Elevator Pitch

Rolf hat ein lustiges Spiel angefangen. Es geht darum, einen Elevator-Pitch für das Evangelium zu verfassen. Was genau das ist, kann man in seinem Artikel nachlesen. Grob geht es darum, in 30 Sekunden bzw 90 Wörtern das Evangelium zu erklären.

Einfach ist das sicher nicht, zumal es durchaus strittig sein dürfte, was genau das Evangelium beinhaltet. Womöglich würden viele Menschen der Zusammenfassung „Gott liebt Dich“ zustimmen, allerdings so platt formuliert, daß man darunter auch alles mögliche verstehen kann: Es wird also zur Projektionsfläche für eigene Wünsche und Vorstellungen, und sagt letztlich nicht nur alles mögliche, sondern nichts aus.

Es scheint also eine Notwendigkeit zu geben, irgendwie die Heilsgeschichte noch mit rein zu bringen, was natürlich Zeit kostet und noch viel mehr Fragen aufwirft als es beantwortet. Und so käme man dann Schritt für Schritt zu nem dogmatischen Entwurf, aber der ist dann lang und kompliziert und eben nicht mehr auf 30 Sekunden oder 90 Wörter begrenzt.

Thomas Jakob hat es anders versucht und den Elevator-Pitch als Werbetext formuliert. Das ist ihm wunderbar gelungen, allerdings stellt sich mir wie auch Karl Heinz die Frage, wo der Inhalt bleibt. Denn Thomas bewirbt das Evangelium wunderbar, sagt aber auch nicht, was genau es ist, selbst wenn er Bibelverse verarbeitet hat, wie er betont.

Allerdings hat auch der darauffolgende Versuch von Karl Heinz seine Schwäche, nämlich daß er dem Menschen unterstellt, sich in einer bestimmten Situation zu befinden. Wer sagt denn, daß das Leben des Angesprochenen mühsam und stressig ist? Außerdem bin ich etwas skeptisch wenn es heißt, man müßte „nur einen Knopf drücken“. Das ist mir zu positiv ausgedrückt, negiert die Möglichkeit der Mühsal, die auch dem Gläubigen begegnen können. Manchmal fühlen sich Gläubige beschissener als Ungläubige, und das ist dann halt so.

Zusammenfassend würde ich sagen, daß so ein Pitch also Inhalt bringen muß, aber nicht von einer Situation ausgehen darf, die vielleicht gar nicht vorliegt (oder zumindest nicht so wahrgenommen wird), er darf sich nicht in Details verheddern und sollte dennoch auch die Realität abbilden, und eben nicht vereifachen von wegen ein Knopf drücken und alles ist gut.

Ein erster Gedanke führt mich dahin, auf die Wirkungen des Evangeliums in der Welt hinzuweisen: Einsatz für Arme und Entrechtete, Gerechtigkeit und Frieden. Jedoch würde das einerseits ausblenden, was an Gräultaten im Namen des Evangeliums getan wurde, außerdem würde es eben auch nicht den Inhalt darstellen.

Und ich stelle mir die Frage: Was ist überhaupt Sinn und Ziel so eines Pitches? Information über das „Produkt“? Das ginge vielleicht noch, wenn es aber Werbung sein soll, so daß man angeregt wird, das „Produkt“ zu kaufen, dann muß es in die Hose gehen, wird doch der Glaube durch Gott geschenkt.

Ich kann also voraussetzen, daß der Angesprochene entweder glaubt, oder daß er mich eh nicht ganz verstehen wird, weil er eben nicht glaubt. Ich kann also dem Ungläubigen das Evangelium so darstellen, wie es sich für Christen darstellt und auswirkt. Und wenn der Angesprochene ein Christ ist, wird er mich verstehen und mir zustimmen – im Idealfall.

Wohlan, ans Werk:

Das Evangelium besagt, daß Gott uns liebt, daß nichts und niemand uns von dieser Liebe trennen kann. Und wenn Gott für uns ist, wer sollte gegen uns sein?

Uns geht es nicht besser als anderen Menschen: Wir kämpfen mit Rückschlägen, Leid und der eigenen Unzulänglichkeit.

Das Evangelium gibt uns die Kraft, immer wieder aufzustehen, denn es gibt uns Hoffnung: Gott liebt uns, also wird Er uns auch jetzt helfen.

Vielleicht verzweifeln wir weniger oder engagieren uns mehr für andere. Aber sicher würden wir das Evangelium gegen nichts in der Welt eintauschen wollen.

