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Tut Buße und glaubt an das Evangelium

Mal wieder befasse ich mich mit den Mißbräuchen durch katholische Geistliche. Genauer geht es mir um den Umgang der Kirchenoberen mit den Vorwürfen, denn Mißbrauch ist kein katholisches Alleinstelungsmerkmal und hat mit Zölibat, Kondomverbot und ähnlichen in der heutigen Gesellschaft anstößigen Lehren und Praktiken der Kirche Roms nichts zu tun.

Was allerdings etwas mit der Kirche Roms zu tun hat, ist der Umgang ihrer Bischöfe und Priester mit dem Thema. Bei Maischberger, so schreibt der SPIEGEL (via), kam es einmal wieder zu einem Aufeinandertreffen von Klerikern, Opfern und anderen mehr oder minder dem Thema nahe stehenden Personen. Natürlich schafft es der SPIEGEL wieder prima, vom Thema abzukommen und den Zölibat ins Spiel zu bringen, der so viel mit sexuellem Mißbrauch zu tun hat wie „Killerspiele“ mit Amokläufen.

Mir geht es aber um die Kleriker, von denen ich so langsam annehme, sie glauben das nicht mehr, was sie selbst verkünden. Buße tun, also umkehren. Wenn etwas schief läuft, wenn etwas nicht nach dem Willen Gottes läuft, dann wird der Christ aufgerufen, Buße zu tun, also umzukehren, und wieder auf den „rechten“ Weg zurückzukehren.

Nun sagen die Katholiken, alle anderen seien genau so von Mißbrauch betroffen wie ihre Kirche. Ich nehme einmal an, das stimmt, denn wieso sollte ein nichtkatholischer Lehrer immun sein gegen Pädophilie? Es wird auch gesagt, es gäbe kein System zur Vertuschung. Nehmen wir mal an, auch das stimmt, dann it aber doch die Frage: Gibt es ein System zur Aufdeckung?

Und da muß ich sagen: Falls es das gibt, so läuft es ziemlich im Geheimen ab. Und auch wenn kein Bischof schuld ist an den Verfehlungen seiner Priester, so ist er doch Schuld, wenn er als Vorgesetzter nichts oder nicht ausreichend tut oder getan hat. Durch das Vertuschen, das zumindest in der Vergangenheit geschehen ist, aus welchen Gründen auch immer, haben die zuständigen Personen Schuld auf sich geladen, und damit auch Schuld auf die Institution, für die sie stehen.

Wenn ein Bischof in apostolischer Sukzession wirklich Träger des Heiligen Geistes ist, dann verleugnet er den Heiligen Geist in dem Moment, wo er Verbrechen vertuscht und Priester in Schutz nimmt. Und er tut es weiterhin, wenn er damit ablenkt, daß die anderen das auch tun. Die anderen haben im Zweifel den Heiligen Geist nie erlebt und sind damit entschuldigt. Es ist für mich als Christen eine ungeheure Frechheit, wenn ein Christ sich hinstellt und sagt: Die anderen sind auch nicht besser als ich. Stimmt, sind sie nicht. Alle Menschen sind Sünder. Aber es gibt einen Unterschied: Der Christ weiß darum und kann etwas dagegen tun, unabhängig davon, wie sehr es hilft. Das kann der ungläubige Mensch nicht. Deshalb sind solche Vergleiche als Verteidigung eine Unglaublichkeit, ja geradezu Gotteslästerung.

Statt immer weiter zu tun, was man schon immer getan hat und zu sagen: Wir tun was wir können und die anderen sind auch nicht besser, wäre es wichtig, inne zu halten, sich zu besinnen, Buße zu tun und umzukehren.

Buße tun bedeutet, die innere Haltung ändern. Wer auf die Schuld der anderen verweist hat sich seine eigene Schuld noch nicht eingestanden. Wer immer noch auf andere sieht, sieht noch nicht genug auf sich selbst (das gilt übrigens umgekehrt auch für die Kirchenbasher, die jetzt die römische Kirche als Ursprung alles Bösen zu entdecken meinen). Tut Buße, liebe Bischöfe und Priester, kehrt um, glaubt an das Evangelium, das Christus gepredigt hat, von der Liebe Gottes zum Sünder. Ihr verliert nichts, wenn Ihr Eure Schuld eingesteht, Ihr fallt nicht tiefer als in Gottes Hand.

Aber gesteht Euch die Schuld ein, die auf Euch lastet, ob selbstverursacht oder von anderen ererbt, und seht zu, wie ihr dem ein Ende bereiten könnt.

Versöhnung geht nicht ohne vorherige Buße, aber ohne Versöhnung bleibt als Perspektive nur die Verdammnis. Weltlich wie auch coram Deo.

4 thoughts on “Tut Buße und glaubt an das Evangelium

  1. “Ihr fallt nicht tiefer als in Gottes Hand.”
    Erinnert mich irgendwie an: „Caedite eos! Novit enim Dominus qui sunt eius“

  2. Liebe Mitstreiter in Jesus

    das Bekehrungs-Büchlein: „Von neuem geboren werden“, ist geeignet als Hilfsmittel zum Erklären des Evangeliums und zum Begleiten von Menschen, die Gott suchen oder die fragend sind.

    Es kann auch abgeben werden an Verwandte und Bekannte, die suchend sind, oder an Menschen die noch nicht im Glauben sind. Durch die Provokation der Aussagen in diesem Büchlein werden Menschen offen, über den Glauben zu reden.

    Es gibt Antworten auf häufige Ausreden, Einwände und Vorwände von Menschen um nicht glauben zu müssen.
    Busse verkündigen

    Der Schwerpunkt dieses Büchleins ist die immer wiederkehrende Aufforderung in der Bibel, tut Busse: „Tut Busse und bekehret euch (Apg. 3, 19, die Sünder zur Busse rufen (Matth. 9, 13), er gebietet allen Menschen Busse zu tun (Apg. 17, 30).“
    http://www.heilsnot-verlag.ch

    Grüss Gott und alles Gute

    Fritz Ryser

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