Rechtfertigung

Nach dem Erdbeben in Haiti und nach dem Seebeben, Tsnami und Reaktorunglück in Japan habe ich schon darüber geschrieben, heute also wieder das Thema: Theodizee. Die Rechtfertigung Gottes für Sein Tun und Lassen vor dem menschlichen Richterstuhl.

Drauf gekommen bin ich über nen Artikel beim Blasphemieblog 2, der seinerseits auf das Projekt einer Gymnasiumsklasse hinweist.

Warum ein neuer Artikel? Im Artikel zu Haiti habe ich mich vor allem damit auseinandergesetzt, wieso man in einigen Fällen eher die Theodizeefrage stellt und in anderen nicht, bzw habe ich dann auch auf die Möglichkeit der Menschen hingewiesen, Leid zu lindern.

Im Japanartikel ging es mir um die Sinnfrage. Das Aufkommen der Theodizee-Frage zeigt eine Sinnkrise an. Man versteht Gott nicht mehr. Man zweifelt.

Im Haiti-Artikel habe ich es so ausgedrückt:

Die Frage, die mich beschäftigt ist: Kann man das Gott in die Schuhe schieben? Und ich denke: Nicht unbedingt. Die Menschen wären gestorben, so oder so. Nimmt man, etwa als Christ, Gott als gegeben an, dann kann man damit rechnen, daß die Toten auferstehen werden, wie sie auch auferstanden wären, hätten sie länger gelebt. Nimmt man Gott nicht an, dann sind die Toten tot und hätten vielleicht noch ein langes, erfülltes Leben vor sich gehabt, vielleicht auch ein Leben in Armut und Not. Nur, wie immer es auch gewesen wäre: Wenn man Gott nicht annimmt, kann man auch nicht fragen, wie Er das zulassen konnte. Gläubig kann man darauf vertrauen, daß Gott sich um die Menschen kümmert, was auch immer passiert, ungläubig kann man nicht einmal Gott verantwortlich machen.

Im Japan-Artikel hielt ich fest an der These, daß die Frage an sich nicht zu beantworten ist, sondern einen Punkt markiert, in dem man seinem Leben einen neuen Sinn geben muß, damit die Frage wieder in den Hintergrund rückt. Dabei ist eine Möglichkeit sicherlich, was Max im Blasphemie-Artikel kommentiert hat (auch wenn bei ihm nicht die Theodizee der Auslöser war, jedenfalls schriebt er es nciht so):

Ich kann das Vertrauen an Gott, also an diese jüdisch-christliche Entität, nicht mehr aufbringen, da ich diese Figur endgültig als Märchenfigur in meiner Schublade verstaut habe. Es ist für mich eine literarische Figur geworden, keine Gestalt, die unbedingt „dort oben“ zu sein hat, um meine Moral und meine Ethik zu ordnen.
Dies habe ich beileibe nicht „über Nacht“ getan, und auch weit vor Dawkins Büchern, aber ich habe einfach genug ausserhalb der christlichen Religiösität erlebt, um diese Ideologie „abzuschalten“, ohne Nachteile zu erfahren. So, durch Kirchenbesuche – die ich immer noch im Zuge von Freunden und Bekannten ausübe – habe ich hingegen nur die „kultischen“ Aspekte des Glaubens vor Augen, etwa die Gemeinde, den Zusammenhalt und den gemeinsamen Glauben. Aber der ganz persönliche Glaube an Gott als „Vater“ und an Jesus als „Erlöser“, den habe ich einfach nicht mehr. Das mir gebotene hat sich für mich als „kirchliche Angebote“ entpuppt. Und auf der Suche nach Gott, da fand ich einfach zuviele unterschiedliche Angebote in der Welt der Ideologien.

In diesem Artikel möchte ich die Frage noch einmal etwas anders angehen, unter Auslassung der emotionalen Aspekte. Das Problem bei der Aseinandersetzung mit der Theodizee ist nämlich, vor allem wenn Katastrophen zum Anlaß für die Auseinandersetzung genommen werden, daß man nicht kühl analysieren kann, ohne extreme emotionale Reaktionen zu provozieren, die die Analyse mitunter als zynisch angesichts des gerade Geschehenen ansehen.

