat nicht angegeben. Auch eine schnelle Internetrecherche brachte mir hier keine weitergehende Auskunft, allerdings gibt es keinen Grund anzunehmen, Heinemann hätte das nicht gesagt. Die Aussage deckt sich grob mit dem, was man an Aussagen von einem Bundespräsidenten erwartet.

Inhaltlich ist ihr zuzustimmen: Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus, von daher stehen auch die Bürger, also die Angehörigen des Volkes, hier in der Verantwortung. Er kann durch öffentlichen Diskurs die Regierung zur Ordnung rufen, und das ist wichtig. Was der Bürger nicht kann, ist die Regierung bei Mißfallen direkt abzusetzen. Die Ordnung unseres Staates sieht vor, daß der Bürger per Wahl Einfluß auf die Zusammensetzung des Parlaments, also der Legislative nimmt. Die Regierung bestimmt er so nur mittelbar über seinen Einfluß auf die Zusammensetzung des Parlaments und über den öffentlichen Diskurs, also das von Heinemann geforderte Zur-Ordnung-rufen.

Und ebenso, wie der Bürger natürlich in keinem Gehorsamsverhältnis zur Regierung steht, ist er natürlich zum Gesetzesgehorsam gegen die von der Legislative beschlossenen Gesetze verpflichtet – gerade dann auch, wenn er diesen nicht zustimmt.

Das ist nun die eine Seite des Bildes. Auf der anderen Seite sehen wir den amtierenden Bundespräsidenten Gauck. Zu lesen ist dort:

Die Bevölkerung ist im Moment das Problem.

Mir fiel zuerst auf, dass dieser Satz im Gegensatz zu dem von Heinemann nicht in Anführungszeichen steht und fragte nach, ob Gauck das vielleicht gar nicht gesagt habe. Daraufhin schickte man mir folgendes Video:
https://www.youtube.com/watch?v=6wEFa9MR2-A&feature=youtu.be

Gauck wird darin zu Europa befragt und zur Ablehnung der europäischen Idee durch viele Menschen. Es geht um die Frage, wie man in der Zivilgesellschaft für die europäische Idee wieder erfolgreich werben könnte. In diesem Zusammenhang sagt Gauck, nicht die Eliten seien das Problem, sondern die Bevölkerungen (Plural!).

Dem kurzen Ausschnitt ist durchaus zu entnehmen, daß es nicht darum ging, das Volk in irgend einer Art und Weise zu bevormunden, sondern darum, zu problematisieren, wie ein gesellschaftlicher Diskurs zu gestalten wäre, der die europäische Idee stärkt.

Dass es gesellschaftliche Diskurse gibt und geben soll gehört zur Demokratie wie die Volkssouveränität. Ohne einen gesellschaftlichen Diskurs kann sich kein Bürger eine Meinung bilden und damit kann er auch kaum eine begründete Wahl treffen, da er uninformiert ist. Der uninformierte Bürger ist dann dazu gezwungen, sich an seine Vorurteile zu halten bei den Wahlen, da diese ohne Diskurs nicht hinterfragt werden können.

Das Perfide an dieser Bild-Zitat-Zusammenstellung ist vor allem, daß Dinge zusammengeworfen werden, die nicht zusammen gehören. Es wird suggeriert, Gauck würde als Vertreter der Regierung mit seiner Aussage das tun, was Heinemann als undemokratisch kritisiert.

Nur ist der Bundespräsident weder ein Teil der Regierung, noch repräsentiert er sie. Er repräsentiert den deutschen Staat und es ist Teil seiner Aufgabe, zivilgesellschaftliche Diskurse zu führen und anzustoßen. Wenn er sich also Gedanken dazu macht, wie die europäische Idee wieder gestärkt werden kann und dabei problematisiert, welche gesellschaftlichen Gruppen besonders angesprochen werden müssten, tut er genau das, was die Voraussetzung für Heinemanns Forderung ist. Denn wie gesagt: Ohne gesellschaftlichen Diskurs kommt es zur Entmündigung des Volkes und zur Stärkung von Vorurteilen, die ganz schnell auch in der Abschaffung der Demokratie enden kann.