Das wäre mein Versuch. Mit dem Ende bin ich noch nicht ganz zufrieden. Mir geht es darum, das pro me auszudrücken, daß der Glaube an das Evangelium mir das Leben lebenswerter macht, daß es womöglich auch Effekte gibt, die sich in der Welt zeigen (die Früchte des Geistes), aber ich will diese hier bewußt in der Möglichkeitsform halten, um nicht so verstanden zu werden, daß Christen bessere Menschen seien. Denn wie sich die Früchte zeigen, ist je verschieden und muß, wenn man eine Bewertungsskala einführen wollte, um holier than thou zu spielen, nicht zu einem Vorteil der Christen vor den Nichtchristen führen. Glaube ist schließlich kein Wettbewerb!

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26 Kommentare zu Elevator Pitch

  1. Thomas Jakob sagt:

    Hallo De Benny,

    danke für die Blumen!

    Inhaltlich habe ich überlegt, bei meinem Text „Gründer“ durch „Gründer Jesus Christus“ zu ersetzen, habe es aber zunächst gelassen, weil ich der Meinung war, dass es sich aus dem Zusammenhang ergibt.

    Ein Elevator Pitch ist für mich eine Werbebotschaft, z. B. für ein Produkt, eine Idee oder einen selbst. Ein gedankliches Modell für das Funktionieren von Werbung ist das AIDA-Prinzip (Attention – Interest – Desire – Action), das eine typische Abfolge beschreibt. Mit einem Elevator Pitch kann man bis Stufe Interest, maximal bis Desire kommen. Evtl. kann man bei jemandem, der offensichtlich interessiert ist, noch so etwas wie eine Visitenkarte loswerden.

    Dein Pitch gefällt mir auch gut, ist realistisch und spricht mich an. Ich kann mir aber vorstellen, dass Nichtchristen denken werden: „O sh.., ein Missionar!“, sobald Du so anfängst, und manche Christen hinterher denken: „Ich dachte, da ist mehr drin!“ Aber man kann es nie allen recht machen.

    Herzliche Grüße

    Thomas

  2. De Benny sagt:

    Ich dachte, Du bist Ingenieur? Aber mit Werbung scheinst Du Dich auch auszukennen. Mit dem „Oh sh…, ein Missionar“ hast Du natürlich Recht. Aber ich befürchte, das läßt sich nie ganz vermeiden, wenn man das Evangelium erklärt. Und den fraglichen Christen müßte man wohl nen dogmatischen Entwurf bringen, aber der ist dann ein wenig länger… 😉 Übrigens *Werbung, Werbung* hat Eric Djebe sowas ähnliches geschrieben und auf seinem Blog zum Download bereit gestellt. Ist vielleicht etwas eigenwillig, aber lesenswert:
    http://www.ericdjebe.com/das-skript/
    Das mit dem „Gründer“ ist mir bis jetzt übrigens gar nicht aufgefallen, also kann es so verkehrt nicht gewesen sein 😉

    Herzliche Grüße zurück
    De Benny

  3. Christian sagt:

    Hallo Thomas,
    dein Pitch ist nach der Definition eines Elevator-Pitches absolut ausreichend, wenn es darum geht, im Fahrstuhl Sponsoren und Verkaufsspezialisten zu überzeugen. Nur: Um „Endkunden“ zu erreichen, fehlt die Emotionen. In der Werbung erstellt man flankierend sogenannte Moodboards. Erfüllen diese nicht den Zweck zu überzeugen, lässt das darauf schließen, dass konzeptionelle Fehler vorliegen. Gerade das hier zu „bewerbende“ Evangelium bietet viele Elemente für ein pralles Moodboard, das Menschen direkt, emotional ansprechen kann. Einige solcher Elemente greift für meinen Geschmack Karl Heinz auf.

  4. De Benny De Benny sagt:

    Um “Endkunden” zu erreichen

    Genau da fangen meiner Meinung nach die Probleme an, denn sobald man versucht, Kunden zu gewinnen für das Evangelium, läuft was gewaltig schief. Womöglich liegt das aber im Konzept des Elevator Pitches begründet, und ich hab das falsch verstanden.

  5. Thomas Jakob sagt:

    @ De Benny:
    Stichwort Ingenieur: Ich habe Maschinenbau und Betriebswirtschaft simultan studiert. Abschluss Dipl.-Ing. Wirtschaftsingenieurwesen.

    @ Christian:

    Mehr Emotion ist immer gut. Wie sieht Dein Elevator Pitch aus? Schreib ihn am besten bei Rolf rein, bevor da die Sekundärdiskussion völlig überhand nimmt.

    Schönen Sonntag Euch beiden!

