Grenzkontrollen

Destruction in Homs (4)

By Bo yaser (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons
Damit der Flüchtlingsstrom abreißt, muß man nur die Rechten wählen. Dann sieht in in Deutschland bald wieder so aus wie jetzt in Homs, dann sind alle „Anreize“ weg – denn Grenzkontrollen halten keinen auf


Immer wieder les ich davon, daß die Grenze geschlossen werden sollte, daß das billiger wäre als die Flüchtlinge aufzunehmen, und (ja, immer noch) daß es deutsches Recht wäre, den Grenzübertritt mit Waffengewalt zu unterbinden.

Letzteres ist natürlich völliger Unsinn, denn der Polizist oder Grenzschützer, der auf Flüchtlinge feuert, die die Grenze übertreten, macht sich außer in ganz wenigen Ausnahmefällen strafbar. Da das anderswo gut und ausführlich erklärt wird, schreib ich dazu jetzt nichts mehr.

Was mich hier interessiert ist die Frage, ob und inwiefern es sinnvoll und durchführbar ist, durch Grenzkontrollen oder Stacheldrahtzäune den Grenzübertritt zu verhindern.

Es steht ja die Behauptung im Raum, daß wir uns der ganzen Krise entledigen könnten, indem wir einfach die Grenzen schließen.

Nun sind Grenzen keine Schleusen oder Ventile, die man zudrehen kann und schluß im Bus. Grenzen sind abstrakte Linien, die durch Geschichte und Politik in der Landschaft gezogen wurden, um Hoheitsbereiche voneinander abzugrenzen. Eine Grenze existiert nicht an sich, sondern nur deshalb, weil hinreichend viele Menschen sich an diese Grenze halten und sich so VERhalten, als wäre da eine Grenze.

Glauben die Menschen nciht mehr an Grenzen, oder sind sie ihnen egal, dann verschwinden die Grenzen auch ganz schnell. Das beste Beispiel der jüngeren Vergangenheit ist die DDR.

Die Grenze der DDR zur BRD war stark gesichert mit Stacheldraht, Soldaten, Schießbefehl, Hundebahnen, was es damals so gab. Es spielt dabei übrigens keine Rolle, wer wen am Grenzübertritt hindern wollte, denn es gab auch hier eine Gruppe, die ein Interesse daran hatte, den Grenzübertritt zu verhindern (damals das SED Regime, heute die AfD und andere Rechtspopulisten und Nazis) und eine Gruppe, die ein Interesse daran hatte, die Grenze zu überqueren (damals die freiheitsliebenden Ostdeutschen, heute die friedenssuchenden Flüchtlinge).

Die Grenze hatte lange Bestand, auch wenn sie nie ganz dicht war. Denn immer wieder gelang es einzelnen Menschen oder kleinen Gruppen, die Grenze zu durchbrechen und in den Westen zu kommen, andere kamen beim Versuch um – auch hier ist es heute nicht anders: Viele Flüchtlinge sterben auf ihrem Weg. Und noch eine Sache fällt auf: Auch damals gab es Republikflüchtlinge, die mit der ganzen Familie flohen, also auch Frauen und Kindern. Wer sich darüber aufregt, daß die heutigen Flüchtlinge ihre Kinder in eine solche Gefahr versetzen, erinnere sich daran, daß wir das gleiche Verhalten bei den damaligen Republikflüchtlingen nicht kritisierten, sondern die Schuld immer (zu Recht!) beim DDR Regime suchten. Nur heute, wo wir unsere Grenzen schützen wollen, suchen wir die Schuld fü die Opfer der Grenzsicherung nicht bei uns!

Man bedenke, daß ein Flüchtling, der hier Asyl bekommen will, gar keine andere Chance hat, als illegal (also meist mit Schleppern) über die Grenze zu kommen und DANN Asyl zu beantragen. Es gibt keine andere Chance, in die EU zu kommen. Und jetzt, wo der Familiennachzug reduziert wird, werden nicht nur die jungen Männer den Weg auf sich nehmen und die Familie nachholen, sondern die ganze Familie wird sich auf den Weg machen, was in mehr Toten resultieren wird. Und wir müssen uns die Frage stellen, wer an diesen Toten die Schuld trägt, wenn nicht die, die den Grenzübertritt verhindern wollen. Nebenbei: Früher hießen die Schlepper Fluchthelfer und hatten keinen so schlechten Ruf.

Und wie war das in der DDR? Wann war die Mauer weg? Als Schabowski sich verplapperte und die Menschen ihm glaubten. Unabhängig davon, was in den Gesetzesbüchern stand. Die Menschen kamen an die Grenze mit dem Bewußtsein, daß die Mauer gefallen, die Grenze offen ist. Und es wurden immer mehr. Die DDR Grenzer hätten durchaus schießen können. Waffen waren da. Es hätte jedoch nur zu einem Massaker geführt in dem die Grenzer wohl selbst alle umgekommen wären – so viele Menschen waren auf der Straße.

Insofern sind Grenzen sehr demokratische Einrichtungen. Wenn genug Leute sagen oder denken „das ist für mich keine Grenze, ich mach da nicht halt“, dann ist das so. Wenn an einem Punkt sehr viele Menschen kommen und rüber wollen, dann können die nur mit sehr sehr viel Gewalt aufgehalten werden. Und es braucht hinreichend Staatsgewalt vor Ort, um das durchzusetzen.

Und jetzt betrachten wir die Grenze Deutschlands. Meinetwegen nur die Grenze zu Österreich, um die es vor allem geht. Diese Grenze mißt 815 km, also 815.000 Meter. Das bedeutet, wenn wir alle 100m einen Beamten aufstellen wollen, bräuchten wir dazu schon 8.150 Beamte pro Schicht, wahrscheinlich drei Schichten pro Tag, also 24.250 Beamte pro Tag, und da ist noch nicht bedacht, daß die Beamten auch Urlaub haben und mal krank werden. Das wäre schon über die Hälfte aller Bundespolizisten (insgesamt etwas über 40.000), die nebenher noch andere Aufgaben zu haben, als die Grenze zu schützen.

Oder rechnen wir einmal anders: 24.250 Beamte pro Tag, die nur an der Grenze stehen und aufpassen,daß keiner kommt, das kostet ja auch Geld. Bei den angenommenen 8 Stunden Schichten sind das beim Mindestlohn von 8,50 € pro Stunde (Beamte kosten mehr, schon alleine wegen der Versorgung, die ja über das Dienstzeitende besteht), sind das 1.662.600 € pro Tag – wie gesagt mit dem zu niedrig angesetzten Lohn, ohne die Versorgung, ohne die dazugehörige Logistik und Ausrüstung bzw deren Wartung (ja, Stacheldraht rostet und muß ausgewechselt werden, wieder Kosten, die anfallen).

Das wären dann pro Jahr fast 607 Mio. €. Aber da stehen sie nur alle 100m. Das reicht vielleicht, um zu sehen, ob jemand kommt, aber wenn an einem bestimmten Punkt viele Flüchtlinge auf einmal kommen, reicht das bei weitem nicht, um sie aufzuhalten. Auch nicht mit Schußwaffen, weil auf die Entfernung trifft man nicht so leicht, und schon gar nicht auf bewegliche Ziele, die dann ja auch in Deckung gehen würden.

Also müßte man mehr Beamte aufstellen, was auch mehr Kosten bedeuten würde. Will man alle 50m jemanden aufstellen, sind wir schon bei rund 1,2 Mrd im Jahr. Aber selbst wenn wir jeden Meter einen Beamten aufstellen (607 Mrd. – wir kommen in den Bereich, den die Bankenrettung gekostet hat) wird man bei einer Millione Flüchtlinge Probleme bekommen, das im Griff zu haben (obwohl man fast so viele Beamte an der Grenze hätte – die Beamten wären ja auch die ganzen 815 km verteilt, während die Flüchtlinge nur an bestimmten Punkten die Grenze zu mehreren überqueren.).

Sicherlich kann man da einiges mit Technik machen (was die Kosten noch weiter ansteigen ließe – bei rund einer Mio. Beamten vor Ort steigen ja auch die Kosten für die Logistik, die Verwaltung, die Ausrüstung und Wartung etc. – wir kommen da also locker in den Billionenbereich pro Jahr, ohne daß die Grenzen dicht wären – wie lange können wir uns das wohl leisten?), aber alle aufhalten? Schon die stark bewachten und im Vergleich relativ kurzen Grenzen der spanischen Exklaven Ceuta und Melilla sind nicht ganz undurchlässig. Man müßte mit Tunneln und dergleichen rechnen (auch das gab es schon) und der Aufwand würde wahnwitzig werden.

Und wozu das alles? Nur um ein paar Millionen Flüchtlinge davon abzuhalten, hier bei uns ihr Glück zu finden und ihre Arbeitskraft in den Dienst unserer Gesellschaft zu stellen, statt in den Dienst ihrer Herkunftsgesellschaften, wo sie derart bedrängt wurden, daß sie sich auf den lange und gefährlichen Weg machen.

Den Flüchtlingen wird es im Prinzip egal sein, ob sie über die Balkanroute oder über Malta und Italien oder über Spanien kommen. Sie suchen nicht nach landschaftlich schönen Strecken, sie suchen nach möglichst sicheren Wegen, um ihrem Elend zu entfliehen und eine bessere Zukunft zu finden. Damals, bei den Ostdeutschen, die zu uns in den Westen flüchteten fanden wir das noch positiv und vielleicht sogar heldenhaft – sich dem Regime widersetzen, das einen sein Leben lang unterdrückt hat und eine neue Zukunft in Freiheit und Selbstbestimmung im Westen suchen. Und bei den Flüchtlingen rümpfen wir nur die Nase und reden von „Wirtschaftsflüchtlingen“. Waren das die DDR Flüchtlinge nicht auch? Sahen wir nicht auch die wirtschaftliche Selbstverwirklichung als Teil unserer Freiheit an? Können wir es anderen dann verdenken, wenn sie unsere Träume mitdenken? In ihren Herkunftsländern wird ihnen der Traum verwehrt, wie damals den Bürgern der DDR. Manche sagen: Die könnten auch in ihren Ländern bleiben. Mag sein, aber gilt nicht auch das für die Bürger der DDR, die ihrem Staat den Rücken gekehrt hatten? In der DDR war auch kein Krieg. Man konnte, wenn man das Maul hielt und nicht aufmuckte, sogar manchmal ein recht beschauliches Leben führen. Aber war das nicht das, was wir früher immer so schlimm fanden, daß man eben nicht sagen kann, was man dachte, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen? Die Konsequenzen sind in den Ländern, aus denen die Flüchtlinge kommen, oftmals noch viel schwerer als damals in der DDR. Schon vor dem Bürgerkrieg war Assad ein Diktator it allem, was dazugehört. Und auch im Irak und in Afghanistan sieht die Lage nicht zwingend anders aus.

Und deshalb werden sie weiter kommen, egal ob uns das nun gefällt. Und viel dagegen tun können wir nicht, außer ihnen die „Anreize“ zu nehmen.

Diese Anreize bestehen aber nicht wie so oft gemutmaßt wird vor allem aus den Segnungen des Sozialstaates (bzw was davon übrig ist). Die Segnungen bestehen für Menschen, die aus Diktaturen kommen darin, daß man hier seine Meinung sagen kann, daß man die Religion selbst wählen kann, kurz: Daß man hier frei ist. Über die Sozialleistungen ist vielleicht keiner böse, aber ich denke, die große Mehrheit würde lieber selbst arbeiten und sich ihren Lebensunterhalt verdienen, so wie sie es immer tun mußten – weil viele so etwas wie ein Sozialsystem gar nicht kannten.

Wenn wir aber diese Anreize, die wirklich ziehen, abschaffen wollen, dann müssen wir wirklich AfD wählen, oder noch weiter rechts. Dann müssen wir unseren Rechtsstaat abschaffen, dann müssen wir Polizeiwillkür fördern, Korruption und Unrecht. Wenn wir das wollen ist es auch förderlich, an der Grenze oder auch anderswo im Staat willkürlich auf Menschen zu schießen, denn sowas wie ein Gewissen wäre uns bei der Verfolgung dieses Zieles nur hinderlich. Dann müssen wir tatsächlich unsere Kultur vernichten und selbst die Konsequenzen tragen. Wenn wir es schaffen, Deutschland zu einem zweiten Afghanisten, zu einem zweiten Syrien oder einem zweiten Irak zu machen, dann wird keiner mehr kommen wollen, dann hat die AfD ihr Ziel erreicht.

Die Frage ist: Wollen wir das?

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21 Kommentare zu Grenzkontrollen

  1. Pingback: Grenzkontrollen | Christliche Blogger Community

  2. Christina sagt:

    Wirklich schade, dass du die politischen Debatten nicht verfolgst. Wenn nicht auf YouTube (weil dir nicht möglich), gibt es ja auch noch den Fernseher.

    Interview zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz mit dem Spitzenkandidaten der Alternative für Deutschland (AfD), Uwe Junge:

    https://www.youtube.com/watch?v=T1gkAQ-Kl-U

  3. De Benny De Benny sagt:

    Wirklich schade, daß Du in Deinem Kommentar nicht sagst, auf was Du hinaus willst. Die politische Debatte verfolge ich durchaus. Allerdings kann ich nicht von jeder Kleinstpartei die Interviews aller Regionalpolitiker sehen oder lesen. Ich hab auch kein Interview mit dem Spitzenkandidaten der Piraten oder dem der Republikaner gesehen. Ich kenne aber sowohl von Piraten als auch von Republikanern die grundsätzliche Richtung ihrer Politik. So auch von der AfD. Oder wollen die keine Grenzkontrollen?

  4. Christina sagt:

    Ich will darauf hinaus, dass in den Medien oft über die AfD etwas behauptet wird (Aussagen verdreht dargestellt werden), was sich bei genauem Hinhören als Unterstellung herausstellt. Deshalb sollte man nicht alles nachplappern, was man so liest, sondern sich selbst ein Bild verschaffen. Und das kann man gut bei einer politischen Debatte tun, falls die Vertreter dieser Partei auch mal zu Wort kommen und nicht gleich niedergeschrien werden (so wie letztens bei Maybritt Illner). Da war der Debatte wirklich nur schwer zu folgen, weil die Linken-Chefin Kaja Kipping (in Vergessenheit ihrer guten Kinderstube) es vorzog, Frau Petri nicht ausreden zu lassen. . Dagegen ist die Debatte, die ich dir im Link schickte, ein positives Beispiel für eine gute Diskussionskultur und daher auch sehr aufschlußreich. Es geht, wie man sieht, doch auch anders. 😉

     

     

     

     

  5. De Benny De Benny sagt:

    Ach Christina,Du willst mir also sagen, daß die AfD keine Grenzkontrollen will und daß Petry und von Storch nicht an der Grenze schießen lassen wollten, obwohlPetry das fragliche Interview autorisierte und von Storch die Zeilen selbst bei Facebook eingegeben hat?

