Offener Brief an Viktor Schwabenland

Lieber Viktor,

vor einigen Tagen las ich Deinen Artikel „Elektroschocktherapie gegen heterosexuelles Verhalten? Geht’s noch?“ und dachte darüber nach, diesen zu kommentieren. Leider müßte ich mich dazu auf Deinem Blog anmelden (ich will das gar nicht kritisieren, ich kenne den Streß mit den Spammern selbst ein wenig), allerdings lese ich zugegebener Maßen dort nicht so häufig, daß sich die Anmeldung lohnen würde. Wahrscheinlich würde ich immer wieder meine Logindaten vergessen. Also habe ich nicht kommentiert.

Nun ging mir die Sache aber eine Weile durch den Kopf und ich kam zu dem Schluß, daß ich auch nicht einfach schweigen kann. Aus diesem Grund greife ich auf meinen eigenen Blog zurück, um Dich zu erreichen. Wir sind beide Mitglieder in der Christlichen Blogger Community und ich hoffe, daß Dich diese Zeilen über diesen Weg irgendwie erreichen.

Ein Grund, wieso ich die CBC mag ist, daß dort viele Christen mit ganz verschiedenen Hintergründen versammelt sind und so die gegenseitige Abschottung, die es sonst gibt, ein wenig durchbrochen werden kann. Dabei setze ich voraus, daß wir alle an den Herrn Jesus glauben und danach streben, nach Seinem Willen unser Leben zu gestalten.

Ich hoffe, daß Du die folgenden Zeilen als Hinweis eines Bruders in Christo sehen kannst, und nicht als abwertende Kritik Deiner Person oder Deiner Frömmigkeitsausprägung.

Du schreibst:

Geht es der Europaregierung wirklich um mein und meiner Familie Wohl?
Wohl kaum würde ich meinen, wenn ich solche Nachrichten lese, dass z.B. ein Familienvater ins Gefängnis geworfen wird, weil er sein Kind nicht zum Sexualunterricht bringen wollte.

Daß es sowas wie eine „Europaregierung“ nicht gibt, will ich gar nicht kritisieren, Dir geht es ja nicht um den korrekten Begriff, sondern um das, was von Regierungsseite aus getan wird. Und das ist, daß ein Mann offenbar eingesperrt wurde, weil er seine Kinder nicht zur Schule geschickt hat. Der Grund dafür liegt, soweit entnehme ich es Deinen Äußerungen, daß der Vater nicht einverstanden war mit den Inhalten, die die Kinder vermittelt bekommen. Im vorliegenden Fall geht es um die Sexualkunde.

Zuerst möchte ich anmerken (nenn mich ruhig Haarspalter, aber als vor Gott für mein Tun – auch in politischen Dingen – verantwortlicher Christ ist es mir richtig, hier die Dinge korrekt trennen zu können, um bei der richtigen Wahl das Kreuz an der richtigen Stelle machen zu können), daß diese Thematik (Schule und Schulverweigerung) nicht in die Zuständigkeit von Europa fällt. Das ist noch nicht einmal Bundessache, sondern Sache jedes einzelnen Bundeslandes (man korrigiere mich, wenn ich hier einen Fehler mache, wie gesagt, das ist mir wichtig).

Du verlinkst zum Beleg zu einem Artikel der „Stimme Rußlands“. Nun ist in dem Artikel tatsächlich die Rede von einem Vater, der in Erzwingungshaft kam, weil er seinen neunjährigen Sohn nicht zum Sexualkundeunterricht schickte, allerdings nennt auch der Artikel der Stimme Rußlands weder Namen noch sonstige Quellen.

Ich möchte weder Dir noch der „Stimme Rußlands“ unterstellen, daß die Geschichte erfunden ist. Ich kann mir gut vorstellen, daß das vorkommt. Aber muß man es nacherzählen, wenn man nicht nachprüfen kann, ob es wirklich stimmt? Es gibt doch diese Maxime im Internet: „proof or didn’t happen“, also zu deutsch „Beweis, oder nicht passiert“, was darauf hinweist, daß es im Netz viele erfundene Geschichten gibt. Von daher ist es, um sich nicht manipulieren zu lassen, sinnvoll, nur das zu glauben, was eindeutig bewiesen ist.