All dies geht einher mit einer Mißdeutung des Begriffes „Problem“. Der Begriff wird abwertend verstanden, obwohl er diese Bedeutung per se nicht hat. Er bezeichnet lediglich den Ansatzpunkt für das intendierte Ziel: Hier die Stärkung des europäischen Gedankens. Und Gauck hat ja nicht Unrecht: die Eliten sehen die Vorteile Europas, in den Bevölkerungen ist dies weniger der Fall, wie das Ergebnis der Brexit-Abstimmung kurz nach dem Interview ja belegt.

Aber mir geht es noch um etwas anderes, nämlich die Frage, ob in der ganzen Thematik nicht andere als Gauck die Volkssouveränität untergraben.

So habe ich den Eindruck, daß durch Bilddateien wie die obige der Diskurs unterbunden werden soll, indem man denjenigen mit anderen Ansichten zu disqualifizieren sucht. Gaucks Aussagen werden durch Suggestion, er sei Teil der Regierung (hergestellt durch das Heinemannzitat, das Bürger und Regierung einander gegenüberstellt) und gezieltes Falschverstehen seiner Aussage in der Art, als verlange er Gehorsam und würde sich nicht am zivilgesellschaftlichen Diskurs beteiligen.

Eine Unterbindung des Diskurses hat jedoch, wie oben dargestellt, den Effekt, die Volkssouveränität tatsächlich durch Entmündigung der Bürger zu untergraben. Diejenigen, die sich durch Erstellen und unkritisches Verbreiten solcher Bilder als Verteidiger der Volkssouveränität inszenieren, machen mit bei ihrer Zerstörung. Soweit sie das unbewußt tun besteht Hoffnung, sie umstimmen zu können.

Tun sie das gezielt, gehören sie in die Reihen der populistischen Lügner, die vor nichts zurückschrecken, um ihre (sicherlich gar nicht demokratischen) Gesellschaftsideale umzusetzen.

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We fight not with bullets, but with wide open arms

Auf Twitter sah ich heute morgen das:

Hier ist der Link, den Screenshot hab ich gemacht, falls das aus welchen Gründen auch immer gelöscht wird, denn in dem Gedicht steckt für mich alles, was den christlichen Glauben ausmacht:

Spray us with bullets or blast us with bombs,
We’ll walk into heaven, singing our psalms.
Kill two, kill four, or even kill more,
And we will surely love you, more than before.
Let us remain faithful until our spirit calms
For we fight not with bullets, but with wide open arms.

Ich versuche mal eine freie Übertragung:

Zerreißt uns mit Kugeln und Bomben die Glieder,
Auf dem Weg in den Himmel sing’n wir unsre Lieder.
Tötet zwei, tötet vier oder tötet noch mehr,
Und wir werden Euch lieben, mehr als vorher.
Lasst gläubig uns ausharrn, beherrschen die Triebe
Uns treibt nicht der Hass an, sondern die Liebe.

Und nochmal etwas wörtlicher:

Besprüht uns mit Kugeln oder zersprengt uns mit Bomben,
Wir werden in den Himmel gehen, unsere Psalmen singend.
Tötet zwei, tötet vier, or tötet sogar mehr,
Und wir werden Euch sicher lieben, mehr als vorher.Lasst uns gläubig bleiben bis unser Geist sich beruhigt
Denn wir kämpfen nicht mit Kugeln, sondern mit weit geöffneten Armen.

So reagieren also ägyptische Christen auf den Bombenanschlag auf eine Kirche in Kairo. Echte Christen, die glauben, und den Glauben nicht für bloße Kulturkulisse halten.

Man vergleiche dem gegenüber Pegida und die AfD, die wohl zu großen Teilen keine Kirchenmitglieder sind, aber meinen, das Christentum verteidigen zu müssen, indem sie auf ihren „Spaziergängen“ Weihnachtslieder singen (ich frag mich ja, welche LIeder da gesungen wurden, eher „Jingle Bells“ oder eher „Vom Himmel hoch“, aber das ist ein anderes Thema).