Ich möchte nun also einen verstärkten Blick auf die theoretische Seite der Frage werfen.

Wann verlangen wir Rechtfertigung?

An den Anfang möchte ich eine Selbstreflektion stellen: Wann verlangt der Mensch nach Rechtfertigung? Wann fordern wir von anderen, über ihr Tun Rechenschaft abzulegen? Wann ziehen wir sie vor den Richterstuhl?

Ich meine, wir tun das immer dann, wenn wir kein Vertrauen zu ihnen haben:

EIn Mensch wurde getötet, eine Leiche gefunden. Die Polizei sucht nach dem Mörder. Dabei wird versucht, die Menschen einzuschätzen und aus dieser Einschätzung abzuleiten, wem man vertrauen kann, und wer nicht vertraenswürdig ist, wer eventuell lügt, um sich oder ihm nahestehende Personen nicht zu belasten.

Vertrauen und Mißtrauen

Vertrauen bezieht sich hier in erster Linie nicht auf die als Mörder in Frage kommenden Menschen. Das Vertrauen bezieht sich vielmehr auf die kriminalistischen Methoden nd die Fähigkeit der Ermittler, als auf die als Täter in Frage kommenden Menschen.

Verläßt man nun den kriminalistischen Bereich und geht in den Alltagsbereich der Zwischenmenschlichkeit, so fallen die kriminalistischen Methoden fort und werden ersetzt durch die je individuellen Methoden, die jeder hat, um den anderen einzuschätzen.

Wenn man nun nachdenkt, wo es wirkliches Vertrauen gibt und wo das Vertrauen lediglich auf der eigenen Fähigkeit beruht, den Anderren richtig einschätzen zu können, so meine ich ist das Ergebnis, daß wirkliches, nur auf der Hoffnung, daß es nicht vergebens ist, gründendes Vertrauen recht selten ist, und man den Mitmenschen eher mißtraut, wo man sie nicht richtig einschätzen kann. (daß es darüber hinaus immer Fehleinschätzungen gibt und geben wird ist ein anderes Thema und in der Imperfektion des Menschen begründet)

Vertrauen gibt es höchstwahrscheinlich nur da, wo es Liebe gibt. Da ist der Mensch stark genug, allein auf die Hoffnung zu bauen und zu riskieren, das alles in einem ökonomischen Sinn umsonst war. Vertrauen ist übrigens eine mögliche Übersetzung für πιστεύω, das in der Bibel jedoch meist mit „glauben übersetzt wird. Man hat also hier die Trias: Glaube, Liebe Hoffnung vor sich, aber daraf will ich hier nicht weiter eingehen.

Gott vor dem menschlichen Richterstuhl

Wenn man nun die Theodizee-Frage stellt, so deutet dies darauf hin, daß das eigene Vertrauen zu Gott mindestens einen Knacks gekriegt hat. Bevor mich jemand mißversteht: Das ist nichts moralisch verwerfliches, sondern eine Feststellung der Tatsachen. Daß das Vertrauen zu Gott Schaden nimmt, ist etwas ganz natürliches und kommt immer wieder vor, wird auch in der Bibel des öfteren erwähnt. Viele Psalmen drücken das aus. Ein besonders prominenter Vertreter ist Hiob:

Nach einer Wette Gottes mit Satan verliert Hiob seinen Besitz und ach alle seine Kinder. Hiob ist sich keiner Schuld bewußt und versteht Gott nicht mehr. Ihm verlangt nach einer Erklärung, er will wissen, welche Schuld er auf sich geladen habe, die eine solche Strafe rechtfertigt. Er zieht Gott damit vor den Richterstuhl, verlangt Rechtfertigung. Damit hat er noch lange nicht mit Gott gebrochen, denn er erkennt immer noch an, daß Gott es ist, der Übertretngen des Rechts ahnden kann, soll und darf.

Aber nach langen Diskussionen mit den Freunden, die Hiob zu trösten versuchten, findet sich keine Antwort. Schließlich spricht Gott selbst, bleibt aber eine Rechtfertigung schuldig. Anstatt sich zu rechtfertigen, weist Gott Hiob in die Schranken. Er rechtfertigt sich nicht, Seine Argumentation, wenn man sie so nennen will, geht gar nicht auf die moralische Ebene. Er betont den Machtaspekt: Schöpfung und Erhaltung aller Geschöpfe und Macht über das Chaos in Form des Leviathan.