    Und was die Medien angeht, da kann man eigentlich schon lernen, damit umzugehen und entsprechende Neigungen zu durchschauen, nicht nur bei den herkömmlichen Medien, auch in den sozialen Netzwerken. Da gibt es hier zum Beispiel eine kleine Anleitung:

    http://t3n.de/news/falschmeldungen-entlarven-684664/

    Aber nochmal: Sagt der Mensch in dem Youtube Video irgend etwas, das einer Aussage (oder gar Unterstellung) in meinem Artikel widerspricht? Oder willst Du einfach Werbung für die Partei Deines Vertrauens machen?

    A propos: Ich habe heute einen interessanten Artikel über die Verbindung von Evangelikalen und dem rechten politischen Rand gelesen, vielleicht interessiert es Dich ja:

    http://www.theologiestudierende.de/2016/03/13/unter-heiden-14-die-evangelikalen-und-die-deutsche-tea-party/

    Das Problem ist ja nicht (nur) die AfD, sondern diese ganze Unbedenklichkeit gegenüber Rechts und Rechtsradikal. Dieses Millieu wird wunderbar dargestellt in diesem Artikel:

    http://www.lavievagabonde.de/2016/03/13/7-tage-undercover-auf-dunkelfacebook/

    In der AfD sammeln sich da momentan Leute, die ich für sehr gefährlich halte. Wahrscheinlich spielen viele der Frontleute auch nur mit dem Feuer und meinen, sie könnten es beherrschen. Wer aber rechte Parolen (und „Ausländer raus“ und die Forderung nach einem Schießbefehl an der Grenze sind rechte Parolen) für ein geeignetes Mittel hält, um Stimmen zu fangen, der treibt ein gefährliches Spiel, der riskiert nicht nur seine Glaubwürdigkeit, sondern unser gesamtes Gemeinwesen.

    Wenn jemand meint, er müsse 12-jährige schon als Erwachsene behandeln und wegsperren, wenn jemand meint, man müsse vor allem Stärke zeigen, anstatt den Schwachen auf die Beine zu helfen, dann kann er das gerne meinen, muß dann aber damit leben, daß er dafür kritisiert wird und daß ich ihm auch die Verantwortung dafür zuschreibe, wenn alles vor die Hunde geht. Weil wie gesagt: Die Flüchtlinge werden kommen, so oder so. Es sei denn, wir richten unser Landderart zu Grunde, daß wir selbst nicht mehr hier bleiben wollen.

  6. Christina sagt:

    Zu deinem Text oben noch mal.

    Können wir es anderen dann verdenken, wenn sie unsere Träume mitdenken? In ihren Herkunftsländern wird ihnen der Traum verwehrt, wie damals den Bürgern der DDR. Manche sagen: Die könnten auch in ihren Ländern bleiben. Mag sein, aber gilt nicht auch das für die Bürger der DDR, die ihrem Staat den Rücken gekehrt hatten?

    Du machst da eine Michmädchenrechnung. Die Flüchtlinge, die zu DDR-Zeiten ihr Land verließen, das waren ein paar Hundert, nicht mehr – und das auf viele Jahre verteilt. Macht einen gravierenden Unterschied in der Bewältigung des Ganzen, oder meinst du nicht? Jetzt sind es aber Millionen, die ins Land strömen würden, teilweise unkontrolliert, wie schon gewesen. Und wieviele IS-Leute darunter sind, weiß kein Mensch.

    Ich finde, die Menschen machen sich nicht unbegründet Sorgen. Sorgen kann man sich in mancherlei Hinsicht machen. Um mal einen Punkt davon anzusprechen, der vielleicht die meisten bewegt. Wo kommt das ganze Geld her, das das kosten wird? Man hat errechnet, dass jeder Flüchtling dem Staat 450. 000 Euro kosten wird. Es wird ca. 8 – 10 Jahre dauern, bis die meisten Flüchtlinge auf eigenen Füßen werden stehen können. Als erstes Sprache lernen, dann Schule, Ausbildung, Praktika usw. Ob sie dann wirklich hier auch eine Arbeitsstelle finden werden, steht auch in den Sternen. Es gibt selbst in der deutschen Bevölkerung viele gut ausgebildete, teils studierte Arbeitslose, die nichts finden. Willst du mir darin widersprechen?

    Zweitens, fragen sich viele: Woher hat der Staat plötzlich das viele Geld, um das alles zu bezahlen? Nicht nur für die Versorgung der Million Flüchtlinge, die bereits hier sind und irgendwann ihre Familie nachholen werden, sondern auch für die vielen Millionen, die noch kommen werden in den nächsten Jahren? Sind nicht seit vielen Jahren nicht wenige unserer Schulen marode? Es regnet durch die Decke, der Putz fällt von den Wänden, der Wind pfeift durch die Fenster. Lehrer gibt es auch nicht genug. Kein Geld dafür da. Für Obdachlose und Hartz-IV-Empfänger, um da mal ein paar Euros draufzupacken, auch nicht. Der Staat hat anscheinend kein Geld. Hmmm.

    Und dann kommen die Flüchtlinge und plötzlich ist in Deutschland der Wohlstand ausgebrochen? Wie geht das denn? Das fragen sich doch Viele. Frau Merkel: „Wir schaffen das.“ Da fragt man sich doch: Woher kommt das Geld, wenn es vorher für wichtige andere Dinge nicht da war? Entweder hat die Bundesregierung das Volk bisher für dumm verkauft und war gar nicht knapp bei Kasse, sondern schwamm im Geld, dass es unterm Kopfkissen heimlich versteckt hatte und gräbt es jetzt aus. Oder der Staat wird sich verschulden müssen, um die ganzen Kosten zu decken. Oder der Steuerzahler (der kleine Mann) wird irgendwann zur Kasse gebeten werden. Das hängt man natürlich jetzt noch nicht an die große Glocke. Aber wer nicht ganz verblödet ist, der weiß natürlich, dass die Zeche gezahlt werden muß. Fragt sich nur, von wem? Man kann den Leuten nicht verdenken, dass sie sich darüber Sorgen machen, wie das alles weitergehen soll, wenn der Flüchtlingsstrom weiterhin so anhält. Im Moment ist er ja erstmal ein bißchen abgerissen und alle Behörden und ehrenamtlichen Helfer kommen mal ein bißchen zum durchatmen. Wie soll es also weitergehen?

    Das ist jetzt mal nur der materielle Aspekt gewesen, den ich etwas beleuchtet habe. Aber auch in anderer Hinsicht, nämlich was die Integration betrifft, sind personalmäßig diese enormen Massen von Menschen nicht zu stemmen. Schon jetzt sind eigentlich alle damit überfordert. Es gibt nicht genug Lehrer, Sozialarbeiter und andere Betreuungspersonen, wenn das mit dem Flüchtlingszustrom sich so fortsetzt wie in den letzten Monaten. Es fallen nicht plötzlich 60.000 zusätzliche Lehrer vom Himmel. Die müssen erstmal ausgebildet werden. Wie lange dauert so eine Lehrerausbildung?

    Der letzte Punkt, den ich mal noch kurz ansprechen möchte, ist der völlig andere Kulturkreis, die völlig andere Religion. Auch darin unterscheiden sich die jetzigen Flüchtlinge von den ehemaligen DDR-Flüchtlingen. Und darin besteht eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Mag sein, dass ein Großteil der muslimischen Flüchtlinge ihre Religion und ihr Heiliges Buch nicht allzu ernst nehmen, sozusagen so liberal sind wie du bezüglich des christlichen Glaubens. 😉 Als Moslems fühlen sie sich allemal. Und die Stimmung kann auch ganz schnell mal kippen. So wie in manchen Gegenden in Syrien der Fall gewesen, wo Christen und Muslime jahrelang friedlich nebeneinander gelebt haben. Dann kam der IS in die Stadt und plötzlich erklärt  mein bisher ach so freundlicher muslimischer Nachbar zu seinem Todfeind und trachtet mir nach dem Leben. Alles für Deutschland nicht ausgeschlossen. Wir wissen ja nicht, was noch für Zeiten auf uns drauf zu kommen.

    Als letztes noch. Du schreibst:

    Ach Christina,Du willst mir also sagen, daß die AfD keine Grenzkontrollen will und daß Petry und von Storch nicht an der Grenze schießen lassen wollten,

    Grenzkontrollen bzw. kontrollierte Zuwanderung wollen doch inzwischen alle anderen Parteien auch. Ist dir das etwa entgangen? 😉 Da steht die AfD schon lange nicht mehr alleine. Außerdem scheint dir auch entgangen zu sein, dass die AfD  nichts gegen Asylsuchende hat und sich auch dafür ausspricht,  diese aufzunehmen. Sie macht nur einen Unterschied zwischen Asyl und Migration. Für Migration (das betrifft die Wirtschaftsflüchtlinge) muß ein Einwanderungsgesetz her, sagt sie. Ich finde diesen Gedanken sehr vernünftig. Und wenn diese Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen sich wünchen nach Deutschland zu kommen, hier auf dem Arbeitsmarkt auch wirklich eine Chance haben und als Arbeitskräfte gebraucht werden, dann können und sollen sie auch kommen und bleiben dürfen. Was ist daran auszusetzen?

    Ach ja, und was das angebliche Schießen betrifft, dazu sage ich jetzt nichts mehr, hatten wir ja im anderen Thread schon ausführlich drüber gesprochen. Wenn das nicht in deinen Kopf hinein geht, kann ich es auch nicht ändern.

    Und um noch mal auf deinen obigen Text und deine Rechnung zurückzukommen, warum willst du Beamte an die Grenze stellen? Tut’s nicht auch die Bundeswehr? Und die werden doch eh schon bezahlt, kosten also Null komma Nichts.

  7. Christina sagt:

    PS: Es wundert mich übrigens schon etwas, dass du diesen angeblichen Programmentwurf der AfD (aus einem deiner Links) ernst nimmst – ohne Quellenangabe oder dgl., der doch angeblich, nach den Aussagen dort, unter Verschluß gehalten wird. Woher haben die den dann? Sehr misteriös das Ganze. Ich würde an deiner Stelle mal auf das echte Programm warten, dass dann sicher auf der Internetplattform der AfD zu finden sein wird. 😉

     

  8. De Benny De Benny sagt:

    Die Flüchtlinge, die zu DDR-Zeiten ihr Land verließen, das waren ein paar Hundert, nicht mehr – und das auf viele Jahre verteilt. Macht einen gravierenden Unterschied in der Bewältigung des Ganzen, oder meinst du nicht?

    Sicher ist das mehr Arbeit, kostet mehr Geld. Aber damals hätte man Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, weil es Teil der Staatsräson war. Die Frage kann meines Erachtens nicht sein, wie schwer das ist (es sei denn, man ist wirklich an einer Leistungsgrenze, aber da sin wir noch meilenweit entfernt), sondern ob wir das wollen. Und mein Eindruck ist, daß es Menschen gibt, die das nicht wollen, und die dann noch das Christentum vorschieben. Du weist schon, die Religion, die dazu auffordert,sein Kreuz auf sich zu nehmen, den Nächsten, ja den Feind zu lieben und ihm Gutes zu tun.

    Und um den Fokus wieder auf den Artikel zu lenken: Die Flüchtlinge kommen so oder so. Sie werden immer wieder Löcher in den Zäunen finden. Integrieren wir sie, können wir auch unsere Zukunft gestalten. Machen wir ihnen das Leben schwer, werden sie nicht gewillt sein, mehr mit uns zu reden als nötig und dann kriegen wir noch mehr Parallelgesellschaften. Das gilt es zu verhindern. Die AfD befördert das aber um des schnellen politischen Effektes Willen.

    Jetzt sind es aber Millionen, die ins Land strömen würden, teilweise unkontrolliert, wie schon gewesen. Und wieviele IS-Leute darunter sind, weiß kein Mensch.

    Es war im letzten Jahr knapp unter eine Million. Unkontrolliert ist da auch nichts, auch wenn es kurzzeitig aufgrund der Situation chaotisch war, aber da ging es nicht besser, weil man die Augen vor dem Problem verschlossen hat. Aber deshalb ist es ja falsch, wieder die Augen zu verschließen, wie die AfD will, weil dann wird es noch chaotischer und irgendwann auch unkontrolliert.

    Und IS Leute? Die entstehen auch so in Deutschland, wo das Christentum an Glaubwürdigkeit verliert, weil „Christen“ Nächstenliebe predigen und sich einen Kehricht scheren, wenn Flüchtlinge im Mittelmeer ersaufen. Wo man mehr Anst vor einer „Islamisierung“ hat als versucht, den christlichen Geschwistern, die auf der Flcuht sind, zu helfen. Wo Flüchtlinge, die zum Christentum konvertieren ihren Glaubenswechsel vor weltlichen Gerichten beweisen müssen. Wo Christen sich unchristlich verhalten, braucht man sich ncht wundern, wenn die Menschen sich radikalen Zweigen anderer Religionen zuwenden.

    Wo kommt das ganze Geld her, das das kosten wird? Man hat errechnet, dass jeder Flüchtling dem Staat 450. 000 Euro kosten wird. Es wird ca. 8 – 10 Jahre dauern, bis die meisten Flüchtlinge auf eigenen Füßen werden stehen können. Als erstes Sprache lernen, dann Schule, Ausbildung, Praktika usw. Ob sie dann wirklich hier auch eine Arbeitsstelle finden werden, steht auch in den Sternen. Es gibt selbst in der deutschen Bevölkerung viele gut ausgebildete, teils studierte Arbeitslose, die nichts finden. Willst du mir darin widersprechen?

