Nach der Demo

Ich hab mich heute abend durchgerungen und bin zur Gaza Demo gegangen, und es war gar nicht mal so schlimm, wie ich vermutet habe (naja, ich hab die französischen und arabischen Redebeiträge nicht verstanden, aber das ging sicher einigen so, zumindest bei arabisch).

Das ganze ist nicht in eine pro Palästina Nationalismus Demo abgedriftet, was mich sehr positiv gestimmt hat. Etwas irritiert hat mich dann der ältere Herr, der in seinem Redebeitrag von einem notfalls auch militärischen Durchsetzen der Öffnung Gazas sprach. Ich denke, was man am wenigsten braucht, ist noch mehr Gewalt.

So dachten sich wohl auch die Initiatoren der Demo, die dazu aufgerufen haben, nach der Demo friedlich zu bleiben und nicht zur israelischen Botschaft zu gehen, wie es einige Jugendliche mit schwarz-roten Fahnen ankündigten und zum Mitmachen aufriefen. Die Antifas sind dann doch hinge“wandert“, wie sie sich ausdrückten. Ihre Gruppe schien aber unter sich zu bleiben. Die während der Demo ziemlich separat stehende arabische Jugend schien mir nicht mitzugehen. Ein gutes Zeichen für die Gewaltlosigkeit.

Interessant fand ich den Hinweis auf die so genannte weiße Intifada. Ich hab dann mal die Suchmaschine meiner Wahl befragt und leider nur Berichte, aber keine Homepage einer Organisation, die das Ganze durchführt oder so gefunden. Es sieht wohl auch so aus, als habe die Fatah-Regierung auf der Westbank das Ganze an sich gezogen. Und da zeigen sich auch schon wieder die ersten Probleme:

Es gibt Stimmen die sagen, die gewaltlose Variante wäre nur der Versuch eines Widerstands unter den gegebenen Umständen, so lange keine Gewalt möglich ist.

Kann natürlich alles wieder Propaganda sein. Wenn jemand Kontakt zu der Gruppe der weißen Intifada hat und ne Webseite kennt, wäre ich interessiert.

Ein gewaltloser Widerstand, der nicht nur aus Mangel an Waffen gewaltlos ist, sondern aus Überzeugung, der sich nicht gegen Israel als solches wendet, sondern gegen die Unterdrückung, der nicht nationalpalästinensisch gefärbt ist, sondern sich mit Menschen alles Nationalitäten und Religionen verbunden weiß, und sie nicht nur aus medialen Gründen mitspielen lässt, hätte meine volle Unterstützung. Ich bin noch skeptisch ob es diesen Widerstand gegen das Unrecht in Israel gibt, und wo ich ihn finden kann. Ideal wäre, wenn diese Organisation dann genauso gegen Raketenbeschuß S’derots durch die Hamas demonstriert.

Aber das wäre dann vielleicht doch zu viel verlangt, um realistisch zu sein.

Nachdem nun der Grenzübergang Rafah offen ist, wäre es eigentlich eine Alternative die Hilfsgüter der Rachel Corrie in Ägypten zu löschen und über Land nach Gaza zu schaffen? Wäre vielleicht ein Zeichen um zu sagen: Uns geht es um das Ankommen der Hilfsgüter, nicht um Pressefotos, sowie: Wir liefern auch über Land, trauen der israelischen Regierung aber nicht.

Ach ja, inzwischen haben sich auch die Kirchen sowohl national aus auch international geäußert.

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Ein Kommentar zu Nach der Demo

  1. Asma sagt:

    An der weißen Intifada kann jeder teilnehmen, es braucht dazu keine große Organisation, Gruppe oder Homepage.
    Bei Youtube gibt es ein Video von Italienern, die in Geschäften die Kunden darüber informiert haben das die meisten Produkte, die angeblich aus Israel stammen tatsächlich palästinensische Ware ist. Die Gruppe tritt dafür ein, das diese Produkte nicht gekauft werden.
    Ich kann mir denken was passiert wenn jemand eine solche Aktion in D versucht.
    Wir unterstützen die Intifada auch jedesmal beim einkaufen.

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