Man könnte daher auf die Idee kommen, es gehe Gott allein darum zu sagen: Ich Chef – Du nix, oder anders ausgedrückt: Wenn Du meine Moral in Zweifel ziehst, kriegst Du auf’s Maul. Hiob scheint die erste Rede Gottes ähnlich verstanden zu haben (Hi 40, 4):

Siehe, ich bin zu gering, was soll ich antworten?

Nach der zweiten Rede Gottes kommen neue Aspekte dazu:

  1. Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer. (Hi 42, 2)
    Hier drückt sich noch die Gott Chef – Hiob nix Variante des Verstehens aus. Es nützt nichts, gegen Gott zu wettern, denn Gott ist jedenfalls stärker.
  2. Darum hab ich unweise geredet, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe. (Hi 42, 3)
    Hier geht es nicht mehr um Macht, sondern um Wissen. Hiob sieht ein, daß er Gott Sein handeln nicht vorwerfen kann, weil es ihm an Wissen mangelt, die Taten zu verstehen, daß er nicht das Zeug dazu hat, den Ratschluß Gottes in Frage zu stellen und wohl auch nciht, in vollkommends zu verstehen.
  3. Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.
    Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche. (Hi 42, 5f)
    So ist Hiobs Antwort auf des Herrn Aufforderung: Lehre mich. Hiob bekennt, daß er Gott nicht belehren kann, nicht seinen Platz einnehmen kann. In der vorhergehenden Rede fragt Gott, ob Hiob die gleiche Kraft hat wie er selbst, ob er in gleicher Weise Hochmütige und Gottlose in ihre Schranken weisen könne.

Die Entscheidung spielt sich also ach hier nicht auf der moralischen Ebene ab. Gott gibt keine Auskunft über Seine Moral. Er rechtfertigt sich nicht. Hiob erkennt an, daß er Gottes Job nicht übernehmen könnte, nicht wegen moralischer Inkompetenz, sondern wegen der schlichten Machtlosigkeit. In eine ähnliche Richtung scheint mir der Film Bruce allmächtig zu gehen. Bruce bekommt von Gott zwar Macht: Er kann die Umlaufbahn des Mondes ändern, auf Wasser gehen etc etc. Aber er schafft es trotzdem nicht, alles im Gleichgewicht zu halten, so wie Gott es in seinen Reden an Hiob beschreibt.

Wir sehen also, daß Gott sich nicht rechtfertigt und sich nicht nach menschlichem Ermessen rechtfertigen läßt. Gott vor dem menschlichen Richtersthl, vor dem die Taten oder Unterlassungen Gottes moralisch geprüft werden, muß im Schuldspruch enden, wie damals beim Prozess gegen Jesus, der ja auch recht still blieb. Man kann nun mutmaßen, warum dies so ist. Ich habe das oben getan, indem ich andeutete, daß neben einer guten Moral noch viel mehr nötig ist, um die Welt am Laufen zu halten. Doch all dies ändert nichts an der Tatsache, daß Gott vor dem menschlichen Richterstuhl nicht bestehen kann. Er muß schuldig gesprochen werden, womit die Rede vom „lieben“ Gott schwierig wenn nicht unmöglich wird.

Interessant wäre die Frage, inwieweit jeder einzelne Mensch vor dem gleichen Richterstuhl bestehen könnte. Was käme dabei raus, wenn man die Vorwürfe, die man gegen Gott wegen Seines Tuns oder Nichttns erhebt, an sich selbst anlegte? Aber die Anthropodizee ist hier nicht Thema, also belaß ich es bei dem Hinweis.

Wem vertrauen?

Wenn Gott als „Vertrauensperson“ wegfällt, bleibt nicht viel übrig. Vielleicht noch eineige sehr nahe Freunde oder Familienmitglieder, wenn man ein sehr glücklicher Mensch ist und eine so gute Beziehung zu ihnen hat. Letztendlich lebt man aus der Hoffnung. Man hofft darauf, daß man denjenigen, denen man vertraut, auch vertrauen kann. Ob das nun Gott einschließt oder nicht, spielt hier keine Rolle. Wenn es ach sonst niemanden einschließt, bleibt man am Ende nur selbst übrig. Man ist daruaf zurückgeworfen, seinen eigenen Fähigkeiten zu vertrauen. Man muß hoffen, daß sie ausreichen.