Die „Verteidigerdes christlichen Abendlandes“ wären sicher die letzten, die der Logik des Gedichtes folgen würden. Sie kämpfen nicht mit offenen Armen, nicht mit Liebe, sondern eben mit Haß, wie ihre vermeindlichen Gegner, die Islamisten. „Vermeindlich“ deshalb, weil sowohl die Islamisten und Terroristen als auch Pegida und AfD an der gleichen Strippe ziehen. Man könnte noch die Nazis hinzunehmen, die Anschläge auf Asylunterkünfte verüben, oder sonst den Geflüchteten zusetzen, physisch oder durch Propaganda. Denn das Ziel all jener ist gleich: Den Frieden stören, um in dem folgenden Chaos ihre Vorstellung von Ordnung durchzusetzen. Haß eben, der sich zuerst gegen die Liebe wendet und sich verlacht, um sich dann selbst zu zerfleischen und alle, die übrig geblieben sind.

Es fällt doch auf, daß sich die Bilder von Berlin 1945 und Kabul 2002 sehr ähneln…

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Lieber Gutmensch

lieber-gutmenschDieses Bild hab ich heute auf Twitter gesehen. Dazu einige Links:

Von Neonazis vergewaltigt
Neonazi muss in Haft
Nazi-Bestien vergewaltigen Opfer mit Besenstiel
NPD-Kandidiat wegen Vergewaltigung und Überfall verurteilt

Obdachloser bei Mügeln zu Tode getreten

Rollstuhlfahrer ausgeraubt

OSS diskutierte Anschlag auf Dresdner Frauenkirche
Brandanschlag auf Kirchenmitarbeiter
Katholische Kirche von Neonazis niedergebrannt

Gehört eine Nazi-Guillotine ins Museum?
Widerstandskämpfer von Nazis geköpft

Der Text in obigem Bild will suggerieren, daß die offene Gesellschaft der „Gutmenschen“ zu all diesen Verbrechen führen wird: Vergewaltigung, Raub, Mord. Die Links sollten belegen, daß wir keinerlei Flüchtlinge oder Migranten brauchen, um diese Verbrechen zu begehen, das wollen uns die – ja, wie nennt man sie? Schlechtmenschen? Angstmenschen? Rechte Hetzer? – wie auch immer man sie nennt, sie wollen uns weis machen.

Die Idee dahinter ist, das Ideal der offenen Gesellschaft fallen zu lassen und dem Vorurteil, der Ab- und Ausgrenzung Tür und Tor zu öffnen,sich von der Angst vor allem Fremden bestimmen zu lassen – während diejenigen, die die Angst verbreiten, selbst all diese Verbrechen begehen, für die sie die Migranten verantwortlich machen.

Deshalb möchte ich an der offenen Gesellschaft festhalten, egal wie oft sie mich als „Gutmenschen“ verhöhnen. Und auf diese Weise angesprochen, möchte ich antworten:

Ja, auch wenn Ihr und Euresgleichen mir und meinen Lieben all das angetan habt, hoffe und bete ich inständig, daß ich tolerant und offen bleibe und nicht wie jene werde, die diese Verbrechen begehen.

Denn, wenn man es mal genau betrachtet, ist doch das ganze rechte Gesocks kein bißchen besser als die Daesh Leute: Sie alle sind von Haß erfüllt und verbreiten Angst, um ihre Gewaltphantasien zu legitimieren.

Machen wir uns nicht gemein mit diesen Schlechtmenschen.

Commenting Media, Politik

Burka

Eine Burka
By Daderot [Public domain], from Wikimedia Commons
Jens Spahn hat in der FAZ was geschrieben, das bei FAZonline zusammengefasst wurde. Die Zusammenfassung habe ich gelesen und mich geärgert, und zwar deshalb:

Eine offene Gesellschaft beruhe auf Austausch und Teilhabe am öffentlichen Leben. Hingegen signalisiere eine Vollverschleierung, dass sich jemand isoliere, abgrenze und den Blicken anderer entziehe, schreibt Spahn.

