Aus gegebenem Anlaß

Gedenktafel NSU Boulgarides

Enver Şimşek
Abdurrahim Özüdoğru
Süleyman Taşköprü
Habil Kılıç
Mehmet Turgut
İsmail Yaşar
Theodoros Boulgarides
Mehmet Kubaşık
Halit Yozgat
Michèle Kiesewetter

Zehn Namen.

Zehn Mordopfer.

Opfer einer Haßideologie, die vor noch nicht langer Zeit Europa in Schutt und Asche legte.

Opfer einer Terrororganisation, die über ein Jahrzehnt agierte, ohne verfolgt zu werden.

Opfer einer Terrororganisation, deren Verstrickung mit staatlichen Institutionen weiterhin im Dunkeln bleibt.

Statt Aufarbeitung und Transparenz: Geschredderte Akten und Geheimhaltung für 120 Jahre.

Ein „lebenslänglich“ kann nicht über das Staatsversagen hinwegtäuschen. Das Versagen meines Staates, dessen Souverän ich mit rund 80 Millionen Mitbürgern bin.

Demnach ist es auch meine Schuld: Ich, wir alle können nicht still bleiben, wenn der Staat, für den wir die Verantwortung tragen, derart versagt. Wie wir unseren Laden in den Griff kriegen können, weiß ich nicht genau, aber es muß etwas geschehen!

Kein Vergessen!

Kein Schlußstrich!

Nie wieder!

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Digitale Aufklärung

Digitale Aufklärung ist das Überwinden der selbstverschuldeten Bevormundung des digital vernetzten Menschen durch multinationale monopolisierende IT-Konzerne. Selbstverschuldet ist diese Bevormundung deshalb, weil diese nur aufgrund der Tatsache entsteht, dass dem Mensch der Mut und der Entschluss fehlt, statt der bevormundenden Software bereits vorhandene freie und frei verfügbare Software einzusetzen, die ihn eben nicht ausspioniert und steuert, sondern ihm selbst die Kontrolle über sein eigenes digitales Leben lässt.

Das Zitat stammt von Ulrich Berens von LUKi, genauer aus seinem Kommentar zu einem Artikel über den Katholikentag in Münster.

Es ist klar erkennbar, der Satz ist an Immanuel Kants Definition der Aufklärung angelehnt. Zur Vergegenwärtigung hier das Original von Kant:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude! Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Ich finde Ulrichs Gedanken einer digitalen Aufklärung gut, richtig gut. Es ist ein sinnvoller Gegenpol zu einer womöglich vor allem ökonomisch verstandenen „Digitalisierung“. Es geht also nicht darum, mit Hilfe des Digitalen Mehrwert zu schaffen, sondern darum, daß der Mensch als mündiges Subjekt auch in und mit der digitalen Welt mündig umgeht.

Daher einige Gedanken zu Ulrichs „Schnellentwurf“:

Digitale Aufklärung ist das Überwinden der selbstverschuldeten Bevormundung des digital vernetzten Menschen durch multinationale monopolisierende IT-Konzerne.

Mich stört ein wenig, daß ein Schuldiger angeprangert werden muß und daß dieser Schuldige nicht in der eigenen Person gefunden wird, sondern extern: Wir sind die Guten Linuxer, da sind die bösen Monopolkonzerne.

Bei aller berechtigten Kritik an den Microsofts, Apples, Googles, Amazons und wie sie alle heißen: Wenn Aufklärung bedeutet, daß man selbst etwas tut, daß man selbst mündig wird, dann führen solche Schuldzuweisungen in die Irre.

Denn Microsoft kann nichts dazu, daß wir ihr Betriebssystem nutzen. Apple kann nichts dazu, daß wir ihre Smartphones nutzen. Freilich kommt ihnen das gelegen, aber die Entscheidung dazu treffen wir!

Digitale Aufklärung ist das Überwinden der selbstverschuldeten Bevormundung des digital vernetzten Menschen durch multinationale monopolisierende IT-Konzerne.

Wir leben in einer (weitgehend?) aufgeklärten Gesellschaft, in der wir uns nicht bevormunden lassen müssen, wenn wir nicht wollen. Wenn wir dies zulassen, sind wir in gewissem Sinne unmündig, eben unaufgeklärt. Deshalb brauchen wir ja die digitale Aufklärung.

Das Problem liegt bei uns, was wir mit uns machen lassen, beziehungsweise was wir nicht tun. Deshalb würde ich lieber bei Kants „Unmündigkeit“ bleiben, weil so klarer bleibt, wo das grundsätzliche Problem sitzt (vor dem Computer) und wo die daraus folgenden Konsequenzen sitzen (in Redmond, Cupertino oder Mountain View).

Digitale Aufklärung ist das Überwinden der selbstverschuldeten Bevormundung des digital vernetzten Menschen durch multinationale monopolisierende IT-Konzerne.

Kant sprach von „Ausgang“, und es mag an meinem Hörverstehen liegen, aber Kants Begriff erscheint mir eher prozessorientiert zu ein, während ein „Überwinden“ sich eher zielorientiert anhört: Man erreicht das Ziel und dann ist gut.

Nur denke ich, daß es sich tatsächlich um einen Prozess handeln muß, nur um einen Prozess handeln kann.

Linux aufgespielt ist schnell, aber damit ist man noch nicht viel weiter. Souveränität über das eigene System: Was installier ich, was nicht, was brauch ich, was ist zu viel? Wie werfe ich Software wieder runter? Wie wende ich E-Mail Verschlüsselung an, wie gehe ich mit den Schlüsseln um?

Man ist ja nie wirklich angekommen. Meine ersten Schritte mit freier Software waren das Installieren von Suse Linux und der Versuch, mit der dort vorhandenen Software meine Arbeit zu erledigen. Irgendwann stieg ich um auf Gentoo, machte mich ein wenig mit der Kommandzeile vertraut etc etc etc. Und ich bin noch weit davon entfernt, wirklich anhand des Codes nachvollziehen zu können, was ein Programm genau macht.

Insofern bin ich auch da unmündig. Und selbst die, die das können, können es nicht unbedingt auf Bitebene beim compilierten Code. Es könnte ja was mit dem Compiler nicht stimmen. Oder die Hardware macht nicht genau das, was man denkt.

Wirklich alles selbst machen, kann niemand. Und ich denke, es ist auch nicht nötig. Aber man sollte soweit als möglich abschätzen können, wo die Risiken sind und auf was oder wen man sich verläßt – und welche Motivation derjenige hat.

Daher denke ich: Laßt uns erst mal aufbrechen.

Digitale Aufklärung ist das Überwinden der selbstverschuldeten Bevormundung des digital vernetzten Menschen durch multinationale monopolisierende IT-Konzerne.