Mißtrauen ist gut und lebenserhaltend, schrieb Ezri. Das mag stimmen. Aber wo das Mißtrauen so weit geht, daß man allen gegenüber argwöhnisch wird, erhält man sich vielleicht eher das biologische Überleben, das Leben an sich, als Teilnahme an Lebensfreude, an Liebe, an allem, was das Leben lebenswert macht, bleibt dabei aber auf der Strecke. Je mehr man mißtraut, desto mehr. Es wäre also nicht verkehrt, sich die Frage zu stellen, inwieweit man leben will, und inwieweit man überleben will. Erst einmal unabhängig von Gott, aber wenn man an Gott glaubt, warum Ihn nicht einbeziehen?

Die Frage nach der Kontrolle

Gott läßt sich nicht kontrollieren. Er ist souverän. Weder Hiob noch sonst jemanden ließ er bisher in seine Karten sehen, um eine Antwort auf die Theodizee-Frage zu geben. Und das ist nicht verwunderlich, wenn man es genau bedenkt:

Wüßte man, wieso Gott was tut, so wäre Er berechenbar. Er könnte zum Werkzeug der Menschen verobjektiviert werden. Man wüßte: Wenn ich dies will, muß ich das tun. Dies würde allerlei Möglichkeiten eröffnen, m Gott für die eigenen Zwecke zu mißbrauchen. Es wäre im Grunde nichts anderes als die Beschwörngen, die es in anderen Religionen gibt, nd die christlicherseits so abgelehnt werden. Gott wäre, ließe Er isch in die Karten sehen, nicht mehr Gott, sondern Götze. Zur Verfügung der Menschen. Er würde nicht mehr länger sie kontrollieren, sondern sie Ihn, einfach nur über ihr Wissen.

Mißtraut man Gott soweit, daß man eine Antwort auf die Theodizee Frage fordert, dann ist es mit dem Glauben aus. Man vertraut nicht mehr Gott, sondern nur noch den eigenen Fähigkeiten. Man ist selbst der oberste Kontrolleur seines Lebens. Gibt man sich zufrieden damit, daß die Theodizee Frage nicht gelöst werden kann, daß es eine logische Unmöglichkeit ist die Frage zu lösen und gleichzeitig Gott zu vertrauen, dann ist es mit der absoluten Kontrolle aus. In mindestens diesem Bereich im Leben vertraut man blind. Das iwrd dann gerne lächerlich gemacht als „keine Verantwortung übernehmen wollen“ und dergleichen, wobei „Verantwortung übernehmen“ hier nicht bedeutet, daß man tatsächlich für seine Taten keine Verantwortung übernähme, sondern daß man sein Leben nicht komplett kontrollieren wolle. Der Vorwurf ist, daß man nicht sein eigener Gott sein will. Dieser Vorwurf ist, jedenfalls nach meiner Überzeugung, leicht auszuhalten. Was ist schon so erstrebenswert daran, mehr Verantwortung übernehmen zu müssen, als man fähig ist zu tragen? In solchen Situationen macht man oft mehr kaputt, als daß man verbessert.

Deshalb halte ich es auch nicht für verkehrt, beim Auftauchen der Theodizee Frage nicht in erster Linie nach einer Antwort zu suchen, sondern nach einem Weg, der aus dieser aufbrechenden Sinnkrise herausführt: Umgehen mit den gegebenen Dingen und nicht danach fragen, wieso sie so gekommen sind. Jedenfalls bis man alles emotionsloser analysieren kann.

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5 Kommentare zu Rechtfertigung

  1. Sachlichkeit ?
    ohne Sachbuch, ohne überprüfbare Information, anerkannte Dokumentation, im Verständnis Din-, Iso-, Eichgesetz, Statistiken, bspw. sachdienliche Hinweise zur Ergreifung Person Gott, gibt es nicht. Klagen können die Staatsanwälte wegen unbekanntem Wohnort, Person Gott nicht bearbeiten.

