Kirche und Computer – ein Diskussionsbeitrag

Ich habe ja schon vor Jahren damit angefangen, mir Gedanken zu machen zum Umgang der Kirche mit den Möglichkeiten im Internet oder Computern allgemein (auf dem alten Blog gab es dafür ne eigene Kategorie, zu dem auch Mitautor bonifatz schrieb – auf dem neuen Blog ging das Thema etwas unter, außer zwei Artikeln zu Alexander Ebel’s Idee mit dem gemeinsamen Predigterstellen per Etherpad und einer Frage nach Telefongottesdiensten fand ich nix, aber ich weiß, daß Nordlicht sich in die Richtung Gedanken macht, vielleicht kommt da ja auch bald was ;)).

Wie gesagt hab ich mich lange nicht mehr mit der Thematik befaßt, bin aber nun auf Mitredner Güntzels Artikel Kirche und Computer gestoßen, in dem er ein paar Thesen aufstellt, zu denen ich gerne auch ein paar Gedanken loswerden möchte.

These 1: Kirche sollte bei Betriebssystem und Software auf Linux und Open Source setzen, weil diese per se dem Organisationsbild von Kirche entsprechen.

Ich finde die Formulierung etwas ungeschickt, denn man müßte erst erklären, wieso das (derzeitige?) Organisationsbild der Kirche mehr ist als eben eine weltliche Form für eine überweltliche Gemeinschaft. Müssen katholische Bistümer dann auf Windows setzen, weil sie hierarchischer organisiert sind? Wohl kaum!

Güntzel nennt dann aber weitere Faktoren, die in der These nicht explizit genannt werden: Open Source muß keinen Shareholder Value erzeugen, ist weniger anfällig für Schadsoftware, ist in Datenschutz und Sicherheit vorne, außerdem sei Open Source Software mittlerweile ebenso leicht zu bedienen und ebenso zuverlässig.

Außerdem seien die Kosten geringer.

Die Kosten sind IMHO sicher ein Argument, wobei man sich klarmachen muß, daß die Schulung der Mitarbeiter erst einmal geleistet (und bezahlt) werden muß. Es läuft eben nicht alles wie bei Windows. Außerdem ist es sicherlich ein Vorteil, daß Open Source Software keinen Gewinn abwerfen muß und deshalb auch Datenschutz und Privatsphäre ernst nehmen kann. Man sollte jedoch vorsichtig sein, Open Source Software als per se sicherer oder besser als kommerzielle Software zu bezeichnen, es kommt immer darauf an, was man will (dies einzuräumen gebietet die Ehrlichkeit, außerdem beugt es Enttäuschungen in der Einführungsphase vor).

Ich bin durchaus auch der Meinung, daß Linux und freie Software allgemein kommerzieller Software eher vorzuziehen ist, aber man muß genau hinsehen, was man tut. Ich hörte davon, daß einige Kirchen SAP R3 eingeführt haben, ein umfangreiches Programm, das es nach meinem Wissen nur für Windows gibt. Das innerhalb von ein paar Jahren wieder abzuschaffen wäre sicherlich nicht weise.

These 2: Kirche sollte die Open Source-Bewegung und ihre Ziele der Standardisierung und des Schutzes der Privatsphäre aktiv unterstützen.

Güntzel schreibt:

Das Ziel der Open Source-Bewegung, allen Menschen die Möglichkeit zur Kommunikation über das Internet zu geben und dazu Mittel in Form von Betriebssystem und Software unentgeltlich bereit zu stellen, berührt sich mit dem der Kirche, das Evangelium aller Welt zu verkündigen. Die Sozialen Medien lassen sich dazu in besonderer Weise nutzen und werden bereits erfolgreich zur Verkündigung genutzt. Anders als die (notwendigerweise) auf Gewinn ausgerichteten Softwarefirmen wird die Open Source-Bewegung von idealistischen Motiven geleitet. Dennoch ist sie von finanzieller Unterstützung abhängig. Statt Geld in teuere Betriebssysteme und deren Support zu investieren, sollte Kirche in die Open Source-Bewegung investieren.

Hier werden zwei Dinge durcheinandergeworfen: Computer und Internet. Es gibt Software, die die Kommunikation über das Internet ermöglicht oder erleichtert, und solche, die das Internet gar nicht oder kaum auf dem Schirm hat, weil sie eben für lokale Zwecke gemacht ist. Und ja, es gibt Leute, die Software zur Kommunikation übers Internet herstellen und solche, die übers Internet kommunizieren wollen. Nur sind zum Beispiel gerade die genannten sozialen Netzwerke (vor allem die bekannten Nezte wie Facebook oder Twitter, freie Alternativen wie die Red Matrix sind kaum bekannt und werden entsprechend spärlich genutzt) weder Open Source noch besonders vertrauenswürdig, was den Datenschutz und die Privatsphäre angeht.