    Wer hat das errechnet? Die Zahl erscheint mir wahnsinnig hoch zu sein. Ich hab mal was von 500 Euro im Monat gehört, auch von 1000im Monat war schon die Rede. Und vor allem: Du vergißt, daß diese Ausgaben ja alle bedeuten, daß da Menschen Jobs bekommen. Denn wenn die Flüchtlinge etwas essen, muß die Nahrung irgendwo angebaut werden, wenn sie eine Wohnung beziehen, muß die Wohnung eingerichtet werden mit DIngen, die auch irgendwo hergestellt und bezahlt werden. Wenn sie Deutschkurse bekommen, braucht es Lehrer, die auch bezahlt werden müssen. Im Grunde ist das ein gigantisches Investitionsprogramm für neue Arbeitsplätze. Der Arbeitsmarkt für Sozialarbeiter etc ist zum Beispiel ziemlich leergefegt. Ich war gestern grad bei der Diakonie wo man mir sagte, es ist schwerer geworden, Leute zu finden. Ich kann mich noch erinnern, wie schwer es früher für Sozialarbeiter war, überhaupt genug zu verdienen, um davon zu leben. Und klar, die Flüchtlinge werden zum Teil eine Lehre machen, zum Teil studieren, und dann auch zu denjenigen gehören, die nicht nur Geld kosten, sondern auch Geld verdienen und Steuern zahlen. Wenn wir jetzt nicht dumm auf Ablehnung stellen, sondern die Chance am Schopf ergreifen und mal ein bißchen investieren, werden wir in ein paar Jahren deutlich besser dastehen als die Länder, die dicht machen und lieber ihre Rechtsstaatlichkeit aufgeben, als „Muslime“ reinzulassen.

    Woher hat der Staat plötzlich das viele Geld, um das alles zu bezahlen? Nicht nur für die Versorgung der Million Flüchtlinge, die bereits hier sind und irgendwann ihre Familie nachholen werden, sondern auch für die vielen Millionen, die noch kommen werden in den nächsten Jahren? Sind nicht seit vielen Jahren nicht wenige unserer Schulen marode? Es regnet durch die Decke, der Putz fällt von den Wänden, der Wind pfeift durch die Fenster.

    Der Staat ist nicht insolvenzfähig. Er hat immer Geld, denn er kann Steuern erheben. Wie gesagt, durch die Versorgung der Flüchtlinge werden auch viele andere Menschen in Lohn und Brot kommen und Steuern bezahlen, es braucht vielleicht gar nicht so viel Steuererhöhung, wenn überhaupt. Daß die Schulen marode sind liegt nicht daran, daß der Staat kein Geld hätte, sondern daß er es nicht erheben will. Manche Politiker wollen die Schulen verbessern, andere wollen die Steuern senken. Wenn das Volk de falschen wählt, ist es am Ende selbst schuld. Wenn jetzt aber durch die Flüchtlinge der Druck wächst, etwas zu machen, wieso sollte das dann schlecht sein, wenn die Schulen jetzt erneuert werden?

    Für Obdachlose und Hartz-IV-Empfänger, um da mal ein paar Euros draufzupacken, auch nicht. Der Staat hat anscheinend kein Geld. Hmmm.

    Du erinnerst Dich sicherlich, daß ich das vor der Flüchtlingskrise auch schon kritisiert habe, oder? Meinst Du, es wäre plötzlich mehr Geld da, wenn wir keine Flüchtlinge aufnehmen?

    Woher kommt das Geld, wenn es vorher für wichtige andere Dinge nicht da war?

    Das heißt also: Weil ich wenig gekriegt habe, sollen andere gar nichts kriegen? Sehr christliche Einstellung!

    Oder der Steuerzahler (der kleine Mann) wird irgendwann zur Kasse gebeten werden.

    Nicht nur der kleine Mann zahlt Steuern. Aber der große Mann könnte mehr zahlen. Das will die AfD übrigens nicht, die wollen den Spitzensteuersatz von 45% auf 25% reduzieren. Was meinst Du, wie viel Geld dann für Obdachlose und Hartzer da ist?

    Aber wer nicht ganz verblödet ist, der weiß natürlich, dass die Zeche gezahlt werden muß.

    Du schreibst so,als sei Geld etwas wie irgendeine Wahre, irgend ein Konsumgut. Also wie wenn man etwa 5 Brotehat unddamit auch bezahlt und irgendwann sind die 5 Brote weg und man hat nichts mehr. Geld funktioniert vielleicht beim normalen Menschen so. Man kriegt es für arbeit und man gibt es aus für Konsum. Beim Staat funktioniert das aber anders. Der Staat muß nicht gucken, daß sein Geldhaufen groß genug ist, sondern der Staat muß zusehen, daß das Geld im Umlauf bleibt. Damit der Umlauf angekurbelt wrd, erhebt der Staat Steuerrn und investiert. Würden die Bürger das selbst tun, müßte der Staat das nicht tun. Sprich: Würdest Du mit Dienem Geld iene Schule betreiben, müßte der Staat dafür kein Geld ausgeben und folglich auch keine Steuern erheben. Wie gesagt, der Staat kann nicht bankrott gehen, er muß nur zusehen, daß das Karusell am Laufen bleibt. Als das mal nicht mehr der Fall war, in der Finanzkrise, als keiner mehr dem anderen traute (bei den Banken), mußte der Staat Unsummen investieren, um das Karusell wieder anzutreiben. Jetzt wollen manche wieder das Karusell anhalten, weil die Flüchtlinge angeblich zu viel kosten. Die Sache ist nur: Das Geld kommt ja wieder zurück, geht weiter. Das bleibt nicht bei den Flüchtlingen, sondern kommt über die Unternehmen, die von den Flüchtlingen leben über die Steuern zurück zum Staat, der es wiederum investiert.

    Es gibt nicht genug Lehrer, Sozialarbeiter und andere Betreuungspersonen, wenn das mit dem Flüchtlingszustrom sich so fortsetzt wie in den letzten Monaten. Es fallen nicht plötzlich 60.000 zusätzliche Lehrer vom Himmel. Die müssen erstmal ausgebildet werden. Wie lange dauert so eine Lehrerausbildung?

    Momentan ein Jahr. Und es gibt sicherlich noch Lehrer, diemomentan keine Arbeit haben. Oder Menschen mit anderen Abschlüssen, die quer einsteigen können. Sicherlich fehlt es da hier und da. Hätten wir mehr ausgebildet, mehr Stellen vorgehalten, ginge es jetzt leichter. Das wollte die Politik früher nicht (zumindets nicht die, die gewählt wurden). Aber das ist alles noch machbar. Nach dem Krieg kamen auch Millionen Flüchtlinge und es fehlte an allen Stellen, auch an Lehrern. Auch das hat man geschafft, ich finde hier wird auf hohem Niveau gejammert.

    Und die Stimmung kann auch ganz schnell mal kippen. So wie in manchen Gegenden in Syrien der Fall gewesen, wo Christen und Muslime jahrelang friedlich nebeneinander gelebt haben. Dann kam der IS in die Stadt und plötzlich erklärt  mein bisher ach so freundlicher muslimischer Nachbar zu seinem Todfeind und trachtet mir nach dem Leben.

    Nur haben wir eine funktionierende, demokratische Polizei, die die öffentliche Ordnung aufrecht erhält. Der IS konnte sich ja erst durchsetzen, nachdem jahrelanger Bürgerkrieg wegen Diktatur und Militärbesatzung in Irak und Syrien die öffentliche Sicherheit hinreichend geschwächt hatte. Da sind wir meilenweit davon entfernt. Wobei, wenn ich höre, daß Nazis ungestraft in der Öffentlichkeit den Hitlergruß zeigen können und die Polizei danebn steht und nicht eingreift, dann hab ich da meine Zweifel. Die Gefahr ist also IMHO weniger die einer Islamisierung, sondern des Aufkommens einers Vierten Reiches.

    Wir wissen ja nicht, was noch für Zeiten auf uns drauf zu kommen.

    Das wissenwir in der Tat nicht, Was wir aber wissen ist,daß es sich zu einer nicht geringen Zahl um Christen handelt bei den Flüchtlingen. Und daß viele der Muslimischen Flüchtlinge über Konversion nachdenken. Vor ein paar Wochen hab ich einen Vortrag von einem Pfarrer gehört, der darüber sprach, daß es momentan viele Glaubens- und Taufkurse gibt.Wenn wir die Flüchtlingswelle stoppen, stoppen wir auch die Möglichkeit dieser Leute, sich über den christlichen Glauben zu informieren.

    Außerdem scheint dir auch entgangen zu sein, dass die AfD  nichts gegen Asylsuchende hat und sich auch dafür ausspricht,  diese aufzunehmen. Sie macht nur einen Unterschied zwischen Asyl und Migration. Für Migration (das betrifft die Wirtschaftsflüchtlinge) muß ein Einwanderungsgesetz her, sagt sie.

    Wenn die AfD nichts gegen Asylsuchende hat, wieso will sie dann an den Grenzen schießen lassen? Wie soll jemand einen Asylantrag stellen können, der legal gar nicht ins Land kommen kann? Und der sich auch auf kein Einwanderungsgesetz berufen kann? Die AfD hetzt gegen den Islam und macht den Leuten Angst, weil sie damit viele Stimmen bekommt. Im Parlament tut sie dann relativ wenig (wie viele Anträge hat die Fraktion in Bremen (oder wars woanders) gestellt? Zwei bisher? Wahnsinn, die müssen sich überarbeiten!).

    Fakt ist: Es gibt momentan keinen Unterschied zwischen Asyl und Migration nach deutscher Gesetzeslage. Wer keinen Asylgrund hat und auch sonst kein Abschiebehindernis, wird abgeschoben. Nur haben eben viele, die kein Asyl bekommen, trotzdem ein Abschiebehindernis.

    Was ist daran auszusetzen?

    Gar nichts. Aber wie gesagt: Wer aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan kommt, kommt nicht wegen der Wirtschaft. Die Suchen eine Perspektive für ihr Leben, die sie weder in der Türkei noch in Griechenland oder sonstwo auf dem Westbalkan finden. In Deutschland leben ihre Verwandten, die schon deit den 70ern und länger hier wohnen. Würdest Du nicht auch zu Verwandten fliehen, statt mit Deinen Kindern in Kälte und Dreck wie in Idumeni zelten zu müssen?

    Wenn das nicht in deinen Kopf hinein geht, kann ich es auch nicht ändern.

    Oder nicht in Deinen. Fakt ist, sie hat behauptet, daß etwas, das eine schwere Straftat darstellt, nach dem Gesetz sogar gefordert wäre. Das ist Hetze.

    Tut’s nicht auch die Bundeswehr? Und die werden doch eh schon bezahlt, kosten also Null komma Nichts.

    Auch für die Bundeswehr brauchst Du Kasernen etc. Und genug Soldaten haben wir auch nicht, da müßte man schon die Wehrpflicht wieder einführen. Nur würden sich die Wehrpflichtigen zu einem Großteil nicht darauf einlassen (glaub mir, ich war beim Bund), es wäre also nicht effektiv. Dazu kommt, daß die Bundeswehr qua Grundgesetz nicht die Aufgabe hat,die Grenze zu sichern. Man müßte also schon einen Verfassungsbruch begehen, aber das stört die AfD sicherlich nicht. Und dann gibt es da ja noch die 2+4 Verträge, die die Größe der Bundeswehr begrenzt. Also ist da auch nicht viel zu machen.

    Zumal: Wenn wieder mehr Soldaten gebraucht werden, braucht es auch wieder mehr Geld. Außerdem müßten neue Kasernen gebaut werden, da die alten Kasernen zur Zeit von Flüchtlingen belegt sind. Oder man müßte neue Gebäude für die Flüchtlinge bauen…

    Es wundert mich übrigens schon etwas, dass du diesen angeblichen Programmentwurf der AfD (aus einem deiner Links) ernst nimmst – ohne Quellenangabe oder dgl., der doch angeblich, nach den Aussagen dort, unter Verschluß gehalten wird.

    Das Ganze kommt daher: https://correctiv.org/blog/2016/03/11/afd-hat-neues-knall-thema/

    Stand auch da unter dem Link, den ich angegeben hatte. Du kannst jetzt natürlich behaupten, die hätten alles erstunken und erlogen. In dem Falle wäre aber die AfD ziemlich laut beim Demetieren gewesen. Hast Du davon wasgehört? Nein? Vielleicht deshalb, weil die AfD das doch geschrieben hat und jetzt nicht durch Dementis ihre Wähler verschrecken will, die eben genau das wollen: Weniger Sozialleistungen, Kinder in den Knast, Ausländer raus… was man halt so wünscht am rechten Rand.

    Ich würde an deiner Stelle mal auf das echte Programm warten, dass dann sicher auf der Internetplattform der AfD zu finden sein wird.

    Geil ist ja, daß da offenbar gar kein Programm existiert. Den Piraten hat man damals vorgeworfen, sie wären eine ein-Themen Partei. Die AfD ist da nicht viel besser, mit der Ausnahme, daß die Piraten die Nazis, die ihnen beigetreten sind, relativ schnell wieder loswurden, In der AfD übernehmen sie die Führung.

  9. De Benny De Benny sagt:

    Ach, Christina: Das hab ich grad gefunden, ist für Dich sicher auch mit Gewinn zu lesen:

    http://schattenoderlicht.net/2016/02/07/was-rechtspopulisten-und-islamisten-gemeinsam-haben/

  10. Christina sagt:

    Das Ganze kommt daher: https://correctiv.org/blog/2016/03/11/afd-hat-neues-knall-thema/

    Stand auch da unter dem Link, den ich angegeben hatte.

    Ich weiß, was unter dem Link stand. War selbst auf der Seite. Nur gibt auch dieser Unterlink keinerlei Quelle seiner Weisheit an. Ich meine, da kann sich doch jeder, z. B. auch ich, was ausdenken und das das als geheimes Programm der AfD ausgeben und hier ins Netz stellen. Verstehst du, was ich meine?  Im ungekehrten Fall würdest du sowas nicht einfach so ohne Quellenangabe glauben, stimmts? Aber wenn es zu deinen Vorurteilen passt, dass tust du es anscheinend.

    Du kannst jetzt natürlich behaupten, die hätten alles erstunken und erlogen. In dem Falle wäre aber die AfD ziemlich laut beim Demetieren gewesen. Hast Du davon wasgehört? Nein? Vielleicht deshalb, weil die AfD das doch geschrieben hat und jetzt nicht durch Dementis ihre Wähler verschrecken will,

    Vielleicht auch deshalb, weil die AfD diese Internetseite, die das herausbrachte, gar nicht kennt und liest? Wäre doch am Naheliegendsten, bei den Millionen Seiten, die es gibt.