    Thomas

  6. Christian sagt:

    Hi De Benny, bei Rolf kann ich nichts mehr posten. Ich frag mich, wie lange er Karl Heinz toleriert 😉

  7. Christian sagt:

    sorry, ich wollte schreiben: Hi, Thomas …

  8. Thomas Jakob sagt:

    Hi Christian,
    dann schreib doch Deinen Pitch hier rein, er würde mich wirklich interessieren.
    Thomas

  9. Christian sagt:

    „Ihr wundert euch vielleicht, dass ich euch hier versammelt habe. [Den irritierenden Einstieg von Karl Heinz würde ich gern übernehmen]
    Die Bibel sagt „Alles was atmet, lobe den Herrn!“ Alle atmen, doch keiner lobt den Herrn. Alle haben vergessen, wer ihnen frische Luft und gesunde Lungen gibt. Wir sind undankbar und haben uns Gott zum Feind gemacht. Das hat schlimme Folgen für uns und für die gesamte Schöpfung. Und nun das Gute: Gott bietet uns die Rückkehr zu ihm an. Jesus hat hier gelebt wie wir, doch hat er nie vergessen, Gott zu loben. Sein Auftrag, die Menschen zurück zu holen, kostete ihn sein Leben. Doch zum Schluss konnte er sagen: ‚Auftrag erledigt!‘ Das Angebot gilt: Glaubt ihr an Jesus und bitte Gott um Verzeihung, und ihr werdet staunen, wie sich euer Leben verändert.“

  10. Christina sagt:

    @ Christian: Hat Rolf dich etwa gesperrt? Mach dir nichts draus. Ich würde das eher als gutes Zeichen werten. Wenn man keine Argumente mehr hat……..

    Liebe Grüße

  11. Christian sagt:

    Hi Christina,
    danke! Ja, ich mach mir nichts draus, bin ihm auch nicht böse, obwohl es ärgerlich ist. Schweigt der eine, kommt der nächste und schreibt dasselbe … und du bist ja auch noch da 🙂
    Bei Peter Aschoff hingegen geht gar nichts mehr. Seit seiner restriktiven Moderation tendieren die Kommentare gegen Null. Ob er das gewollt hat?
    Gottes Segen!

  12. Christina sagt:

    @ Christian: Peter Aschoff kenne ich nicht (vielleicht auch gut so. 😉 ). Aber es ist meiner Ansicht ziemlich klar, dass es zu einer Diskussion mit vielen Kommentaren nur dann kommen kann, wenn man abweichende Ansichten hat. Wenn sich alle nur gegenseitig auf die Schulter klopfen, wird das eben wie du schreibst, gegen Null tendieren.

    Was meine Anwesenheit bei Rolf angeht, na ja, die hält sich in Grenzen. Ich kommentiere zwar hin und wieder mal was (hinterher ärgere ich mich auch oft darüber, dass ich mich wieder dazu habe hinreissen lassen), denn eigentlich, wurde dort ja alles schon mal in irgend einer Form von dir oder Karl Heinz oder jemand anderem gesagt, ist ja nun nichts Neues für ihn. Und warum soll man jemanden immer wieder mit demselben nerven, wenn er es nun absolut nicht hören will? Und wie ich in der Vergangenheit schon mal schrieb…..ich bin persönlich zu der Erkenntnis gekommen, dass es manchesmal vielleicht dann angebrachter ist (in Anlehnung an Lukas 9, 5) sich den Staub von den Füßen zu schütteln und woanders hinzugehen.

  13. Christian sagt:

    Christina, wenn du magst, schick mir eine Mail (christian@rvbeese.de), dann könnten wir darüber noch privat weiterreden. Das wäre hier vielleicht doch etwas offtopic. Danke!

  14. Christina sagt:

    Ja, danke. Aber lass gut sein. Von meiner Seite gibt es dazu eigentlich auch nicht mehr viel zu sagen. Ich wollte hier auch keine Diskussion dazu lostreten. Gottes Segen und Kraft für dich auch weiterhin. Beste Grüße. 🙂

  15. Christian sagt:

    „Genau da fangen meiner Meinung nach die Probleme an, denn sobald man versucht, Kunden zu gewinnen für das Evangelium.“

    Wieso denn, De Benny? Es wäre ein absoluter Win-Win-Win-Deal: Christus wird verherrlicht, die Engel im Himmel freuen sich, und der für das Evangelium Gewonnene bekommt lebendiges Wasser umsonst!