Die Vollverschleierung signalisiert Abgrenzung nicht weniger wie sonstige Mode, die auf Individualität, also auf Abgrenzung von der Menge abzielt. Inwiefern es negativ ist, wenn eine Frau sich den Blicken anderer entziehen will, erschließt sich mir dabei nicht.

Dessen ungeachtet kann eine verschleierte Frau durchaus in Austausch mit anderen treten und am öffentlichen Leben teilhaben. Sie tut es ja gerade, indem sie als die Person, die sie ist, mit Schleier, in der Öffentlichkeit auftritt und sich eben nicht zurückzieht.

Damit verweigere man sich einer der grundlegendsten Formen der zwischenmenschlichen Kommunikation: „Ich verwehre meinem Gegenüber die Möglichkeit, sich im wahrsten Sinne ein Bild von mir zu machen.“

Das Gegenüber kann sich durchaus ein Bild machen, indem es mit der Frau redet. Das Bild ergibt sich dann eben aus dem Gesagten, und weniger aus Oberweite, Taillie oder dergleichen. Wenn eine Frau danach beurteilt werden möchte, wer sie ist, was sie sagt, dann hindert ein Schleier daran nichts.

Wenn aber in der Öffentlichkeit die eigene Freiheit die Freiheit und Erwartungen der anderen tangiere, müssten Regeln gelten, die dieses Zusammenleben strukturierten und gesellschaftlichen Frieden möglich machten, schreibt Spahn. „Deshalb wird übrigens auch Nacktsein im öffentlichen Raum als öffentliches Ärgernis eingestuft und sanktioniert.“

Ob die Frauen untereinander und mit ihren Kindern kommunizieren können?
By Peretz Partensky from San Francisco, USA (Evening Walk) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
Es ist mitnichten so, daß Nacktheit im öffentlichen Raum immer sanktioniert wird. Auch wird öffentliche Nacktheit überhaupt erst seit relativ kurzer Zeit als Problem angesehen. Auch erschließt sich mir nicht, inwiefern die Feiheit zum Schleier die Freiheit anderer tangieren sollte. Ich verstehe Spahn so, daß er sagt:Ich will das nicht sehen, also soll es verboten werden. Das kann IMHO kein Grund für eine allgemeine Gesetzgebung sein.

Spahn bezweifelt, dass es sich bei der Vollverschleierung um eine freie Entscheidung der Frauen handle.

Kann gut sein, doch ist nicht auszuschließen, daß es eben doch welche gibt, die ihn freiwilig tragen. Wer ihn nicht frewillig trägt, der muß Hilfe erhalten. Nur liegt dann das Problem nicht im Schleier  und wird auch durch ein Verbot desselben nicht gelöst. Aber bei der CDU ist man ja offenbar zufrieden, wenn man einen Mißstand so kaschiert, daß man nix mehr davon mitkriegt. Ich erinnere mich etwa an die DNS Umleitungen gegen Darstellungen von Kindesmißbrauch, die das Problem nicht lösten und nicht effektiv waren… aber zurück zum Thema!

Eindrucksvoll seien die Bilder der Frauen, die voller Begeisterung ihren Gesichtsschleier verbrannten, nachdem die Stadt Manbidsch von islamischen Dschihadisten befreit worden sei.

Da gab es auch andere Bilder. Etwa die von Männern, die ihre Bärte abschnitten. Will Spahn jetzt auch Bärte als Unterdrückungssymbole verbieten?

Bei Integration dürften nicht aus falsch verstandener Toleranz immer wieder die alten Fehler wiederholt werden, so Spahn.

Dem stimme ich voll zu. Einer dieser Fehler wäre der Ansatz „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“. Wenn wir nicht klarmachen, daß die freie Entscheidung zu einem Kleidungsstück kein Problem ist, wohl aber Druck jeglicher Art was die Wahl der Bekleidung angeht – ob durch den Ehemann oder durch den Staat, dannzeigen wir, wie ein tolerantes System funktioniert, das die Menschen anerkennt und sie nicht bevormundet.