    „Die“ Bibel existiert nicht. Kein Urtext, keine einheitliche Kanonisierung, Übersetzung. Mangels Urkundenpersönlichkeit ist sie nach § 66 zu den Anonyme und pseudonyme Werke. http://bit.ly/vR4obm zu rechnen.
    Jeweiliger parteiischer Kultus (keine Urkundenpersönlichkeit zu Urtext) hat Vertrag mit komformen Verlag, wobei der jeweiliger Verlag den Verkaufserlös erhält.

    Nach § 13 hat fabulierte Person Gott das Recht zur Anerkennung Signatur der Urheberschaft . http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__13.html Soweit dies der Fall wäre, wäre auch immer Quelle und Name des Urhebers bei jedem Zitat zu nennen. http://dejure.org/gesetze/UrhG/63.html Realität ist das kein Name Gottes bekannt ist.

    Rechtlich zählt Annahmevermutung. Dazu gehört Urtext, Urkundenpersönlichkeit, eigenhändige Unterschrift unter Zeugen, Siegel. Die Tatsachenvermutung bedarf greifbare Person und aktuelle Geschehenszeugen, mit sachdienlichen Angaben.
    Wohnort, Alter, Größe, Gewicht, zur Person Gott.Leben auf der Erde, steht in Abhängigkeit zu Nukleinsäuren RNA und DNA,

    Ob virtuelle Missionare Selbst- oder Fremdtäuschung, ggf. Beides betreiben, ist virtuell nicht überprüfbar.
    Interessen stehen stehen grundsätzlich in Abhängigkeit zu gültigen Regeln. Rechte und Pflichten. Diese ergeben sich aus BGB, Vertreter der Bundesinteressen, für Belange des Gemeinwohls , sind in letzter Instanz, gewöhnlich befähigte Richter. http://www.gesetze-im-internet.de/vwgo/__37.html .
    Verdacht und Gefühle, ergeben rechtlich keinen „gerechtfertigten“ Grund, Argument, Beweis. Das funktioniert nur privatrechtlich unter parteiisch konditionierten Glaubenswissenschaftlern mit internen Glaubensschutzgesetzen. Im Hinblick Gewissensfreiheit kommt in der Jurispodenz auch nicht an, wenn mit Glaubenslehren argumentiert wird.
    Unbelebte anorganische Natur, auch Pflanzen, wissen sich nicht, haben keinen Wille, Plan, Ziel. Joule (Energie, Nahrung) braucht das Gehirn zu Funktionsfähigkeit. Zum Kosmos (Welt) war ausgenommen unserem Sonnensystem, Milchstraße Soma, Same, bis 18 Jh. nichts bekannt. Höhe, Tiefe, Breite, Grenze unbekannt. Der Kosmos besteht, in astronomischer Sicht, kurz gefasst, aus Metalle und Gase,
    Gott in der Präambel ist das Anorganische, Unbelebte. Einen Taifun beeinflusse ich nicht, in dem ich Kalkwand in Ballerburg anplärre.

    Die Verfassung ist keine Staatskirche (Art.140 GG, 137 Abs.1 WRV) Es gibt keine staatliche Glaubensmissionspflicht,
    Treupflichten gibt es zwischen lebenden Personen, Parteien, auf Basis einvernehmlichem Vertrag, bzw. AGB,
    (1) Bestimmungen in Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind unwirksam, wenn sie den Vertragspartner des Verwenders entgegen den Geboten von Treu und Glauben unangemessen benachteiligen. Eine unangemessene Benachteiligung kann sich auch daraus ergeben, dass die Bestimmung nicht klar und verständlich ist…………http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__307.html