Bei dem Punkt bin ich mir nicht ganz sicher. Klar, ich hab ja schon geschrieben: Das Problem sitzt vor dem Computer. Andererseits, wenn ich an die „Legacy-Aufklärung“ denke, ging es dabei darum, etwas zu nutzen, was jeder hat: Den Verstand. Es ging um kein Fachwissen im eigentlichen Sinn, es ging darum, nachzudenken, sich auf Argumente mehr zu verlassen als auf Autorität.

Bei der digitalen Aufklärung ist aber ein gewisses Fachwissen unabdingbar. Wenn ich es richtig verstehe, besteht die Aufklärung ja gerade im Aneignen und Anwenden dieses Fachwissens zu Software, Datenschutz etc.

Von Selbstverschuldung kann ich dann aber nur sprechen, wenn ich eine Pflicht zur Selbstbildung in IT Fragen postuliere. Ist meine Oma, die von Computern keinen Dunst hat und auch nicht haben will oder braucht für ihr tägliches Leben, „selbstverschuldet unmündig“? Wohl nicht mehr als ich es bin in Bezug auf die Bantu-Sprachen!

Sicher wird die IT für spätere Generationen als die meiner Oma (Jahrgang 1931) relevanter sein und ist es auch schon. Trotzdem scheint mir der Stempel „selbstverschuldet unmündig“ zu hart. „Selbstgewählt“ scheint mir, auch in Anbetracht unserer eigentlich aufgeklärten Gesellschaft, passender.

Digitale Aufklärung ist das Überwinden der selbstverschuldeten Bevormundung des digital vernetzten Menschen durch multinationale monopolisierende IT-Konzerne.

Eine Folge meines Spezialvikariats ist, daß ich jedesmal zusammenzucke, wenn ich „Vernetzung“ höre, und es nicht um Stromkreisläufe oder Datennetze etc geht. Mein Mentor fragte immer: „Wie willst Du Menschen vernetzen? Wo haben die ihre Steckdose?“ Sein Punkt war, daß es zwischen Menschen Beziehungen gibt, aber keine Netzverbindungen. Ein Mensch ist etwas anderes als ein Node in einem wie auch immer gearteten Netzwerk.

Darüber hinaus meine ich auch hier wieder Inaktivität und Passivität zu erkennen. Wenn ich vernetzt (Partizip Perfekt Passiv) bin, hat jemand etwas mit mir getan. Ich bin aber ein mündiges Individuum als Mensch. Klar muß ich irgendwie beschreiben, daß es nur um solche Menschen geht, die „digital aktiv“ sind (und eben nicht um Menschen wie meine Oma), also nehm ich genau das: „digital aktive Menschen“.

Somit komme ich auf einen ersten eigenen Schnellversuch für den ersten Satz:

Digitale Aufklärung ist der Ausgang des digital aktiven Menschen aus seiner selbstgewählten digitalen Unmündigkeit.

In Analogie an Kant müßten jetzt zwei nähere Bestimmungen folgen, und zwar die der digitalen Unmündigkeit und die der Selbstgewähltheit. Ich schlage folgendes für die weitere Diskussion vor:

Digitale Unmündigkeit ist das Unvermögen, die Umstände seiner digitalen Aktivitäten zu gestalten.

Selbstgewählt ist diese digitale Unmündigkeit, wenn die Ursache nicht im Mangel an Mitteln zur Gestaltung der Umstände liegt, sondern es an Entschluß und Interesse mangelt, diese Umstände zu gestalten.

Unter Mittel fasse ich alles, was es so an Hilfsstellungen geben kann. Wie gesagt ist ja ein bestimmtes Fachwissen von Nöten, das man sich etwa durch das Lesen von Dokumentation, durch Nachfragen in Foren etc aneignen kann.

Ach ja, und ganz grundsätzlich braucht man freilich nen Computer und idealiter auch nen Internetzugang, um „mitspielen“ zu können. Wer keinen Rechner und kein Internet hat, ist nicht „selbstgewählt digital unmündig“!

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Liedblätter et al.

Es geht tatsächlich einfacher. Damit hat sich der Artikel quasi erledigt.

Wahrscheinlich geht das auch einfacher, aber ich mach’s so bis ich ne bessere Lösung finde.

Ihr kennt doch alle die Liedblätter oder Ablaufblätter, die es bei festlichen Gottesdiensten oft gibt. Also an hohen Feiertagen, Trauungen, Konfirmation etc, wenn es sein kann, daß entweder viele Menschen in der Kirche sind, die sich recht selten dort hin verirren, oder die Liturgie oder die Lieder vom üblichen abweichen.

Bei meiner eigenen Hochzeit hab ich das noch so gemacht, daß ich in LibreOffice jede Seite für sich geschrieben hab und dann das Ganze per Copy und Paste in eine neue Datei gepackt habe, in der die A4 Seite quer war mit zwei Spalten, und zwar so sortiert, wie alles ausgedruckt werden sollte.

Ich mußte mir vorher also genau überlegen, was wohin kommt, wie das Ganze aus dem Drucker rauskommt etc.

Ich habe es gehaßt. So richtig! Vor allem schnell noch etwas einfügen war so leicht nicht möglich. Es war schlicht umständlich und unflexibel.

Also hab ich was getan, und das Resultat seht Ihr hier. Hier gibts übrigens den Quellcode.

Mit dieser kleinen Webapp kann ich jetzt die Liedblätter etc. einfach mit normalen Einstellungen (A4, hochkant) schreiben und speichern. Ich kann ohne mir groß einen Kopf um die Druckreihenfolge zu machen, schnell noch was ändern.

Und wenn ich so weit bin, geh ich in die Druckeinstellungen, wähle „2 Seiten pro Blatt“ und beim Duplexdruck das Heften an der kurzen Seite.

Darstellung Druckdialog, Reiter "Seitenlayout"

In LibreOffice findet sich unter dem Reiter „Seitenlayout“ im Druckdialog die Einstellung, wie viele Seiten pro Blatt benötigt werden. Wir wollen zwei „von links nach rechts“

Darstellung Druckdialog, Reiter "Allgemein", Hinweis auf Button "Eigenschaften"

Die Duplex-Einstellungen finden sich unter „Eigenschaften“ im Reiter „Allgemein“ des Druckdialogs.

Dialog Druckereigenschaften, Hinweis auf Option "Duplex"

Wir wollen den kurzen Rand, da sonst die Rückseite falsch herum gedruckt wird.

Was ich nun noch brauche, ist die Druckreihenfolge, in der die einzelnen Seiten gedruckt werden sollen. Hier kommt die Webapp ins Spiel:

Einfach oben die Gesamtseitenzahl eingeben und im unteren Textfeld kommt die Reihenfolge der Seiten heraus, die per Copy & Paste in den Druckdialog übernommen werden kann.