„Die deutsche Gesellschaft darf und muss klare Ansprüche formulieren, wie Zusammenleben funktioniert und wie eben nicht.“

Die Rahmenbedingungen hierfür gibt das Grundgesetz vor. Ich halte es für einen Fehler, davon abzurücken, weil einzelne Probleme mit Kleidungsstücken anderer Kulturen haben. Wenn Bayern ihre Lederhosen auch in Berlin und an der Nordsee anziehen können, dann können konservative Musliminnen auch in Deutschland einen Schleier tragen!

Commenting Media, Gesellschaft

Eine schöne Zeit

„Having a blast“ ist der englische Ausdruck für „eine schöne Zeit haben“. Wörtlich übersetzt heißt es aber: „eine Detonation haben“. Die Punk Band Green Day hat 1994 auf ihrem Debut Album Dookie ein Lied mit diesem Titel veröffentlicht. So deutet der Titel an, daß es um eine schöne Zeit geht, der Text erzählt dann aber etwas ganz anderes.

Hier das Video von einem Live Auftritt 2013, das original Musikvideo konnte ich nicht finden (danke GEMA). Es folgt der Liedtext:

I’m taking all you down with me
Explosives duct taped to my spine
Nothing’s gonna change my mind

Ich nehm Euch alle mit
Sprengstoff ist an mein geschustert
Nichts wird meine Absicht ändern

Die ersten drei Zeilen machen klar: Es geht in dem Lied nicht um eine schöne Zeit, sondern um eine Detonation: Jemand hat sich Sprengstoff am Körper befestigt und droht, alle mit sich in den Tod zu reißen, sich von nichts abbringen zu lassen.

I won’t listen to anyone’s last words
There’s nothing left for you to say
Soon you’ll be dead anyway

Ich werde nicht auf irgendjemandes letzte Worte hören
Es gibt für euch nichts mehr zu reden
Bald werdet Ihr eh tot sein

Es wird nochmal betont: Kein Argument, kein Gerede wird den Attentäter umstimmen. Er hört einfach nicht zu und überhaupt: Wozu noch reden, wenn eh gleich alle sterben werden? Es gibt nichts mehr zu reden. Hat sich da jemand vielleicht lange Zeit Reden anhören müssen, die ihm zuwider waren, die ihn angriffen? Die Anwesenden sollen schweigen, schon bevor er sie endgültig zum Schweigen bringt.

Refrain:

Well no one here is getting out alive
This time I’ve really lost my mind and I don’t care

Keiner hier wird lebend rauskommen
diesmal habe ich wirklich den Verstand verloren
und es ist mir egal

Und wieder die Betonung: Keiner wird überleben, alle werden zum Schweigen gebracht. Und zwar, weil er, der Täter, den Verstand verloren hat. Diesmal wirklich. Hatte er vorher schon einmal unwirklich den Verstand verloren? Gab es schonmal einen Versuch, bei dem er es nicht übers Herz brachte, die Bombe zu zünden? Oder war das der Inhalt des Geredes ader anderen? Daß er verrückt wäre, den Verstand verloren hätte, kein normaler Mensch sei, niemand, den man beachten müßte?

So close your eyes
And kiss yourself goodbye
And think about the times you spent and what they’ve meant

Also schließt eure Augen
und gebt euch selbst einen Abschiedskuß
und denkt an die Zeiten die Ihr verbracht habt
und was sie bedeuteten

Wie soll man sich selbst küssen? Womöglich wurde der Attentäter früher verhöhnt, weil er auf Hilfe, auf andere angewiesen war. Womöglich höhnt er jetzt darüber: Wenn Ihr schon alle so wunderbar eigenständige Menschen seid, dann könnt Ihr Euch angesichts des Todes auch selbst den Abschiedskuß geben.

Und denkt an die Zeit, die Ihr hattet, und welche Bedeutung sie hatte. Womöglich steckt dahinter die Andeutung: Hättet Ihr mich mal nicht so mies behandelt, Eure Zeit genutzt, dann wären wir jetzt nicht in dieser Situation.