Trotzdem stimmt es natürlich, daß die Kirchen es durchaus gut theologisch begründen könnten, wenn sie der Open Source Bewegung finanzielle und vielleicht auch personelle Unterstützung zukommen lassen würden (das kann man weiterspinnen bis zum Betreiben von Freifunk Netzen über die Kirchtürme).

Das geht natürlich besonders gut, wenn man selbst Teil der Bewegung wird und im eigenen Hause eigene Lösungen entwickeln läßt.

Ob die Kirchen sich nun positionieren sollten bei der Frage, welcher Standard nun der bessere ist, da habe ich großen Zweifel. IMHO kann ein kirchlicher IT Mitarbeiter durchaus seine Meinung sagen – als Fachmann, aber ob sich jetzt ein Kirchenpräsident für das Open Document Format aussprechen sollte oder überhaupt könnte…? Woher sollte er die Fachkenntnis haben, welches Format wirklich das bessere ist?

Mehr Verschlüsselung in der kirchlichen Mediennutzung wäre sicherlich nicht verkehrt.

These 3: Die Beauftragung und Entwicklung von kirchlicher Verwaltungssoftware sollte nicht Sache der Landeskirchen sein, sondern gehört auf EKD-Ebene.

Ganz ehrlich: Bin ich kein Freund von. Ganz einfach weil ich den Eindruck habe, daß je größer das System ist, desto größer wird der Overhead und desto weniger wird tatsächlich erreicht. Gerade beim Entwickeln von spezieller Software ist es wahrschienlich nicht leicht, von kommerziell auf frei umzustellen, weil es auf einmal einen sehr großen Aufwand bedeuten würde. Etwaige landeskirchliche oder bundeslandspezifische Details zu berücksichtigen bedeutet noch einmal mehr Aufwand, vor allem wenn gleichzeitig 16 Bundesländer und 20 Landeskirchen abgedeckt werden sollen. Langfristig wäre es sicher schön zu sehen, wenn Entwicklung in den Landeskirchen stattfindet als Open Source Software, so daß auch Freiwillige mitarbeiten können (und so  ihren Kirchensteuersatz reduzieren (?) und andere Kirchen – womöglich auch anderswo in der Welt, davon profitieren können). Dann entwickelt vielleicht Bremen die Mitgliederverwaltung, Lippe das elektronische Gesangbuch, Württemberg die Finanzverwaltung und die EKiR kümmert sich um Datenschutz und Sicherheit… jeder wie er will und kann, vielleicht konkurrieren auch verschiedene Systeme miteinander die in verschiedenen Landeskirchen entwickelt werden. Ich sehe daher keine Notwendigkeit, hier auf EKD Ebene etwas einzurichten. Grundsätzlich sollte man in der IT ja single points of failure vermeiden…

These 4: Wenn Kirche Computer und Internet will, muss sie auch den Preis dafür bezahlen.

Hier schreibt Güntzel einerseits, daß es nicht angehen kann, daß Pfarrerinnen und Pfarrer sich in ihrer Freizeit ums Einrichten ihrer IT kümmern, die sie zum Arbeiten brauchen. Da ich selbst kein Pfarrer bin, kenne ich die Wirklichkeit hier nicht, aber wenn es so ist, hat er Recht (wobei Pfarrer ja Beamte sind und als solche immer im Dienst, aber irgendwann muß man auch frei haben).

Dann schreibt er über Admins auf Kirchenkreis- oder Sprengelebene als Alternative dazu, externe Dienstleister zu beauftragen. Das kann je nach Aufwand der technischen Instandhaltung sicher sinnvoll sein. Vor allem, wenn es darum geht, das System Kirche zu kennen und den Softwareentwicklern Rückmeldung zu geben, kann das durchaus sinnvoll sein. Es kommt darauf an, wie viel Hilfestellung in den Pfarreien benötigt wird. Ab einer gewissen Menge an Hilfeanfragen kann es sicher besser sein, das im Haus zu erledigen. Der Datenschutz kann dafür sprechen, wenn potentiell persönliche Daten nur von kirchlichen Mitarbeitern gesehen werden, nicht aber von externen Dienstleistern. Wobei man gerade hier darüber nachdenken sollte, wie das mit dem root bei Linux ist und welche Macht man damit den Administratoren in die Hand gibt über die Daten der Menschen, die sich an die Pfarrer wenden, das nur nebenbei.

These 5: Die Speicherung und Sicherung von Daten sollte nicht Sache der Kirchengemeinde, sondern der übergeordneten Struktur (Kirchenkreis bzw. Landeskirche) sein.

Auch hier bin ich eher skeptisch. Es kommt natrülich darauf an, welche Daten es sind, wie vertraulich sie sind etc. Sicher sinnvoll ist es, Richtlinien zu haben, wie persönliche von dienstlichen Daten getrennt werden und wie damit nach einem Stellenwechsel umzugehen ist. Vom ersten Gefühl her würde ich eher denken, ein Pfarrer sollte etwa Seelsorgedaten eher vernichten, als sie dem nächsten Kollegen zu übergeben, zu dem der Seelsorgesuchende gar keine Beziehung und (noch?) kein Vertrauen aufgebaut hat. Wenn es um Daten zu Verwaltungsfragen geht, sieht das natürlich anders aus.