     

  11. Christina sagt:

    Noch als Nachtrag: Also wie gesagt, ich weiß nicht, ob das stimmt, was in dem angeblichen Programm der AfD steht  (habe es erst gar nicht gelesen, ist ja auch ziemlich lang), weil ich lieber auf das Programm warte, dass die AfD dann selbst herausgibt. Wird sicher in naher Zukunft passieren. Dann kannst du ja mal vergleichen, wieviel davon stimmt oder nicht. Bin gespannt. Bis dahin warte ich lieber und spekuliere nicht herum. Einiges weiß ich aus den Polittalks schon, von dem anderen lasse ich mich dann überraschen.

    Ich weiß z. B.  aus den Talksendungen, dass die AfD wohl nicht grad ein Befürworter des Mindestlohnes ist. Das ist natürlich ein Minuspunkt, in dem Punkt bin ich nicht bei ihnen. Sie will aber sozialpolitisch viel für die Familien tun, da bin ich mal gespannt, wie das in ihrem Programm dann aussehen wird. Alles in allem wird sie wohl aber keine Partei der kleinen Leute sein, vermute ich mal stark. Das ist die CDU ja auch nicht.

    Aber welche Partei erfüllt schon alle Vorstellungen, die man selbst so hat? Ich glaube, die müßte erst gebacken werden. Und so muß man bei seiner Wahlentscheidung immer abwägen. Ich finde es z. B. gut, dass die AfD jetzt bei den Landtagswahlen diesen Erfolg hatte (auch dann, wenn sie wirklich rechtspopulistisch/rechtsextrem wäre – wovon ich nicht überzeugt bin), weil dadurch der Druck auf die etablierten Parteien, in der Flüchtlingskrise was zu unternehmen, enorm ansteigt. Die müssen sich jetzt richtig anstrengen. Und das ist gut so.

  12. Christina sagt:

    Übrigens, die Phoenix-Runde fand ich gestern ganz interessant und aufschlußreich. Da waren auch endlich mal ein paar Personen mit Durchblick dabei, was AfD und Medienberichterstattung angeht [Ulrich Reitz (Focus), Nelly Kostadinova (Geschäftsführerin Lingua-World), Prof. Oskar Niedermayer (Politologe, FU Berlin), Prof. Norbert Bolz (Medienwissenschaftler TU Berlin)] Da habe ich u. a. auch gehört, dass AfD-Programm wird im April heraus kommen. Also warten wir mal ab.  http://www.phoenix.de/content/1087237

     

     

  13. De Benny De Benny sagt:

    Ich meine, da kann sich doch jeder, z. B. auch ich, was ausdenken und das das als geheimes Programm der AfD ausgeben und hier ins Netz stellen. Verstehst du, was ich meine?

    Absolut, und ich freue mich, daß Du das erkennst und nachvollziehbar dagegen argumentierst. Soviel fürs erste.

    Ich bin da auch nicht ganz unskeptisch. Da behauptet jemand, daß er das Programm hätte, und erklärt nicht, woher er das hat. Zumindest hab ich noch nichts dazu gefunden. Und Du hast Recht. Da muß man einfach skeptisch werden.

    Wieso ich trotz aller Skepsis dazu neige, dieses Programm für echt zu halten, hab ich oben schon angedeutet: Die AfD reagiert nicht darauf. Wäre es nicht ihr Programm, könnte sie ein Dementi rausbringen, correct!v stände blöd da und die AfD wär fein raus. Das wäre für die AfD eine Riesen Publicity, die sie nicht links liegen lassen würde, und correct!v wäre diskreditiert.

    Nun hat die AfD aber gar nix gesagt. Eine Möglichkeit ist, daß sie nicht wissen, was auf dieser einen Internet Seite steht. Nun ist aber correct!v relativ bekannt und das Programm hat es schon in andere Medien geschafft, darunter auch einige größere Tageszeitungen, zumindest deren Online-Ausgabe sei Dir sicher, die Leute von der AfD sind im Bilde darüber, was über die geschrieben wird.

    Deshalb lautet meine Vermutung, daß die AfD sehr wohl weiß, daß dieses Programm veröffentlich wurde und daß es tatsächlich aus den Reihen der AfD stammt. Sie wollen das Thema aber nicht hochkochen, das würde schlechte Presse für sie bedeuten. Denn was da drin steht ist schon ziemlich übel.

    Natürlich bin ich geneigt, so wie alle Menschen, eher Dinge zu glauben, die meinen Vorurteilen entsprechen, da hast Du schon Recht. Deshalb freue ich mich auch immer, darauf hingewiesen zu werden, wenn es so ist, dann kann ich mich nämlich korrigieren, und davon haben dann alle etwas.

    In dem Fall aber hatte ich die Skepsis ebenso wie Du und neige aber aufgrund der dargelegten Überlegungen, das Programm doch für echt zu halten. Ich lasse mich von guten Argumenten natürlich gerne überzeugen.

    weil ich lieber auf das Programm warte, dass die AfD dann selbst herausgibt.

    Naja, es gab ja zumindest die Wahlprogramme. Da hat sich Katharina Nocun die Mühe gemacht, die durchzulesen und einige Punkte hervorzuheben. Man stimmt vielleicht Katharina Nocun nicht in allen Punkten zu, aber im Großen und Ganzen finde ich, daß das, was die AfD in ihren Wahlprogrammen forderte, schlimm genug, aber lies selbst:

    http://kattascha.de/?p=2002

    oder hier nochmal mit dem Fokus auf die sozialen Punkte:

    http://kattascha.de/?p=1960

    Besonders perfide finde ich folgende Passage:

    Die Wirtschaftsverbände haben ein natürliches Interesse an einem großen Arbeitskräfteangebot. Jede Arbeitsmarktpolitik dagegen kann nur das Ziel verfolgen, die Arbeitslosenquote zu verringern, was aber die Auswahl für personalsuchende Unternehmen schmälert.

    Sprich: Es ist der AfD lieber, daß die Unternehmen ja genügend Leute zur Auswahl für ihre Jobs haben. Bei Abschaffung des Mindeslohnes (will die AfD ja auch) können die Unternehmen die Arbeitssuchenden dann auch leichter ausbeuten. Wenn es genügend Konkurrenten um den Arbeitsplatz gibt, dann muß man denen nicht so viel zahlen. Dann reichen vielleicht auch 1,50 € die Stunde…

    Persönlich betrifft es mich ja nicht, weil ich in einem Beamtenverhältnis stehe. Aber für Deutschland und seine Bürger als Ganzes finde ich das furchtbar, viel furchtbarer als die Flüchtlingskrise werden kann. Was da gefordert wird sind Zustände wie in Dritte Welt Ländern.

    Hier ist noch einer:

    http://kattascha.de/?p=1923

    Noch ein Bild:

    http://twitter.com/kattascha/status/697115666160205824/photo/1

    Ich hab die Stasi nicht erlebt, aber Du doch. Wird Dir da nicht ganz anders, wenn Überwachung gefordert wird mit dem „Argument“, daß Datenschutz kein Täterschutz sein darf? Wissen wir, wer morgen alles als Täter zählt? Ich möchte dem Staat keine so weitreichenden Rechte geben. Der Staat hat in Deutschland mindestens zweimal seine Macht ausgenutzt, um seinen Bürgern zu schaden zum Wohle einer Elite. Ich will das nicht wieder. Und Du doch auch nicht, oder?

    Ach, und hier noch ein Beispiel für die doppelten Standards bei der AfD. Sie reißen die populistischsten Sprüche, aber wehe jemand anders bringt mal nen markigen Spruch gegen sie, dann wird gleich „verbale Abrüstung“ gefordert:

    http://kattascha.de/?p=1990

    Ich teil ja auch gerne inemal kräftig aus, aber ich bilde mir doch ein, daß ich um einiges zurückhaltender bin, wenn es darum geht, das bei anderen zu kritisieren.

    Sie will aber sozialpolitisch viel für die Familien tun, da bin ich mal gespannt, wie das in ihrem Programm dann aussehen wird.

    Das wird den Familien sicher wahnsinnig helfen, wenn alle Arbeitsmarktprogramme abgeschafft werden, damit die Unternehmen immer genügend Arbeitslose haben, um die Löhne niedrig zu halten… Sorry, da bin ich jetzt sehr skeptisch. Zumal falls das Programm bei correct!v echt ist, dann wollen die offenbar erst mal klären, ob Alleinerziehende nicht selbst schuld an ihrer Situation sind, und ggf. gar keine Unterstützung geben. Bei so was wird mir schlecht. Aber gut, vielleicht schmeißen sie das ja noch raus.

    Alles in allem wird sie wohl aber keine Partei der kleinen Leute sein, vermute ich mal stark. Das ist die CDU ja auch nicht.

    Und ds fasst wunderbar zusammen, warum ich keine bürgerlichen Parteien wähle. Soweit ich das sehe, tut da nirgends jemand was für den kleinen Mann, ob der nun deutsch ist oder syrisch.

    Aber welche Partei erfüllt schon alle Vorstellungen, die man selbst so hat? Ich glaube, die müßte erst gebacken werden.

    Da hast Du Recht, und ich will Dir gar nicht vorschreiben, was Du wählen sollst. Noch ist das ein freies Land. Ich geb nur Hinweise, was vielleicht zu wählen nicht ganz so gut ist.

    Ich hab ja schon geschrieben, daß ich eher im linken Spektrum wähle. Dabei gibt es durchaus immer wieder Punkte, die mich bei SPD, Grünen und Piraten (ich zähl die jetzt einfach mal zu links) stören. Bei den Grünen vor allem, daß sie in ihrem Pazifismus umgefallen sind. Ich bin kein Pazifist, aber ich hab so die Idealvorstellung, daß man zu seiner Meinung steht, so lange man nicht vom Gegenteil überzeugt wurde. Die SPD hat mich schon mehrfach geärgert. Zuletzt, als sie es nicht verstanden hat, moderne Themen aufzunehmen, wie Netzneutralität, den transparenten Staat etc. Sie ist quasi zu ner zweiten CDU geworden. Die SPD wähle ich höchstens noch, um bestimmte Politiker zu unterstützen. Zum Beipsile halte ich die Dreyer für eine deutlich bessere Landesmutter als die Klöcknerin, die vor allem laut und schrill war und nichts substantielles vorzubringen hatte in meinen Augen. Und die Piraten, tja, auf die hatte ich mal große Hoffnungen gesetzt, obwohl sie an der Grenze zwischen Religionskritik und Religionsfeindlichkeit stehen/standen. Aber sie haben die wichtigen Themen der Zukunft aufgebracht, de die SPD nicht zu übernehmen geschafft hat.

    Aber mit allen komme ich im Grundsatz noch klar, auch wenn ich einzelne Punkte ablehne. Wenn ich aber zum Beispiel ein ganzes Themenfeld einer Partei ablehnen würde, wie etwa die Sozialpolitik bei der AfD, ist das etwas anderes in meinen Augen. Ist Dir die harte Haltung in der Flüchtlingskriese wirklich so wichtig, daß Du so viele anderen Punkte außer Acht lassen kannst? Es ist ja nicht nur der Mindestlohn, Du schreibst ja: Die AfD ist nicht die Partei des kleinen Mannes, ist also im Grunde a-sozial. Da tut die FDP mehr für die Geringverdiener. Und vor allem ist die FDPwenigstens nicht nur in der Wirtschaft liberal, sondern auch in Fragen des Staatswesens. Sprich: Keine Lenkung der Medien durch den Staat etc. Die AfD hat da laut ihrem Wahlprogramm eine ganz andere Richtung im Kopf.

    weil dadurch der Druck auf die etablierten Parteien, in der Flüchtlingskrise was zu unternehmen, enorm ansteigt

    Ich finde es gut, daß wieder mehr Menschen zur Wahl gegangen sind. Ich finde es schade, daß die gleichen Menschen dann entweder irgendwann enttäuscht sein werden, wenn die AfD weiterhin in den Parlamenten nicht mitarbeitet (sie sitzt ja schon in einigen Länderparlamenten und das Ergebnis bisher ist mau,also nicht mal Opposition) oder die Menschen werden ernüchtert sein, weil sie begreifen, daß auch 24% von 60% Wählern im Volk nicht „das Volk“ sind und folglich auch nur Opposition machen können und nicht gestalten.

    Ansonsten bin ich da eher emotionslos. Das Wahlergebnis ist, wie es ist, und damit müssen die Parteien – alle Parteien, auch die AfD – jetzt umgehen. Ob sich die Etablierten in Richtung mehr Kaltherzigkeit beim Umang mit den Flüchtlingen drängen lassen, wird man sehen. Ich hoffe nicht. Und zumindest die Dreyer hat ja gezeigt, daß man mit klarer Kante auch Wahlen gewinnen kann. Das läßt hoffen für die Zeit nach Merkel.

  14. Christina sagt:

    Weißt du was, da ich mit keiner Politik irgendeiner Partei konform gehe, wähle ich meist taktisch. Je nachdem, was ich gerade für besonders wichtig halte. Ist der Druck bei den etablierten Parteien dann erstmal aufgebaut, erledigt sich das Problem meist von selbst (denn es geht ja letztendlich immer um Macht). Heute wähle ich vielleicht die AfD, weil mir die Flüchtlingspolitik und Gender Mainstream auf den Nägeln brennt, morgen vielleicht eine Partei, die sich eine gute Sozialpolitik auf die Fahne geschrieben hat. Wenn das nötig werden sollte. Aber das ist es ja eigentlich immer.

    Ich denke mir, die AfD war für viele Wähler einfach Mittel zum Zweck. Ich finde ihre Flüchtlingspolitik eigentlich gar nicht so schlecht, die da sagt: Statt die Menschen hierher nach Europa einzuladen, helft lieber den Flüchtlingen in den Lagern im Libanon. Da haben dann wirklich die Schwächsten was davon, die Frauen, Kinder, Alten und Behinderten und nicht nur die größtenteils jungen starken Männer, die es bis nach Europa schaffen und die wohl größtenteils auch aus einer wohlhabenderen Schicht stammen müssen. Oder glaubst du, dass jemand auf Sozialhilfeempfänger-Niveau sich die Schlepper leisten könnte? Außerdem kann man mit dem Geld, das hier in Deutschland die Integration eines einzigen Flüchtlings kostet, dort 20 davon menschenwürdig versorgen und ihnen vielleicht auch eine Perspektive für die Zukunft bieten. Und das alles in der Nähe ihrer ursprünglichen Heimat, so dass auch eine evtl. Rückkehr in diese und deren Aufbau in greifbarer Nähe ist.