To me it’s nothing
To me it’s nothing
To me it’s nothing
To me it’s nothing

Für mich ist es nichts
Für mich ist es nichts
Für mich ist es nichts
Für mich ist es nichts

Es geht immer noch um die gelebte Zeit. Dem Attentäter bedeutet sie nichts. Das wird schon alleine daraus klar, daß er sein Leben wegwerfen will, nicht daran hängt. Es könnte aber auch eine letzte Behauptung der Stärke darin liegen: Alles, was Ihr mir angetan habt, bedeutet mir nichts, hat mir nichts ausgemacht. So endet der Refrain.

I’m losing all my happiness
The happiness you pinned on me
Loneliness still comforts me

Ich verliere all meine Freude
die Freude, die ihr mir angesteckt habt
Einsamkeit tröstet mich immer noch

Hier erfahren wir erstmal etwas über die Opfer: Sie haben dem Attentäter Freude angesteckt, ja, genauer genommen: Angepinnt. Mit Nadeln die Freude in ihn reingesteckt, die offenbar ursprünglich nicht vorhanden war. Er wurde gezwungen, jemand zu sein, der er nicht war. Er konnte nicht er selbst sein, und mußte diesem äußeren Bild entsprechen, das ihm mit Gewalt angeheftet wurde. Trost brachte ihm nicht die Freude, sondern die Einsamkeit, wenn er sein konnte, wie er wirklich war.

My anger dwells inside of me
I’m taking it all out on you
And the shit you put me through

Meine Wut wohnt in mir drinnen
ich lasse sie an euch aus
und an der Scheiße, durch die ihr mich gezogen habt

Vielleicht sollte mit dem Anpinnen der Freude die Wut übertüncht werden. Die lebt aber, so der Attentäter, in ihm drinnen. Sie gehört zu ihm, entspricht ihm, und kann auch nicht raus. Es sei denn er läßt sie raus, und das macht er gerade: Er läßt sie an den Menschen aus, indem er sie mitnimmt in den Tod und an dem, was er durchleben mußte wegen dieser Menschen, indem er zeigt, wohin das führt.

Es folgt wieder der Refrain, womit die Aussagen wiederholt werden: Keiner wird überleben, ich bin diesmal wirklich verrückt, verabschiedet euch von euch selbst, mir ist alles egal.

Do you ever think back to another time?
Does it bring you so down that you thought you lost your mind?

Denkst du je zurück an eine andere Zeit?
Zieht es dich so runter, daß du denkst,
du verlierst den Verstand?

Schon wieder: Den Verstand verlieren! Erfahren wir hier mehr über die Motivation des Täters? Die Erinnerung an eine andere Zeit, die ihn herunterzieht so daß es letztlich zu dem Sprengstoffanschlag kommt?

Do you ever want to lead a long trail of destruction
And mow down any bullshit that confronts you?

Willst du jemals einen langen Zug der Zerstörung anführen
und jeden bullshit niedermähen, der dir begegnet?

Ja, es scheint um die Motivation zu gehen. Und es steckt eine Menge Wut darin. Es ist die Rede von einem Zug der Zerstörung, nicht nur einer einzelnen Bombe am Rückgrat. Es scheint, hier werden Machtfantasien, womöglich Allmachtsfantasien abgebildet. Das ewige Opfer schlägt zurück, und weil es den Schmerz als so immens empfindet, daß er nicht auszuhalten ist, muß auch der Rückschlag so immens sein wie nichts zuvor und nichts später: Alles soll niedergemäht werden, was in den Weg kommt!

Do you ever build up all the small things in your head?
To make one problem that adds up to nothing
To me it’s nothing
To me it’s nothing
To me it’s nothing

Baust du je all die kleinen Dinge in deinem Kopf zusammen?
Um daraus ein Problem zu bauen das hinausläuft auf nichts
Für mich ist es nichts
Für mich ist es nichts
Für mich ist es nichts

Fast könnte man meinen, der Attentäter sieht die Sinnlosigkeit seines Tuns ein: Alle Kränkungen, allen Schmerz, alle Sticheleien, all die kleinen Dinge, die er im Kopf hat, faßt er zusammen zu einem großen Problem. Aber letztlich führt es zu nichts. Und dann: „Für mich ist es nichts.“ Also selbst wenn es eigentlich ein Problem ist – und eine Lösung mittels Bombe verlangt, steht der Attentäter selbst doch darüber. Ihn ficht das alles nciht mehr an. In seiner Fantasie ist er der Mächtige, der anderen Schaden zufügt.