Und schreibt nicht auch der Apostel Paulus: Prüfet alles, und das Gute behaltet?

Wie gesagt, ich unterstelle Dir nicht, daß es eine erfundene Geschichte ist, aber ich kann es nicht beweisen. Wenn ich also wirklich Deinen Artikel weiterleiten sollte, wie Du am Ende schreibst, würde ich mich selbst dem Vorwurf aussetzen, Unwahrheiten zu verbreiten. So geht es im Prinzip nicht nur mir, sondern allen, die Deinen Artikel weiterverbreiten. Ich möchte Dich also bitten, bei der nächsten Gelegenheit eie Quelle zu suchen, die mehr Auskunft gibt über den Vorgang, so daß man sich unabhängig im Internet zu dem Fall informieren kann. Wenn ein Name genannt wird, so kann man den in der Regel bei Suchmaschinen eingeben und findet mehrere Berichte zu der Sache, die auch immer wieder neue Aspekte ans Licht bringen. Überlege einmal, wie überzeugend Dein Artikel wäre, wenn selbst die größten Kritiker nichts finden könnten, was Deiner Darstellung widerspricht, und sie Dir wohl oder Übel Recht geben müßten!

Du schreibst weiter:

Ich will meine Kinder später auch zu keinem Sexualunterricht bringen, also muß ich mich wohl auch auf ein Gefängnis vorbereiten, oder? Und sowas wird Demokratie genannt? Pfuj! Alles Blabla! Es gibt in Deutschland keine Demokratie.

Im Zweifel ist das wohl so, ja. Du wirst, wenn auch Du Deine Kinder nicht zur Schule schickst und die Strafe nicht bezahlst, ins Gefängnis kommen. So sind unsere Gesetze hier. Und ja, das nennt sich Demokratie. Demokratie bedeutet, daß das Volk die Gesetzgebung maßgebend bestimmt. In Deutschland per Wahl alle 4 bis 5 Jahre, in anderen Ländern wie der Schweiz gibt es auch Volksabstimmungen. Solange Du keine Mehrheit findest, die die Schulpflicht abschaffen will, wirst Du in letzter Konsequenz mit Gefängnis rechnen müssen, wenn Du Deine Kinder nicht zur Schule schickst. Und dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Sexualkundeunterricht, den Sportunterricht, Mathematik, Musik oder Bildende Kunst handelt.

Und doch, in Deutschland gibt es eine Demokratie. Die Parlamente in Bund, Ländern und Kommunen werden demokratisch gewählt, und diese beschließen dann die Gesetze. Nächsten Sonntag hast Du die Chance, auch auf Europäischer Ebene Einfluß zu nehmen. Wenn es irgendwo keine oder keine vollständige Demokratie gibt, dann dort. Trotzdem sollten wir die Möglichkeiten nutzen, die wir haben. Aber ich schweife ab.

Du schreibst:

Ich bin wütend auf das, was ausgerechnet in Baden-Württemberg passiert, wo hingezogen bin, weil ich das Land schön finde. Ausgerechnet hier sollten heterosexuelle Kinder mit Elektroschocks gegen ihr heterosexuelles Verhalten therapiert werden!

Lieber Viktor, das stimmt doch nicht! Es ist nirgends die Rede davon, daß heterosexuelle Kinder tatsächlich „therapiert“ werden sollen mit Elektroschocks. Bitte ließ doch den Artikel, den Du verlinkt hast, bevor Dir das jemand abnimmt und dieses Mißverständnis weiter verbreitet.

Es geht doch dabei um etwas ganz anderes! Es geht darum, daß Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht mehr diskriminiert werden. Zur Zeit ist es doch so, daß viele Menschen in unserer Kultur die Heterosexualität für normal halten und die Homosexualität für unnormal. Das hat leider zur Folge, daß einige Menschen meinen, sie könnten Homosexuelle angreifen, sie für weniger Wert erachten und dergleichen mehr.

Wir beide wissen doch, daß Gott alle Menschen liebt, egal, was sie tun. Wir alle sind Sünder, wir alle sind auf Seine Gnade angewiesen. Und keiner kann „den ersten Stein werfen“, weil eben keiner ohne Sünde ist.