Die Ablage der Daten bei der Landeskirche birgt natürlich die Gefahr, daß die Daten dort potentiell auch von nichtbeteiligten Personen eingesehen werden könnten. Man denke an die Administratoren, die das root Passwort haben und den Verschlüsslungsmechanismus kennen! Daher denke ich, daß manche Daten besser direkt auf dem Dienstrechner der Pfarrer aufgehoben sind, soweit sie niemand anderen etwas angehen. Für öffentlichere Daten zur Verwaltung etc ist es sicherlich sinnvoll, diese zentral zu sammeln, wo die Datensicherheit (Spiegelung!) gewährleistet werden kann und eine klare Struktur eingehalten wird, so daß andere Personen gleich die nötogen Unterlagen finden können. Das könnte man dann sogar in einem EKD-eigenen Rechenzentrum unterbringen, in dem Zusammenhang hielte ich das für sinnvoll.

These 6: Computer, Internet und Social Media sind nicht nur technische Entwicklungen, sondern beinhalten gesellschaftliche Veränderungen und haben Auswirkungen auf unser Leben, mit denen Kirche sich auskennen und zu denen sie sich verhalten muss.

Hier stimme ich vollkommen zu, gebe aber auch zu Bedenken, daß vieles schon passiert. Manche Kirchen haben Social Media Guidelines herausgegeben, es gibt offizielle Landeskirchenblogs, in der EKiR bloggt gar der Präses und sogar in der praktischen Theologie findet man erste Aufsätze zu Teilgebieten. Die Kirche braucht halt immer ein bißchen länger…

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12 Kommentare zu Kirche und Computer – ein Diskussionsbeitrag

  1. Vielen Dank für Deine ausführliche Auseinandersetzung mit meinen Thesen. Sie sollten zur Diskussion anregen – schön, dass sie das getan haben. Ich finde Deine Einwände richtig und sinnvoll. Vor allem präzisieren sie meine noch ziemlich undifferenzierten Thesen erheblich. Z.B. stimme ich Dir absolut zu, dass vertrauliche Daten aus Seelsorgegesprächen weder auf einen zentralen Server noch an den Nachfolger übergeben gehören. Allerdings würde ich überhaupt keine derart vertraulichen Daten auf einem Rechner speichern, der mit dem Internet verbunden ist – aber das ist mrine persönliche Paranoia. Danke auch für den Hinweis auf RedMatrix – kannte ich noch nicht.

  2. De Benny De Benny sagt:

    Allerdings würde ich überhaupt keine derart vertraulichen Daten auf einem Rechner speichern, der mit dem Internet verbunden ist – aber das ist mrine persönliche Paranoia.

    Ich wahrscheinlich auch nicht. Aber ich kenne die Praxis nicht, mein Vikariat beginnt erst im Oktober, bisher sind alle meine Überlegungen recht theoretisch.

    Danke auch für den Hinweis auf RedMatrix – kannte ich noch nicht.

    Ich hab nen eigenen Hub, bei Interesse einfach anmelden (https://red.debenny.de). Ist (noch?) nicht sonderlich benutzerfreundlich, läßt aber recht ausführliche Einstellungen zum Verbreitungsgrad eigener Beiträge zu, man kann leicht auf einen anderen Hub umziehen mit seinen Daten und alles in allem überzeugt es mich mehr als Diaspora* oder Friendica

  3. Thomas Jakob sagt:

    Außer bei These 6 geht eigentlich m. E. nur technische Details, bei denen man eine pragmatische Lösung finden muss.

    Bei These 6 kann ich einfach ein Ja drunterschreiben, so wie sie formuliert ist, ist sie fast selbstverständlich. Interessant wird es bei den Details. Die Internet-basierten sozialen Netzwerke haben ihren Wert für die Kirche, Kirche muss ein Auge darauf haben, was dort passiert und dort auch präsent sein. Aber diese sozialen Netzwerke haben auch eine starke Tendenz zur Aufmerksamkeit für das Ferne und Abstrakte auf Kosten des Nächsten und Konkreten, die z. B. der klugen christlichen Grundforderung der Nächstenliebe völlig entgegengesetzt sind. Hier hat die Kirche eine echte Aufgabe.