    Unwissenheit ist kein Geheimnis. Offenbarungseid, § 156, zu Unwissen, ist witzlos. 🙂
    Geheimniskrämerladen, ist für mein Empfinden Lügerei, zwecks Ausbeuten von Menschen.
    mit einer Person Gott, die sich nicht in Karten sehen lässt, belegt sich steinreich, mit Erbsündendoktrin.
    verdummt das Volk. Vorlauf: Erbsünde, 3/4 Jh., ist Nichtigkeit. Nachnamen, päpstl gebotene Zwangsheirat, Säuglingstaufe, Nottaufe, Firmung, gehen auf 12 Jh. n. d. Zeit. zurück. Ebenfalls ab 12te Jh. wurde von Mainzer Rabiner Einehe eingeführt und Scheidungsgesetz verbessert.
    Das sogenannte Christentum hat bis heute nicht begriffen, dass Kinder „unschuldig“ zur Welt kommen. Wasser, Formeln, gegen ägyptische Pestbeulen, braucht der Klerus. (Einkommen)
    Es herrscht eher Willkür jeweiliger hierarchischer Führungsschicht, aus transplantierbarem Hohlorgan Herz, wie im Mittelalter. Anhänger stehen unter Verhältnissen, die teilweise Ähnlichkeit mit Vormundschaft Mittelalter hat.
    Ich möchte da mit keinem tauschen.Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) .

    Kriminologe Christian Pfeiffer kam dieses Jahr in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Kinder in evangelikalen Freikirchen besonders häufig geschlagen werden.
    http://www.ndr.de/zucht101.html

    Die Freiheit der Religion hat Einschränkung, wo es gesetzlich vorgesehen ist.http://dejure.org/gesetze/MRK/9.html
    Es besteht ein Beweisführungsanspruch bei feststehenden Wahrheiten, Tatsachenbehauptung, wenn es um Freiheit der Meinungsäußerung geht.
    http://dejure.org/gesetze/MRK/10.html
    Europäische Menschenrechtskonvention: Art. 17 verbietet den Missbrauch der Rechte. http://dejure.org/dienste/hrr/MRK/17/1.html

    Missbrauch der Rechte. Zu feststehenen Wahrheiten, Tatsachenbehauptung ist Beweisführungspflicht EMRK 17 http://bit.ly/uQ2t9M
    Die Freiheit der Religion hat Einschränkung, wo es gesetzlich vorgesehen ist. EMRK Art. 9 http://bit.ly/rQhNWU
    Die bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten werden durch die Ausübung der Religionsfreiheit weder bedingt noch beschränkt (Art. 140 http://dejure.org/gesetze/GG/140.html GG i. V. m. Art. 136 Abs. 1 WRV).

    Zur Meinungsfreiheit, Art. 10 EMRK http://bit.ly/rB3VTh gilt Selbiges.
    Mit Pressfreiheit sind keine Sonderrechte, Zwangsverpflichtung, im Verhältnis zu anderen Bürgern. § 1 Lpresse
    Selbiges gilt zur Kunstfreiheit: http://bit.ly/vTJM8f

    Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
    Artikel 11
    (1) Jeder, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.

    In den Ländern des Europarats wird er darüber hinaus gewährleistet aufgrund von Art. 6 Abs. 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK):
    „Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig.“

    „Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“

    Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte urteilte, dass Diskriminierung im Strafrecht, in Bezug auf freiwillige Beziehungen zwischen Erwachsenen im Privaten gegen das Recht auf Respekt für das Privatleben in Artikel 8 EMRK verstößt (Dudgeon v UK, 1981; Norris v Ireland, 1988; Modinos v Cyprus 1993). Der Gerichtshof war das erste internationale Organ, welches urteilte, dass rechtliche Sanktionen durch Strafrecht auf Grundlage von sexueller Orientierung gegen Menschenrechte verstoßen und der Gerichtshof hat die längste und weiteste Jurisprudenz was die Problematik der sexuellen Orientierung angeht.

    Interessen stehen stehen grundsätzlich in Abhängigkeit zu gültigen Regeln. Rechte und Pflichten. Diese ergeben sich aus BGB, Vertreter der Bundesinteressen. Für Belange des Gemeinwohls , sind in letzter Instanz, gewöhnlich befähigte Richter. http://www.gesetze-im-internet.de/vwgo/__37.html zuständig.
    Für Dinge, die außerhalb diesem Rahmen liegen, in Erwartung Treu und Glauben, bzw. Glaubensschutz agieren, gibt es dafür vorgesehenen Räume, Vergl. § 167 http://dejure.org/gesetze/StGB/167.html,