  16. Thomas Jakob sagt:

    Hallo Christian,

    danke für Deinen Pitch. Für mich logisch, verständlich und ansprechend, wenn auch etwas konventionell. Deine Zielgruppe wären, um mich Deiner Wortwahl von oben anzupassen, Bestandskunden, für Neukunden setzt Du m. E. zu viel voraus (Bibel? Herr? Gott? Jesus?).

    Herzliche Grüße

    Thomas

  17. De Benny sagt:

    @Christian:

    Erst mal ne Nachfrage: Möchtest Du Deine Mail Adresse hier so stehen lassen, oder soll ich sie rausnehmen, nachdem Christina sie nun kennt? Ich mein nur wegen dem ganzen Spam, den man sich einfängt, wenn die Mail Adresse so offen im Netz steht…

    Wieso denn, De Benny? Es wäre ein absoluter Win-Win-Win-Deal: Christus wird verherrlicht, die Engel im Himmel freuen sich, und der für das Evangelium Gewonnene bekommt lebendiges Wasser umsonst!

    Sehe ich nicht so, denn die Gläubigen sind ja keine Kunden, die irgend etwas kaufen, und dann eine Leistung in Anspruch nehmen können. Das würde der Souveränität Gottes widersprechen. Das Himmelreich ist kein Supermarkt.
    Da wird dann eben Christus nicht verherrlicht, sondern im Rahmen des Geschäfts anerkannt, wie ne AGB, mehr aber nicht. Das ist dann keine lebendige Beziehung, oder?
    Deshalb vermute ich mal, daß die Freude bei den Engeln sich auch in Grenzen halten wird. Und der Gewonnene ist nicht wirklich gewonnen und hat daher kein lebendiges Wasser, sondern vielleicht zwei Kisten Selters (im übertragenen Sinn)…
    Man bekennt sich ja nicht zu Christus, weil man irgendwelche guten Gründe dafür hätte, so wie man auch keine andere Beziehung führt aus Gründen, sondern weil einem die Person wichtig ist. Wenn man zu jemandem eine Beziehung hat, Liebe oder Freundschaft ist egal, dann macht man das ja nicht von Eigenschaften abhängig, oder? Liebt man seine Frau wegen ihrer Schönheit? Und wenn sie dann nen Unfall hat und nicht mehr schön ist, liebt man sie nicht mehr? So verstehe ich Liebe nicht. So verstehe ich Beziehung nicht. Das wäre dann sowas wie eine Geschäftsbeziehung: Man gibt was, man kriegt was. Und wenn der Deal nicht mehr gilt, ist die „Beziehung“ zu Ende. Wenn der Preis zu hoch wird, wenn man nicht mehr bekommt, was man sich erhofft, ist Ende. In dem Fall hätte Hiob auch Gott fluchen müssen, wie seine Frau ihm vorschlug.
    Aber die Beziehung zu Gott, zu Christus, ist ja doch anders. Sie gründet auf Liebe und Hoffnung, nicht auf egoistischem Kalkül. Wir würden ja auch an Gott glauben, wenn wir keine Vorteile hätten. Man sucht sich den Glauben ja nicht aus, man entscheidet sich ja nicht eines Tages: So, jetzt werd ich Christ oder so, jetzt bin ich mal für ne Woche Moslem. Ebensowenig wie man sich jeden Morgen entscheidet, ob man nun seine Frau liebt, oder die Nachbarin oder den Postboten…
    Ist verständlich, auf was ich hinaus will?

  18. Christian sagt:

    Kommt drauf, wo. In unseren Breiten gehört die Terminologie in weiten Teilen noch zum kollektiven Bestand. Im Bereich der ehem. DDR ist es dem atheistischen System gelungen, die Grundparameter des Christentums in 40 Jahren aus dem Bewusstsein zu löschen. Ich denke zudem, 90 Wörter können unmöglich für einen ausführlichen erkenntnistheoretischen Grundkurs plus kontextuelle Begriffserklärung aller Vokabeln ausreichen. Es muss zunächst langen, dass die Leute mitbekommen, dass eine kompetente Person etwas Bedeutendes für sie getan hat, das mit Schuld, Vergebung und innerem Frieden zu tun hat und das von ihnen eine Reaktion verlangt.