  4. Außer bei These 6 geht eigentlich m. E. nur technische Details, bei denen man eine pragmatische Lösung finden muss.

    Was ich mit meinen Thesen u.a. zu zeigen versuchte ist, dass technische Entscheidungen inhaltliche (im Fall der Kirche: theologische) Auswirkungen haben. Natürlich kann ich mich allein deshalb für Open Source-Produkte entscheiden, weil es sie für lau gibt. Das ist die weit verbreitete Mitnahmementalität. Aber damit würdige ich natürlich nicht die Arbeit und das Engagement, das in Open Source steckt. Auf der anderen Seite kann ich Open Source als Bewegung wahrnehmen, die zwar nicht einheitlich ist, die aber bestimmte Werte teilt wie z.B. die Allmende, also das gemeinsame Eigentum an und das gemeinsame bewirtschaften von etwas. Und das, meine ich, ist – jedenfalls, wenn man Apostelgeschichte 2,42ff liest – auch ein Thema der Kirche. Allerdings meine ich, dass noch mehr „Potenzial“ in der Open Source Bewegung steckt – das müsste ich in einem Blogpost mal ausführen.

    diese sozialen Netzwerke haben auch eine starke Tendenz zur Aufmerksamkeit für das Ferne und Abstrakte auf Kosten des Nächsten und Konkreten

    Diese Mahnung habe ich schon oft gehört – besonders von älteren Kollegen, die sich nicht mit den Social Media beschäftigten 😉 – als ginge es darum, die Hinwendung zur Nächsten durch die Hinwendung zur virtuellen Nächsten zu ersetzen. Es geht nicht ums Ersetzen, sondern um eine Ergänzung. Unsere Art des Miteinanders beginnt sich durch die Social Media zu verändern. Es entstehen neben den realen auch virtuelle Kontakte. Ich habe auf Twitter z.B. schon so etwas wie Seelsorgegespräche geführt. Wie Seelsorge und Hinwendung zur Nächsten virtuell funktioniert, muss man eben erst noch herausfinden – dazu ist dann aber auch Zeit nötig, die ich auf den virtuellen Plattformen verbringe.

  5. De Benny sagt:

    Unsere Art des Miteinanders beginnt sich durch die Social Media zu verändern. Es entstehen neben den realen auch virtuelle Kontakte.

    Grad gestern hab ich bei Diaspora gelesen (der Beitrag ist nicht öffentlich zugänglich, deshalb kein Link), wie echte Kontakte eingehen, wenn man nicht bei Facebook ist. In dem Fall hatte sich eine Mitbewohnerin bei Facebook abgemeldet und bekam nicht mehr mit, was im Leben der anderen vorgeht. Auf die Anfrage, wieso sie nichts mehr hört kriegt sie von den Leuten, die in ihrer Wohnung leben, gesagt, es wäre halt alles viel einfacher, wenn sie bei Facebook wäre…

    Das ist sicher ein Einzelfall, aber es weist in eine besorgniserregende Richtung. In dem Fall ist es ja nicht mal so, daß sich jemand den sozialen Netzen total verweigert, die Person ist bei Diaspora*, aber halt nicht (mehr) bei Facebook…

    Ich habe auf Twitter z.B. schon so etwas wie Seelsorgegespräche geführt. Wie Seelsorge und Hinwendung zur Nächsten virtuell funktioniert, muss man eben erst noch herausfinden – dazu ist dann aber auch Zeit nötig, die ich auf den virtuellen Plattformen verbringe.

    Seelsorge auf Twitter find ich heikel, weil ist ja kein vertrauliches Setting, aber man kann sich auch nicht immer aussuchen, wo man angesprochen wird. Vielleicht bräuchte man eine sichere Alternative, auf die man ausweichen kann. Dann weist man die Leute drauf hin, oder so… das wär dann wohl schon „lernen, wie Seelsorge virtuell funktioniert“… 😉

  6. Das ist sicher ein Einzelfall, aber es weist in eine besorgniserregende Richtung. In dem Fall ist es ja nicht mal so, daß sich jemand den sozialen Netzen total verweigert, die Person ist bei Diaspora*, aber halt nicht (mehr) bei Facebook…

    Deine Perspektive- wie die von Thomas Jakob – ist die Risikoperspeltive, die ist richtig & wichtig & nötig. Aber ich finde auch, dass sie bereits ausreichend vertreten wird. Was m.E. fehlt ist eine Perspektive, die die Chancen entdeckt; die, wie  Gerald Fricke (@ballkultur) sagt, „eine andere Geschichte des Internet“ erzählt. Ich habe auch enttäuschende Erfahrungen mit den Social Media gemacht – zB die Erfahrung, dass man ohne Freunde aus dem RL, die sich mit einem in auch in einem sozialen Medium aufhalten (in diesem Fall: Twitter), dort einsam bleibt, weil man zwar jede Menge Follower gewinnt, ohne aber je die Verbindlichkeit zu erreichen, die eine Freundschaft auszeichnet. Was ich daraus lernte, war, meine Erwartungen an das Medium Twitter zu überprüfen und mich zu fragen, ob ich zu den – in meinen Augen schlechteren – Bedingungen der Unverbindlichkeit weitermachen möchte. Nach einer Twitter-Auszeit habe ich die Frage für mich positiv beantwortet und bin unter den neuen Bedingungen mit größerer Lust und größerem Gewinn auf Twitter. Damit will ich nicht sagen, dass es ausreiche, seine Erwartungen an die Social Media zu klären, um dann gut mit ihnen zu fahren. Was ich meine, ist, dass sie ein Umdenken erfordern: dass wir mit unseren Erfahrungen von und Erwartungen an Kommunikation, Freundschaft, Loyalität, Verbindlichkeit nicht an sie herangehen können, sd lernen und gemeinsam entwickeln müssen, was diese Begriffe in den Social Media bedeuten bzw. wie sie dort „funktionieren“