Außerdem kriege ich noch einen Hinweis, wie viele Leerseiten noch eingefügt werden müssen, denn wir brauchen ja als Seitenzahl ein Vielfaches von vier (pro A4 Seite zwei Seiten hinten und vorne).

Darstellung der Webapp mit Beispielwerten

Die Beispiel Broschüre hat 7 Seiten, ich brauche also noch irgendwo eine Leerseite, damit es aufgeht. Die Druckreihenfolge kann ich mit einem Klick in die Zwischenablage kopieren.

Darstellung Druckdialog, Reiter "Allgemein", Hinweis auf Dialogfeld zur Eingabe der zu druckenden Seiten

Per Copy & Paste einfach die Seitenreihenfolge einfügen und ausdrucken.

Was noch nicht geht (darauf brachte mich das Schreiben dieses Artikels), ist die Einstellung für Drucker, die nicht Duplex-fähig sind. Das wird dann wohl der nächste Schritt sein.

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Die Frumka

Man lernt nie aus. Davon hatte ich noch nie gehört und ich wollte es jetzt einfach mal weiter verbreiten. Es gibt offenbar auch im Judentum eine Tradition der Vollverschleierung der Frau.

Der Name Frumka für die Kleidung leitet sich ab von „frum“ (jidd. „fromm“) und der afghanischen Burka. Zumindest der Name der Tracht scheint von daher eine eher moderne Sache zu sein.

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„Entartete Kunst“, Burka im Kopf und Männerdiskriminierung

Ich bin ausdrücklich gegen jede Diskriminierung, die an Kulturgütern ausgeübt wird. Hier gebe ich ganz bewusst die Stichwörter der „entarteten Kunst“ und der „Bücherverbrennung“ unter dem Naziregime in Deutschland zu bedenken.

Charly fährt in seinem Artikel zur #metoo Debatte und dem Umfeld schweres Geschütz auf. Ist schon was her, daß er den schrieb, aber ich bin erst jetzt wieder auf seinem Blog gewesen.

Ich kenne Charly als bedachten und reflektierten Gesprächspartner und war etwas über den Artikel erschrocken. Er streift einige Gedanken, die ich zur Thematik hatte, aber geht in eine Richtung, die mir dann doch nicht behagt. Deshalb hier ne Auseinandersetzung damit nebst eigenen Gedanken.

Fangen wir mit dem obigen Zitat an:

Charly vergleicht Bücherverbrennung und die Bezeichnung „entartete Kunst“ mit dem Abhängen und Überstreichen von Kunst heute.

Ich meine, das ist etwas schräg. Leitender Gedanke bei den Bücherverbrennungen der Nazis war die Vernichtung kritischen Denkens. Das kann ich heute nicht erkennen. Das genannte Gemälde wurde abgehängt, nicht verbrannt. Das Gedicht wurde überstrichen, nicht verboten.

Was wir erleben ist IMHO weniger eine Gesinnungsdiktatur (Charly verwendet das Wort nicht!), sondern eher ein culture-shift.

Das Nachdenken über die Gesellschaft und die ihr inhärenten Machtstrukturen hat in den letzten Jahrzehnten Konjunktur. Das zeigt sich auch am immer stärker werdenden Wunsch, Frauen und Minderheiten gleichberechtigt zu behandeln.

Witze, die zu meiner Kinderzeit noch von kaum jemandem beanstandet wurden, sind heute nicht mehr salonfähig. Zu Recht! Ebenso sieht es aus mit Verhaltensweisen, die für einen Rainer Brüderle noch normal waren.

Freilich darf man sich über eins nicht wegtäuschen: Es wird ein altes Machtgefüge überwunden, aber das geschieht mitnichten durch ein machtfreies System. So eins kann es gar nicht geben, wenn man mich fragt. Natürlich werden im Neuen auch neue Machtstrukturen etabliert.

Das zeigt sich unter anderem in der Rechtsunsicherheit rund um den Geschlechtsverkehr. Früher waren die Hürden für eine Verurteilung von übergriffigen Männern vergleichsweise hoch. Sie wurden niedriger, was mit mehr Sicherheit für die Frauen und weniger Sicherheit für die Männer einhergeht (das ist jetzt stark vereinfacht, denn freilich gibt es auch die Vergewaltigung von Männern und auch hier heißt nein nein).

Charly schreibt davon, daß auch viele Frauen ihre Sexualität als Machtmittel einsetzen. Ich glaube, hier liegt ein Mißverständnis vor, denn was ich bisher erlebe ist nicht die Kritik daran, daß Männer ihre Sexualität einsetzen, sondern andere Macht, sei es körperliche Gewalt, sei es Ausnutzung anders gelagerter Machtstellungen gegenüber der Frau/dem Opfer – etwa wenn einer Produzent ist und die andere Schauspielerin.

In diesem Zusammenhang fand ich die Reaktion der Schauspielerinnen, mit schwarzen, eher bedeckenderen Kleidern aufzutreten interessant.

Man kritisiert im Westen gerne „den Islam“ für die Denke, man müsse die Frauen verhüllen, um sie vor der männlichen Begierde zu schützen.

Ich meine, hinter der Reaktion der Schauspielerinnen eine ähnliche Denke zu erkennen, was mich überraschte.

Nach meinem Verständnis sollten sich Schauspielerinnen und Muslimas kleiden können, wie SIE wollen, Rücksicht zu nehmen haben die Anderen. Solange das nicht funktioniert, haben wir ein Problem.

Manchmal erwische ich mich bei dem Gedanken, wenn alle nach der katholischen Morallehre leben würden wär alles viel einfacher. Ist aber nicht so, denn die katholische Morallehre setzt Dinge voraus, die so nicht gegeben sind. Das fängt bei der Binarität der Geschlechter an und endet dabei, daß auch alles Bewehren mit Sündenstrafen nicht davor schützt, daß der Mensch nun mal sündig ist. Sprich: Wenn er heiraten muß, um Sex zu haben und sich nicht scheiden lassen kann, dann ist mit Fremdgehen zu rechnen…

Ich schweife ab.

Wir befinden uns seit ein paar Jahrzehnten in einem enormen Kulturumbruch. Ich sehe nicht, wo wir einen Punkt erreicht hätten, der die Verhältnisse schon gedreht hätte, so daß es zu komplementären Unterdrückungen käme.

Sicher ist alles viel komplizierter. Das fängt beim Flirten an und hört auf wo es darum geht, alte Kunst zu bewerten.

Was das Flirten angeht, muß man vielleicht etwas mehr aufpassen, den anderen nicht zu überfahren. Das wär sicher auch schon früher für den jeweils anderen angenehm gewesen. Wenn es dann weiter Richtung Geschlechtsverkehr geht, wird es wahrscheinlich darauf rauslaufen, daß es hilfreich ist, erst ein Vertrauensverhältnis zueinander zu haben, so daß keiner bei nem Mißverständnis gleich von Machtmißbrauch ausgeht. Hört sich alles sehr konservativ an, ähnlich wie bei den Schauspielerinnen, die sich stärker bedecken.