    Statt dessen aber kürzt man lieber die Hilfeleistungen in den Lagern im Libanon etc. oder friert sie ganz ein, weil man nun das Geld für die Flüchtlinge hier in Europa dringend braucht. Ist in einigen Ländern so passiert. Ich weiß nicht, ob von deutscher Seite ebenfalls. Kein Wunder, dass den Leuten dann nichts weiter übrig bleibt, als loszuziehen. Da ist aber diese verkehrte Politik mit dran schuld. Und da du dich ja auch immer für die Armen und Schwachen einsetzt, müßte die Hilfe für die Kriegsflüchtlinge vor Ort doch eigentlich auch viel mehr in deinem Sinne sein, als Angela Merkels Flüchtlingspolitik, sollte man meinen.

    Da tut die FDP mehr für die Geringverdiener.

    Waren die nicht auch gegen den Mindestlohn, soweit ich mich erinnere?

    Zitat aus den Programm der AfD: „Die Wirtschaftsverbände haben ein natürliches Interesse an einem großen Arbeitskräfteangebot. Jede Arbeitsmarktpolitik dagegen kann nur das Ziel verfolgen, die Arbeitslosenquote zu verringern, was aber die Auswahl für personalsuchende Unternehmen schmälert.“
    Sprich: Es ist der AfD lieber, daß die Unternehmen ja genügend Leute zur Auswahl für ihre Jobs haben.

    Na ja, du hast den letzten Satz in diesem Zitat unterschlagen: „Aufgabe einer vernünftigen Wirtschaftspolitik ist es, beide Interessen zu beachten.“

    Das wirft dann doch noch mal ein bißchen anderes Licht auf diese Aussage. Aber trotzdem gebe ich dir Recht, es hört sich schon ziemlich bizarr an. Als würden sie sich viele Arbeitslose wünschen. Ich würde den Text ja gerne mal im Zusammenhang lesen. Vielleicht ergibt sich dann doch noch ein anderes Bild (hoffentlich). Mit Programmen ist es sicher wie mit Bibelstellen – immer im Kontext lesen – sonst kann man manches mißverstehen.

    Manche der Aussagen von Frau Katharina Nocun sind z. B. anscheinend auch aus dem Zusammenhang gerissen. Ob mit Absicht? Schau mal hier, den Link hattest du mir auch geschickt und dann schau dort mal bei den Kommentaren dazu am 12. Februar von Gordon Dietrich, da findest du den Text im Zusammenhang. https://twitter.com/kattascha/status/697115666160205824/photo/1 Ergibt dann schon ein bißchen anderes Bild, nicht wahr?

     

    Aber so im Großen und Ganzen, dass die AfD wirtschaftsorientiert, möglicherweise auch unsozial ist, habe ich mir schon gedacht.

    Hast du gewußt, dass die Grünen früher auch mal als undemokratisch galten und einige Mitglieder vom Verfassungsschutz beobachtet werden sollten? Und die haben sich dann doch noch gemausert. Kam gestern bei der Phönix-Runde mit zur Sprache. Wie schon gesagt, die war sehr interessant. Schade, dass dir so was alles entgeht. Da habe ich anscheinend ja Glück, in der Gegend, wo ich hier wohne, da geht es so einigermaßen mit der Internetgeschwindigkeit, obwohl ich das meiste schon life im TV sehe. Leider kommt vieles Interessante erst immer so spät in der Nacht. Von daher ist so eine Mediathek auch für mich schon manchmal hilfreich. Da kann man es auch anderen Tags noch nachschauen.

  15. De Benny De Benny sagt:

    Oder glaubst du, dass jemand auf Sozialhilfeempfänger-Niveau sich die Schlepper leisten könnte?

    Ich sag, ja, das ist die Elite, die sind alle gut ausgebildet und wollen lernen und etwas leisten.

    Vor Ort helfen ist ja schön und gut, aber wenn wir Leute hier haben, dann müssen wir halt beides tun. Es bringt nichts, unsere Kraft dafür einzusetzen, alle in den Libanon (wieso sollte der Libanon die überhaupt aufnehmen, wenn wir das auch nicht wollen?) zurückzubringen, wenn wir dort dann doch nicht helfen können.

    Und Du hast auch Recht wenn Du anprangerst, daß die Armen sich die Flucht gar nicht leisten können. Wenn man keine Schlepper bräuchte, um aus dem Elend zu fliehen, wäre das sicher besser für die Armen. Aber je dichter wir die Grenzen machen, desto größere Geschäfte können die Schlepper machen.

    Außerdem kann man mit dem Geld, das hier in Deutschland die Integration eines einzigen Flüchtlings kostet, dort 20 davon menschenwürdig versorgen und ihnen vielleicht auch eine Perspektive für die Zukunft bieten.

    Das ist eine Milchmädchenrechnung, weil Du nur die Lebenshaltungskosten siehst. Der Libanon ist klein und vergleichsweise arm im Gegensatz zu Deutschland. Er ist politisch und religiös sehr gespalten (früher war das mal ein mehrheitlich christliches Land) und selbst ein Pulverfaß. In Jordanien sieht es nicht besser aus. Viel von dem Geld, was wir da investieren müßten, würde erst einmal für die Korruption draufgehen. Dann nochmal einiges um die INfrastruktur zu schaffen, die wir hier schon vorrätig hätten und vergleichsweise günstiger schaffen und erhalten können.

    Und dann stellt sich noch die Frage wie das mit der Perspektive ist. Im Libanon und in Jordanien gibt es seit Jahrzehnten Flüchtlingslager für die aus Israel vertriebenen Palästinenser. Daß diese Flüchtlingslager zur Brutstätte für den Terrorismus wurden, weil die Leute dort einfach keine Perspektive haben, muß ich Dir nichts extra sagen. Wenn wir da jetzt noch mehr Flüchtlingslager bauen, wer wird wohl davon profitieren? Dagegen, wenn wir die Menschen hier bei uns aufnehmen und ihnen eine ehrliche Chance geben, sich mit Fleiß und Leistung zu integrieren, um Teil unseres Landes und unseres Volkes zu werden (zumindest, bis sie in die Heimat zurück können), dann haben die Seelenfänger der Terroristen deutlich weniger Chancen.

    so dass auch eine evtl. Rückkehr in diese und deren Aufbau in greifbarer Nähe ist

    Nach Syrien fliegt man nicht länger als meinetwegen nach Ägypten in die Tourizentren. So weit ist das also nicht weg. Der Aufbau Syriens kann allerdings erst geschehen, wenn dort Frieden herrscht. Angesichts dessen, daß dort alle Weltmächte und solche, die es mal werden wollen, dort mitmischen, habe ich die Befürchtung, daß es noch ganz lange keinen Frieden geben wird. Somit ist auch an Aufbau nicht zu denken. In Afghanistan, wo ja auch viele Flüchtlinge herkommen, ist es noch schlimmer. Und in Eritrea ist die Situation nochmal anders. Es gibt (leider) keine einfachen Antworten. Also müssen wir beides tun: Die robleme dort lindern, damit die Leute möglichst zu Hause bleiben können und ihnen bis dahin hier eine Perspektive geben, damit sie nicht von den Seelenfängern ausgenutzt und mit Bomben zu uns geschickt werden. Momentan wollen sie etwas leisten und sich einbringen. Das kann sich wie gesagt ändern. Wer Wind sät wird Sturm ernten.

    Statt dessen aber kürzt man lieber die Hilfeleistungen in den Lagern im Libanon etc. oder friert sie ganz ein, weil man nun das Geld für die Flüchtlinge hier in Europa dringend braucht.

    Nach meinem Kenntnisstand wurden die Zahlungen an UNHCR erhöht, damit die Essensrationen wider erhöht werden können, zumindest was Merkels Regierung angeht. Ob Kaczynski, Orban und Putin das auch so tun, oder ob sie noch weniger zahlen, weiß ich allerdings nicht. Daß Deutschland die Zahlungen wegen der Flüchtlinge hier reduziert hätte, habe ich noch nirgends gehört.

    Ist in einigen Ländern so passiert.

    Einige Länder machen auch die Grenzen dicht und nehmen kaum welche auf. Aber es ist immer praktisch, wenn man einen Grund anführen kann, wieso man kein Geld mehr für Flüchtlingslager überweist. Das zeigt aber dann doch umso mehr, daß dort unten nichts getan werden kann, weil die anderen Länder ihre Zahlungen reduzieren.

    Und da du dich ja auch immer für die Armen und Schwachen einsetzt, müßte die Hilfe für die Kriegsflüchtlinge vor Ort doch eigentlich auch viel mehr in deinem Sinne sein, als Angela Merkels Flüchtlingspolitik, sollte man meinen.

    Wenn ich Arzt bin und kriege einen Verwundeten rein, dann kann ich mich dafür einsetzen, daß die Gewalt reduziert wird, damit niemand mehr verwundet wird, oder ich kann den Verwundeten versorgen.

    Ich denke, der Königsweg ist, beides zu tun. Sicher ist es nicht ideal, wenn die reichsten und best gebildetsten auswandern und zu uns kommen. Aber so lange sie in ihrem Land keine Perspektive haben, kann man sie davon nicht abhalten, außer mit Gewalt. Und die erzeugt Gegengewalt – und wir werden am Ende die Leidtragenden sein, bzw zu ihnen gehören.

    Ich hätte auch kein Problem damit, wenn man ein Programm auflegt, das alle, auch die Armen, hierher holt, und ihnen eine Perspektive gibt. Das wäre eine gewaltige Aktion, aber auch das wäre machbar, wenn man es denn wollte. Dann können in Syrien die Kriegstreiber weiter ihre Schlachten schlagen, ohne jemanden zu gefährden, der keinen Bock auf diese ganze Scheiße hat.

    Waren die nicht auch gegen den Mindestlohn, soweit ich mich erinnere?

    Eben! Und trotzdem tun sie mehr.

    Na ja, du hast den letzten Satz in diesem Zitat unterschlagen: „Aufgabe einer vernünftigen Wirtschaftspolitik ist es, beide Interessen zu beachten.“

    Sorry, aber das Interesse der Industrie an einer gewissen Masse an Arbeitslosen ist nichts, was ich auch nur ansatzweise als beachtenswert ansehe. Das ist a-sozial in reinster Wortbedeutung. Im Zentrum des Intersses sollte der Mensch stehen, nicht die Wirtschaft. Der Menshc ist nicht für die Wirtschaft da, sondern die Wirtschaft für den Menschen. Deshalb sollte lieber die Wirtschaft leiden, als der Mensch. Deshalb ist eine Vollbeschäftigung IMMER gegen alle anderslautenden Interessen der Wirtschaft vorzuziehen. Alles andere ist Menschenopfer auf dem Altar des Mammon.

    Ich würde den Text ja gerne mal im Zusammenhang lesen.

    Dann tu das doch. Steht doch drunter, woher der Text kommt. Wahlprogramm Sachsen Anhalt. DieAfD Seite hat grad ein Serverproblem, womöglich haben sie das Programm runtergenommen, weil die Wahl um ist. Hier gibt es das Programm aber noch:

    http://www.sachsen-anhalt-waehlt.de/fileadmin/LTW2016/Wahlprogramme/wahlprogramm_afd.pdf

    Der fragliche Abschnitt steht auf Seite 36. Du wirst sehen, daß er vollständig wiedergegeben ist. Im nächsten Absatz geht es dann um die Absage an die Frauenquote.

    Schau mal hier, den Link hattest du mir auch geschickt und dann schau dort mal bei den Kommentaren dazu am 12. Februar von Gordon Dietrich, da findest du den Text im Zusammenhang. https://twitter.com/kattascha/status/697115666160205824/photo/1 Ergibt dann schon ein bißchen anderes Bild, nicht wahr?

    Das Bild ist das gleiche wie schon damals bei Zensursula. Auf dem Rücken vergewaltigter Kinder wird versucht, den Rechtsstaat auszuhöhlen. Die Stasi hat ja auch nur abgehört, um Verbrechen zu unterbinden. Was als Verbrechen gilt, darüber kann man dann später ja nochmal sprechen. Die Vorratsdatenspeicherung und andere Überwachungstechniken geben dem Staat zu viel Macht über seine Bürger. Und der Staat wird, das hat die Geschichte gezeigt, diese Macht irgendwann mißbrauchen. Nur ist es dann zu spät, sich zu wehren. Natürlich malt man jetzt den Teufel an die Wand, um die Überwachung durchzukriegen. Später werden die Grenzen zur Anwendung der Ermittlungsergebnisse dann nach und nach gelockert. So lief es immer, so läuft es immer. Und daß die Polizei nichts gegen „Rockerbanden“ tun könnte ist doch Mumpitz. Die Polizei hat schon lange bevor das Internet oder Mobiltelefone in der breiten Masse zugänglich war gegen Rockerbanden erfolgreich ermittelt. Damals war noch nicht mal der Große Lauschangriff durch und es ging. Und plötzlich soll es nicht mehr gehen? Ich bitte Dich!

    Aber so im Großen und Ganzen, dass die AfD wirtschaftsorientiert, möglicherweise auch unsozial ist, habe ich mir schon gedacht.

    Da bin ich beruhigt, daß Du weißt, was Du tust. Verantworten mußt Du es eh an anderer Stelle.

    Hast du gewußt, dass die Grünen früher auch mal als undemokratisch galten und einige Mitglieder vom Verfassungsschutz beobachtet werden sollten?

    Ja, weil sie links waren und der Staat mehr Angst vor Linken als vor Rechten hat und deshalb, vor allem damals zu Zeiten der RAF da sehr gereizt war.

    Schade, dass dir so was alles entgeht.

    Ach, vieles weiß ich auch schon. Wußtest Du, daß damals viele Linke ein Berufsverbot bekamen, weil ihre Ansichten dem Staat nicht genehm waren? Jetzt hat man diese Gesetze ausgegraben, um sie bei AfD Politikern anzuwenden. Aber da sträubt man sich, weil die haben ja gar keine langen Haare, müssen also alle ganz lieb und nett sein…

    Da habe ich anscheinend ja Glück, in der Gegend, wo ich hier wohne, da geht es so einigermaßen mit der Internetgeschwindigkeit, obwohl ich das meiste schon life im TV sehe.

    Du, das kommt immer darauf an, wo ich bin. Zu Hause geht das Internet schnell, aber ich würde meine Frau beim Arbeiten stören – auch mit Kopfhörern, die hat ein unglaubliches Gehör. Und im Predigerseminar ist das Netz nicht so gut, wenn wir überhaupt ne Verbindung kriegen. Deshalb mag ich Texte, die sind so schön klein, was die Datenmassen angeht.