    Ein schönes Beispiel dafür ist das, was ich als „Seelsorge auf Twitter“ bezeichnet habe. Im ersten Fall entwickelte sich tatsächlich ein Seelsorgegespräch, das ausgerechnet von Kollegen ge- bzw. zerstört wurde, die plötzlich schrieben: Hey, kommt alle her, Güntzel führt ein Seelsorgegespräch auf Twitter! Da war es mit der Vertraulichkeit natürlich schlagartig vorbei … Wobei es nicht so war, dass ich nicht im Laufe des Gespräches ein mulmiges Gefühl bekommen hätte und selbst schon den Gesprächspartner daran erinnert hatte, dass alle mitlesen können. Bei Twitter könnte man dann auf DMs ausweichen. Aber ich habe das Gefühl, damit wäre auch das Gespräch erledigt. Also, natürlich muss ich als Seelsorger auch darauf achten, dass die Vertraulichkeit gewahrt bleibt. Aber auf Twitter geht man ja nicht zum Seelsorger (obwohl ich mich  damals explizit als Pfarrer geoutet hatte, was ich heute nicht mehr tue – jetzt muss man sich die Mühe machen, dem Link auf meinen WordPress-Blog zu folgen, um herauszufinden, dass ich Pfarrer bin ;-), sondern es entwickelt sich ein (im weitesten Sinne) seelsorgerliches Gespräch, wenn man bei einem Tweet genau „hinhört“, wenn man versucht und es gelingt, sich in das Gegenüber einzufühlen. Dann kann u.U. schon ein einziger Tweet hilfreich sein. Ich vergleiche diese Erfahrung für mich mit der Krankenhausseelsorge, deren Setting mit dem der Social Media vergleichbar ist: Keine Privatheit (im Krankenzimmer hört mind. eine/r mit, nur ein Versuch, das Gegenüber zu verstehen, und begrenzte Zeit (20 min) bzw. einer oder wenige Tweets/ Posts. Eine Social Media-Seelsorge kann man aber nicht einfach aus bestehenden Seelsorgemodellen übertragen. Man muss sie erst entwickeln, und das schließt Irrtümer mit ein – doch das spricht m.E. nicht dagegen, sich als Seelsorger anzubieten. Neben der Empathie, einem liebevollen Interesse für das Gegenüber und einem genauen Lesen (Hinhören) ist für mich eine Erfahrung aus Beerdigungen wichtig geworden: Ich habe die Traueransprachen immer sehr persönlich gehalten, die Fakten aber nur angedeutet. So war den Freunden und Familienmitgliedern völlig klar, worüber ich sprach, während Außenstehende diese Passagen überhörten oder bestenfalls als „nettes Detail“ mitnahmen. Ich meine, dass man in den Social Media ähnliche Codes der Kommunikation entwickeln kann bzw. dass sie schon verwendet werden. Wenn ich als Seelsorger (durch sorgfältiges Hinhören – das kostet keine Anstrengung, sondern wird nach einigen Jahren sowieso zur Gewohnheit) solche Codes entdecke, kann ich versuchen, auf sie zu reagieren. Wenn ich Glück habe bzw. mit einiger Erfahrung treffe ich den Code meines Gegenübers, und Verstehen ist möglich, ohne dass mein Gegenüber sich bloßgestellt fühlen muss, weil wir ja in Codes kommunizieren.

    Das wäre, so im Groben, eine erste Social Media-Seelsorgetheorie.

  7. De Benny sagt:

    Aber ich finde auch, dass sie bereits ausreichend vertreten wird.

    Ich kann mich an eine Zeit erinnern, ist noch gar nicht so lange her, da gab es eine ziemliche Euphorie in Bezug auf die sozialen Netze, man wollte unbedingt dabei sein. Ich war damals ähnlich euphorisch, gerade deshalb bin ich jetzt so vorsichtig auf dem Gebiet. Das Problem ist ja, daß die Seelsorge durch direct messages nicht vertraulich wird. Die Texte gehören faktisch der Firma Twitter, die damit wohl anstellen kann, was sie will (ich bin kein Jurist und weiß nicht, inwieweit die AGBs die Möglichkeiten der Firma Twitter doch einschränken). Es ist freilich in den meisten Fällen nur eine geringe Gefahr, daß Twitter diese Texte zum Nachteil der Twitterer nutzen wird, trotzdem sollte es zumindest angesprochen sein.