Vielleicht zeigt das auch an, daß konservative Ansichten an sich selten einfach nur „rückständig“ sind, sondern bestimmte Probleme lösen, wo sich nicht alle an die Regeln halten.

Doch Regeln, die durchgesetzt werden, werden irgendwann zur Kultur. So wie wir heute uns keine Gedanken mehr beim Mülltrennen machen, weil wir das in den 80ern und 90ern als Gesellschaft lernten, werden wir auch das Flirten im Zeitalter der Geschlechtergerechtigkeit lernen.

Was die Kunst angeht, so ist diese an sich ja sowieso ständigem Wandel unterlegen. Charly bringt das Stichwort „entartete Kunst“. Damals haben die Nazis versucht, Kunst, die ihren Idealen nicht entsprach, zu diskreditieren. Sie übten dabei nicht wenig Druck aus, aus ihrer politischen Machtposition heraus.

Ähnliches kann ich heute nicht erkennen – mal abgesehen von einigen Äußerungen bei der AfD, wo man eine bestimmte Kulturpolitik forcieren will. Beim Abhängen des Gemäldes und beim Überstreichen des Gedichts geht es um eine gesellschaftliche Entwicklung. Das gehört in eine Reihe mit der Umbenennung von Kasernen, Straßennamen und Hochschulen. Alte Ideal veralten, neue kommen auf.

Damals, als John William Waterhouse das Gemälde Hylas und die Nymphen malte, gab es auch mehr oder weniger klare Ansichten, was Kunst ist und was nicht. Hätte er den Geschlechtsakt gemalt, erregierte Glieder etc, dann wär das wohl damals schon gar nicht als Kunst anerkannt worden, sondern als Porno abgetan. Jetzt wandelt sich das Gesellschaftliche Verständnis davon, was geduldet wird und was nicht – und dementsprechend werden die Ausstellungen bestückt.

Das Gemälde bleibt in der Sammlung, soweit ich das verstehe, es wird weiterhin Gegenstand von fachlichem Diskurs etc sein können und als Quelle zur Verfüng stehen – ebenso wie die ganze Nazikunst, die es ja auch noch irgendwo gibt, die jedoch nicht die ästhetischen (und politischen) Vorstellungen der Mehrheitsgesellschft treffen.

Die mentale Burka, die Charly beschreibt, scheint mir nichts anderes zu sein als das, was man traditionell als die Grenzen des Anstandes verstund. Freilich verändern sich diese Grenzen im Moment stark, so daß es für uns Männer, die wir in der Vergangenheit zu Lasten der Frauen größere Freiheiten hatten, einer Einschränkung der Freiheit gleichkommt, was gerade passiert.

Molino Sanssouci

By Miguel Hermoso Cuesta (Own work) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

So wie die Monarchen in ihrer Freiheit beschränkt wurden, als die Gleichheit aller vor dem Gesetz eingeführt wurde. Man denke an die Windmühle neben Sanssoucis!

Es ist eine Sache, ob jemand beim „Umwerben der Geschlechter“ ungeschickt ist, eine andere ob er Grenzen überschreitet. Andererseits: Wer ungeschickt beim Autofahren ist, fährt vielleicht mal in ne Radarfalle – und zahlt.

Es ist gut möglich, daß die Grenze zwischen Ungeschicklichkeit und Grenzüberschreitung noch ne ganze Weile nachjustiert wird. Die Gesellschaft befindet sich wie gesagt im Umbruch.

Grundsätzlich aber ist die Richtung zu weniger Sexismus gut, und kann schwerlich mit guten Argumenten kritisiert werden.

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Duisburg

Lieber Franz Josef Wagner,

eins kann ich Dir versprechen: Wir SPD Mitglieder wollen nicht über das Schicksal von 82 Millionen bestimmen, nur über das Schicksal unserer Partei.

Sie mag etwa so viele Mitglieder haben wie Duisburg Einwohner, aber ich glaube, wir wachsen im Moment schneller.

Die Duisburger bestimmen über das Schicksal ihrer Stadt, und daran ist nichts verkehrt. So ist es in einer Demokratie.

Und wie in Duisburg ist es auch bei uns. Wir bestimmen über unser Schicksal selbst.

Du hast Recht, wir sind nicht das Volk. Das Volk hat am 26 September den Bundestag gewählt, und unsere Abstimmung wird – egal wie sie ausgeht – an der Zusammensetzung des Bundestages nicht das Geringste ändern.

Deine Stimme vom September wird nicht ungültig.

Die Abgeordneten des Bundestages werden auch nach der Mitgliederbefragung die Gleichen sein.

Du sprichst unsere Träume an. Wir träumen von Gerechtigkeit. Der Traum ist wohl so alt wie die Menschheit. Eine Utopie?

Vor 300 Jahren waren die Menschenrechte eine Utopie.

Vor 200 Jahren waren Arbeiterrechte eine Utopie.

Vor 100 Jahren war ein friedlich geeintes Europa eine Utopie.

Laß uns gemeinsam träumen und entdecken, was morgen eine Utopie gewesen sein wird!

Glück auf!

Ihr Benjamin Koppe

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Kanzler Schulz?

Ich hab grad nen interessanten Artikel gelesen. Ulf Buermeyer schreibt über die Alternative zu Groko, Neuwahl oder Minderheitsregierung der Union.

Und zwar: Eine SPD geführte Minderheitsregierung. Ja! Der Artikel ist unbedingt lesenswert, ich wart‘ so lange, bis Ihr fertig seid.


So, fertig? Ich fand es am Anfang ganz spannend, dann kam mir eine gar nicht so tolle Idee: Was, wenn sich die SPD zu schade für solchen „Klamauk“ ist? Die AfD ist es sicherlich nicht. Man stelle sich folgendes vor:

  • Merkel stellt sich nicht zur Wahl, weil eben.
  • Schulz stellt sich nicht zur Wahl, weil staatstragend und so.
  • Gauleiterand stellt sich zur Wahl, und wird im letzten Wahlgang dann mangels Gegenkandidaten gewählt?!?

Wahrscheinlich wird es so nicht kommen, ich kenn die genauen Verfahrensregeln nicht, aber ich verute, man kann sich noch rechtzeitig gegen einen Kanzler Gauleiterand aufstellen lassen, ob man nun Schulz oder Merkel oder Dobrindt heißt.

Gauland2014 (cropped)

Unser nächster Kanzler? Da sei Gott vor!