     

  16. Christina sagt:

    Ich sag, ja, das ist die Elite, die sind alle gut ausgebildet und wollen lernen und etwas leisten.

    Na ja, das halte ich dann doch wieder für etwas übertrieben. Aber wenn dem wirklich so wäre, macht das die Sache an sich nicht besser, denn dann würden sie im eigenen Land zum Wiederaufbau viel dringender gebraucht, als hier, stimmts?

    Und Du hast auch Recht wenn Du anprangerst, daß die Armen sich die Flucht gar nicht leisten können. Wenn man keine Schlepper bräuchte, um aus dem Elend zu fliehen, wäre das sicher besser für die Armen. Aber je dichter wir die Grenzen machen, desto größere Geschäfte können die Schlepper machen.

    Du begreifst einfach nicht, was mittlerweile sogar Frau Merkel und die meisten anderen Parteien begriffen haben. Deutschland und Europa sind nicht in der Lage den Rest der Welt (auch wenn er arm ist) aufzunehmen ohne den sozialen Frieden im eigenen Land zu gefährden. Mittlerweile wollen sogar die Inder hier her nach Deutschland. Wo soll das Ganze enden? Nein, zur Armutsbekämpfung müssen andere Lösungen gefunden werden.

    Vielleicht müssen die Menschen wegen Klimaerwärmung und so, eines Tages (falls die Welt noch so lange steht), eh etwas dichter zusammenrücken, aber das kann ganz bestimmt nicht holterdipolter mal so ganz schnell passieren, ohne dass es zu Unruhen kommt.

    Daß diese Flüchtlingslager zur Brutstätte für den Terrorismus wurden, weil die Leute dort einfach keine Perspektive haben, muß ich Dir nichts extra sagen.

    Das würde hier in Europa nicht anders werden, weil sich die Wünsche vieler Flüchtlinge auch hier nicht erfüllen würden. Also Terrorismus vorprogrammiert.

    Dagegen, wenn wir die Menschen hier bei uns aufnehmen und ihnen eine ehrliche Chance geben, sich mit Fleiß und Leistung zu integrieren, um Teil unseres Landes und unseres Volkes zu werden (zumindest, bis sie in die Heimat zurück können), dann haben die Seelenfänger der Terroristen deutlich weniger Chancen.

    Hat in den vergangenen Jahren mit viel geringeren Zahlen an Muslimen nicht funktioniert (siehe Parallelgesellschaften, es muß nämlich auch der Wille zur Integration da sein, der vielfach nicht vorhanden). Warum sollte es dann jetzt mit diesen Massen von Menschen funktionieren? Staat und Gesellschaft sind ja jetzt schon überfordert.

    Ich hätte auch kein Problem damit, wenn man ein Programm auflegt, das alle, auch die Armen, hierher holt, und ihnen eine Perspektive gibt. Das wäre eine gewaltige Aktion, aber auch das wäre machbar, wenn man es denn wollte.

    Ich halte das für realitätsfern. Denk mal dran, 90 % der Weltbevölkerung sind wahrscheinlich arm. Wie eng willst du dich hier zusammen quetschen? Bis zur Platzanst? Was wäre das noch für eine Lebensqualität, wenn du überhaupt keine Ruhe und Stille mehr finden kannst, keine Einsamkeit? Willst du die ganzen Wälder abholzen, um da Häuser hinzustellen? Landwirtschaftliche Nutzflächen braucht man zur Ernährung wohl ebenfalls noch. Glaubst du Gott hat der Erde diese Größe gegeben, damit sich alle Menschen auf 10 % der Oberfläche zusammenquetschen sollen?

    Dann können in Syrien die Kriegstreiber weiter ihre Schlachten schlagen, ohne jemanden zu gefährden, der keinen Bock auf diese ganze Scheiße hat.

    Na ja, ich teile die Menschen nicht in Gute und Schlechte. Und dass alle, die hier herkommen, keinen Bock auf die ganze Scheiße haben, wie du schreibst, sehe ich auch nicht ganz so. Hätten sie alle keinen Bock, würden sie hier keine christlichen Flüchtlinge oder Flüchtlinge anderer Ethnien bedrängen und bedrohen. Der Krieg fängt doch nicht erst im Großen, sondern im Kleinen an, in den Familien, im Miteinander.

    Sorry, aber das Interesse der Industrie an einer gewissen Masse an Arbeitslosen ist nichts, was ich auch nur ansatzweise als beachtenswert ansehe. Das ist a-sozial in reinster Wortbedeutung. Im Zentrum des Intersses sollte der Mensch stehen, nicht die Wirtschaft. Der Menshc ist nicht für die Wirtschaft da, sondern die Wirtschaft für den Menschen. Deshalb sollte lieber die Wirtschaft leiden, als der Mensch. Deshalb ist eine Vollbeschäftigung IMMER gegen alle anderslautenden Interessen der Wirtschaft vorzuziehen. Alles andere ist Menschenopfer auf dem Altar des Mammon.

    Hört sich gut an. Würde ich dir sogar zustimmen. Ist aber Wunschdenken. Das ist eben Kapitalismus. Das andere wäre dann Sozialismus. Hatten wir schon, waren auch alle unzufrieden mit. Wenn die Wirtschaft leidet, geht’s dem Menschen auch schlecht. Tja, nun mach’s mal irgendwie richtig. Alles nicht so einfach. Der Mensch ist ein Sünder, von Gott entfernt und denkt nun zuallererst mal an sich, das betrifft die Arbeitgeber wie die Arbeitnehmer.

    Der fragliche Abschnitt steht auf Seite 36. Du wirst sehen, daß er vollständig wiedergegeben ist.

    In der Tat. Aus dem Text sind keine weiteren Erklärungen herauszuholen. Ich frage mich aber schon, wie diese Aussage denn zu verstehen ist? So ohne Erläuterung ist die für mich ziemlich schwammig. Wie soll es aussehen, dass man beiden Gruppen Rechnung tragen will?  Wie stellt sich die AfD das vor, dass letztendlich beide Seiten zufrieden sind? So verstehe ich den Satz jedenfalls, dass beide Interessen beachtet werden sollen, also nicht nur die des Arbeitgebers, sondern auch die des Arbeitnehmers. Wie also stellt sie sich das in der Praxis vor? Darüber steht ja nun nichts weiter im Programm. Ist alles sehr allgemein formuliert. Ich kann mir darunter z. B. nichts vorstellen.

    Will sie jetzt die Qualifizierungen des Arbeitsamtes stoppen, um nicht so viele Menschen in Arbeit zu bringen? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, da die Wirtschaft im Gegenteil ja immer jammert, dass der Arbeitsmarkt die dringend benötigten Fachkräfte nicht hergibt. Arbeitslose gibt es genug, aber anscheinend nicht in der richtigen Richtung qualifiziert, wie sie die Wirtschaft benötigt. Also würde das ja nun keinen Sinn machen. Ich habe da echt keine Idee, worum es ihr da in ihrem Programm geht. Was will sie also konkret ändern. Erst wenn ich das wüßte, kann ich diese Aussage von ihr richtig einschätzen. Vielleicht erregen wir uns ja ganz unnötig über diesen Teil der Aussage.

    Und daß die Polizei nichts gegen „Rockerbanden“ tun könnte ist doch Mumpitz. Die Polizei hat schon lange bevor das Internet oder Mobiltelefone in der breiten Masse zugänglich war gegen Rockerbanden erfolgreich ermittelt. Damals war noch nicht mal der Große Lauschangriff durch und es ging. Und plötzlich soll es nicht mehr gehen? Ich bitte Dich!

    Wo liest du was von Rockerbanden? Habe ich in dem Abschnitt nicht gelesen. Es geht doch dort um Schwerstkriminelle und Kinderpornografie.

    Die Vorratsdatenspeicherung und andere Überwachungstechniken geben dem Staat zu viel Macht über seine Bürger. Und der Staat wird, das hat die Geschichte gezeigt, diese Macht irgendwann mißbrauchen.

    Gut möglich. Sogar sehr wahrscheinlich.

    Natürlich malt man jetzt den Teufel an die Wand, um die Überwachung durchzukriegen.

    Die Überwachung wird kommen, über kurz oder lang, davon bin ich überzeugt. Bisher sind wir ja noch verschont geblieben von Terrorattacken. Aber lass erst mal auch hier ein paar Bomben hochgehen und die Leute werden alle nach mehr Überwachung schreien.

    Ja, wir leben schon in einer verrückten Welt. Aber hast du etwa etwas anderes erwartet? Wieso erwartest du von dieser gefallenen Welt soviel? Es wird so kommen, wie Gott es vorgesehen hat. Er führt die Weltgeschichte zu seinem Ziel. Darum bin ich eigentlich trotz allem ziemlich entspannt.

  17. De Benny De Benny sagt:

    macht das die Sache an sich nicht besser, denn dann würden sie im eigenen Land zum Wiederaufbau viel dringender gebraucht, als hier, stimmts?

    Wozu? Um sich erschießen zu lassen und Schützengräben auszuheben? Wenn da wieder Frieden herrscht, werden sie wieder heim gehen. Erinnerst Du Dich noch an die Zeit, als die Taliban in Afghanistan gestürzt wurden? Und wie viele Afghanen, die seit Jahrzehnten im Westen lebten dann wieder nach Afghanistan gingen, weil sie das Land aufbauen wollten, obwohl sie inzwischen auch westliche Staatsbürgerschaften hatten? Mir fällt da spontan ein Politiker der Grünen ein, leider hab ich dessen Namen vergessen und da es so lange her ist findet man da auch nicht so leicht etwas über die Suchmaschinen.

    Das würde bei Syrien auch so kommen, wenn erst einmal Frieden einkehrt. Aber dazu braucht es Vertrauen. Würdest Du Dein Leben aufs Spiel setzen, nur weil irgendjemand sagt, Du solltest ein Land wieder aufbauen, das Du nicht kaputt gemacht hast und das Dir nach dem Leben getrachtet hat?

    Übertrage das doch mal in die Situation nach dem 2. Weltkrieg. Sicher sind einige Juden nach Deutschland zurückgekehrt bzw hiergeblieben und haben Deutschland mit aufgebaut. Aber kann man irgend einem böse sein, wenn er die Nase von Deutschland voll hatte, selbst wenn er gut ausgebildet war und er hätte gebraucht werden können für den Wiederaufbau?

    Du begreifst einfach nicht, was mittlerweile sogar Frau Merkel und die meisten anderen Parteien begriffen haben. Deutschland und Europa sind nicht in der Lage den Rest der Welt (auch wenn er arm ist) aufzunehmen ohne den sozialen Frieden im eigenen Land zu gefährden.

    Frau Merkel begreift vor allem, was gut für ihre Wiederwahl ist, so wie die meisten Politiker. Wir sind wirtschaftlich in der Lage, den Rest der Welt aufzunehmen, und wir hätten den Platz, wie ich schon einmal vorgerechnet habe. Das Problem ist der soziale Friede, und der ist nicht gefährdet, weil wir irgendwelche echten Probleme in der Umsetzung hätten, sondern weil Menschen Angst haben und Leute vom rechten Rand diese Ängste schüren. Und da dieses Schüren von Ängsten politisch erfolgreich ist, schleicht es sich immer weiter in die Mitte der Gesellschaft.

    Und das ist es, wogegen ich mich immer wieder ausspreche, gegen diese unbegründete Angst. Sicher wird es mehr Straftaten geben, wenn mehr Menschen hier sind. Aber das wird auch so sein, wenn die Deutschen mehr Kinder bekommen sollten, was die AfD ja auch will, weshalb sie Abtreibungen verbieten wollen. Das führt genauso zum Ansteig der absoluten Zahlen an Straftaten, das belastet ebenso die Sozialsysteme, das macht ebenso die wenigen Jobs die es gibt noch knapper, als es die Flüchtlinge tun.

    Flüchtlinge sind Menschen wie wir auch und wie alle anderen Menschen und wie unsere Kinder. Wenn wir sagen, Deutschland hätte zu wenige Einwohner, dann kann man sich doch nicht gleichzeitig gegen die Flüchtlinge wehren…

    aber das kann ganz bestimmt nicht holterdipolter mal so ganz schnell passieren, ohne dass es zu Unruhen kommt.

    Nehmen wir an, es wird so. Auf wessen Seite stehst Du dann? Auf Seiten derer, die die Unruhen anstacheln, weil schließlich nicht alle Menschen hierher kommen können, oder auf Seiten derjenigen, die versuchen die Wogen zu glätten und einen Weg suchen, wie man möglichst konfliktfrei das Zusammenleben gestaltet, damit die weniger Glücklichen nicht einfach absaufen müssen?

    Das würde hier in Europa nicht anders werden, weil sich die Wünsche vieler Flüchtlinge auch hier nicht erfüllen würden. Also Terrorismus vorprogrammiert.

    Dir ist offenbarder Unterschied zwischen libanesichen Flüchtlngslagern und unseren Aufnahmeeinrichtungen nicht klar. Auch wenn bei uns immer noch nicht alles ideal ist, ist das ein himmelweiter Unterschied. Bei uns können Flüchtlinge, sobald sie anerkannt sind, eine Wohnung mieten und unter Umständen sogar arbeiten. Die palästinensichen Flüchtlinge im Libanon haben diese Option so nicht. Terrorismus ist also nicht vorprogrammiert. Das ist nur dann der Fall, wenn diejenigen sich durchsetzen, die sich immer stärker von Zuwanderern abgrenzen und ihnen immer weniger Sozialleistungen zugestehen wollen. DAS erzeugt Terrorismus.

    Hat in den vergangenen Jahren mit viel geringeren Zahlen an Muslimen nicht funktioniert (siehe Parallelgesellschaften, es muß nämlich auch der Wille zur Integration da sein, der vielfach nicht vorhanden).

    Die Muslime, die früher als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, wurden nicht integriert. Deshalb haben sich Ghettos gebildet mit Parallelgesellschaften. Genau das wollen die „Bahnhofsklatscher“ ja verhindern, daß es noch einmal so weit kommt. Deshalb soll es ja auch islamischen Religionsunterricht an den Schulen geben, um das zu unterstützen. Angesichts dessen, wie die Gastarbeiter und ihre Nachfahren ausgegrenzt wurden, ist es zu relativ wenig Terrorismus gekommen in Deutschland. Aber das kann sich ändern, wenn wir die Propaganda von Daesh bestätigen, daß die Europäer die Muslime unterdrücken wollen.