    Dein Vergleich mit der Krankenhausseelsorge ist gar nicht so schlecht, danke, aber auch hier sollte man sich im Hinterkopf behalten: Wenn diejenigen, die sonst noch im Raum sind, grad nicht zuhören, hat sich das erledigt. Bei Twitter ist das nicht der Fall, die Dinge werden gespeichert, das Internet vergißt nichts. Selbst wenn Twitter nichts abspeichern würde gibt es Dienste wie archive.org, den google Cache etc etc. „Nette Details“ können so viel leichter in Zukunft einer neuen Interpretation unterzogen werden.

    Ich denke, Aufgabe des Seelsorgers ist es, sich der Technik bewußt zu machen, wie diese grob funktioniert, und was davon die Vertraulichkeit gefährdet, um dann im Zweifel den Gesprächspartner warnen zu können. Vom professionellen Seelsorger (etwa einem studierten Theologen) kann man denke ich erwarten, daß er sich rudimentär mit den Medien auskennt, die er benutzt, vom zu Beseelsorgenden kann man das nicht zwingend erwarten, da sollte der „Starke“ für den „Schwachen“ mit Verantwortung übernehmen…

    Du hast Deinen Gesprächspartner ja drauf hingewiesen. Es stellt sich nur die Frage, was besser geeignet ist. Selbst E-Mails können, so sie nicht verschlüsselt sind, mitgelesen werden. Und nicht jeder kennt sich mit PGP aus (bzw nicht jede Software kommt damit klar – ich benutze roundcube, da gibt es auch noch nichts, das zu meiner Zufriedenheit funktionieren würde). Und kaum jemand wird sich auf nem anderen System anmelden, nur um ein Gespräch weiterzuführen (vielleicht wäre es nachdenkenswert für die Kirche, einen Chatserver zu betreiben, auf dem ad hoc Einzelgespräche ohne Abhörmöglichkeit geführt werden können – quasi ein geschützter Raum, allerdings wird da auch die Mafia Interesse haben).

    Soweit meine Gedanken. Und Du hast Recht, man muß sich auch die Möglichkeiten klar machen. Privat habe ich vor einiger Zeit beschlossen, mich bei Facebook und Twitter abzumelden. Vielleicht werde ich eines Tages dienstlich wieder dabei sein. Wobei, dienstlich und privat läßt sich da ja so schlecht trennen…

  8. Das Problem ist ja, daß die Seelsorge durch direct messages nicht vertraulich wird.

    Vertraulichkeit im Internet gibt es nicht, das hast Du ja in Deinem Kommentar gezeigt. Durch Snowdens Enthüllungen ist uns nur bewusst geworden, was die ganze Zeit schon Fakt war, was wir nur nicht wahrhaben wollten oder verdrängt haben, weil die Illusion einer freien Kommunikation und eines Freien Netzes einfach zu verlockend war. Ich bin Jg. 1966 und an der ehem. Grenze zur DDR aufgewachsen. Solange die DDR bestand, war es völlig klar, dass Telefonate und Briefe nach „drüben“ abgehört oder mitgelesen wurden. Ich denke, wir wollten nicht wahr haben, dass „unsere“ Geheimdienste nicht nur nicht besser sind als die Stasi, sd viel effektiver. Kurz: eine geschützte Kommunikation im Internet ist auf absehbare Zeit nicht möglich. Mein Hinweis auf die DMs sollte keine Alternative aufzeigen, sd nur illustrieren, dass ein solcher Wechsel des Mediums zum Abbruch des Gesprächs führt, was Du ja auch vermutest. Also haben wir hier eine Crux: es gibt seelsorgerliche – sagen wir mal: – Gelegenheiten z.B. auf Twitter, aber es ist im Blick auf den Gesprächspartner als verantwortungsvolle Seelsorgerin egtl nicht möglich, diese Gelegenheit zu ergreifen. M.E. gibt es zwei (sich ergänzende oder bedingende) Lösungen dieser Crux.

    a) Der Inhalt des Gesprächs orientiert sich am Medium.