Aber es wäre schon ein ordentlicher Erfolg der AfD, wenn die Etablierten hier auf dem falschen Fuß erwischt werden. So lustig es für SPD Sympathisanten wäre anzusehen, wie einer aus der Union gegen Merkel putscht und sich selbst zum Kanzler aufstellt, so blöd säheman selber aus, wenn man plötzlich Hals über Kopf eine rechtsextreme Minderheitsregierung verhindern müßte. Auf die Union kann man sich da sicher weniger verlassen, denn im Gegensatz zu den Sozis gibt es dort keine Debattenkultur, die mir bisher aufgefallen wäre. Führungswechsel laufen da eher schmutzig ab als Schmierenkomödie, wie letztens in Bayern.

Von daher sollte man bei der SPD diese Option im Hinterkopf behalten und einen Plan haben, wenn es so weit kommt. Denn daß die Basis einem Koalitionsvertrag zustimmen wird, ist nach dem gestrigen Ergebnis auf dem Sonderparteitag mehr als fraglich. Die beschriebene Situation könnte schneller kommen, als einem lieb ist. Und Neuwahlen kann es nun mal erst geben, wenn eine Kanzlerwahl schief gegangen ist. Sprich: Wenn sich Gauleiterand nicht gestellt hat – auf die Chance wird er wohl nicht verzichten wollen.

 

Aus Transparenzgründen:Wer den Blog länger liest weiß, daß ich politisch eher links der Mitte zu verorten bin. Ich dachte lange darüber nach, in eine Partei einzutreten, nahm aber immer wieder davon Abstand, weil ich mir nicht sicher war, wie ich als zukünftiger Pfarrer mitiener Parteimitgliedschaft umgehen würde – zumal meine Predigten durchaus auch politisch sind.
Nun werde ich kein Pfarrer und der Hinderungsgrund ist entfallen, außerdem hege auch ich seit der Nominierung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat die Hoffnung, daß es zu einer Erneuerung in der SPD kommen kann – mittlerweile muß man wohl hinzufügen: ob mit oder ohne ihn. Die Ankündigung über die Mitgliederbefragung im Falle einer Groko gab dann den Ausschlag, den Beitritt nicht länger aufzuschieben.
Was ich also sagen will: Wenn Ihr das hier lest, seid Euch bewußt, daß hier ein SPD Mitglied schreibt.

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Inerrant God and the Spirit of the Bible

I am still dealing in my head with Agent X’s article „Prophets of Consumerist Doom“. We entered a serious debate over at his blog and I have also added an article on my blog to the discussion.

As I want to keep things more approachable also for other readers, I write another blog article rather than another comment on the Fat Beggar’s School of Prophet’s blog. After all, the Web 2.0 was about building up networks, right. Maybe some of my readers wants to jump in to the discussion and write an article on his/her blog…

But before I get deeper into the discussion, I think it is necessary for the sake of clearing premisses, that I write a bit about how I see the bible. Because honestly, I feel like the different approaches towards the bible without clearing them for oneself and for others, brings most of today’s misunderstandings about. And in the end, it is all about calling others names like heathens and infidels and what not. I think we need to understand first, as understanding makes love easier and love hinders condemnation.

So let’s talk a bit about what the bible is – in my opinion – and how to use the bible and what to get from it, using it that way.

What is the bible?

Stupid questions get stupid answers, and so one could be tempted to say: „A book.“ Right as the answer is on the one hand, it appears to bring us no further in our quest – or does it?

Because, being a book, one could presume several things, for example, that there need to be one or several author(s). Also, books do have one or several purpose(s). Both is true for the bible, and both is, as I think, a matter of intense debate.

So who is the author of the bible? Some might feel tempted to say „God“, but I hesitate, because not even the bible says so. God is nowhere in the bible said to have put up a pen and written down any one book of the bible, or even the bible as a whole. He didn’t. There’s no such claim. So I won’t make this claim up. I stick with what we know of authorships (to some extent by the bible itself), that there were several human beings (most of all men from the middle east) who wrote down parts of the bible each.

And I do stick to what I learned at university, that there has been a long process of writing, rewriting, redaction, „corrections“ and what not on the bible text, before what we have today in our modern language bibles, be it KJV, NIV, German Luther translation or Volxbibel. Whoever had a look into textual criticism knows, this is also true for ancient language bibles, we have nothing that we could call the original, though deviations of the different original language texts from one another is in most cases not very big.

So the bible is a book, composed by mostly men of middle eastern descent, from cultures that are different to our own cultures, that even differ within themselves: Whoever composed the Miriam-Song lived in a completely different reality than whoever composed the Apocalypse of John.

Apocalypse of John? Didn’t John write it? Some folks seem to be obsessed with such questions, they seem to think that if John did not write the Apocalypse of John, all other things written down might be lies, too, and if that’d be so, what use would it to be to even look at the bible?

You see we also touch the next question, how to use the bible, but we have not yet been talking about the purpose. So what would be the purpose of the bible being written?

Some folks might say: To give directions to true believers to know whatever they are to do in any situation, or to reveal the will of God Almighty or something along these lines.

I think of it a bit differently. I think there were men who had an experience with God and wanted to write it down, one way or another. And other people read that, because it gave them something. And they retold the story, and it was changed to fit other circumstances, but sometimes it was also kept, the different story parts might have gone through quite some change as they turned into the composition of the bible we have today. It is a lengthy process.

Now one thing is important to me. No, make that two: One thing is that the people involved did not (for the most part – we are all sinners, aren’t we?) do it for some evil plans to be fulfilled, they wanted to tell of God, how they experienced Him. Whether they used the form of fiction (similar to C.S. Lewis or J.R.R. Tolkin), historical setting (Ken Follet?) or whatever form of literature – they wanted to tell of what they experienced with God.They were sincere.

And they were read by the community that passed on their writings. So the community approved of what they found. We would not pass on literature that we consider bad, or morally questionable. There might be others in our times who would, but they wouldn’t consider the literature bad or questionable as we do, they’d like it for some reason or another.

So I come to the conclusion, that the bible is a book, composed by many people who expressed their experiences with God, and that book is approved by believers throughout times. Just as we read the Old Testament texts, Jesus read them. And just like we read Paul’s letter to the Galatians, the Galatians themselves read it. Maybe there were some differences in their actual copies, but most was at least very similar.

We share through the bible community with other readers throughout the times, other sisters and brothers in faith, who read the same texts and were lifted up by the witness of the texts, the experiences of other sisters and brothers (mostly brothers though) brought into the form of literature.

Looking at it as this is, the question whether John wrote the Apocalypse is at most boring. Which John anyway? I don’t care about the name, I care about what experience he had with our (his and my) God. I care about how this was considered relevant to fellow Christians from the first reader all down the line to me and my fellow sisters and brothers in these times.

The purpose for the bible to be written was to tell of God. And when I read the bible, I hear of God.