    Was wäre das noch für eine Lebensqualität, wenn du überhaupt keine Ruhe und Stille mehr finden kannst, keine Einsamkeit? Willst du die ganzen Wälder abholzen, um da Häuser hinzustellen? Landwirtschaftliche Nutzflächen braucht man zur Ernährung wohl ebenfalls noch. Glaubst du Gott hat der Erde diese Größe gegeben, damit sich alle Menschen auf 10 % der Oberfläche zusammenquetschen sollen?

    Es würden bei weitem nicht alle kommen. Und wenn Du nach Gott fragst: Der hat uns die Erde auch nicht gegeben, daß wir einander ermorden und diejenigen, die vor Tod und Zerstörung fliehen zurückschicken, weil Krieg kein Asylgrund ist. Gott hat auch nie verfügt, daß „wehrfähige junge Männer“ für ihr Land kämpfen müssen, stattsich in Sicherheit zu bringen. Gott ist bei den Unterdrückten und Marginalisierten. Das war Er schon immer. Und Er fordert von Seinen Anhängern, es Ihm gleichzutun. Wir holzen Wälder schon ab, wenn wir finanzielle Vorteile davon haben. Und jetzt sollen wir es lassen, wenn es um Menschen geht? So lange es um den Profit geht, sind wir kreativ und erfinderisch, aber sobald wir mal jemandem helfen sollen, sobald es mal nicht mehr nur um uns und unsere Privatinteressen geht, sehen wir nur noch Probleme. Wie steht Gott wohl dazu?

    Na ja, ich teile die Menschen nicht in Gute und Schlechte. Und dass alle, die hier herkommen, keinen Bock auf die ganze Scheiße haben, wie du schreibst, sehe ich auch nicht ganz so. Hätten sie alle keinen Bock, würden sie hier keine christlichen Flüchtlinge oder Flüchtlinge anderer Ethnien bedrängen und bedrohen. Der Krieg fängt doch nicht erst im Großen, sondern im Kleinen an, in den Familien, im Miteinander.

    Da geb ich Dir Recht. Und vor allem im Konflikt mit den Christen, die bei Assad, bei Saddam Hussein und Mubarak zu den privilegierten Minderheiten gehörten, spielt eben Politik eine große Rolle. Da liegt der Sunnit, der grad mit dem Leben davongekomen ist plötzlich neben einem Christen, der womöglich ein Parteigänger Assads war. Da können Emotionen durchbrechen. Natürlich kann das nicht sien und natürlich müssen wir hier das Recht durchsetzen. Aber das macht doch den Fluchtgrund nicht weniger verständlich.

    Stell Dir vor ein nach Südamerika gefohener Jude, der vielleicht seine ganze Familie verloren hat, trifft auf der Straße einen vor den Alliierten ebenfalls nach Südamerika geflohenen NSDAP Mann aus seiner alten Heimat. Wenn nun die Wut in ihm hochkocht und er den Nazi angreift und vielleicht sogar in seiner Rage erschlägt, ist das menschlich nicht nachzuvollziehen? Und trotzdem ist es falsch und trotzdem muß er vor Gericht kommen.

    Es ist nicht alles so schwarz-weiß wie wir das gerne hätten. Und es muß sich nicht um tatsächliche Täter handeln, die angegriffen werden. Ein Flüchtling vergewaltigt eine Frau und plötzlich sind alle Flüchtlinge potentielle Vergewaltiger, egal wer sie sind, aus welcher Kultur sie sind, aus welchem Land sie sind, was ihre Fluchtgründe sind etc. Ein Flüchtling macht Falschangaben, und plötzlich sind alle Asylbetrüger. Ein Christ hilft Assad, und dann sind eben auch die Christen bei den muslimischen Syrern so gebrandmarkt wie die Flüchtlinge bei uns.

    Deshalb muß man aufklären, Deutsche, Syrer und alle anderen. Daß nicht alle Flüchtlinge Asylbetrüger sind, daß nicht alle Christen zu Assad gehören.

    Hört sich gut an. Würde ich dir sogar zustimmen. Ist aber Wunschdenken. Das ist eben Kapitalismus. Das andere wäre dann Sozialismus. Hatten wir schon, waren auch alle unzufrieden mit.

    Du hast es vielleicht nicht miterlebt, aber Vollbeschäftigung hatten wir in der kapitalistischen BRD auch. Das, wo Ihr unzufrieden mit wart, war ja nicht die Vollbeschäftigung, sondern die Diktatur. Das wäre nicht anders gewesen, wenn es eine rechte Diktatur gewesen wäre, oder?

    Wenn die Wirtschaft leidet, geht’s dem Menschen auch schlecht.

    Nee, umgekehrt. Die Wirtschaft leidet, wennes den Menschen schlecht geht, weil sie dann kein Geld mehr haben, um die Produkte der Wirtschaft zu kaufen.

    Alles nicht so einfach. Der Mensch ist ein Sünder, von Gott entfernt und denkt nun zuallererst mal an sich, das betrifft die Arbeitgeber wie die Arbeitnehmer.

    Sorry, aber die Sündhaftigkeit des Menschen kann doch keine Entschuldigung dafür sein, es nicht einmal zu versuchen. Dann brauchen wir auch keine Demokratie, der Menshc ist eh sündig. Dann können wir auch alle totschlagen, die uns ärgern Der Mensch ist eh sündig. Merkst Du, wohin das führt? Wenn Du sagst, der Mensch ist eh sündig und deshalb kann man die Hände (als Christ) in den Schoß legen statt fü die Menschen zu kämpfen, dann riecht das für mich schon stark nach billiger Gnade.

    Wie stellt sich die AfD das vor, dass letztendlich beide Seiten zufrieden sind? So verstehe ich den Satz jedenfalls, dass beide Interessen beachtet werden sollen, also nicht nur die des Arbeitgebers, sondern auch die des Arbeitnehmers. Wie also stellt sie sich das in der Praxis vor? Darüber steht ja nun nichts weiter im Programm. Ist alles sehr allgemein formuliert. Ich kann mir darunter z. B. nichts vorstellen.

    Siehste, cih auch nicht. Ich kann mir vorstellen, daß sie das Interesse der Industrie an vielen Arbeitslosen ernst nehmen. Ich kann mir vorstellen, daß sie die Sozialsysteme aushöhlen wollen, um keine „Mitnahmementalität“ zu fördern. Wie sie dann noch die Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigen wollen, erschließt sich mir nicht. Da sind sie unkonkret. Schlimmstenfalls ist es ein Lippenbekenntnis. Bestenfalls haben sie selbst keine Vorstellung. Da finde ich es dann umso bedenklicher, eine Partei zu wählen, die selbst nicht weiß, was sie will.

    Will sie jetzt die Qualifizierungen des Arbeitsamtes stoppen, um nicht so viele Menschen in Arbeit zu bringen? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, da die Wirtschaft im Gegenteil ja immer jammert, dass der Arbeitsmarkt die dringend benötigten Fachkräfte nicht hergibt.

    Stoppen vielleicht nicht. Aber womöglich wird dafür Geld verlangt, so daß man sich hoch verschulden muß, um überhaupt erst eine Chance auf ne Arbeit zu bekommen. So ist es ja teilweise schon bei Studenten (wobei die Studiengebühren glaub ich wieder abgeschafft wurden). In den USA ist es regelmäßig so, daß wenn Du Kind armer Eltern bist (dafür reicht schon Mittelschicht, falls es sowas noch gibt), Du nicht ohne Schulden aus dem Studium kommst. Da geht es dann um mehrere tausend Euro, die Du in der Kreide stehst, ohne Job. Dadurch stehst Du wiederum unter Druck, jedes Angebot zu nehmen, und dadurch müssen die Arbeitgeber nicht so viel zahlen. Jedenfalls hat die AfD mehrfach gesagt und geschrieben, dass sie von Förderung von Arbeitslosen nichts hält, wegen „Mitnahmementalität“.

    Arbeitslose gibt es genug, aber anscheinend nicht in der richtigen Richtung qualifiziert, wie sie die Wirtschaft benötigt.

    Es ist ja auch immer die Rede davon, daß es zu wenig Ingenieure gibt. Jetzt hab ich zwei Ingenieure im Bekanntenkreis, die gut ausgebildet und qualifiziert sind, aus verschiedenen Gründen gerne wechseln wollen und nichts adäquates finden. Es gibt vielleicht schon genug Arbeitslose, aber nicht genug für die Wirtschaft, wer weiß.

    Erst wenn ich das wüßte, kann ich diese Aussage von ihr richtig einschätzen. Vielleicht erregen wir uns ja ganz unnötig über diesen Teil der Aussage.

    Vielleicht aber auch nicht. Es ist eine Sache, wenn ich nicht allen Punkten einer Partei zustimmen kann. Das wird immer so sein, wie Du schon gesagt hast. Wenn eine Partei aber zu einem Thema, das sie im Programm aufführt, keine anständige Antwort gibt, dann macht mich das stutzig.

    Wo liest du was von Rockerbanden? Habe ich in dem Abschnitt nicht gelesen. Es geht doch dort um Schwerstkriminelle und Kinderpornografie.

    Landtagswahlprogramm Baden-Württemberg, Seite 9. Steht unter dem Text in schwarzer Schrift.Übrigens gab es auch Schwerstkriminalität und Kinderpornografie vor dem Internet. Vor allem bei Kinderpornografie finde ich es bedenktlich, daß man sich da auf das Internet stürzt. Da wird das vor allem verbreitet. Aber der Mißbrauch geschieht im richtigen Leben, das es schon immer gab. Und wenn man für die Kinder etwas verbessern will, dann muß man dort ansetzen und niht im Internet, weil zu dem Zeitpunkt de Kinder schon mißbraucht wurden. Übrigens ist das Internet da auch nicht anders als die Post. Verbreiten kann man das Zeug ja auch ganz einfach per Post. Soll die jetzt auch überwacht werden? Stasi läßt grüßen.

    Aber lass erst mal auch hier ein paar Bomben hochgehen und die Leute werden alle nach mehr Überwachung schreien.

    Ich nicht, weil damit alles schlimmer und nicht besser wird. Manche Dinge kann man nicht verhindern, ohne Schlimmeres in Kauf zu nehmen. Wer die Freiheit um der Sicherheit Willen aufgibt, wird beides verlieren. Ich will das nicht. Du?

    Wieso erwartest du von dieser gefallenen Welt soviel?

    Ich erwarte nichts von der Welt, sondern von mir. Zum Beispiel, daß ich das Maul aufmach für die Marginalisierten, daß ich ihnen tätig helfe, und daß ich versuche, andere zu überzeugen, es mir nachzutun. Sicher ist die Welt gefallen. Und trotzdem hat Jesus Kranke geheilt und mit Sündern gegessen. Ich kann doch nicht die Hände in den Schoß legen und denken, das geht mich alles nichts an. Ich kann die Welt nicht ändern, aber ich kann tun, was mein Teil ist. Gott alles in die Schuhe zu schieben ist billig.

  18. Christina sagt:

    Nur eines noch:

    Da geb ich Dir Recht. Und vor allem im Konflikt mit den Christen, die bei Assad, bei Saddam Hussein und Mubarak zu den privilegierten Minderheiten gehörten, spielt eben Politik eine große Rolle. Da liegt der Sunnit, der grad mit dem Leben davongekomen ist plötzlich neben einem Christen, der womöglich ein Parteigänger Assads war. Da können Emotionen durchbrechen. Natürlich kann das nicht sien und natürlich müssen wir hier das Recht durchsetzen. Aber das macht doch den Fluchtgrund nicht weniger verständlich.
    Stell Dir vor ein nach Südamerika gefohener Jude, der vielleicht seine ganze Familie verloren hat, trifft auf der Straße einen vor den Alliierten ebenfalls nach Südamerika geflohenen NSDAP Mann aus seiner alten Heimat. Wenn nun die Wut in ihm hochkocht und er den Nazi angreift und vielleicht sogar in seiner Rage erschlägt, ist das menschlich nicht nachzuvollziehen? Und trotzdem ist es falsch und trotzdem muß er vor Gericht kommen……..

    ……..Ein Christ hilft Assad, und dann sind eben auch die Christen bei den muslimischen Syrern so gebrandmarkt wie die Flüchtlinge bei uns…….

    ……Deshalb muß man aufklären, Deutsche, Syrer und alle anderen. Daß nicht alle Flüchtlinge Asylbetrüger sind, daß nicht alle Christen zu Assad gehören…..

    Ich glaube du verwechselst hier doch etwas ein bißchen. Die Verfolgung von Christen in muslimischen Ländern hat größtenteils religiöse und keine politischen Gründe. Christen werden in den Flüchtlingsheimen nicht von Muslimen verfolgt, weil sie mit dem Assad Regime sympathisierten, sondern weil sie an den Gott der Bibel glauben und daran, dass dieser Gott einen „Sohn“ hat (was in ihren Augen die größte Gotteslästerung ist). Es wird zu ihnen nicht gesagt: „Du scheiß Assad-Anhänger“, sondern „Du scheiß Christ“.

    Denk in dem Zusammenhang auch mal bitte an Saudi-Arabien und andere islamische Staaten. Ich glaube nicht, dass die Christen in vielen dieser Länder solche Freiheiten besitzen wie z. B. in Syrien unter dem Assad-Regime. Trotzdem hasst man sie.

    Ich erwarte nichts von der Welt, sondern von mir.

    Na hoffentlich wirst du dann nicht von dir enttäuscht. Bist doch auch ein Teil der gefallenen Welt, oder?

    Ich verlasse mich da lieber auf Gott, anstatt auf mich. 😉

  19. De Benny De Benny sagt:

    Ich glaube du verwechselst hier doch etwas ein bißchen. Die Verfolgung von Christen in muslimischen Ländern hat größtenteils religiöse und keine politischen Gründe.

    Sagt wer? Syrien ist nicht Iran ist nicht Saudi-Arabien ist nicht Indonesien. Daß es überall religiöse Gründe sind, ist Mumpitz und wird von interessierter Seite gerne behauptet, um die eigene Propaganda zu stützen. Die Gründe sind komplexer. Und es spielt immer auch Politik mit hinein.