    Spätestens seit Snowden schickt niemand wirklich vertrauliche Inhalte übers Internet. Ich jdfs habe mir von Anfang an angewöhnt, alles, was ich im Internet schreibe, auch in den Händen potenzieller Gegner sehen zu können. Die Erfahrung lehrt, dass sogar in vier-Augen-Gesprächssituationen das Setting eine entscheidende Rolle für die Offenheit des Gegenübers spielt (neben anderen Faktoren wie der Professionalität der Seelsorgerin, Alter, Geschlecht, Vertrautheit usw.): wenn ich mich total sicher fühle, bin ich eher bereit, etwas von mir preiszugeben, als wenn ich fürchte, jmd könnte mithören. Ein Gespräch im Amtszimmer der Pastorin, neben dem die Sekretärin sitzt, bietet nicht die gleiche Vertraulichkeit wie ein separater Raum oder ein Spaziergang im Freien. Will sagen: die Gesprächspartnerin weiß i.d.R. intuitiv, was und wie viel sie mir in diesem Setting anvertrauen kann & will. Das entbindet mich nicht von meiner Sorgfaltspflicht und meiner Verantwortung gegenüber der Gesprächspartnerin. Ich meine, man kann es als regulatives Element beobachten und in Betracht ziehen. Auf Twitter wird mir niemand etwas mitteilen, das in irgendeiner Weise gegen sie/ ihn verwendet werden könnte. Evtl. muss man aber auch seine eigenen Erwartungen an Seelsorge hinterfragen: der große Schritt der Gesprächspartnerin in der Seelsorge ist nicht die Mitteilung eines für sie beschämenden, kompromittierenden, nachteiligen Sachverhalts. Sondern mir überhaupt etwas Persönliches zu erzählen. Dieser Schritt wiederum, etwas Persönliches von sich preiszugeben, ist in der (scheinbaren) Anonymität des Netzes leichter geworden. Interessanterweise sind die Geheimdienste gar nicht so sehr an den Inhalten unserer Tweets, Posts und Blogeinträge interessiert, sd an bestimmten Stichworten, die eine Beobachtung triggern, und v.a. an den Metadaten. Natürlich kann das Eingestehen eines bestimmten Sachverhalts, der für mich nachteilig ist, jederzeit im Netz aufgefunden werden – wenn denn einer danach sucht. Aber in Seelsorgegesprächen geht es i.d.R. nicht um spektakuläre Verbrechen, schräge Fetische oder abwegige Vorlieben, sondern darum, jemanden zu finden, der mir zuhört. Mich ernst nimmt. Meine Fragen, Zweifel, Ängste nicht blöd findet, sondern respektiert. Es geht um Fragen wie: bin ich ein guter Mensch? Kann ich vor Gott, vor anderen, vor mir bestehen? Natürlich möchte niemand, dass der Chef von solchen Fragen weiß. Aber die Gefahr, dass solche Dinge gefunden werden, ist m.E. kalkulierbar. Aber man muss sich gar nicht solchen Gefahren aussetzen, denn die Kommunikation im Netz funktioniert durch Codes, und damit komme ich zu

    b) Kommunikation findet in Codes statt.

    Wer sich im Internet bewegt, muss Codes kennen – Codes, die längst Allgemeingut geworden sind. Dazu gehören die Akronyme wie RTFM oder LOL, die Emoticons und Hashtags. Daneben kodiert aber jede Userin für sich. Gerade auf Twitter mit seinen 140 Zeichen ist es gar nicht anders möglich zu kommunizieren. Ich muss darauf hoffen, dass der eine oder die andere Userin meine Codes entschlüsselt. Die meisten Gesprächspartner, die „erfolgreich“ miteinander kommunizieren, kennen sich aus dem RL, das macht es leicht, weil man auf RL-Kommunikation rekurrieren kann. Und es schafft bei denen, die diese Unterhaltungen mitlesen, ein Gefühl des Ausgeschlossenseins, weil man nicht versteht, worüber geredet wird, und nicht mitreden kann. Das geht einem auch so, wenn man ein Mem, einen trending topic verpasst hat oder länger nicht auf Twitter präsent war – so, wie man auf dem Schulhof nach einer Krankheit oder einem Auslandsaufenthalt erst wieder „reinkommen“ musste. Aber es ist trotzdem – entsprechenden Willen und Erfahrung vorausgesetzt – möglich, zu einer Verständigung zu kommen, wenn man sich überhaupt nicht kennt. Je unterschiedlicher die Kulturkreise, je fremder die Sprache, desto schwieriger wird es, desto größer und häufiger sind die Missverständnisse. Aber das unumgängliche Scheitern der Kommunikation bedeutet nicht deren Unmöglichkeit. Es braucht nur viel Frustrationstoleranz … Ich behaupte also, eine Seelsorge, wie wir sie aus einem Vieraugen-Setting kennen, ist in den Social Media gar nicht möglich. Statt dessen muss und wird sich eine andere Form der Seelsorge entwickeln – wahrscheinlich eine extrem medienspezifische.

    Insofern kann ich Dir nur empfehlen, auf Twitter/ Facebook/ … präsent zu sein, um Erfahrungen zu sammeln, was geht und was nicht geht. Nicht, damit Du Internetseelsorger wirst. Sondern weil es nicht undenkbar ist, dass die Social Media unsere Art des Kommunizierens beeinflussen und verändern.

     

  9. De Benny De Benny sagt:

    Zum Thema Snowden, DDR und sichere Kommunikation im Internet:

    Meine Befürchtung ist, daß die Gefahren (und es geht nicht nur um Geheimdienste und große Konzerne, je nach Medium können noch ganz andere mithören) trotz Snowden in der breiten Bevölkerung nicht wirklich bekannt sind. Zu DDR Zeiten wäre niemand auf die Idee gekommen, den Pfarrer anzurufen und von den Befürchtungen betreffends der geplanten Flucht zu reden. Und im Krankenhaus weiß man, daß einer daneben liegt und im Zweifel zuhört. Im Internet ist man nach meinem Empfinden offenherziger, vielleicht weil es Vertraulichkeit suggeriert, daß man alleine im Zimmer vor dem Rechner sitzt. Manchmal kann es besser sein, die Kommunikation abzubrechen, was nicht heißt, daß es in dem von Dir geschilderten Fall so war. Ich hab so wenig Antworten wie Du, wahrscheinlich weniger.