How to use the bible?

„So all I have to do to hear of God is to open the bible and read?“

„Yes.“

„So what I read there is the word of God? So God is the author still?“

„No, the bible is not the Word of God, it contains the Word of God. You yourself cannot do anything to get the Word of God out of it. It’s God’s to open the bible up to you trough His Holy Ghost (or is it Holy Spirit? I am never sure which is the right English term.).

Of course we can read in the bible. And we might get some interesting insights into biblical history, poetry and what not. You can analyse it like any book, but that will lead you nowhere.

Well, not exactly nowhere, but where reading and analysing Shakespeare or any other worldly writer would bring you too: greater knowledge in a certain field of literature. As God didn’t write it, we cannot get His will directly from it.

You can read the bible all your life and be an atheist. And you can read one verse and start to believe. God makes the difference, and we cannot do anything about it really.

The difference God makes, I suppose, is that between a distanced look at literature and an existential look at the literature of my community. I can be entertained by Shakespeare, but the team songs of my favourite football team touch deeper. They have to do with me.

And as I am Christian, the bible has to do with me. I am a sinner and might be making mistakes, but I seek to get something from the experiences other believers had with God. Some understanding, relieve maybe. And as God didn’t write it, I won’t get anything about Him by quoting single verses. This will get me to the actual author. But the author tells a longer story, and the story is about life with God. And the God is the same God in all stories, so I expect there to be a general picture of this God to shine through.

Yes, there are all kind of contradictions and cruelties that lead people to say this God must be mad or a monster, but actually, I think this is not God you see in there, but the sinners that wrote the text. I think you can look beyond this, but you might have to need the Spirit to do so. Luckily, as Christians we have the Spirit not in our pockets, but sent to us by our Lord and saviour to comfort us. And He does, opening up the bible to us.

And in all this we need to remain humble. You can never be too sure whether the Spirit guides you or your own desires. The bible is only one voice to listen to. We also have the Spirit talking directly to our hearts (whereas we still cannot be too sure which Spirit is talking at any given time), we have our fellow Christians with whom we share community and hopefully the one or the other talk about how God is making Himself heard in our lives, maybe there are testimonies as well… and last but not least we have our brains to make sense of all that.
With none of these we can be too sure, nothing gives us a clear direction, we cannot step back, out of responsibility. We will be responsible for what we consider right and wrong, so I consider it a bad thing to point to a bible verse prohibiting others certain things, like premarital sex or homosexuality or Rock’n Roll music. We are responsible for ourselves and others for themselves. We need to talk, because we are brothers and sisters, we need to understand, else there will be division in the body of Christ, which shall not be.

What to get from the bible?

So what do I get from the bible, from reading the bible? Nothing much, if I look for a 1-2-3 plan for my life or for other’s lives or anything like that. It’s not a short cut to circumvent own thinking, own responsibility for thought and claims.

But what we do get is an idea of God, an idea of community and an object around which community can form, as we talk about it, as we gather to hear from it. All directed towards the triune God, not the text, but with the text as some kind of catalyst if you like. Plus, you get quite some good literature. After all, the bible is an all time best-seller, and certainly not only because of the tradition of having a bible copy as a Christian. Some folks do really read it and enjoy it.

Post Scriptum

You might have realised that I did not argue biblically. I do not intend to give biblical proof for what I wrote here, because that would be a circle, wouldn’t it. I mean you wouldn’t even consider it to be true if you found a paper with two sentences on it:

The world is flat. What is written on this paper is true.

The bible declaring itself to be true is no better argument than a person claiming to be no liar. The bible itself, the person itself is hardly proof. You need proof from other sources: The Spirit, fellow Christians, your brains. I chose the route via the brains here, though I have the impression that the Spirit doesn’t tell me a very different story, so I ask you, my Christian brothers and sister for your comments as a further corrective. We need this talking, this forms community – especially here on the internet where we cannot share bread and wine.

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„I want to know what Jesus would do“

Agent X of the Far Beggar’s School of Prophets wrote an article called „Prophets of Consumerist Doom“. The main argument of the article is, that there are many prophets around who remind us of the problems in this world.

Speaking of Pop music, I’d think of Guns ’n Roses‘ „Civil War“, Papa Roach’s „Broken Home“ or „Schrei nach Liebe“ by „Die Ärzte“.

Agent X brought up an old video, that addresses the problem of consumism in the „western?) world, which offers remedy that is not exactly Christian.

The question Agent X asks is more or less the headline of this article:

I want to know what Jesus would do

But first, the video:

I will be honest here, I have not seen the whole video. It is very very long, and I just do not have the time. But I think I found a rough ground-structure of the video, which is a us vs them dichotomy:

It explains the world as consistent of two groups: The exploited on the one hand and the exploiters on the other. And while I agree that there are exploited people as well as there are exploiters, I think this is a false view of reality.

And I think this would be a first answer to Agent X’s question:

I ask my Christian brothers and sisters to talk about how Jesus addresses the world depicted here.  Seriously.

The world depicted here is a depiction through a broken lens. 1Cor 13:12 comes to mind. So what I think is Jesus would question this way of looking at the world. He would not ask who (among all others) the exploiters are, He’d say something along the lines of „woe, you exploiters“ and then make us realize our role in all this.

After all, aren’t we the consumers? Agent X agrees in a comment:

We don’t need all this junk. We don’t need all this mindless frenzy. It is killing our planet and making us glutted fat slobs. We need to repent.

Agent X also writes, the US were part of the problem. Well, they are also part of the victims of the problem, namely the homeless people of America (among others), which does always have an impact on every one person, so we do all sit in one boat.

But back to looking for solutions. To me it seems, most if not all man made solutions seek to replace the head in order to change the system. Democracy in Iraq? Kill Saddam and have free elections. But afterwards there were still the tribes, the different religions and national groups. Oopsie. Similar in Afghanistan? Establish Democracy? Easy: Defeat the Taliban and have elections. Well, who could know you need democrats (people who actually believe in democracy, not the US political party) for a democracy to work (hint: Maybe Germans who paid attention in history class,because this is more or less what happened here between the two world wars: Kaiser Wilhelm was resigned and democracy was established, though the people longed for a strong man like the Kaiser. They got Hitler…).

I disgress…

Also you find it in Marx’s communist manifesto: Establish a leadership of the avantgarde of the worker’s class  to lead the actual system from what it is via socialism to communism. In fact, only the heads have been exchanged. Was the Kaiser worse than Hitler? Was the Czar worse than Stalin? Was Saddam worse than Daesh?

But what to do? For me it is essential to see that you do not change the system when you change the heads. Of course, the ones call themselves socialists, the others fascists or fundamentalists. Each care for different groups of people, each consider different groups of people evil, the enemy, the oppressor. Bankers, Jews, Infidels… it’s always some outgroup that is considered responsible. But in fact they all care for their own and oppress the other. They dehumanize them and then kill them – in big scale.