Ich glaube dieses Lied beziehungsweise das Album, auf dem es veröffentlicht wurde, brachte mir zum ersten Mal Liedtexte näher, aus denen eine gewisse Depressivität spricht. Papa Roach wäre ein anderes Beispiel, oder manches von The Offspring. Und wie viele dieser Lieder drückt es nicht nur die Depressivität aus, sondern auch die damit einhergehende Aggresivität, die vor allem auch durch die Musik unterstützt wird.

Ich mußte in den letzten Tagen nach Jahren wieder an das Lied denken, nach all den Amokläufen, von denen manche als Terroranschläge angesehen wurden. Bei vielen wenn nicht allen Anschlägen der letzten Wochen wurde den Tätern eine gewisse Depressivität oder Hoffnungslosigkeit nachgesagt, islamistische Radikalisierung schien da recht schnell gelaufen zu sein – wenn überhaupt.

Und ich frage mich, ob das nicht eine grundsätzliche Gemeinsamkeit bei allen „Terroristen“ ist, oder zumindest bei den Selbstmordattentätern: Hoffnungslosigkeit, Gequältheit, Depression, die sich dann entlädt in Machtfantasien und Zerstörung.

Mir fällt der Pilot der German-Wings Maschine ein, der diePassagiere mit sich in den Tod riß. Obwohl in dem Fall nach meiner Kenntnis der Aspekt der Machtfantasie fehlt, wiees bei Daesh und Freunden ja oft ganz stark zur Schau getragen wird.

Meine Vermutung ist, daß der Terror dieser Welt sich aus den Hoffnungslosen speist, aus den Ausgegrenzten und Marginalisierten, denen es irgendwann so geht, daß sie meinen, nichts mehr zu verlieren zu haben, wenn sie sterben, die es dann aber mit einem Knall zu Ende gehen lassen wollen: Möglichst viele dieser Menschen mitnehmen, die nicht geholfen hatten, die einen sitzen ließen, die einen nicht so sein ließen, wie man eigentlich ist.

Und was ist unsere Antwort? Mehr Druck, mehr Ausgrenzung gegen die, die wir unter Generalverdacht stellen. Wir isolieren die Menschen, die wegen ihrer Isolation zur Gefahr werden. Und wir tun das idiotischer Weise, um die Gefahr zu reduzieren.

Und so wird alles schlimmer: Die Hoffnungslosen, die es jetzt schon gibt, werden weiter in die Enge gedrängt, neue Menschen kommen in Bedrängnis, und mit jedem Anschlag eines Menschen, der seine Hoffnungslosigkeit nicht mehr aushält, wird der Druck noch einmal erhöht.

Wie sollten wir in unserer Angst, die nächsten Opfer zu sein, auch anders handeln? Wir sind in einem Teufelskreis aus Angst und Hoffnungslosigkeit gefangen. Es wird böse enden und wir werden wahrscheinlich nichts daran ändern können. Der heutige Losungstext lautet:

Sucht den HERRN,
solange er zu finden ist;
ruft ihn an, solange er nahe ist.

Vielleicht ist es schon zu spät.

 

Commenting Media, Gesellschaft

Pädophile Massenhochzeit im Gaza-Streifen?

Im Moment hab ich wenig Zeit, es sind gerade Amtswochen, daher hatte ich gar keinen Artikel geplant. Dann sah ich dieses Bild:

Massenhochzeit in GazaEs handelt sich um ein Bild von einer Massenhochzeit in Gaza. Und es ist sehr verbreitet im Internet (siehe google Bildersuche – gibt es auch weniger bedenktliche Bildersuchen als google?).