Diejenigen aber, die in unserer Kultur wohnen und keinen Glauben an Christus haben, scheren sich nicht um dieses Herrenwort. Sie werfen fröhlich mit Steinen (im wörtlichen und übertragenen Sinn), und verletzen damit die Homosexuellen, die doch auch Gottes Geschöpfe sind.

Der Plan der Lehrer in BaWü ist nun der, hier für ein Umdenken zu sorgen. Sie können das nicht über die Schrift tun, weil der Staat weltanschaulich neutral sein muß, also keine Religion bevorzugen kann. Also setzen sie an einem anderen Punkt an. Dem der Normalität.

Der Gedanke ist der: Wenn sich die Ansicht verbreitet, daß Homosexualität nicht unnormal ist, dann gibt es keinen Grund mehr, Homosexuelle zu diskriminieren. Ebenso wie heute kaum mehr jemand diskriminiert wird, weil er eine Brille trägt (in meiner Kindheit war „Brillenschlange“ noch eine gängige Beleidigung – da sind wir heute weiter). Es geht also nicht darum, die Homosexualität zur Normalität zu machen und die Heterosexualität für Anormal zu erklären, sondern darum, daß Homosexualität genauso normal ist wie Heterosexualität. Ole von Beust ist nun einmal homosexuell. Das ist normal. Westerwelle ebenso. Auch normal. Und so gibt es viele andere Menschen, die auch ganz normal homosexuell sind. Ebenso wie wir normal heterosexuell sind.

Aber nun zum Fragebogen mit den Elektroschocks. Ich vermute, Du hast es überlesen, aber die dort aufgeführten Fragen sind doch alles Fragen, die man für gewöhnlich Homosexuellen an den Kopf geworfen hat. Du hast Recht Dich über die Idee alleine aufzuregen, daß man Heterosexualität durch Elektroschocks therapieren könne. Die Elektroschocks haben lediglich ein Ergebnis. Sie tun weh. So können wir mit keinem Menschen umgehen, vor allem wir Christen, da wir doch angehalten sind, alle Menschen zu lieben. Aber ist es nicht ebenso, wenn Elektroschläge benutzt werden sollen, um Homosexuelle zu „therapieren“? Das geht doch genau so wenig. Das tut denen doch genau so weh! Darum geht es, denke ich, in den Fragebögen. Die Kinder sollen selbst merken, welche üblen Angriffe Homosexuelle in der Vergangenheit (und zum Teil noch heute) über sich ergehen lassen mußten, nur weil sie eben homosexuell waren oder sind.

Vielleicht fällt es Dir auf, wenn Du den Artikel noch einmal liest. Vielleicht änderst Du dann auch Deinen Artikel, damit nicht andere Menschen auf die Idee kommen, in BaWü würden tatsächlich Kinder mit Elektroschocks behandelt, um sie zu Homosexuellen zu machen. Denn das wäre, auch wenn Du das sicher nicht wolltest, eine Lüge. Und wir wissen beide, wer sich der Lüge bedient und wem damit gedient ist.

Weiter schreibst Du:

Als meine 3-jährige Tochter eine Frau mit Bart im Fernseher sah, war sie schockiert. Obwohl sie noch nicht viel versteht, etwas in ihr drin sagt, dass es nicht normal ist. Sie sieht, dass ihr Vater einen Bart hat und ihre Mutter nicht und für ist es normal so und nicht umgekehrt.

Hmm, als ich ein Kind war hatte auch mein Vater keinen Bart. Es gibt Kinder, die vor Menschen mti Bart Angst haben, weil sie es nicht kennen. Viele Menschen, nicht nur Kinder, haben Angst vor Dingen, die sie nicht kennen. Das ist auch ganz normal. Aber man muß es bei der Angst ja nicht belassen. Oftmals ist sie auch unbegründet. Zum Beispiel als ich vor Jahren einen Bart hatte, traf ich auf Bekannte mit ihrem Kind. Das Kind kannte keine Bärte und hatte Angst vor mir. Dabei hätte ich ihm nichts angetan. Manchmal halten uns Ängste auch ab, positive Erfahrungen zu machen.