  19. Christian sagt:

    De Benny, ich verstehe, worauf du hinaus willst. Als Calvinist stimme ich dir 100% zu, dass es nicht an unserem Wollen oder Laufen oder Entscheiden liegt, ob wir oder andere Christ werden, oder nicht. Deshalb würde ich das Thema Entscheidung für Christus auch nicht überbetonen. Und dennoch haben wir es doch mit einem Angebot zu tun. Und mit einem Aufruf. „Kommt her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid.“ Es wird etwas Attraktives in Aussicht gestellt. „Ich rate dir, dass du Gold von mir kaufst, das mit Feuer durchläutert ist, dass du reich werdest, und weiße Kleider, dass du dich antust und nicht offenbart werde die Schande deiner Blöße; und salbe deine Augen mit Augensalbe, dass du sehen mögest.“ Es geht schießlich um Leben und Tod. Und das Blut derer, die wir nicht umworben und gewarnt haben, wird von unseren Händen gefordert werden.

  20. De Benny sagt:

    Es geht schießlich um Leben und Tod. Und das Blut derer, die wir nicht umworben und gewarnt haben, wird von unseren Händen gefordert werden.

    Gegen umwerben und warnen hab ich nichts. Aber ich finde diese Kapitalismus-Metaphern mit Kunden und Angeboten und Produkten an sich ungeeignet, das Evangelium darzustellen. Mir sieht es so aus, als wird das kapitalistische Prinzip in christliche Worte verpackt. Thomas scheint mir mit seinem Pitch das Gegenteil zu tun: Er verpackt das Christliche in kapitalistische Worte. Deshalb kann ich Thomas‘ Pitch durchaus was abgewinnen, im Gegensatz zur Rede von Kunden und Produkten…

    Ich stehe reformiertem Denken auch recht nahe (auch wenn ich nicht in allen Punkten zustimmen mag), aber da sind dann eh alle prädestiniert. Da können wir eh selbst nix tun. Andererseits muß das ja niht heißen, daß wir es lassen sollen.

    Übrigens, *Werbung, Werbung*, kennst Du schon das dieser Seite angeschlossene Forum? (oben im Menu ist ein Link). Ist zwar (im Moment) nicht viel los, aber vielleicht hast Du ja Lust, mal reinzusehen und mitzumachen.

    Die Einladung gilt natürlich auch für Christina (die schon viel geschrieben hat) und Thomas. Bisher war meist nur ein Mitglied aktiv, mit dem ich grad diskutiert hab, aber im Moment ist schon etwas mehr los. Noch ein paar Leute und wir könnten sowas wie nen harten Kern zusammenkriegen…

  21. Christian sagt:

    In meinem Pitch kommt keine kapitalistische Terminologie vor. Ich hatte sie nur im Hinblick auf den Begriff Elevator Pitch angewandt. Ich werde mir *Werbung, Werbung* gern ansehen. Danke!

  22. De Benny sagt:

    @Christian:
    Weiß ich, ich wollte nur die Frage beantworten, wieso ich darin ein Problem sehe. 😉

  23. Christian sagt:

    Was deine Anmerkungen zum reformierten Denken betrifft: Prädestination und Verantwortung werden beide in der Bibel gelehrt, also muss beides gelten. Es sind, sozusagen, begrenzende, oder besser: ergänzende Konzepte. Keiner weiß, wer erwählt ist. Das Angebot des Evangelium ist ein echtes Angebot an alle: „Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Predigt, Mission, Fürbitte etc. sind von Gott eingesetzte Gnademittel, um seinen Ratschluss zu verwirklichen. Es gibt eine Fehldeutung des Calvinismus, genannt „Hypercalvinismus“, der an der Prädestinationsseite vom Pferd fällt und konkret ablehnt, Menschen einzuladen und das Evangelium zu verkünden, weil ja „eh alles prädestiniert ist“. Das wird dem Gesamtzeugnis der Bibel nicht gerecht.

  24. De Benny sagt:

    Mir ist eins wichtig: Ich soll von Gott erzählen. Wie das dann weiter funktioniert, hat nichts mit meiner Ausgabe zu tun. Also zerbrech ich mir darüber nicht den Kopf. Ich weiß nur, wie es bei mir gewesen ist und kann mich vielleicht ein wenig daran orientieren, wenn ich anderen von Gott erzähle. Das war’s dann aber auch.

  25. Christian sagt:

    Bei mir war es ebenso: Leute kamen, erzählten von Gott und Jesus, ich wurde bekehrt, ging gleich wieder los und erzählte anderen davon, und so weiter. Das war in den frühen 70ern. Es herrschte ein richtiger Hunger nach Gott und daher ein reges Interesse. Gott war sozusagen „in aller Munde“. Alles war sehr spontan und emotional. Heute bin ich vielleicht etwas weniger spontan, doch dafür ist mein Glaube fundierter. Alles hat seine Zeit …

  26. De Benny sagt:

    Siehste, bei mir lief es übers Bibellesen. Keine anderen Leute… 😉 So ist jeder verschieden…

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