Soweit, so gut. In Gaza gibt es also Massenhochzeiten. Die gibt es auch bei uns, und es gibt immer wieder Versuche, größere Massenhochzeiten auszurichten, um ins Guiness Buch der Rekorde zu kommen. Wie dem auch sei.

Das alles ist ja kein Aufreger. Der Aufreger liegt darin, dass auf den weitaus meisten Webseiten behauptet wird, die Mädchen in den weißen Kleidern seien die Bräute der daneben stehenden Männer. Die Seitenbetreiber leisten damit dem Vorurteil Vorschub, dass Muslime eine Neigung zu Pädophilie hätten, jedenfalls lassen sich viele der Artikel so verstehen.

Es handelt sich allerdings nicht um die Bräute. Und das entlarvt die ganzen Webseiten „besorgter Bürger“ und anderer geistiger Brandstifter als ganz üble Hetze.

Die Mädchen sind die Cousinen der Eheleute, die in der Zeremonie eine Rolle spielen. Die erwachsenen Bräute zeigen sich nicht derart in der Öffentlichkeit.

Leider aber geht die Wahrheit in der Masse an Falschinformationen und Hetzseiten ganz schnell unter, und man braucht schon ein gewisses Misstrauen und eine gewisse Ausdauer, um etwa auf diesen Artikel zu stoßen, der die Hintergründe beleuchtet. In dem Artikel ist dann auch ein Artikel eines Reporters verlinkt, der tatsächlich vor Ort war und bestätigt, daß die Mädchen nicht die Bräute sind.

Wir leben in Zeiten der Unaufrichtigkit, in der wir mit einem Wust von Lügen dazu gebracht werden sollen, unseren Auftrag als Christen, die Menschen zu lieben, zu vergessen und statt dessen zu hassen. Der Teufel ist der Vater der Lüge, und er nutzt sie, um seien Haß zu verbreiten und Gottes Reich zu bekämpfen.

Seien wir also misstrauisch, wo immer wir zu Haß und Verachtung gedrängt werden, durch Angstmacherei und Lügen.

Einer der häufigsten Sätze in der Bibel lautet: „Fürchte Dich nicht.“ Halten wir uns daran. Und halten wir an der Liebe fest!

Update: Ich stieß gerade auf diesen Artikel, der den oben verlinkten Artikel in einigen Details korrigiert. Interessant dabei finde ich zwei Dinge:

  1. Die ursprüngliche Falschmeldung kam von einem radikalen koptischen Blog (es gibt auch unter den verfolgten Christen der arabischen Länder Radikale, die zur Lüge greifen).
  2. Die Massenhochzeiten der Hamas sind ein soziales Projekt, das allen Menschen egal welcher Religion oder Nationalität offensteht. Mir stellt sich da die Frage, ob das nicht auch etwas für unsere Kirchen wäre. Ich habe den Eindruck, dass dies bei den immer wieder veranstalteten Tauffesten der Fall ist. Wieso das nicht auf Hochzeiten, Konfirmationen und andere Feste ausweiten?

Nochn Update: @LEvangelikal hat mich drauf hingewiesen, daß es sich bei der koptischen Homepage um „Kopten ohne Grenzen“ handelt (Danke für den Hinweis). Dort hab ich die Geschichte dann auch gefunden. Allerdings handelt es sich dabei offenbar nicht um die erste Meldung (wie bei mimikama.at zu lesen), da der Artikel vom November 2012 ist und auf einen Artikel vom 5.8.2009 bei pi verlinkt. Vom pi Artikel bin ich dann zu Israel Matzav gekommen. Der Artikel datiert vom 31.7.2009 und ist bisher der Älteste. Tim Marshall, der vor Ort war und davon berichtete (ich hab den Originalbericht noch nicht gefunden) hat schon am 4. August 2009 von dem Problem berichtet, daß islamophobe Webseiten die Bilder aus dem Kontext reißen. Im Moment hege ich die Vermutung, daß der Originalartikel deshalb ausdem Netz genommen wurde.