    Neandertaler hatten keine Wege aus Erdpesch, auch keine Straße von Messina.
    Zu dem was keinerlei Sinneswahrnehmung, auch nicht mit Hilfsmitteln der Technik, hat, ist weder prüfen, noch kognitives verarbeiten möglich.
    Was nicht kognitiv verarbeitbar ist, kann auch nicht in vernünftige Handlung umgesetzt werden.
    Ermessen, Messen, ohne greifen, nehmen, packen, zählen, verzeichnen, funktioniert nicht. Ana·ly·se, Plural: Ana·ly·sen, Ana·ly·sen (Zergliederung, Untersuchung) von Ausschnitten, Verbindung, Verknüpfung.Syn·the·se, Plural: Syn·the·sen (Zusammensetzung, Zusammenfassung, Verknüpfung, These, Antithese) ist grundsätzlich nicht dasselbe wie allein aus Glaube an Mythen, Sagen, Fabeln, kranke Sehnsucht. Wer Vertrauen hat, setzt seinen Allerwertesten in Gang, lernt ordnentliches Handwertk oder studiert, lernt, wie empirisch geprüft wird. Atmen, Essen, Trinken, Wärmeregulation, Übung, überprüfbare Kenntnis von Tatsachen und Handlung, Nachhaltigkeit, halte ich für wichtig.

  2. Ludwig Trepl sagt:

    Die Theodizee-Frage ist keine Folge des Zweifels, oder anders gesagt: Es ist ein logisch notwendiger Zweifel, der sich da auftut, d. h. der Beginn ist nicht der Zweifel, sondern eine widersprüchliche Konstellation. Also eher: Nicht, wenn man zweifelt, ergibt sich als Folge die Theodizee-Frage, sondern weil sich die unvermeidlich ergibt, kommen Zweifel auf. Wenn man versucht, das Höchste zu denken, dann ist es im Christentum unausweichlich, daß man ihm zugleich Allmacht, höchste Intelligenz und höchste Güte zuschreibt. Fehlte es an einem davon, wäre es nicht das Höchste.

    Damit ist man in dem Widerspruch, der mit „Theodizee“ überschrieben wurde. Solange man von Gott nicht verlangte, gut zu sein, solange er nur der Inbegriff der Allmacht war, konnte dieses Problem nicht auftreten. Es ist eine Konsequenz davon, daß man Gott als gut (gnädig) dachte, dann aber einfach logisch unausweichlich. Dieser Widerspruch soll zu einem guten Teil die Dynamik westlicher Gesellschaften erklären, er hatte einen Lösungsversuch nach dem anderen zwangsläufig zur Folge.

    Der Haupt-Ausweg innerhalb des Christentums war, das Böse zum indirekt Guten zu erklären (Gott will auch mit dem Bösen etwas Gutes), ein anderer (der nominalistische), Gott jenseits von Gut und Böse zu stellen, d. h. (wieder) allein seine Allmacht zu sehen. In dieser Tradition steht die Formulierung „Die Rechtfertigung Gottes für Sein Tun und Lassen vor dem menschlichen Richterstuhl.“ D. h., das Gute ist (möglicherweise) gar nicht gut, es scheint uns nur so. Offensichtlich gerät man da (wie in den anderen Lösungsversuchen auch) in ein neues Problem: warum soll man das Gute tun, wo man doch gar nicht weiß, ob es das Gute ist, d. h. vor Gott gut ist? Und doch soll man das Gute tun.

    Das Problem ist wohl unlösbar – so konsistent in sich die Lösungsversuche auch erscheinen mögen, wie etwas die Leibniz’sche „Theodizee“. Welches Loch man auch stopft, man reißt ein neues auf. Man muß damit leben, denn die Widersprüche folgen nicht aus einem ausgedachten Theoriengebilde namens christliche Lehre, sondern daraus, wie die Gesellschaft seit 2000 Jahren wirklich ist. Denkgebilde mit solchem Erfolg „spiegeln“, in welcher Weise auch immer, die Wirklichkeit, sonst hätten sie keinen. Offenbar ist die Wirklichkeit so, daß es gar keinen anderen Weg gibt, als ständig um zentrale Widersprüche zu kreisen (und dabei doch irgendwie weiterzukommen). Lebenspraktisch mag es ja helfen, sich an des Aspekt Güte/Gnade zu halten und so zu einer Haltung des Grundvertrauens zu kommen, das Theodizeeproblem ist damit aber nicht gelöst.