Ich will Dir nicht erzählen, wie Du Diene Tochter erziehen sollst. Das geht mich letztendlich nichts an und Du wirst Dir diesbezüglich von mir auch nichts anhören (mit Recht!). Ich möchte Dich aber fragen, woher Du so genau weißt, daß es normal ist, daß die Männer Bärte tragen udn die Frauen nicht. Es gibt Frauen, die haben einen Damenbart. Es gibt Männer, die kaum Bartwuchs haben. Bei manchen Völkern ist der Bartwuchs auch bei den Männern sehr spärlich, wenn überhaupt vorhanden. Die Frage ist doch: Weißt Du aus der Bibel oder von Gott direkt, was normal ist und was nicht, oder weißt Du es aufgrund der Kultur, in der Du lebst? Ich vermute, es bezieht sich auf die Kultur, und die wird zu einem Großteil vom Zeitgeist geprägt.

Daher meine Bitte: Überprüfe, was Du als Gegeben voraussetzt, ob es wirklich von Gott gegeben ist, oder ob es einen anderen Ursprung hat. Und vergib mir bitte, Dich auf die Möglichkeit eines Splitters in Deinem Auge hinzuweisen. Ich bin mir dessen bewußt, daß es bei mir Balken zur Genüge gibt, aber auch ich bin darauf angewiesen, daß man mich drauf hinweist, bevor ich sie rausziehen kann.

Im weiteren schreibst Du noch einmal, daß Du nicht willst, daß Deine Kinder zu Schwulen udn Lesben erzogen werden. Wie ich schon sagte, ich sehe nicht, daß das irgendwer wollen würde. Ich halte es wie gesagt für ein Mißverständnis. Nebenbei: Niemand kann Deine Kinder zu Schwulen oder Lesben erziehen. Sie sind, was sie sind. Wenn sie schwul sind, sind sie schwul, wenn lesbisch, dann lesbisch, wenn hetero, dann hetero. Weder Du und noch viel weniger irgendwelche Lobbies können das ändern. Das hat Gott von vorn herein festgelegt, wie Er alles schon von Anfang der Zeit her bestimmt hat.

Ich wünsche Dir Seinen reichen Segen und danke Dir, daß Du Dir die Mühe gemacht hast, meinen Brief ganz zu lesen.

De Benny

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10 Kommentare zu Offener Brief an Viktor Schwabenland

  1. Charly sagt:

    Hallo De Benny,
    mir ging es ähnlich wie dir. Zu gern hätte ich auf diesen Blogartikel geantwortet, doch extra dafür anmelden möchte ich mich nicht. (Das ist auf meinem Blog auch nicht notwendig!)
    Mir sind die Vorkommnisse und die Prospekte bekannt, auf die Viktor dort abzielt. Und ich muss sagen, man kann in seiner Einschätzung kaum mehr daneben liegen, wie Viktor es tut. Du hast, wie ich meine, die Sachen gut und freundlich auf den Punkt gebracht.
    Ich muss sagen, dass mich solche Meinungsäußerungen, deren Schräglage allzu leicht nachzuweisen ist, unter uns Christen ärgern. Ist es wirklich so schwer, sich über seriöse Quellen ausreichend zu informieren, um nicht selbst Opfer von Propaganda zu werden? Ich meine nein. Heute ist es, via Internet, nun wirklich sehr sehr leicht geworden, sich von unterschiedlichen Quellen Informationen zu besorgen. Wenn dem schon so ist, sollten gerade wir Christen mit gutem Beispiel vorangehen.
    Also vielen Dank für deine Antwort auf diesen Artikel 🙂

    Charly

  2. Uwe Hermann sagt:

    Hallo Benny,
    gaaaanz herzlichen Dank für diesen Artikel!
    Ich hatte den Beitrag von Viktor auch gelesen und war entsetzt. Auch ich wollte kommentieren, wollte mich aber ebenfalls nicht anmelden.
    Inzwischen bin ich froh, dass ich nicht kommentieren konnte, meine Antwort wäre nämlich bei weitem nicht so freundlich gewesen, wie deine.
    Eines möchte ich gerne deinen Ausführungen noch hinzufügen: Was mich ganz heftig gestört hat, ist der Tonfall von Viktors Ausführungen. Ein solch gehässiger Ton, pauschale Verurteilung von Politikern als „Perverse“ und ähnliches, kann meiner Meinung nach nicht in Jesu Sinne sein.
    Als Christ schäme ich mich über diese Art eines Bruders in Christus.
    Deshalb noch einmal: Herzlichen Dank!
    Liebe Grüße
    Uwe

  3. De Benny sagt:

    Danke für Eure beiden Kommentare.