The system is always the same,and we are more then willing to play our part. Agent X is right, we need to repent. And I think this is what Jesus would ask us to do.

And that would mean to refuse, as far as possible, to be part of the system. We won’t be able to avoid it at all, but we have our chances. If we succeed, we might be nailed to a cross. Or just shot dead, like Martin Luther King. And there are other names: Paul Schneider, Oscar Romero

It’s not that hard to find a way to oppose the system. If you find something going wrong, don’t be silenced. Speak out. You do not need to take action more than that. Telling the truth in a world of lies is a powerful act. Like Paul Schneider. The Nazis were so afraid of their power being undermines by the words of a pastor of a village in the province, that they killed him in a concentration camp even before the organised genocide stared in the early 1940s.

Of course, there’s always more you can do: Act and help other people who are downtrodden by the system. There is nothing wrong with helping e.g. a communist in a fascist system, after all, he is a human being and a child of God. But don’t be surprised if he won’t thank you too much after the heads have been exchanged. He might as well seek to kill you, once the system works for him and you still oppose it. We don’t do this to be loved by men…

And even more you can do: Use the means within the actual political version of the system to better things, to act on behalf of the downtrodden. If you live in a democracy, do politics, get elected or convince your representatives. Luther wrote, we are all simul iustus et peccator, both just and sinners. This is true for our representatives as well. Government programs can help a bunch so that charity can focus on more special cases.

In doing what you do, you can break laws, as long as you do it openly and willing to take upon you the punishment, as Martin Luther King wrote in his Letter from Birmingham Jail.

But what crosses the line is, when you start taking over the logic of the system, when you start to exchange heads in order to better things. This is where I am not sure how close I am to Bonhoeffer. Maybe what he had in mind falls into the section of breaking laws openly, but I am not sure. But I disgress again.

The logic of the system builds upon power and fear. Just like Satan in the desert, people are lured with power or ability, maybe even ability to help the poor. But then they are scared, they might loose their newfound powers, their abilities, because of others who seek to have these powers, or some of it. This can start with little things like being anxious of going to church service stinking and end with killing opposing province pastors. In the first we are afraid to loose our good reputation, in the latter we are afraid to loose grip on the people we rule…

To be clear, I compare the structure underneath our deeds, I do not compare Agent X to Hitler, far from it! But I think the fear he described before going to church stinking has something to do with dictatorships‘ fear of opposition. In both cases you run the risk of loosing approvement from other people. But, to make it even more clear: Agent X got beyond this actually going to church stinking, while the Nazis tried to shut up every opposing voice. They did not confront their fears.

You break the logic of the system, by controlling your fear, by facing it, by  nnot avoiding it, by finally getting over it.

And I think this is where the cross comes in. If you know, all will be wonderful in the end, you can endure a lot. As Unbelievers we cannot be sure that all is wonderful in the end. What we know is that in the end – we are dead. So we have to make the most out of our lives.

This and the fact that we are not perfect and are again and again confronted with doubts in our believe, makes the system so strong. Agent X wrote about this to be a struggle with demons, and it is. The system is the realm of the demons, you could as well call it hell or death. It’s basically all the same.

As believers in the cross and resurrection of the Christ, we know all will be fine in the end, because we are saved. And this is the force that will brake the system, which actually broke it already 2000 yeas ago. What we witness is only the drawback fight of the demons. They are still strong, and they bring about their share of hurt for people, but in the cross they are ultimately defeated.

So what we can do is actually: Take up our own crosses, like Jesus said, be open about the system and where it hurts people, refuse to take part in it, work not directly against it to avoid the risk of trying to exchange heads, but do what is right and leave what is wrong. That’s already a hard thing to do. But nothing is impossible for those, who believe.

Post scriptum: I tend to put things to extremes. It’s not all about dictatorships and death camps. I try to use these extremes to show, where things are heading. Most of the things we see are way less extreme, but still hurting people. Most of the time the system does not go to such extremes, this doesn’t mean it is defeated in times when there are no death camps, when we have democracies instead of dictatorships. The above video shows very well, how the system does work well within western democracies. And it will work with any political (sub)system, we will finally overcome the system only in the kingdom of God.

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Us, Them, and the Bible

So if the Son sets you free, you will be free indeed.

Picture from wallpaperscristaos.com.br

I wrote one article as answer to Agent X’s „Prophets of Consumerist Doom„, I wrote another one in which I tried to describe my approach towards the bible and now I shall write a third (and hopefully not last) one in which I try to bring the debate a bit further, addressing Agent X’s challenges to my answer. So here we go:

In my experience, by far, most of my Christian brothers and sisters hardly bother with a Bible. They seem to have their own agendas baptized, and just believe whatever they feel – which often is guided with a measure of morality, and sense of heritage, and sometimes seasoned with a few proof texts.

I pledge guilty. Honestly this is why I emphasise on taking the bible as a corrective among others. This is before all a challenge to myself, as I know I am doing this nearly all the time. And it is understandable, isn’t it? I mean we all *know* the bible, we know what it’s about and what spoke to you in the first place. Of course we want to pass on what touched us, and we tend to loose track, because our own agendas mix in as we go. We can’t hinder this, as the point where the bible touched us must have something to do with our agenda, otherwise it would not have touched us. It’s a basic flaw we can’t get rid of. So we need correctives, like the bible, the Holy Ghost (or what we consider it to be) or the community of Christian Brothers and Sisters. If we didn’t have that flaw, there’d be no need for community. Wouldn’t this be an even greater flaw?

But I hope to challenge them to open their Bible and really look and listen.

Challenge accepted. Though you won’t see me tossing bible verses proof-texting what I wrote. As I wrote, I consider the bible a work of men, men who were moved by God, but still men. I want to take this into account, too.

But I appreciate Scripture at a very high level. I am not one of those who runs around in some nervous need to claim inerrancy and all that, but I believe it is the Word of God and as such the stuff of life.

I believe the bible contains the word of God, but there is no identity. You can’t carry God’s word around in your pocket. And we won’t get the word of God out of the bible without the Holy Ghost, who is not at our disposal either.

So my first question would be: Does the Bible teach us to sidestep the “Us vs. Them” thing? And if so, where?, how?, to what extent?, and perhaps a few related things such as that. I can certainly imaging running straight to some of the great UNITY passages in St Paul or St. John etc. And I find St. Paul telling the Philippians to have one mind, one spirit, striving together and in so doing they are a sign of destruction to their opponents and of their own salvation. Destroying your opponents with your unity sounds incredible to me!

But it speaks of destroying opponents. And this is an “Us vs Them” thing at that bigger level then.