  3. Wenn man versucht, das Höchste zu denken, dann ist es im Christentum unausweichlich, daß man ihm zugleich Allmacht, höchste Intelligenz und höchste Güte zuschreibt. Fehlte es an einem davon, wäre es nicht das Höchste.

    Ich stimme zu, daß das einen Großteil der Tradition ausmacht. Ich zögere allerdings, dem unter allen Umständen zuzustimmen.

    Offensichtlich gerät man da (wie in den anderen Lösungsversuchen auch) in ein neues Problem: warum soll man das Gute tun, wo man doch gar nicht weiß, ob es das Gute ist, d. h. vor Gott gut ist?

    Dabei setzt man allerdings voraus, daß das eine gute Tat Gottes auch im Falle eines Menschen als Handlungssubjekt gut wäre und umgekehrt. Dies kann so sein, muß es IMHO aber nicht.

    Offenbar ist die Wirklichkeit so, daß es gar keinen anderen Weg gibt, als ständig um zentrale Widersprüche zu kreisen (und dabei doch irgendwie weiterzukommen).

    Dieser Aspekt wäre vielleicht interessant, vor einem wissenschaftskritischen Hintergrund ne zu bedenken: Wenn die Wirklichkeit nicht ohne zentrale Widersprüche zu haben ist, dann ist das Ideal der Widerspruchsfreiheit unter Umständen in Frage zu stellen.

    Lebenspraktisch mag es ja helfen, sich an des Aspekt Güte/Gnade zu halten und so zu einer Haltung des Grundvertrauens zu kommen, das Theodizeeproblem ist damit aber nicht gelöst.

    Dies wollte ich auch mit keiner Silbe gesagt haben.

  4. Interplenar sagt:

    Die Alten schufen die Welt, wie „Person“ Gott aus Buchstabenund Zahlen.
    Mythenpluralistmus war schon immer.

    Statt Umkehr, besser umwandeln.
    Statt Neues = besser Abwandlung
    Das ist , was tatsächlich Entwicklung ist.

    8 –
    wie Achtsamkeit, wie Wasseruhr, spätere Sanduhr, ist auch Zeichen für Unendlichkeit, alternativ Endlichkeit mit liegender 8 “ ∞ “
    Wer hat die Uhr angefertigt? Gab es angepassten Planungsprozess?
    2×8 = 16 = hebr. Buchstabe Ayin = Auge/n.
    Ajin oder Ayn (עין) i ist ursprünglich die bildliche Darstellung eines Auges mit einem Punkt in der Mitte.
    Es fehlen noch die Zeiger daran. (Klerus und Staat)
    Aus dem semitischen Konsonanten wurde im Griechischen der Vokal Omikron, aus dem sich das griechische Omega und das lateinische O entwickelten. So entstand Aussage: „Alpha und Omega“.
    Georgisch und schwedisch ein Kreis über A, wurde mit Christianisierung hebr. arets/erets, alternativ am Ende mit „z“, Erde, Erez, Erz, Land, Acker, Boden, Landbevölkerung, zu Jahr.
    Erz = Selbiges wie Erde + Jahr, wurde Erzeengel, Erzbischof, Erzherzog, die höchste Erdverwaltung. , auch Höllenverwaltung
    Hölle = Göttin Hel = Bergwerk = Teufe – L
    Fakt : Die Teufel arbeiteten für die Erz-herren. Zehntenabgaben, Kirchensteuer, usw.

    Jüdisch wurde dem „Ajin oder Ayn (עין) i „später die Bedeutungszahl „70“ vergeben.

    Was passiert, wenn Menschen nicht mehr an „Person“ Gott glauben? Sie werden nicht böser. Aber sie lassen sich weniger veräppeln, reden sich auch weniger rein und raus aus dem Dilemma welches effektiv da ist. Nur weniger in den krassen Gegensätzen. Naturgewalt kann keiner im Augenblick der Erfahrung „gut“ erleben. Im Hinblick menschlicher Gewalt ist natürlich dasselbe.

    Die Frage nach gut und böse sollte sich bei der Christenheit heute viel mehr zur Energieverwendung, Umweltschutz stellen.

  5. Pingback: Wen anbeten? | Ein feste Burg ist unser Gott

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