    Wir sollten uns nicht in deren Konflikte reinziehen lassen, sondern dafür sorgen, daß hier bei uns Konflikte allgemein nicht mit Gewalt ausgetragen werden. Im Zweifel braucht es eben mehr Sicherheitspersonal für die Flüchtlingsheime, nur sollten die Sicherheitsleute dann eben nicht selbst gewaltbereit sein, das ist ja momentan noch so ein Problem…

    Christen werden in den Flüchtlingsheimen nicht von Muslimen verfolgt, weil sie mit dem Assad Regime sympathisierten, sondern weil sie an den Gott der Bibel glauben und daran, dass dieser Gott einen „Sohn“ hat (was in ihren Augen die größte Gotteslästerung ist). Es wird zu ihnen nicht gesagt: „Du scheiß Assad-Anhänger“, sondern „Du scheiß Christ“.

    Die Nazis hierzulande skandieren ja auch nicht „Scheiß Vergewaltiger“,sondern „Scheiß Ausländer“, greifen aber immer wieder auf die Mär von den sexuell enthemmten Horden zurück. Wennes um die Religion geht, dann müßten auch andere Religionen in Flüchtlingsheimen verfolgt werden, oder?Davon hört man nichts. Deshalb bin ich da weiterhin sehr skeptisch. Fakt ist, wir müssen zusehen, daß wir solche Gewalt unterbinden, wie jede Gewalt. Das ist Aufgabe der Staatsmacht. Aber wir dürfen nicht hingehen und uns auf eine Seite schlagen, wenn vielleicht noch andere Gründe außer der Religion einen Ausschlag geben. Wir müssen uns neutral auf Grundlage des Gesetzes verhalten, um bei den Flüchtlingen klar zu machen, daß es hier nicht um Sympathien geht, sondern darum, sich an gültige Gesetze zu halten. Andernfalls vertiefen wir womöglich die Konflikte noch, verzetteln uns selbst da rein und werden von einer Seite auch als Feind wahrgenommen.

    Ich glaube nicht, dass die Christen in vielen dieser Länder solche Freiheiten besitzen wie z. B. in Syrien unter dem Assad-Regime. Trotzdem hasst man sie.

    Auch da spielen politische Gründe eine Rolle. Wie auch bei uns der Haß auf den Islam in erster Linie politisch motiviert ist. Das Christentum jedenfalls kann für den Haß auf den Islam nicht in Anspruch genommen werden. Das hat auch viel damit zu tun, daß die USA sich als „God’s own country“ bezeichnen und welche Rolle sie in den regionalen Konflikten im Nahen Osten spielen. Da kann man als Muslim schon mal auf den Gedanken kommen, daß Christen vor allem Feinde sind. Das gilt jetzt für Saudi-Arabien, wo es keine lange christliche Tradition gibt und Untergrundkichen sich erst in letzter Zeit bilden (und wie man hört, in nicht unerheblichem Umfang).

    Na hoffentlich wirst du dann nicht von dir enttäuscht. Bist doch auch ein Teil der gefallenen Welt, oder?

    Natürlich bin ich das. Aber sagte Christus nicht zu der Sünderin „geh hin und sündige hinfort nicht mehr“? Wie hätte er wohl reagiert wenn sie geantwortet hätte: „ich bin Teil der gefallenen Welt, natürlich werde ich sündigen“.

    Man kann doch nicht alles in den Wind schreiben und meinen, Jesus richtet schon alles, so wie die Eliten Israels und Judas vor dem Exil Witwen und Waisen bedrückten und sich auf den Tag des Herrn verliesen, an dem alle Feinde ihnen zu Füßen gelegt werden sollten. Was haben die geguckt, als es ihnen an den Kragen ging, als ein ganz anderer Tag des Herrn kam und Samaria und später Jerusalem von fremden Armeen eingenommen wurden!

    Gott hat sie für ihren Hochmut und ihre Herzlosigkeit gestraft. Meinst Du, Gott denkt heute anders als damals?

  20. Christina sagt:

    Hallo Benny,

    eine Aussage aus deinem vorherigen Kommentar ist mir erst jetzt so richtig aufgefallen. Dazu möchte ich doch noch mal kurz was sagen, auch wenn es jetzt nicht so ganz direkt zum Thema passt:

    Und trotzdem hat Jesus Kranke geheilt und mit Sündern gegessen.

    Jawohl, das hat er nach meiner Überzeugung! Aber seit wann glaubst DU an die historische Tatsache von Wundern? Blindheit und Aussatz heilen sind doch ebenfalls Wunder, genau wie über das Wasser gehen oder Brot vermehren. Wenn man diese Dinge aber – so wie du – nicht absolut für historisch wahr hält, sollte man sie eigentlich auch nicht als Argument anführen. Also man sollte die Wunder nicht immer so einsetzen, wie man sie gerade für seine Argumentation braucht, sondern man sollte dann doch schon mal bei seinem Standpunkt diesbezüglich bleiben. Und dein Standpunkt war bisher, man weiß gar nicht historisch zuverlässig, ob Jesus jemals Wunder getan hat, vielleicht sind sie ihm auch nur angedichtet worden. Siehe dazu deinen Beitrag aus dem Jahre 2013: http://blog.debenny.de/2013/11/08/von-wundern-und-wirklichkeit/

    Die Frage, die ich dann außerdem noch an dich hätte (rein rhetorisch, kannst ja mal drüber nachdenken): Warum hat Jesus nicht ALLE Kranken im damaligen Israel geheilt, wo er doch Gott war, der das sehr wohl gekonnt hätte, sondern nur ein paar Einzelne? Es blieben ja immer noch eine Menge Kranke (der größte Teil sozusagen) ohne Heilung zurück. Wenn Jesus nicht alle geheilt hat, obwohl er das gekonnt hätte, wieso sollten dann die Menschen heute, allen Flüchtlingen und Armen auf der Welt helfen müssen, obwohl sie das (nach meiner Überzeugung) nicht können? Denk mal drüber nach.

    Auch da spielen politische Gründe eine Rolle. Wie auch bei uns der Haß auf den Islam in erster Linie politisch motiviert ist. Das Christentum jedenfalls kann für den Haß auf den Islam nicht in Anspruch genommen werden.

    Gibt es bei dir zwischen Liebe und Haß keine Nuancen?

    Haß ist mir ein zu starkes Wort, dass aber auch immer wieder in der Medienberichterstattung zur Anwendung kommt Damit will man den Leuten suggerieren, wenn ihr den Islam ablehnt, kann das nur Haß sein. (und wer will schon als „haßwütig“ dastehen, sehr clever von den Medien) Und das ist Blödsinn mit dem Haß. Aber ich weiß auch, warum man das tut. 😉

    Ansonsten sage ich zu deinem letzten Kommentar jetzt mal nicht mehr so viel. Unsere Ansichten betreffs der Christenverfolgung u. a. liegen da doch sehr auseinander. So wie auch manch anderes und man muß ja auch nicht immer alles bis ins kleinste Detail auseinanderklamüseln. Das kostet alles viel Zeit. Und da mein 1-wöchiger Urlaub morgen leider vorbei ist, habe ich dann auch nicht mehr so viel Zeit zum Schreiben. Und du hast sicher auch noch andere Dinge, denen du dich widmen willst. Also, ich wünsch dir was. 🙂

  21. De Benny De Benny sagt:

    Jawohl, das hat er nach meiner Überzeugung! Aber seit wann glaubst DU an die historische Tatsache von Wundern? Blindheit und Aussatz heilen sind doch ebenfalls Wunder, genau wie über das Wasser gehen oder Brot vermehren. Wenn man diese Dinge aber – so wie du – nicht absolut für historisch wahr hält, sollte man sie eigentlich auch nicht als Argument anführen.

    Hab ich irgendwann gesagt, ich glaube nicht an Wunder? In dem von Dir verlinkten Artikel von 2013 habe ich geschrieben: „Eine andere Frage ist, ob ich der Meinung bin, daß der Sohn Gottes, der göttliche Logos, der die Welt schuf, in der Lage ist (oder wäre), Wunder zu tun, also Dinge, die den Naturgesetzen widersprechen. Da lautet die Antwort: Ja, ich denke, daß er es könnte, ja können müßte.

    Soweit ich es sehe ist es aber darüber hinaus historisch ohne Frage, daß Jesus den Armen und Entrechteten, den Marginalisierten half, gegen allen gesellschaftlichen Druck, gegen alle „Leitkultur“.

    Ob Er das per Wunder tat oder indem Er einfach nur tat, was menschenmöglich war, ist in dieser Perspektive erst einmal uninteressant. Wenn Du daran glaubst, daß Jesus den Entrechteten half, und wenn Du daran glaubst, daß Jesus sagte, wir sollen unser Kreuz auf uns nehmen und Ihm nachfolgen, dann frage ich Dich: Gilt das nur für die von uns, die auch Wunder wirken können? Für mich war es schon Wunder genug, daß im letzten Jahr so viele Menschen sich engagierten für die Flüchtlinge und bis zum Umfallen arbeiten, ohne auf deren Religion, Nationalität oder sonstwas zu achten, ohne irgendwelche Vorleistungen an demokratischer Gesinnung zu fordern, sondern einfach aus menschlicher Anteilnahme. DAS ist ein Wunder. Daß dann Menschenfeinde, ob Pegida, ob AfD oder andere Angst verbreiten, Haß schüren, Gewalt anwenden, das ist wiederum ganz und gar menschlich. So ist der Mensch eben: Gefallen und böse. Und trotzdem zum Guten geschaffen. Und das wird auch von ihm eingefodert.

    Sicher können wir nicht alle Probleme lösen, aber wir können uns anstrengen und lösen dabei tausendmal mehr, als wenn wir nur Haß verbreiten und Angst schüren.

    Und dein Standpunkt war bisher, man weiß gar nicht historisch zuverlässig, ob Jesus jemals Wunder getan hat, vielleicht sind sie ihm auch nur angedichtet worden.

    Tja, da sehen wir, daß Du in all den Jahren nicht verstanden hast, was „historisch“ bedeutet. Denn auch wenn es historisch nicht zuverlässig ist, kann ich es glauben. Ich kann es dann nur nicht als objektive Tatsache verkaufen. Das wäre unlauter. Deshalb ist es sinnvoller, sich auf das zu stützen, was historisch besser greifbar ist. Dazu gehört, daß Jesus sich für Marginalisierte, seien es Sünder, Zöllner, Huren, Ausländer etceinsetzte, ihnen gegen alle damalige Leitkultur half. Dazu brauche ich keine Wunder annehmen, ob ich daran glaube oder nicht. Und deshalb kann ich das dann auch anderen erzählen, ohne von ihnen verlangen, daß sie gleich an die Wunder Jesu glauben sollen. Aber das nur nebenbei.

    Warum hat Jesus nicht ALLE Kranken im damaligen Israel geheilt, wo er doch Gott war, der das sehr wohl gekonnt hätte, sondern nur ein paar Einzelne? Es blieben ja immer noch eine Menge Kranke (der größte Teil sozusagen) ohne Heilung zurück. Wenn Jesus nicht alle geheilt hat, obwohl er das gekonnt hätte, wieso sollten dann die Menschen heute, allen Flüchtlingen und Armen auf der Welt helfen müssen, obwohl sie das (nach meiner Überzeugung) nicht können? Denk mal drüber nach.

    Mal andersrum: Wir erfahren nicht, dsß Jesus irgend jemanden abgelehnt hätte, der zu Ihm kam. Wenn Er also nicht alle heilte, dann womöglich deshalb, weil nicht alle zu Ihm kamen, weil sie nicht glaubten, daß Er ihnen helfen kann. Die Flüchtlinge komen aber zu uns. Erkennst Du die Gemeinsamkeit?

    Wir werden auch nicht allen helfen können, aber wir können uns anstrengen. Wenndie Umstände uns dann hindern, ist das etwas anderes. War ebi Jesus auch so. Der wurde irgendwann ermordet, wobei Seine Heilungen und Seine Popularität im Volk (Hosianna dem König von Israel!) eine gewisse Rolle spielten. Auch da kam dann die Politik mit rein.

    Was, wenn Er nicht gekreuzigt worden wäre. Meinst Du, Er hätte aufgehört, den Menschen zu helfen? Keiner von uns kann allen helfen, aber jeder kann ein paar Menschen helfen. Wir können schon einmal anfangen und das, was wir nicht schaffen, Gott anheimstellen, daß Er Menschen ruft und befähigt, dazuzukommen, mitzuhelfen. So ist das halt mit der Nachfolge: Man muß damit anfangen, auch wenn man das Ende und den Erfolg noch nicht absehen kann. Deshalb braucht es Glauben, oder wie man das griechische Wort Pistis besser übersetzt: Vertrauen.

    Gibt es bei dir zwischen Liebe und Haß keine Nuancen?

    Doch schon. Aber so wie ich in der Schule das ganze Notenspektrum von 1 bis 6 benutze, so benutze ich auch nicht nur die Nuancen zwischen Liebe und Haß, sondern eben auch die Extrempunkte. Und was ich derzeit erlebe ist zum ganz großen Teil Haß.

    Damit will man den Leuten suggerieren, wenn ihr den Islam ablehnt, kann das nur Haß sein.

    Ablehnung ist kein Haß, das stimmt schon. Aber wenn ich den Islam ablehne, dann muß ich nicht davor „warnen“, indem ich allen Muslimen ein archaisches Frauenbild unterstelle. Zumal es viele konservativen Christen gibt, deren Frauenbild viel bedenklicher ist als das vieler Muslime. Auch wenn ich davor „warne“, daß „der Islam“ das Abendland unter seine Kontrolle bringen will, ist das nicht nur Ablehnung. Es ist Hetze, die in Haß gründet. Angst spielt auch eine Rolle. Das sind die Waffen des Teufels, um mal mythologisch zu sprechen.

    So wie auch manch anderes und man muß ja auch nicht immer alles bis ins kleinste Detail auseinanderklamüseln. Das kostet alles viel Zeit.

    Klar kann man es sich einfach machen und nix auseinanderklamüsern, aber dann wird es eben auch schnell falsch. Ich sage nicht, daß es keine Christenverfolgung gibt, ich sage aber, daß Fälle denkbar sind, in denen Gewalt von Muslimen gegen Christen nichts mit der jeweiligen Religion, sondern mit anderen Dingen zu tun hat. Das muß man bedenken, bevor man sich einmischt, weil einem schnell das ganze Engagement um die Ohren fliegen kann. Und Christen sind genauso Sünder wie Muslime, es kann im Einzelfall also durchaus auch mal an den Christen liegen.

    Und du hast sicher auch noch andere Dinge, denen du dich widmen willst. Also, ich wünsch dir was.

    Ja, zum Beispiel Kirchenenkaffee. Da geh ich jetzt hin. Dir noch nen schönen Resturlaub.

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