Most unity passages that come to my mind are reduced to Christians, so looking at this, there’d still be an us Christians vs them Non-Christians. And you find us vs them throughout the bible when speaking about enemy nations such as Amalekites, Philistines and what not in the OT or Jews and Gentiles in the NT, also there are sinners and saints, Pharisees and prostitutes… That’s like people always try to put up some kind of own order, categorising others. And thus we get this us vs them all the time when people are involved.

And I think you can find a development in the bible. While the „us vs them“ is in the OT more or less along national boundaries: Us Israelites vs them Gentiles, it changes more and more throughout the times. The prophets tell Israel to not be too sure of themselves just for being God’s chosen people. So already in the OT the lines are changed from national categories to moral categories, when walking in the way of God becomes more important than being of God’s people. The NT takes this to extreme, when it has Jesus proclaiming God could turn mere stones into children of Abraham. Thus gentiles come into focus more and more. With the declaration of everybody being a sinner, the newer moral categorisation starts tumbling, too. All you now have to draw lines is faith (and along this line the stakes were burning in the middle ages).

This also lead to terrible wars between Christians of different denominations, most prominent maybe the 30 years war from 1618-1648, which literally destroyed most of central Europe, but we got past this – for the most part.

Actually, looking at the development I wonder whether God really intends to make any distinguishment between people.

After all, we are all sinners and in need of mercy. We as Christians know, that we have it – glory be to God! Yes there is „us vs them“ in the bible, but most seem to be nothing but humane category building. I mean isn’t it normal to wish the worst to those who are out to harm you? I think this is what we find in texts that deal with Amalekites and the like. I for my part see not the Spirit of God in this (and yes, I know here I run the risk of putting my own agenda into it). I just wonder what would „qualify“ me to be in the „them“ group from God’s perspective. After all He’s all our father.

St Paul also says our war is not with flesh and blood but with authorities, with principalities – the stoichea. We might begin debating what those powers are and how to go about fighting them. I think the state of the argument, as I present it is open to that. But I am clear that there is an Us vs Them going on there that mere sociology does not address.

Right. As sociology does not care about the powers, does not even presume their existence, it doesn’t address all that. For that you’d need some kind of demonology or such, but these are mostly speculations.

Still I tend to lean towards an own brand of speculation in this field: I think of them less like own personalities or such, no other beings with horns and what not, but rather emotions, structures of thought and feeling – I still need a word.

These powers keep us captive. They control our lives, not actively like a person would, but passively, they bind us like a cord would bind us. The cord does nothing active, it doesn’t intend to harm us in any way. It is just there. This is the reality of the fallen world.

God through Jesus on the cross unbound us, by revelation of the vanity involved in our binding. In faith we are unbound. Once we know God controls everything and not the powers that keep us captive, our captivity is over. We just walk away from the powers towards God.

I can see no „them“ in all this as I do not consider the powers „someone“.

You ask how to fight the powers. I think best would be in testifying the liberating God, and showing it in our lives. Like Agent X does with his work for and with the homeless.

What does self-sacrificial LOVE look like in that photo? Where is worship of YHWH, God, or the cross of Jesus??? in that photo?
Not at all, it’s men vs men, so it’s evil vs evil. As long as there’s no self-sacrificial love, there’s no God, maybe one god or more, but not God.

I doubt it’s possible to do anything when two parts are up for a fight. Neither the police nor the protesters intend to go into the scene with self-sacrificial love. I’m afraid all you can do is stand besides and bandage their wounds. If one side is intending to do the self-sacrificial love thing: Well, look at Martin Luther King Jr. and the Civil Rights Movement. Something along these lines would be good, I think. I wonder if such tactics would also work for law enforcement. But you cannot take a policeman to be beaten up in order to calm things…

I don’t know. I need to pray on this. But when I look at that photo and grieve it so, I want to find out. I want to go there and play the Jesus card. I want my church to do this too.

Maybe put in a Jesus perspective. That would be to call to repentance for the protesters: You criticise greed, now how greedy are you yourself? Are you not only in envy for the 1% having more opportunities? WOuldn’t you do the same thing if you were in their place? Things like this. This would take a prophet I think.

On the other side you can take up their good criticism and bring a Christian answer to it: Start in your field. Become a better person yourself, become the change you want from others – if you give a good example, more people might follow you.

Someone – a famous preacher, but I forget who – said many years ago that if the church of America is serious and REALLY wants to end abortion, then rather than pressuring congress to change the laws, what we really need to do is all get together (One mind, one spirit???) and take out a full-page ad in ever major newspaper across the country stating that we, the church, will take ANY unwanted baby in ANY condition no matter what, no questions asked.

Personally I always wondered why pro life people only focus on what they think the mother should do but do not waste the tiniest thought on what they could do to save lives. Us vs them. We the Holy tell the sinners how to become better people like we are. Reminds me of the Pharisee and the publican in the temple.

We have yet to do that. But I don’t think most of my brothers and sisters even begin to consider it, or think of it at all, much less count the cost. We cant even get the idea out.

I like the idea. I wonder where one would start to get this actually going.

What if we took prayer and communion right to the breach between the 1% and the 99%? What would happen? Shouldn’t we try it? I am interested. Let’s at least talk about it.
God works miraculous ways, so you can never know what happens, we can only use our earthly minds to address this. My first thought is: Once there is communion, there is community, and you’ll have problems distinguishing the 1% from the 99%, at least for the moment. Like you can hardly differ between the slave Onesimus and the slave-owner Philemon once they see they are brothers in Christ and behave accordingly. The role of their respective status decreases. I just wonder if any in the Occupy protest would come to the cup of the Lord and break their bread jointly…

I seriously love your passion here. While you can bring prayer and communion there, I am not sure if anybody would listen. I wonder if they would be able to even understand what you are doing there. Still, God works wonderful ways, so it might also turn out to be an extreme success. I just wonder if anybody would come and join the communion. But the idea to find a common ground for both groups is something. This might be communion, but it could well be another thing. Blessed are the peacemakers.

In this final analysis, at the Spiritual height of all this, I think we do want to topple Saddam, but not with Democracy and not by means of military might. I think LOVE is more powerful, and Jesus, when he is KING there, really beats the system.

The thing is not to topple Saddam, he is just one figure that could easily be replaced by anybody else. The thing is to end oppression, and I think oppression is based in fear. Saddam’s (or any dictator’s) fear of being replaced and then be hung. Think Saddam, think Gaddahfi, think Ceaucescu, think Louis XIV, think Hitler…
When leaders are exchanged, the old leaders most often are disposed, i.e. killed. If your choice is to be killed or to oppress any opposition, guess what you’d do, except you were so full of love that you didn’t fear death…Then the powers wouldn’t bind you. But most dictators are bound. I wonder if you can be liberated by God and still be a dictator…

 

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