Vorratsdatenspeicherung und Berufsgeheimnisträger

Vor ein paar Wochen hatte ich bei verschiedenen Ministerien angefragt, ob und inwieweit ich als Vikar – und damit Berufsgeheimnisträger – vorsorgen muß, um diejenigen, die sich an mich wenden, zu schützen. Jetzt kam die Antwort per Post:

Antwort-Ministerium-anon

Antwort-Ministerium2Ich muß mich also um nix kümmern, weil Berufsgeheimnisträger wie alle anderen abgehört überwacht werden. Es darf dann halt bloß nicht benutzt werden. Es sei denn, die wissen es grad nicht, daß ich Berufsgeheimnisträger bin. Dann dürfen sie es aber nicht im Prozess benutzen, wenn sie was rausfinden.

In einem Land, in dem mal eben ein Journalist wegen Landesverrats verfolgt wird, weil er unbequeme Dinge veröffentlicht, bin ich zuversichtlich, daß hier kein Mißbrauch betrieben wird.

Zumal das Beichtgeheimnis nach meinem Verständnis nicht nur Strafverfolgung unmöglich machen soll, sondern eben auch jegliche Kenntnis des Besprochenen (sowie des Faktums des Gespräches selbst) durch andere als die am Gespräch beteiligten Personen unterbinden soll. Es geht da ja meist nicht um strafrechtliche relevante Dinge, sondern um sozial relevante Dinge. Dem Betroffenen hilft es kein Stück, wenn er nicht strafrechtlich verfolgt wird, sein Geheimnis aber doch offenbar gemacht wird.

Jetzt geht es bei der Vorratsdatenpeicherung Speicherpflicht und Höchstspeicherfrist für Verkehrsdaten nicht um Inhalte, sondern „nur“ um Verbindungsdaten. Trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl zurück…

Dieser Beitrag wurde unter Kirche, Politik abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Kommentare zu Vorratsdatenspeicherung und Berufsgeheimnisträger

  1. Pingback: Vorratsdatenspeicherung und Berufsgeheimnisträger | Christliche Blogger Community

  2. Thomas Jakob sagt:

    Ich kann nicht sagen, dass mich das wirklich überrascht, aber es ist gut, das Ausmaß der Überwachung immer einmal wieder vor Augen geführt zu bekommen. Ich mag mir kaum vorstellen, welchen Gebrauch z. B. eine neue Gestapo in einer harten Diktatur davon machen würde.

  3. De Benny De Benny sagt:

    Mir war vor allem wichtig, ob ich aktiv werden muß, um Seelsorgebegehrende zu schützen. Die Antwort erleichtert mich insofern, daß ich nix tun muß außer darauf zu verweßen, daß man sich am Besten in. der Kirche zum Gespräch trifft, wenn mal wieder Orgelstunde ist…

    Ja ich weiß, ich bin paranoid.

     

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.