    @Charly:

    Ist es wirklich so schwer, sich über seriöse Quellen ausreichend zu informieren, um nicht selbst Opfer von Propaganda zu werden?

    Kommt darauf an. Manche Dinge sind leichter zu recherchieren, manche schwerer. In dem Fall weiß ich es jetzt leider gar nicht, weil ich ja gar keinen Ansatzpunkt zur Recherche habe.
    Ich befürchte auch, daß vielen gar nicht klar ist, wie man Propaganda erkennt (sonst wäre sie ja auch nicht so erfolgreich). Wenn etwas unserem Weltbild entspricht, dann nehmen wir es oft als wahr an, auch wenn wir es nicht überprüft haben. Wenn ich jetzt behaupte, daß die Hartz IV Ausgaben Deutschlands zu 50% ins Ausland überwiesen werden, udn das in der BILD veröffentlichen würde, da wären sicher einige, die nicht erst einmal meine Aussage in Frage stellen, sondern sich über die Regierung ärgern, die dies zuläßt…
    Meine Vermutung ist, daß Viktor nicht bewußt ist, wem er mit seinem leichtfertigen Umgang mit den Berichten die Tür öffnet. Deshalb bitte ich ihn ja, Beispiele zu nennen, Quellen, die belastbar sind, die überprüfbare Fakten liefern.
    Sicher ist es denkbar, daß irgendwo in Deutschland Lehrer mit „Gummipenissen“ und „Plüschvaginas“ vor neunjährigen auftauchen, sicher ist es auch denkbar, daß jemand, der sein Kind nicht zum Unterricht schickt, in letzter Konsequenz mit Gefängnis rechnen muß. Das gilt auch für muslimische Eltern, die ihre Kinder nicht zum Sportunterricht lassen, nur so nebenbei.
    Aber ob das jetzt wirklich in der Art zusammengefallen ist, und was die Begleitumstände waren, das weiß man nicht. Ich habe oft die Erfahrung gemacht, daß so hochgepushte Geschichten, wenn man die ganze Geschichte kennt, manchmal ein etwas anderes Bild ergeben. Ich erinnere mich da beispielsweise an die vergewaltigte Frau in Köln, die von der katholischen Klinik keine „Pille danach“ bekam (die ganze Geschichte machte auf mich im Nachhinein den Eindruck, als ob da ein Exempel statuiert werden sollte, nachdem ich mir angesehen habe, wo die verschiedenen Kliniken, die sie anlief, in Köln liegen, aber lassen wir den Fall auf sich beruhen).

    Wenn dem schon so ist, sollten gerade wir Christen mit gutem Beispiel vorangehen.

    Das meine ich auch, wobei ich zugeben muß: Ich kann nicht behaupten, daß ich sicher bin, selbst nicht in die Falle zu treten. Aber dafür gibt es ja die Kommentarfunktion (und aus dem Grund ist sie auch freigeschaltet). Ich bin für Korrekturen immer dankbar.

    @Uwe:

    Was mich ganz heftig gestört hat, ist der Tonfall von Viktors Ausführungen. Ein solch gehässiger Ton, pauschale Verurteilung von Politikern als “Perverse” und ähnliches, kann meiner Meinung nach nicht in Jesu Sinne sein.

    Dem stimme ich zu, das hat mich auch erschreckt.

    Als Christ schäme ich mich über diese Art eines Bruders in Christus.

    Ich weiß nicht, ob ich so weit gehen würde… aber ein gutes Gefühl habe ich dabei nicht. Unabhängig davon, wie gut Viktors Intentionen dabei gewesen sein sollten, und wie aufgebracht er war (sind ja alles mildernde Umstände) wirft es natürlich ein schlechtes Licht auf die Gemeinde Christi, wenn sich eines ihrer Glieder derart äußert. Mit „derart“ meine ich dabei dezidiert nicht den Inhalt, über den kann man separat diskutieren, sondern den Tonfall und die Wortwahl. Nicht was in den Mund hineingeht macht uns unrein, sondern was aus dem Mund herausgeht…

    Gottes Segen
    De Benny

  4. Charly sagt:

    @De Benny
    Die Recherche ist einfach – ich hab sie mal gemacht:

    Was hat es mit der Haft für den Vater auf sich:
    http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article120342846/Baptisten-Tochter-muss-an-Sexualkunde-teilnehmen.html
    Ich sehe es als völlig ok an, dass der Vater in Erzwingungshaft gekommen ist. Seine Haltung war weder heroisch, noch förderlich für seine Tochter oder Familie. Politische Veränderungen bewirkt man anders. Was div. Christen daraus gemacht haben, ist einfach nur albern.

