Technik

Zeitverschwendung

Manchmal ist es zum verrückt werden! Man will grad noch schnell was ausdrucken, zum Beispiel einen Brief, der schnell weg muß, und dann klappt gar nichts mehr.

Diesmal war es nicht der Drucker, wie so oft, sondern Texlive. Oder Windows, wie man es sieht, es ist mir auch egal.

Ich benutze für Briefe schon seit Jahren die  scrlttr2 Klasse von KOMA-Script. Ich habe meine Hausarbeiten im Studium eh alle mit (Xe)LaTeX geschrieben, und dann sehen diese Briefe auch noch recht professionell aus und ich muß mir keine Gedanken über die Formatierung machen.

Aus dem Grund habe ich Texlive auch auf dem Rechner meiner Frau installiert – nur benutzt sie Windows. Trotzdem läuft auf dem Rechner auch TexLive, wieso auch nicht?

Sie schreibt also ihren Brief, will ihn setzen und es kommt eine dieser wunderbar präzisen Fehlermeldungen, die Microsoft so zu bieten hat:

Hier Screenshot

Vn dieser Genauigkeit in der Fehlerbeschreibung könnte sich Linux etwas abschneiden (nicht!).

Das Befragen der Suchmaschinen brachte keine Lösung, es sah so aus, als ob das Problem nur bei mir aufreten würde.

Screenshot (8)
xetex.exe funtioniert nicht mehr
Es wird nach einer Lösung für das Problem gesucht…
Screenshot (9)
xetex.exe funtioniert nicht mehr
Das Programm wird aufgrund eines Problems nicht richtig ausgeführt. Das Programm wird geschlossen und sie werden benachrichtigt, sobald eine Lösung verfügbar ist.

Ich wurde bald wahnsinnig! Nicht mal eine log Datei wurde erstellt.

Und auch im interaktiven Modus (ich hab da echt Zeile per Zeile per Copy¬Paste eingegeben) war kein Fehler zu finden.

Dann der Test mit einer minimal *.tex Datei. Der funktionierte tadellos. Und plötzlich dämmerte es mir:

Der Dateiname des Briefes enthielt Umlaute. Und siehe da, kaum hatte ich die Datei umbenannt und mich auf 7-Bit ASCII Zeichen beschränkt, lief alles wie am Schnürchen.

Merke: Wir mögen das Jahr 2015 haben, Unicode mag ein Standard sein, der sich weitgehend durchgesetzt hat. Wenn man allerdings Windows benutzt (in dem Fall Verison 8.1, also nichts *altes*), sollte man sich auf 1980 einstellen (1981 kam Codepage 437). Aber was sind schon 35 Jahre in der IT?

3 thoughts on “Zeitverschwendung

  1. Wer die gute Qualität von LaTex will, muss bereit sein, dafür zu leiden.

    Mir fällt dazu eine Episode aus meiner Zeit als studentische Hilfskraft Ende der 1980er ein. Es sollte eine Tagesordnung für ein Arbeitstreffen erstellt werden, mit Beteiligung prominenter Profs von außerhalb zwar, aber intern. Ein anderer HiWi war zusammen mit der Abteilungssekretärin daran, das mit Tex zu schreiben (und zu setzen). Als ich nach ausführlicher Mittagspause mit dem Assi zurückkam, waren sie immer noch damit beschäftigt. Ich bin dann nach nebenan gegangen und habe die Tagesordnung in fünf Minuten mit Word getippt. Satztechnisch nicht ganz so fein, aber akzeptabel.

    Manche Dinge ändern sich in der schnelllebigen IT auch in 25 Jahren nicht.

  2. Wobei in dem Fall das Leiden weniger an LaTeX hing, sondern mehr an Windows. An meinem Linux Rechner läuft das wie am Schnürchen… 😉

    Wobei ich ne Tagesordnung auch eher mit nem Office Programm schreiben würde (jetzt nicht grad M$, da ist mir das Geld zu schade für).

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