    Das entbindet mich nicht von meiner Sorgfaltspflicht und meiner Verantwortung gegenüber der Gesprächspartnerin. Ich meine, man kann es als regulatives Element beobachten und in Betracht ziehen. Auf Twitter wird mir niemand etwas mitteilen, das in irgendeiner Weise gegen sie/ ihn verwendet werden könnte.

    Ich habe es schon erlebt, daß sich Leute beschwert haben, wenn man sie auf Dinge anspricht, die sie offen in ihrem Sozialmedienprofil posten. Meine Schlußfolgerung für so einen Fall: Es wird davon ausgegangen, daß die dort angegebenen Informationen als vertraulicher angesehen wurden, als ihre Sichtbarkeit im Netz nahelegt.

    Aber in Seelsorgegesprächen geht es i.d.R. nicht um spektakuläre Verbrechen, schräge Fetische oder abwegige Vorlieben, sondern darum, jemanden zu finden, der mir zuhört.

    Das ist mir schon klar. Mir geht es eher um den Grundsatz, vielleicht auch weil man nicht absehen kann, was in 10 Jahren so das Interesse der Geheimdienste triggert. Und wenn man da irgendwann mal das Falsche eingegeben hat, darf man womöglich keine Flugzeuge mehr benutzen, weil man auf einer Liste steht… Ach, ich mal schon wieder den Teufel an die Wand, dabei geht es mir gar nicht darum, Angst zu machen, sondern eben um die Sorgfaltspflicht, von der Du sprachst. Vielleicht setze ich weniger Eigenverantwortung bei den Leuten voraus als Du…?

    Natürlich möchte niemand, dass der Chef von solchen Fragen weiß. Aber die Gefahr, dass solche Dinge gefunden werden, ist m.E. kalkulierbar.

    Ich denke mein Hauptpunkt ist, daß der Betreffende diese Kalkulation wirklich anstellen kann und der Seelsorger darauf Acht gibt, daß dabei keine Rechenfehler unterlaufen. Kann der natürlich auch nur zu nem gewissen Grad, wie gesagt, ein „Dir ist schon klar, daß alle mitlesen können“ ist da im Zweifel mehr als genug. Ich will vermeiden, daß der Betreffende am Ende sagt: „Das hätte mir der Pfarrer mal sagen sollen, daß war mir nicht bewußt, dann wär ich nicht so offen gewesen.“

    Ich behaupte also, eine Seelsorge, wie wir sie aus einem Vieraugen-Setting kennen, ist in den Social Media gar nicht möglich.

    Da stimme ich Dir voll und ganz zu.

    Insofern kann ich Dir nur empfehlen, auf Twitter/ Facebook/ … präsent zu sein, um Erfahrungen zu sammeln, was geht und was nicht geht. Nicht, damit Du Internetseelsorger wirst. Sondern weil es nicht undenkbar ist, dass die Social Media unsere Art des Kommunizierens beeinflussen und verändern.

    Ich bin in den sozialen Medien präsent. Ich habe Accounts bei Diaspora* und RedMatrix. Ich hatte Accounts bei Hi5, MySpace, Facebook und Twitter, WKW, StudiVZ und sicher einigen mehr (HoffSpace zum Beispiel). Ich habe mich an einem bestimmten Punkt dagegen entschieden, auf diesen Plattformen zu sein, was nicht bedeutet, daß ich keine sozialen Medien mehr nutzen würde. Ich habe bei Diaspora* und RedMatrix ein paar Kontakte zu Leuten, die ich aus dem RL nicht kenne. Das war bei Twitter aber kaum anders. Meine Freunde aus dem RL konnte ich bisher kaum dazu überreden, auf die fraglichen OpenSource Plattformen zu wechseln, auch wenn manche ein Konto angelegt haben, damit ich nicht mehr nerve, aber das ist ein anderes Thema.

    Ich merke, daß einige Twitter Meme an mir vorbei gehen, das war anfangs irritierend, weil ich plötzlich nicht mehr mitgekriegt habe, was da los ist, aber man kann nicht überall sein. Ich habe meine zwei sozialen Netze, bei denen ich aktiv bin, und das reicht mir. Ich vermute einmal, die Art des Kommunizierens ist bei Diaspora* und RedMatrix nicht anders als auf Facebook. Nur sind es andere Leute und Millieus, die dort vor allem angemeldet sind: Bei RedMatrix vor allem Entwickler (wie früher bei Diaspora*) und bei Diaspora* inzwischen gefühlt vor allem irgendwelche linksanarchistischen Weltverbesserer. Beide Verallgemeinerungen werden dem natürlich nicht gerecht, was dort los ist, sondern spiegeln lediglich meinen subjektiven Eindruck wider.

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