    Hier der Link zu der Broschüre der GEW Baden-Württemberg, AK Lesbenpolitik des Vorstandbereichs Frauen (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft). Es handelt sich um Vorschläge für Unterrichtskonzepte für verschiedene Altersstufen. Die besagte Passage findet sich auf Seite 20 – in einem fiktiven Fragebogen, in dem lediglich alte und gängige Vorurteile und Praktiken, die gegenüber Homosexuellen vorgekommen sind oder immer noch vorhanden sind, auf Heterosexuelle umgedeutet wurden, um der (vermeintliche) Absurdität aufzuzeigen:
    http://www.vfa-ev.de/fileadmin/Dateien/PDF/GEW-L-S-Lebenswesen_2013_web.pdf
    Diese Unterrichtsmaterialien finden, nach meinen Informationen, so gut wie keine Anwendung – sprich: kaum ein Lehrer benutzt sie. Also auch hier mehr heiße Luft als echter Inhalt.

  5. De Benny De Benny sagt:

    Die Recherche ist einfach – ich hab sie mal gemacht

    Danke. Infoern hast Du meine Aussage widerlegt, daß sie unmöglich wäre. Ich hätte aber wirklich nicht gewußt, nach was genau ich hätte suchen sollen…

    Die besagte Passage findet sich auf Seite 20 – in einem fiktiven Fragebogen, in dem lediglich alte und gängige Vorurteile und Praktiken, die gegenüber Homosexuellen vorgekommen sind oder immer noch vorhanden sind, auf Heterosexuelle umgedeutet wurden, um der (vermeintliche) Absurdität aufzuzeigen

    Das ging schon aus dem von Viktor verlinkten (und von ihm falsch verstandenen) Artikel der „Stimme Rußlands hervor. Darauf bin ich oben auch eingegangen. Trotzdem ist es super, daß Du den Link rausgesucht hast, weil so kann man sich auch ein Bild des Kontexts machen. Danke.

    Diese Unterrichtsmaterialien finden, nach meinen Informationen, so gut wie keine Anwendung – sprich: kaum ein Lehrer benutzt sie. Also auch hier mehr heiße Luft als echter Inhalt.

    Nur weil etwas momentan keine Anwendung findet, muß das nicht immer so bleiben. Die Auseinandersetzung darüber, ob wir das gut finden oder nicht, kann trotzdem geführt werden. Wenn hoffentlich auch in einem unaufgeregteren Ton als bei Viktor, dann kommt der Inhalt auch mehr zum Zug.

  6. Charly sagt:

    Nur weil etwas momentan keine Anwendung findet, muß das nicht immer so bleiben.

    Nun, dafür müssen wir auch hinsehen, was das eigentlich ist. Es ist lediglich ein Vorschlag, ein Serviceangebot für Lehrer durch diese Gewerkschaft. Das ist noch lange kein vom Ministerium amtlich vorgeschriebener Lehrinhalt. Wenn das entsprechende Ministerium mit ähnlichen Vorlagen kommt, dann mag man sich wirklich aufregen. Aber nur weil eine Feministengruppe innerhalb einer Gewerkschaft soetwas mal entworfen hat …?

    Btw.: Viktor hat die Kommentarfunktion geöffnet 😉

  7. De Benny De Benny sagt:

    Ich wollt Ihm dort was schreiben, aber das Formular produziert den Fehler „Unreadable Captcha Token File“…

  8. Charly sagt:

    Genau denselben Fehler habe ich auch bei ihm auf dem CBC-Blog. Hab ich ihm gemeldet – er rührt sich nicht …. 🙁

  9. De Benny sagt:

    Naja, vielleicht hat er grad was anderes um die Ohren oder sitzt schon dran. Man muß ja nicht immer das schlimmste annehmen 😉

  10. Charly sagt:

    Schade, dass Victor so garnicht zu reagieren scheint 🙁

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